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Palaestina/Israel: Was die Medien in Deutschland verschweigen

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Sam B.

unread,
May 7, 2002, 7:51:48 PM5/7/02
to
> In Palästina ist die Hölle los, jedes Kind weiß inzwischen, dass es
> nur eine Lösung geben kann: Rückzug der Israelis aus allen besetzten
> Gebieten und zwei Staaten in den Grenzen von 1947/48, was schon einen
> palästinensischen Verzicht auf 2/3 des einst von ihnen belebten Landes
> Palästina bedeutet. ...


Wer ein halbwegs gutes Gedächtnis besitzt, erinnert sich noch daran,
dass der damalige israelische Premierminister Barak genau das Arafat und
seiner Delegation angeboten hat. Erstaunlicher Weise (oder auch nicht)
hat Arafat das Angebot abgelehnt.

> Und was tun unsere Medien und unsere Politiker?
> Sie fordern seit einem Jahr Gewaltverzicht von den Palästinensern zu
> allererste von denen also, ...


Wiederum ist das Gedächtnis gefragt: Israel hatte mehrmals einseitige
Waffenruhe ausgerufen und gehalten, während von palästinensischer Seite
die Anschläge nicht nachließen.

> die vor allem ihr Recht auf Unabhängigkeit nach mehr als 50 Jahren einklagen, ...


Erst nach 50 Jahren? Warum mussten erst ettliche Kriege angezettelt werden?
Was hat diese Gewalt noch mit einem Bestreben nach Unabhängigkeit zu
tun? Was wurde dadurch besser? Warum fing der Terror ausgerechnet dann
an, als die Verhandlungen für eben diese Unabhängikeit auf einem nie
dagewesenem Niveau waren?

> ... sie, die nicht für den deutschen
> Massenmord an den europäischen Juden verantwortlich sind. Sind Regierung
> und Medien derart verstrickt und selbst imperial gepolt, dass es auch
> ihnen im Nahen/Mittleren Osten nur um die Sicherung des Schmier-Öls
> für die europäische/amerikanische Wohllebens-, Industrie- und Rüstungs-
> maschinerie geht - koste es was es wolle?


Es wäre mir neu, dass Israel ein wichtiger Öllieferrant ist.


> Die Palästinenserlnnen fragen sich heute, wo bleiben die deutschen
> Joumalistlnnen, warum kommen sie zu keiner unserer Pressekonferenzen?
> Warum erfahren die Deutschen am allerwenigsten ...


Glücklicher Weise gibt es ja genügend palästinensische Journalisten, die
internationale Presseagenturen - deren Nachrichten oft in der
deutschen Presse zu erfahren sind - mit genügend (auch
zurechtgestutztem) Material versorgen.

> ... in ihren normalen
> Informationsquellen etwas über die Beweggründe, Hintergründe der
> Palästinenser, über die groß angelegten Menschenrechtsverletzungen
> und Genfer Konventionsverletzungen jetzt und seit 50 Jahren, auch
> während des sogenannten Friedensprozesses bis zur Initfada?


Warum hört man in den deutschen Medien nichts von z.B. der Hinrichtung
angeblicher "Kollaborateure" durch palästinensische Polizisten?
Ist das mit den Genfer Konventionen konform?

> Warum sehen wir nur weinende Israelinnen, ...


In der detuschen Presse? Seit wann denn das!

> aber niemals palästinensische Trauernde und Verzweifelte?


Der Author dieses Artikels scheint nicht wirklich deutsches Fernsehen zu
sehen.

> Gibt es sie nicht auch? Warum hören wir
> nie etwas über die Beweggründe der Selbstmordattentäter? Weil sie
> immer gleich erschossen werden, ...


"Selbstmordattentäter"(!) - wie der Begriff schon sagt, haben die sich
selbst in die Luft gesprengt, und zwar hauptsächlich da, wo viele
Familien, Kinder, Teenager - Zivilisten unterwegs sind.

> damit sie gar nicht erst sprechen
> können, aus welchem Lager und welchem Teil Palästinas sie ursprünglich
> kommen, was ihren Vätern, Müttern, Geschwistern und Freunden so lange
> sie zurückdenken können geschah und in den letzten 50 Jahren?


...


> Sharon weigert sich, internationale Beobachter ins Land zu lassen -
> soll niemand berichten können
>
> - Dass er nicht die 'Infrastruktur des Terrors', sondern die
> 'Infrastruktur zum Leben' zerstört?


