Für ein Projekt eines öffentlich zugänglichen Surfterminals an einer Schule
suche ich eine Möglichkeit, einen Browser mit einem Jugenschutzfilter
abzusichern.
Da der verwendete Browser noch nicht feststeht und das ganze möglichst
flexibel sein soll, habe ich an einen Proxy-Server gedacht. Dieser soll sich
irgendwo mit einer Liste fragwürdiger URLs abgleichen (ein Wortfilter ist
äusserst ungünstig, da an einer Schule auch recherchiert werden sollte).
Leider habe ich diesbezüglich noch keine Erfahrung. Kennt jemand einen
Proxy-Server, der sich automatisch mit irgendwelchen Blacklists abgleicht?
Weiss jemand, wo ich genauere Informationen über solche Blacklists finde
(ich weiss nur, dass es sie gibt)?
Das ganze sollte unter Windows laufen. Preislich erhoffe ich mir etwas
günstiges, wobei ich auch bereit wäre, Geld in die Hand zu nehmen
(allerdings keine Software für x-tausend Euro mit jährlichen
Wartungsgebühren).
Wenn natürlich schon jemand ähnliche Projekte realisiert hat, bin ich auch
für andere Anregungen dankbar. Ein Proxy-Server muss nicht die ideale Lösung
sein.
Bin mal gespannt, wer da Erfahrung hat und mir weiterhelfen kann.
Danke und Gruss
Jürg
> Kennt jemand einen Proxy-Server, der sich automatisch mit
> irgendwelchen Blacklists abgleicht?
Nein, zumindest keine die wirklich funktionieren. Wenn dann kann
das ganze nur über Whitelists funktionieren
> Weiss jemand, wo ich genauere Informationen über solche Blacklists
> finde (ich weiss nur, dass es sie gibt)?
Für squid-guard gibt es eine solch Liste im Internet.
> Bin mal gespannt, wer da Erfahrung hat und mir weiterhelfen kann.
John Naughton macht in "A Brief History of the Future" einen
interessanten Vorschlag: Anstatt irgendwelche obskure, nicht
funktionierende Software auf den Rechnern der "lieben kleinen" zu
installieren setzt man den Surf-PC lieber ins Wohnzimmer, wo ihn dann
die Eltern im Blick haben. Für deine Situation angepasst: Ohne
Aufsichtsperson wird das nichts. Soziale Probleme lassen sich nur sehr
eingeschränkt durch Technik lösen
Jens
> Leider habe ich diesbezüglich noch keine Erfahrung. Kennt jemand einen
> Proxy-Server, der sich automatisch mit irgendwelchen Blacklists abgleicht?
<http://www.belwue.de/services/wwwproxy.html>
Es ergibt einfachen keinen Sinn, den filternden Proxy selbst betreiben
zu wollen.
> Für ein Projekt eines öffentlich zugänglichen Surfterminals an einer
> Schule suche ich eine Möglichkeit, einen Browser mit einem
> Jugenschutzfilter abzusichern.
Vergiss es, entweder du schaltest explizit in einem Proxy jede
gewünschte Webseite frei (White-List) oder du lebst damit, dass eine
andersgeartete von dir gewählte technische Lösung nicht funktioniert.
Alternative: Betreuer sollen sich als Filter bewährt haben. Wobei man
sich fragen muss, ob das Wegsperren von Inhalten die richtige Lösung
ist, um junge Menschen zu reifen Erwachsenen zu machen.
Ganz toll zum Beispiel ist das Filtern von rechtsradikalen Webseiten.
Wird immer wieder gerne genommen, verkauft sich in den Medien gut,
Politiker suhlen sich förmlich im braunen Dreck des Internets, wenn
man dumm genug ist eine Kamera auf sie zu richten und sie auf die
Gefahren des Internets anspricht.
Kinder muss man vor der bösen Realität schützen - die werden sonst
nämlich auch alle rechtsradikal. Klicken einmal auf die pöse braune
Webseite, schwups kommen die am nächsten Tag mit Glatze in die Klasse
und zünden am Nachmittag dann Synagogen an.
Oder schauen sich eine Webseite mit 'ner nackten Titte oder einer
Vagina an schon werden sie zu Vergewaltigern und Frauenhassern.
Eben war das noch der nette Benni und 5 Minuten später hat der es
schon 2 seiner Mitschülerinnen besorgt. Und nur, weil man keinen
Jugendschutzfilter hatte. Hätte man doch mal auf die Politiker
gehört, die ihren neuronalen Abfallprodukte auf die Mattscheibe
reihern.
