Nun, ich habe bereits einiges über die Minoritenkeller-Geschichte gepostet,
siehe die Betreffe "Saal zugelassen für 120 Personen?!" und
"Minoritenkeller, die 2te". Jetzt ist aber was passiert, das dem Faß den
Boden aushaut...
Die Stadtgemeinde Tulln hatte mir folgendes mitgeteilt:
"Den Minoritenkeller kann für eine PRIVATE Veranstaltung jeder ausleihen;
eine ÖFFENTLICHE Veranstaltung kann nur ein Tullner Gastronom oder ein
Tullner Verein (also mit Vereinssitz in Tulln) durchführen. Jeder Tullner
Gastronom bzw. Verein darf genau einmal im Jahr eine Veranstaltung im
Minoritenkeller durchführen."
Ich hätte einen befreundeten Veranstalter gehabt, eine Firma, die in Wien
und auch am Land diverse Rockkonzerte veranstaltet. Den aber läßt die Stadt
Tulln nicht zu, da er kein Tullner Gastronom und auch kein Tullner Verein
ist. Ich habe einen Tullner Wirten, der die Gastro im Minoritenkeller machen
würde; den läßt die Stadtgemeinde aber nicht als Veranstalter zu, da er
heuer bereits ein Clubbing im Minoritenkeller veranstaltet. Mir wurde
seitens des Anlagenverleihers zugesagt, daß wir wahrscheinlich einen
Veranstalter bekommen, und er könne mir dies in ein paar Tagen sagen. Dies
teilte ich damals dem für den Minoritenkeller zuständigen Stadtrat mit,
wobei er mir bestätigte, den Termin reserviert zu haben.
Einige Tage darauf erhielt ich eine Massen-e-Mail, in der ein gewisser Herr
H. im Namen eines Tullner Vereins mitteilt, daß ein Clubbing im
Minoritenkeller stattfindet - als Datum war genau der Tag angegeben, an dem
unsere Veranstaltung ist.
Am selben Tag noch ruft mich einer der Band an und sagt: "Hurra, die Plakate
sind fertig, ich habe bereits veranlaßt, daß sie aufgehängt werden." Ich
erzählte ihm von dieser Massen-Mail, worauf er meinte, ich solle sie gleich
richtigstellen. Also sandte ich eine Mail an alle in der von Herrn H.
genannten Empfänger und teilte mit, daß an diesem Tag UNSERE Veranstaltung
ist, und das mit der anderen ein Irrtum sein müsse.
Am nächsten Tag rief ich den Herrn Pimperl an, der mir sagte, daß er nun den
Minoritenkeller anderweitig vergeben hat, weil ich ihm gesagt habe, daß ich
keinen Veranstalter habe bzw. die Personen/Firmen/Wirten, die ich als
Veranstalter vorgeschlagen habe, von der Stadtgemeinde nicht akzeptiert
wurden. Ich teilte dem Herrn Pimperl mit, daß bereits Plakate für "unsere"
Veranstaltung hängen. Ich rief auch den Herrn H. an, aber mit dem war nicht
zu reden.
Ich hatte schon früher der Band gesagt, sie soll mit dem Herstellen und
Verbreiten der Plakate warten, bis alle Bewilligungen da sind. Dies wurde
von der Band abgelehnt, weil es sonst wieder so wird wie beim letztenmal; da
trudelten die Bewilligungen erst im letzten Moment ein, daher wurden die
Plakate und Flyer viel zu spät fertig und kaum noch aufgehängt/verteilt
werden. Angeblich ist es bei derartigen Veranstaltungen üblich, die
Ankündigungen durchzuführen, auch, wenn noch nicht alle Bewilligungen da
sind, da man so eine Veranstaltung rechtzeitig ankündigen muß.
Nun teilt mir das betreffende Bandmitglied mit, daß die Plakate trotzdem
aufgehängt werden müssen, da die Herstellung gesponsort wurde und die Band
absolut nicht einsieht, die von ihr selber aufgestellten Sponsorengelder
(die vollständig in die Herstellung der Plakate und Flyer eingeflossen sind)
zurückzuzahlen; wenn die Band jezt die Plakate nicht aufhängt, wird sie
vertragsbrüchig und könnte auf Rückzahlung der Sponsorgelder geklagt werden.
Jedenfalls habe ich in unserer Gegend keine Plakate aufhängen lassen, weil
es mir widerstrebt, eine Veranstaltung zu propagieren, von der ich weiß, daß
sie nicht stattfindet.
Ich habe dieses Thema (bis hierher) mit einem Verwandten diskutiert. Der
meint, ich brauche mir keine Sorgen zu machen, da die Band in Eigenregie
gehandelt hat und ich somit nicht zur Verantwortung zu ziehen sein.
