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DDR-Mukke fuer Wessis

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M. Opatz

ungelesen,
04.10.2000, 03:00:0004.10.00
an
wolf...@w350zrz.zrz.TU-Berlin.DE (Wolfgang Schwanke) wrote:
>Vielleicht interessiert es ja wen, oder regt ne Diskussion an.
>Wenn nicht dann halt nicht.
>
>Vor kurzem habbich fuer jemandem aus dem tiefsten Wessiland
>CDs mit DDR-Musik zusammengestellt, da er nach eigenem
>Bekenntnis keine Ahnung davon hatte. Sind 3 Stueck geworden,
>1 70er und 2 80er Jahre, und davon sind auch noch Kopien
>an einige andere Leute gegangen.
>
>Kriterien sollten sein:
>
>- "Offiziell", d.h. noch vor der Wende auf Amiga erschienen oder
> im Radio gespielt
>- Gefaellt mir
>- Im Westen nicht sehr bekannt ... z.B. das ganze NDW- und
> Elektro-Zeugs, ist dort kaum bekannt dass es sowas ueberhaupt gab
>
>Bei den 70er Jahren musste ich etwas strecken, ist auch nicht so
>meine Musik. Die anderen beiden haben mehr Spass gemacht.
>
>Hier die Trackliste:
>
>CD 1
>
>Nina Hagen - Farbfilm
>Nina Hagen - Ich bin da gar nicht pingelig
>Puhdys - Alt wie ein Baum
>Puhdys - Lebenszeit
>Puhdys - Wenn ein Mensch lebt
>City - King vom Prenzlauer Berg
>City - Meister aller Klassen
>City - Am Fenster
>Magdeburg - Wenn ich 2 Leben haett
>Magdeburg - Ebbe und Flut
>Magdeburg - Verkehrte Welt
>Karat - Albatross
>
>CD 2
>
>Petra Zieger - Schmusen auf dem Flur
>Juckreiz - FKK
>Pankow - Egal
>Pankow - Werkstattsong
>Pankow - Lied von der See'nsucht
>Mona Lise - Heute
>Christin D - Hungrige Augen
>Rockhaus - Disco in der U-Bahn
>Rockhaus - Ich muss darueber quatschen
>Puhdys - Computer-Karriere
>Puhdys - Jahreszeiten
>Annett Navall - Streicheln
>Pop Projekt - Rain in Champagne
>Pop Projekt - Electric Boogie
>Casi Mosi - Schniegli Normali
>Thomas Lueck - Mannequin
>
>
>CD 3
>
>Silly - Mont Klamott
>Silly - Bataillon d'amour
>Silly - Die Ferne
>Annett Navall - Ohne mich
>Stern Meissen - Wir sind die Sonne
>Jessica - Ich beobachte dich
>Berluc - No bomb
>Neumis Rock Circus - Nachbarinnen
>AG Geige - Maximale Gier
>AG Geige - Triebwerk
>AG Geige - Felix
>Sandow - Born in GDR
>Die Art - Eternal Fall
>Herzbuben - Farbfilm
>
>
>A propos, was ist aus Annett Navall geworden? Gibt's die noch?
>Die Lieder waren nicht ohne.
>
>Gruss
>--
> wo...@techno.de+wo...@berlin.snafu.de+http://www.snafu.de/~wolfi/+IRC:wolfi
>
> Schon mancher wurde angemeckert, weil andre er mit Eis bekleckert

--
_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de

M. Opatz

ungelesen,
04.10.2000, 03:00:0004.10.00
an
Wolfgang Schwanke hat DDR-Rockmusik zusammengestellt


Hallo Wolfgang,
Deine 70er Auswahl ist bestimmt ein wenig einseitig.
Die führenden Gruppen neben den Puhdys (und meiner
Meinung auch die besseren) waren Lift, Electra und anfangs auch Renft.
Lift und Electra fehlen auch in den 80ern.
Prinzipiell aber ein tolle Sache, die Jungs von einst hinter der Mauer mal ein
bißchen zu bilden (wenn sie dies zuzlassen).


Matthias


P. S. Sorry für das andere Posting (voreiliger Tastenklick).

Lars Gebauer

ungelesen,
04.10.2000, 03:00:0004.10.00
an
* M. Opatz wrote:

> Die führenden Gruppen neben den Puhdys (und meiner
> Meinung auch die besseren) waren Lift, Electra und anfangs auch
> Renft. Lift und Electra fehlen auch in den 80ern.

Was ich auch vermisse ist Pond (Auf der Seidenstrasse). Ist das
eigentlich noch irgendwo zu bekommen?

> Prinzipiell aber ein tolle Sache, die Jungs von einst hinter der
> Mauer mal ein bißchen zu bilden (wenn sie dies zuzlassen).

ACK.

Gruss - Lars
--
bogh tlhlnganpu', Suvwl'pu' moj, Hegh.
Klingonen werden geboren, fuehren ein Kriegerleben und sterben.

Frank Nicolai

ungelesen,
04.10.2000, 03:00:0004.10.00
an
On 4 Oct 2000 10:56:11 GMT, geb...@telda.net (Lars Gebauer) wrote:

Hallo Lars

>Was ich auch vermisse ist Pond (Auf der Seidenstrasse). Ist das
>eigentlich noch irgendwo zu bekommen?

Ich hab die Pond-LP da - mail mich an...

Nic

Ulrike Wolfram

ungelesen,
05.10.2000, 03:00:0005.10.00
an

>
> Was ich auch vermisse ist Pond (Auf der Seidenstrasse). Ist das
> eigentlich noch irgendwo zu bekommen?

Auf ost-web.de sind CD´s von Pond verzeichnet.

Ulrike


Sent via Deja.com http://www.deja.com/
Before you buy.

Ulrike Wolfram

ungelesen,
05.10.2000, 03:00:0005.10.00
an

> Wolfgang Schwanke hat DDR-Rockmusik zusammengestellt
>

> P. S. Sorry für das andere Posting (voreiliger Tastenklick).

...und von mir sorry wegen falscher Zitierung:Das Ursprungsposting ist
weg.

Warum haben denn die Westverwandten keine Kenntnis von der DDR-
Rockmusik?
Nach meinem Kenntnisstand war das Hören von DDR-Rundfunk in der BRD
NICHT ausdrücklich verboten.
Warum müssen "wir" hier im Osten den letzten Pups, der jemals im Westen
erzeugt wurde, kennen - während umgekehrt mit einer lächerlichen
Arroganz Unkenntnis erkennbar wird?
(Das Wort "lächerlich" in diesem Zusammenhang habe ich mir von Walter
Kempowski geborgt.)
Die DDR lag nicht auf dem Mond, mit etwas gutem Willen hätte man sich
im Westen jederzeit umfassend informieren können. Aber "man" hat sich
ja lieber mit sich selbst bzw. dem westlichen Ausland beschäftigt.

Ulrike, die sich von Anteil heuchelnden Westlern nicht mehr
beeindrucken läßt.

(Benedict, bitte weghören, Du bist nicht gemeint)

M. Opatz

ungelesen,
05.10.2000, 03:00:0005.10.00
an
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:


> Warum haben denn die Westverwandten keine Kenntnis von der
> DDR-Rockmusik?
> Nach meinem Kenntnisstand war das Hören von DDR-Rundfunk
> in der BRD NICHT ausdrücklich verboten.
> Warum müssen "wir" hier im Osten den letzten Pups, der
> jemals im Westen erzeugt wurde, kennen - während umgekehrt
> mit einer lächerlichen Arroganz Unkenntnis erkennbar wird?

> [...]


Warum denn in die (zeitliche) Ferne schweifen, die
Unkenntnis (besser: das Nicht-Kennen-Wollen) liegt doch
so nah.


Ich nehme an, es war ein ziemlicher Rechercheaufwand, bevor
Welt am Sonntag vor einem Jahr eine Handvoll Ostdeutscher
verschiedenen Alters und Geschlechts, die noch nie im Westen
waren, präsentieren konnte.
Eine ältere Frau darunter wurde spontan von einem West-
Ehepaar eingeladen, die Reise fand jetzt statt, und WamS
berichtete darüber. Dabei stellte sich heraus, dass die Frau
schwerbehindert ist und überhaupt nicht gereist ist (also
auch vor dem Mauerfall nicht, auch nicht innerhalb des
Ostens).


Um Wessis zu finden, die noch nie im Osten waren, genügt vermutlich eine 5-
Minuten-Umfrage im Zentrum einer beliebigen
westdeutschen Großstadt.


Matthias

Kai Thiessenhusen

ungelesen,
05.10.2000, 03:00:0005.10.00
an
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:


:> Wolfgang Schwanke hat DDR-Rockmusik zusammengestellt

: ...und von mir sorry wegen falscher Zitierung:Das Ursprungsposting ist
: weg.

: Warum haben denn die Westverwandten keine Kenntnis von der DDR-
: Rockmusik?

Weil es sie nicht interessiert hat?
Weil es einfach nicht im Radio kam?

Ich vermute mal, dass es auch jede Menge gute polnischer Rockmusik
gibt, von denen Du und ich nie etwas hörten.

: Nach meinem Kenntnisstand war das Hören von DDR-Rundfunk in der BRD
: NICHT ausdrücklich verboten.

Ich glaube, die Leute richtig im Westen konnten technisch
gar kein Ostradio hören.

: Warum müssen "wir" hier im Osten den letzten Pups, der jemals im Westen


: erzeugt wurde, kennen - während umgekehrt mit einer lächerlichen
: Arroganz Unkenntnis erkennbar wird?

Das ist eine Sache, wo ich ebenfalls sehr empfindlich bin.

Aber insofern finde ich es gerade gut, wenn es Leute gibt, die
doch Interesse haben, wie es bei uns lief, und ich finde
an Wolfgangs Aktion nichts zu kritisieren (ausser dem Geschmack,
natuerlich).

: Die DDR lag nicht auf dem Mond, mit etwas gutem Willen hätte man sich


: im Westen jederzeit umfassend informieren können. Aber "man" hat sich
: ja lieber mit sich selbst bzw. dem westlichen Ausland beschäftigt.

Tja. Und die meisten tun's immer noch so.

Kai

Gerald Endres

ungelesen,
05.10.2000, 03:00:0005.10.00
an
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

>Warum müssen "wir" hier im Osten den letzten Pups, der jemals im Westen
>erzeugt wurde, kennen - während umgekehrt mit einer lächerlichen
>Arroganz Unkenntnis erkennbar wird?

Hallo Ulrike,
kennst Du "The Can" oder "Amon Düül II"?

Westen ist ist ja nicht gleich Westen, da muss man Unterscheiden
zwischen Rock aus USA/Großbritannien und der westdeutschen Produktion.
Die alte Bundesrepublik kam dabei auch nur ganz selten über
Provinzniveau heraus.
Technisch war es für einen Westler außerdem nicht so einfach,
irgendetwas vom Ost-Rock mitzukriegen. Die DDR wurde von den
Westsendern aus den Zonenrandgebieten und aus Westberlin systematisch
beschallt, Ihr habt also außer in ein paar Regionen West-Radio hören
können. Umgekehrt war DDR-Funk (auf UKW) und damit auch DDR-Rock bei
uns nur in den hinterwäldlerischen Grenzgebieten und in Berlin zu
empfangen.

Als ich damals nach West-Berlin zog, war es erst mal was ganz
Exotisches, DDR-Radio zu hören. Irgendwann war es dann doch nicht mehr
so spannend, und was die Musik anging: Für mich konnte ja auch die
westdeutsche Produktion nicht gegen einen Jimi Hendrix, gegen Cream
etc. anstinken, die war nur Provinzgedudel. - Tja, und so ähnlich
wirkte auf mich eben auch das, was im Ostsender lief. Und wenn mir
dann schon wieder einer ins Ohr trällerte, dass ich über sieben
Brücken gehen müsste, dann habe ich eben auf der Skala
weitergekurbelt.
Also: Für die meisten in meiner Generation war die Rock-Musik aus
Deutschland-West und -Ost gleichermaßen reichlich uninteressant, und
die wenigesten hatten überhaupt eine Gelegenheit, Ost-Rock zu hören.

Gruß
Gerald

--
http://www.boen-end.de

Ulrike Wolfram

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an

> : Warum haben denn die Westverwandten keine Kenntnis von der DDR-
> : Rockmusik?
>
> Weil es sie nicht interessiert hat?

Ach? Die "Brüder und Schwestern" hat es also nicht interessiert?

> Weil es einfach nicht im Radio kam?

Es gab Mittelwelle, die reichte bis sonstwo.
Wir bekamen in Stralsund auch kein Westradio auf UKW


> Ich vermute mal, dass es auch jede Menge gute polnischer Rockmusik
> gibt, von denen Du und ich nie etwas hörten

Evtl. bildeten wir mit Polen auch keine Nation

> Ich glaube, die Leute richtig im Westen konnten technisch
> gar kein Ostradio hören.

Mittelwelle, siehe oben.

