Was meisnt Du mit "an die Programme ... kommen"?
Welches Betriebssystem benutzt Du? Damit hat es nämlich zu tun, wie
die Lösung aussehen kann.
Ich kann hier Programme, die auf einem anderen Rechner im LAN
installiert sind, von meinem Rechner aus starten, sofern ich eine
Nutzerberechtigung für diese Programme auf diesem entfernten Rechner
habe. Dazu logge ich mich dann einfach remote (also über das Netzwerk)
per X-Terminal auf dem anderen Rechner ein und starte das gewünschte
Programm. Bei diesem Verfahren benutze ich meinen eigenen Rechner als
Terminal für den anderen Rechner, nutze also die Rechenkraft des
entfernten Rechners. Das klappt eigentlich problemlos. Der Haken:
Beide Rechner laufen unter Linux.
Ich unterstelle mal, Du nutzt WindowsIrgendwas. Da ist das nicht ganz
so einfach.
Fall 1: Das Programm ist auf dem entfernten Rechner als
Netzwerksprogramm installiert, dabei ist der entfernte Rechner als
Server und Dein lokaler Rechner als Client (in diesem Zusammenhang ab
und an auch als Workstation bezeichnet) installiert. Beispielsweise
geht das bei (zumindest auch älteren Windows-Versionen von )
OpenOffice.org
Fall 2: IIRC ist es möglich, einige Windows-Programme durch Kopie
einer einzelnen .EXE-Datei in ein bestimmtes Verzeichnis zu
installieren, ohne dass ein eigentliches Installationsprogramm
ausgeführt werden muss. Wenn jetzt das Verzeichnis, in welchem sich
diese .EXE-Datei befindet, für den Zugriff von einem anderen Rechner
aus freigegeben ist, kann das Programm von Deinem lokalen Rechner aus
gestartet werden.
Fall 3: Ein Programm wurde mit einem regelrechten
Installaitonsprogramm auf dem entfernten Rechner installiert, wobei
diverse Einträge in die Registry vorgenommen wurden und diverse
Dateien in das Betriebssystem integriert wurden. Hier ist es AAIK
nicht möglich, von Deinem lokalen Rechner aus dieses Programm auf dem
entfernten Rechner zu starten. Einschränkung: Ich weiss wirklich
nicht, ob Windows XP einen Termionalbetrieb von einem anderen Rechner
aus zulässt (wie er z. B. bei Unix oder Linux möglich ist). Hier fehlt
mir die praktische Erfahrung. Ich bitte also die geneigte Leserschaft
um weitere Aufklärung.
Zu beachten ist, dass es bei vielen Windows-Programmen nicht erlaubt
ist, das Programm auf mehr als einem Rechner gleichzeitig zu
installieren/betreiben, es sei denn, der User erwirbt eine
entsprechende Lizenz. Es gibt aber inzwischen diverse Open Source
Programme, die unter der GNU-Lizenz stehen, daher dieses Problem nicht
haben (z. B. OpenOffice.org, GIMP, APACHE).
Insgesamt brauchst Du aber keine Angst zu haben. Selbst Windows ist
heutzutage einigermaßen netzwerkstauglich. Die Freigabe von Laufwerken
und Druckern ist nicht so ungeheuer schwer einzurichten - wenn auch
die Microsoft-eigentümlichen Begrifflichkeiten manchmal nerven können.
Du solltest aber sorgfältig darauf achten, welche Rechte die
jeweiligen Benutzer haben können - insbesondere, wenn Dein Netzwerk
eine Internet-Anbindung hat. Für diesen Fall würde ich Dir dringendst
raten, einen separaten Router/Gateway-Rechner unter Linux
einzurichten. Möglich wäre hier z. B. einen Rechner unter IPCop
(www.ipcop.de) aufzusetzen. Das geht mit Modem/ISDN und auch DSL
(Details siehe www.ipcop.de). Es reicht ein ausgedienter PC von
mittlerem Alter. Ich setze hier derzeit einen P/200 mit 64 MB RAM ein,
der reicht völlig aus. IPCop ist kostenlos herunterzuladen, ist gut
dokumentiert (es gibt auch eine deutschsprachige Doku), kann
allerdings wirklich nur Gateway/Router-Funktionen, allerdings
inklusive eines einfach aufzusetzenden Zeitservers (einer meiner PCs
hat eine spinnende Hardware-Uhr).
Noch Fragen?
Nein, ich habe jetzt kein Windows mehr in Betrieb, die letzte WIN-
Version hier war Win98, jetzt läuft alles unter Linux. Ja, WIN98 fand
ich damals ganz gut, war in mancher Hinsicht auch tatsächlich besser
als DOS. Nein, das gehört nicht wirklich zum Thema.
hth
Gruß aus Arft,
Dirk Weber
--
dirk-...@web.de
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