Nun erhalte ich auf meine Handy-Mailbox einen Anruf des Herrn H., daß mich
der Verein nun wegen des Propagierens "unserer" Veranstaltung an jenem
Termin, an dem "seine" Veranstaltung stattfindet, verklagt. Weiters teilt er
mir mit, daß er die Stadtgemeinde Tulln bereits entsprechend informiert hat.
So, nun meine (unvermeidbaren) Fragen:
1.) Kann/darf die Stadtgemeinde eigentlich bestimmen, daß der Veranstalter
ein Tullner Gastronom oder ein Tullner Verein sein muß und daß jeder nur
einmal im Jahr eine öffentliche Veranstaltung an dieser Location durchführen
darf?
2.) Wäre die Band tatsächlich vertragsbrüchig geworden, wenn die Plakate
nicht aufgehängt worden wären, insbesondere im Hinblick darauf, daß zum
Zeitpunkt des entsprechenden Vertragsabschlusses nicht bekannt war, daß
diese Veranstaltung nicht stattfinden wird.
3.) Mit welcher Rechtsgrundlage könnte mich der Veranstalter dieses anderen
Clubbings verklagen bzw. WEN könnte er verklagen? Veranstalter gibt's ja für
"unsere" geplante Veranstaltung noch keinen.
4.) Fällt jemanden hier noch etwas dazu ein?
5.) Wenn man einen Film dreht, der diese Geschichte (die das Leben so
schrieb) zum Inhalt hat, würde der ein Kassenschlager?
Weiters:
Selber bin ich ja kein Prozeßhansel (sofern man mich in Ruhe läßt), aber
wenn man mich tatsächlich verklagt, dann könnte dies leicht eine
Retourkutsche werden. (Darüber schreibe ich jetzt aber gar nichts.)
Hat irgendjemand hier Tips parat? Wer hat sich hier eigentlich "falsch"
verhalten? Es ist für mich eine schwierige Situation, ich will's mir ja mit
der Band auch nicht verscherzen. Was kann ich tun?
Gerhard
Klaus
> 1.) Kann/darf die Stadtgemeinde eigentlich bestimmen, daß der Veranstalter
> ein Tullner Gastronom oder ein Tullner Verein sein muß und daß jeder nur
> einmal im Jahr eine öffentliche Veranstaltung an dieser Location durchführen
> darf?
Was sollte dagegen sprechen? Warum sollten sie nicht vermieten können,
an wen sie wollen?
> 5.) Wenn man einen Film dreht, der diese Geschichte (die das Leben so
> schrieb) zum Inhalt hat, würde der ein Kassenschlager?
Schwer vorstellbar.
> Wer hat sich hier eigentlich "falsch" verhalten?
Plakate aufhängen und Flyer verteilen bevor Termin & Location
gesichert sind, halte ich für unklug. But hey, that's me.
Ingmar
Klaus Beach schrieb:
> Mein erster Gedanke dazu... Plakate aufhängen und ein Pickerl mit dem
> ungefähren Wortlaut wie "Leider abgesagt" drüber.
Der Herr von meiner Rechtsschutzversicherung hat auch gleich gemeint "Ihr
habt die Plakate aufgehängt, und gleich 'Abgesagt' drüber, hab' ich recht?"
Da mußte ich ihn leider enttäuschen. Nun habe ich das dem von der Band
erzählt. Der meint: "Wer hätte denn diese Aufkleber bezahlt? Der
Veranstalter des nunmehrigen Clubbings??"
Gerhard
Doch wohl der, der die Plakate aufhängen ließ ohne daß der Termin fixiert
war!
Wolfgang
Wolfgang Koenig schrieb:
> Gerhard Eichberger gibt zum Besten:
>
> > Der Herr von meiner Rechtsschutzversicherung hat auch gleich gemeint
> > "Ihr habt die Plakate aufgehängt, und gleich 'Abgesagt' drüber, hab'
> > ich recht?" Da mußte ich ihn leider enttäuschen. Nun habe ich das dem
> > von der Band erzählt. Der meint: "Wer hätte denn diese Aufkleber
> > bezahlt? Der Veranstalter des nunmehrigen Clubbings??"
>
> Doch wohl der, der die Plakate aufhängen ließ ohne daß der Termin fixiert
> war!
Beim Minoritenkeller wird der Termin immer erst drei, vier Tage vor der
Veranstaltung fixiert, da die Stadtgemeinde sich früher nicht festlegen
will. (Schließlich könnte [wie in diesem Fall] ja später noch jemand
daherkommen, der bei der Saalvergabe bevorzugt wird.) Man kann aber nicht
bis vier Tage vor der Veranstaltung warten und dann erst mit dem Drucken der
Plakate und Aufhängen derselben (wäre gar nicht möglich, weil Plakate auf
den Litfaßsäulen nur von Sonntag bis Sonntag hängen.) beginnen!
