6. Bundesfototag anläßlich des Jubiläums
70 Jahre Farbfilm aus Wolfen
Ob Kinder beim Spiel oder die obligatorischen Familienfotos - Menschen
abzubilden zählt zu den reizvollsten aber auch zu einer der
schwierigsten Aufgaben der Fotografie. Am Samstag, den 14. Oktober,
können sich Interessierte im Rahmen des 6. Bundesfototages der
Gesellschaft für Fotografie von den Berliner Profi-Fotografen Julia
Dähler und Georg Krause in die Geheimnisse der Porträtfotografie
einweihen lassen. Eigens hierfür wird ein kleines Fotostudio
aufgebaut. Bringen Sie ihre Kinder oder Enkel mit: diese werden -
natürlich mit zahlreichen Profitipps -digital und in Farbe
fotografiert. Und das Ergebnis können Sie sofort mit nach Hause
nehmen.
Die Organisatoren - die Gesellschaft für Fotografie, der Förderverein
Industrie- und Filmmuseum Wolfen e.V. und das Industrie- und Filmmuseum
- halten an diesem Samstag noch viele weitere Angebote bereit.
Den Auftakt gibt eine Vortragsveranstaltung zur Thematik Farbfilme aus
Wolfen. Vor 70 Jahren stellte der Leiter der Wissenschaftlichen
Abteilung der Filmfabrik Wolfen, Prof. John Eggert in Berlin am 17.
Oktober den ersten praktikablen Farbfilm der Welt - den
Agfacolor-Neu-Film - vor. Das geschichtsträchtige Jubiläum nimmt der
Förderverein Industrie- und Filmmuseum Wolfen e.V. zum Anlass
ehemalige Mitarbeiter der Filmfabrik Wolfen und Kenner der
Farbfilm-Szene zu Wort kommen zu lassen. Beginn der
Vortragsveranstaltung ist um 09.30 Uhr. Zur Geschichte der
Color-Umkehr-Filme in Wolfen wird Dr. Siegfried Gahler referieren.
Anschließend spricht Rainer Redmann über die Entwicklung der
Color-Negativ-Filme. Danach gibt Dr. Peter Krauss einen Überblick
über die Color-Positiv-Filme. Der Filmhistoriker Dr. Wolfgang Kubak
geht auf die Thematik Farbfilme aus Wolfen und ihre Anwendung ein. Zum
Abschluss des Vormittagsprogramms blickt Prof. Herward Pietsch auf die
Filmfabrik Wolfen als Wiege des Farbfilms zurück.
Bevor dann ab 13 Uhr das Nachmittagsprogramm beginnt können sich die
Besucher das Industrie- und Filmmuseum Wolfen im Rahmen einer Führung
ansehen. Natürlich erleben Interessierte dann auch hautnah die
Maschine, auf der 1936 der erste praktikable Farbfilm der Welt
hergestellt wurde. Der Förderverein lädt außerdem zu Diskussionen
ein und bietet seine Broschürenreihe zur Geschichte der Filmfabrik zum
Verkauf an.
Am Nachmittag lädt die Gesellschaft für Fotografie zur Teilnahme an
Workshops ein. Neben dem bereits oben erwähnten Porträt-Fotoworkshop
werden die Firma Hahnemühle-Papier und Manfred Kriegelstein aus Berlin
demonstrieren, wie man die Farbe(n) zur Wirkung bringen kann.
Der Berufsfotograf Pavel Kaplun aus Hannover zeigt am Laptop, wie seine
akribischen und eindrucksvollen farbigen Montagen und Collagen
entstehen - vom Sammeln der Einzelfotos bis zum fertigen Bild. Kaplun
fertigt seine Arbeiten mit Photoshop-Programmen und schreibt auch
Bücher darüber. Eine kleine Ausstellung zeigt fertige Werke des
Künstlers.
Auch können Hobby- und Berufsfotografen ihre eigenen Werke mitbringen:
erfolgreiche Fotografen und Fotografinnen, u.a. Monika Schulz-Fieguth
(künstlerische Fotografie) und Klaus-Dieter Fahlbusch
(Reisefotografie) werden auf Wunsch die Fotos besprechen, Tipps oder
Anregungen geben. Ein Stand der GfF bietet Bücher, Kataloge und
Zeitschriften an.
Die Workshops beginnen um 13 Uhr und werden fortlaufend bis gegen 17
Uhr angeboten.
Diskussionsfreudige Gäste laden die Veranstalter zu einem Stammtisch
ein. In etwa halbstündigen Gesprächen wird bei Kaffee, Kuchen und
Wein beispielsweise die photokina durch Dietmar Kanzer, Marketing-Chef
von Franke und Heidecke aus Braunschweig reflektiert (Beginn: 13.15
Uhr). Der Reisefotograf Klaus-Dieter Fahlbusch aus Potsdam gibt ab
14.15 Uhr seine Erfahrungen preis und verrät, warum er oft auf die
Farbe im Bild verzichtet hat. Sie können sich über die nächsten
Vorhaben des Industrie- und Filmmuseums informieren (ab 15.15 Uhr) und
Dr. Wolfgang Kubak aus Merseburg berichtet ab 16.15 Uhr von nicht
erfolgreichen Farbfilm-Produktionen aus den zwanziger und dreißiger
Jahren.
Der Eintritt kostet drei bzw. ermäßigt zwei Euro.
Infotelefon:
Industrie- und Filmmuseum Wolfen
03494 - 63 64 46
Bunsenstrasse 4
06766 Wolfen
www.ifm-wolfen.de
in...@ifm-wolfen.de