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Passivrauchen/Gasherd

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Harald Weidner

unread,
Feb 8, 1995, 4:54:19 AM2/8/95
to
Hallo,

Ich suche Informationen ueber die Gesundheitsgefahren, die von
- Passivrauchen und
- Oel- oder Gasgeraeten im Haushalt (Herd, Boiler)
ausgehen. Wer kann mir Infos oder Verweise auf Literatur zukommen lassen?

Bei Interesse poste ich hinterher eine Zusammenfassung.

Tschau, Harald
--
Harald Weidner +49 721 25597 The world is a stage
s_w...@ira.uka.de Where we all can play
Stephanienstr. 21 uk...@rz.uni-karlsruhe.de Another fine reason
76133 Karlsruhe Heavy@irc To live

Paul Lenz

unread,
Feb 9, 1995, 1:06:00 PM2/9/95
to
uk...@rzstud1.rz.uni-karlsruhe.de (Harald Weidner) schrieb am 08.02.95:

> Ich suche Informationen ueber die Gesundheitsgefahren, die von
> - Passivrauchen und
> - Oel- oder Gasgeraeten im Haushalt (Herd, Boiler)
> ausgehen. Wer kann mir Infos oder Verweise auf Literatur zukommen
> lassen?

DEUTSCHES KREBSFORSCHUNGSZENTRUM:

Passivrauchen und Lungenkrebsrisiko


Waehrend der ursaechliche Zusammenhang von Tabakrauchen und Entste-
hung von Tumoren der Lunge und anderer Organe eindeutig feststeht,
ist seit den ersten Berichten ueber einen moeglichen Zusammenhang
zwischen Lungenkrebsrisiko und Passivrauchen im Jahre 1981 dieses
Thema weiter epidemiologisch beforscht und intensiv debattiert wor-
den. Ende der 80er Jahre sind einige Uebersichtsarbeiten erschienen,
in denen versucht wurde, die epidemiologische Evidenz zusammenzufas-
sen. Je nach Zeitpunkt dieser Uebersicht haben die entsprechenden
Autoren ueber zehn Fall-Kontroll-Studien und bis zu vier Kohorten-
studien betrachten koennen. [...]

Aus allen Zusammenstellungen ist erkennbar, dass die vorgestellten
Studien zum ueberwiegenden Teil ueber Risikoerhoehungen bei Passiv-
rauchexposition berichten, welche je nach Studiengroesse und -anlage
von unterschiedlicher statistischer Signifikanz ausfallen. Die Auto-
ren der jeweiligen Zusammenfassungen diskutieren moegliche Erklae-
rungen fuer die beobachteten Effekte. Dabei bleibt nicht aus, dass
methodischen Aspekten, wie insbesondere die Validitaet der Exposi-
tionsbestimmung, unterschiedliches Gewicht beigemessen wird. In
Wuerdigung saemtlicher Umstaende gelangen die verschiedenen Autoren
zu Einschaetzungen, dass der geschaetzte Effekt durch Passivrauchen
im Unschaerfebereich der heutigen epidemiologischen Verfahren liegt,
bis zu der Aussage, dass ein kausaler Effekt sehr wahrscheinlich
ist.

Die dabei diskutierte Frage der Validitaet fragebogenmaessig erhobe-
ner Informationen zur Passivrauchexposition hat zu einer Reihe von
methodischen Untersuchungen gefuehrt, in welchen Fragebogenangaben
mit Untersuchungen zum Kotiningehalt im Urin gekoppelt wurden. Diese
haben uebereinstimmend gezeigt, dass fragebogenmaessig erhobene
Angaben zur Passivrauchanamnese als sehr valide eingeschaetzt werden
koennen, da sie gut mit den biochemischen Markern korrelieren.


Diese methodischen Schwierigkeiten und Probleme beachtend wurde in
den USA eine weitere Fall-Kontroll-Studie zum Lungenkrebs bei nicht-
rauchenden Frauen durchgefuehrt, die in vielerlei Hinsicht metho-
disch besser und auch wesentlich groesser als alle vorherigen Stu-
dien ist. Diese Studie zeigt mit grosser Deutlichkeit einen klaren
Anstieg des Lungenkrebsrisikos mit zunehmender Passivrauchexposi-
tion. [...]


Aufgrund der vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen sieht
das Deutsche Krebsforschungsinstitut im Passivrauchen einen erkenn-
baren Risikofaktor fuer die Entstehung des Lungenkrebses und
schaetzt, dass in der BRD jaehrlich etwa 400 Lungenkrebstodesfaelle
bei Nichtrauchern auf Passivrauchen zurueckzufuehren ist.

Quantitative Betrachtung
------------------------

Um eine quantitative Betrachtung durchzufuehren, wieviele Lungen-
krebstodesfaelle bei Nichtrauchern pro Jahr in der Bevoelkerung auf
Passivrauchen zurueckgefuehrt weerden koennen, sind folgende Annah-
men zu machen (die Berechnungen beziehen sich auf die Bundesrepublik
Deutschland, inkl. neue Bundeslaender):

Anzahl der Lungenkrebstodesfaelle pro Jahr:
Maenner: ca. 25.000; Frauen: ca. 5.000.
(siehe Referenz A)

Anteil der Nichtraucher unter den Lungenkrebstodesfaellen:
Maenner: 2,5% = 625; Frauen: 25,0% = 1.250.
(siehe Referenz B)

Praevalenz des Passivrauchens:
(Anteil p der Maenner bzw. Frauen, die eine regelmaessige
Exposition gegenueber dem Tabakrauch anderer Personen haben:
Maenner: 50-70%, Frauen: 60-80%
(siehe Referenz C)

Relatives Risiko fuer Passivrauchen:
Das Risiko eines Nichtrauchers mit Passivrauchexposition,
an Lungenkrebs zu sterben, gegenueber dem Risiko eines
Nichtrauchers ohne Passivrauchexposition ist etwa
um das 1,4fache (RR = 1,4) erhoeht.
(siehe Referenz D)

Aus diesen Angaben laesst sich der Anteil der Lungenkrebstodesfaelle
unter Nichtrauchern, der auf Passivrauchen zurueckzufuehren ist,
schaetzen. Dieser Anteil wird auch als attributales Risiko
bezeichnet. Das attributale Risiko (AR) berechnet sich nach der
Formel AR = [p (RR - 1)] / [p (RR - 1) + 1]. (siehe Referenz E)

Unter Annahme von RR=1,4 und einer mittleren Praevalenz fuer Maenner
von p=0,6 und Frauen von p=0,7 ergibt sich:
AR (Maenner) = 20%, AR (Frauen) = 22%.

Fuer die BRD ergibt sich daraus eine geschaetzte Anzahl von
ca. 625 * 0,20 + 1.250 * 0,22 = 400 Lungenkrebstodesfaelle bei
Nichtrauchern pro Jahr, die auf Passivrauchexposition
zurueckzufuehren ist.


Referenzliste und weitere Informationen bei:
Nichtraucher-Initiative Deutschland e.V.
Carl-von-Linde-Str. 11
85716 Unterschleissheim
Tel.: 089-3171212 Fax: 089-3174047


> Bei Interesse poste ich hinterher eine Zusammenfassung.

JA, BITTE!!!


Proppi

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Paul Lenz, Friesenstr. 22, 30161 Hannover / |B \
Germany voice: +49 511-342451 --|--o-
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## CrossPoint v3.02 R ## Ts ts... wer quotet denn da Signaturen???

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