Ulrike

M. Opatz

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:
>
>> Ich vermute mal, dass es auch jede Menge gute polnischer >> Rockmusik gibt,
von denen Du und ich nie etwas hörten
>
> Evtl. bildeten wir mit Polen auch keine Nation


Naja. Das zwar nicht, aber irgend sowas ähnliches ;-)
Na, mal im Ernst.
In der DDR waren die beiden D.s de jure zwei Nationen.
De facto haben das viele hier anders gesehen.
In der BRD waren die beiden D.s de jure eine Nation.
De facto haben das viele dort anders gesehen.
Ich nehme es keinem Westdeutschen übel, wenn er die DDR
damals als Ausland angesehen hat.
Nur, wenn er heute immer noch nicht merkt, das es keines
mehr ist.
Zum Beispiel, wenn beim Olympiasieg von Nils Schumann
(Thüringen) auf die Traditionslinien irgendwelcher
mittelmäßigen Mittelstreckler aus Westdeutschland (ich hatte
die Namen noch nicht gehört, wenn sie OS, WM oder EM gewonnen
hätten, hätte ich sie gekannt, auch wenn es vor meiner Zeit
gewesen wäre), nur nicht auf die Weltklasse-Mittelstreckler
aus Thüringen (z. B. Manfred Matuschewski 2xEuropameister 800
m, Dieter Fromm 1xEM 800 m, Klaus-Peter Justus 1xEM 1500 m).
Nur mal als Bleistift.

Kai Garlipp

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an

Kai Thiessenhusen wrote:
>
> : Nach meinem Kenntnisstand war das Hören von DDR-Rundfunk in der BRD
> : NICHT ausdrücklich verboten.
>

> Ich glaube, die Leute richtig im Westen konnten technisch
> gar kein Ostradio hören.

Auch wenn die grenznahen Sender wie Brocken oder Inselsberg
(entsprechende Antennengeometrie vorausgesetzt) auch weit den den Westen
gestrahlt haben (Kleinstsender wie heute mit ein paar Watt waren damals
praktisch unbekannt) so waren doch weite Teile des Altbundesgebietes
nicht über UKW versorgt.

Und in beiden deutschen Staaten hat man nach dem Krieg sehr schnell auf
die UKW Verbreitung gesetzt da viele MW und LW Frequenzen für
Deutschland von den Allierten besetzt waren und deshalb nicht genügend
Kapazität für mehrere Senderketten zur Verfügung stand. Deshalb hatte
die MW hierzulande auch nicht mehr diese Bedeutung auch wenn es immer
wieder Sender gab und gibt die teilweise nur exklusiv über die
Mittelwelle zu hören waren (wie Ferienwelle, Deutschlandfunk, Luxemburg,
Soldatensender, Freiheitssender, Powerradio und was gerade aus
Schwe^WWöbbelin ausgestrahlt wird um nur mal ein paar Beispiele zu
nennen).

Bye Kai


Ulrike Wolfram

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an

> Ich nehme es keinem Westdeutschen übel, wenn er die DDR
> damals als Ausland angesehen hat.

Ich schon!
Sehr!

Gerald Endres

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> schrieb:

>Es gab Mittelwelle, die reichte bis sonstwo.
>Wir bekamen in Stralsund auch kein Westradio auf UKW


Hallo Ulrike,
hast Du Musik auf Mittelwelle gehört?

M. Opatz

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
Gerald Endres wrote:
> Ulrike Wolfram schrieb:

>> Es gab Mittelwelle, die reichte bis sonstwo.
>> Wir bekamen in Stralsund auch kein Westradio auf UKW
>
>Hallo Ulrike,
>hast Du Musik auf Mittelwelle gehört?


Hallo Gerald,
bist Du, bevor Du überhaupt ein Auto lenken konntest,
nicht auch Dreirad, Roller und/oder Fahrrad gefahren?
SNRC


In Sachsen kam der RIAS _nur_ auf Mittelwelle an,
bei Radio Luxemburg war Kurzwelle (!) angesagt!

Ulrike Wolfram

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an

>
> In Sachsen kam der RIAS _nur_ auf Mittelwelle an,

Bei uns auch.

> bei Radio Luxemburg war Kurzwelle (!) angesagt!


Auch im Westen!
Die haben doch jede Woche einen Telefunken Partner Universal verlost:
"Mit der grünen Radio-Luxembuerg-Taste"
(Stabilisierung )

Ulrike, die sich ganz sicher nicht dafür entschuldigen wird, in ihrer
Jugend NICHT ukw gehört zu haben, das wäre auch mit dem Stern-Party
nicht möglich gewesen: Der hatte nur KW/MW.

M. Opatz

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:
>
>
>> Ich nehme es keinem Westdeutschen übel, wenn er die DDR
>> damals als Ausland angesehen hat.
>
>Ich schon!
>Sehr!
>
Du konntest ja auch nicht die Grenzübertritte BRD/Österreich,
BRD/Schweit und BRD/DDR vergleichen (ich hab einfach mal nur
deutschsprachige Länder genannt) vergleichen (ich auch nicht).
Nur _ein_ Beipsiel.
Vielleicht hättest Du dann mehr Nachsicht.
Ich hab übrigens bei deutsch-deutsch Sportvergleichen
immer auf die aus der DDR gehalten.
Und trau mich auch noch, das hier zu posten.

O.G. Schwenk

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
"M. Opatz" <ste...@web.de> schrieb:

>In der DDR waren die beiden D.s de jure zwei Nationen.
>De facto haben das viele hier anders gesehen.
>In der BRD waren die beiden D.s de jure eine Nation.
>De facto haben das viele dort anders gesehen.

>Ich nehme es keinem Westdeutschen übel, wenn er die DDR
>damals als Ausland angesehen hat.

Warum solltest Du das auch tun? De facto war die DDR deutlich
"auslaendischer" als Italien oder sonst irgend ein Land. Auslaendisch
im Sinne von fremd und sehr weit weg. Unerreichbar.

mfg
+ogs
--
O.G. Schwenk -> http://www.home.pages.de/~ogs/

M. Opatz

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
"O.G. Schwenk" wrote:
>"M. Opatz" schrieb:

>
>> Ich nehme es keinem Westdeutschen übel, wenn er die DDR
>> damals als Ausland angesehen hat.
>
> Warum solltest Du das auch tun? De facto war die DDR
> deutlich "auslaendischer" als Italien oder sonst irgend
> ein Land. Auslaendisch im Sinne von fremd und sehr weit
> weg. Unerreichbar.


Ja, sag ich doch. :)
Ein bißchen mehr Neugier, wie es bei den anderen Deutschen
so zugeht, wäre aber trotzdem schon damals wünschenswert
gewesen (trotz einiger dabei hinzunehmender Ärgernisse).
Und ist es noch heute.
Ich will das aber nicht verallgemeinern.

Ulrike Wolfram

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an

> Warum solltest Du das auch tun? De facto war die DDR deutlich
> "auslaendischer" als Italien oder sonst irgend ein Land. Auslaendisch
> im Sinne von fremd und sehr weit weg. Unerreichbar.

Alles klar. Ich habe dann auch keine Fragen zu dem Thema mehr.
Das Wiedervereinigungsgebot im Grundgesetz war dann also eine Farce.
Von Leuten, für die die DDR "Ausland" war, muß ich mir also heute
erzählen lassen, wie ich in der DDR gelebt habe. (Bzw. wie
ich "richtig" hätte leben müssen.)
Nix da!


(Alle Schreiber dieser NG sind NICHT gemeint)

Ulrike

O.G. Schwenk

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
"M. Opatz" <ste...@web.de> schrieb:
>"O.G. Schwenk" wrote:

>> Warum solltest Du das auch tun? De facto war die DDR
>> deutlich "auslaendischer" als Italien oder sonst irgend
>> ein Land. Auslaendisch im Sinne von fremd und sehr weit
>> weg. Unerreichbar.
>

>Ja, sag ich doch. :)

Nicht jede Antwort ist ein Einwand 8--)

>Ein bißchen mehr Neugier, wie es bei den anderen Deutschen
>so zugeht, wäre aber trotzdem schon damals wünschenswert
>gewesen (trotz einiger dabei hinzunehmender Ärgernisse).

Einige hinzunehmende Aergernisse? Du neigst zu Untertreibungen. Warum
sollte ein Mensch, der in alle Welt fahren kann, die Schikanen auf
sich nehmen, die es damals fuer Besuche in den Osten hinzunehmen galt?

Ich war frueher sehr oft in Berlin (West) und habe da dann
grundsaetzlich auch einen Tag in Berlin (Ost) verbracht. Es wurde
einem wirklich nicht leicht gemacht.

M. Opatz

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
"O.G. Schwenk" <sch...@mail.uni-mainz.de> wrote:
>
>"M. Opatz" <ste...@web.de> schrieb:

>
>>Ein bißchen mehr Neugier, wie es bei den anderen Deutschen
>>so zugeht, wäre aber trotzdem schon damals wünschenswert
>>gewesen (trotz einiger dabei hinzunehmender Ärgernisse).
>
> Einige hinzunehmende Aergernisse? Du neigst zu
> Untertreibungen. Warum sollte ein Mensch, der in alle Welt
> fahren kann, die Schikanen auf sich nehmen, die es damals
> fuer Besuche in den Osten hinzunehmen galt?


Ja, wegen der erwähnten Neugier, wie es bei den anderen
Deutschen so zugeht.


Die Schikanen (ich will die nicht bagatellisieren) waren in
der Regeln nach Grenzübertritt ausgestanden (okay, Du mußtest
dann irgendwann auch wieder zurück).


Aber dann warst du (gegenüber deinen hier lebenden
Landsleuten) deutlich privilegiert - aufgrund Deiner harten
Währung. Und der Zwangsumtausch mag zwar lästig gewesen sein,
aber die Dinge, in die du das geld günstig anlegen konntest,
hast Du ja in Berlin-Ost sicher selbst gesehen.


Du konntest (wenn Du wolltest) außerdem:
- feststellen, daß viele der geknechteten Kreaturen hier
trotzdem sehr nette und/oder kluge Menschen waren
- die Industrie- und Architekturverbrechen selbst sehen
- dieselben links liegenlassen und dafür viele unverdorbene,
einmalige, großartige Landschaften erleben
- auf den Spuren deutscher Kultur und Geschichte wandeln
- dir Dein Bild von diesem komischen Sozialismus machen, den
Du nur aus dem Fernsehen kanntest (ob zur Bestätigung oder
Korrektur, ist ja ganz nebensächlich)


Also, wie gesagt, es geht nur um ein bißchen Neugier stillen.
Mehr nicht.
Aber das setzt natürlich voraus, dass man welche hat(te).
Ich will sie Dir nicht absprechen, Du warst ja da.
Aber Du weißt, für wie viele die Grenzschikanen ein
Prima-Alibi für ihr Desinteresse waren.

Torsten Jerzembeck

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
Ulrike Wolfram schrieb:

>> Ich nehme es keinem Westdeutschen übel, wenn er die DDR
>> damals als Ausland angesehen hat.
>Ich schon!
>Sehr!

Denkst Du nicht, daß es dabei auch auf das Alter der jeweiligen Leute
ankommen kann?

Ich kann nur mich las Beispiel anbieten: 1974 geboren, relativ liberales
Elternhaus. Geboren und aufgewachsen in Nordwestfalen, keine 100 km von
der niederländischen Grenze entfernt. Keine Verwandtschaft in der DDR.
Als die Grenzen geöffnet wurden, war ich gerade 15 geworden und ging in
die 9. Klasse eines Gymnasiums. In Geschichte müßten wird damals, wenn
ich mich nicht verschätze, etwa bei der französischen Revolution gewesen
sein.

Hinzu kam bei mir noch, daß für meinen Vater als Polizisten aufgrund
seiner Stellung (er war stellvertretender Dienststellenleiter) Reisen in
den Ostblock zumindest anmelde-, ich meine bis auf Jugoslawien sogar
genehmigungspflichtig waren. Eine Reise "einfach so" wäre also zumindest
kompliziert gewesen.

Ich sage ganz ehrlich, daß für mich aus meiner Erfahrung heraus das, was
ich damals als "Deutschland" bezeichnet habe, hinter Lübeck, Helmstedt,
Bebra und Hof aufhörte. Es gab dann noch so eine Insel namens Berlin
(West), in der irgendwie manche Sachen anders waren (z.B. die Brief-
marken), die aber trotzdem irgendwie noch dazugehörte, und das war es.
Ich wußte zwar, wie die Grenze aussieht (nicht nur aus Büchern, wir
waren in der 6. Klasse auf Klassenfahrt in der Nähe der DDR-Grenze
gewesen und hatten eine Führung mit Erklärung vom Bundesgrenzschutz
bekommen), ich wußte auch, daß die Menschen jenseits dieser Grenze die
gleiche Sprache wie ich spachen, aber das taten Österreicher und
Schweizer schließlich auch. Die DDR war ein anderes Land, noch dazu
eins, in das ich in absehbarer Zeit nicht reisen würde und zu dem ich
keine Verbindungen hatte. Die nordfriesischen Inseln, der Bodensee,
Dänemark oder die Niederlande waren da viel interessanter, da war ich
wenigstens schon mal gewesen.

Irgendwann gegen Anfang 1989 fing die DDR dann auf einmal an, interess-
ant zu werden, ich achtete mehr auf die Berichterstattung in den Medien,
bekam durch Zufall einen Brieffreund, und die Entwicklung wurde richtig
spannend, aber so richtig kapiert, daß BRD und DDR wirklich Teil eines
Ganzen sind - ich meine, wirklich kapiert, nicht nur gelesen, gehört und
gelernt - habe ich es erst, als ich im Sommer 1990 in Berlin stand (auf
Klassenfahrt). Und selbst da konnte man zwar in den Ostteil rüber und
mußte auch nichts mehr umtauschen, aber trotzdem war da noch so vieles
anders...

