13er neu - Langsam lichten sich die Nebel

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Harald A. Jahn, www.tramway.at

non lue,
1 avr. 2011, 03:54:2801/04/2011
à Fotokiste
Seit einiger Zeit ist ja eine Machbarkeitsstudie f�r den 13er in Arbeit, und
mir schwant b�ses... H�tte ich gewusst, was ich mit meinem Lobbying f�r
franz�sische Systeme anrichte h�tte ich mich zur�ckgehalten. Mir h�tte es
eigentlich schon d�mmern m�ssen als ich auf einer SP�-Seite las:

"�bervolle Busse auf der Linie 13a sorgen seit Wochen f�r heftige
Diskussionen. Das Wiedner Bezirksparlament fordert nun auf Antrag von SP�
und Gr�nen eine sachliche Diskussionsgrundlage von Verkehrsstadtr�tin VBM
Maria Vassilakou. Eine Machbarkeitsstudie soll verschiedene
Verbesserungsm�glichkeiten pr�fen. Neben einer m�glichen Stra�enbahnvariante
sollen dabei auch neue Busvarianten gecheckt werden."

Ich habs vorgestern schon erw�hnt - die klassische Tram ist nur eine Option.

Nachdem ich mein Buch, in dem ja auch die Alternativen zur klassischen Tram
beschrieben werden, in politischen Kreisen weit verteilt habe ist man nun
ausgerechnet auf das Kapitel mit den Spurbus-Sonderl�sungen aufmerksam
geworden. Auch die �VP fordert ja vor allem einen O-Bus, und jetzt weiss ich
endlich woher dieser komische Wind weht - nun scheint der typische Wiener
Kompromiss herauszukommen.

Da Siemens eng mit Lohr Industries zusammenarbeitet sucht man schon l�nger
nach einem "Leuchtturmprojekt" im deutschen Sprachraum, um die
Spurbustechnik ausserhalb des franz�sisch/italienischen Bereichs zu
verbreiten. Mit dem 13er glaubt man das passende Projekt gefunden zu haben -
enge Gassen, enge Radien, starke Steigungen und Neigungswechsel, der ideale
Anwendungsbereich also f�r eine "Tramway sur Pneus". So wie es aussieht wird
es also immer wahrscheinlicher, dass der Translohr (*) die Busse am 13er
ersetzt, und keine von uns gew�nschte klassische Tramway. Als Argument wird
neben dem Fertigungsstandort Wien �brigens auch die konstruktive �hnlichkeit
und T�raufteilung mit dem ULF gebracht - den Wienern kann mit dem 13er also
eine Art "neuer ULF" schmackhaft gemacht werden, und auch die n�chste
Tranche des gestalterisch in die Jahre gekommenen echten ULFs soll
�usserlich dem Translohr Wien angeglichen werden. Zugegeben, optisch schaut
er ja auch nicht schlecht aus...

(*) der Translohr ist ein elektrischer Spurbus, dessen Gummireifen auf
Betonfahrbahnen laufen und der mit einer zentralen F�hrungsschiene in der
Spur gehalten wird - Details siehe http://www.tramway.at/clermont-ferrand

Da die Tramway in Wien v�llig unterm Hund ist (auch was ihr Prestige
betrifft) will man jetzt "das Kind mit dem Bade aussch�tten" und einen
v�lligen Neubeginn wagen - bei der U-Bahn hat das ja damals auch
funktioniert. Auch kommen die ma�geblichen K�pfe bei den WiLi ja eher aus
dem Busbereich und stehen den Gummiradlern daher n�her.

Mit dem Translohr wird also erstmals ein solches System in ein bestehendes
Stadtverkehrsnetz eingef�gt, man hofft damit auch, die
Kompatibilit�tsbedenken der Fachleute zu zerstreuen. Es wird in Wien also
f�r all die in der Fachwelt thematisierten Probleme - Kreuzung und
gemeinsame Trasse Tram/Spurbus etc. - Praxisbeispiele geben. Wien ist auch
deswegen als Testbetrieb so interessant, weil �berall anders das mit dem
Translohr nicht vereinbare Rasengleis ein Killerargument gegen ihn ist -
dieses Thema stellt sich in Wien �berhaupt nicht, da ja Wien traditionell
diesem modernen Oberbau skeptisch gegen�ber steht.

Fotobeispiele bestehender Translohr-Systeme:
http://www.viennaslide.com/p/0520-france/Clermont/
http://www.viennaslide.com/p/0660-italy/Padova/

Harald A. Jahn, www.tramway.at

Gerade erschienen: "Die Zukunft der St�dte": Die franz�sische Stra�enbahn
und die Wiedergeburt des urbanen Raums
Format A4, 240 Seiten, 400 farbige Abbildungen!
Infos und Bestellm�glichkeit unter http://www.tramway.at/links/zukunft.html

