Berichte der Ärztezeitung

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T.Kajdi

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Apr 7, 2013, 8:54:04 AM4/7/13
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Ärzte Zeitung, 06.03.2013 06:03

KV Saarland

Online-Abrechnung wird zur Pflicht

Online-Abrechnung wird zur Pflicht

Die KV Saarland forciert die Online-Abrechnung - und setzt verbindlich aufs KV-SafeNet. "Wer mit uns abrechnen will, muss mitmachen", betont KV-Chef Dr. Hauptmann. Für den Umstieg erhalten Praxen Finanzspritzen.

Von Andreas Kindel

PERL-NENNIG. Für die knapp 2000 saarländischen Kassenärzte und Psychotherapeuten wird die Online-Abrechnung ab 1. Juli 2013 zur Pflicht. Das hat die KV-Vertreterversammlung jetzt einstimmig beschlossen.

Zum 1. Januar 2014 soll nach dem Beschluss außerdem die Online-Abrechnung mit "KV-SafeNet" verbindlich werden, mit dem ein vom Internet unabhängiger, geschützter "Tunnel" aufgebaut wird, um Daten mit höchster Sicherheit zu transportieren.

Voraussetzung ist lediglich ein internetfähiger PC. Außerdem müssen die Kassenärzte ein speziell konfiguriertes Zusatzgerät, eine sogenannte "Blackbox", kaufen.

KV-Finanzspritze für 500 Praxen

Schon jetzt beträgt der Anteil der Online-Abrechner im Saarland laut KV 70 Prozent. Die KV hatte den Anteil unter anderem mit einem Förderprogramm gesteigert und neue Kassenärzte nur noch zugelassen, wenn sie auch online abrechnen.

"Wir wollen jetzt mit sanftem Druck alle überzeugen, dass die Vernetzung die Zukunft ist", warb KV-Chef Dr. Gunter Hauptmann für die Online-Initiative.

Dazu wird es weitere Infoveranstaltungen geben. Zudem legt die KV ein neues Förderprogramm auf. Den ersten 500 Praxen, die die nötige "Blackbox" anschaffen, zahlt die KV 200 Euro. Und: Bis Ende 2015 übernimmt sie monatlich zehn Euro für die "Safe-Net"-Grundgebühr.

"Wer mit uns abrechnen will, muss mitmachen"

Nach Überzeugung Hauptmanns, der auch Vorsitzender der "KV-Telematik-ARGE" ist, bietet die Online-Umstellung nur Vorteile. "Die Kollegen können dann unmittelbar aus ihrem Praxisrechner ihre Abrechnungen abschicken."

Später sollen auf diesem Weg auch Dokumente wie Arztbriefe und Befunde an Kollegen gehen. Für die Arzt-Netze werde es außerdem einfacher, untereinander zu kommunizieren. Auch Krankenhäuser sollen bei der neuen Online-Abrechnung im Boot sein.

"Wer mit uns abrechnen will, muss dabei mitmachen", so Hauptmann. Die KV selbst erhofft sich durch die Umstellung, Kosten zu senken.

T.Kajdi

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Apr 15, 2013, 3:41:45 AM4/15/13
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Drastische Strafen für Abrechnungsbummler



Die KV Saarland zieht die Daumenschrauben an: Kassenärzte, die ihre Abrechnung nicht pünktlich abgeben, werden künftig stärker zur Kasse gebeten.

SAARBRÜCKEN (kin). Kassenärzte und Psychotherapeuten im Saarland, die ihre Abrechnung nicht pünktlich bei der KV abgeben, müssen künftig mit drastischen Strafen rechnen.

Wer die Abrechnung auch nur einen Tag nach Fristende abgibt, muss unter Umständen gleich mehrere tausend Euro Strafe zahlen.

Bisher gehen die Abrechnungsbummler im Saarland noch straffrei aus, wenn sie ihre Abrechnung mit weniger als einer Woche Verspätung abgeben.

Wie die Vertreterversammlung am Mittwochabend in Saarbrücken bei nur einer Gegenstimme beschloss, wird die Verwaltungskostenumlage bei Verspätungen unter einer Woche aber jetzt um fünf Prozentpunkte von 2,2 auf 7,2 Prozent erhöht.

"Ein herber Schlag"

Bei einem Quartalsumsatz von 50.000 Euro erhöht sich damit die Umlage von 1100 auf 3600 Euro. Bei Verspätungen von einer Woche wird die Umlage nach dem Beschluss sogar um zehn Prozentpunkte, bei Verspätungen von zwei Wochen um 20 Prozentpunkte angehoben.


http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/820260/kv-saarland-drastische-strafen-abrechnungsbummler.html


T.Kajdi

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Apr 17, 2013, 10:57:16 AM4/17/13
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Ärzte Zeitung, 17.04.2013 06:48

Saarland

Online-Zwang löst Proteststurm aus

Saarlands Ärzte sollen online abrechnen - und sind darüber gar nicht amüsiert. Das beschlossene Aus für die Abrechnung per Diskette hat an der Saar einen heftigen Protest der Basis entfacht - per Faxgerät. Die Kollegen befürchten ein "unkalkulierbares Risiko".

