ich habe einen Stahl-Spindschrank, der zur Zeit weiß ist und den ich
gerne dunkelblau lackieren möchte. Da ich bis jetzt handwerktechnisch
total unbegabt bin, habe ich keine Ahnung, auf was ich so alles achten
muß.
Welche Farbe nehme ich am besten? Da der Schrank in ein Babyzimmer soll,
will ich auch nicht mit irgendwelchen giftigen Lacken streichen. Was ist
also möglichst schadstoffarm?
Muß ich den Schrank vorher abschleifen oder kann ich einfach so drüber
pinseln?
Wer kann mir Tips geben?
Ricarda
> Welche Farbe nehme ich am besten? Da der Schrank in ein Babyzimmer soll,
> will ich auch nicht mit irgendwelchen giftigen Lacken streichen. Was ist
> also möglichst schadstoffarm?
>
> Muß ich den Schrank vorher abschleifen oder kann ich einfach so drüber
Kratz ihn mit Sandpapier rauh, investier dafür höchstens ne
Viertelstunde für das ganze Ding, und werde (nur) da sehr, sehr
gründlich, wo der bisherige Lack rostig oder blätterig ist.
Für Innenräume halt ich Vorlackieren, gar mit teurem Zinkgrund, für
überflüssig.
An Lacken kenn ich Wasserlacke ("Acryllack"), die sind Scheisse und auch
nicht für Möbelstücke gedacht, sondern eher zur Dekoration an Stellen,
wo nix angefasst oder verkratzt wird, oder die handelsüblichen Lacke
("Alkydharz"), die mit Lösungsmitteln gemacht sind. Letzeren musst Du
halt nen Monat statt drei Tage in der Garage oder Diele ausstinken
lassen, wie ichs hier bei eigenen (Holz-)Möbeln gemacht habe. Wenn ich
mal davon ausgehe, dass in meinen drei Tagen alle Stoffe bis auf ein
Tausendstel ausgegast sind (reine Annahme), dann wirds in dreissig Tagen
ein Bruchteil mit dreissig Nullen dahinter sein und das dürfte
hoffentlich auch fürs Babyzimmer reichen (nimm das nicht hin, sondern
hol Dir noch andere Meinungen). Aber lass Dir nicht irgend nen Bio-Müll
andrehen wie die Bio-Wandfarben, die dann jahrelang nach Jauche
gestunken haben, weil sie in ner Klitsche gefertigt wurden, wo man nix
von Konservierung oder sonstwas wissen wollte.
Rühr neugekauften Lack solang um, bis Du Dir dämlich vorkommst, und dann
nochmal so lange. Dazu könntest Du den Schraubenzieher nehmen, den Du
brauchst, um die Dose an drei Stellen aufzuhebeln. Halt Dir je ein Stück
Küchenpapier bereit, um den Deckel anzufassen und wegzulegen, und um den
Schraubenzieher nachher abzuwischen.
Zum Streichen kauf ich keine Pinsel über ner Mark (Nachteil: die
billigen lassen Haare, aber das tu ich ja auch), lagere sie zwischen
evtl. Arbeitsunterbrechungen, indem ich sie sorgfältig in Silberpapier
(Küchenfolie) einschlage, bis zu ner Woche, und schmeiss sie zum Schluss
weg. Das Wichtigste für eine gute Lackierung ist Schnelligkeit. Beachte,
Lack ist ein High-Tech-Produkt, das alles von selber macht. Also
eintunken, aufbringen, ausstreichen und dann IN RUHE LASSEN. Nicht
dauernd nochmal die fertige Fläche glatt streichen wollen, nicht
verdünnen, weil man glaubt, dann verläufts besser. Bei grossen Flächen
nicht solange trödeln, bis ein Streifen schon schön glatt angezogen hat
und die Pinselhaare Riefen machen, wenn Du den nächsten Streifen
überdeckend dran lackierst. Ich hasse Hast;-), aber 180 Sekunden ist da
für mich die Grenze. Senkrechte Flächen natürlich dünn streichen, damit
Dir nicht die ganze Schicht nach unten wandert (tut sie bestimmt am
Anfang - übe an der vom Blick abgewandten Seite, die in die Zimmerecke
kommt, oder leg den Schrank so, dass wenigstens die Vorderseite
waagerecht zu liegen kommt). Der Trick bei senkrechten Flächen besteht
im KUCKEN, nämlich wanns zu dick und wanns zu dünn wird. Bei
Lackarbeiten bestehen die optimalen Voraussetzungen nicht in ner
jahrzehntelangen Lehrzeit, chinesischen Seidenrattenschwanzpinseln oder
nem Kompressor, sondern LICHT, das sich in den zu lackierenden
Oberflächen spiegeln kann.