Zu der wohl die entdeckten Bombenfabriken und Waffenlager zählen sollen.


> - Dass seine Soldaten inzwischen ein halbe Million Olivenbäume
> mit den Wurzeln ausgerissen haben?
> - Dass im Umkreis aller Stützpunkte und Kolonien von fast einem
> Kilometer kein Halm mehr übriggelassen wird, die Erde 'rasiert'
> worden ist?
> - Dass seine Behörden 50.000 Tonnen Chemie- und Militärabfälle in
> einer Mulde bei Beit Lahia in 30 Meter Tiefe versenkt haben und
> der gesamte unterirdische Wasservorrat Gazas vor der Vergiftung
> steht?
> - Dass seine Soldaten die Wasserleitungen, Telefonleitungen und
> Elektroleitungen in Ramallah zerstören und selbst Krankenhäuser
> angreifen und die Menschen darin töten?
> - Dass seine Blockade so weit geht, dass die Milch für die Kinder
> im Krankenhaus bereits fehlt?
> - Dass seine Soldaten in den Flüchtlingslagern die Menschen in einem
> Raum zusammenfercben, und von dort aus den Fenstern - gedeckt durch
> Möbel, durch Leichen und durch lebendige Jugendliche - gezielt
> Menschen abschießen?
> - Dass Kühe und Schafe zu Hunderten abgeschossen werden?
> - Dass keine 'palästinensische' Strasse mehr intakt ist?
> - Dass bei der jüngsten Offensive mit 20.000 Soldaten allein in den
> Lagern bei Bethlehem, Deheisheh und Alda an einem Tag rund 800
> Männer gezwungen worden, sich vor den Soldaten zu versammeln,
> Oberkörper freimachen mussten, den Kopf verbunden bekamen, darauf
> später Nummern gestempelt, die danach in die Hand 'tätowiert'
> wurden und sie dann in unbekannte Gegenden mit Lastwagen abtrans-
> portiert und in fernen Lagern konzentriert wurden?


Wie in Israel mit solchen Geschehnissen umgegangen wird, ist dem
beigefügten Artikel der Ha'Aretz ja zu entnehmen.


> - Dass seit Beginn der Intifada 10.000 Menschen in israelische
> Gefängnisse verschleppt wurden, allein 2.000 im Rahmen der ersten
> Tage der Großoffensive, und dass etwa ein Drittel davon Jugendliche
> sind?


Bekanntlich sind es ja gerade Jugendliche, die sich zu Aktionen wie
"Selbstmodattentaten" hinreißen lassen, oder sonst irgendwie in
Terrororganisationen aktiv sind.
Anstatt dem Begriff "verschleppt" könnte man auch "verhaftet" sagen, und
das ist es nämlich, was die palästinensische Polizei versäumt hat zu tun.


> - Dass Spezialtruppen sich mit UN- und palästinensischen Ambulanzen
> 'bewaffnen', um 'unerkannt' in die Flüchtlingslager zu gelangen und
> dort wahllos zu töten - auch Ärzte, Helfer und Verletzte?


- Dass Palästineser Terroristen, Bomben und Waffen mit
Ambulanzfahrzeugen transportieren, bzw. schmuggeln?

- Dass Kindern in den Schulen palästinensische Propaganda eingetrichtert
wird, die Juden als Feinde dargestellt werden.

- Dass palästinesische Kinder in Lagern zu Terroristen ausgebildet
werden.

- Dass Israelische Siedlungen bewußt von Wohnhäusern aus beschossen
werden, deren Bewohner z.B. christliche Palästinenser sind, die
oft sogar gegen den Beschuß sind. In den Medien hört man dann nur dass
Israel auf Wohnhäuser schießt, oder diese gar einreißt.


> Warum hören wir davon fast nichts? Warum wird nicht Empörung ganz
> laut? Warum wird auch auf Interventionen und Hinweise der Zuhörerlnnen
> oder Leserlnnen nicht reagiert? Warum interviewt niemand palästinen-
> sische Menschen und Persönlichkeiten, um der Wahrheit wenigstens ein
> wenig näher zu kommen, oder höchstens 'mal Hannan Ashrawi, und manch-
> mal auch erst nachts um 24 Uhr? ...


Wie gesagt - offensichtlich sieht der Author nicht deutsches Fernsehen.