Von Andreas Kindel

 

Der Stift hat ausgedient, die Diskette bald auch: Kritiker fordern, dass die Vertreter ihren Beschluss zur Online-Abrechnung wieder kippten.

SAARBRÜCKEN. An der saarländischen Kassenarztbasis wächst der Protest gegen den von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) beschlossenen Zwang, ab 1. Juli nur noch online abzurechnen.

Schon jetzt läuft eine Protest-Fax-Aktion. Bei der nächsten KV-Vertreterversammlung wollen die Kritiker den Onlinezwang-Beschluss wieder kippen.

Im Februar hatte die saarländische Vertreterversammlung in Perl an der luxemburgischen Grenze beschlossen, dass die knapp 2000 saarländischen Kassenärzte und Psychotherapeuten ab 1. Juli nur noch online abrechnen dürfen.

Ab 2014 müssen sie dafür nur noch das "KV-SafeNet" nutzen, mit dem die Daten direkt aus dem Praxisrechner an die KV übermittelt werden. Zwar sollen auch dann noch Ausnahmen möglich sein, aber generell gilt nach dem Beschluss: Wer nicht mitmacht, kann nichts mehr abrechnen.

"Diese Entscheidung wurde klammheimlich ohne Diskussion und Kommunikation mit den betroffenen Vertragsärzten von unserer KV beschlossen", kritisiert der Homburger Internist Dr. Stefan Mörsdorf in einem Schreiben an seine Kollegen.

Der Beschluss sei erst durch die "Ärzte Zeitung" und Meldungen der Softwareanbieter bekannt geworden. Mörsdorf hat eine Protest-Fax-Aktion gestartet und seine Kollegen aufgerufen, bei der KV dem Online-Zwang zu widersprechen.

Mörsdorfs Kritik: Die Zwangsvernetzung der saarländischen Praxen sei ein "unkalkulierbares Risiko" für die Patientendaten.

Den Datenschutz könne man nicht gewährleisten - schon gar nicht "mit einem ‚saarländischen Rechnerzoo‘ mit mehr als 2500 individuell konfigurierten Servern". Und falls die Patientendaten in falsche Hände gerieten, sei völlig unklar, wer dafür haftet.

Jeder Dritte rechnet per Diskette ab

Die beiden Merziger Frauenärztinnen Dr. Margareta Kirsch und Agnes Abel verweisen in einem Offenen Brief an die Mitglieder der Vertreterversammlung darauf, dass man nun einen vorkonfigurierten und ferngewarteten Router in sein Praxisnetzwerk einbinden müsse.

Ihr Fazit: "Das hat nichts mit Datensicherheit zu tun, sondern stellt eine datentechnische Bedrohung für die Praxis dar".

Der Sprecher der Liste der Freien Ärzte, Dr. Thomas Kajdi, will auf der nächsten KV-Vertreterversammlung am 15. Mai beantragen, den Online-Zwang wieder zu kippen. "Ansonsten sind wir keine Bastion mehr für den Schutz der Patientendaten", sagt der Völklinger Nervenarzt.

Kajdi verweist auch auf die Kosten. Auf die saarländischen Vertragsärzte kämen Belastungen zwischen 250.000 und 2,3 Millionen Euro zu, schätzt er.

Die Online-Abrechnung ist nach Kajdis Angaben auch keineswegs gesetzlich vorgeschrieben. Es gebe lediglich eine Richtlinie der KBV. Doch die KV Saarland könne sich auch anders entscheiden. Dass dies möglich sei, zeige das Beispiel Hamburg.

Dort hätten die Vertragsärzte weiterhin auch die Möglichkeit, ihre Abrechnung auf einem Datenträger in die KV zu bringen. "Wir sind ja nicht gegen die Online-Abrechnung", sagt Thomas Kajdi.

"Wir wollen nur die Freiwilligkeit erhalten". Diese Sache an die Existenz eines Vertragsarztes zu knüpfen, gehe über die Kompetenz der KV hinaus.

Nach Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung haben Ende 2012 noch 36,4 Prozent der Mitglieder per Diskette abgerechnet. 63,6 Prozent rechneten online ab.

Dafür steht eine VPN-Lösung zur Verfügung, die ausschließlich von Stand-alone-Rechnern aus genutzt werden sollte und nur der Abrechnungsübertragung dient. Sie sei für die Übertragung von Patientendaten nicht zugelassen, so die KV.