Translohr-Wien.jpg

Ludwig

non lue,
2 avr. 2011, 15:15:4602/04/2011
à strassenbahnen
Servus Harald,

danke für die ausführlichen Gedanken zu einem Translohr-13er (auch
wenn die "¿½" ein bißl mühsam beim Lesen sind).
Ich brauche ja nicht zu betonen, was ich von einer weiteren
Betriebsform eines öffentlichen Verkehrsmittels halte - meine
Einstellung zur Tramway ist wohl hinreichend bekannt.
Wahrscheinlich (sollte sich das alles bewahrheiten) werden die
Siemensianer die niedrigen Errichtungsksoten, den hohen Komfort und
bla bla in die Waagschale werfen, es kann nur gehofft werden, dass die
(vor allem politischen) Entscheidungsträger, die meist von der Materie
nicht die geringste Ahnung haben, dann tatsächlich einmal zu rechnen
beginnen.
Wo z.B. könnten denn die Fahrzeuge remisiert und gewartet werden. Der
nächste Betriebsbahnhof zum 13er ist entweder Favoriten oder Hernals,
was hieße, dass eine Betriebsstrecke zumindestens zu einem der
Bahnhöfe gebaut werden müßte (Kosten?). Die Fahrzeuge wären
ausschließlich auf dieser einen Strecke einzusetzen und beim bekannt
geringen Einsatzgrad der Wiener Wagen müßte wohl eine Reserve von
mindestens 25% vorgehalten werden (Kapitalbindung?
Finanzierungsbegründung?). Die Zulaufstrecke(n) vom Bahnhof zur
eigentlichen Linie wäre in der Früh mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit
heillos überlastet (letzteres Argument wäre den Entscheidern aber
ziemlich sicher vollkommen wurscht), weitere Kleinigkeiten wie erneut
anderer bzw. zusätzlicher Ersatzteilbedarf, Personalschulungskosten,
usw. kämen noch dazu. Obwohl, natürlich: Ersatzteilbevorratung scheint
ohnehin nicht mehr stattzufinden, denn wie sonst wäre es möglich, dass
der B 622 nach dem Unfall fast fünf Jahre gestanden ist?

Ludwig

PS: Das Problem der Zulaufstrecke(n) wäre natürlich leicht insofern zu
lösen, als man den halben Margaretenhof niederreißen könnte und dort
den Translohr-Betriebshof samt Werkstätte hinbaut. Wenn der Platz
nicht reicht, muß halt die andere Hälfte und das Falkensteiner-Hotel
dahinter auch noch dran glauben...


Harald A. Jahn, www.tramway.at

non lue,
2 avr. 2011, 16:43:3902/04/2011
à strasse...@googlegroups.com
Ich gratuliere allen, die auf diesen meinen Aprilscherz reingefallen sind
;-)

Gl�cklicherweise ist von einem Translohr oder �hnlichem Unfug keine Rede;
die Machbarkeitsstudie sollte Ende des Jahres fertig sein und wird wohl
verschiedene Verbesserunmgsvarianten f�r den 13A darstellen. Pers�nlich
sch�tze ich, dass vorerst auf Gelenkbus umgestellt wird, auch sollen die
Planungen der Busbuchten des Hauptbahnhofes das vorsehen. Seitens der MAs
und WiLi stehen die Signale auf "verhindern".

Harald A. Jahn, www.tramway.at

Gerade erschienen: "Die Zukunft der St�dte": Die franz�sische Stra�enbahn
und die Wiedergeburt des urbanen Raums
Format A4, 240 Seiten, 400 farbige Abbildungen!
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From: "Ludwig" <off...@eklconsult.at>
To: "strassenbahnen" <strasse...@googlegroups.com>
Sent: Saturday, April 02, 2011 9:15 PM
Subject: Re: 13er neu - Langsam lichten sich die Nebel


Servus Harald,

danke f�r die ausf�hrlichen Gedanken zu einem Translohr-13er (auch
wenn die "��" ein bi�l m�hsam beim Lesen sind).


Ich brauche ja nicht zu betonen, was ich von einer weiteren

Betriebsform eines �ffentlichen Verkehrsmittels halte - meine


Einstellung zur Tramway ist wohl hinreichend bekannt.
Wahrscheinlich (sollte sich das alles bewahrheiten) werden die
Siemensianer die niedrigen Errichtungsksoten, den hohen Komfort und
bla bla in die Waagschale werfen, es kann nur gehofft werden, dass die

(vor allem politischen) Entscheidungstr�ger, die meist von der Materie
nicht die geringste Ahnung haben, dann tats�chlich einmal zu rechnen
beginnen.
Wo z.B. k�nnten denn die Fahrzeuge remisiert und gewartet werden. Der
n�chste Betriebsbahnhof zum 13er ist entweder Favoriten oder Hernals,
was hie�e, dass eine Betriebsstrecke zumindestens zu einem der
Bahnh�fe gebaut werden m��te (Kosten?). Die Fahrzeuge w�ren
ausschlie�lich auf dieser einen Strecke einzusetzen und beim bekannt
geringen Einsatzgrad der Wiener Wagen m��te wohl eine Reserve von


mindestens 25% vorgehalten werden (Kapitalbindung?

Finanzierungsbegr�ndung?). Die Zulaufstrecke(n) vom Bahnhof zur
eigentlichen Linie w�re in der Fr�h mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit
heillos �berlastet (letzteres Argument w�re den Entscheidern aber


ziemlich sicher vollkommen wurscht), weitere Kleinigkeiten wie erneut

anderer bzw. zus�tzlicher Ersatzteilbedarf, Personalschulungskosten,
usw. k�men noch dazu. Obwohl, nat�rlich: Ersatzteilbevorratung scheint
ohnehin nicht mehr stattzufinden, denn wie sonst w�re es m�glich, dass
der B 622 nach dem Unfall fast f�nf Jahre gestanden ist?

Ludwig

PS: Das Problem der Zulaufstrecke(n) w�re nat�rlich leicht insofern zu
l�sen, als man den halben Margaretenhof niederrei�en k�nnte und dort
den Translohr-Betriebshof samt Werkst�tte hinbaut. Wenn der Platz
nicht reicht, mu� halt die andere H�lfte und das Falkensteiner-Hotel


dahinter auch noch dran glauben...

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Ludwig

non lue,
2 avr. 2011, 16:55:2302/04/2011
à strassenbahnen
Servus Harald,

leider gibt es ja in Wien kein Thema, das nicht skurill genug zu
ernsthafter Diskussion ist. Insofern: ja, hereingefallen, aber:
möglich ist bei uns ja alles - siehe Cableliner.

Ludwig


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