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DRINGEND!!! - Kirchensteuer - Wer kann helfen?

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Thekla

unread,
Jun 19, 1999, 3:00:00 AM6/19/99
to
Mein Finanzamt hat mir im März 1999 eine Anfrage über meine
Religionszugehörigkeit zugeschickt. Ich habe daraufhin bei meinen Eltern
angefragt, die mir mitteilten, daß ich katholisch getauft bin. Dies war
bisher bei uns nie Thema - meine Eltern sind Lehrer in den neuen
Bundesländern und hatten früher kein Interesse daran, mich über meine
Kirchenzugehörigkeit aufzuklären. Später geriet dies einfach in
Vergessenheit.

Anyway, ich bin daraufhin sofort ausgetreten. Nun fordert das Finanzamt
Kirchensteuer für 1998 in Höhe von beinahe 1000 DM von mir. Ich bin nicht
gewillt, diese Steuer zu bezahlen für eine Institution, mit der ich bisher
nie zu tun hatte. Als ich getauft wurde, war ich gerade 6 Wochen alt, habe
nie irgendwelche religiösen Riten der katholischen Kirche mitgemacht/
abgeschlossen whatever.

Was kann ich tun? Habe ich rechtliche Möglichkeiten? Kennt jemand ähnliche
Präzedenzfälle, bei denen die Kirchensteuer nicht gezahlt werden mußte? Ich
brauche dringend Hilfe!

Herbert Orlich

unread,
Jun 19, 1999, 3:00:00 AM6/19/99
to
****
In Österreich gibt es eine ganze Menge "Absetzposten", die die Höhe der
Kirchensteuer erheblich reduzieren und von denen die Allgemeinheit in
der Regel gar nichts weiß. Vielleicht gibt es auch in D solche
Möglichkeiten und Sie können durch nachträgliche Geltendmachung dieser
Absetzposten die Höhe der Zahlung herabsetzen.
--
Rechtsanwalt Dr.Herbert Orlich, Wien
<kan...@orlich.at>
http://www.orlich.at/orlich/


SClasen

unread,
Jun 19, 1999, 3:00:00 AM6/19/99
to

>Nun fordert das Finanzamt
>Kirchensteuer für 1998 in Höhe von beinahe 1000 DM von mir. Ich bin nicht
>gewillt, diese Steuer zu bezahlen

Wirs ´te aber müssen.

MfG
SClasen

Thomas Abraham

unread,
Jun 19, 1999, 3:00:00 AM6/19/99
to
Thekla schrieb in Nachricht <7kg75r$90f$1...@unlisys.unlisys.net>...

|Mein Finanzamt hat mir im März 1999 eine Anfrage über meine
|Religionszugehörigkeit zugeschickt. Ich habe daraufhin bei meinen Eltern
|angefragt, die mir mitteilten, daß ich katholisch getauft bin. Dies war
|bisher bei uns nie Thema - meine Eltern sind Lehrer in den neuen
|Bundesländern und hatten früher kein Interesse daran, mich über meine
|Kirchenzugehörigkeit aufzuklären. Später geriet dies einfach in
|Vergessenheit.
|
|Anyway, ich bin daraufhin sofort ausgetreten. Nun fordert das Finanzamt

|Kirchensteuer für 1998 in Höhe von beinahe 1000 DM von mir. Ich bin nicht
|gewillt, diese Steuer zu bezahlen für eine Institution, mit der ich bisher
|nie zu tun hatte. Als ich getauft wurde, war ich gerade 6 Wochen alt, habe
|nie irgendwelche religiösen Riten der katholischen Kirche mitgemacht/
|abgeschlossen whatever.


zum einen wurde sicherlich von deinem arbeitgeber monatlich einkommenssteuer
abgeführt (bei dieser kst-höhe dürfte es keine lohnsteuer sein ;-) ) und
warum wurden zum anderen die k-steuern nicht abgeführt?
dazu sollte sich der arbeitgeber und das finanzamt doch einmal äußern - wenn
du selbständig bist, dann mußt du wohl oder übel zahlen, denn wenn du einer
kirchen angehörst, dann haben die auch anspruch auf dein geld ... ist zwar
komisch aber so ist es eben.
wenn es ein versäumnis deines arbeitgebers ist bzw. war, dann würde ich
einmal einen ra dazu befragen, welche möglichkeiten es gibt, die
steuerschuld zu stunden oder anzufechten.
gleiches würde ich bei einem verschulden des finanzamtes empfehlen - man
wird sicherlich eine für beide seiten faire lösung finden.

mfg thomas

[Tobias Huch]

unread,
Jun 19, 1999, 3:00:00 AM6/19/99
to
Dies ist keine Antowort auf die Fragen .....

1. hättest du dich informieren können (vorher)

2. ist es sehr schade, wenn jemand nicht willig ist, die Kirchensteuer zu
bezahlen, aber dennoch von der Kirche oft genug was bekommt
.....
jeder von uns bekommt mehr oder weniger finanzielle und soziale
Unterstützungen.
Ohne die Kirche, gäb' es keine soziale Absicherung in Deutschland.
Es ist nicht der Staat, von dem man was bekommt, sondern fast immer die
Kirche.

Man sollte daher für Leute, die nicht Kirchensteuer bezahlen eine
Erstzsteuer einführen [Sozialsteuer ... oder so ähnlich]

Grüße

Tobias Huch

Christoph von Nathusius

unread,
Jun 19, 1999, 3:00:00 AM6/19/99
to
In de.soc.recht.misc, [Tobias Huch] wrote:
>Dies ist keine Antowort auf die Fragen .....
>
>Ohne die Kirche, gäb' es keine soziale Absicherung in Deutschland.
>Es ist nicht der Staat, von dem man was bekommt, sondern fast immer die
>Kirche.

Soll ich jemandem Popcorn mitbringen?
Ich geh grad welches holen.

Christoph

Oliver Biber

unread,
Jun 19, 1999, 3:00:00 AM6/19/99
to

Thomas Abraham schrieb:

>
>
> zum einen wurde sicherlich von deinem arbeitgeber monatlich einkommenssteuer
> abgeführt (bei dieser kst-höhe dürfte es keine lohnsteuer sein ;-) ) und
> warum wurden zum anderen die k-steuern nicht abgeführt?

Ab welcher Höhe wird denn die Lohnsteuer zur Einkommensteuer? ;-)


>
> dazu sollte sich der arbeitgeber und das finanzamt doch einmal äußern - wenn
> du selbständig bist, dann mußt du wohl oder übel zahlen, denn wenn du einer
> kirchen angehörst, dann haben die auch anspruch auf dein geld ... ist zwar
> komisch aber so ist es eben.

Was ist denn daran komisch? Wenn Du einen gesetzlichen Tatbestand verwirklichst,
ist daran nunmal die Rechtsfolge geknüpft...


>
> wenn es ein versäumnis deines arbeitgebers ist bzw. war, dann würde ich
> einmal einen ra dazu befragen, welche möglichkeiten es gibt, die
> steuerschuld zu stunden oder anzufechten.

...oder einen Steuerberater. Anfechtung grundsätzlich mit Einspruch, Stundung
mit Stundungsantrag (bei unbilligen Härten)...vermutlich aber wenig
erfolgversprechend...


> gleiches würde ich bei einem verschulden des finanzamtes empfehlen - man
> wird sicherlich eine für beide seiten faire lösung finden.
>
> mfg thomas

Gruß,
Olli

Oliver Biber

unread,
Jun 19, 1999, 3:00:00 AM6/19/99
to

Christoph von Nathusius schrieb:

Bringst Du mir ne Flasche Meßwein mit? Ich möchte mit Euch auf die
menschenfreundliche Schwangerschaftsberatung der Kirche trinken!
Vorsicht: Schwer OT! :-0!

Gruß,
Olli

Thomas Abraham

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
Oliver Biber schrieb in Nachricht <376C04E6...@cww.de>...

|Ab welcher Höhe wird denn die Lohnsteuer zur Einkommensteuer? ;-)


sorry - ich kenne keinen lohnempfänger, der mind. 1000,- dm kst zahlen muß,
dafür jede menge gehaltsempfänger
es muß ja einen unterschied geben, oder warum spricht man von der lohn- bzw.
einkommenssteuererklärung (erstere kann, zweitere muß erstellt werden).

|Was ist denn daran komisch? Wenn Du einen gesetzlichen Tatbestand
verwirklichst,
|ist daran nunmal die Rechtsfolge geknüpft...


hmmm, darüber sollte ich einmal nachdenken ;-)

|...oder einen Steuerberater. Anfechtung grundsätzlich mit Einspruch,
Stundung
|mit Stundungsantrag (bei unbilligen Härten)...vermutlich aber wenig
|erfolgversprechend...


oder diesen - sorry

mfg thomas


Axel

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

Thomas Abraham <po...@aol-hof.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7kgp87$o5m$1...@news03.btx.dtag.de...

denn wenn du einer
> kirchen angehörst, dann haben die auch anspruch auf dein geld ... ist zwar
> komisch aber so ist es eben.

Gehört man denn mit der Taufe automatisch einer Kirche an?
Ich denke dazu gehört auch noch mehr. Die Kirche in der Du Mitglied bist
meldet dem zuständigen Finanzamt, daß dieses den Mitgliedsbeitrag
Kirchensteuer) einzieht. Da die Kirche sich hierfür bisher noch nicht
interessiert hat, bezweifle ich ernsthaft, daß hier eine Mitgliedschaft
besteht.
Eventuell mal mit der zuständigen Kirche sprechen, ob hier ein rückwirkender
Austritt ( zum 1.1.98) möglich ist.

Gruß Axel

Thomas Abraham

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
Axel schrieb in Nachricht <7kh6f0$jij$1...@newsread.do.de.uu.net>...

|Gehört man denn mit der Taufe automatisch einer Kirche an?


du gehörst der jeweiligen glaubensgemeinde an - oder täusche ich mich!?
als ungetaufte person genießt du in der schule anstelle des reli-unterrichts
ethik, was meist mangels schüler ausfällt - ich hatte nicht das glück und
mußte die schulbank drücken ;-)

|Ich denke dazu gehört auch noch mehr. Die Kirche in der Du Mitglied bist
|meldet dem zuständigen Finanzamt, daß dieses den Mitgliedsbeitrag
| Kirchensteuer) einzieht. Da die Kirche sich hierfür bisher noch nicht
|interessiert hat, bezweifle ich ernsthaft, daß hier eine Mitgliedschaft
|besteht.
|Eventuell mal mit der zuständigen Kirche sprechen, ob hier ein
rückwirkender
|Austritt ( zum 1.1.98) möglich ist.


meines wissens nach ist das der fixbetrag (von hundert), den du auf deine
lohn- oder einkommenssteuer zahlen mußt - egal ob du die stühle abnutzt oder
nicht :)

mfg thomas

p.s. kirchen sind durchaus nützlich, aber man sollte von den aktiven
mitgliedern eintritt verlangen (hört sich zwar hart an, ist aber sicherlich
eine faire lösung)


Oliver Biber

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

Thomas Abraham schrieb:

> Oliver Biber schrieb in Nachricht <376C04E6...@cww.de>...
> |Ab welcher Höhe wird denn die Lohnsteuer zur Einkommensteuer? ;-)
>
> sorry - ich kenne keinen lohnempfänger, der mind. 1000,- dm kst zahlen muß,
> dafür jede menge gehaltsempfänger
> es muß ja einen unterschied geben, oder warum spricht man von der lohn- bzw.
> einkommenssteuererklärung (erstere kann, zweitere muß erstellt werden).
>

Hallo, Thomas!

Sorry, ich war wohl etwas altklug :->>>>
Die Lohnsteuer ist nur eine Erhebungsform der ESt für Nichtselbständige, d.h.
die vermutliche ESt wird auf den monatlichen Zahlungszeitraum umgerechnet.
Insofern brauchen wir keine Unterscheidung zwischen Löhnern und
Gehaltsempfängern (auch Stefan Effenberg mit seinen 5,5 Mios hat ne
Lohnsteuerkarte).


>
> hmmm, darüber sollte ich einmal nachdenken ;-)
>

s,o. :->>>>>


>
> |...oder einen Steuerberater. Anfechtung grundsätzlich mit Einspruch,
> Stundung
> |mit Stundungsantrag (bei unbilligen Härten)...vermutlich aber wenig
> |erfolgversprechend...
>
> oder diesen - sorry
>
> mfg thomas

Gruß,

Olli

Thomas Poppner

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
Hi!

Ich mache die Gehaltsabrechnungen für ca. 550 Angestellte und 200 Pensionäre
und fürchte, ich kann dir keine positive Antwort geben.

Wenn ich dich richtig verstehe, bist du erst bei der
Einkommensteuerveranlagung für 1998 mit Kirchensteuer belegt worden. Das
bedeutet, dass wahrscheinlich die Steuerkarte 1998 nicht korrekt ausgefüllt
war, demnach dein Arbeitgeber (AG) auch keine KiSt einbehalten hat, und dies
nun vom Finanzamt im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung nachgeholt worden
ist.
Das ist ein besonders ärgerlicher Fall, weil es so auf einen Schlag gleich
ganz viel Geld kostet.

Mit der Taufe bist du automatisch Mitglied einer Glaubensgemeinschaft
geworden. In der DDR hat das keinen richtig interessiert, und ich gebe zu,
dass ich über die Umstellungsmodalitäten auf West-Gesetze nicht ganz
informiert bin. Aber ich schätze mal, dass du automatisch mit der Wende eine
ganz normale Kirchenkarteileiche einer Landeskirche geworden bist.

Damit bist du kirchensteuerpflichtig (was du natürlich nicht merkst, solange
du kein eigenes Einkommen hast). Leider kannst du aus den Landeskirchen
nicht rückwirkend austreten, was auch irgendwie verständlich ist, weil ich
nämlich sonst am Montag noch zum Amtsgericht ginge und rückwirkend ab 1983
austreten würde. Von dem Geld würde ich mir dann ein neues Auto kaufen (oder
zwei, oder drei).

Dass du von der Landeskirche keine Leistungen in Anspruch genommen hast,
kannst du nicht geltend machen, denn du hättest ja auch sterben können, und
dann hättest du eine kirchliche Beerdigung bekommen (mit Predigt und Vater
Unser und so).

Du kannst versuchen, Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid einzulegen,
aber ich befürchte, dass das nichts bringen wird. Du warst Mitglied und
musst demnach auch bezahlen. Tut mir sehr leid, ich würde mich an deiner
Stelle auch sehr ärgern.

Das einzige, was du tun kannst, ist deine Eltern fragen, warum sie dich denn
unbedingt taufen ließen und diesen Ritus deinen Kindern zu ersparen.

Ich möchte noch etwas zu einem der anderen Personen sagen, die hier
geantwortet haben:

Ich bin aus Prinzip aus der Kirche ausgetreten, weil ich weder einen Papst,
noch irgendwelche hochbezahlten Bischöfe, Kardinäle, Pröbste, Dekane und wie
sie alle heißen, unterstützen will. Vieles dreht sich bei der Kirche um den
Glauben. Jeder, der dort was werden will, braucht ein Theologie-Studium.
Wozu eigentlich, wenn die doch nur soziale Dinge machen.

Ich bin nicht für eine "Zusatzsteuer" für Nichtkirchenmitglieder. Aber ich
bin dafür, einen Beitrag für einen - nennen wir es mal Sozial-Fonds - zu
leisten. Der kann sich dann um soziale Belange kümmern und muss sich nicht
mit Unsinnigkeiten wie dem Zölibat oder der Schwangerschaftsberatung
auseinandersetzen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Energie und vor allem
Geld durch solchen Unsinn gebunden und ausgegeben wird. Und die gruseligen
Gottesdienste können ja eigentlich auch von denen bezahlt werden, die
hingehen.

In diesem Sinne

Viele Grüße aus Wiesbaden

Thomas Poppner

Detlef Moldenhauer

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

[Tobias Huch] <Hu...@thisnet.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7kgq3d$j3t$1...@newsreader.ipf.de...

> Dies ist keine Antowort auf die Fragen .....
> 2. ist es sehr schade, wenn jemand nicht willig ist, die Kirchensteuer zu
> bezahlen, aber dennoch von der Kirche oft genug was bekommt

Was?

> jeder von uns bekommt mehr oder weniger finanzielle und soziale
> Unterstützungen.

Weniger!

> Man sollte daher für Leute, die nicht Kirchensteuer bezahlen eine
> Erstzsteuer einführen [Sozialsteuer ... oder so ähnlich]

Ganz nach dem 10. Gebot:
"Du sollst nicht begehren ... alles was dein Nächster hat" (2. Mose 20)


> Grüße
>
> Tobias Huch

Amen


Juergen Grieb

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
"[Tobias Huch]" wrote:

> jeder von uns bekommt mehr oder weniger finanzielle und soziale
> Unterstützungen.

> Ohne die Kirche, gäb' es keine soziale Absicherung in Deutschland.
> Es ist nicht der Staat, von dem man was bekommt, sondern fast immer die
> Kirche.

Jaja, und Maria war eine Jungfrau...

Glauben tut man in der Kirche aber nicht der Kirche.

--
Juergen
_______________________________________________________________________
** Juergen Grieb * jue...@eskimo.bb.bawue.de.de * NeXTMail/Mime **
** "I didn't know it was physically possible, but this sucks **
** and blows at the same time!" - Bart Simpson **


Thorsten Guenther

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
In <7kgq3d$j3t$1...@newsreader.ipf.de> "[Tobias Huch]" wrote:
>jeder von uns bekommt mehr oder weniger finanzielle und soziale
>Unterstützungen.
>Ohne die Kirche, gäb' es keine soziale Absicherung in Deutschland.
>Es ist nicht der Staat, von dem man was bekommt, sondern fast immer die
>Kirche.

Steht die Verbreitung der Caritaslüge eigentlich immer noch nicht unter
Strafe?

Thorsten

--
"No llamas were mistreated or injured during the making of this compact disc."
- excerpt from the legal disclaimer of "Tempest 2000 - The Soundtrack"

Anke Nägele

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
"[Tobias Huch]" wrote:

> Dies ist keine Antowort auf die Fragen .....
>

> 1. hättest du dich informieren können (vorher)
>

> 2. ist es sehr schade, wenn jemand nicht willig ist, die Kirchensteuer zu
> bezahlen, aber dennoch von der Kirche oft genug was bekommt

> .....


> jeder von uns bekommt mehr oder weniger finanzielle und soziale
> Unterstützungen.
> Ohne die Kirche, gäb' es keine soziale Absicherung in Deutschland.
> Es ist nicht der Staat, von dem man was bekommt, sondern fast immer die
> Kirche.

Da bekomm ich doch bei der ARbeit glatt einen Lachanfall. Die *KIRCHE* stellt
unsere soziale Absicherung dar??
Ich würde eher sagen, daß hier eine religöse Organisation subventioniert
durch die Allgemeinheit ihre Thesen verbreitet. Siehe
Kindergartenfinanzierung: 2/3 bezahlt Kirche, 1/3 bezahlt Staat, aber es
werden von den meisten nur Kinder aufgenommen, die auch in der Kirche sind.
Wer bezahlt für wen??
Nee, so nicht. - Brille auf und gucken, was tatsächlich los ist.
Dieser einmalige Zustand, daß der Staat und die ARbeitgeber gezwungenermaßen
für eine private Organisation Gelder einziehen, schreit sowieso zum Himmel.
Wer bezahlt denn all die Lohnbuchhalter, die Finanzbeamten?? Die Kirche
etwa??
Und wo bekommt man bei der Kirche denn eine soziale Leistung, ohne daß ein
religiöser Bezug hergestellt wird??

<ärgerlich> Anke.


Elmar Haneke

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
On Sun, 20 Jun 1999 13:45:27 +0200, Anke =?iso-8859-1?Q?N=E4gele?=
<anke.n...@t-online.de> wrote:


>Siehe
>Kindergartenfinanzierung: 2/3 bezahlt Kirche, 1/3 bezahlt Staat, aber es
>werden von den meisten nur Kinder aufgenommen, die auch in der Kirche sind.

>Wer bezahlt f=FCr wen??

In diesem Beispiel subventioniert die Kirche eine Verpflichtung des
Staates. Wenn ein Kind nicht im kirchlichen Kindergarten aufgenommen
wird, besteht ein Rechtsanspruch auf die Aufnahme in einer anderen
Einrichtung, der Kostenanteil des Staates erhöht sich dann con 1/3 auf
3/3.

>Wer bezahlt denn all die Lohnbuchhalter, die Finanzbeamten?? Die Kirche
>etwa??

Das Finanzamt wird für das Einziehen der Kirchensteuer sehr gut
bezahlt, wenn man bedenkt, daß die eigentliche Berechnung
vollautomatisch vom Computer erledigt wird.

Elmar


Axel

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

Thomas Abraham <po...@aol-hof.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7kh8jp$2kf$1...@news00.btx.dtag.de...

> |Eventuell mal mit der zuständigen Kirche sprechen, ob hier ein
> rückwirkender
> |Austritt ( zum 1.1.98) möglich ist.
>
> meines wissens nach ist das der fixbetrag (von hundert), den du auf deine
> lohn- oder einkommenssteuer zahlen mußt - egal ob du die stühle abnutzt
oder
> nicht :)

Die Höhe der Steuer ist unumstritten. Willigt die zuständige Gemeinde (oder
Kirchenkreis) jedoch einem Austritt zum 1.1.1998 nachträglich zu, entfällt
die Besteuerungsgrundlage.
Ein freundliches Gespräch mit der zuständigen Stelle sollte hier vielleicht
zum Erfolg führen. Vielleicht hilft auch das Angebot einer Spende über z.B.
500,-- DM. ( Immerhin 500,-- DM gespart).
Jedoch sollte Thekla beachten, daß durch den Wegfall der Kirchensteuer sich
die Sonderausgaben verringern, was wiederum zu einer Erhöhung der
Einkommenssteuer führt. Mal den freundlichen Steuerberater fragen.

> p.s. kirchen sind durchaus nützlich, aber man sollte von den aktiven
> mitgliedern eintritt verlangen (hört sich zwar hart an, ist aber
sicherlich
> eine faire lösung)

Das Kirchen nützlich sind, steht außer Zweifel ( Ich arbeite selbst dort
;-)). Jedoch würde diese Regelung zu einem sozialen Absturz führen. Nur die
wenigsten Kirchenmitglieder sind aktiv. Die Einnahmen der Kirchen würden
drastisch sinken. Das dürfte nicht Sinn und Zweck der Regelung sein.

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

Oliver Biber <oe...@cww.de> schrieb in im Newsbeitrag:
376C05F8...@cww.de...

>
> Bringst Du mir ne Flasche Meßwein mit? Ich möchte mit Euch auf die
> menschenfreundliche Schwangerschaftsberatung der Kirche trinken!
> Vorsicht: Schwer OT! :-0!
>
Musstest Du schon mal zur Schwangerschaftsberatung ? :-O

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

Detlef Moldenhauer <Molde...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7khurf$9kq$1...@news06.btx.dtag.de...

>
> Ganz nach dem 10. Gebot:
> "Du sollst nicht begehren ... alles was dein Nächster hat" (2. Mose 20)
>
>
Da steht aber nur etwas von Haus, Weibern,Sklaven und Tieren. Von Geld steht
da nichts.
(Die Übersetzung wurde auch nicht vom Finanzminister gesponsort ;-))

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

Anke Nägele <anke.n...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
376CD457...@t-online.de...

>Da bekomm ich doch bei der ARbeit glatt einen Lachanfall. Die *KIRCHE*
stellt
>unsere soziale Absicherung dar??
>Ich würde eher sagen, daß hier eine religöse Organisation subventioniert

>durch die Allgemeinheit ihre Thesen verbreitet. Siehe


>Kindergartenfinanzierung: 2/3 bezahlt Kirche, 1/3 bezahlt Staat, aber es
>werden von den meisten nur Kinder aufgenommen, die auch in der Kirche sind.

>Wer bezahlt für wen??

Und was spricht dagegen? Jeder kann doch in die Kirche eintreten.
Auch andere Vereine werden subventioniert und bieten Leistungen nur für
ihrem Mitglieder an. Wer also eine solche Leistung in Anspruch nehmen möchte
muß Mitglied der Kirche sein. Die Hauptarbeit der Kirche liegt schon lange
nicht mehr in der Verbreitung ihrer Thesen, sondern im diakonischen bzw.
caritativen Bereich. Sehr viele Krankenhäuser,Pflegeheime und soziale
Einrichtungen werden von der Kirche bzw. ihrer Wohlfahrtsverbände betrieben.
Die Kirchen in Deutschland betreiben mehr Aktivitäten im sozialen Bereich
als der Staat.

>Nee, so nicht. - Brille auf und gucken, was tatsächlich los ist.
>Dieser einmalige Zustand, daß der Staat und die ARbeitgeber
gezwungenermaßen
>für eine private Organisation Gelder einziehen, schreit sowieso zum Himmel.

Die Kirche ist nicht privat!! Außerdem steht es jedem frei aus der Kirche
auszutreten, und damit dem Staat ( der übrigens sehr gerne die Beiträge
einzieht) und dem Arbeitgeber diese aufgezwungene Aufgabe abzunehmen. Auch
Deine vermögenswirksamen Leistungen werden direkt von Deinem Arbeitgeber
eingezogen, schreit das auch zum Himmel??

>Wer bezahlt denn all die Lohnbuchhalter, die Finanzbeamten?? Die Kirche
>etwa??

Ja!!

>Und wo bekommt man bei der Kirche denn eine soziale Leistung, ohne daß ein
>religiöser Bezug hergestellt wird??

Wenn Du sozial bedürftig bist jederzeit!! Scheinbar warst Du es noch nicht,
daher kannst Du es nicht nachvollziehen.

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

Thomas Poppner <thomas....@online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7khdqf$f8$1...@news.online.de...

>
> Ich bin aus Prinzip aus der Kirche ausgetreten, weil ich weder einen
Papst,
> noch irgendwelche hochbezahlten Bischöfe, Kardinäle, Pröbste, Dekane und
wie
> sie alle heißen, unterstützen will. Vieles dreht sich bei der Kirche um
den
> Glauben. Jeder, der dort was werden will, braucht ein Theologie-Studium.
> Wozu eigentlich, wenn die doch nur soziale Dinge machen.

Der Goßteil der Beschäftigten bei den Kirchen und deren Wohlfahrtsverbände
haben nicht Theologie studiert. Auch beschäftigt sich dieser Großteil nicht
mit dem Glauben sondern dem tatsächlichen Sozialdienst.

> Ich bin nicht für eine "Zusatzsteuer" für Nichtkirchenmitglieder. Aber ich
> bin dafür, einen Beitrag für einen - nennen wir es mal Sozial-Fonds - zu
> leisten. Der kann sich dann um soziale Belange kümmern und muss sich nicht
> mit Unsinnigkeiten wie dem Zölibat oder der Schwangerschaftsberatung
> auseinandersetzen.

Was hat denn das Zölibat mit den Ausgaben der Kirche zu tun?? Durch das
Zölibat werden doch gerade Personalkosten gespart. Keine Ehefrau, keine
Kinder ---> Kein erhöhter Ortszuschlag.
Die Schwangerschaftsberatung ist übrigens keine Erfindung der Kirche sondern
eine gesetzliche Vorgabe. Die Kirche bietet diese Beratung nur an ( IMHO
auch kostenlos) um sozial schwachen Frauen zu helfen.
Ob Du nun der Kirche beitrittst oder eine zusätzliche Sozialsteuer
entrichtest dürfte sich nicht viel nehmen. Der Staat würde mit Hilfe einer
solchen Mehreinnahme die vorhandenen Infrastrukturen wieter ausbauen ( das
sind u.a. die Kirchen) und keine neuen in aufbauen.

> Ich möchte nicht wissen, wieviel Energie und vor allem
> Geld durch solchen Unsinn gebunden und ausgegeben wird. Und die gruseligen
> Gottesdienste können ja eigentlich auch von denen bezahlt werden, die
> hingehen.
>

Welchen Unsinn??
Es bezahlen auch nur die Mitglieder der Kirchen.


Gruß Axel

[Tobias Huch]

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
> Was?

- Sozialhilfe
- Beratung
- Obdachlosenhilfe
- Asyl
- Rotes Kreuz
- ärztl. Versorgung
- Nothilfe
- Krankenpflege
- psyschologische Hilfen
... u.s.w.


da gibt's noch ne Menge .....

und wegen den paar Mark so ein Theater ... schlimm ist sowas

Grüße


Tobias Huch

[Tobias Huch]

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
> Jaja, und Maria war eine Jungfrau...
>
> Glauben tut man in der Kirche aber nicht der Kirche.

*sie sind peinlich*

[Tobias Huch]

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to

> Steht die Verbreitung der Caritaslüge eigentlich immer noch nicht unter
> Strafe?

*sie sind peinlich*

[Tobias Huch]

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
<ärgerlich> Anke.

*sie sind peinlich*

[Tobias Huch]

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
Wer also eine solche Leistung in Anspruch nehmen möchte
> muß Mitglied der Kirche sein. Die Hauptarbeit der Kirche liegt schon lange
> nicht mehr in der Verbreitung ihrer Thesen, sondern im diakonischen bzw.
> caritativen Bereich. Sehr viele Krankenhäuser,Pflegeheime und soziale
> Einrichtungen werden von der Kirche bzw. ihrer Wohlfahrtsverbände
betrieben.
> Die Kirchen in Deutschland betreiben mehr Aktivitäten im sozialen Bereich
> als der Staat.

> >Und wo bekommt man bei der Kirche denn eine soziale Leistung, ohne daß


ein
> >religiöser Bezug hergestellt wird??
>
> Wenn Du sozial bedürftig bist jederzeit!! Scheinbar warst Du es noch
nicht,
> daher kannst Du es nicht nachvollziehen.

Das ist vollkommen richtig !

Endlich mal jemand, der weiss, wovon er redet !

Grüße

Tobias

Michael Freischlad

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
On Sun, 20 Jun 1999 18:01:18 +0200, "Axel" <ax...@knuut.de> wrote:

>
>Thomas Abraham <po...@aol-hof.de> schrieb in im Newsbeitrag:
>7kh8jp$2kf$1...@news00.btx.dtag.de...
>

>Jedoch sollte Thekla beachten, daß durch den Wegfall der Kirchensteuer sich


>die Sonderausgaben verringern, was wiederum zu einer Erhöhung der
>Einkommenssteuer führt. Mal den freundlichen Steuerberater fragen.


Beispiel: 1) 1000 DM KiSt = 1000 DM Ausgabe
5000 DM ESt = 5000 DM Ausgabe (abgestetze KiSt
---------------- eingerechnet)
6000 DM Ausgabe


2) keine KiSt = 0 DM Ausgabe
5500 DM ESt = 5500 DM Ausgabe (500 DM höhere
----------------- ESt, da keine
5500 DM Ausgabe KiSt abgesetzt
werden konnte,
bei einem fiktiven
ESt-Satz von 50%)

Da gibt es eigentlich nichts zu überegen.
Der Steuerzahler ist immer besser gestellt, wenn er die Ausgabe
nicht tätigt, auch wenn sie von der Steuer abgesetzt werden kann.
(Siehe Beispiel oben, bei dem onehin fast der höchste Steuersatz
unterstellt wurde)

Gruß
Michi +:-))

Michael Freischlad

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
On Sun, 20 Jun 1999 20:25:10 +0200, "[Tobias Huch]" <Hu...@thisnet.de>
wrote:

>> Was?
>
>- Sozialhilfe
>- Beratung
>- Obdachlosenhilfe
>- Asyl
>- Rotes Kreuz
>- ärztl. Versorgung
>- Nothilfe
>- Krankenpflege
>- psyschologische Hilfen
>... u.s.w.

Was haben das Rote Kreuz, die Sozialhilfe, ... (eigentlich fast alles
in der obigen Liste) mit der Kirche zu tun?

Gruß
Michi

Thomas Abraham

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
Axel schrieb in Nachricht <7kj7ro$esg$2...@newsread.do.de.uu.net>...

|Das Kirchen nützlich sind, steht außer Zweifel ( Ich arbeite selbst dort
|;-)). Jedoch würde diese Regelung zu einem sozialen Absturz führen. Nur die
|wenigsten Kirchenmitglieder sind aktiv. Die Einnahmen der Kirchen würden
|drastisch sinken. Das dürfte nicht Sinn und Zweck der Regelung sein.


glaube ich nicht, denn die kath. kirche hat, wie ich gehört habe,
beteiligungen in der wirtschaft laufen (z.b. coca cola).
kann natürlich auch falsch sein.
mir ist schon klar, daß das kleinvieh den mist (im positiven sinne) macht -
so möchte ich auch mein geld verdienen :) von jedem 3. deutschen 1 mark =>
viel kohle :)

mfg thomas

p.s. die inaktive mitgliederzahl haben sich die kirchen selbst
zuzuschreiben - sollten 'mal am konzept arbeiten!


Eberhard Blocher

unread,
Jun 20, 1999, 3:00:00 AM6/20/99
to
> Anyway, ich bin daraufhin sofort ausgetreten. Nun fordert das Finanzamt
> Kirchensteuer für 1998 in Höhe von beinahe 1000 DM von mir.

Kannst Du aber auch wieder gegensetzen bei der Bemessungsgrundlage für die
Einkommensteuer. Unterm Strich bleibt (je nach persönlichem Steuersatz)
eine Belastung von vielleicht 700 DM. Ich weiß, ich weiß, das wird Dir
auch zu viel sein. Dennoch vielleicht ein wichtiges Detail.

Eberhard Blocher, Chemnitz

Christian Griesbeck

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
Thomas Poppner <thomas....@online.de> wrote:

> Mit der Taufe bist du automatisch Mitglied einer Glaubensgemeinschaft
> geworden. In der DDR hat das keinen richtig interessiert, und ich gebe zu,
> dass ich über die Umstellungsmodalitäten auf West-Gesetze nicht ganz
> informiert bin. Aber ich schätze mal, dass du automatisch mit der Wende eine
> ganz normale Kirchenkarteileiche einer Landeskirche geworden bist.

Aber er hat keine Willenserklärung abgegeben Mitglied der Kirche seinen
zu wollen. Und zu DDR Zeiten gab es dort AFAIK keine Kirchensteuer,
seine Eltern haben also auch keine Willenserklärung abgegeben die die
jetzigen Rechtsfolgen in Kauf nimmt. (Vertragsirrtum?)

Trotzdem, auf zum Amtsgericht und vorsorglich austreten.


> Dass du von der Landeskirche keine Leistungen in Anspruch genommen hast,
> kannst du nicht geltend machen, denn du hättest ja auch sterben können, und
> dann hättest du eine kirchliche Beerdigung bekommen (mit Predigt und Vater
> Unser und so).

Diese Dienstleistung ist AFAIK nicht in der Kirchensteuer enthalten,
dafür dürfen deine Hinterbliebenen extra löhnen.


> Ich bin nicht für eine "Zusatzsteuer" für Nichtkirchenmitglieder. Aber ich
> bin dafür, einen Beitrag für einen - nennen wir es mal Sozial-Fonds - zu
> leisten.

Ähm, die sozialen Aufgaben die unter kirchlichem Deckmantel wahrgenommen
werden sind zum größten Teil aus den Steuergeldern aller finanziert, die
Kirchensteuer versickert für andere Aufgaben.


> Und die gruseligen
> Gottesdienste können ja eigentlich auch von denen bezahlt werden, die
> hingehen.

Gute Idee.
Aber üblicherweise wird ja während der Veranstaltung etwas kassiert, in
anderen Länder, wo es keine Kirchensteuer gibt, zahlen tatsächlich vor
allem die Nutznießer, und nicht die "Mitgefangenen" - und dort
funktioniert Kirche besser. In Deutschland hat das wohl eher mit dem
alten Ablasshandel zu tun: "Ich zahle doch brav meine Kirchensteuer, das
sollte doch genug gutes sein um ins Himmelreich zu kommen".

Preisfrage:
Wie ist die verträgt sich das Einziehen der Kirchensteuer durch das
Finanzamt mit der Trennung von Kirche und Staat?

--
||| Christian Griesbeck
|| grie...@stud.uni-frankfurt.de
| http://www.rz.uni-frankfurt.de/~griesbec/

Holger Knecht

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
Michael Freischlad schrieb:


Hallo,

das Rote Kreuz hat nichts mit der Kirche zu tun, vielleicht eher die
Johanniter Unfallhilfe oder der Malteserhilfsdienst (kommt eigentlich
von der Kirche).

Gruß
Holger
DRK :-)

Kai Fenner

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

"Thomas Poppner" <thomas....@online.de> wrote:

>Aber ich bin dafür, einen Beitrag für einen
>- nennen wir es mal Sozial-Fonds - zu
>leisten.

Ich glaube, die bisherigen Steuern, die letztlich einem (großen) Sozialfonds
zufließen (oder was ist der Staat sonst?), reichen erstmal.

>Viele Grüße aus Wiesbaden

dto.


Mfg

Kai Fenner
www.steuerthek.de

_____________________________________________________________
NewsGroups Suchen, lesen, schreiben mit http://netnews.web.de


Anke Nägele

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

"[Tobias Huch]" wrote:

> <ärgerlich> Anke.
>
> *sie sind peinlich*

Wahrheit ist einigen immer peinlich. Empfehlen den Artikel
von heute "Pflicht der Kirche" im Handelsblatt vom 21.6.99

..Auch der Staat wird sein weltweit einzigartiges Verhältnis
zu der über Grundgesetz und Konkordate abgesicherten
deutschen katholischen Kirche zu überdenken haben. Genießt
sie doch unvergleichliche Privilegien: Vom Einfluß auf die
öffentlichen Schulen und Universitäten bis zur
Kirchensteuer, die die staatlichen Finanzämter für die
Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts
einziehen.......usw.

Ist das Handelsblatt auch peinlich?


Jens Haug

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
In article <7kgq3d$j3t$1...@newsreader.ipf.de>, "[Tobias Huch]" <Hu...@thisnet.de> writes:

> 2. ist es sehr schade, wenn jemand nicht willig ist, die Kirchensteuer zu
> bezahlen, aber dennoch von der Kirche oft genug was bekommt

> ......


> jeder von uns bekommt mehr oder weniger finanzielle und soziale
> Unterstützungen.
> Ohne die Kirche, gäb' es keine soziale Absicherung in Deutschland.
> Es ist nicht der Staat, von dem man was bekommt, sondern fast immer die
> Kirche.

Was kommt denn konkret von der Kirche? Kannst Du mal Beispiele bringen?
Von wem kommt Wohngeld? Von wem kommt Kindergeld? Von wem kommt die
Sozialhilfe? Von wem kommt Bafoeg?

Jens

(XPost verringert)


Jens Haug

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
In article <7kjbrp$cu4$1...@newsreader.ipf.de>, "[Tobias Huch]" <Hu...@thisnet.de> writes:
> <ärgerlich> Anke.
>
> *sie sind peinlich*

Du solltest nur posten, wenn Du was zu sagen hast.
Vorzugsweise Argumente.


Jens


Ulf Kutzner

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
[Tobias Huch] wrote:
>
> Dies ist keine Antowort auf die Fragen .....
>
> 1. hättest du dich informieren können (vorher)
>
> 2. ist es sehr schade, wenn jemand nicht willig ist, die Kirchensteuer zu
> bezahlen, aber dennoch von der Kirche oft genug was bekommt
> .....
> jeder von uns bekommt mehr oder weniger finanzielle und soziale
> Unterstützungen.
> Ohne die Kirche, gäb' es keine soziale Absicherung in Deutschland.
> Es ist nicht der Staat, von dem man was bekommt, sondern fast immer die
> Kirche.
>
> Man sollte daher für Leute, die nicht Kirchensteuer bezahlen eine
> Erstzsteuer einführen [Sozialsteuer ... oder so ähnlich]

Die Kirchen versuchen teilweise, von Nichtverdienern noch Kirchgelder zu
erheben.

Gruß, ULF

--
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________

Ulf Kutzner

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Gibt es hierfür nicht staatliche Zuschüsse?

Juergen Grieb

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
"[Tobias Huch]" wrote:

> *sie sind peinlich*

Und Du? Mir wäre is viel peinlicher, wenn ich die, ich benutze mal
den Begriff, der in einem anderen Posting fiel, "Caritaslüge"
glauben würde. Kein Zweifel, dass Mitglieder der Kirche Gutes tun,
aber der Umfang hält sich doch, im Vergleich zu den Gerüchten die
kursieren, sehr im Rahmen.

Aber Schluss jetzt hier, da OT. Wenn Du Dich darüber weiter
unterhalten willst, darfst Du mir gerne eine E-Mail schicken.

--
Juergen
_______________________________________________________________________
** Juergen Grieb * jue...@eskimo.bb.bawue.de.de * NeXTMail/Mime **
** "I didn't know it was physically possible, but this sucks **
** and blows at the same time!" - Bart Simpson **


Bernhard Muenzer

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
nath...@apollo.iskp.uni-bonn.de (Christoph von Nathusius) wrote:
>Soll ich jemandem Popcorn mitbringen?
>Ich geh grad welches holen.

Kannst Du auch gleich ein paar Jesus-Chips mitbringen?

--
/* Gesetzestext gesucht? http://www.compuserve.de/recht/gesetze/ */
int m,u,e=0;float l,_,I;main(){for(;1840-e;putchar((++e>907&&942>e?
61-m:u)["\n)moc.isc@rezneumb(rezneuM drahnreB"]))for(u=_=l=0;79-(m=
e%80)&&I*l+_*_<6&&26-++u;_=2*l*_+e/80*.09-1,l=I)I=l*l-_*_-2+m/27.;}

Christoph von Nathusius

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
In de.soc.recht.misc, Bernhard Muenzer wrote:
>nath...@apollo.iskp.uni-bonn.de (Christoph von Nathusius) wrote:
>>Soll ich jemandem Popcorn mitbringen?
>Kannst Du auch gleich ein paar Jesus-Chips mitbringen?

Ooch, die sind doch langweilig - furchtbar schlecht gewuerzt
und immer noch 2D.

Christoph

Thorsten Guenther

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
In <376DF6...@mail.uni-mainz.de> Ulf Kutzner wrote:
>Die Kirchen versuchen teilweise, von Nichtverdienern noch Kirchgelder zu
>erheben.

Auch von Muslimen und Konfessionslosen, nbb..

Thorsten

--
"No llamas were mistreated or injured during the making of this compact disc."
- excerpt from the legal disclaimer of "Tempest 2000 - The Soundtrack"

Robert Weemeyer

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
Thekla [leider ohne Nachname] <thek...@snafu.de> schrieb:

> Mein Finanzamt hat mir im März 1999 eine Anfrage über meine
> Religionszugehörigkeit zugeschickt. Ich habe daraufhin bei meinen Eltern
> angefragt, die mir mitteilten, daß ich katholisch getauft bin.

> Nun fordert das Finanzamt
> Kirchensteuer für 1998 in Höhe von beinahe 1000 DM von mir.

> Was kann ich tun? Habe ich rechtliche Möglichkeiten? Kennt jemand
ähnliche
> Präzedenzfälle, bei denen die Kirchensteuer nicht gezahlt werden mußte?

Wie bereits andere geschrieben haben, sieht es mit rechtlichen
Moeglichkeiten wahrscheinlich schlecht aus. Nach den geltenden
Gesetzen kann die Kirche von Dir die Steuer verlangen.

Meines Wissens kann das Finanzamt da auch keine Ausnahme machen,
da es von der Kirche beauftragt ist und auch dafuer bezahlt wird,
die Kirchensteuer von allen einzutreiben, die im steuerlichen
Sinne Kirchenmitglieder sind, und das geht von der Taufe bis zum
Kirchenaustritt.

Moeglicherweise ist es aber einen Versuch wert, mit der zustaen-
digen Stelle der katholischen Kirche zu sprechen. Sie hat - zu-
mindest theoretisch - die Moeglichkeit, bei der Besteuerung Aus-
nahmen zu machen. Vielleicht ist man dort zu einem Nachlass oder
Verzicht bereit, wenn Du dort Deine speziellen Umstaende schil-
derst. Immerhin war Dir waehrend des Besteuerungszeitraumes Deine
Kirchenmitgliedschaft gar nicht bekannt.

Dafuer zustaendig sein muesste die Kirchensteuerstelle Deiner
Dioezese/Deines Bistums (synonyme Begriffe) bzw. Deiner Erzdioe-
zese/Deines Erzbistums (manche Bistuemer duerfen sich "Erz-"
nennen). Die bischoefliche Behoerde kann unterschiedliche Namen
haben:

- Bischoefliches Generalvikariat
- Erzbischoefliches Generalvikariat
- Bischoefliches Ordinariat
- Erzbischoefliches Ordinariat

Die Telefonnummer muesste unter dem Stichwort "Kirche" im Tele-
fonbuch der jeweiligen Stadt zu finden sein.

Fuer die neuen Bundeslaender sind die (Erz-)Bistuemer Hamburg,
Berlin, Magdeburg, Erfurt, Dresden-Meissen und Goerlitz zu-
staendig.

Robert Weemeyer, Bonn,
der nie auf die Idee kommen wuerde, aus der Kirche auszutreten
und gern seine Kirchensteuer zahlt

Followup-To: de.soc.recht.misc

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Daniel Berger

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
>2. ist es sehr schade, wenn jemand nicht willig ist, die Kirchensteuer zu
>bezahlen, aber dennoch von der Kirche oft genug was bekommt
Es ist schade, dass du dummes Zeug verbreitest.

>jeder von uns bekommt mehr oder weniger finanzielle und soziale

>Unterstłtzungen.
laecherlich.

>Ohne die Kirche, gőb' es keine soziale Absicherung in Deutschland.
Selten so gelacht.

>Es ist nicht der Staat, von dem man was bekommt, sondern fast immer die
>Kirche.

Hoffentlich fragst du _nur_ bei der Kirche, wenns dich mal betrifft.
So hilfst du Steuern sparen.

>Man sollte daher fłr Leute, die nicht Kirchensteuer bezahlen eine
>Erstzsteuer einfłhren [Sozialsteuer ... oder so őhnlich]
Du solltest froh sein, dass es keine Idiotensteuer gibt. Dein Einkommen laege
unter der Sozialhilfe.

Daniel

roman kawe

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to
"Thomas Poppner" <thomas....@online.de> writes:

> Ich bin nicht für eine "Zusatzsteuer" für Nichtkirchenmitglieder. Aber ich


> bin dafür, einen Beitrag für einen - nennen wir es mal Sozial-Fonds - zu

> leisten. Der kann sich dann um soziale Belange kümmern und muss sich nicht
> mit Unsinnigkeiten wie dem Zölibat oder der Schwangerschaftsberatung

> auseinandersetzen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Energie und vor allem
> Geld durch solchen Unsinn gebunden und ausgegeben wird. Und die gruseligen


> Gottesdienste können ja eigentlich auch von denen bezahlt werden, die
> hingehen.

Das brauchen wir doch garnicht, denn genau dafür sind unsere Steuern
(u. a.) doch da.

Nebenbei finde ich Schwangerschaftsberatung nicht unsinnig.

--
roman kawe !Umweltskandale! Siliziumdioxid wird in Deutschland auf
offenen Lastwagen transportiert! Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre
liegt unter 25%! Salz enthält große Mengen Natriumchlorid!

Christof Freimuth

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Oliver Biber <oe...@cww.de> schrieb:

> Hallo, Thomas!
>
> Sorry, ich war wohl etwas altklug :->>>>
> Die Lohnsteuer ist nur eine Erhebungsform der ESt für
Nichtselbständige, d.h.
> die vermutliche ESt wird auf den monatlichen Zahlungszeitraum
umgerechnet.
> Insofern brauchen wir keine Unterscheidung zwischen Löhnern und
> Gehaltsempfängern (auch Stefan Effenberg mit seinen 5,5 Mios hat ne
> Lohnsteuerkarte).

Hoffentlich ist das nicht noch altklüger (OT on - Kann man das
steigern ? - OT off)
Noch ein kleiner Hinweis zur Ergänzung : Den alten
Lohnsteuerjahresausgleich gibt es nicht mehr. Das Ding heißt jetzt
Antragsveranlagung.

Gruß
Christof

Thorsten Guenther

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Nein.

Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich, daß die Kirche sich reichlich aus dem
Staatssäckel bedient, egal ob es um den Erhalt ihrer Gebäude, Subventi-
onen zu karitativen Leistungen oder Theologie-Studienplätzen, die Be-
soldung von Religionslehrern oder Theologieprofessoren geht.

Dafür nimmt sie - besonders in der kath. Abart - sich das Recht heraus,
Frauen zu kündigen, die zum zweiten mal heiraten; oder den Lebensge-
fährten von Homosexuellen wird das Recht verweigert, diese am Kranken-
bett zu besuchen.

Diese Aufzählungen sind keineswegs vollständig, engagiertere Befürwor-
ter der Trennung von Kirche und Staat können sicherlich reichlich Bei-
spiele für den Ungeist hinter dem Status Quo bringen, auf die die Nor-
malbürger gar nicht kämen. Wenden Sie sich vertrauensvoll an die Leute
in de.soc.weltanschauung.christentum.

ststdh

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Hinweis auf das BFH-Urteil vom 24.03.1999, I R 124/97; DStR 1999, 931.

In diesem Urteil zum KiStG NRW hat sich der BFH zum Verbot der
kirchlichen Zwangsmitgliedschaft geäußert. Hier ging es zwar um
iraelitische Kultussteuer, aber vielleicht läßt sich die ein oder andere
Überlegung auf deinen Fall übertragen.

Gruß,

Stefan

Oliver Biber

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Axel schrieb:

> Oliver Biber <oe...@cww.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> 376C05F8...@cww.de...
> >
> > Bringst Du mir ne Flasche Meßwein mit? Ich möchte mit Euch auf die
> > menschenfreundliche Schwangerschaftsberatung der Kirche trinken!
> > Vorsicht: Schwer OT! :-0!
> >
> Musstest Du schon mal zur Schwangerschaftsberatung ? :-O
>

Ich muß keine Erbsensuppe kochen können, um festzustellen, daß sie
versalzen ist...
Nichts für ungut, aber meine sarkastische Reaktion resultierte daraus,
daß dieses Steuerforum eher schlecht als Werbung für die Kirchen taugt.
Ich bin katholisch und werde es auch bleiben.

>
> Gruß Axel

Gruß, Olli

Axel

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Michael Freischlad <Go...@ilo.de> schrieb in im Newsbeitrag:
376d4e5...@news.lrz-muenchen.de...

>
> Da gibt es eigentlich nichts zu überegen.
> Der Steuerzahler ist immer besser gestellt, wenn er die Ausgabe
> nicht tätigt, auch wenn sie von der Steuer abgesetzt werden kann.
> (Siehe Beispiel oben, bei dem onehin fast der höchste Steuersatz
> unterstellt wurde)
>
Warum spenden dann Unternehmen für gemeinnützige Zwecke? Hauptsächlich aus
steuerlichen Gründen. Generell ist Deine These daher nicht zu unterstützen.
Es kommt halt auf den Einzelfall an.
Außerdem bedenke: Das was die Kirche aus Geldmangel nicht im sozialen
Bereich machen kann, muß der Staat übernehmen bzw. bezahlen. Und woher
bekommt der Staat das Geld?!

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Thomas Abraham <po...@aol-hof.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7kjk2q$7g2$1...@news07.btx.dtag.de...

>
> glaube ich nicht, denn die kath. kirche hat, wie ich gehört habe,
> beteiligungen in der wirtschaft laufen (z.b. coca cola).
> kann natürlich auch falsch sein.

Würde ich jetzt mal bezweifeln, zumindest in Deutschland. Aber selbst wenn,
würde dies keine Einschränkung machen. Die Gewinne der gewerblichen Konzerne
würden somit der Kirche zufließen, die diese dann den gemeinnützigen Zwecken
nach verwenden kann.

Also trinkt viel Cola ;-)


> mir ist schon klar, daß das kleinvieh den mist (im positiven sinne)
macht -
> so möchte ich auch mein geld verdienen :) von jedem 3. deutschen 1 mark =>
> viel kohle :)
>

Wie ich oben schon beschrieben habe, übernimmt die Kirche viele soziale
Aufgaben, die sonst der Staat wahrnehmen müßte. Und wo holt der Staat wohl
sein Geld her ?!

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Ulf Kutzner <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb in im Newsbeitrag:
376DF6...@mail.uni-mainz.de...

> > > Bringst Du mir ne Flasche Meßwein mit? Ich möchte mit Euch auf die
> > > menschenfreundliche Schwangerschaftsberatung der Kirche trinken!
> > > Vorsicht: Schwer OT! :-0!
> > >
> > Musstest Du schon mal zur Schwangerschaftsberatung ? :-O
>
> Gibt es hierfür nicht staatliche Zuschüsse?
>
Für den Messwein oder die Schwangerschaftsberatung?

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Holger Knecht <h.kn...@bad-duerkheim.netsurf.de> schrieb in im Newsbeitrag:
376DBD19...@bad-duerkheim.netsurf.de...

>
> das Rote Kreuz hat nichts mit der Kirche zu tun, vielleicht eher die
> Johanniter Unfallhilfe oder der Malteserhilfsdienst (kommt eigentlich
> von der Kirche).
>
Du vergleichst hier aber nur einen eingeschränkten Bereich. Die dem DRK
vergleichbaren Organisationen sind die Diakonie(evang./ Fachverband für
Rettungsdienst etc : Johanniter-Unfall-Hilfe), Caritas ( kath. /Fachverband
hier: Malteser-Hilfsdienst), Arbeiterwohlfahrt, Paritätischer
Wohlfartsverband.

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Michael Freischlad <Go...@ilo.de> schrieb in im Newsbeitrag:
376d50f2...@news.lrz-muenchen.de...

> >- Sozialhilfe
> >- Beratung
> >- Obdachlosenhilfe
> >- Asyl
> >- Rotes Kreuz
> >- ärztl. Versorgung
> >- Nothilfe
> >- Krankenpflege
> >- psyschologische Hilfen
> >... u.s.w.
>
> Was haben das Rote Kreuz, die Sozialhilfe, ... (eigentlich fast alles
> in der obigen Liste) mit der Kirche zu tun?
>
Ich denke mal er bezog sich auf vergleichbare Hilfen. Auch die Kirche bietet
vergleichbare Hilfen, wie das Rote-Kreuz an. Auch ergänzende Hilfen zur
staatl. Sozialhilfe werden von der Kirche geboten.

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Juergen Grieb <jue...@eskimo.bb.bawue.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7kkihi$b...@eskimo.bb.bawue.de...

Kein Zweifel, dass Mitglieder der Kirche Gutes tun,
> aber der Umfang hält sich doch, im Vergleich zu den Gerüchten die
> kursieren, sehr im Rahmen.
>

Ich bezweifele mal sehr stark, daß Du das belegen kannst. Immerhin gehören
die Kirchen und ihre Wohlfartsverbände zu den zweitgrößten Arbeitgebern in
Deutschland. Meßdiener und Pfarrer sind dabei nur ein winziger Bruchteil.

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 21, 1999, 3:00:00 AM6/21/99
to

Thomas Langmann <T.Lan...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
MPG.11d77afc8...@news.dokom.net...
>
> > - Beratung
>
> Hast Du das schon dem Papst gesagt? Der ist da ganz anderer
> Ansicht ;-)

Es gibt noch ein paar andere Kirchen ohne Papst. Außerdem gibt es noch sehr
vielmehr Beratungen außer der Schwangerschaftsberatung.

>
> > - Obdachlosenhilfe
>
> Gibt es in Dortmund auch nur von der Stadt.
>

Da wär ich mir aber nicht so sicher.

> > - Asyl
>
> Dito.
>

Der Staat gewährt das Asyl. Aber deswegen haben diese Leute nicht unbedingt
eine Wohnung und was zu Essen.

>
> > - ärztl. Versorgung
>
> Niedergelassene Ärzte, Städtische Kliniken. Ansonsten werden die
> kirchlichen Krankenhäuser von den Krankenkassen finanziert, nicht
> aus der Kirchensteuer.

Wenn die Beträge der Kassen mal ausreichen würden. Wer zahlt das Defizit?

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to

Anke Nägele <anke.n...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
376DDE42...@t-online.de...

>..Auch der Staat wird sein weltweit einzigartiges Verhältnis
>zu der über Grundgesetz und Konkordate abgesicherten
>deutschen katholischen Kirche zu überdenken haben. Genießt
>sie doch unvergleichliche Privilegien: Vom Einfluß auf die
>öffentlichen Schulen und Universitäten

Welcher Einfluß???? Meinst Du vielleicht den Religionsunterricht? Welch ein
Einfluß!!
Ich studiere selber, habe aber beim besten Willen noch keinen Kircheneinfluß
feststellen können. Also präzisiere Deine Antworten doch etwas.

>bis zur
>Kirchensteuer, die die staatlichen Finanzämter für die
>Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts
>einziehen.......usw.

Ist ja auch ein wahnsinniges Privileg, für den Preis den die Kirche dafür
bezahlen muß.

Gruß Axel

Axel

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to

roman kawe <Roman...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
q94d7yp...@bonsai.fernuni-hagen.de...

> Das brauchen wir doch garnicht, denn genau dafür sind unsere Steuern
> (u. a.) doch da.

Die werden aber dafür nicht ausreichen.

Gruß Axel


Thomas Abraham

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
Axel schrieb in Nachricht <7kmftb$ekl$3...@newsread.do.de.uu.net>...

|Warum spenden dann Unternehmen für gemeinnützige Zwecke? Hauptsächlich aus
|steuerlichen Gründen.

aus imagegründen :) und absetzen kann man diese werbeaktion auch noch?! :))


Thomas Abraham

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
Axel schrieb in Nachricht <7kmftc$ekl$4...@newsread.do.de.uu.net>...

|Würde ich jetzt mal bezweifeln, zumindest in Deutschland. Aber selbst wenn,
|würde dies keine Einschränkung machen. Die Gewinne der gewerblichen
Konzerne
|würden somit der Kirche zufließen, die diese dann den gemeinnützigen
Zwecken
|nach verwenden kann.
|
|Also trinkt viel Cola ;-)


:)

|Wie ich oben schon beschrieben habe, übernimmt die Kirche viele soziale
|Aufgaben, die sonst der Staat wahrnehmen müßte. Und wo holt der Staat wohl
|sein Geld her ?!


danken wir (als staatsbürger) dem ... (vielleicht steuerzahler), daß es
unseren mitmenschen so gut geht!
den gemeinnützigen zweck, den sich die kirche freiwillig auferlegt hat (was
ja eine kirche auch ausmachen sollte!) finde ich nicht schlecht, aber ich
habe nicht zu meinem "kirchenobersten" gesagt, daß er im prunk leben soll -
gemäß dem motto: breche das brot und verteile es unter den armen (warum wohl
noch so viele silberne und goldene kerzenständer in den kirchen stehen...?).
dieses beispiel hinkt sicherlich ein klein wenig, aber ein bischen wahrheit
ist ja wohl auch dran.


Jens Haug

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
In article <OJ2UAV9u#GA....@ntawwabp.compuserve.com>, bmue...@compuserve.com (Bernhard Muenzer) writes:
> nath...@apollo.iskp.uni-bonn.de (Christoph von Nathusius) wrote:
> >Soll ich jemandem Popcorn mitbringen?
> >Ich geh grad welches holen.
>
> Kannst Du auch gleich ein paar Jesus-Chips mitbringen?

Vergiss den Weihrauch nicht, der zieht gut rein. ;-)

Jens


Jens Haug

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
In article <7kmftf$ekl$7...@newsread.do.de.uu.net>, "Axel" <ax...@knuut.de> writes:

> Ich denke mal er bezog sich auf vergleichbare Hilfen. Auch die Kirche bietet
> vergleichbare Hilfen, wie das Rote-Kreuz an. Auch ergänzende Hilfen zur
> staatl. Sozialhilfe werden von der Kirche geboten.

^^^^^^^^^^^
Wo? In welcher Form? Meinst Du das Mittagessen fuer Obdachlose?

Jens


Anke Nägele

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
Hallo Axel,

> >..Auch der Staat wird sein weltweit einzigartiges Verhältnis
> >zu der über Grundgesetz und Konkordate abgesicherten
> >deutschen katholischen Kirche zu überdenken haben. Genießt
> >sie doch unvergleichliche Privilegien: Vom Einfluß auf die
> >öffentlichen Schulen und Universitäten
>
> Welcher Einfluß???? Meinst Du vielleicht den Religionsunterricht? Welch ein
> Einfluß!!
> Ich studiere selber, habe aber beim besten Willen noch keinen Kircheneinfluß
> feststellen können. Also präzisiere Deine Antworten doch etwas.

Hast du eigentlich ein Problem beim Lesen?? Das war ein Zitat aus dem
Handelsblatt, wie ich angegeben habe.

> >bis zur
> >Kirchensteuer, die die staatlichen Finanzämter für die
> >Kirchen als Körperschaften des öffentlichen Rechts
> >einziehen.......usw.
>
> Ist ja auch ein wahnsinniges Privileg, für den Preis den die Kirche dafür
> bezahlen muß.

Ich sehe nur deutlich, daß die Allgemeinheit dafür zahlt. WEnn die Kirche Ihre
*Politik* machen will, so soll sie auch selber sehen, wo sie das Geld
herbekommt. Wenn sie das machen müßte, nämlich von wirklich freiwilligen
Beiträgen leben, wär sie vermutlich längst von der Bildfläche verschwunden. Mir
wird eh speiübel, wenn ich daran denke, wieviele Unschuldige (Kreuzzüge,
Inquisition etc.) diese famose Organisation auf dem Kerbholz hat und sich auch
heutzutage noch einen Heiligenschein zubilligt.
Wenn du wegschauen möchtest, dann tu das bitte. Erwarte aber nicht, daß der Rest
der WElt genauso blauäugig ist.

Anke

Michael Freischlad

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
On Mon, 21 Jun 1999 23:25:56 +0200, "Axel" <ax...@knuut.de> wrote:

>Warum spenden dann Unternehmen für gemeinnützige Zwecke? Hauptsächlich aus
>steuerlichen Gründen.

Das würde ich nicht so sagen.

Erstens: Soweit ich weiß: Die Unternehmen spenden hauptsächlich
an politische Parteien.
Zweitens: Und das nicht aufgrund der steuerlichen Wirkung, sondern
wegen anderen Vorteilen, die sie dadurch erlangen.
Die steuerliche Wirkung macht das lediglich günstiger.

Wirtschaftlich gesehen würde keiner spenden, weil er diese von
der Steuer absetzen kann.

>Es kommt halt auf den Einzelfall an.
>Außerdem bedenke: Das was die Kirche aus Geldmangel nicht im sozialen
>Bereich machen kann, muß der Staat übernehmen bzw. bezahlen. Und woher
>bekommt der Staat das Geld?!

Tja, wenn man die KiSt von der ESt abziehen kann, dann bekommt der
Staat ja weniger Geld!? ;-)


Gruß
Michi

Juergen Grieb

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
"Axel" wrote:

> Ich bezweifele mal sehr stark, daß Du das belegen kannst. Immerhin gehör
en
> die Kirchen und ihre Wohlfartsverbände zu den zweitgrößten Arbeitgebern
in
> Deutschland. Meßdiener und Pfarrer sind dabei nur ein winziger
Bruchteil.

Pfarrer werden ja auch vom Staat bezahlt, wenn ich das richtig in
Erinnerung habe.

Es gab vor über 5 Jahren (im Spiegel war es glaube ich, bin aber
nicht mehr sicher) mal einen netten Bericht, der damals auch für
ganz schönen Wirbel gesorgt hat. Dort wurden mal die Ein- und
Ausgaben der Kirche näher untersucht. Ausgaben für "Soziales" waren
da weit geringer als man eigentlich annehmen sollte.

--
Juergen
_______________________________________________________________________
** Juergen Grieb * jue...@eskimo.bb.bawue.de.de * NeXTMail/Mime **
** "I didn't know it was physically possible, but this sucks **
** and blows at the same time!" - Bart Simpson **


Fred Städter-Herbst

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
> Die Hauptarbeit der Kirche liegt schon lange
> nicht mehr in der Verbreitung ihrer Thesen, sondern im diakonischen bzw.
> caritativen Bereich. Sehr viele Krankenhäuser,Pflegeheime und soziale
> Einrichtungen werden von der Kirche bzw. ihrer Wohlfahrtsverbände
betrieben.
> Die Kirchen in Deutschland betreiben mehr Aktivitäten im sozialen Bereich
> als der Staat.
>
Diakonie und Caritas sind knallharte Wirtschaftsunternehmen, die hatten
vielleicht einen Bezug zur Kirche und stellen an die AN zum g.T. die
Forderung, daß sie einer (ihnen rechten, also z.B. nicht Scintology etc.)
Kirche angehören. Dies jedoch nur, bezüglich der Hoffnung des Einsatzes und
der Arbeitsmoral, nicht so hohe Lohnforderungen z.B., freiwillig unbezahlte
Überstunden etc., damit noch mehr Umsatz gemacht werden kann.


--
Byte, Byte
Fred Städter-Herbst
http://www.hier-ist.de/fred.staedter-herbst


Robert Weemeyer

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
Anke Nägele schrieb:

> Wenn sie [die Kirche] das machen müßte, nämlich von wirklich freiwilligen


> Beiträgen leben, wär sie vermutlich längst von der Bildfläche
verschwunden.

Das ist mit Sicherheit falsch. Kirchensteuern, wie wir sie in
Deutschland haben, sind weltweit die Ausnahme. Aber in anderen
Staaten der Welt gibt es die Kirche auch noch.

> Mir wird eh speiübel, wenn ich daran denke, wieviele Unschuldige
(Kreuzzüge,
> Inquisition etc.) diese famose Organisation auf dem Kerbholz hat und sich
auch
> heutzutage noch einen Heiligenschein zubilligt.

Wer sagt denn, dass die Kirche sich einen Heiligenschein zubil-
ligt? Die Kirche ist die Gemeinschaft derer, die der Botschaft
Jesu Christi nachfolgen wollen. Dass dabei zu allen Zeiten Feh-
ler gemacht wurden - mal sehr schlimme, mal weniger schlimme -,
wird doch gar nicht bestritten.

Robert Weemeyer, Bonn

Crosspost und Followup-To: de.soc.weltanschauung.christentum

Ulf Kutzner

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to

Für Wein AFAIK nicht.

Gruß, ULF

--
_______________________________________________________________________________
Ulf Kutzner
Backhaushohl 46
D-55128 Mainz
_______________________________________________________________________________

Thomas Poppner

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to

> Aber er hat keine Willenserklärung abgegeben Mitglied der Kirche seinen
> zu wollen. Und zu DDR Zeiten gab es dort AFAIK keine Kirchensteuer,
> seine Eltern haben also auch keine Willenserklärung abgegeben die die
> jetzigen Rechtsfolgen in Kauf nimmt. (Vertragsirrtum?)
>
> Trotzdem, auf zum Amtsgericht und vorsorglich austreten.


Wir erinnern uns: irgendwann kam mal ein Typ namens Jesus und erzählte vom
ewigen Leben. Dann gabs Leute, die ihm folgten. Die nannte man dann
spöttisch Christianer = Christen. Und die bilden eigentlich die Kirche und
waren damals hauptsächlich daran interessiert, irgendwann mal in den Himmel
zu kommen. Dann, im 4. JH, kam ein Kaiser Konstantin und verstaatlichte die
Kirche, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

Was will ich damit sagen? Eine Kirche ist kein Club. (Ich weiß, wovon ich
rede, denn ich war viele Jahre lang sehr engagiert). Auch heute werden
Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Warum nehmen sie das auf sich? Weil
ihnen ihr Glauben so wichtig ist.

Es geht nicht um eine Willenserklärung, in eine kirchensteuerpflichtige
Kirche einzutreten. Es geht darum, dass du mit der Taufe automatisch einer
Konfession beigetreten bist. Die Taufe _war_ der Beitritt und ab 14 hast du
die Möglichkeit, auf eigene Verantwortung wieder auszusteigen, wenn du nicht
dabei sein willst.

Du musst ein bißchen wegkommen von dem Denken, du wärst bspw. in einem
Tennisclub: "wenn ich


Thomas Poppner

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
sorry - falschen Knopf gedrückt....

Ich war beim Tennisclub, in den du eintrittst, weil du Tennis spielen
willst. Bei der Kirche ist das anders. Mit der Taufe - entschuldige den
frommen Exkurs - wirst du lt. biblischer Lehre mit Jesus begraben und
erstehst sozusagen sündenfrei wieder auf und - ich gebe zu, es machen die
wenigsten - du lebst ab diesem Zeitpunkt für Gott.

Leider - und das ist das Problem - ist es heute einfach "in" oder auch
"Sitte", in der Kirche zu sein. Es ist so normal, dass sich keiner mehr
Gedanken darüber macht, worauf dieser Glauben eigentlich steht.

Auch die Kirche hat m.E. schon lange den Anschluss an diesen alten Glauben
verloren. Aber in einer Sache wissen sie noch genau, worum es geht: eben bei
der Taufe. Dort wissen sie noch Bescheid, über die Entscheidung für Gott.
Mit der Taufe gehört man Gott und daraus folgt völlig logisch, dass du eben
deine Kirche - den Vertreter Gottes - unterstützt. (Vor 2000 Jahren - so
steht es in der Apostelgeschichte - hatten die Christen alles
zusammengeworfen, was sie hatten oder zumindest ihre Pastoren unterstützt.
Und heute geht diese Geschichte weiter und die Christen unterstützen die
Kirche.) Ohne die Kirchengeschichte ist die ganze Diskussion nicht zu
verstehen.

Für uns klingt das nun alles ziemlich merkwürdig. Aber diese
Merkwürdigkeiten erlebt jeder, der einen Gottesdienst besucht. verstehst du,
was ich meine?

Gute Nacht

Thomas Poppner


Jorg Schuler

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
In de.soc.recht.misc Thomas Poppner <thomas....@online.de> wrote:

> Wir erinnern uns: irgendwann kam mal ein Typ namens Jesus und erzählte vom
> ewigen Leben. Dann gabs Leute, die ihm folgten. Die nannte man dann
> spöttisch Christianer = Christen. Und die bilden eigentlich die Kirche und
> waren damals hauptsächlich daran interessiert, irgendwann mal in den Himmel
> zu kommen. Dann, im 4. JH, kam ein Kaiser Konstantin und verstaatlichte die
> Kirche, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

> Was will ich damit sagen?

Keine Ahnung -- klingt für mich so, als ob Du ausdrücken willst, daß
die Kirche keinerlei Bezug zur heutigen Zeit hat, und daß es den
Mitgliedern nur darum geht, möglichst schnell in den Himmel zu kommen.

> Eine Kirche ist kein Club. (Ich weiß, wovon ich
> rede, denn ich war viele Jahre lang sehr engagiert). Auch heute werden
> Christen wegen ihres Glaubens verfolgt. Warum nehmen sie das auf sich? Weil
> ihnen ihr Glauben so wichtig ist.

Das ist richtig. Ist aber in jeder beliebigen anderen Religion
genauso. Was wolltest Du damit sagen?

> Es geht nicht um eine Willenserklärung, in eine kirchensteuerpflichtige
> Kirche einzutreten. Es geht darum, dass du mit der Taufe automatisch einer
> Konfession beigetreten bist.

Ich _wurde beigetreten_! Gefragt hat mich niemand. Und gesagt, daß ich
das will, habe ich auch nicht. Und die Sache mit der Konfirmation mit
14 oder so Jahren -- man muß schon ganz schön mutig sein, wenn man
dann die ganze Sache dann nicht auch noch mitmacht -- hat mich stark
an einen Club erinnert -- alle haben's halt gemacht, weil's alle
gemacht haben.

> Die Taufe _war_ der Beitritt und ab 14 hast du
> die Möglichkeit, auf eigene Verantwortung wieder auszusteigen, wenn du nicht
> dabei sein willst.

Spitze -- ich werde also gezwungen, etwa 14 Jahre in einem "Club"
Mitglied zu sein, bevor ich das Recht habe, auszutreten? Also ich
glaube, hier sollte möglichst bald etwas geändert werden!


Jörg Schuler.

Robert Weemeyer

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
anita...@my-deja.com [vermutlich heisst sie Anita Beger]
zitierte aus einem Urteil:

> 2. Wird die Mitgliedschaft nach innerkirchlichem Recht allein durch
> Abstammung und Wohnsitz begründet, so ist der in den staatlichen
> Kirchensteuergesetzen verwendete Begriff "Kirchenangehoeriger" (hier: §
> 3 Abs. 1 KiStG NW) verfassungskonform dahin zu interpretieren, dass
> kirchensteuerpflichtiges Kirchenmitglied nur sein kann, wer sich - sei
> es persoenlich oder durch den gesetzlichen Vertreter - durch eine nach
> aussen hin erkennbare Willensaeusserung als der Religionsgemeinschaft
> zugehoerig bekannt hat (Abgrenzung zu BVerwG-Urteil vom 9. Juli 1965 VII
> C 16.62, BVerwGE 21, 330). - Urteil v. 24.03.99 I R 124/97, VE (EFG
> 1998, 230)"

Theklas Eltern haben sie taufen lassen, und damit hat sie sich
- um die Diktion des Urteils zu verwenden - "durch den gesetz-
lichen Vertreter durch eine nach aussen hin erkennbare Willens-
aeusserung als der Religionsgemeinschaft zugehoerig bekannt".
Zumindest muessen wir zunaechst einmal davon ausgehen, dass die
Taufe nicht nur den Eltern bekannt war. Damit ist das von Dir
zitierte Urteil in diesem Fall meines Erachtens nicht einschlae-
gig.

IANAL

Robert Weemeyer, Bonn

Followup-To: de.soc.recht.misc

Josef Bauer

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to

hallo Thomas,

>es mu ja einen unterschied geben, oder warum spricht man von der lohn- bzw.
>einkommenssteuererklSrung (erstere kann, zweitere mu erstellt werden).

hae?

ich wuesste gern mehr ueber eine lohnsteuererklSrung.
wie sehen denn dazu die formulare aus?

josef


--
.!.this room is airconditioned -- do NOT open WINDOWS!
.!.AOL -- ONLINE fuer alle die keinen videorecorder programmieren koennen!

## CrossPoint v3.11 ##


Michael Wilmsmann

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
> Erstens: Soweit ich weiß: Die Unternehmen spenden hauptsächlich
> an politische Parteien.
> Zweitens: Und das nicht aufgrund der steuerlichen Wirkung, sondern
> wegen anderen Vorteilen, die sie dadurch erlangen.
> Die steuerliche Wirkung macht das lediglich günstiger.
>
> Wirtschaftlich gesehen würde keiner spenden, weil er diese von
> der Steuer absetzen kann.

Außerdem sind Parteispenden für Unternehmen nicht steuerlich absetzbar.
Lediglich für Privatpersonen gibt es eine Möglichkeit, die Parteispende bei
der Steuer anzurechnen.

Michael Wilmsmann

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
> Sorry, ich war wohl etwas altklug :->>>>
> Die Lohnsteuer ist nur eine Erhebungsform der ESt für Nichtselbständige,
d.h.
> die vermutliche ESt wird auf den monatlichen Zahlungszeitraum umgerechnet.
> Insofern brauchen wir keine Unterscheidung zwischen Löhnern und
> Gehaltsempfängern (auch Stefan Effenberg mit seinen 5,5 Mios hat ne
> Lohnsteuerkarte).

Die Unterscheidung zwischen Lohn- und Gehaltsempfänger hat keinen Einfluß
auf die Erhebungsform, weil beide Lohnsteuer zahlen müssen. Die Lohnsteuer
ist, wie schon richtig erwähnt, eine Abführungsform, ähnlich wie die
Kapitalertragsteuer. Dabei ist der Lohnempfänger nicht verolichtet eine
(nennen wir sie hier mal so) Einkommensteuererklärung abzugeben, es sei
denn, er hat noch weitere Einkünfte oder er ist verheiratet und es wurde die
Wahl der Zusammenveranlagung gewählt bei Wahl der Stuerklassen III/V.


Eberhard Blocher

unread,
Jun 22, 1999, 3:00:00 AM6/22/99
to
> > Dass du von der Landeskirche keine Leistungen in Anspruch genommen hast,
> > kannst du nicht geltend machen, denn du hättest ja auch sterben können,
> > und dann hättest du eine kirchliche Beerdigung bekommen (mit Predigt und
> > Vater Unser und so).
>
> Diese Dienstleistung ist AFAIK nicht in der Kirchensteuer enthalten,
> dafür dürfen deine Hinterbliebenen extra löhnen.

Soweit ich weiß, kostet natürlich die Kapelle etc. etwas. Aber frag doch
mal, was ein privater Bestatter kostet. Ja, so was gibt's, meist sind das
Theologen, die von der Kirche nicht (mehr) beschäftigt werden. Ich denke
mal, daß das einiges teurer als die Kirchensteuer sein dürfte. Aber ich
lasse mich gerne belehren.

Eberhard Blocher, Chemnitz

P.S. Wer hat denn den F'up auf Urteile/Steuerrecht gesetzt ? Das ist ja
wohl nicht richtig !

Ulf Kutzner

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Daniel Berger wrote:

> >Man sollte daher fłr Leute, die nicht Kirchensteuer bezahlen eine
> >Erstzsteuer einfłhren [Sozialsteuer ... oder so őhnlich]
> Du solltest froh sein, dass es keine Idiotensteuer gibt. Dein Einkommen laege
> unter der Sozialhilfe.

[x] Du bist unhöflich.
[ ] Du hast die Besteuerungsgrundlagen bei natürlichen Personen
verstanden.

Ulf Kutzner

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
anita...@my-deja.com wrote:

> Soweit ich mich erinnern kann, gab es in diesem Zusammenhang 1990
> massenhafte Kirchenaustritte. So viele, dass z. B. einige Notare
> ueberlastet waren und Tag und Nacht haetten arbeiten koennen. Damals
> wurde in einigen Bundeslaendern eine Billigkeitsregelung gefunden, nach
> der die Frist zum Austritt von der Regel - naemlich "mit Ablauf des
> Kalendermonats, der auf die Erklaerung des Kirchenaustritts folgt" -
> zugunsten des Steuerpflichtigen verschoben wurde.

Ich kann mich erinnern, daß die Kirchenaustritte erschwert wurden, durch
Beschränkung von Zuständigkeiten.

Axel Werner

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Moin auch,

> Soweit ich mich erinnern kann, gab es in diesem Zusammenhang 1990
> massenhafte Kirchenaustritte. So viele, dass z. B. einige Notare
> ueberlastet waren und Tag und Nacht haetten arbeiten koennen.

Das verstehe ich jetzt nicht, wieso Notare ?

Ich hab' damals 3 Tage nach meinem 14. Geburtstag das
Familienstammbuch geschnappt, bin zum Amtsgericht(das war damals bei
uns zuständig) gepilgert, habe meinen Obulus entrichtet, den Austritt
erklärt, 'ne Woche später kam der Bescheid, daß der Austritt
rechtskräftig wäre. Die einzige Folge war, daß ca. 4 Wochen später der
Pastor vor der Tür stand, sich bei meinen Eltern beklagte, ich
daraufhin etwas an die Backen bekam ("Was sollen wir bloß die Nachbarn
sagen"), es war halt zu der Zeit unüblich, als "noch" Kind einfach aus
der Kirche auszutreten.

Deswegen nochmals die Frage, weshalb Notare ? Oder hat sich in den
letzten Jahren bezüglich Kirchenaustritt etwas geändert(Notarielle
Beglaubigung) ?

Gruß
Axel

Robert Weemeyer

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Jorg Schuler schrieb:

Deine Eltern koennen Dich nicht nur taufen lassen, sondern auch
zum Beispiel als Mitglied in irgendeinem Verein anmelden. Ob Du
da allerdings schon mit 14 das Recht hast, von Dir aus auszutre-
ten, ist fraglich.

roman kawe

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
"Axel Werner" <a_we...@gmx.de> writes:

> Deswegen nochmals die Frage, weshalb Notare ? Oder hat sich in den
> letzten Jahren bezüglich Kirchenaustritt etwas geändert(Notarielle
> Beglaubigung) ?

Das scheint von Bundesland zu Bundesland verschieden zu sein. Hier in
Niedersachsen ist (zumindest 1992) das Standesamt zuständig.

--
roman kawe !Umweltskandale! Siliziumdioxid wird in Deutschland auf
offenen Lastwagen transportiert! Der Sauerstoffgehalt der Atmosphäre
liegt unter 25%! Salz enthält große Mengen Natriumchlorid!

Bernhard Muenzer

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
"Thomas Poppner" <thomas....@online.de> wrote:
>Die Taufe _war_ der Beitritt und ab 14 hast du
>die Möglichkeit, auf eigene Verantwortung wieder auszusteigen, wenn du nicht
>dabei sein willst.

Nein - wer nicht zur Konfirmation gegangen ist ist eben nicht automatisch von
der Kirchensteuer befreit.

--
/* Gesetzestext gesucht? http://www.compuserve.de/recht/gesetze/ */
int m,u,e=0;float l,_,I;main(){for(;1840-e;putchar((++e>907&&942>e?
61-m:u)["\n)moc.isc@rezneumb(rezneuM drahnreB"]))for(u=_=l=0;79-(m=
e%80)&&I*l+_*_<6&&26-++u;_=2*l*_+e/80*.09-1,l=I)I=l*l-_*_-2+m/27.;}

Bernhard Muenzer

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
"Thomas Poppner" <thomas....@online.de> wrote:
>Mit der Taufe gehört man Gott und daraus folgt völlig logisch, dass du eben
>deine Kirche - den Vertreter Gottes - unterstützt.

Ach so - dann kann Thekla ja durch eine einfache Feststellungsklage die
Kirchensteuer vermeiden.

Sie bestreitet einfach, dass mit der Taufe ein gueltiger Vertrag
zustandegekommen ist, weil ja der Vertragspartner nicht existiert. Wenn beim
Gerichtstermin weder der angebliche Vertragspartner noch eine Person mit von
IHM unterschriebener Vollmacht erscheint, ergeht ein Versaeumnisurteil.

Axel Werner

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
> Soweit mir bekannt, wurde die Taufe in der DDR nicht in den
> Familienstammbuechern erfasst. Wenn ich mich recht erinnere, mussten
> deshalb die Notare beim Austritt mitwirken.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt keinen Ausweis, dafür brauchte ich das
Stammbuch, da steht auch nicht drin, ob getauft oder nicht.
Der Kirchenaustritt ist doch nichts anderes als ein einfacher
Verwaltungsakt, wie z.B. Änderung der Steuerklasse oder Abmelden eines
KFZ's, dafür brauch' ich doch auch keinen Notar. Ich gehe einfach zur
zuständigen Behörde und erkläre meinen Kirchenaustritt , das wird auf
dem Gebiet der Ex-DDR nicht anders sein, als hier bei uns. Mit der
Bescheinigung über den Kirchenaustritt geh' ich dann zum
Einwohnermeldeamt und laß den Eintrag auf der Lohnsteuerkarte ändern,
das wäre es normalerweise.
Soweit ich mich erinnere ist, als meine Göttergattin aus der Kirche
austrat, überhaupt nicht überprüft worden, ob sie kirchlich
organisiert war. Sie bekam ihre Austrittsbescheinigung, und das war's.
Ob von der Behörde eine Mitteilung an die Landeskirche erfolgt, weiß
ich nicht, muß ja eigentlich, sonst wäre ja in meinem Fall der Besuch
des Pastors aus- und mir eine Maulschelle erspart geblieben.

Gruß
Axel


Ralph Joedicke

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Axel Werner wrote:
>
> Moin auch,
>
> > Soweit ich mich erinnern kann, gab es in diesem Zusammenhang 1990
> > massenhafte Kirchenaustritte. So viele, dass z. B. einige Notare
> > ueberlastet waren und Tag und Nacht haetten arbeiten koennen.
>
> Das verstehe ich jetzt nicht, wieso Notare ?
>
> Ich hab' damals 3 Tage nach meinem 14. Geburtstag das
> Familienstammbuch geschnappt, bin zum Amtsgericht(das war damals bei
> uns zuständig) gepilgert, habe meinen Obulus entrichtet, den Austritt
> erklärt, 'ne Woche später kam der Bescheid, daß der Austritt
> rechtskräftig wäre. Die einzige Folge war, daß ca. 4 Wochen später der
> Pastor vor der Tür stand, sich bei meinen Eltern beklagte, ich
> daraufhin etwas an die Backen bekam ("Was sollen wir bloß die Nachbarn
> sagen"), es war halt zu der Zeit unüblich, als "noch" Kind einfach aus
> der Kirche auszutreten.
>
> Deswegen nochmals die Frage, weshalb Notare ? Oder hat sich in den
> letzten Jahren bezüglich Kirchenaustritt etwas geändert(Notarielle
> Beglaubigung) ?

Wenn man in einem Dorf wohnt, indem schon das soziale Umfeld dafür
sorgt, daß niemand aus der Kirche austritt, hat es die Kirche nicht
nötig, die Leute mit zweifelhaften Methoden bei der Stange zu halten.
Meine Eltern sind in den 70-er Jahren aus der Kirche ausgetreten und
haben das sogar notariell gemacht. Nach der Wende wurden sie wieder
zwangschristianisiert. Daß das in der DDR notariell gemacht wurde,
machte den Austritt nicht etwa rechtssicher, sondern wurde als Indiz
gewertet, daß der Austritt unter staatlichem Zwang stattfand. Sie haben
nur durch die Lohnsteuerkarte erfahren, daß sie plötzlich wieder in der
Kirche sind. Ich kenne Leute, die haben es erst bei der ersten
Gehaltsabrechnung in einem neuen Jahr gemerkt, daß sie wieder in der
Kirche sind. Dann geht die Lauferei erst richtig los. Erst zum
Arbeitgeber, Lohnsteuerkarte geben lassen, zurück zum Einwohnermeldeamt
und sich dort beschwert. Je nach Sachlage kann es dann etwas länger
dauern, bis man eine ordentliche Lohnsteuerkarte (d.h. ohne
Religionszugehörigkeit) wiederbekommt. Mancherorts wurde sogar so
verfahren: Wer vor dem Krieg in der Kirche war, dessen Kinder, Enkel und
Urenkel wurden automatisch als Kirchenangehörige betrachtet. Auch wenn
zu DDR-Zeiten weder kirchliche Trauungen noch Taufen stattgefunden
haben. Abgewickelt wurde das alles über die Einwohnermeldeämter. Ich
kontrolliere seitdem immer meine Lohnsteuerkarte bevor ich sie abgebe.
Man weiß ja nie, welchen Unfug das Einwohnermeldamt draufschreibt.
Interessant wäre IMHO aber, ob es mal jemand geschafft hat, der Kirche
oder dem Einwohnermeldeamt die notariellen Gebühren für den Austritt auf
dem Wege einer Schadensersatzforderung aufzudrücken.

MfG, Ralph

Ralph Joedicke

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Daniel Berger wrote:
> >Man sollte daher f³r Leute, die nicht Kirchensteuer bezahlen eine
> >Erstzsteuer einf³hren [Sozialsteuer ... oder so õhnlich]

Gibts schon. Nennt sich Solidaritätszuschlag. Der Solizuschlag und die
Kirchensteuer haben folgendes gemeinsam, was sie von der
Einkommenssteuer unterscheidet: Sie wird monatlich und nicht jährlich
erhoben. Damit trifft diese Steuer vor allem Arbeitnehmer mit
wechselndem Einkommen. Auch die Einkommenssteuer selbst ist bereits die
von dir geforderte Sozialsteuer. Was du forderst ist aber folgendes:
Kirchensteuerpflichtige sollen von der Einkommenssteuer (oder dem
Solidaritätszuschlag) teilweise befreit werden. Durch Mitgliedsbeiträge
und Spenden für gemeinnützige Organisationen kann man bereits heute
weniger Einkommenssteuer zahlen.

> Du solltest froh sein, dass es keine Idiotensteuer gibt. Dein
> Einkommen laege unter der Sozialhilfe.

Aber freilich gibt es eine Idiotensteuer: Sie nennt sich Kirchensteuer.
Unter die Sozialhilfe kommen die Steuerpflichtigen deswegen aber nicht.

MfG, Ralph

Ralph Joedicke

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Bernhard Muenzer wrote:
> Ach so - dann kann Thekla ja durch eine einfache Feststellungsklage
> die Kirchensteuer vermeiden.

Und der Kirche die Kosten des Verfahrens aufdrücken.

MfG, Ralph

Ralph Joedicke

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Axel wrote:
>
> Thomas Langmann <T.Lan...@gmx.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> MPG.11d77afc8...@news.dokom.net...
> > Niedergelassene Ärzte, Städtische Kliniken. Ansonsten werden die
> > kirchlichen Krankenhäuser von den Krankenkassen finanziert, nicht
> > aus der Kirchensteuer.
>
> Wenn die Beträge der Kassen mal ausreichen würden. Wer zahlt das
> Defizit?

Daß kirchliche Krankenhäuser ein höheres Defizit haben als andere Träger
ist kein Naturgesetz, welches eine Sonderabgabe rechtfertigt.
Andere müssen mit der Knappheit des Geldes auch leben.

MfG, Ralph

Ralph Joedicke

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Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
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Thomas Abraham wrote:
> |Wie ich oben schon beschrieben habe, übernimmt die Kirche viele soziale
> |Aufgaben, die sonst der Staat wahrnehmen müßte. Und wo holt der Staat wohl
> |sein Geld her ?!
>
> danken wir (als staatsbürger) dem ... (vielleicht steuerzahler), daß es
> unseren mitmenschen so gut geht!
> den gemeinnützigen zweck, den sich die kirche freiwillig auferlegt hat (was
> ja eine kirche auch ausmachen sollte!) finde ich nicht schlecht, aber ich
> habe nicht zu meinem "kirchenobersten" gesagt, daß er im prunk leben soll -
> gemäß dem motto: breche das brot und verteile es unter den armen (warum wohl
> noch so viele silberne und goldene kerzenständer in den kirchen stehen...?).
> dieses beispiel hinkt sicherlich ein klein wenig, aber ein bischen wahrheit
> ist ja wohl auch dran.

Der Staat unterscheidet sich in diesem Punkt nicht wesentlich von der
Kirche. Viele Aufgaben, die heute der Staat übernommen hat, wurden vor
Bismarcks Kulturrevolution von der Kirche getragen. Ganz und gar abartig
finde ich es aber, in diesem Zusammenhang das Wort "freiwillig" im Munde
zu führen.

MfG, Ralph

Ralph Joedicke

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Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
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Ulf Kutzner wrote:
>
> Axel wrote:
> >
> > Ulf Kutzner <kutz...@mail.uni-mainz.de> schrieb in im Newsbeitrag:
> > 376DF6...@mail.uni-mainz.de...
> > > > > Bringst Du mir ne Flasche Meßwein mit? Ich möchte mit Euch auf die
> > > > > menschenfreundliche Schwangerschaftsberatung der Kirche trinken!
> > > > > Vorsicht: Schwer OT! :-0!
> > > > >
> > > > Musstest Du schon mal zur Schwangerschaftsberatung ? :-O
> > >
> > > Gibt es hierfür nicht staatliche Zuschüsse?
> > >
> > Für den Messwein oder die Schwangerschaftsberatung?
>
> Für Wein AFAIK nicht.

Schwangere sollten sowieso keinen Alkohol trinken.

MfG, Ralph

Ralph Joedicke

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Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
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Christof Freimuth wrote:
>
> Oliver Biber <oe...@cww.de> schrieb:
>
> > Hallo, Thomas!

> >
> > Sorry, ich war wohl etwas altklug :->>>>
> > Die Lohnsteuer ist nur eine Erhebungsform der ESt für
> Nichtselbständige, d.h.
> > die vermutliche ESt wird auf den monatlichen Zahlungszeitraum
> umgerechnet.
> > Insofern brauchen wir keine Unterscheidung zwischen Löhnern und
> > Gehaltsempfängern (auch Stefan Effenberg mit seinen 5,5 Mios hat ne
> > Lohnsteuerkarte).
>
> Hoffentlich ist das nicht noch altklüger (OT on - Kann man das
> steigern ? - OT off)
> Noch ein kleiner Hinweis zur Ergänzung : Den alten
> Lohnsteuerjahresausgleich gibt es nicht mehr. Das Ding heißt jetzt
> Antragsveranlagung.

Den gibts noch. Wenn der Arbeitgeber nicht gewechselt wurde, es aber im
Laufe des Jahres eine oder mehrere Lohnerhöhungen gab, führt ihn der
Arbeitgeber am Jahresende durch. Dabei wird aber nur die Änderung des
Lohnes im Laufe des Jahres ausgeglichen, nicht jeodoch Werbungskosten,
Ehegattensplitting und solches Zeug.

MfG, Ralph

Heiko Nock

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Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Thomas Poppner <thomas....@online.de> wrote:

> Was will ich damit sagen? Eine Kirche ist kein Club. (Ich weiß, wovon ich


> rede, denn ich war viele Jahre lang sehr engagiert). Auch heute werden
> Christen wegen ihres Glaubens verfolgt.

Ehrlich ? In Deutschland ? Vom Finanzamt oder was ?

> Warum nehmen sie das auf sich? Weil ihnen ihr Glauben so wichtig ist.

Relevanz zur Kirchensteuer ?

> Es geht nicht um eine Willenserklärung, in eine kirchensteuerpflichtige
> Kirche einzutreten.

Doch.

> Es geht darum, dass du mit der Taufe automatisch einer Konfession
> beigetreten bist.

So einen Quatsch kannst du gerne in de.soc.weltanschauung.christentum
propagieren, aber nicht in de.soc.recht.misc.

> Die Taufe _war_ der Beitritt und ab 14 hast du die Möglichkeit, auf eigene
> Verantwortung wieder auszusteigen, wenn du nicht dabei sein willst.

Ohne gesetzliche Alternativregelung kein Beitritt ohne eigene
Willenserklärung.

> Du musst ein bißchen wegkommen von dem Denken, du wärst bspw. in einem
> Tennisclub: "wenn ich

In einem Tennisclub muß man wenigstens nicht singen.

--
Ciao, Heiko...

Hans-Peter Popowski

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Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to

Josef Bauer <lord....@GMX.de> schrieb in im Newsbeitrag:
7JM5x...@nospam.gmx.de...
Hallo Josef,

> >es mu ja einen unterschied geben, oder warum spricht man von der
lohn- bzw.
> >einkommenssteuererklSrung (erstere kann, zweitere mu erstellt
werden).
>
> hae?

manchmal bleibt eben auch die Zeit stehen.

> ich wuesste gern mehr ueber eine lohnsteuererklSrung.
> wie sehen denn dazu die formulare aus?

Bis 1991 gab es ein einheitliches Formular:

[ ] Einkommensteuererklärung (einschließlich
Lohnsteuerjahresausgleich)

Da aber dem Gesetzgeber bei der Einführung des Solizuschlages ein Lapsus
unterlaufen war, denn der Solizuschlag wurde nur auf die Einkommensteuer
erhoben, so wurde der LSt-Jahresausgleich aber erst durch das StÄndG vom
25.02.1992 abgeschafft (IMHO ab 1. März 92) zugunsten einer
Antragsveranlagung nach § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG; wer aber noch bis dahin
einen Lohnsteuerjahresausgleichsbescheid für 1991 bekam, brauchte keinen
Solizuschlag berappen. Aber wie so immer im reellen Leben wurde man auch
hier für's Zuspätkommen bestraft.
;-))
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Solidaritätsgesetz 1991
§ 1 Erhebung eines Solidaritätszuschlags
Zur Einkommensteuer und zur Körperschaftsteuer wird ein
Solidaritätszuschlag als Ergänzungsabgabe erhoben.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter


Michael Freischlad

unread,
Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
On Tue, 22 Jun 1999 18:31:37 +0200, "Michael Wilmsmann"
<Michael_...@bigfoot.com> wrote:

>Außerdem sind Parteispenden für Unternehmen nicht steuerlich absetzbar.
>Lediglich für Privatpersonen gibt es eine Möglichkeit, die Parteispende bei
>der Steuer anzurechnen.

Warum sollten Parteispenden nicht absetzbar sein?
Zumindest Körperschaften dürften IMHO doch (Partei)Spenden absetzen
können?!

Gruß
Michi
>


Dieter Boettcher

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Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
anita...@my-deja.com schrieb in Nachricht
<7koo56$hqh$1...@nnrp1.deja.com>...

>Weitreichende Schritte gegen diese Kirchensteuer in Deinem Fall sind
>sicherlich ein langer Weg,

warum ? Er hat doch (ohne dazu gezwungen worden zu sein) dem Finanzamt
gegenüber erklärt, er IST einer Kirche angehörig. Damit ist eine
Willenserklärung abgegeben worden.

Dieter

Robert Weemeyer

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Jun 23, 1999, 3:00:00 AM6/23/99
to
Bernhard Muenzer schrieb:

> "Thomas Poppner" <thomas....@online.de> wrote:
>
> >Die Taufe _war_ der Beitritt und ab 14 hast du
> >die Möglichkeit, auf eigene Verantwortung wieder auszusteigen, wenn du
nicht
> >dabei sein willst.
>

> Nein - wer nicht zur Konfirmation gegangen ist ist eben nicht automatisch
von
> der Kirchensteuer befreit.

Das nicht. Aber ab 14 ist man religionsmuendig und kann ohne
Zustimmung der Eltern aus der Kirche austreten oder in eine
Kirche eintreten oder von der einen in die andere Konfession
konvertieren.

Kai Kranzmann

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Jun 24, 1999, 3:00:00 AM6/24/99
to
On Wed, 23 Jun 1999 07:32:21 GMT, anita...@my-deja.com wrote:

>Ausserdem ist noch eins zu beachten. Bis
>zum 02.10.1990 hatte die Taufe fuer Thekla keine Steuerpflicht zur
>Folge. Erst ab dem Beitritt der fuenf neuen Bundeslaender fuehrte diese
>Taufe zur Kirchensteuerpflicht. Zur Zeit der Taufe mussten die
>gesetzlichen Vertreter fuer Thekla nicht mit einer Kirchensteuerpflicht
>rechnen, erst ab dem Beitritt fuehrte der Umstand seines Wohnsitzes zur
>Steuerpflicht.
Moin,

dies trifft auf alle zu, welche keine Kirchensteupflicht kennen und
deshalb nicht mit ihr rechnen. Diese werden genauso besteuert, falls
sie in der BRD steuerpflichtig sind.....
Die Problematik im Ausgangsfall liegt ja wohl darin, dass keine
Kenntnis über eine Religionszugehörigkeit vorlag und damit die
Möglichkeit des Austritts gar nicht wahrgenommen werden konnte.

Gruss Kai

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