Anstatt den Kindern beizubringen, wie man solche Informationen
verarbeitet und wie man Behauptungen nachprüft - sprich
Medienkompetenz vermittelt - wird versucht das pöse pöse Internet gut
zu filtern. Allein der Gedankengang, den man haben muss, um auf eine
solche hinrissige Idee zu kommen, selbst, wenn sie technisch
umsetzbar wäre, muss doch Schmerzen bereiten.
mfg
Oli
--
Man darf ruhig intelligent sein, man muss sich nur zu helfen wissen.
Richtige Inhalte in der falschen Gruppe.
Gruss Stevie
> Weiss jemand, wo ich genauere Informationen über solche
> Blacklists finde (ich weiss nur, dass es sie gibt)?
Google: Blacklists?
Ich habe tatsächlich mal eine frei erhältliche Blacklist aufgetrieben
(damals zu Analysezwecken). Sollte glaube ich ein
Grassroots-Jugendschutzprojekt werden. http://www.squidguard.org IIRC
Die Blacklist für DE ist aber, hm, wenig ausgereift. Immerhin kommt man
nicht in den Orion-Chat und nicht zur Uni Kassel, Passau, Stuttgart
oder Ulm. Die Blacklist für USA ist ein wenig besser - lässt aber
natürlich die Tausenden von Wegwerfdomains und Jumppads aus.
Ich weiss nicht, ob Blacklists das Gelbe vom Ei sind, aber für die Kids
ist es vielleicht eine gute Idee - jedenfalls am Anfang.
>> Leider habe ich diesbezüglich noch keine Erfahrung. Kennt jemand einen
>> Proxy-Server, der sich automatisch mit irgendwelchen Blacklists abgleicht?
> <http://www.belwue.de/services/wwwproxy.html>
Abgesehen davon, das ich der Meinung bin, der Fragesteller sollte sein
Konzept noch mal überdenken, die Frage:
Wer darf darauf zugreifen? Man muß dort registriert sein, oder?
end
Andreas
--
Diese Message wurde erstellt mit freundlicher Unterstützung eines freilau-
fenden Pinguins aus artgerechter Freilandhaltung. Er ist garantiert frei
von Micro$oft'schen Viren. (#97922 http://counter.li.org) GPG 7F4584DA
Was, Sie wissen nicht, wo Kaufbach ist? Hier: N 51.05082°, E 13.56889° ;-)
Wie die meisten hier schon geschrieben haben, ist diese Art von
"Jugendschutz" nicht ganz ausgereift.
Bei uns an der Schule hatten sie ein System, bei dem der Lehrer selbst
überprüfen konnte, auf welche Website welcher Computer zugegriffen hat.
Das erleichtert um einiges die Aufsicht und da jeder Schüler seinen
eigenen Benutzernamen+Passwort hatte, konnte alles mehr oder weniger
genau auch einer Person zugeordnet werden.
Wie genau das jetzt realisiert wurde, weiß ich nicht, aber du kannst ja
in der Richtung etwas weiter forschen.
Björn
[...]
> Kinder muss man vor der bösen Realität schützen - die werden sonst
> nämlich auch alle rechtsradikal. Klicken einmal auf die pöse braune
> Webseite, schwups kommen die am nächsten Tag mit Glatze in die Klasse
> und zünden am Nachmittag dann Synagogen an.
Viel einfacher: es reicht ja schon aus, den Lütten in den
*Kindergarten* zu stecken ;-)
Grüße, Torsten.
[ ... ]
> Bei uns an der Schule hatten sie ein System, bei dem der Lehrer selbst
> überprüfen konnte, auf welche Website welcher Computer zugegriffen hat.
> Das erleichtert um einiges die Aufsicht und da jeder Schüler seinen
> eigenen Benutzernamen+Passwort hatte, konnte alles mehr oder weniger
> genau auch einer Person zugeordnet werden.
Das erspart dem Lehrkörper auch das lästige "Selbersuchen" :-)
--Frank Elsner
Und wenn Dir als IT-Verantwortlicher in einer SCHULE oder einem BETRIEB
jemand draufkommt, dass Du nicht die MARKTÜBLICHEN Vorsichtsmaßnamen
getroffen hast um Schutzbefohlene von "Pfui"-Seiten etc fernzuhalten,
dann gehst Du halt nach dem neuesten Gesetz mal eben kurz ins
Gefängniss. Und ganz nebenbei, durch dieses Gesetz kommt auch die
zivilrechtliche PRIVAT!-Haftung bereits bei Fahrlässigkeit von hinten
angeschlichen. Und das was Du vorschlägst ist schon gröbste
Fahrlässigkeit gepaart mit Vorsatz!