Gerhard
Ingmar Greil tippte:
> Thus spake "Gerhard Eichberger" <he...@ccc.at>:
>
> > 1.) Kann/darf die Stadtgemeinde eigentlich bestimmen, daß der
Veranstalter
> > ein Tullner Gastronom oder ein Tullner Verein sein muß und daß jeder nur
> > einmal im Jahr eine öffentliche Veranstaltung an dieser Location
durchführen
> > darf?
>
> Was sollte dagegen sprechen? Warum sollten sie nicht vermieten können,
> an wen sie wollen?
Weil die Stadtgemeinde eine öffentlich-rechtliche Körperschaft ist und somit
Kontrahierungszwang besteht. Anders wäre es, wenn der Saalvermieter ein
privates Unternehmen ohne Öffentlichkeitsstatus wäre.
Schließlich kann der zuständige Beamte auch nicht sagen, daß jemand keine
Baubewilligung bekommt, weil ihm seine Nase nicht paßt.
Und einer meiner Bekannten hat das nun so kommentiert:
"In Tulln dürfen so manche Sachen nur von arischen Tullnern unternommen
werden."
(Ich erspare mir, wieder mal Artikel IX des EGVG zu zitieren...)
> > 5.) Wenn man einen Film dreht, der diese Geschichte (die das Leben so
> > schrieb) zum Inhalt hat, würde der ein Kassenschlager?
>
> Schwer vorstellbar.
Naja, ich weiß nicht. Karin Montag hat den Roman "Tödliche Pilze"
geschrieben, in dem sie die lebensmittelrechtlichen Bestimmungen in
Deutschland anprangert. Fazit: Jemand fühlte sich persönlich angegriffen,
und ihr Buch darf in Teilen Deutschlands nicht verkauft werden...
> > Wer hat sich hier eigentlich "falsch" verhalten?
>
> Plakate aufhängen und Flyer verteilen bevor Termin & Location
> gesichert sind, halte ich für unklug. But hey, that's me.
Ich ja auch - außerdem könnte es jetzt sein, daß Leute sich an uns wenden
und die Fahrkosten rückersetzt bekommen wollen. Könnte ich die dann im
Regreßweg von der Stadtgemeinde zurückverlangen? (Werde ich aber wohl nicht
machen; schließlich will ich im Tullner Raum öfters noch Veranstaltungen
"machen".)
Gerhard
Ich gebe Dir einen Rat fürs Leben: Lass die Finger weg von
Veranstaltungen, Du kannst das einfach nicht. Übrigens, wie gehts
Deiner Mutter; hast Du Deinen Streit wegen der Sparbücher schon
ausgestanden?
J.E.
>> > Der Herr von meiner Rechtsschutzversicherung hat auch gleich
>> > gemeint "Ihr habt die Plakate aufgehängt, und gleich 'Abgesagt'
>> > drüber, hab' ich recht?" Da mußte ich ihn leider enttäuschen. Nun
>> > habe ich das dem von der Band erzählt. Der meint: "Wer hätte denn
>> > diese Aufkleber bezahlt? Der Veranstalter des nunmehrigen
>> > Clubbings??"
>> Doch wohl der, der die Plakate aufhängen ließ ohne daß der Termin
>> fixiert war!
> Beim Minoritenkeller wird der Termin immer erst drei, vier Tage vor
> der Veranstaltung fixiert, da die Stadtgemeinde sich früher nicht
> festlegen will.
Dann geht man wohl ein ganz schönes Risiko ein, wenn man plant, dort eine
Konzert aufzuführen. Und es wurde bei Dir eben schlagend ...
Wolfgang
(Dies schreibe ich mal in einem Internet-Café über
http://groups.google.com - mal schauen, ob es korrekt funktioniert...)
Wolfgang Koenig wrote:
> Gerhard Eichberger gibt zum Besten:
> > Beim Minoritenkeller wird der Termin immer erst drei, vier Tage vor
> > der Veranstaltung fixiert, da die Stadtgemeinde sich früher nicht
> > festlegen will.
>
> Dann geht man wohl ein ganz schönes Risiko ein, wenn man plant, dort eine
> Konzert aufzuführen. Und es wurde bei Dir eben schlagend ...