Nimmst Du es mir immer noch übel, daß ich damals die DDR als Ausland
angesehen habe?

Beste Grüße aus D'dorf,

=ToJe=

P.S.: Dieses Jahr auf dem Weg in den Ostseeurlaub (erst 5 Tage
Stralsund, dann 5 Tage Ystad) ist es mir zum ersten Mal passiert, daß
ich kurz hinter der Landesgrenze von Schleswig-Holstein zu Mecklenburg-
Vorpommern aus dem Zugfenster geguckt und erst ein paar Kilometer später
gemerkt habe, daß ich schon in MV bin. Schön, daß das passiert ist.

--
Torsten Jerzembeck * Kiesselbachstraße 77 * D-40589 Düsseldorf
* Exil-Westfale * PGP public key ID: B74DB58D * MIME welcome * Generation Tux *

Kai Garlipp

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an

Torsten Jerzembeck wrote:
>
> P.S.: Dieses Jahr auf dem Weg in den Ostseeurlaub (erst 5 Tage
> Stralsund, dann 5 Tage Ystad) ist es mir zum ersten Mal passiert, daß
> ich kurz hinter der Landesgrenze von Schleswig-Holstein zu Mecklenburg-
> Vorpommern aus dem Zugfenster geguckt und erst ein paar Kilometer später
> gemerkt habe, daß ich schon in MV bin. Schön, daß das passiert ist.

Ist die Langsamfahrstelle durch die Vororte von Lübeck etwa schon
beseitigt? An dem schlechten Gleiszustand dort hat man nämlich immer
gleich gemerkt das man im Westen ist bzw gleich im Osten ist wenn das
Rattern nachgelassen hat (und das war mein erster Eindruck von
"Westgleisen" 1989/90).

Bye Kai


Gerald Endres

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
"M. Opatz" <ste...@web.de> schrieb:

>Du konntest (wenn Du wolltest) außerdem:
>- feststellen, daß viele der geknechteten Kreaturen hier
> trotzdem sehr nette und/oder kluge Menschen waren

Hallo Matthias,
so einfach war das nicht, wenn man keine Verwandten oder Freunde in
der DDR hatte. Wer nur mal schnell für einen Tag rüberfuhr, machte
eher die Erfahrung, dass viele Leute, die man traf, den spontanen
"Westkontakt" ziemlich rigoros abblockten. Das war natürlich nicht
immer so, aber an manchen Tagen hatte ich als Wessi in Ostberlin das
Gefühl als ich trüge ich ein Schild mit mir herum: "Vorsicht! Westler!
Kommunikation ist auf das unumgänglich Nötige zu beschränken!"

O.G. Schwenk

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
"M. Opatz" <ste...@web.de> schrieb:

>"O.G. Schwenk" <sch...@mail.uni-mainz.de> wrote:
>>
>> Einige hinzunehmende Aergernisse? Du neigst zu
>> Untertreibungen. Warum sollte ein Mensch, der in alle Welt
>> fahren kann, die Schikanen auf sich nehmen, die es damals
>> fuer Besuche in den Osten hinzunehmen galt?
>
>Ja, wegen der erwähnten Neugier, wie es bei den anderen
>Deutschen so zugeht.

Puh ...

>Die Schikanen (ich will die nicht bagatellisieren) waren in
>der Regeln nach Grenzübertritt ausgestanden (okay, Du mußtest
>dann irgendwann auch wieder zurück).

8--)) Erst musstest Du ueber diese Grenze erstmal kommen. Und wenn ich
mich recht erinnere, durfte man von Westberlin auch _nur_ nach
Ostberlin. Und es waren ja auch nur Tagesbesuche. So weit kommste da
nicht.

>Aber dann warst du (gegenüber deinen hier lebenden
>Landsleuten) deutlich privilegiert - aufgrund Deiner harten
>Währung.

Das ist jetzt aber kein Argument oder?

>Und der Zwangsumtausch mag zwar lästig gewesen sein,
>aber die Dinge, in die du das geld günstig anlegen konntest,
>hast Du ja in Berlin-Ost sicher selbst gesehen.

Ehrlich gesagt: Nein.
Mein Problem war meistens das Alu irgendwie wieder los zu werden.
Meistens habe ich mich auf Kultur und Sehenswuerdigkeiten
konzentriert. Das kostet nichts. Einkaufen wollte ich nichts. Essen
war zu billig, um den Tagessatz ausgeben zu koennen. Nach Fachbuechern
habe ich mich mal umgesehen. Es gab leider keine. Im allgemeinen habe
ich das Restgeld kurz vor der Ausreise einem Kind/Jugendlichen in die
Hand gedrueckt.

>Du konntest (wenn Du wolltest) außerdem:
>- feststellen, daß viele der geknechteten Kreaturen hier
> trotzdem sehr nette und/oder kluge Menschen waren

Ja, manche so nett und klug, dass sie einfach zur Seite gesehen haben,
wenn man sie nach dem Weg gefragt hat.

Gegenbeispiel: Ein einziges Mal ist mir (und einem Kumpel) in einem
Restaurant die passende Waehrung ausgegangen. Wir haben hoeflich
gefragt, ob wir den Rest in Westwaehrung bezahlen duerften. In der
westlichen Welt, mit Ausnahme der Schweiz, eine
Selbstverstaendlichkeit. Die Bedienung hat das laut und deutlich von
sich gewiesen. Etwas weniger laut hat sie uns dann erklaert, dass sie
uns das Essen schenken duerfe. Wir haben sie dann - ebenfalls halblaut
- gefragt, ob wir ihr auch was schenken duerften, Geld zum Beispiel.
Von Ohr zu Ohr lachend, hat sie uns dann erklaert, dass sie
selbstverstaendlich (Geld-)Geschenke annehmen duerfte, nur eben keine
Westwaehrung als Bezahlung ... 8--))

>- die Industrie- und Architekturverbrechen selbst sehen

Joh.

>- dieselben links liegenlassen und dafür viele unverdorbene,
> einmalige, großartige Landschaften erleben

In Ostberlin? Oder zum Beispiel die schwarze Pumpe? 8--)

>- auf den Spuren deutscher Kultur und Geschichte wandeln

Ja, aber auf keinem Fall vor einem Heldendenkmal rauchen. Das gab
maechtig Mecker mit einem Stechschrittmenschen ...

>- dir Dein Bild von diesem komischen Sozialismus machen, den
> Du nur aus dem Fernsehen kanntest (ob zur Bestätigung oder
> Korrektur, ist ja ganz nebensächlich)

So fuerchterlich viel kam ja im Fernsehen auch wieder nicht.

>Also, wie gesagt, es geht nur um ein bißchen Neugier stillen.
>Mehr nicht.
>Aber das setzt natürlich voraus, dass man welche hat(te).

Mal ganz ketzerisch: Warum sollte man es eigentlich haben? Inbesondere
juengere Menschen?

>Ich will sie Dir nicht absprechen, Du warst ja da.

Mehrmals, ja. Aber "spassig" war es wirklich nicht.

>Aber Du weißt, für wie viele die Grenzschikanen ein
>Prima-Alibi für ihr Desinteresse waren.

Das ist sicher richtig.

Ulrike Wolfram

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an

> Es gab dann noch so eine Insel namens Berlin
> (West), in der irgendwie manche Sachen anders waren (z.B. die Brief-
> marken)

...und wo die wirklich fortschrittlichen, diskursfähigen Leute lebten...

Übrigens muß Gedankenübertragung im Spiel sein: Ich habe gerade
Briefmarken gekauft, auf der Tüte stand "Jetzt CD-ROM mit allen
Briefmarken von D und Westberlin erhältlich". Da wollte ich hier
fragen, ob die etwa wirklich andere Briefmarken hatten. Das habe ich
nun wirklich nicht gewußt.


> Nimmst Du es mir immer noch übel, daß ich damals die DDR als Ausland
> angesehen habe?

Kann man hier nicht mal mehr populistische Rundumschläge verteilen,
ohne dass man sie gleich wieder relativieren muß?

>
> P.S.: Dieses Jahr auf dem Weg in den Ostseeurlaub (erst 5 Tage

>Stralsund)

Ohne meine Genehmigung?
Hm, und wie war´s ? Zu Stralsund muß man schon eine architektonisch
interessiertes Verhältnis haben, sonst wirkt´s wohl eher wie eine
Geisterstadt.

Gerald Fix

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
On Fri, 06 Oct 2000 14:10:48 +0200, "O.G. Schwenk"
<sch...@mail.uni-mainz.de> wrote:

>Warum solltest Du das auch tun? De facto war die DDR deutlich
>"auslaendischer" als Italien oder sonst irgend ein Land. Auslaendisch
>im Sinne von fremd und sehr weit weg. Unerreichbar.

Es ist bemerkenswert, dass es einzig die Ausländer waren, die nie
an der deutschen Einheit gezweifelt haben. In einem Test, der
wohl in den 70ern in verschiedenen Ländern durchgeführt wurde,
sollten Schüler deutsche Städte nennen. Das einzige Land, dessen
Schüler keine (kaum) DDR-Städte nannten, war die BRD ...

In der Schweiz, die sich zweitweilig durch eine auffällige
Deutschfeindlichkeit auszeichnete, waren die unbeliebtesten
europäischen Staaten die BRD und die DDR.

Dies war natürlich nie ein offizielles Thema. Im Vorfeld der
Fußballweltmeisterschafts-Begegnung DEUTSCHLAND - DDR (sic!)
waren die Kommentatoren sogar erstaunt, dass die DDR-Anhänger
beschimpft wurden. (Dies war nur ein Beispiel. Kein Grund, dieses
Beispiel zur Erwähnung des Namens S*a*w*ss*r zu nutzen! :-)


--
Viele Grüße, Gerald Fix

Dieter Bruegmann

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
-<[ Ulrike Wolfram * Fri, 06 Oct 2000 16:20:48 GMT ]>-

>Übrigens muß Gedankenübertragung im Spiel sein: Ich habe gerade
>Briefmarken gekauft, auf der Tüte stand "Jetzt CD-ROM mit allen
>Briefmarken von D und Westberlin erhältlich". Da wollte ich hier
>fragen, ob die etwa wirklich andere Briefmarken hatten. Das habe ich
>nun wirklich nicht gewußt.

Es waren IMHO immer die gleichen Serien wie in D, aber sie hatten die
Bezeichnung "Deutsche Bundespost Berlin".

Irgendwann nach der Wiedervereinigung durften wir unsere Bestände dann
gegen "normale" umtauschen.

Dieter
--
Dieter Brügmann, Berlin * die...@bruhaha.de * http://www.bruhaha.de/
ICH SAH ROT UND MACHTE BLAU. JETZT SIEHT MEINE ZUKUNFT SCHWARZ AUS.
(Disclaimer: http://www.bruhaha.de/disclaimer.html)

Torsten Jerzembeck

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
Kai Garlipp schrieb:

>Ist die Langsamfahrstelle durch die Vororte von Lübeck etwa schon
>beseitigt? An dem schlechten Gleiszustand dort hat man nämlich immer
>gleich gemerkt das man im Westen ist bzw gleich im Osten ist wenn das
>Rattern nachgelassen hat (und das war mein erster Eindruck von
>"Westgleisen" 1989/90).

Ich bin nicht über Lübeck gefahren, sondern via Büchen (von Düsseldorf -
Hannover - Hamburg kommend). Am Gleiszustand dort habe ich keinen
nennenswerten Unterschied feststellen können.

Grüße aus D'dorf,

=ToJe=

--

Torsten Jerzembeck * Kiesselbachstraße 77 * D-40589 Düsseldorf
* Exil-Westfale * PGP public key ID: B74DB58D * MIME welcome * Generation Tux *

SAP sind die Robin Hoods der Neuzeit. Sie berauben die wirklich Reichen
und verteilen das Geld unter ehemaligen Sozialhilfeempfängern, die sie
nett angezogen und zu SAP-Beratern umgeschult haben. (Kai Fett)

Torsten Jerzembeck

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
Ulrike Wolfram schrieb:

>Übrigens muß Gedankenübertragung im Spiel sein: Ich habe gerade
>Briefmarken gekauft, auf der Tüte stand "Jetzt CD-ROM mit allen
>Briefmarken von D und Westberlin erhältlich". Da wollte ich hier
>fragen, ob die etwa wirklich andere Briefmarken hatten. Das habe ich
>nun wirklich nicht gewußt.

Ja, hatten sie. Die Briefmarken von Berlin (West) und der BRD waren zwar
durchaus wechselseitig gültig und auch gemeinsam benutzbar, allerdings
hatte Berlin immer andere Motive (zunächst komplett, später zumindest
noch teilweise eigene Sondermarken), und auch die mit der BRD motiv-
gleichen Marken unterschieden sich in der Landesbezeichnung: Statt
"Deutsche Bundespost" trugen Berliner Briefmarken zuerst noch einige
Zeit "Deutsche Post Berlin", dann für eine(!) Ausgabe "Landespost
Berlin" und schließlich (ab Ende der 50er, IIRC) "Deutsche Bundespost
Berlin". Soviel ich weiß, trugen auch die Formulare der Post immer den
Zusatz "Berlin".