Viel Spaß ohne entsprechende Software beim nächsten Elternabend!
Den wird der Ursprungsposter mit Deinen Vorschlägen haben.
mfg
SS
> Und wenn Dir als IT-Verantwortlicher in einer SCHULE oder einem BETRIEB
> jemand draufkommt, dass Du nicht die MARKTÜBLICHEN Vorsichtsmaßnamen
> getroffen hast um Schutzbefohlene von "Pfui"-Seiten etc fernzuhalten,
> dann gehst Du halt nach dem neuesten Gesetz mal eben kurz ins
> Gefängniss.
Nenn doch mal bitte spasseshalber die passenden Paragraphen. Dankesehr.
MfG
Michael H. Fischer
--
Freeware und Antworten rund um NT/W2K/XP: http://www.derfisch.de/
Die XP Nano FAQ: http://www.derfisch.de/xpnf.php
Anfragen per Mail bezüglich kostenlosem Support werden nicht
beantwortet.
> Die Blacklist für DE ist aber, hm, wenig ausgereift. Immerhin kommt man
> nicht in den Orion-Chat und nicht zur Uni Kassel, Passau, Stuttgart
> oder Ulm.
Vielleicht ist meine Phantasie ja nicht versaut genug(was ich nicht
hoffe)... Ka_ss_el und Pa_ss_au sind klar, aber warum matched der Filter
auf Stuttgart und Ulm?
--
bis denne
> Und wenn Dir als IT-Verantwortlicher in einer SCHULE oder einem BETRIEB
> jemand draufkommt, dass Du nicht die MARKTÜBLICHEN Vorsichtsmaßnamen
> getroffen hast um Schutzbefohlene von "Pfui"-Seiten etc fernzuhalten,
Marktüblich klinkt so nach "Sie dürfen SNAKEOIL von Firma X oder von
FIRMA Y einsetzen, alles andere ist nicht genehmigt." Was passiert
wenn die Schutzbefohlen trotz der Marktüblichen Schutzmaßnahmen auf
Porno- Rechtsradikale- oder Warzeseiten kommen?
Oder anders gefragt: Dürfen die Schutzbefohlenen auch ohne Aufsicht in
der Chemiesammlung stöbern?
> dann gehst Du halt nach dem neuesten Gesetz mal eben kurz ins
> Gefängniss.
Welches Gesetz? Welcher Paragraph? Welche einschlägen Urteile gibt es zu
dem Thema? Wie sieht es mit der fehlende Aufsicht bei den Seiten aus,
welche die Software nicht filtern *kann*, weil sie die Seiten noch nicht
kennt?
> Und das was Du vorschlägst ist schon gröbste Fahrlässigkeit gepaart
> mit Vorsatz!
Nein. Sich auf obskure Software zu verlassen, welche aus Prinzip nicht
zu 100% funktionieren kann ist *grob* fahrlässig. Der Einsatz
technischer Mittel entbindet niemanden von seiner Aufsichtspflicht..
Jens
><http://www.belwue.de/services/wwwproxy.html>
|Die Filterung umfasst folgende Kategorien:
| * Sex
| * Nudity
| * Drugs
| * Hate Speech
| * Criminal Skills
| * Extreme
| * Cult/Occult
| * Usenet News Site
^^^^^^^^^^^^^^^^
Da befinden wir uns ja in guter Gesellschaft :-)
Und dann u.a. Marc Brockschmidt seit Jahren als eine treibende
Kraft, das ist ja schon fast KiPo. Bah!
SCNR
David
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass mit Blacklists nur ein geringer Schutz
gewährleistet werden kann. Whitelists sind aber schlichtwegs unmöglich, wenn
man an diesen PCs auch recherchieren können soll.
Bei den Schülern handelt es sich immerhin um 16- bis 19-jährige. Es sowieso
unrealistisch zu glauben, dass man Jugendliche in diesem Alter von solchen
Seiten schützen kann (ob es überhaupt sinnvoll ist, lasse ich an dieser
Stelle mal weg). Die Blacklists zeigen mindestens, das man versucht, etwas
dagegen zu unternehmen.
