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EU: Freund hört mit (jf)

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Uwe Faulenbach

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Mar 26, 2003, 7:00:00 PM3/26/03
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+ JUNGE FREIHEIT Verlag GmbH & Co. www.jungefreiheit.de 14/03
28. März 2003

Freund hört mit

von Alexander Griesbach

Der Abhörskandal im Brüsseler EU-Viertel zeigt vor allem eines:
Europäische Spitzenpolitiker sind vor den Lauschangriffen "befreundeter"
Staaten nicht mehr sicher. Vergangene Woche wurde bekannt, daß der
EU-Ministerratsbau "Justus Lipsius" belauscht worden war. In den
Delegationszimmern von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien,
Italien und Österreich wurden hochmoderne Wanzen gefunden. Die Technik
für einen derartigen Angriff haben nach Auffassung deutscher
Sicherheitsexperten nur ein halbes Dutzend Staaten auf dieser Welt.
Weil der Lauschangriff vor allem den wirtschaftlich starken Staaten
Europas gegolten hat, zählen zu den Hauptverdächtigen die USA und
Israel. Insbesondere Washington hat in der Tat immer wieder
allerhöchstes Interesse an Informationen aus den engsten EU-Zirkeln
gezeigt, etwa vor einer Welthandelsrunde. Auch die Gerüchte darüber,
daß die USA mittels ihres globalen Überwachungssystems "Echelon"
systematisch Wirtschaftsspionage betreiben, wollen bis heute nicht
verstummen.

Der Schaden, der der EU durch diesen Lauschangriff entstanden ist,
könnte ansehnliche Größenordnungen erreicht haben. In deutschen
Regierungskreisen gibt man sich im Hinblick auf diese "Sauerei der
Sonderklasse", wie sie von einem deutschen Beamten genannt wurde,
dennoch abgeklärt. Augenscheinlich macht man sich dort keine
Illusionen mehr über den Zustand der transatlantischen Allianz.
Diese besteht mehr und mehr nur noch auf dem Papier.


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