Ja, leider. Ich habe bereits mit einem kleineren Veranstaltern aus
Wien über diese Sache gesprochen. Diese sagen mir, daß man Monate vor
der Veranstaltung den Saal bestellt, was heißt, daß der Saalvermieter
die Vermietung schriftlich zu bestätigen hat. Die haben leicht reden -
was soll man denn machen, wenn sich die Stadtgemeinde weigert, vorher
zu unterschreiben? Ich meine, was würden denn Großveranstalter wie die
Rock Produktion machen, wenn's z. B. bei der Wiener Stadthalle oder
bei der Libro Disc Hallo so ablaufen würde? Und wenn dort dann auch
jeder Veranstalter nur einmal im Jahr eine Veranstaltung machen
dürfte?
Gerhard
> Ich gebe Dir einen Rat fürs Leben: Lass die Finger weg von
> Veranstaltungen, Du kannst das einfach nicht.
Wo siehst Du hier das Problem? Ich meine, ich bin da halt neu. Und es
ist ganz einfach so, daß ich als Fan gerne diese Band im Tullner Raum
auftreten lassen möchte - mit den hiesigen Veranstaltern sind da
leider keine brauchbaren Konditionen auszuhandeln; schließlich spielt
so eine Band nicht auf eigenes Risiko. Und der Minoritenkeller ist für
so eine Veranstaltung aufgrund seines Aussehens für eine derartige
Band recht gut geeignet. Der Wickerl sagte, dieser Keller sieht
genauso aus, wie der Cave-Club in Liverpool, wo die Beatles lange Zeit
aufgetreten sind. Ich will mit der Sache nichts verdienen und ich will
zeigen, daß man in einer kleineren Location in Tulln auch eine
hervorragende Veranstaltung machen kann. Weil die dauernd überfüllten
Clubbings da unten gehen mir schön langsam auf den Wecker - schade um
die herrliche Location, da werden Perlen vor die Säue geworfen...
Was muß man eigentlich können, um eine Veranstaltung durchzuführen?
Aber es interessiert mich ehrlich, wieso Du meinst, daß ich sowas
einfach nicht kann. Ich denke mir, daß alles geht, wenn man nur will.
Die Bedingungen sind halt etwas ungünstig, aber ich will halt die
ganzen Steine aus den Weg räumen. Natürlich fehlt mir da noch viel,
ich muß noch einiges lernen... Falls Du da ein paar Tips hast, kannst
Du mir gerne an Gerhard.E...@blackbox.net schreiben.
Manche sagen, ich habe einen ziemlichen Dickkopf; damit haben sie
garantiert recht.
> Übrigens, wie gehts Deiner Mutter; hast Du Deinen Streit wegen der
> Sparbücher schon ausgestanden?
Ich habe auf Anraten meiner Therapeutin diesbezüglich überhaupt nichts
mehr unternommen. Meine Mutter ist ein Mensch, der sich bei jeder
Gelegenheit aufregt, sich richtig hineinsteigert und dann einen
Herzanfall bekommt. Und da sie schon ziemlich alt ist, muß man sie ja
auch schonen. Irgendwo ist halt Anpassung notwendig, auch, wenn meine
Freunde meinen, daß die Anfälle meiner Mutter in Wirklichkeit eine Art
Mittel zur Machtausübung sind...
(Da sind wir allerdings schon arg themenungerecht.)
Gerhard
> Ich denke mir, daß alles geht, wenn man nur will.
Nö. Deine 7 cm kannst du zum Beispiel nicht verlängern. Selbst wenn du
willst.
> Die Bedingungen sind halt etwas ungünstig,
So isses ;-)
>> Was sollte dagegen sprechen? Warum sollten sie nicht vermieten können,
>> an wen sie wollen?
>
> Weil die Stadtgemeinde eine öffentlich-rechtliche Körperschaft ist und somit
> Kontrahierungszwang besteht.
Das wäre mir neu: die Behörde hat, im Rahmen der Hoheitsverwaltung
Entscheidungspflicht, aber im Rahmen der Privatautonomie keinen
Kontrahierungszwang. Über Drittwirkung der Grundrechte können wir
gerne reden :)
> Anders wäre es, wenn der Saalvermieter ein privates Unternehmen
> ohne Öffentlichkeitsstatus wäre.
Nur marginal.
Ingmar
> (Dies schreibe ich mal in einem Internet-Café über
> http://groups.google.com - mal schauen, ob es korrekt funktioniert...)
Funktioniert. Aber oben steht wie immer das völlig unnötige "Gerhard
Eichberger" - dein völlig unnötiges und hinderliches "Markenzeichen" -
ich lass' es diesmal stehen daß Du siehst, warum es unnötig ist.
> Ja, leider. Ich habe bereits mit einem kleineren Veranstaltern aus
> Wien über diese Sache gesprochen. Diese sagen mir, daß man Monate vor
> der Veranstaltung den Saal bestellt, was heißt, daß der Saalvermieter
> die Vermietung schriftlich zu bestätigen hat. Die haben leicht reden -
> was soll man denn machen, wenn sich die Stadtgemeinde weigert, vorher
> zu unterschreiben?