Ich habe mich zwischenzeitlich für eine Windows-Version des - mir bereits
bekannten - Squid für UNIX bedient [1]. Zudem habe ich noch eine grosse
englische [2] sowie eine deutsche [3] Blacklist gefunden. Dadurch habe ich
immerhin schon 70'000 URLs geblockt (Google liefert ja bei der Eingabe von
"sex" nur 213 Mio. Treffer, viel fehlt also nicht mehr *g*).
Mit dieser Lösung kann ich momentan gut leben. Trotzdem lese ich natürlich
weitere Postings zu diesem Thema mit Interesse mit.
Nochmals danke für die rege Beteiligung und Gruss
Jürg
[1] http://www.acmeconsulting.it/pagine/opensource/squid/squidnt25.htm
[2] http://www.squidguard.org/download/
[3] http://www.bn-paf.de/filter/index_de.html
> Natürlich bin ich mir bewusst, dass mit Blacklists nur ein geringer Schutz
> gewährleistet werden kann. Whitelists sind aber schlichtwegs unmöglich,
...
> Bei den Schülern handelt es sich immerhin um 16- bis 19-jährige. Es sowieso
> unrealistisch zu glauben, dass man Jugendliche in diesem Alter von solchen
> Seiten schützen kann
Full ACK.
> ... Zudem habe ich noch eine grosse
> englische [2] sowie eine deutsche [3] Blacklist gefunden. Dadurch habe ich
> immerhin schon 70'000 URLs geblockt (Google liefert ja bei der Eingabe von
> "sex" nur 213 Mio. Treffer, viel fehlt also nicht mehr *g*).
Na dann,
meinst Du, die kannst Du vor Schilderungen bewahren, die ihr RealLife
untertreffen?
Wichtiger wär mir an Deiner Stelle, dass sie nicht Dein Equipment alle 2
Tage schroten.
Wolfgang
Vor allem muss man es nicht.
Gruss
Bernd
>Oder anders gefragt: Dürfen die Schutzbefohlenen auch ohne Aufsicht in
>der Chemiesammlung stöbern?
Das triffts recht gut. Wo das traditionelle Bewusstsein Gefahren wittert
(Turnhalle, Chemiesammlung, Musikinstrumente, Pausenhof), ist
persönliche Aufsicht durch Lehrekräfte vorgesehen. Kaum geht es um
Computer, phantasieren die Leute von elektronischen Cybernannies.
In Wirklichkeit bräuchte es Lehrkräfte, denen die Schüler/innen in
puncto Computerkenntnissen und Medienkompetenz nicht ohne Weiteres
enteilen. Die wüssten dann auch, dass Filter immer meilenweit hinter der
Wirklichkeit her sind und eher durch "false positives" auffallen, als
durch die Unterbindung unerwünschter Inhalte.
Natürlich filtere ich dort, wo ich zuständig bin, ebggra und ein paar
ähnlich unappetitliche Seiten, aber ich gebe mich nicht der Illusion
hin, auf diese Weise das Experimentierfeld neugieriger Schüler
grundsätzlich einschränken zu können.
Pädagogik lässt sich nicht durch Rechneradministration ersetzen.
--
Freundliche Grüße - Wolfgang Schmidhuber - www.wschmidhuber.de
DANKE! für diesen Beitrag.
Es ist unerträglich, ständig lesen zu müssen, "ja, wir wissen, dass
Filterung nicht funktioniert, aber wir machen es jetzt halt trotzdem,
wie krieg ich den Filter jetzt rein".
Viele Grüße,
VB.
--
"Es gibt gute Gründe den Netzzugang als erstes auf einen (Screening)
Router zu leiten. Dieser Router schützt (auf seiner Ebene) alles
dahinter - auch Firewalls." - Georg Dingler über den Microsoft ISA Server
auf de.comp.security.misc
Aber andere Frage -- *wie* oeffentlich? Soll heissen steht das Ding
irgendwo in der Ecke wo ansonsten keiner was sehen kann ist die
Wahrscheinlichkeit in Ruhe mal wirklich interessante sites besuchen
zu koennen ja hoeher als wenn einem permanent jeder ueber die
Schulter schauen kann.
Bildschirm und Lautsprecher und Lautstaerke voll aufgedreht waere
eine weitere Methode, denn eindeutige Geraeusche die durchs
Gebaeude hallen ... na peinlich halt.