>> Nimmst Du es mir immer noch übel, daß ich damals die DDR als Ausland
>> angesehen habe?
>Kann man hier nicht mal mehr populistische Rundumschläge verteilen,
>ohne dass man sie gleich wieder relativieren muß?

Nö. Wo kämen wir denn da hin? ;->

>> P.S.: Dieses Jahr auf dem Weg in den Ostseeurlaub (erst 5 Tage
>>Stralsund)
>Ohne meine Genehmigung?

Oh, hätte ich mit meinem Reisepaß beim Ulrike-Kreisamt vorstellig werden
und mir eine Aufenthaltsgenehmigung eintragen lassen müssen? Hätte die
dann auch für RÜgen und Rostock gegolten? ;-)

Ernsthaft: Ich weiß nicht, ob ich Ende August schon dafddr gelesen habe,
und mit Sicherheit wußte ich da noch nicht, daß Du Stralsunderin bist.
Sonst hätte ich nämlich gefragt, ob wir (meine Liebste eingeschlossen)
uns mal hätten treffen können.

>Hm, und wie war´s ? Zu Stralsund muß man schon eine architektonisch
>interessiertes Verhältnis haben, sonst wirkt´s wohl eher wie eine
>Geisterstadt.

Es war interessant. Ich war 1996 schon mal in Stralsund gewesen, damals
allerdings nur für eine Nacht und alleine, auf einer Fahrradtour entlang
der Küste von Lübeck bis Rügen (und Südschweden, aber das ist eine
andere Geschichte). Ich fand Stralsund damals von der Anlage her schon
wunderschön, war erschrocken über den Verfall, der in der Stadt sichtbar
war, sah aber (oder meinte zu sehen) die Anzeichen einer beginnenden Re-
staurierung. Im Vorfeld hatte ich mich gefragt, wie Stralsund wohl jetzt,
vier Jahre später, aussehen würde.

Ich war gleichzeitig erfreut und enttäuscht. Erfreut, doch einige
Fortschritte und vor allem keine großen Sünden zu sehen, erfreut, daß
mein Lieblingsspeicher am Hafen (der mit dem Koggenrelief) und die
Eisenbahn-Klappbrücke mit den Brückendeckungssignalen im Hafen die Zeit
überlebt hatten. Enttäuscht, daß es trotz allem noch so viele Häuser
gibt, die es wert wären, erhalten zu werden und im neuen Glanz zu
erstrahlen, die im Moment aber einfach vernagelt sind und verfallen.

Wenn die Stralsunder Innenstadt irgendwann einmal komplett saniert und
restauriert sein wird, wird sie wunderschön sein, vielleicht die
schönste Stadt an der deutschen Ostseeküste. Bis dahin ist es noch ein
weiter weg. Aber ich werde bestimmt (spätestens) in ein paar Jahren
nochmal vorbeischauen und gucken, ob mein Lieblingsspeicher noch steht,
und abends von der Westmole aus nach Altefähr hinübersehen. Es ist
einfach wunderschön da.

Beste Grüße aus D'dorf,

=ToJe=

--
Torsten Jerzembeck * Kiesselbachstraße 77 * D-40589 Düsseldorf
* Exil-Westfale * PGP public key ID: B74DB58D * MIME welcome * Generation Tux *

Wegen Bauarbeiten an der Signatur ist zwischen dem Beginn der Signatur
und dem Ende des Postings Signatur-Ersatzverkehr eingerichtet.

Guenter Gruebler

ungelesen,
06.10.2000, 03:00:0006.10.00
an
Ulrike Wolfram schrieb:

> Ulrike, die sich ganz sicher nicht dafür entschuldigen wird, in ihrer
> Jugend NICHT ukw gehört zu haben, das wäre auch mit dem Stern-Party
> nicht möglich gewesen: Der hatte nur KW/MW.

dafuer hat man mit dem gerate alle möglichen sender reinbekommen. ohne
aussenantenne, also nur mit dem ferritstab.-
tolle kiste.


guenter

Martin Ebert

ungelesen,
06.10.2000, 18:46:2006.10.00
an
Dieter Bruegmann wrote:
> -<[ Ulrike Wolfram * Fri, 06 Oct 2000 16:20:48 GMT ]>-

> >Briefmarken von D und Westberlin erhältlich". Da wollte ich hier

> Es waren IMHO immer die gleichen Serien wie in D, aber sie hatten die


> Bezeichnung "Deutsche Bundespost Berlin".

Flasch.

Es gab
1) motivgleiche mit Deutsche Bundespost sowie Deutsche Bundespost Berlin
2) Motive NUR Deutsche Bundespost
3) Motive NUR Deutsche Bundespost Berlin

Martin Ebert

Dieter Bruegmann

ungelesen,
06.10.2000, 21:46:0506.10.00
an
-<[ Martin Ebert * Sat, 07 Oct 2000 00:46:20 +0200 ]>-

>Es gab
>1) motivgleiche mit Deutsche Bundespost sowie Deutsche Bundespost Berlin
>2) Motive NUR Deutsche Bundespost
>3) Motive NUR Deutsche Bundespost Berlin

Danke für die Aufklärung.

Dieter
--
Dieter Brügmann, Berlin * die...@bruhaha.de * http://www.bruhaha.de/

DIE GAENSE RUPFT MAN AUF DEM DORFE UND DIE BAUERN IN DER STADT.
(FRANKREICH)
(Disclaimer: http://www.bruhaha.de/disclaimer.html)

Ulrike Wolfram

ungelesen,
07.10.2000, 02:42:1107.10.00
an
> Für mich konnte ja auch die
> westdeutsche Produktion nicht gegen einen Jimi Hendrix, gegen Cream
> etc. anstinken, die war nur Provinzgedudel.

Gut, dass kann ich akzeptieren.

Ulrike Wolfram

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an

> Einige hinzunehmende Aergernisse? Du neigst zu Untertreibungen. Warum
> sollte ein Mensch, der in alle Welt fahren kann, die Schikanen auf
> sich nehmen, die es damals fuer Besuche in den Osten hinzunehmen galt?


Heute, am 7.10., wo bei manchem die DDR-Euphorie überbordet, habe ich
mal wieder in die Truhe mit der Stasi-Akte geschaut.
Ich mußte ernsthaft erbrechen. (Ist jetzt nicht übetrieben.)
In dem Reisezusammenhang muß ich nämlich leider auch konstatieren, dass
meine beiden lieben Freundinnen aus Schleswig-Holstein auf das Übelste
bespitzelt wurden. Wenn ich dann lese, dass operative Maßnahmen geplant
waren, um den Freundinnen durch Ereignisse die weiteren Besuche bei mir
zu verleiden, kann ich schon verstehen, dass mancher lieber nicht zu
uns gekommen ist. Übrigens wurde offensichtlich JEDER Brief, den wir
uns schrieben, akribisch gelesen. Was die Stasi nicht alles in die
Sätze hineininterpretiert hat! Ach, was soll´s. Es war eine übelste
Diktatur, und wer anderer Meinung ist, kann mich mal besuchen und mit
mir die Akte durchschauen. Wenn er dann Sätze liest wie: "Maßnahmen zur
psychischen Zersetzung der W. mit dem Ziel der Zwangseinweisung der W.
in eine psychiatrische Einrichtung scheinen nicht sinnvoll, da die W.
psychisch als stabil erscheint und außerdem in einer solchen
Einrichtung selbst arbeitet" - dann frage ich mich, was mir
glücklicherweise erspart geblieben ist. (Es gibt schlimmere Akten als
meine; der Satz: "Die operativen Maßnahmen wurden mit Erfolg
abgeschlossen, der X. beging Suizid" ist belegt.)
Vor einer Stunde ist mir auch bewußt geworden, warum ich die Usenet-
Abkürzungen konsequent vermeide: Die Stasi -Akten sind extrem schwer
lesbar, weil sie zum Großteil aus den verwirrendsten Abkürzungen
bestehen. Wer hat sich das nur ausgedacht.

Ulrike, die heute ganz gewiss nicht zu einer DDR-Party gehen wird.

Kai-Uwe Thiessenhusen

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
Ulrike Wolfram wrote:
>
> > : Warum haben denn die Westverwandten keine Kenntnis von der DDR-
> > : Rockmusik?
> >
> > Weil es sie nicht interessiert hat?
>
> Ach? Die "Brüder und Schwestern" hat es also nicht interessiert?

Kennst Du, nebenbei, *interessante* Rockmusik aus Nordrhein-
Westfalen? Hat etwa soviel Einwohner wie die DDR hatte.
<duck>Nena, BAP, Grönemeyer?</duck>

> > Ich vermute mal, dass es auch jede Menge gute polnischer Rockmusik
> > gibt, von denen Du und ich nie etwas hörten
>
> Evtl. bildeten wir mit Polen auch keine Nation

Ja sicher, insofern hinkt mein Vergleich. Aber, das was
die DDR-Rockmusik spezifisch macht, muß einen Außenstehenden
nicht zwingend nachvollziehbar sein.

Ich werfe "den" Westlern nicht vor, daß sie sich damals
nicht für die DDR interessiert hatten. Ich werfe allerdings
vielen, darunter auch vielen maßgeblichen Journalisten usw.
vor, daß sie sich auch heute nicht dafür interessieren, was
hier anders war/ist. Die Ignoranz vielerorten erschreckt
mich sehr.



> > Ich glaube, die Leute richtig im Westen konnten technisch
> > gar kein Ostradio hören.
>

> Mittelwelle, siehe oben.

Gut, technisch ja. Aber für die verwöhnten Westohren ist das
doch nix ;-).
Und wir haben ja Mittelwelle gehört, um nicht die DDR-Sender
hören zu müssen. Da kannst Du wirklich den Westlern vorwerfern,
daß sie das nicht taten.

Kai

Veith

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
Hi Ulrike,

> Heute, am 7.10., wo bei manchem die DDR-Euphorie überbordet,

uuups, hätte ich beinahe verpaßt. Danke!
Den 03.10. zum Feiertag zu machen, war gerade zu pfiffig:
Der Wessi trauert dem schönen Sommertag 17.06. hinterher und Hardcore-Ossi's
sagen, der 07.10., nur ein paar Tage eher ;)

> ....habe ich


> mal wieder in die Truhe mit der Stasi-Akte geschaut.

Du mußt ja ein "schlimmer Finger" gewesen sein!? Dieser Aufwand, bei dem
bekannten technolog. Rückstand der DDR (Stichwort: NADIS) ....

> Ulrike, die heute ganz gewiss nicht zu einer DDR-Party gehen wird.

Ich gehe auch nicht - zu viele Wessis.

Veith, der auch nicht gut drauf ist.
--
Die andere deutsche Luftwaffe: http://home.snafu.de/veith/


Ulrike Wolfram

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an

> Du mußt ja ein "schlimmer Finger" gewesen sein!? Dieser Aufwand, bei
dem
> bekannten technolog. Rückstand der DDR (Stichwort: NADIS) ....

Eigentlich war ich ein relativ "kleines Licht". Bißchen "Schwerter zu
Pflugscharen", bißchen Wehrdienstverweigerer beraten+betreut, bißchen
politische Kritik am Arbeitsplatz. Dafür der riesige Aufwand.
Diese schrecklichen Stasi-Formulare, wo eine Abkürzung die andere
jagt, wo es schreckliche Rubriken wie "zu erwartende Haftstrafe" gab.
Totale Postkontrolle usw.

Ulrike

Ulrike Wolfram

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an

> Ich werfe allerdings
> vielen, darunter auch vielen maßgeblichen Journalisten usw.
> vor, daß sie sich auch heute nicht dafür interessieren, was
> hier anders war/ist. Die Ignoranz vielerorten erschreckt
> mich sehr.

O.K., Du kannst alles besser (und durchdachter) formulieren als ich.
Dann brauche ich ja hier nicht mehr zu schreiben.
(Das war jetzt ein ehrliches [wenn auch merkwürdiges] Kompliment.)

O.G. Schwenk

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
wolf...@w350zrz.zrz.TU-Berlin.DE (Wolfgang Schwanke) schrieb:

>"O.G. Schwenk" <sch...@mail.uni-mainz.de> writes:
>
>>De facto war die DDR deutlich
>>"auslaendischer" als Italien oder sonst irgend ein Land. Auslaendisch
>>im Sinne von fremd und sehr weit weg. Unerreichbar.
>
>Das ist wirklich eine Frage der Optik oder eher der Ahnungslosigkeit.

Oder des Blickwinkels.

>Die DDR war nicht nur physisch & kulturell nah - naeher als Italien allemal -,

Fuer mich als Sueddeutschen war Oesterreich physisch & kulturell
deutlich naeher. Und Italien - zumindest nach Wegstrecke - nicht viel
weiter weg. Von der Fahrzeit nicht zu reden ...

>sondern ihre Existenz und naeheren Umstaende betrafen uns ziemlich direkt.

Wer ist hier "uns"?

>Das gilt fuer die grosse Ebene wie fuer die ganz kleine. Wie man das einfach
>nicht wahrnehmen kann, ist mir bis heute ein Raetsel.

Naja ... nicht wahrnehmen ... Dass ein Mensch - beispielsweise mit
Geburtsjahr 1970 - seine begrenzten zeitlichen und finanziellen
Ressourcen lieber in einem freundlichen Land mit Meer einsetzt, ist
fuer mich durchaus nachvollziehbar.