> Und wenn die Journalisten inzwischen
> Angst bekommen haben, haben sie nicht Telefon und Intemet wie andere
> Menschen auch und können sie sich nicht rundum informieren? Wollen
> die Headquarters die Nachrichten gar nicht, wie man sich erzählt
> unter Joumalistlnnen im Lande? Machen sie sich nicht mitschuldig?
>
> Die Informationen stammen aus einem Gespräch von Dr. Viktoria Waltz
> mit dem palästinensischen Umweltminster Dr. Jusuf Abu Saflye aus Beit
> Lahla, Gazastreifen am 10.03.02. Diese Informationen wurden von ihm
> auf der Weltumweltkonferenz bekannt gemacht und führten zu dem Be-
> schluss, dass die UN mit Herrn Töpfer an der Spitze eine Erkundungs-
> reise in die Region durchfuhren sollen. 'l hope he will make it', so
> Dr. Abu Safiye. Die Information über das Tätowieren von Palästinen-
> sischen Gefangenen wurde bereits am 8. März von Präsident Arafat
> gegeben und von den arabischen Medien ausgestrahlt, Hannan Ashrawi
> informierte darüber in einem ca. 23.30 gesendeten Unterview mit dem
> WDR Köln am 9. März, am 13.3. gibt es eine Meldung in Ha'aretz dazu.
>
> *Dr. Viktoria Waltz hat sich im Rahmen ihrer Dozenten-Tätigkeit an
> der Universität Dortmund, Fakultät Raumplanung, auf die israelisch/
> zionistische Siedlungspolitik und Planung spezialisiert und dazu
> veröffentlicht. Zwischen 1997 und 2000 war sie Regierungs-Beraterin
> des palästinensischen Wohnungsbauministeriums in Gaza und Ramallah,
> seit 2001 betreut sie die Partnerschaft ihrer Fakultät mit der
> Birzeit Universität.
>
> * * *
>
> Ha'aretz - Article
> wysiwyg://l 7/http://www.haaretzdaily.c ...
>
> March 13, 2002 Adar 29, 5762 Israel
> Time: 01:49 (GMT+2)
>
>
> Mofaz: IDF will stop writing numbers on prisoners' arms
>
> By Gideon Alon and Ori Nir
>
> Chief of Staff Shaul Mofaz told the Knesset Defense and Foreign
> Affairs Committee yesterday that he wasn't aware that IDF soldiers
> had written numbers on the arms of Palestinian prisoners and ordeted
> an end to this practice. He noted that "this action was done in one
> place according to a decision by a particular person" and he vowed
> to find out who this person was.
>
> MK Yosef Lapid (Shinui) raised this issue, sayin'g that as a
> Holocaust survivor he regards the inscription of numbers on the
> arms of Palestinians as "intolerable" and expressed surprise
> that the conunanders ordering this procedure did not show more
> sensitivity. Defense Minister Benjainin Ben-Eliezer also told
> Lapid yesterday that he was not aware that this practice was
> being conducted.
>
> MK Mohammed Barakeh (Hadash) sent a letter yesterday to the chairman
> of Yad Vashem, Prof Shevah Weiss, complaining that the writing
> of numbers on prisoners' arms was part of a general pattern of
> "monstrous" repression that Israel is inflicting on Palestinians in
> the territories.
>
> "For many days, the Israeli anny, which is ironically called the
> 'Israel Defense Forces,' has been conducting a massacre of the
> Palestinian people in the occupied territories, under the command
> of the Israeli govenunent. In these wretched days, I've asked
> myself more than once how, within such a short period of history,
> the victim has become the murderer, and a people who perhaps
> suffered more than any other from arbitrary repression and refugee
> status is capable of meting out the same fate to others," Barakeh
> wrote.
>
> The Arab MK wrote to Weiss, a Holocaust survivor and former Labor
> MK, that his letter is intended to "shed light on the monstrous
> aspect of Israel's acts in the occupied territories, such as the
> use of stamping numbers on the foreanns of helpless prisoners and
> the despicable use of terins such as extermination, transfer and
> blockades, raids on refugee camps and tuming them into detention
> camps."
>
> When asked yesterday whether he is really comparing the acts of Israel
> to the Nazis, he responded: "All these years, I've avoided making any
> analogy to the Nazi crimes, and I'm not making this analogy now, but
> there are infuriating things that are clearly reminiscent" of what the
> Nazis did.
>

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