Mehr über den Protest der saarländischen Vertragsärzte unter: http://tinyurl.com/cy28pyu

Copyright © 1997-2012 by Ärzte Zeitung Verlags-GmbH

 

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Kajdi verweist auch auf die Kosten. Auf die saarländischen Vertragsärzte kämen Belastungen zwischen 250.000 und 2,3 Millionen Euro zu, schätzt er.

Die Online-Abrechnung ist nach Kajdis Angaben auch keineswegs gesetzlich vorgeschrieben. Es gebe lediglich eine Richtlinie der KBV. Doch die KV Saarland könne sich auch anders entscheiden. Dass dies möglich sei, zeige das Beispiel Hamburg.

Dort hätten die Vertragsärzte weiterhin auch die Möglichkeit, ihre Abrechnung auf einem Datenträger in die KV zu bringen. "Wir sind ja nicht gegen die Online-Abrechnung", sagt Thomas Kajdi.

"Wir wollen nur die Freiwilligkeit erhalten". Diese Sache an die Existenz eines Vertragsarztes zu knüpfen, gehe über die Kompetenz der KV hinaus.

Nach Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung haben Ende 2012 noch 36,4 Prozent der Mitglieder per Diskette abgerechnet. 63,6 Prozent rechneten online ab.

Dafür steht eine VPN-Lösung zur Verfügung, die ausschließlich von Stand-alone-Rechnern aus genutzt werden sollte und nur der Abrechnungsübertragung dient. Sie sei für die Übertragung von Patientendaten nicht zugelassen, so die KV.

Mehr über den Protest der saarländischen Vertragsärzte unter: http://tinyurl.com/cy28pyu

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T.Kajdi

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May 17, 2013, 10:52:46 AM5/17/13
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Ärzte Zeitung online, 16.05.2013 18:03

Saarland

Zwang zur Online-Abrechnung kommt


Zwang zur Online-Abrechnung kommt

Die Kritiker konnten sich gegen die KV-Spitze mit ihren Protesten nicht durchsetzen. Ab Juli müssen Kassenärzte und Psychotherapeuten online abrechnen.

SAARBRÜCKEN. Die Proteste der Ärzte im Saarland haben keinen Erfolg gezeigt: Es bleibt beim Zwang für die rund 2000 Kassenärzte und Psychotherapeuten, ab 1. Juli nur noch online abzurechnen. Das hat die KV-Vertreterversammlung (VV) mit großer Mehrheit am Mittwoch, 15. Mai 2013, in Saarbrücken beschlossen.

Der Beschluss fiel eindeutig aus: Nur drei KV-Vertreter stimmten mit Nein. Es gab eine Enthaltung. Damit sind die KV-Mitglieder auch verpflichtet, ab 1. Januar 2014 das "KV-SafeNet" zu nutzen.

Damit werden die Daten aus dem Praxisrechner direkt an die KV übermittelt. Für die Umstellung hat die KV bereits ein Förderprogramm aufgelegt.

Heftiger Schlagabtausch

Der Entscheidung war ein heftiger Schlagabtausch vorausgegangen. KV-Chef Dr. Gunter Hauptmann sprach von einer "Kampagne" gegen die Pläne und warf seinen Kritikern vor, "ein schräges Verständnis von demokratischen Gepflogenheiten" zu haben.

Er spielte damit auf eine Umfrage unter den KV-Mitgliedern an, die der Nervenarzt Dr. Thomas Kajdi gestartet hatte.

An der nicht-repräsentativen Befragung beteiligten sich 146 Personen. 95 Prozent lehnten den Online-Zwang ab und meinten, dies habe ökonomisch keinen Sinn. 90 Prozent äußerten datenschutzrechtliche Bedenken.

86 Prozent sprachen sich dafür aus, notfalls gegen den Onlinezwang zu klagen. Parallel schickten viele Kritiker Protestfaxe an die VV-Mitglieder und an den KV-Chef.

Jeder soll selbst entscheiden

Kajdi hatte mit der Augenärztin Dr. Beate Posenauer und dem Internisten Dr. Kurt Wiedemann beantragt, auf den Onlinezwang zu verzichten. "Wir sind nicht generell gegen die Online-Abrechnung", sagte Kajdi. "Aber jedes Mitglied soll selbst entscheiden, ob er am neuen System teilnimmt".

Wiedemann forderte die KV-Spitze auf, die Kosten für den Umstieg auf die neue Online-Abrechnung offenzulegen. Nach Schätzungen der Kritiker belaufen sie sich insgesamt auf mindestens 250.000 Euro.

Die KV-Vertreterversammlung hatte den Onlinezwang eigentlich schon bei einem Treffen im Februar beschlossen. Damals waren aber nicht alle VV-Mitglieder anwesend.

Dennoch waren am Mittwoch mehrere Redner der Meinung, die Sache müsse nicht noch einmal infrage gestellt werden. KV-Chef Hauptmann versprach umfassende

 Information - auf einer Veranstaltung für alle Kassenärzte am 5. Juni in Saarbrücken. (kin)

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