Das ist ganz einfach und ich wundere mich, warum Du da immer drauf
herumreitest: Entweder einen anderen Saal mieten oder im Vollbewußtsein
der geistigen Kräfte dieses Risiko tragen. Ende. Punkt.
> Ich meine, was würden denn Großveranstalter wie die Rock Produktion
> machen, wenn's z. B. bei der Wiener Stadthalle oder bei der Libro Disc
> Hallo so ablaufen würde? Und wenn dort dann auch jeder Veranstalter
> nur einmal im Jahr eine Veranstaltung machen dürfte?
Dann würde niemand die Stadthalle für Shakira buchen.
Wolfgang
>> Ich denke mir, daß alles geht, wenn man nur will.
>
>Nö. Deine 7 cm kannst du zum Beispiel nicht verlängern. Selbst wenn du
>willst.
Ich bekomme massig Mails wo mir sowas versprochen wird. Willst du
gucken? Schick ich dir ein paar.
:-))
#m
--
To invent an airplane is nothing.
To build one is something.
To fly one is everything.
-- Otto Lilienthal
Einen anderen Saal nehmen.
Bernd
Dann druck die "Abgesagt"-Pickerln, pick' sie drüber und verbuche die
ganze Aktion unter "Lehrgeld".
Ob du was draus lernst, sei dahin gestellt.
[...]
> Was muß man eigentlich können, um eine Veranstaltung durchzuführen?
Alle potentiellen Probleme _vorher_ lösen bzw. eine Lösung oder
Alternative in der Tasche haben - landläufig sagt man auch "Plan"
(oder meinetwegen "Planung") dazu.
> Aber es interessiert mich ehrlich, wieso Du meinst, daß ich sowas
> einfach nicht kann. Ich denke mir, daß alles geht, wenn man nur will.
Weil es nicht funktioniert hat?
> Die Bedingungen sind halt etwas ungünstig, aber ich will halt die
> ganzen Steine aus den Weg räumen. Natürlich fehlt mir da noch viel,
Das hast du offensichtlich nicht gemacht.
> ich muß noch einiges lernen... Falls Du da ein paar Tips hast, kannst
> Du mir gerne an Gerhard.E...@blackbox.net schreiben.
Vielleicht mal an den universalen Tip halten: Das Beste hoffen, das
Schlimmste fürchten?
Bernd
> Ich meine, was würden denn Großveranstalter wie die
> Rock Produktion machen, wenn's z. B. bei der Wiener Stadthalle oder
> bei der Libro Disc Hallo so ablaufen würde?
Gar nichts. Die sind nämlich seit 8.4.2002 im Konkurs (geringfügig) und der
Betrieb ist geschlossen.
Alexander
Dann war der Gerhard.E...@blackbox.net mit dem Thread 'Betrug
beim VAZ, St. Pölten' ein anderer?
Gerhard Eichberger wrote:
>
> Gerhard Eichberger
>
> Am 26. März 2003 bin ich nach St. Pölten ins VAZ gefahren, um mir STATUS QUO
> und MANFRED MANN'S EARTH BAND anzuschauen. Der Eintritt war Euro 40,--. Bei
> der Taschenkontrolle wurde mir gesagt, daß ich meinen Fotoapparat abgeben
> müsse. Ich erwiderte, daß das für mich nicht in Frage kommt. Da man mich
[...]
> Da ich eine Sammelklage gegen den Veranstalter plane, bitte ich weitere
> Geschädigte, sich bei mir unter Gerhard.E...@blackbox.net zu melden.
Bernhard
--
Low end Serverhousing ab 25 e inkl. 1x 11 e/GB, etc.: http://bksys.at
Ich schrieb:
"sofern man mich in Ruhe läßt"
Gerhard
> Was muß man eigentlich können, um eine Veranstaltung durchzuführen?
Termine fixieren, z.B..
--
Attachment? Nein: http://piology.org/ILOVEYOU-Signature-FAQ.html
begin LOVE-LETTER-UND-NIX-DAZUGELERNT.txt.vbs
I am a Signature, not a Virus!
end
Monopol bleibt Monopol. Und Behörde bleibt Behörde.
Genauso könnte ich sagen, die Gemeinde hat die Veranstaltung mit der
Begründung, daß ich weder Tullner Wirt noch Gastronom bin, nicht bewilligt.
Kommt sich aufs selbe raus, da ja Saalvermieter und Veranstaltungsbehörde
ideentisch sind.
