„Eine der emotionalsten Sitzungen, die ich in der KV erlebt habe“ zit. Dr. Wagner, VK
Meine Eindrücke
von der öffentlichen Sitzung der KV
Vollversammlung am 15.5.13:
Dr. Hauptmann gab mir im Bericht zur Lage die alleinige Schuld am
Widerstand gegen die Beschlüsse. So
als hätte es all die vielen
individuellen Briefe und auch die vorangehende Faxaktion anderer Kollegen, und die vielen Faxe als ernstgemeinte
Meinungsäußerung von Kollegen gar nicht gegeben. Er gab an „Schläge unter die Gürtellinie“ durch
mich erlitten zu haben und, dass ich
sein „Vertrauen missbraucht“ hätte, weil ich angeblich wichtige
vertrauliche Informationen aus einem
„vertraulichen Gespräch“[i] vor der Februarsitzung in Perl weitergegeben
hätte. Was er damit meint bleibt bis heute
ein Geheimnis für mich aber mit dieser Aussage gelang ihm ein
effizienter Einstieg in die Desavouierung meiner Person, die in dieser VV
vom 15.5.13 einen Höhepunkt fand.
Denn im Anschluss haben gleich zwei weitere Redner( Dres. Rehlinger , Rolshoven ) in dieselbe Kerbe gehauen und auf angeblich datengeschützes Protokollmaterial hingewiesen und unterstellt ich hätte geheimzuhaltende Protokolle unzulässigerweise veröffentlicht . Sie meinten damit den Teil eines Protokolls einer öffentlichen Sitzung[ii] vom 23.Februar 2013, den ich ins Internet gestellt hatte, weil mich mehrere entrüstete Kollegen angerufen hatten, wie das denn sein könne. dass die Ärzteschaft von einer Softwarefirma noch vor einem Rundschreiben der KV über deren Beschlüsse informiert werden kann.
Ich sagte daraufhin, ich fände es seltsam, dass man sich über angebliche Protokollverletzungen mehr erregt als über die schlechte Informationspolitik der KV , die zu Recht von der ärztlichen Basis moniert worden sei. Habe auch betont, dass ich auch meines Wissens in dieser Legislaturperiode noch nicht die Maulkorbverpflichtung unterschrieben habe (die eine effiziente Information der Kollegenschaft manchmal unmöglich machen könnte)- und so war mein Eindruck- gerade jetzt dazu benutzt werden sollte!
Dr. Rehlinger hielt mir -wie Dr Hauptmann eine Art „schiefes Demokratieverständnis“ vor, hätte ich doch gewagt mit einer Umfrage an der Basis , den fast einstimmigen Beschluss der Vollversammlung in Frage zu stellen und jetzt mit einem Antragsvorstoß zusammen mit zwei weiteren Kollegen eine Neuabstimmung über das Thema veranlasst. Das sei undemokratisch. Dr. Rehlinger beklagte auch den Stil (Belästigung mit Faxen durch Kollegen), was auch von Dr. Bethscheider aufgenommen wurde, der diese Belästigung als „Spam“ abtat und grundsätzlich in Zweifel zog, dass diese Aktion so viel Resonanz gehabt hätte. Schließlich habe er nur 12 Faxe bekommen und er sei ja ganz oben auf der Liste- er gab an, dass er daran zweifele, dass Menge (149 Faxe) und Inhalt der von mir ausgewerteten (und öffentlich gemachten aber) anonymen Antworten überhaupt der Realität entsprachen. Das Angebot das Umfrageergebnis notariell unter Wahrung der versprochenen Anonymität für die Teilnehmer überprüfen zu lassen hat er nicht angenommen.
Ich wies darauf hin, dass man als KV Vertreter Reaktionen seine Wähler aushalten müsse und dass es mich befremdet, dass 12 Faxe schon als Belästigung aufgefasst würden- ich hätte 149 bekommen- woraufhin Dr. Hauptmann angab er habe sogar 179 erhalten.
Dr. Rolshoven kritisierte in seiner Stellungnahme neben meinem „gestörten Verhältnis zum Datenschutz“ auch die Art des Fragebogens als oberflächlich, ging gar nicht auf die Verlinkungen und die Vielzahl zusätzlicher Infos der elektronischen Fragebögen ein, und mahnte an, dass die KV jetzt endlich unbedingt eine adäquate Informationsaktion zu KV Safenet starten müsse - wenn es denn nicht schon zu spät wäre.
Nachdem ich mich über diese Art des „Abbürstens meiner Person“ ohne Sachargumente in der VV beschwert hatte schob Dr, Hauptmann noch mal nach zur allgemeinen Senkung der Beißhemmung nach: ich sei „ nicht das arme Würstchen als das er sich hier ausgibt“.
Für mich war diese Sitzung ein Beispiel für die „Desavouierung in der Gruppe“ statt Diskussion mit echten Argumenten. Soll das etwa „parlamentarische Arbeit“ sein?
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Kajdi
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[1] Nun fand zwar ein Gespräch statt, das aber im wesentlich im Austausch seiner bereits im Vorfeld bekanntgegebenen Positionen war, deren inhaltliche Weitergabe meinerseits weder sinnvoll noch neu gewesen wäre und die ich auch deshalb nicht weitergegeben habe. Umkehrt hatte ich in dem Gespräch die dringende Bitte an ihn meine Position an die Mitglieder der VV weiterzugeben, da ich selbst in Urlaub ging, was er mit den Worten quittierte „ich nehme das mal mit“.
[1] Hier der Beleg : Gästeliste der öffentlichen Sitzung