M. Opatz

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
Ulrike Wolfram schrieb:


> Eigentlich war ich ein relativ "kleines Licht".

[...]
> Dafür der riesige Aufwand ... Totale Postkontrolle usw.


Meinst Du jetzt auch Binnenpost?
Grenzüberschreibende Post (zumindest gen NSW) wurde
doch immer gelesen, oder?
Und deine Post aus der Binnenpost herauszufischen,
hieße, die gesamte Binnenpost zu kontrollieren.
Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen (damals
haben sich die Leute je wirklich noch Briefe
geschickt, im Unterschied zu heute).

M. Opatz

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
Ulrike Wolfram antwortete Kai-Uwe:

> O.K., Du kannst alles besser (und durchdachter) formulieren
> als ich.


Selbst wenn das stimmte, wäre das doch sehr schade:


> Dann brauche ich ja hier nicht mehr zu schreiben.

Frank Pospiech

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
Hallo,

kleine Ergänzung:

Dieter Bruegmann schrieb:

> -<[ Martin Ebert * Sat, 07 Oct 2000 00:46:20 +0200 ]>-
>
> >Es gab
> >1) motivgleiche mit Deutsche Bundespost sowie Deutsche Bundespost Berlin
> >2) Motive NUR Deutsche Bundespost
> >3) Motive NUR Deutsche Bundespost Berlin

Zwischen 1948 (damals mit Stempelaufdruck "BERLIN") und dem 27.09.1990
(letzte, Adolph Diesterweg gewidmete Marke der "Deutsche(n) Bundespost
Berlin") wurden 879 Werte in Berlin(West) emittiert. Im gleichen Zeitraum
waren es 1375 Emissionen der Deutschen Bundespost (Quelle: Michel-Katalog
2000)
Schon diese Zahlen deuten auf erhebliche Unterschiede der beiden postalischen
Gebiete hin.

Gruß
Frank

--
+----------------------------------------------------
| Frank Pospiech, Helmholtzstrasse 1, D-10587 Berlin
| Tel. +49 171 956 7254
| mailto:f.pos...@ieee.org
+----------------------------------------------------

Frank Pospiech

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
Hallo nochmal,

kleine Korrektur:

Frank Pospiech schrieb:

> Hallo,
>
> kleine Ergänzung:
>
> Dieter Bruegmann schrieb:
>

> > -<[ Martin Ebert * Sat, 07 Oct 2000 00:46:20 +0200 ]>-
> >
> > >Es gab
> > >1) motivgleiche mit Deutsche Bundespost sowie Deutsche Bundespost Berlin
> > >2) Motive NUR Deutsche Bundespost
> > >3) Motive NUR Deutsche Bundespost Berlin
>

> Zwischen 1948 (damals mit Stempelaufdruck "BERLIN") und dem 27.09.1990
> (letzte, Adolph Diesterweg gewidmete Marke der "Deutsche(n) Bundespost
> Berlin") wurden 879 Werte in Berlin(West) emittiert. Im gleichen Zeitraum
> waren es 1375 Emissionen der Deutschen Bundespost (Quelle: Michel-Katalog
> 2000)

Natürlich gab es nicht ab 1948 die "Deutsche Bundespost". Die erwähnten Marken
waren
- von 09/48 - 08/49 Marken der Alliierten Besetzung (Bi-, dann Trizone)
- ab 09/49 Marken der BRD
. 09/49 - 12/49 mit der Aufschrift "Deutsche Post"
. ab 07/50 mit der dann jahrzehntelang gültigen Aufschrift "Deutsche
Bundespost".

'tschldjung für die Ungenauigkeit.

Frank.

--
+----------------------------------------------------+


| Frank Pospiech, Helmholtzstrasse 1, D-10587 Berlin |
| Tel. +49 171 956 7254 |
| mailto:f.pos...@ieee.org |

+----------------------------------------------------+

BerndSCH54

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an

"Ulrike Wolfram" <ulrike_...@my-deja.com> schrieb im Newsbeitrag
news:8rk9i9$u9e$1...@nnrp1.deja.com...

>
>
> > Ich nehme es keinem Westdeutschen übel, wenn er die DDR
> > damals als Ausland angesehen hat.
>
> Ich schon!
> Sehr!
>
> Ulrike


als gebürtiger Ossi bin ich kein "Richtiger" Deutscher, so hat es man mir
schon oft ins Gesicht gesagt..... ich koennte hier noch mehr ausholen,
aber ich bin Optimist....:))

Dirk Moebius

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
"Veith" <ve...@snafu.de> writes:

>
> Hi Ulrike,
>
> > Heute, am 7.10., wo bei manchem die DDR-Euphorie überbordet,
> uuups, hätte ich beinahe verpaßt. Danke!
> Den 03.10. zum Feiertag zu machen, war gerade zu pfiffig:
> Der Wessi trauert dem schönen Sommertag 17.06. hinterher und Hardcore-Ossi's
> sagen, der 07.10., nur ein paar Tage eher ;)

Schon die christlichen Missionare wußten, daß neue Feiertage leichter
angenommen werden, wenn sie nur ein kleines bißchen von den heidnischen
solchen entfernt sind...

> > Ulrike, die heute ganz gewiss nicht zu einer DDR-Party gehen wird.
> Ich gehe auch nicht - zu viele Wessis.

Ich hab Besuch aus Kamerun und aus Jamaika - wir werden wohl nur reden und
Wein trinken, der 7.10. sagt ihnen wenig (der 3.10. aber auch nicht)

> Veith, der auch nicht gut drauf ist.

Dirk, ganz gut drauf heute

--
Torsten Gallus erklärt regenerative Energie in de.talk.tagesgeschehen:
"Erdölfelder regenerieren sich innerhalb weniger Jahre wieder! Probebohrungen
haben dieses immer wieder bewiesen!" <8q53ed$2qe$14$3...@news.t-online.com>

Dirk Moebius

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
"M. Opatz" <ste...@web.de> writes:

>
> Ulrike Wolfram schrieb:
>
>
> > Eigentlich war ich ein relativ "kleines Licht".
> [...]
> > Dafür der riesige Aufwand ... Totale Postkontrolle usw.
>
>
> Meinst Du jetzt auch Binnenpost?

sicher [deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst willen tun]

> Grenzüberschreibende Post (zumindest gen NSW) wurde
> doch immer gelesen, oder?
> Und deine Post aus der Binnenpost herauszufischen,
> hieße, die gesamte Binnenpost zu kontrollieren.
> Kann ich mir eigentlich nicht vorstellen

Wieso? das passierte in der Postverteilstelle -
da, wo die Post für Dich notwenidgerweise durchkommen mußte.

War aber praktisch, man mußte nur Dienstags in den Briefkasten schauen
8-/

dirk

Ulrike Wolfram

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an

> Selbst wenn das stimmte, wäre das doch sehr schade:
>
> > Dann brauche ich ja hier nicht mehr zu schreiben.


Das war nur eine Feststellung. Ich habe ja nicht geschrieben "Ich
schreibe nicht mehr hier "[die Nummer hatten wir schon], sondern, daß
mein Schreiben oft überflüssig ist, da Kai-Uwe meine Gedanken viel
besser und tiefgündiger formuliert. Muß so eine Art
Seelenverwandschaft sein; aber ich weiß nicht, ob er das gerne hört.

Torsten Jerzembeck

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
M. Opatz schrieb:

>Grenzüberschreibende Post (zumindest gen NSW) wurde
>doch immer gelesen, oder?

Ich kann diese Frage nicht wirklich beantworten, habe allerdings die
Erfahrung gemacht, daß Briefe an meinen DDR-Brieffreund nur dann
zuverlässig ankamen, wenn ich sie als Einschreiben mit Rückschein
geschickt habe. Normale Briefe haben mehr als einmal den Empfänger nicht
erreicht (und es waren wirklich nur Briefe, ohne irgendwelche Beilagen).

Grüße aus D'dorf,

=ToJe=

der sich fragt, ob a.) er mit diesen Briefen unwissend und unabsichtlich
jemandem in der DDR Ärger/Schwierigkeiten bereitet hat und b.) ob es
seitdem auch über ihn irgendwo eine Akte gibt, und wenn ja, was da wohl
drinsteht.

--
Torsten Jerzembeck * Kiesselbachstraße 77 * D-40589 Düsseldorf
* Exil-Westfale * PGP public key ID: B74DB58D * MIME welcome * Generation Tux *

Und das "S" in "Slackware" wird nicht mitgesprochen. (Kristian Köhntopp)

Veith

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
Hi Dirk,

>> Der Wessi trauert dem schönen Sommertag 17.06. hinterher und
>> Hardcore-Ossi's sagen, der 07.10., nur ein paar Tage eher ;)
>
> Schon die christlichen Missionare wußten, daß neue Feiertage leichter
> angenommen werden, wenn sie nur ein kleines bißchen von den heidnischen
> solchen entfernt sind...

;) Genau! Und die Heiden feierten ihre Feste weiter unter dem christlichen
Deckmantel....

> Ich hab Besuch aus Kamerun und aus Jamaika - wir werden wohl nur reden und
> Wein trinken, der 7.10. sagt ihnen wenig (der 3.10. aber auch nicht)

wow, das ist Internationalismus in Aktion.
Da ich Film-Fan bin, fällt mir immer bei Jamaika "... Jamaika hat eine
Bob-Mannschaft" aus "Cool runnings" ein. Hat nun Jamaika eine
Bob-Mannschaft, das würde mich schon interessieren, da in dieser Sportart
die DDR recht SPITZE war und entsprechend fies im US_Film wegkam!?

> > Veith, der auch nicht gut drauf ist.
> Dirk, ganz gut drauf heute

Nach 3 "Wernesgrünern" geht es mir schon besser ;-)

Feiere noch schön,
Veith

Lars Gebauer

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
* Veith wrote:

> Da ich Film-Fan bin, fällt mir immer bei Jamaika "... Jamaika hat
> eine Bob-Mannschaft" aus "Cool runnings" ein. Hat nun Jamaika eine
> Bob-Mannschaft, das würde mich schon interessieren, da in dieser
> Sportart die DDR recht SPITZE war und entsprechend fies im US_Film
> wegkam!?

Aber sicher. http://www.cariboutpost.com/bobsleigh/bobsleigh.html

Gruss - Lars
--
wa' DoS neH ylbuS.
Konzentriere Dich nur auf ein Ziel.

Martin Ebert

ungelesen,
07.10.2000, 03:00:0007.10.00
an
Wolfgang Schwanke wrote:
> "O.G. Schwenk" <sch...@mail.uni-mainz.de> writes:

> >>Die DDR war nicht nur physisch & kulturell nah - naeher als Italien allemal -,
> >Fuer mich als Sueddeutschen war Oesterreich physisch & kulturell
> >deutlich naeher.

> Du hast vorher von Italien geredet. Oesterreich ist ja auch deutschsprachig,

man Suedtirol.

Martin Ebert

Gerald Endres

ungelesen,
07.10.2000, 20:05:1207.10.00
an
Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:

>> Du hast vorher von Italien geredet. Oesterreich ist ja auch deutschsprachig,
>
>man Suedtirol.

Das ist nicht Österreich

Gruß
Gerald

--
http://www.boen-end.de

M. Opatz

ungelesen,
08.10.2000, 03:00:0008.10.00
an
Gerald Endres <g.en...@gmx.de> wrote:
>Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:
>
>>> Du hast vorher von Italien geredet. Oesterreich ist ja auch deutschsprachig,
>>
>>man Suedtirol.
>
>Das ist nicht Österreich


Kein Mensch hat das behauptet.

Ralf K. Buschner

ungelesen,
08.10.2000, 03:00:0008.10.00
an
In article <39dda9a8$1...@netnews.web.de>,
"M. Opatz" <ste...@web.de> writes:

> In Sachsen kam der RIAS _nur_ auf Mittelwelle an,

Hier gehst du fehl...in Zwickau haben wir den in schönster Qualität
auf UKW gehört. Ich kann mich noch gut erinnern, samstags, 22:00,
"Pop Sunday - Musik und Texte".... schwelg....

cu, Ralf

--
> Ist nicht jeder Computer-User irgendwie ein Masochist?
Nein, der Windows-Nutzer wird zum Masochisten, hatte das aber
eigentlich nicht vor. Der echte Masochist greift gleich zu Linux.
(Alexander Kluge in dcouln)

M. Opatz

ungelesen,
08.10.2000, 03:00:0008.10.00
an
Ralf K. Buschner wrote:


>> In Sachsen kam der RIAS _nur_ auf Mittelwelle an,
>

> ...in Zwickau haben wir den in schönster Qualität
> auf UKW gehört.


Erstaunlich. Aus Hof?

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

ungelesen,
08.10.2000, 03:00:0008.10.00
an
Dirk Moebius <Dirk.M...@pudel.in-berlin.de> schrieb:

> ich muß wohl meinen Antiamerikanismus nochmal differenzieren 8-)

Dann hast du momentan eine prächtige Gelegenheit dazu: NASCAR live auf
Eurosport. ;-)

Guenter Gruebler

ungelesen,
08.10.2000, 03:00:0008.10.00
an
Wolfgang Schwanke schrieb:

> Der Bayrische Rundfunk war (ist?) via Ochsenkopf sogar bis Leipzig
> auf UKW hoerbar.

aber nur in sch..... - qualitaet, nicht besser als MW.

g

Martin Ebert

ungelesen,
08.10.2000, 03:00:0008.10.00
an
Gerald Endres wrote:
> Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:

[...]


