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Alle Neune - Erfolgreiche Kegelrobbensaison 2003/2004

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Matthias Wetzels

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Feb 27, 2004, 12:42:37 PM2/27/04
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Anders als der Seehund, der im Frühjahr und Sommer loslegt, ist es die
kälteste und schlichtweg unwirtlichste Jahreszeit, welche sich der größte
Meeressäuger der deutschen Gewässer ausgesucht hat, um seinen Nachwuchs zur
Welt zu bringen.

Während sich die Zugvögel in wärmere Gefilde zurückgezogen haben, herrscht
für die Kegelrobbe Hochsaison. Deren Jungtiere sind bestens für die widrigen
Bedingungen gerüstet. Eine dicke Speckschicht schützt sie vor den
winterlichen Lufttemperaturen und zudem erhalten sie Tarnung durch ihr
weißes Fell. Dabei haben die Wattenmeerbestände keine natürlichen Feinde.
Nur die raue Nordseenatur erschwert ihnen die ersten Lebenswochen. Der
Außensand von Amrum, welcher eine separate Population beherbergt, wird bei
beständig wehenden Westwinden überspült. Zum einen bildet sich eine
kälteisolierende Speckschicht erst nach den ersten zwei Lebenswochen, zum
anderen können die Jungen im Wasser nicht gesäugt werden. Als
Ausweichliegeplätze werden daher die naheliegenden Strände von Amrum und
Sylt angestrebt.

Bei täglichen Kontrollgängen von Schutzstation und Öömrang Ferian auf Amrum
wurden um die aufgefundenen Tiere flexible Ruhezonen eingerichtet. Dabei
wurden die Tiere, wenn möglich auch markiert. 8 Jungrobben konnten so ohne
Störungen auf dem Amrumer Kniepsand gesäugt werden. Eine weitere Robbe
tauchte am Sylter Strand auf. 20 - 25 junge Kegelrobben wurden auf dem
Jungnamensand beobachtet. Wenn es um den Schutz der Kegelrobben geht, ziehen
viele staatliche und ehrenamtliche Institutionen an einem Strang. Dazu
gehören der Öömrang Ferian, der Zoll, Verein Jordsand, das Nationalparkamt,
die Seehundjäger und das Wasser- und Schiffahrtsamt.

Nicht nur die Anzahl der angespülten Jungtiere, auch der im Vergleich zu
früheren Kegelrobbenwintern relativ frühe Start der Wurfsaison riefen reges
Interesse bei Einheimischen und Gästen hervor und die Naturschutzvereine vor
Ort leisteten eine erfolgreiche Öffentlichkeits- und Beobachtungsarbeit.
Mitarbeiter des Öömrang Ferian und der Schutzstation Wattenmeer haben
pünktlich zu Beginn der Kegelrobbenwurfsaison (bereits am 5. November wurde
bei einer Zählung auf dem Jungnamensand die erste junge Kegelrobbe
gesichtet) wieder eine Schutzzone auf dem Kniepsand eingerichtet. Diese soll
den noch tragenden Weibchen als Ausweich-Wurfplatz dienen, falls der
Jungnamensand überspült wird.

Zwei Totfunde konnten auf Amrum und Sylt verzeichnet werden. Ein Jungtier am
Hörnumer Strand hat sich darüber hinaus mit Öl verschmutzt. Doch insgesamt
kann bisher von einer erfolgreichen "Saison" für die Kegelrobben gesprochen
werden.

Die Geburtenzahlen geben Anlass dazu.


Mit freundlichen Grüßen

Dipl.Biol.Christof Goetze
SCHUTZSTATION WATTENMEER
Grafenstr. 23
24768 Rendsburg
Tel. 04331/23622
Fax 04331/25246
e-mail: geschaef...@schutzstation-wattenmeer.de
http://www.schutzstation-wattenmeer.de


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