> Über Drittwirkung der Grundrechte können wir gerne reden :)
Da gab's in der Blackbox eine recht rege Diskussion - allerdings gibt's
diese Konferenz nicht mehr. Ich habe mir das aber ausgedruckt, falls
gewünscht, könnte ich ja mal Ausschnitte daraus abtippen; ich muß aber
erstmal eruieren, ob hier was Brauchbares für at.gesellschaft.recht dabei
ist...
> > Anders wäre es, wenn der Saalvermieter ein privates Unternehmen
> > ohne Öffentlichkeitsstatus wäre.
>
> Nur marginal.
Kapital.
Gerhard
Ich lasse es seit einiger Zeit weg - nicht, daß mir jetzt Klagen kommen,
weil's fehlt! (Ist mir bei meinem damaligen Hotmail-Account tatsächlich
öfters passiert; da wurde mir gesagt, daß man laut Netiquette seinen Namen
und seine e-Mail-Adresse oben hinschreibt, da diese Informationen nicht
immer mitgesendet werden.)
> > Ja, leider. Ich habe bereits mit einem kleineren Veranstaltern aus
> > Wien über diese Sache gesprochen. Diese sagen mir, daß man Monate vor
> > der Veranstaltung den Saal bestellt, was heißt, daß der Saalvermieter
> > die Vermietung schriftlich zu bestätigen hat. Die haben leicht reden -
> > was soll man denn machen, wenn sich die Stadtgemeinde weigert, vorher
> > zu unterschreiben?
>
> Das ist ganz einfach und ich wundere mich, warum Du da immer drauf
> herumreitest: Entweder einen anderen Saal mieten oder im Vollbewußtsein
> der geistigen Kräfte dieses Risiko tragen. Ende. Punkt.
Anderer Saal ist leider aus diversen Gründen nicht (oder zumindest kaum)
möglich; der Minoritenkeller ist für eine derartige Veranstaltung am
geeignetsten. Auch der Band hat der Saal derart gefallen, daß sie wieder
spielen will - und zwar GENAU dort und in keinem anderen Saal.
> > Ich meine, was würden denn Großveranstalter wie die Rock Produktion
> > machen, wenn's z. B. bei der Wiener Stadthalle oder bei der Libro Disc
> > Hallo so ablaufen würde? Und wenn dort dann auch jeder Veranstalter
> > nur einmal im Jahr eine Veranstaltung machen dürfte?
>
> Dann würde niemand die Stadthalle für Shakira buchen.
Würde doch. Denn es gibt meines Wissens keinen anderen Saal dieser Größe in
Wien. (Das Stadion ist viel größer, und die Librodisc-Halle [wurde jetzt
umgetauft] ist viel kleiner.)
Gerhard
Welchen?
Beim Tullner Stadtsaal (der ist außerdem viel zu groß [für 900 Personen
zugelassen] und viel zu teuer) und beim Florahofsaal gelten dieselben
Bedingungen. Die Kunstwerkstatt kriegt laufend Schwierigkeiten wegen
Lärmbelästigung (muß die Nachtruhe ab 22 Uhr einhalten). Und der
Culture-X-Club hat unbrauchbare Konditionen - darauf steigt mir die Band
nicht ein. (Außerdem sind bei Konzertveranstaltungen dort meistens kaum
Leute da; offenbar ist der Besitzer der Lokalität bei vielen Tullnern
unbeliebt [warum weiß ich nicht], obendrein ist er ja nicht in Tulln,
sondern in Nitzing...) Und die Hallen am Messegelände kriegt man auch nicht,
weil das der dortige Betreiber nicht will. Und bei der Donaubühne bestimmt
sowieso die Stadt, wer auftritt und wer nicht.
Gerhard
Na, da wär' ich schon froh, wenn ich 7 cm hätte!
> > Die Bedingungen sind halt etwas ungünstig,
>
> So isses ;-)
Deshalb resignieren auch viele und Vieles findet dann ganz einfach nicht
statt. Ich finde aber, daß Resignation der falsche Weg ist. Kannst Du das
nachvollziehen?
Gerhard
Bitte, was ist das?
> >> Ich gebe Dir einen Rat fürs Leben: Lass die Finger weg von
> >> Veranstaltungen, Du kannst das einfach nicht.
> >
> > Wo siehst Du hier das Problem? Ich meine, ich bin da halt neu. Und es
>
> Dann druck die "Abgesagt"-Pickerln, pick' sie drüber und verbuche die
> ganze Aktion unter "Lehrgeld".
> Ob du was draus lernst, sei dahin gestellt.
Naja, was soll ich draus lernen? Fährt man nicht Auto, so fährt man sicher
nicht an einen Baum. No risk, no fun!
Es nächstens besser zu machen, das möchte ich lernen. Aber kann man's besser
machen?
> [...]
> > Was muß man eigentlich können, um eine Veranstaltung durchzuführen?