> >> Du hast vorher von Italien geredet. Oesterreich ist ja auch deutschsprachig,
> >man Suedtirol.
> Das ist nicht Österreich

*Das* hast Du verstanden.

Den Rest leider nicht.

Martin Ebert

Ralf K. Buschner

ungelesen,
08.10.2000, 03:00:0008.10.00
an
In article <39e076bf$1...@netnews.web.de>,
"M. Opatz" <ste...@web.de> writes:

>> ...in Zwickau haben wir den in schönster Qualität
>> auf UKW gehört.

> Erstaunlich. Aus Hof?

Yep. Ich denke mal, vom Ochsenkopf, wo ja auch die TV-Sendeantennen standen.

Gerald Endres

ungelesen,
09.10.2000, 01:44:5309.10.00
an
Martin Ebert <mx...@gmx.net> schrieb:

>*Das* hast Du verstanden.
>
>Den Rest leider nicht.

Sorry,
da war ich zu schnell auf der Tastatur, das Hirn war noch weiter
hinten.

Aber um zum Thema zurückzukommen:
Es gibt in Bayern und in ganz Süddeutschland ein Identitätsgefühl, das
den gesamten Alpenraum einbezieht, aber nicht Deutschland nördlich des
Mains. Viele meiner Vorfahren kommen zum Beispiel aus der Gegend um
Meran und Bozen. Würde ich dort ,oder auch in Österreich oder der
Schweiz leben, hätte niemand in meiner Verwandschaft das Gefühl, ich
wäre in der Fremde. So aber wundert sich mein Onkel vom Dorf schon
seit über zwei Jahrzenten, wie ich es so lange "bei den Preissn"
aushalten kann.
Die Abgrenzung richtet sich also nicht speziell gegen die ehemalige
DDR, für meinen Onkel ist eine Bremerin genauso fremd wie eine
Stralsunderin.

Gerald Fix

ungelesen,
09.10.2000, 03:00:0009.10.00
an
On Mon, 09 Oct 2000 07:44:53 +0200, Gerald Endres
<g.en...@gmx.de> wrote:

>Aber um zum Thema zurückzukommen:
>Es gibt in Bayern und in ganz Süddeutschland ein Identitätsgefühl, das
>den gesamten Alpenraum einbezieht, aber nicht Deutschland nördlich des
>Mains.

Nein. Es gibt in Baden-Württemberg kein Identitätsgefühl, das den
gesamten Alpenraum einbezieht.


--
Viele Grüße, Gerald Fix

O.G. Schwenk

ungelesen,
09.10.2000, 03:00:0009.10.00
an
wolf...@w350zrz.zrz.TU-Berlin.DE (Wolfgang Schwanke) schrieb:
>
>Na ich weiss nicht. In Franken, wo ich mich etwas auskenne, gibt's das nicht.

Franken sind auch Bayern, wenn auch unfreiwillig.

>Ich denke auch, dass diese sueddeutschen Befindlichkeiten vom
>Thema wegfuehren.

ACK 8--))

>Es geht beim Desinteresse an der DDR nicht um
>bayrische Folklore, sondern um ein trizonesisches Lebensgefuehl,
>das zwischen Flensburg und Garmisch so sehr aehnlich auftrat/-tritt.

Fuer mich ging es in dem Thread um etwas leicht anderes: Um die Frage
warum - insbesondere juengere - Menschen Interesse an einem Land
haetten entwickeln sollen, das sich doch recht systematisch
abgeschottet hat. Im Gegensatz zu den allermeisten anderen.

M. Opatz

ungelesen,
09.10.2000, 03:00:0009.10.00
an
Wolfgang Schwanke wrote:
[DDR als fremdes Land]
> ... Die Wessis wollten in der Mehrzahl nix drueber
> wissen, und das ist wirklich merkwuerdig. Es ist keine
> erklaerbare Folge praktischer Probleme, sondern Symptom
> einer Schieflage des Bewusstseins. ...


Sicher hat es damit zu tun, daß das Nationalbewußtsein
der Deutschen (ich vermeide ausdrücklich das Wort
Nationalstolz) weniger deutlich ausgeprägt ist als
bei vielen Nachbarvölkern, jedenfalls weniger deutlich
emotional.
Das wiederum ist zwar diskutierenswert, aber
nicht in dafd.

O.G. Schwenk

ungelesen,
09.10.2000, 03:00:0009.10.00
an
wolf...@w350zrz.zrz.TU-Berlin.DE (Wolfgang Schwanke) schrieb:
>"O.G. Schwenk" <sch...@mail.uni-mainz.de> writes:
>
>>Fuer mich ging es in dem Thread um etwas leicht anderes: Um die Frage
>>warum - insbesondere juengere - Menschen Interesse an einem Land
>>haetten entwickeln sollen, das sich doch recht systematisch
>>abgeschottet hat. Im Gegensatz zu den allermeisten anderen.
>
>Deine Wortwahl "sollen" klingt schon so nach einer laestigen Pflichtuebung,
>die man absolvieren muss, aber an der man kein wirkliches Interesse hat.

Du kannst "sollen" gerne durch "koennen" ersetzen. Oder das "warum"
durch ein "wie". Vielleicht wird es dann klarer?

>Gerade etwas, das schwer erreichbar ist, sollte doch im Normalfall
>die Neugier gerade wecken. Besonders dann, wenn man dort eine
>unbekannte "exotische" Welt entdecken koennte, die andererseits
>auch ganz vertraute Aspekte hat. Ich kann mir kaum was Interessanteres
>vorstellen.

Das sei Dir persoenlich auch unbenommen. Ich persoenlich war ja auch
ein paarmal kurz im Lande. Trotzdem verstehe ich sehr gut, dass sich
viele Leute das "exotische" lieber in Indien beguggen gingen.

>Die Wessis wollten in der Mehrzahl nix drueber
>wissen, und das ist wirklich merkwuerdig.

Warum auch? Die Mehrzahl der Wessis kannte qua Geburt nie einen
anderen Zustand.

M. Opatz

ungelesen,
09.10.2000, 03:00:0009.10.00
an
Andreas Zerbst wrote:
> Ist wohl etwas lax formuliert, eher haben die Auslaender
> weniger zwischen den deutschen Staaten differenziert,
> insbesondere dann, wenn die Blockzugehoerigkeit und die
> Waehrung einem egal waren.


Für viele einfache Leute trifft das zu.
Aber nicht für Politiker, und das war wohl gemeint.


> Deutsche Einheit ist ja wohl eine Worthuelse, dazu mueste
> man erst einmal klaeren, was Deutschland sein soll, die
> Definition von Hoffmann von Fallersleben ist ja nun schon
> lange historisch ueberholt.


Der hat nix definiert.
Der hat nur die Außenregionen jenes Bereichs
genannt, wo es von Fürstentümern deutscher Zunge
wimmelte. Der wollte gerne Einheit statt Handtuchstaaten.


> Ueblicherweise ist Deutschland wohl der Rest, den die
> Allierten von Deutschland uebrig gelassen haben,


Ist das nicht auch ein bißchen lax formulier?
Deutschland hat einen Raubkrieg angezettelt und verloren.


> dessen oestlicher Teil nach 40 Jahren nun endlich auch
> vom westlichen Konsum etwas abhaben wollte, westliche
> Freiheit kann es ja nicht gewesen sein, die hatte man
> sich ja schon selber besorgt.


Das eine mit dem Alibi des zweiten.
Für viele gilt das sicher so.


> Politisch hatte die BRD nur zwei Moeglichkeiten, entweder
> die demokratisch legitimierte DDR anzuerkennen oder aber
> beide deutsche Staaten zu vereinigen, letzteres natuerlich
> auch mit der Option, das Volk entscheiden zu lassen.


Nö.
Bis 1989 hatte sie nur eine Möglichkeit, die erste.
Ab 1990 hatte sie auch nur eine Möglichkeit, die zweite.

Urs [Ayahuasca] Traenkner

ungelesen,
09.10.2000, 03:00:0009.10.00
an
"M. Opatz" wrote:

> > Ueblicherweise ist Deutschland wohl der Rest, den die
> > Allierten von Deutschland uebrig gelassen haben,

> Ist das nicht auch ein bißchen lax formulier?
> Deutschland hat einen Raubkrieg angezettelt und verloren.

Das ist teilweise richtig. "Unter Beobachtung und
stellenweiser Unterstuetzung durch die anderen
wirtschaftlichen Grossmaechte" fehlt noch. Nur mal so als
Anmerkung, es war _nicht_ so, dass Deutschland ganz allein
diesen Krieg gefuehrt hat. Zumindest nicht in dem Kontext,
dass derjenige, der es haette verhindern koennen, es aber
aus eigennuetzigen Gruenden nicht verhindert hat,
stellenweise Mitschuld traegt.

Den Amerikanern duerfte dieser Krieg i.a. ganz gut gefallen
haben. Wenn die andere Grossmacht, die Russen, so richtig
eins auf die Nase kriegen. Denn den Krieg gewonnen haben die
Russen auch nur auf dem Papier.

Just my tuppence. Gruss Urs...
--
Der Nachteil der Demokratie ist, dass sie denjenigen,
die es ehrlich mit ihr meinen, die Haende bindet. Aber
denen, die es nicht ehrlich meinen, ermoeglicht sie
fast alles. Václav Havel

Markus Kolbeck

ungelesen,
09.10.2000, 03:00:0009.10.00
an
wolf...@w350zrz.zrz.TU-Berlin.DE (Wolfgang Schwanke) wrote:

>Vor kurzem habbich fuer jemandem aus dem tiefsten Wessiland
>CDs mit DDR-Musik zusammengestellt, da er nach eigenem
>Bekenntnis keine Ahnung davon hatte. Sind 3 Stueck geworden,
>1 70er und 2 80er Jahre, und davon sind auch noch Kopien
>an einige andere Leute gegangen.

Deine CDs enthalten "nur" Rock. Nur eine Feststellung.

Den habe ich damals so gut wie überhaupt nicht wahrgenommen.
Ich war und bin mehr dem Blues zugewandt. Neben altgedienten
internationalen Stars interessierten uns DDR-spezifisch z.B.
Monokel, Zenit, Freygang, Jürgen Kerth, Hansi Biebl, vor allem
aber Stefan Diestelmann und der ubiquitäre Bernd Kleinow, der
bei gastweise bei so ziemlich jeder Bluesgruppe mitblies.

--
Keep reading, Markus Kolbeck
Lesen ist das unbestrafte Laster (Valery Larbaud)

M. Opatz

ungelesen,
09.10.2000, 18:23:5909.10.00
an
Markus Kolbeck wrote:
>Deine CDs enthalten "nur" Rock. Nur eine Feststellung.
>
> Den habe ich damals so gut wie überhaupt nicht
> wahrgenommen. Ich war und bin mehr dem Blues zugewandt.
> Neben altgedienten internationalen Stars interessierten
> uns DDR-spezifisch z. B. Monokel, Zenit, Freygang, Jürgen


Zenit? Blues? War das die Regel? Da hab ich was verpasst ...


> Kerth, Hansi Biebl, vor allem aber Stefan Diestelmann und


Diestelmann?


> der ubiquitäre Bernd Kleinow, der gastweise bei so
> ziemlich jeder Bluesgruppe mitblies.


Ja, und was ist mit Sportfreund Bodag?
Und Jugendfreund Gläser?
Nur mal so nachgehakt ...

highKO Radtke

ungelesen,
10.10.2000, 03:00:0010.10.00
an
"M. Opatz" wrote:
>
> > Politisch hatte die BRD nur zwei Moeglichkeiten, entweder
> > die demokratisch legitimierte DDR anzuerkennen oder aber
> > beide deutsche Staaten zu vereinigen, letzteres natuerlich
> > auch mit der Option, das Volk entscheiden zu lassen.
>
> Nö.
> Bis 1989 hatte sie nur eine Möglichkeit, die erste.
> Ab 1990 hatte sie auch nur eine Möglichkeit, die zweite.

Auf den Punkt :))

Das erste hat nur laenger gedauert und hatte groesseren Widerwillen.
Das zweite passte dazu noch gut in gepelzten Kragen.

..highKO..

Ulrike Wolfram

ungelesen,
10.10.2000, 03:00:0010.10.00
an

>
> Zenit? Blues? War das die Regel? Da hab ich was verpasst ...

Die haben einen radikalen Stilwechsel gehabt: von der Rockpop- zur
Bluesband, mit dem berühmten (dicken ) Sänger aus Leipzig. (wie hieß
der bloß).

Markus Kolbeck

ungelesen,
10.10.2000, 03:00:0010.10.00
an
Ulrike Wolfram <ulrike_...@my-deja.com> wrote:

>> Zenit? Blues? War das die Regel? Da hab ich was verpasst ...

>Die haben einen radikalen Stilwechsel gehabt: von der Rockpop-

>zur Bluesband, mit dem berühmten (dicken ) Sänger aus Leipzig.
>(wie hieß der bloß).

Eberhard Stolle.

