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neues System zur lueckenlosen Erhebung und Verwaltung pers Information

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Anoni

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Aug 8, 2003, 11:40:33 AM8/8/03
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Ein neues System zur lueckenlosen Erhebung und Verwaltung
persoenlicher Informationen ist in Florida entwickelt worden.

Quelle: http://www.netzeitung.de/spezial/kampfgegenterror/250052.html


Artikel
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Die Matrix ist da
06. Aug 17:27

Ein neues System zur lueckenlosen Erhebung und Verwaltung persoenlicher Informationen ist in Florida entwickelt worden. Es traegt den anspielungsreichen Namen «Matrix».

Es ist im wirklichen Leben wie im Film: Ist die Matrix einmal da, gibt es nirgendwo Zuflucht. Das fuerchten jedenfalls liberale Juristen und Buergerrechtler in den USA angesichts der Plaene des Staates Florida - regiert von Jeb Bush, dem Bruder des Praesidenten -, eine Metasuchmaschine fuer persoenliche Informationen auf den Computern der Sicherheitsbehoerden zu installieren.
Es soll, beteuern hochrangige Polizisten, nichts anderes koennen, als Ermittler bisher auch konnten, allerdings deutlich schneller und effizienter. Die Matrix, wie ihre Erfinder sie ernsthaft nennen, soll in den Datenbanken der Justizbehoerden der US-Bundesstaaten sowie der Bundesbehoerden und in «kommerziell verfuegbaren persoenlichen Daten» («Washington Post») gleichzeitig suchen koennen. Das Ziel: Lueckenlose Profile aller erfassbaren Eigenschaften und Bewegungen einer Person, minutenaktuell.
Wie viele aehnliche Ideen entstand jene fuer Matrix unter dem Eindruck der Terroranschlaege vom 11. September. Ein Softwareunternehmen, Seisint Inc. in Boca Raton, Florida, bot der Regierung die Entwicklung der Suchmaschine an und machte sich - ohne Vertrag und ohne Bezahlung zu fordern - gleich an die Arbeit, wie die «Washington Post» berichtet.
Seisint entwickelte die Suchmaschine «Who» (Wer), und Polizisten in den ganzen USA waren begeistert. Die Bundesregierung unterstuetzte die Entwicklung mit zwoelf Millionen Dollar, und zwoelf weitere Bundesstaaten stehen bereit, ihre Daten ins System einzupflegen. Fuer einen hochrangigen Polizeibeamten in Florida lag da nahe, das System Matrix zu nennen: Multistate Anti-Terrorism Information Exchange.

Recherche vereinfacht
Die Matrix gilt deshalb als besonders attraktiv, weil keine Behoerde, die sie nutzt, ihre Ermittlungsmethoden aendern muss. Sie erspart sich mit Hilfe des Projekts mitunter tagelange Recherchen in Datenbanken, die bislang alle ihre eigenen, separaten Zugaenge hatten. Matrix erschließt auf Knopfdruck alle Informationen aller Behoerden und privaten Datensammlungen, die an das System angeschlossen sind. Das Bundesministerium fuer Innere Sicherheit hofft daher, nach der gerade beschlossenen Testphase moeglichst alle relevanten Datenbanken in den USA in der Matrix zu vernetzen.
Von Fachdiensten und der Publikumspresse wird die Matrix als eine Art Rasterfahndungs-Automatik beschrieben. So kann sie einem Beispiel zufolge etwa den Namen und die Adresse jedes blonden Mannes herausfinden, der zu einer bestimmten Zeit im Umkreis eines bestimmten Ortes einen roten Pick-Up der Marke Ford fuhr.

Missbrauch befuerchtet
Datenschuetzer und Buergerrechtler sehen die Gefahr des Missbrauchs. Sie lassen allerdings unausgesprochen, was offensichtlich ist: Matrix wird den ueblichen Konkurrenzkampf unter den amerikanischen Sicherheitsbehoerden, der sich auch auf den Austausch von Informationen auswirkt, auf ein Minimum reduzieren. Eifersuechteleien waren im Kongress-Bericht ueber den 11. September als ein Hauptproblem der praeventiven Terrorbekaempfung angesehen worden.
Waehrend auch Datenschuetzer Terroristen gern weniger Freizuegigkeit goennen, sehen sie jedoch auch, dass sich die lueckenlosen Ueberwachungsmoeglichkeiten der Matrix auf jeden anderen ebenso erstrecken, der aus welchem Grunde immer unauffindbar sein will.
Seisint Inc. hat inzwischen die erste Bezahlung vom Staate Florida erhalten. Die Freigiebigkeit des Unternehmens zahlt sich auch sonst aus. So veroeffentlichte die Firma Lobesbriefe des FBI, der Einwanderungsbehoerde und des Secret Service, die ebenfalls mit Software beschenkt worden waren. Und Unternehmensgruender Hank Asher hat es nunmehr schriftlich, dass die beschenkten Behoerden kein Problem darin sehen, dass gegen ihn vor einigen Jahren noch wegen Drogenverdachts ermittelt worden war.

Es ist alles in der Matrix. (nz)


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