>
> Alle potentiellen Probleme _vorher_ lösen bzw. eine Lösung oder
> Alternative in der Tasche haben - landläufig sagt man auch "Plan"
> (oder meinetwegen "Planung") dazu.
Also, eine Planung habe ich bereits seit September 2002. Nur leider kam dann
alles anders, weil zuerst alles (Termin und Veranstalter) fixiert war (im
Sinne von mündlicher Vereinbarung), mir dann der Wirt mitteilte, daß ihn die
Stadtgemeinde nicht als Veranstalter zuläßt. Dann habe ich vier Wochen vor
dem Termin erfahren, daß es am selben Tag eine Konkurrenzveranstaltung
gibt - also war ich gezwungen, den Termin kurzfristig zu verschieben. Die
Stadtgemeinde bestätigte mir mündlich, den neuen Termin vorgemerkt zu haben.
Mir wurde auch vom Anlagenverleiher mitgeteilt, daß ich einen Veranstalter
bekomme; ein paar Tage später könne er mir dessen Namen sagen, dann wäre
alles endgültig fix. (Das war einen Monat vor dem Ersatztermin.) Zwei Tage
später kommt die Massen-e-Mail, daß ein Clubbing an eben jenem Tag ist - da
hat uns eben ein anderer den Keller weggeschnappt.
Es gibt in Tulln jedes Jahr Open-Air-Konzerte beim Aubad. Da bekommen die
Bands jeweils 100 Euro Gage, müssen aber selber die Musikanlage anmieten.
Die Tullnerfelder Bands gehen auf das ein, weil sie ja spielen wollen.
(Dementsprechend klingen auch die meisten.) Die Band, die ich will, geht
aber natürlich auf solche Konditionen nicht ein. Bei diesen
Open-Air-Konzerten gab's auch schon öfters schlechtes Wetter. Einmal wurde
deshalb der Termin um eine Woche verschoben, aber meist geht das nicht, weil
die Bands dann keine Zeit haben. Eine Ausweichmöglichkeit auf einen Saal
haben die Veranstalter der Openb-Airs ebenfalls nicht.
>
> > Aber es interessiert mich ehrlich, wieso Du meinst, daß ich sowas
> > einfach nicht kann. Ich denke mir, daß alles geht, wenn man nur will.
>
> Weil es nicht funktioniert hat?
Mein Gott, der Joe Cocker in Tulln hat auch nicht funktioniert - war ein
Mörderverlust für den Veranstalter (die Stadt Tulln). Ein Stadtrat hat
gemeint, er hätte dem Joe Cocker nur 1.500 Euro bezahlt, denn das verlangen
auch die Doctors of Rock 'n' Roll, und zu denen kamen weit mehr Gäste. (So
gesehen hat er gar nicht mal unrecht - nächstens sagen wir dem Joe Cocker
halt, er soll sich mit 1.500 Euro zufriedengeben.)
> > Die Bedingungen sind halt etwas ungünstig, aber ich will halt die
> > ganzen Steine aus den Weg räumen. Natürlich fehlt mir da noch viel,
>
> Das hast du offensichtlich nicht gemacht.
Und wie räumt man die aus dem Weg?
> > ich muß noch einiges lernen... Falls Du da ein paar Tips hast, kannst
> > Du mir gerne an Gerhard.E...@blackbox.net schreiben.
>
> Vielleicht mal an den universalen Tip halten: Das Beste hoffen, das
> Schlimmste fürchten?
Hm, ich sollte die Veranstaltung vielleicht wirklich gegen
Meteoriteneinschlag versichern lassen...
Gerhard
Hab' ich eh gemacht. Nur wenn sich der Saalvermieter dann nicht dranhält und
den Saal jemand anderem gibt, was soll man da machen?
Gerhard
> Deshalb resignieren auch viele und Vieles findet dann ganz einfach
> nicht statt. Ich finde aber, daß Resignation der falsche Weg ist.
> Kannst Du das nachvollziehen?
Ein Freund von mir, der Bernd K., hat sich in einer ähnlichen Situation
einmal so geärgert, daß er zur Bank gegangen ist und sich 10 Mio ATS
ausgeborgt hat und sich um das Geld eine große Halle gebaut hat. Jetzt muss
er halt ganz schön lange 60.000,- ATS (jetzt halt in Euro) pro Monat
zurückzahlen - aber er hat *seine* Halle.
Wär' das nichts für Dich?
Wolfgang
>> die Behörde hat, im Rahmen der Hoheitsverwaltung Entscheidungspflicht,
>> aber im Rahmen der Privatautonomie keinen Kontrahierungszwang.
> Monopol bleibt Monopol. Und Behörde bleibt Behörde.
Sorry, aber: nein.
>>> Anders wäre es, wenn der Saalvermieter ein privates Unternehmen
>>> ohne Öffentlichkeitsstatus wäre.
>> Nur marginal.
> Kapital.
Phänomenal.
Ingmar
> René Schuster:
> > Gerhard Eichberger wrote in at.gesellschaft.recht:
> >
> > > Was muß man eigentlich können, um eine Veranstaltung durchzuführen?
> >
> > Termine fixieren, z.B..
>
> Hab' ich eh gemacht.
Schriftlich?
> Schriftlich?
Eher ... beweisbar? Hat der Vertragspartners dem Termin zugestimmt?
Wolfgang
Nochmal:
Schriftliche Bestätigung gibt's von Seiten der Gemeinde erst drei bis vier
Tage vor der Veranstaltung, da sich die Gemeinde die Option freihält, den
Saal im letzten Augenblick noch anderweitig zu vergeben. Das ist bei allen
Sälen hier so, und dieses Risiko tragen eben ALLE Veranstalter.
Gerhard
Wie denn?
Hat der Vertragspartners dem Termin zugestimmt?
Ja, aber nur telefonisch.
Gerhard
Wolfgang Koenig <Wolf...@tratsch.org> wrote in message news:<C1Woa.163348$UR.15...@news.chello.at>...
Irgendwie haben es meine Eltern geschafft, daß ich bei den Banken als
"nicht kreditwürdig" gelte. Das mußte ich bemerken, als ich erstmals
einen Kredit beantragte; ich wollte von zuhause ausziehen, und dafür
hätte ich Geld gebraucht. Fazit: Ich wohne noch immer bei meinen
Eltern (die ohnehin nicht wollten, daß ich ausziehe.)
Ich will ja auch keine neue Halle bauen. Es gibt bei uns am Land genug
Säle, die die ganze Zeit leerstehen und Geld kosten; dennoch gehen die
Besitzer keinen Zentimeter von ihren Bedingungen herunter. So sind
natürlich die professionellen Veranstalter an diesen Sälen nicht
interessiert. Aber da lassen sie den Saal lieber 363 Tage im Jahr
leerstehen, bevor sie ihn zu anderen Bedingungen hergeben. Es ist
schade, das mitansehen zu müssen und nichts ändern zu können...
Man kann direkt von Glück sagen, daß es in Wien anders ist. Stellt
euch vor, sämtliche Säle in Wien hätten genau diese Bedingungen. Was
sollte dann ein Veranstalter machen, wenn alle Alternativen dieselben
Nachteile haben?
Es geht also nur so, daß die Veranstalter die Bedingungen akzeptieren,
anders geht es nicht, da kann man sich auf den Kopf stellen.
Ich habe das Thema vor ein paar Tagen mit einer Musikerin in meinem
Bekanntenkreis diskutiert. Sie sagte mir, sie kennt dieses Problem zur
Genüge und ist aus genau diesem Grund damals aus Kärnten nach Wien
ausgewandert, weil man in Kärnten genau gar nichts machen kann. Ihr
sind Tausende Festsäle am Land bekannt, die man nur unter der Prämisse
bekommt, daß der Saal erst wenige Tage vor der Veranstaltung fixiert
wird - unterschrieben wird meist überhaupt nicht. Sie sieht in genau
diesen Konditionen den Grund dafür, daß es in den meisten Gegenden am
Land keine Rock- oder Popkonzerte, dafür aber massenhaft leerstehende
Veranstaltungssäle (sogar sehr schöne) gibt. Sie meinte, man soll das
Land links liegen lassen, wenn die Saalbetreiber zu dumm sind und eben
nur in Wien was machen.
Ihrer Meinung bezüglich Konsequenzen bin ich nicht - wenn diese Band
in Wien spielt, dann gibt es zwar natürlich Applaus, aber man ist
einen solchen Level dort halt eh schon gewöhnt. Als diese Band aber
das erstemal in Tulln (im Minoritenkeller) spielte, da gab es
Begeisterungsstürme, sowas kennt man in Wien gar nicht mehr. Und alle
sagten: "Sowas war noch nie da!" Und sie haben damit recht. (Ich will
damit nicht sagen, daß diese Band an sich so irrsinnig hervorzuheben
sei, aber derartige Darbietungen gibt's halt in unserer Gegend einfach
nicht - DAS hat's ausgemacht.)
Daher möchte ich ganz einfach wieder in meiner Gegend sowas machen.
Wahrscheinlich bin ich ein Dickkopf.
Zuviel Idealist, zuwenig Realist?
Schlecht?
Deshalb ja auch meine Themen - ich will ganz einfach wissen, wie ich
es rechtlich durchbringe, die Veranstaltung durchführen zu können.
Gerhard