Gerhard Eichberger schrieb:
> Ich habe entschieden, daß ich das Gerät zur Firma ALCOTEC bringe.
> Immerhin haben die ja das Gerät vom Trojaner gereinigt. Sie haben
> dann noch meinen Drucker (RICOH Aficio SG 2100N) zwecks
> Installierung des Druckertreibers (was bei diesem Modell nicht
> ganz einfach ist) verlangt. Bei der Gelegenheit habe ich den Kurt
> gleich beauftragt, einen Satz Gelkartuschen für den Drucker zu
> kaufen.
>
> Da die gelbe und magentane Gelkartusche leer war, wollte ich sie
> dann austauschen, mußte aber feststellen, daß die neuen Kartuschen
> nicht in den Drucker paßten: Die Firma ALCOTEC hat mir die falschen
> Kartuschen verkauft. (Die sehen den richtigen aber auch sehr ähnlich,
> und auch die Bezeichnung ist ziemlich ähnlich, unterscheidet sich nur
> in einem Buchstaben.) Sie haben die zurückgenommen, muß die richtigen
> aber erst bestellen, ließ mir die Firma zukommen. (Ich meine: Wenn
> die schon den Drucker dorthaben, dann hätten die schon bemerken
> dürfen, welche Kartuschen da dazupassen.)
Die scheinen nicht sehr kompetent zu sein. Unabhängig davon trotzdem die
Empfehlung, den Rechner komplett neu aufzusetzen. Dann kanst Du auch
gleich die hier im Thread schon geäußerte Empfehlung umsetzen, Dein
Laufwerkschaos zu beseitigen. Meine Empfehlung ist, maximal zwei: Eins
für Windows und Programme, das zweite für Daten.
> Zur Frage von Datensicherung/Backup:
> Klar habe ich das gemacht, bevor ich den Rechner zur Firma
> ALCOTEC gebracht habe und auch einen Wiederherstellungspunkt
> gesetzt. Jedoch kam nach etlichen Stunden des Sicherns eine
> Fehlermeldung, daß der verfügbare Festplattenplatz fürs Backup
> nicht reicht.
Ein Wiederherstellungspunkt ist keine Sicherung. Schon alleine deshalb,
weil er nicht alles sichert. Den kannst Du maximal dazu benutzen,
fehlgeschlagenen Updates oder Installationen rückgängig zu machen. Aber
selbst da ist es nicht sicher, daß das richtig funktioniert.
Grundsätzlich: Ein Backup gehört auf einen Datenträger, der möglichst
nur während des Sicherns an den Rechner angeschlossen ist. Außerdem
sollten es mindestens zwei verschiedene Datenträger sein, auf die
wechselweise gesichert wird und mehrere Backupsstände aufgehoben werden.
Daß so ein Vorgehen im Privatbereich eher selten ist, ist mir klar.
Andererseits muß man sich die Frage stellen: Wie schlimm ist es, wenn im
ungünstigsten Fall plötzlich alles weg ist, was auf dem Rechner und den
gerade angeschlossenen externen Festplatten gespeichert war. Und von der
Antwort hängt es ab, wie intensiv gesichert sein sollte.
> Darüberhinaus schrieb mir jemand zu dieser Sache,
> daß die Sache mit dem Sichern und Wiederherstellen falsch ist,
> weil ich mir damit den Trojaner ebenfalls wiederherstelle. Was meint
> Ihr dazu?
Stimmt. Eine Backup vor dem Befall ist das einzig sichere. Wenn der
Befall passiert ist, darfst Du maximal die Daten sichern und später
wiederherstellen, die nicht befallen sein können. Und welche das sind,
ist schwer zu sagen in einer Zeit, in der bereits durch einen falschen
Klick in befallenen Officedokumenten infiziert werden kann.
> Übrigens:
> Begonnen hatte es damit, daß diverse Dinge (z. B. das drucken)
> nicht mehr richtig funktionierten. Dann kam plötzlich eine Meldung
> vom Windows Defender:
>
https://postimg.cc/gallery/CRZwkRF
> Demnach handelt es sich um folgendes Schadprogramm:
> Erkannt: Trojan:Win32/Emotet!ibt
Wenn das wirklich Emotet war: Rechner plattmachen und neu installieren.
Der Trojaner kann nach dem Befall alles Mögliche aus dem Internet
nachladen und installieren, das später finden zu wollen ist Flickwerk.
Wenn da "nur" alle während des Befalls benutzten Zugangsdaten
abgeflossen sind, hast Du noch Glück gehabt. Im ungünstigsten Fall
werden die Festplatten verschlüsselt.
Emotet war in der letzten Zeit Ursache für wochenlange Ausfälle in
Firmen, Behörden, Krankenhäusern und ähnlich großen Netzwerken. Die
Netzwerkstruktur zur Fernsteuerung der befallenen Systeme soll zwar
zerschlagen sein und Du als kleiner Privatmensch eher in die Kategorie
Beifang fallen, darauf verlassen würde ich mich aber nicht.
> Bevor ich den Rechner zur Firma ALCOTEC bringen ließ, habe ich
> versucht, ihn mithilfe des Trojaner-Boards zu säubern. Dies scheint
> aber mißlungen zu sein - nach der Säuberung verhielt sich der Rechner
> normal, aber ziemlich bald begannen die Probleme wieder.
Dann war die Bereinigung entweder fehlerhaft oder Du hast nachher wieder
das Programm installiert, von dem die Erstinfektion stattfand.
Gruß Heiko
--
So mancher meint, ein gutes Herz zu haben, und hat nur schwache Nerven.
Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach