in meinem Bekanntenkreis hat sich folgendes zugetragen:
In einer Diskussionsforum wurde von einem User ein Text und ein Bild in
einem Diskussionsbeitrag veröffentlicht.
Dieses Bild stammt von einer anderen Webseite. Die Urheber- und
Nutzungsrechte liegen beim Fotograph (ein Bildjournalist, also ein Profi)
Das Bild wurde physikalisch von der Ursprungswebseite kopiert und mit
Hilfe der Funktionen der Forumssoftware (Bildupload) auf den Server des
Forumsbetreibers kopiert und somit auf dieser Webseite (im Forum)
veröffentlicht.
Der Rechteinhaber dieses Bildes hat nun eine Rechnung für die
Veröffentlichung an den Betreiber der Webseite (Forum) geschickt.
Wie kann sich nun dieser Webmaster sich so rechtlich absichern das er
nicht auf diesen Kosten sitzenbleibt. Das Bild wurde ja nicht von ihm
sondern von einem seiner Besucher reingestellt.
Würde da ein entsprechender Hinweis den jeder vor dem Posten durchlesen
muss [so wie bei den AGB´s] helfen ?
Kann der Webmaster nun diese Kosten an den Poster weitergeben ?
Gruss
Jürgen
> Wie kann sich nun dieser Webmaster sich so rechtlich absichern das er
> nicht auf diesen Kosten sitzenbleibt. Das Bild wurde ja nicht von ihm
> sondern von einem seiner Besucher reingestellt.
Aber er ist Verantwortlich. Er hätte den Bildupload von vornherein
verhindern müssen. Oder zumindest einmal am Tag kontrollieren, ob sich da
nicht was illegales zugetragen hat.
> Würde da ein entsprechender Hinweis den jeder vor dem Posten durchlesen
> muss [so wie bei den AGB´s] helfen ?
Er kann doch denjenigen benennen, der illegalerweise den Bilderklau gemacht
hat. Warum reicht er die Rechnung nicht weiter ?
> Kann der Webmaster nun diese Kosten an den Poster weitergeben ?
Sicher. Warum nicht.
Ich denke, durch entsprechende Hinweise in den Forenregeln die jeder mit
seiner Anmeldung akzeptieren muss. Weiterhin muss bei einem "Upload"
eine Quelle angegeben werden.
>
>
> Aber er ist Verantwortlich. Er hätte den Bildupload von vornherein
> verhindern müssen. Oder zumindest einmal am Tag kontrollieren, ob sich da
> nicht was illegales zugetragen hat.
>
Aber als Webmaster kann man nicht beurteilen wo und ob evt. Rechte
Dritter vorhanden sind. Die Verantwortlichkeit liegt immer noch bei dem
eigentlichen Poster. Offensichtlich bedenkliche Beiträge muss der
Forenbetreiber meines Wissens jedoch entfernen bzw. entschärfen.
>
>>Würde da ein entsprechender Hinweis den jeder vor dem Posten durchlesen
>>muss [so wie bei den AGB´s] helfen ?
>
>
> Er kann doch denjenigen benennen, der illegalerweise den Bilderklau gemacht
> hat. Warum reicht er die Rechnung nicht weiter ?
>
Ach, den kann der Forenbetreiber nennen? Das glaube ich kaum. Er hat die
IP-Adresse des Posters. Denn ob der Name o.ä. alles richtig ist, das
weiss der liebe Gott.
>
>>Kann der Webmaster nun diese Kosten an den Poster weitergeben ?
>
>
> Sicher. Warum nicht.
>
Die Rechnung wird sicher mehr als gesalzen sein. Wenn der Poster seine
echten Daten rausrückt, dann wird es relativ einfach. Ansonsten ist eine
Anzeige fällig. Denn nur wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt müssen
die Provider die Verbindungsdaten herrausgeben. Und da ist Eile geboten!!
Hans-Jürgen
>> Aber er ist Verantwortlich. Er hätte den Bildupload von vornherein
>> verhindern müssen. Oder zumindest einmal am Tag kontrollieren, ob sich da
>> nicht was illegales zugetragen hat.
>>
> Aber als Webmaster kann man nicht beurteilen wo und ob evt. Rechte
> Dritter vorhanden sind.
Doch. Indem man von jedem User, der ein Bild bereitstellen will, eine
Quellenangabe verlangt.
Keine Quellenangabe, kein Bild.
> Die Verantwortlichkeit liegt immer noch bei dem eigentlichen Poster.
Bei dem auch. Zusätzlich.
>Offensichtlich bedenkliche Beiträge muss der Forenbetreiber meines Wissens
>jedoch entfernen bzw. entschärfen.
Das auf alle fälle.
>> Er kann doch denjenigen benennen, der illegalerweise den Bilderklau
>> gemacht hat. Warum reicht er die Rechnung nicht weiter ?
>>
> Ach, den kann der Forenbetreiber nennen?
Jau, kann er.
> Das glaube ich kaum.
Ich glaubs dann für dich mit und im Zweifelsfall beweise ich es Dir dann
auch.
> Er hat die IP-Adresse des Posters.
Und über die kann er bzw. der Staatsanwalt bei einem evtl. Verfahren dann
herausfinden, wer das war.
> Denn ob der Name o.ä. alles richtig ist, das weiss der liebe Gott.
Namen ? Freiwillige Angaben ? Vergiss es. Wer guckt den auf sowas.
Die IP ist wie eine Unterschrift. Auch nach Wochen, teilweise sogar noch
Monaten kann man sagen, wer zum fraglichen Zeitraum mit dieser IP im
Internet unterwegs war.
>>>Kann der Webmaster nun diese Kosten an den Poster weitergeben ?
>>
>> Sicher. Warum nicht.
>>
> Die Rechnung wird sicher mehr als gesalzen sein. Wenn der Poster seine
> echten Daten rausrückt, dann wird es relativ einfach. Ansonsten ist eine
> Anzeige fällig. Denn nur wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt müssen die
> Provider die Verbindungsdaten herrausgeben. Und da ist Eile geboten!!
Hmmm, oben sagtest Du noch, es geht nicht. Nun plötzlich doch.
Aber wie dem auch sei. Bei Urheberrechtsverletzungen ist eine Anzeige ja
wohl das kleinere Problem.
Eher taucht die Frage nach der Schadenhöhe auf. Wenn die nämlich zu gering
ist, könnte es sein, das die Staatsanwaltschaft der Sache nicht nachgeht und
man damit auch nicht an die Adresse des Übeltäters kommt.
Aber dann hätte man noch dessen eMail Adresse, die ja evtl. noch gültig sein
könnte. Vieleicht kann man darüber ja was machen.
Wenn man sich etwas geschickt anstellt, kann man da schon ein paar Daten
über einen User herausfinden.
Habe ich doch geschrieben das eine Quellenangabe erfolgen muss. Aber bei
sowas wird viel geschrieben in Foren. Und wenn der sich selbst als
Quelle angibt, wie will man das als Webmaster beurteilen?
>
>
>>Die Verantwortlichkeit liegt immer noch bei dem eigentlichen Poster.
>
>
> Bei dem auch. Zusätzlich.
Kein Webmaster hat die Möglichkeit 24 Stunden sein Forum zu
kontrollieren. Er hat seiner Sorgfaltspflicht genüge getan wenn er
regelmässig kontrolliert. Ich kann mir nur schwer vorstellen, das er
dazu zur Verantwortung gewogen würde.
>
[...]
>
>>>Er kann doch denjenigen benennen, der illegalerweise den Bilderklau
>>>gemacht hat. Warum reicht er die Rechnung nicht weiter ?
>>>
>>
>>Ach, den kann der Forenbetreiber nennen?
>
>
> Jau, kann er.
>
>
>>Das glaube ich kaum.
Da stand nicht, das er den Namen und dessen Anschrift kennt. Ich gehe
daher davon aus, das nur die IP bekannt ist. Damit ist der PC, der im
Internet eingeloggt war zu ermitteln. Aber noch nicht derjenige, der vor
dem PC gesessen hat.
>
>
> Ich glaubs dann für dich mit und im Zweifelsfall beweise ich es Dir dann
> auch.
>
Das würde mich mal interessieren wie Du das machen willst.
>
>>Er hat die IP-Adresse des Posters.
>
>
> Und über die kann er bzw. der Staatsanwalt bei einem evtl. Verfahren dann
> herausfinden, wer das war.
Nur so geht es. Eine andere zuverlässige Methode (außer bei
Standleitungen) ist mir nicht bekannt.
>
>
>>Denn ob der Name o.ä. alles richtig ist, das weiss der liebe Gott.
>
>
> Namen ? Freiwillige Angaben ? Vergiss es. Wer guckt den auf sowas.
> Die IP ist wie eine Unterschrift. Auch nach Wochen, teilweise sogar noch
> Monaten kann man sagen, wer zum fraglichen Zeitraum mit dieser IP im
> Internet unterwegs war.
Das ist nur sehr eingeschränkt möglich. Bei Otto Normalverbraucher magst
Du Recht haben. Aber wenn über Anonymizer gegangen wird, dann wird es
problematisch. Weiterhin speichern nicht alle Provider die Daten über
einen längeren Zeitraum. Denn die Daten dürfen nur zu Abrechnungszwecken
gespeichert werden. Bei Flatrate-Usern gibt es aber nichts abzurechnen
da eine Pauschale erhoben wird. Dies wird bei den Providern verschieden
gehandhabt. T-Online speichert so z.B. verbotswidrig die Daten von
Flatrate-Usern. Andere widerum nicht. So ist zumindest mein
Kenntnisstand. Ich lasse mich gern eines besseren belehren.
>
>
>>>>Kann der Webmaster nun diese Kosten an den Poster weitergeben ?
>>>
>>>Sicher. Warum nicht.
>>>
>>
>>Die Rechnung wird sicher mehr als gesalzen sein. Wenn der Poster seine
>>echten Daten rausrückt, dann wird es relativ einfach. Ansonsten ist eine
>>Anzeige fällig. Denn nur wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt müssen die
>>Provider die Verbindungsdaten herrausgeben. Und da ist Eile geboten!!
>
>
> Hmmm, oben sagtest Du noch, es geht nicht. Nun plötzlich doch.
Es geht nicht, wenn er die "echten Daten" nicht freiwillig rausrückt.
Dann gehts eben nur über den Staatsanwalt.
> Aber wie dem auch sei. Bei Urheberrechtsverletzungen ist eine Anzeige ja
> wohl das kleinere Problem.
> Eher taucht die Frage nach der Schadenhöhe auf. Wenn die nämlich zu gering
> ist, könnte es sein, das die Staatsanwaltschaft der Sache nicht nachgeht und
> man damit auch nicht an die Adresse des Übeltäters kommt.
Das ist das große Problem an der Sache.
> Aber dann hätte man noch dessen eMail Adresse, die ja evtl. noch gültig sein
> könnte. Vieleicht kann man darüber ja was machen.
In dem Bereich werden häufig "Billig-eMail-Adressen" mit falschen
Angaben verwendet. Das ist auch nicht sehr erfolgtversprechend. Und wenn
z.B. ein Provider die Daten "einfach so" ohne Staatsanwalt herausgeben
würde, dann würde er gegen das Datenschutzgesetz verstossen. Sehr
bedenklich für den Provider.
> Wenn man sich etwas geschickt anstellt, kann man da schon ein paar Daten
> über einen User herausfinden.
Manche User verstehen es aber auch sehr geschickt ein "Fake" aufzubauen.
Dann jagt man ein Phantom.
Hans-Jürgen
100% Sicherheit gibt es nicht. Aber im Falle eines Rechtstreits kann man
zeigen, das man alles Versucht hat, Urheberrechtsverletzungen zu vermeiden.
Das könnte einen Richter gütig stimmen. :-)
>>>Die Verantwortlichkeit liegt immer noch bei dem eigentlichen Poster.
>>
>> Bei dem auch. Zusätzlich.
>
> Kein Webmaster hat die Möglichkeit 24 Stunden sein Forum zu kontrollieren.
Verlangt ja auch keiner. Siehe ein paar Postings vorher.
Einmal am Tag reicht.
> Er hat seiner Sorgfaltspflicht genüge getan wenn er regelmässig
> kontrolliert. Ich kann mir nur schwer vorstellen, das er dazu zur
> Verantwortung gewogen würde.
Das wird Ihm dann im Zweifelsfall der Richter sagen, ob er seiner
Sorgfaltspflicht genüge getan hat und ob er es hätte erkennen müssen, das da
was illegales abgeht.
Klar, bei Bildern ist das immer schwer. Bei Texten auch. Ob der Inhalt eines
Textes Gesetzeswidrig ist, naja, wer kennt schon alle zutreffenden Gesetze.
>>>>Er kann doch denjenigen benennen, der illegalerweise den Bilderklau
>>>>gemacht hat. Warum reicht er die Rechnung nicht weiter ?
>>>
>>>Ach, den kann der Forenbetreiber nennen?
>>
>> Jau, kann er.
>>
> Da stand nicht, das er den Namen und dessen Anschrift kennt. Ich gehe
> daher davon aus, das nur die IP bekannt ist. Damit ist der PC, der im
> Internet eingeloggt war zu ermitteln. Aber noch nicht derjenige, der vor
> dem PC gesessen hat.
Und ?
Wer einen PC mit Internetanschluß hat, hat auch eine gewisse
Sorgfaltspflicht. Kommt er dieser nicht nach, kann er Probleme bekommen.
Er muß halt im Zweifelsfall jemanden nennen können, der es gewesen ist oder
selber dafür gerade stehen.
>> Ich glaubs dann für dich mit und im Zweifelsfall beweise ich es Dir dann
>> auch.
>
> Das würde mich mal interessieren wie Du das machen willst.
Wie ja schon beschrieben. IP loggen, Anzeige erstatten, Staatsanwalt zum
Provider schicken usw.
>>>Er hat die IP-Adresse des Posters.
>>
>> Und über die kann er bzw. der Staatsanwalt bei einem evtl. Verfahren dann
>> herausfinden, wer das war.
>
> Nur so geht es. Eine andere zuverlässige Methode (außer bei
> Standleitungen) ist mir nicht bekannt.
Mir schon.
Telefonnummer nebst Adresse hinterlegen. Telefonbuch CD vergleichen und mal
kurz Anrufen.
Hat man früher häufiger gemacht, als man noch mit Mailboxen rummachte.
Oder Passwort wird per Post zugeschickt. Auch sehr zuverlässig, diese
Methode.
>>>Denn ob der Name o.ä. alles richtig ist, das weiss der liebe Gott.
Oder die Post oder die Telefonbuch CD.
>> Namen ? Freiwillige Angaben ? Vergiss es. Wer guckt den auf sowas.
>> Die IP ist wie eine Unterschrift. Auch nach Wochen, teilweise sogar noch
>> Monaten kann man sagen, wer zum fraglichen Zeitraum mit dieser IP im
>> Internet unterwegs war.
>
> Das ist nur sehr eingeschränkt möglich. Bei Otto Normalverbraucher magst
> Du Recht haben. Aber wenn über Anonymizer gegangen wird, dann wird es
> problematisch.
Nicht wirklich. Ich warte einfach, bis Du mal wieder Online bist und hetze
Dir dann nen Tracer auf den Hals.
Glaubs mir, der erwischt dich mit deiner richtigen IP.
> Weiterhin speichern nicht alle Provider die Daten über einen längeren
> Zeitraum. Denn die Daten dürfen nur zu Abrechnungszwecken gespeichert
> werden.
Bekannt. Deswegen ja der Hinweis "Wochen bis Monate"
> Bei Flatrate-Usern gibt es aber nichts abzurechnen da eine Pauschale
> erhoben wird. Dies wird bei den Providern verschieden gehandhabt. T-Online
> speichert so z.B. verbotswidrig die Daten von Flatrate-Usern. Andere
> widerum nicht. So ist zumindest mein Kenntnisstand. Ich lasse mich gern
> eines besseren belehren.
Verbotswridig ist das bei der Telekom nicht, wie nach meinem Wissensstand
kürzlich durch ein Gericht festgestellt wurde.
Frag mich aber nix genaues. Ich meine, es wäre hier irgedwo in einer
Newsgroup gesagt worden, mit Aktenzeichen.
Aber wie gesagt. Ich warte einfach, bis Du dich nochmal einloggst, dann
braucht ich keine Logs des Providers bzw. nur die von diesem einen Tag.
>>>>>Kann der Webmaster nun diese Kosten an den Poster weitergeben ?
>>>>
>>>>Sicher. Warum nicht.
>>>
>>>Die Rechnung wird sicher mehr als gesalzen sein. Wenn der Poster seine
>>>echten Daten rausrückt, dann wird es relativ einfach. Ansonsten ist eine
>>>Anzeige fällig. Denn nur wenn die Staatsanwaltschaft ermittelt müssen die
>>>Provider die Verbindungsdaten herrausgeben. Und da ist Eile geboten!!
>>
>> Hmmm, oben sagtest Du noch, es geht nicht. Nun plötzlich doch.
>
> Es geht nicht, wenn er die "echten Daten" nicht freiwillig rausrückt. Dann
> gehts eben nur über den Staatsanwalt.
Also weißt. Wenn mich einer wegen Urheberrechtsverletzung drankriegen will,
glaub mir, das ich dann auch den Staatsanwalt mobilisiere.
>> Aber dann hätte man noch dessen eMail Adresse, die ja evtl. noch gültig
>> sein könnte. Vieleicht kann man darüber ja was machen.
>
> In dem Bereich werden häufig "Billig-eMail-Adressen" mit falschen Angaben
> verwendet.
Kennst Du noch einen, wo das geht ?
Ich habe in letzter Zeit häufiger Post von solchen Anbietern bekommen, die
meine Adresse bestätigt haben wollten.
Naja, ok. Im Ausland gibt es sicher noch welche. :-)
>> Wenn man sich etwas geschickt anstellt, kann man da schon ein paar Daten
>> über einen User herausfinden.
>
> Manche User verstehen es aber auch sehr geschickt ein "Fake" aufzubauen.
> Dann jagt man ein Phantom.
Durchaus ja. Also tut man sich al Webmaster gut daran, VORHER sich seine
Pappenheimer genau anzusehen und deren Angaben gründlichst zu untersuchen.