Der war/ist Leipziger? Was man als Leipziger (gebürtig und
wohnhaft) nicht alles dazulernt! :-)
Auch das Zenit eine Rockband war, ist mir entgangen.

Markus Kolbeck

ungelesen,
10.10.2000, 03:00:0010.10.00
an
<ste...@web.de> wrote:

>> Kerth, Hansi Biebl, vor allem aber Stefan Diestelmann und

>Diestelmann?

Er veröffentlichte in der DDR 3 Platten, wovon die dritte aber
nicht mehr in die Läden kam, weil Diestelmann im Westen
geblieben war.

>Ja, und was ist mit Sportfreund Bodag?

Weiß jetzt nicht, wohin mit ihm? Engerling? Ja, die hatte
ich bei meiner Aufzählung glatt vergesse.

Sportfreund, hihi. Ich wurde meist mit "Schachfreund" ange-
schrieben. BSG Rotation Ost, Leipzig.

>Und Jugendfreund Gläser?
>Nur mal so nachgehakt ...

Also, Gläser hat mit Blues IMO nicht direkt etwas zu tun, oder?

M. Opatz

ungelesen,
10.10.2000, 03:00:0010.10.00
an
Markus Kolbeck wrote:


>>Diestelmann?
>
> Er veröffentlichte in der DDR 3 Platten, wovon die dritte
> aber nicht mehr in die Läden kam, weil Diestelmann im Westen
> geblieben war.


Ist mir schon klar. Ich wunderte mich nur, daß Du auf den
stehst, so neben den anderen. Ist Geschmackssache.
Kennst Du die Anekdote mit dem Golf vor der Moritzbastei?


>>Ja, und was ist mit Sportfreund Bodag?
>

> Weiß jetzt nicht, wohin mit ihm? Engerling? Ja, die hatte
> ich bei meiner Aufzählung glatt vergesse.
>
> Sportfreund, hihi. Ich wurde meist mit "Schachfreund" ange-
> schrieben. BSG Rotation Ost, Leipzig.


Der ist bekennender Radfahrer (wenn nicht irre, fährt auch
nicht selbst Auto, aber da bin ich nicht sicher).
Das spiegelt sich auch in so manchem Lied wider.


>>Und Jugendfreund Gläser?
>>Nur mal so nachgehakt ...
>

> Also, Gläser hat mit Blues IMO nicht direkt etwas zu tun,
> oder?


Das schon, war kein reiner Bluesmusiker.
Ist aber regelmäßig dorthin "fremdgegangen".
Hat ein paar mMn sehr gute Bluesstücke beigesteuert.

Ralf K. Buschner

ungelesen,
10.10.2000, 03:00:0010.10.00
an
In article <8rs1gc$ph0$1...@mamenchi.zrz.tu-berlin.de>,
wolf...@w350zrz.zrz.TU-Berlin.DE (Wolfgang Schwanke) writes:

>>Yep. Ich denke mal, vom Ochsenkopf, wo ja auch die TV-Sendeantennen standen.
>>cu, Ralf
>

> Denk ich mal eher nicht.
>
> frueher:
> Ochsenkopf (Berggipfel):
> Hoerfunk: Bayern 1/2/3
> TV : ARD
>
> Hof (im Stadtgebiet):
> Hoerfunk: RIAS 1/2
> TV : ZDF, BR3

Er nun wieder.... ;-)))

Aber du hast recht, ich hab mich grad' heute nochmal mit jemandem
unterhalten, der dort auch ganz gut bescheid wußte...

Ralf K. Buschner

ungelesen,
10.10.2000, 18:06:5210.10.00
an
In article <39e24413$1...@netnews.web.de>,
"M. Opatz" <ste...@web.de> writes:

> Diestelmann?

Diestelmann hat sich aber auch schon gut unbeliebt gemacht bei verschiedenen
Leuten...

Zodiac fällt mir da auch noch ein...Peter Taube etc.

Und schlag mich tot, da gabs doch noch jemanden aus Dresden,
der allein auftrat...Gunter Schulze?

Und in Berlin gabs weitaus mehr Blueser, da hab ich auch schon mit
jemandem zusammen 'ne Mugge gemacht, aber ich hab den Namen vergessen.
Schnippi, der Ex-Trommler von Monokel hatte bei denen dann gespielt.

Ich glaube, es war Dean H. Luthmann...aber bin mir nicht sicher.

Und dann die ganzen Bluesleute aus dem Thüringer Raum...schwelg...

Die Wochenenden werd' ich nie vergessen, Landsberg (b. Halle), Pößneck
(Schlettwein), Ebersbrunn (bei Zwickau) etc. pp....

Und heute hab ich Mikrofon und Mundharmonikas im Schrank liegen, und es
treibt mich eigentlich nix mehr dran... :-(

Naja...aber wilde Zeiten waren es schon, ich kann mich an einen Abend in
Plauen erinnern, da hatte angeblich Monokel spielen sollen, aber es spielte
Silly. Ich kam so halb zehn, pünktlich zur Pause. Aber nach der Pause ging's
nicht weiter. Also hab ich die Jungs (und das Maedel) von Silly gefragt:
Thomas Fritsching war aber die Gitarre 'runtergefallen und die war hinüber.

Also Feierabend... :-( Aber moment mal!

Ich hatte zu der Zeit bei einer Plauener Band gespielt (Inspiration, wer's
noch kennt) und bin dann mit Tibor, dem Manager v. Silly rumgefahren und hab
versucht, leihweise 'ne Gitarre zu besorgen. War aber nix.

Allerdings hatte ich paar Mundharmonikas dabei, und so haben wir uns dann
gemeinsam den Spass gegönnt, die Mugge mit Tamaras Röhre, Richies Keyboard und
meiner Mundharmonika etc. pp, nicht zu vergessen den kleinen Mike am Schlagzeug
und damals ja auch noch James am Bass über die Runden zu bringen und haben dann
fast 2 Stunden nur noch Blues gespielt - und das Publikum hat's wirklich
gedankt. Ich hab die Festhalle selten so turbulent erlebt, wie bei dieser
völlig ungeplanten Jam-Session. :-))

Nur Thommy hatte massig Zeit... :-)))

Naja - genug geschwelgt für heute!

Markus Kolbeck

ungelesen,
11.10.2000, 03:00:0011.10.00
an
"M. Opatz" <ste...@web.de> wrote:

[Diestelmann]


>Ist mir schon klar. Ich wunderte mich nur, daß Du auf den
>stehst, so neben den anderen. Ist Geschmackssache.

Er war damals mein musikalischer Hausgott.

>Kennst Du die Anekdote mit dem Golf vor der Moritzbastei?

Nee. Erzäl mal...

[Bodag]


>Der ist bekennender Radfahrer (wenn nicht irre, fährt auch
>nicht selbst Auto, aber da bin ich nicht sicher).
>Das spiegelt sich auch in so manchem Lied wider.

Aha, deshalb dieses Lied, auf dessen Titel ich jetzt nicht
komme. Jonny Simson oder so... Der dann tot vom Rad fällt.

Apropo Blues: Übermorgen beginnt das alljährlich Blues-
festival in Leipzig.

Markus Kolbeck

ungelesen,
11.10.2000, 03:00:0011.10.00
an
r_bus...@dl5mhk.ampr.org (Ralf K. Buschner) wrote:

>Diestelmann hat sich aber auch schon gut unbeliebt gemacht
>bei verschiedenen Leuten...

Bei Kollegen, nehme ich an, oder? Inwiefern?

M. Opatz

ungelesen,
11.10.2000, 03:00:0011.10.00
an
Markus Kolbeck wrote:


>>Kennst Du die Anekdote mit dem Golf vor der Moritzbastei?
>
>Nee. Erzäl mal...


Ja, hab grad noch mal nachgeschlagen, Moritzbastei stimmt
nicht ganz, aber das ist Nebensache. Quelle des folgenden
Textes ist der Buschfunk-Katalog Frühjahr 2000.


Es war vor 21 Jahren in Leipzig. Der Innenhof der
Universität ist der Veranstaltungsort für ein
Blues-Open-air anläßlich der Studententage. Eingeladen
wurden Stefan Diestelmann und die Engerling-Blues-Band.
Beginnen sollte Diestelman, doch der war bei Öffnung der
Türen noch nicht eingetroffen. Engerling begann bei
nasskaltem Wetter und Rotwein für 1 .50 DM. Diestelmann
kam und kam nicht.


Wir fingen nicht nur wegen des unangenehmen
Wetters leicht an zu zittern.


Der Blick ging häufig zu Body Bodag von Engerling,
häufiger noch zum Autoverkehr des heute
geschichsträchtigen Innenstadtringes ganz der Nähe.
Keine Ahnung, wo Diestelmann geblieben war. Keine
Vorstellung davon, dass Jahre später ein Händy zumindest
einige Probleme dieser Art lösen würde. Engerling ließ
sich zu mehren Zugaben bewegen und war unserer Dankbarkeit
gewiß. Schließlich erschien fröhlich lächelnd Diestelmann.
Gitarre aus dem Koffer, eingestöpselt und los ging es mit
seinem Konzertteil. In irgendeinem Lied sang er über die
Leute, die in der DDR VW-Golf fahren: Spießer, Bonzen,
Handwerker, Unterhaltungskünstler, über alle schüttete er
seinen kräftigen Hohn.


Wir waren wie das Publikum bei bester Laune. Das Wetter
konnte uns nichts mehr anhaben. Das Open air verlief
glänzend. Auch die Organisatoren gingen bedächtig zu
Bier und Rotwein über. Plötzlich tauchte ziemlich nervös
unser Haustechniker Hermann auf, im Schlepptau einen
Verkehrspolizisten, welcher wild gestikulierte:


"Wer ist hier der Verantwortliche ? Wem gehört der
VW-Golf dort hinten? Das Auto steht direkt im Fluchtweg." "Keine Ahnung",
bemerkten wir "Handwerker und
Schlagersänger kennen wir nicht". "Hören Sie auf! Wenn in
zwei Minuten nicht der Wagen verschwunden ist, wird dieses
Konzert von uns beendet !" Wir sahen uns betreten an. Waren
wir doch noch in die Fallstricke dieses Open-airs gegangen?
Wir stürzten zu Diestelmann. "Eh, Stefan kannst du nicht mal
durchsagen, dass der Besitzer des VW-Golf den Wagen aus
dem Fluchtweg nehmen soll. Die Bullen wollen das Konzert
abbrechen!"

Distelmann nickte und sagte: "Mann, das ist doch mein
Auto". Er unterbrach kurz sein Konzert. Das Publikum johlte,
doch es sah nicht, was für ein Auto der gute Diestelmann
aus der sicherheitstechnischen Oberhoheitszone fuhr. Es
sahen nur wenige.


Seitdem haben wir immer gern auf Diestelmann-Konzerte
verzichtet. Engerling dagegen spielte und spielt in der
Leipziger Moritzbastei jedes Jahr im Dezember. An einem
Dienstag rollte dann immer ein klappriger Wolga plus
Anhänger an.


[Zitat Ende]

Ulrike Wolfram

ungelesen,
11.10.2000, 03:00:0011.10.00
an
[Tolle Anekdote]
> Matthias

Danke, Matthias! Tolle Story.
Erinnert mich an die verlogene Barabara Thalheim, die "Heilige der DDR".
Deren liebstes Stück war ein Citroen GSA - vom Klassenfeind, den sie
angeblich so sehr haßte. Ungefähr so sehr, wie ihre SED, nachdem sie
dort nicht mehr genug Vorteile für sich herausschlagen konnte.
Eigentlich hat sie (außer sich selbst[und selbst das erscheint mir
fraglich]) eigentlich alles gehaßt.

Ulrike, die zu Matthias´ entsetzen zu DDR-Zeiten auch Golf gefahren
ist, allerdings genau so gerne Wolga GAS 24, Lada 2103 und Zastava (der
war super - leider kaum Ersatzteile zu bekommen!).
Komische DDR, das nobelste Gefährt Ende der 80er war doch tatsächlich
ein VW-Transporter! Wie soll man das erklären?
War einfach Kult, so wie heute mein Zahnarzt so einen merkwürdigen,
häßlichen , aberwitzig teuren Pickup fährt (in der Stadt wirklich
praktisch ...)

Markus Kolbeck

ungelesen,
11.10.2000, 03:00:0011.10.00
an
<ste...@web.de> wrote:

>Distelmann nickte und sagte: "Mann, das ist doch mein
>Auto". Er unterbrach kurz sein Konzert. Das Publikum johlte,
>doch es sah nicht, was für ein Auto der gute Diestelmann
>aus der sicherheitstechnischen Oberhoheitszone fuhr. Es
>sahen nur wenige.

Da soll er doch... :-(

Na ja, kräht ja heute kein Hahn mehr danach.

>Seitdem haben wir immer gern auf Diestelmann-Konzerte
>verzichtet.

Ich weiß gar nicht, ob ich so konsequent gewesen wäre.

Die Qualität eines Künstlers hat für mich persönlich nichts mit
seinem Leben zu tun. Wenn ich bedenke, welche grauslichen
Taten oder Ansichten manche Dichter aufwiesen, müßte ich sie
nicht mehr lesen. Das kann mir, solange die literarische Quali-
tät anzieht und fasziniert, völlig titte sein.