Staubfreiheit hilft auch ganz schön, versprich jeden in die Fresse zu
hauen, der dem Schrank auf 10 mtr nahekommen möchte, bevor er wenigstens
6 Std. zum Trocknen hatte oder gar während des Streichens (und wisch
vorher nicht nur den Schrank, sondern auch die Räumlichkeit, wo du
arbeiten willst, so sauber, als ob Dein Baby drin operiert werden wird).
--
Hannes Birnbacher, Windhagen
Ölfarben!
Früher waren das die Standardfarben für Innen und Außen, für Holz
und Metall, bis sie von den Kunstharzlacken verdrängt wurden.
Eine Ölfarbe nur aus Leinölfirnis und Pigmenten läßt sich so super
gut und ergiebig streichen, daß man überhaupt keine anderen Farben
(Lacke) mehr verwenden will.
Die Giftigkeit hängt von den Pigmenten ab. Da gibts die Ungiftigen
zB. Erd- und Eisenoxidpigmente wie sie Naturfarbenhersteller
verarbeiten, als auch Ultragiftige aus Quecksilber,
Blei, Chrom mit denen dann die hartgesottenen Anti-Öko-Apostel
keine nennenswerten Schwierigkeiten haben dürften.
Also: Naturfarbenladen oder selbermixen mit
http://www.kremer-pigmente.de
> > Muß ich den Schrank vorher abschleifen oder kann ich einfach so drüber
>
> Kratz ihn mit Sandpapier rauh, investier dafür höchstens ne
> Viertelstunde für das ganze Ding, und werde (nur) da sehr, sehr
> gründlich, wo der bisherige Lack rostig oder blätterig ist.
> Für Innenräume halt ich Vorlackieren, gar mit teurem Zinkgrund, für
> überflüssig.
So isses!
Christoph
On 29 Oct 1998, Hannes Birnbacher wrote:
> Rühr neugekauften Lack solang um, bis Du Dir dämlich vorkommst, und dann
> nochmal so lange. Dazu könntest Du den Schraubenzieher nehmen, den Du
> brauchst, um die Dose an drei Stellen aufzuhebeln. Halt Dir je ein Stück
> Küchenpapier bereit, um den Deckel anzufassen und wegzulegen, und um den
> Schraubenzieher nachher abzuwischen.
Da man hauefig nicht den ganzen Doseninhalt aufbraucht und spaeter
vielleicht nochmal den Rest verwenden moechte, ist es wichtig die Dose
wieder gut verschliessen zu koennen.
Mit Schraubendrehern verbiegt man leicht den Rand des Deckels, so dass die
Dose sich nicht mehr so gut verschliessen laesst. Ich benutze deshalb
(wenn vorhanden) ein Stemmeisen (und wenn nicht vorhanden einen
Schraubendreher mit einer ganz breiten Klinge).
Nach der Arbeit klopfe ich die Dose mit einem Gummihammer zu (und wenn
nicht vorhanden, versuche ich es mit den Haenden) und stelle sie eine
Weile auf den Kopf, dass sich die Dose mit Farbe abdichtet. Gelagert wird
sie aber aufrecht.
Hobby-Maler und Lackierer Matthias
[...ne Menge lustig präsentiertet Tips gesnippt...]
>Zum Streichen kauf ich keine Pinsel über ner Mark (Nachteil: die
..man kann auch mit sehr gutem Ergebnis diese Schaumstoff-Roller verwenden.
Hier muß man aber aufpassen, daß man nicht mit zuviel Andruck arbeitet, da
dies sonst den Lackauftrag schaumig macht und durch die im Laufe der
Lacktrocknung platzenden Bläschen zu einer mitunter ungewollten Strukturierung
der Oberfläche führt. Man kann diesen Effekt aber auch bewußt einsetzen...
--
Stefan Wimmer Cellware Broadband
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>..man kann auch mit sehr gutem Ergebnis diese Schaumstoff-Roller verwenden.
>Hier muß man aber aufpassen, daß man nicht mit zuviel Andruck arbeitet, da
>dies sonst den Lackauftrag schaumig macht und durch die im Laufe der
>Lacktrocknung platzenden Bläschen zu einer mitunter ungewollten Strukturierung
>der Oberfläche führt. Man kann diesen Effekt aber auch bewußt einsetzen...
oder kurz vor der ersten Hautbildung des Lackes, d.h. ca. 1 - 2
Minuten nach dem Lackauftrag nochmals darüber rollen. Die Bläschen
verschwinden vollständig und der Lack zieht sich trotzdem noch glatt.
Ciao
Klaus
--
email: wen...@dialup.nacamar.de
Geht auch mit dem Pinsel, sehr gutes Ergebnis, kann ich waermstens
empfehlen! Die Kunst ist natuerlich, den richtigen Zeitpunkt zu
waehlen. Wenn ich mich recht erinnere gibt es sogar irgendeinen
Fachausdruck dafuer.. satinieren vielleicht? Hm. Kann mir jemand
aushelfen?
Chris
--
// Christian Neuss "static typing? how quaint.."
// fax: (+49) 6151 16 5472