> Wenn natürlich schon jemand ähnliche Projekte realisiert hat, bin ich auch
> für andere Anregungen dankbar. Ein Proxy-Server muss nicht die ideale Lösung
> sein.
[-]
Es hilft zumindest. Squid ist ein frei erhaeltlicher Proxy und bekannte sites
wie die von Playboy oder Persian Kitties oder auch bekannte Viren und Wurm
verseuchte Orte im Internet zu blockieren kann sicher nichts schaden.
Eine rein technische Loesung allerdings die 100% funktioniert gibt es nicht,
also auf einen gewissen Anteil an menschlicher Kontrolle einstellen,
Juergen
Sabine Sauer <Sabin...@web.de> wrote:
> Jens Link schrieb:
>> John Naughton macht in "A Brief History of the Future" einen
>> interessanten Vorschlag: Anstatt irgendwelche obskure, nicht
>> funktionierende Software auf den Rechnern der "lieben kleinen" zu
>> installieren setzt man den Surf-PC lieber ins Wohnzimmer, wo ihn dann
>> die Eltern im Blick haben. Für deine Situation angepasst: Ohne
>> Aufsichtsperson wird das nichts. Soziale Probleme lassen sich nur sehr
>> eingeschränkt durch Technik lösen
> Und wenn Dir als IT-Verantwortlicher in einer SCHULE oder einem BETRIEB
> jemand draufkommt, dass Du nicht die MARKTÜBLICHEN Vorsichtsmaßnamen
> getroffen hast um Schutzbefohlene von "Pfui"-Seiten etc fernzuhalten,
> dann gehst Du halt nach dem neuesten Gesetz mal eben kurz ins
> Gefängniss.
"Internet nur unter Aufsicht" ist eine Moeglichkeit, die zumindest
genausogut wie irgendeine obskure Filtersoftware funktioniert (solange
die Aufsicht nicht pennt). "Marktueblich" duerften die meisten filtern-
den Proxies noch nicht sein, also braucht man gar keinen? Ausserdem
wandert man vermutlich durch unzureichende Filter schneller hinter
Gitter als durch "gar keine Filter" (so verrueckt das auch klingen mag).
> Viel Spaß ohne entsprechende Software beim nächsten Elternabend!
> Den wird der Ursprungsposter mit Deinen Vorschlägen haben.
AFAIK wurde das Thema bereits mehrfach diskutiert, und IIRC ist es laut
aktueller Gesetzeslage durchaus nicht sicher, dass man mit einer solchen
Filtersoftware rechtlich wirklich besser da steht als ohne eine solche.
Tschuess,
Juergen Ilse (jue...@usenet-verwaltung.de)
[Schmuddelseiten]
> "Internet nur unter Aufsicht" ist eine Moeglichkeit, die zumindest
> genausogut wie irgendeine obskure Filtersoftware funktioniert (solange
> die Aufsicht nicht pennt).
Ich lese diese Auffassung immer wieder - nur: auch Kinder haben ein
Recht auf Privatsphäre, auch beim Surfen. Es geht einen Lehrer m.E.
einen Schei* an, was sich seine Schüler gerade ansehen. Ich möchte
nicht, daß Kinder sich an die Omnipräsenz eines Aufpassers, ob es Lehrer
Müller oder Regierungspräsident(?) Büssow ist, gewöhnen.
Kompetenz bei den Kindern läßt sich mit einem Aufpasser wohl ebensowenig
wie mit einem Filter erreichen, denke ich.
Rainer
--
Ein Pessimist ist ein Mensch, der das schlimmste erhofft und auf
das Beste gefasst ist.
(Werner Kraus)
Mit dem gleichen Argument sprichst du dann aber auch gegen jedigliche Filter,
weil du dann den Kindern auch das Recht auf pr0n-seiten lassen musst. Man muss
aber IMHO Kindern beibringen, wie sie verantwortungsvoll mit dem Internet
umgehen muessen, bevor man sie alleine darauf los laesst, und das ist die
Aufgabe der Eltern und evt. auch der Schule.
Man wuerde ja auch nie auf die Idee kommen "auch Fahrschueler haben ein Recht
auf Privatsphaere, die muessen auch alleine mit dem Auto durch die Gegend
gurken koennen".
FaUl
--
[Felix von Leitner in dcsm]
SuSE verscheuert eine Bastardisierung eines zusammenkopierten
Softwarehaufens, wo zufällig auch der Linux Kernel drin vorkommt.