Ulrike Wolfram

ungelesen,
11.10.2000, 03:00:0011.10.00
an

> Die Qualität eines Künstlers hat für mich persönlich nichts mit
> seinem Leben zu tun.

Deswegen lese ich heute auch die Bücher von Hermann Kant, den ich
politisch gar nicht leiden kann - aber er kann schreiben.


(Übrigens war Wagner, dessen Musik ich so sehr mag, ein ganz grausliger
Mensch; aber das ist eine andere Geschichte, eine andere NG)

Ulrike, die viel über die gnadenlose Arroganz reisepassbesitzender DDR-
Künstler erfahren mußte, welche das DDR-_Publikum nur noch als
notweniges Übel ansahen.

Ralf K. Buschner

ungelesen,
11.10.2000, 03:00:0011.10.00
an
In article <39e56126...@news.cis.dfn.de>,

first_...@dostoevskij.de (Markus Kolbeck) writes:
> r_bus...@dl5mhk.ampr.org (Ralf K. Buschner) wrote:
>
>>Diestelmann hat sich aber auch schon gut unbeliebt gemacht
>>bei verschiedenen Leuten...

Nein, beim Publikum...

Er soll da (so wurde jedenfalls kolportiert) einige sehr unschöne
Bemerkungen über sein Publikum vom Stapel gelassen haben.
Inwieweit das der Buschfunk aufgebauscht hat ist mir zwar nicht bekannt,
ich kenne aber schon einige Leute, die ihn bzw. seine Konzerte ab einer
gewissen Zeit (zu der er dann schon sehr erfolgreich war) mieden wie die
Pest.

Gerald Fix

ungelesen,
12.10.2000, 01:03:0512.10.00
an
On Wed, 11 Oct 2000 19:59:49 GMT, Ulrike Wolfram
<ulrike_...@my-deja.com> wrote:

>(Übrigens war Wagner, dessen Musik ich so sehr mag, ein ganz grausliger
>Mensch; aber das ist eine andere Geschichte, eine andere NG)

Wurde Wagner in der DDR aufgeführt - und wenn ja, die ganzen 40
Jahre oder erst gegen Ende?

Holger Kunadt

ungelesen,
12.10.2000, 01:20:5812.10.00
an
Gerald Fix schrieb:

> Wurde Wagner in der DDR aufgeführt - und wenn ja, die ganzen 40
> Jahre

Also ich wußte ja, daß der wirklich lange Sachen komponiert hat,
aber *so* *extrem*? ;-))))

Qno

--
"Kisuaheli wird sich bereits kurze Zeit nach Einführung der
Rechtschreibreform als deutsche Amtssprache durchsetzen."
(TERRAsse, das Alternativwelt-Magazin
http://www.geocities.com/Area51/Dungeon/5232/orthogra.htm)


M. Opatz

ungelesen,
12.10.2000, 01:39:0312.10.00
an
Gerald Fix <geral...@uumail.de> wrote:


> Wurde Wagner in der DDR aufgeführt - und wenn ja, die
> ganzen 40 Jahre oder erst gegen Ende?


So weit ich weiß, waren die Meistersinger die erste Oper
überhaupt, die nach dem Krieg im Osten gegeben wurde.

Ulrike Wolfram

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an

>
> > Wurde Wagner in der DDR aufgeführt - und wenn ja, die ganzen 40
> > Jahre
>
> Also ich wußte ja, daß der wirklich lange Sachen komponiert hat,
> aber *so* *extrem*? ;-))))


Satirepunkt!!!

Ja, Wagner wurde heftigst in der DDR aufgeführt; man kam einfach nicht
daran vorbei.

Ulrike

M. Opatz

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
Markus Kolbeck wrote:


> Die Qualität eines Künstlers hat für mich persönlich nichts
> mit seinem Leben zu tun.


Kommt es nicht auch auf den Gegenstand seiner Kunst an?
Bestimmte Sachen könnten unglaubwürdig werden ...

Frank Pospiech

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
Hallo,

"M. Opatz" wrote:
>
> Gerald Fix <geral...@uumail.de> wrote:
>
> > Wurde Wagner in der DDR aufgeführt - und wenn ja, die
> > ganzen 40 Jahre oder erst gegen Ende?
>
> So weit ich weiß, waren die Meistersinger die erste Oper
> überhaupt, die nach dem Krieg im Osten gegeben wurde.

Waehrend meiner Schulzeit (70er Jahre) waren die Meistersinger Teil des
Musikunterrichtes.

Gruß
Frank.

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
Gerald Fix <geral...@uumail.de> schrieb:

> >(Übrigens war Wagner, dessen Musik ich so sehr mag, ein ganz grausliger
> >Mensch; aber das ist eine andere Geschichte, eine andere NG)
>
> Wurde Wagner in der DDR aufgeführt - und wenn ja, die ganzen 40
> Jahre oder erst gegen Ende?

Warum auch nicht? Wagner hat die Juden gehasst. Und die DDR stand diesen
auch nicht allzu freundlich gegenüber.

M. Opatz

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
"Martin 'Oreo-Man' Schmidt" wrote:
>
> Warum auch nicht? Wagner hat die Juden gehasst. Und die
> DDR stand diesen auch nicht allzu freundlich gegenüber.


Sehe ich nicht so.
In der Sowjetunion gab es antisemitische Tendenzen.
Von der DDR ist mir das nicht bekannt.
Die DDR stabd dem Staat Israel nicht allzu freundlich
gegenüber. Das ist mMn etwas anders.

Veith

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
Hallo Martin,

> > Wurde Wagner in der DDR aufgeführt - und wenn ja, die ganzen 40
> > Jahre oder erst gegen Ende?
>
> Warum auch nicht? Wagner hat die Juden gehasst. Und die DDR stand diesen
> auch nicht allzu freundlich gegenüber.

... Luther war auch nicht "allzu" Judenfreundlich ... gab es deshalb das
verlutherte Marxjahr?

BTW wie definierst Du "Juden"?
als Menschen jüdischen Glaubens, Menschen die von den Nazis als solche
definiert wurden, Zionisten oder als Israelis die Kinder und deren Väter
ermorden sowie in Menschenmassen mit Raketen vom Hubschrauber aus schießen
?????

MfG
Veith
--
www.DDR-LUFTWAFFE.de
http://home.snafu.de/veith/


Gerald Fix

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
On Thu, 12 Oct 2000 18:33:44 +0200, "Martin 'Oreo-Man' Schmidt"
<Ikar...@gmx.net> wrote:

>Warum auch nicht? Wagner hat die Juden gehasst. Und die DDR stand diesen
>auch nicht allzu freundlich gegenüber.

Weil Wagner den Ruf hatte, ein ideologischer Wegbereiter der
Nazis zu sein. Die Westlinken zumindest machten erst in den 70ern
ihren Frieden mit ihm (Zieht Wagner aus dem braunen Sumpf!).

Gerald Fix

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
On Thu, 12 Oct 2000 13:12:45 +0200, Frank Pospiech
<Frank.P...@alcatel.de> wrote:

>> So weit ich weiß, waren die Meistersinger die erste Oper
>> überhaupt, die nach dem Krieg im Osten gegeben wurde.
>

>Waehrend meiner Schulzeit (70er Jahre) waren die Meistersinger Teil des
>Musikunterrichtes.

Das ist recht intereessant, die Meistersinger gelten schließlich
als die am stärksten Belastete der Wagneropern. Aber die
Einheitsoper Lohengrin war wohl auch nicht opportun ...

M. Opatz

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
Gerald Fix wrote:
> Weil Wagner den Ruf hatte, ein ideologischer Wegbereiter
> der Nazis zu sein.


Wofur steht dein "weil"?


Soll das der Grund für die von Martine behauptete (von
mir nicht so gesehene) Judenfeindlichkeit der DDR sein?
Kaum.


Soll das der Grund für die Tatsache, daß Wagner in der DDR
von Anfang bis Ende frisch aufgespielt wurde (darauf bezog
sich Martins Diskussionsbeitrag)?
Erschließt sich mir auch nicht.

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
M. Opatz <ste...@web.de> schrieb:

> > Warum auch nicht? Wagner hat die Juden gehasst. Und die
> > DDR stand diesen auch nicht allzu freundlich gegenüber.
>

> Sehe ich nicht so.
> In der Sowjetunion gab es antisemitische Tendenzen.
> Von der DDR ist mir das nicht bekannt.
> Die DDR stabd dem Staat Israel nicht allzu freundlich
> gegenüber. Das ist mMn etwas anders.

Ich hab hier sogar noch was von der Bundeszentrale für politische
Bildungsarbeit rumzuliegen. Ist ein spezielles Heftchen zum Thema "DDR und
Judentum". Ich denke mal, allein die Anwesenheit von Arafat bei der
40-Jahr-Feier sagte mehr als genug.
Juden gelten und galten immer als Kapitalisten. Viele große Konzerne waren
vorm Krieg in jüdischer Hand und der Hass der Christen auf dei Juden rührt
zum Teil daher, dass es den Juden erlaubt war, Geld gewinnbringend zu
verleihen (was die Christen nicht durften).
Und auch der Fakt, dass der Staat Israel vorwiegend auf Drängen der USA
entstand, dürfte nicht gerade dazu beigetragen haben, dass die DDR Israel
mochte.

M. Opatz

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
Gerald Fix <geral...@uumail.de> wrote:


>> Waehrend meiner Schulzeit (70er Jahre) waren die
>> Meistersinger Teil des Musikunterrichtes.


Korrekt. In Klasse 10 (BTW: mein Prüfungsthema!).


> Das ist recht intereessant, die Meistersinger gelten
> schließlich als die am stärksten Belastete der
> Wagneropern.


Inwiefern?


Als 1955 die neue (Ost-)Berliner Staatsoper eröffnet wurde, waren die
"Meistersinger" erste Premiere. Als 1960 das
neue Leipziger opernhaus eröffnet wurde, waren wieder
die "Meistersinger" Eröffnungs-Inszenierung.

Martin 'Oreo-Man' Schmidt

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
Veith <ve...@snafu.de> schrieb:

> ... Luther war auch nicht "allzu" Judenfreundlich ... gab es deshalb das
> verlutherte Marxjahr?

Naja, aber mein Eindruck ist, dass Luther von der DDR nicht allzu schlecht
behandelt wurde. Es fielen einige Städtenamen sozialistischer Kreationen zum
Opfer - Wittenberg behielt aber meines Wissens nach immer den Zusatz
"Lutherstadt", den man auch nicht sonderlich versucht hat zu verbergen.
Und der Tintenfleck in der Wartburg wurde auch gehegt und gepflegt.
Mein Eindruck ist, dass man sich Luther vielleicht auch etwas zum Vorbild
nahm: er löste sich von den alten (vertikal organisierten) Strukturen und
wollte eine menschlichere Religion. Und ähnliches gilt ja auch für die DDR.

> BTW wie definierst Du "Juden"?
> als Menschen jüdischen Glaubens, Menschen die von den Nazis als solche
> definiert wurden, Zionisten oder als Israelis die Kinder und deren Väter
> ermorden sowie in Menschenmassen mit Raketen vom Hubschrauber aus schießen
> ?????

Das Wort "Jude" sagt es doch mehr als eindeutig: Menschen jüdischen
Glaubens.

Frank Nicolai

ungelesen,
12.10.2000, 03:00:0012.10.00
an
On Thu, 12 Oct 2000 18:33:44 +0200, "Martin 'Oreo-Man' Schmidt"
<Ikar...@gmx.net> wrote:

Hallo dafd, hallo Martin

>Warum auch nicht? Wagner hat die Juden gehasst. Und die DDR stand diesen
>auch nicht allzu freundlich gegenüber.

ich weiss nicht, ob wir uns zu sehr vom Thema der Gruppe entfernen
oder ihm sogar sehr nahe kommen wenn ich auf diesen Einwurf noch
einmal eingehe.
Da ich mich mit diesem Thema jedoch sehr lange auseinandergesetzt habe
möchte ich die Frage in die Runde stellen, ob das allgemein so
aufgefasst wurde/wird, wie Martin es ausdrückt.

Ich bin bisher in allen Diskussionen hierüber auf entweder taube Ohren
oder Ignorenz gestossen; weiss aber aus Erzählungen Betroffener, dass
diese sich in der DDR einem großen Druck und einer stillen Art der
Unterdrückung (wie auch andere Glaubensgemeinschaften) ausgesetzt
fühlten.
Zum einen wurde in der Schule darüber gelehrt, wie schlimm im 3. Reich
mit den Juden umgegangen wurde. Aber in der DDR wurde meines Wissens
nie eine offizielle Entschuldigung an die Jüdische Gemeinde
ausgesprochen. Oder?

Auch der mit viel Trara gefeierte Aufbau der Synagoge an der
Oranienburger Straße in Berlin diente IMO nur nach Außen zur
Rechtfertigung.
Erstaunlicherweise war es Heinz Knobloch mit seinem "Herr Mendelssohn
in Berlin", der erstmalig über dieses Thema sprach. Und da ich das
Buch in mehreren Ausgaben lesen konnte ist mir aufgefallen, dass es
von Auflage zu Auflage immer mehr an stiller Kritik verlor. Dabei
weiss ich allerdings nicht, wer den Rotstift führte; ob der Autor oder
der Verlag.


Ich würd mich freuen, wenn ich Eure Erfahrungen zum Thema lesen
könnte.


Nic

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