Richtig. Freiwillig tut sich das auch kein Lehrer an.
Dumm nur, dass eben dieser Lehrer dann zur Verantwortung
gezogen wird, wenn sich die Kids $BOESE_SEITE angesehen haben,
und zwar von $ERZ_BERECHTIGTEN genauso wie von $VORGESETZTEN.
> Kompetenz bei den Kindern läßt sich mit einem Aufpasser wohl
> ebensowenig wie mit einem Filter erreichen, denke ich.
Stimmt. Sollte mal den Gesetzgebern gepostet werden.
Gruss Stevie
> Rainer Sokoll schrieb:
> > Ich lese diese Auffassung immer wieder - nur: auch Kinder haben ein
> > Recht auf Privatsphäre, auch beim Surfen. Es geht einen Lehrer m.E.
> > einen Schei* an, was sich seine Schüler gerade ansehen. Ich möchte
>
> Richtig. Freiwillig tut sich das auch kein Lehrer an.
> Dumm nur, dass eben dieser Lehrer dann zur Verantwortung
> gezogen wird, wenn sich die Kids $BOESE_SEITE angesehen haben,
> und zwar von $ERZ_BERECHTIGTEN genauso wie von $VORGESETZTEN.
Es kommt ja schlimmer: Schweinskram mag ja für die Aufsichtsperson auf
den ersten Blick erkennbar sein, nicht aber unbedingt tetxuelle
Präsentation - nehmen wir mal nur zum Beispiel irgendwelche Nazi-Foren.
Der Lehrer müßte, will er seiner Aufsichtspflicht nachkommen, mitlesen.
Das ist aber technisch unmöglich und sicher weder von den Schülern noch
vom Lehrer gewünscht.
Andererseits läuft der Lehrer aber Gefahr, sich zumindest einige
Schwierigkeiten einzuhandeln, wenn er seiner Aufsichtspflicht nicht
nachkommt. Aber: es ist schlichtweg unmöglich.
Von daher kann ich verstehen, daß kaum jemand beaufsichtigen möchte und
eher eine Filterlösung bevorzugt.
Der einzig mir denkbare Ausweg wäre ein Fach Medienkompetenz
(meinethalben auch im Rahmen des Sozialkundeunterrichts.
Rainer
F'up bitte geeignet setzen, wenn gewünscht.
--
Behuete uns Gott vor den schlimmsten Menschen, die es gibt, den Korrekten.
(Paul de Lagrade)
Was Schueler aber mit dem Eigentum und auf Kosten der Schule
machen sehr wohl.
Zu Rechten gehoeren halt auch Pflichten.
> Ich möchte nicht, daß Kinder sich an die Omnipräsenz eines Aufpassers,
> ob es Lehrer Müller oder Regierungspräsident(?) Büssow ist, gewöhnen.
> Kompetenz bei den Kindern läßt sich mit einem Aufpasser wohl ebensowenig
> wie mit einem Filter erreichen, denke ich.
[-]
Du hast die Eltern in Deiner Aufzaehlung vergessen,
Juergen
> Oder schauen sich eine Webseite mit 'ner nackten Titte oder einer
> Vagina an schon werden sie zu Vergewaltigern und Frauenhassern.
Viel schlimmer. Sie kommen aus Versehen auf
http://www.guido-westerwelle.de/
und werden schwul.
Gruesse, Lothar
--
Lothar Kimmeringer E-Mail: spam...@kimmeringer.de
PGP-encrypted mails preferred (Key-ID: 0x8BC3CD81)
Always remember: The answer is forty-two, there can only be wrong
questions!
> begin Florian Weimer <f...@deneb.enyo.de> wrote:
>> * Juerg Sommer:
>
>>> Leider habe ich diesbezüglich noch keine Erfahrung. Kennt jemand einen
>>> Proxy-Server, der sich automatisch mit irgendwelchen Blacklists abgleicht?
>
>> <http://www.belwue.de/services/wwwproxy.html>
>
> Abgesehen davon, das ich der Meinung bin, der Fragesteller sollte sein
> Konzept noch mal überdenken, die Frage:
>
> Wer darf darauf zugreifen? Man muß dort registriert sein, oder?
Ich kenne nicht den rechtlichen Rahmen, innerhalb dessen das BelWü
operiert -- weder die Lizenzbedingungen für den Proxy, noch die
Vorgaben, was Kunden außerhalb von Baden-Württemberg betrifft.