folgende Meldung habe ich heute im Video-Text der ARD Seite 417 gefunden:
SES Astra führt 2007 Gebühren ein
Der Satellitenbetreiber SES Astra will bislang frei empfangbare
Fernsehprogramme ab 2007 verschlüsselt ausstrahlen und dafür eine Gebühr von
den Zuschauern verlangen. Der Vorstandschef von SES Astra Kayser, nannte
dafür in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine monatliche Gebühr von
"sicherlich unter 5 Euro", die 2007 eingeführt werden soll. In einer
Übergangszeit von 2 bis 3 Jahren soll noch ein unverschlüsselter Empfang
möglich sein. Zur Entschlüsselung benötigen die Zuschauer zudem ein
Empfangsgerät (Decoder).
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Rainer
Heise.de schreibt heute dazu:
01.03.2006 11:06
Gebühr fürs Free-TV eine beschlossene Sache?
[Update]
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet unter
der Überschrift "Die zweite Fernsehgebühr ist
da"[1], dass über Satellit ausgestrahlte
Free-TV-Programme kostenpflichtig werden.
Grundlage für diesen Bericht ist die Mitteilung
des Satellitenbetreibers SES Astra, mit einer
neuen Plattform seine digitalen Dienstleistungen
auszubauen und so eine Infrastruktur für Free-TV,
Pay-TV und interaktive Zusatzdienste anzubieten.
SES Astra schreibt in der Mitteilung zu der neuen
Plattform, dass TV-Zuschauer das neue digitale
Angebot nutzen können, "wenn sie über digitalen
Satellitenempfang, einen TV-Receiver mit passender
Smart Card und eine einfache Einmal-Anmeldung
verfügen". Receiver seien geeignet, "wenn sie
entweder eine passende Smart Card bereits lesen
können oder dank einer offenen Schnittstelle
(Common Interface) dazu aufgerüstet werden
können". Damit bleiben Nutzer mit Receivern ohne
Smart-Card-Reader oder Common Interface im
Umkehrschluss auf der Strecke. Vor allem aber
fällt eine monatliche Gebühr an: "Den technischen
Zugang erhalten TV-Zuschauer gegen Entrichtung
einer niedrigen monatlichen Digital-Pauschale, die
der Abdeckung der technischen Kosten für den
Betrieb der digitalen Infrastruktur dient", heißt
es bei SES Astra. Die FAZ zitiert in diesem
Zusammenhang den Astra-Vorstandsvorsitzenden
Ferdinand Kayser, wonach die monatliche Gebühr
"unter fünf Euro" liegen soll. Von einer
Grundverschlüsselung könne man da nicht mehr
reden.
Die unter dem Namen "Dolphin" entwickelte
Plattform ist bereits seit einiger Zeit in den
Schlagzeilen. So war bekannt geworden, dass laut
Bundeskartellamt der Anfangsverdacht bestehe, die
neuen Plattformen erfüllten den Tatbestand des
Missbrauches einer marktbeherrschenden Stellung
nach Paragraph 19 GWB (Gesetz gegen
Wettbewerbsbeschränkungen). Die Ermittlungen
laufen ebenfalls gegen die ProSiebenSat.1 Media
AG, die RTL-Gruppe sowie die für die
Sendeabwicklung zuständige Münchner Astra-Tochter
APS. Dazu passt, dass ProSiebenSat.1-Chef
Guillaume de Posch nach Berichten mehrerer
Medienmagazine im Rahmen der Pressekonferenz zur
Vorstellung des Jahresberichts 2005 bestätigt
habe, dass es Überlegungen zur Verschlüsselung der
ProSiebenSat.1-TV-Programme gebe.
Somit scheint sich alles zu dem klaren Bild
zusammenzufügen, dass die werbefinanzierten
Free-TV-Programme künftig nur noch kostenpflichtig
via Satellit zu empfängen sind. Der
Verbraucherzentrale Bundesverband e.V[2] (vzbv)
hatte daraufhin eine Pressemitteilung mit der
Unterüberschrift "Pro7Sat1 will Monatsgebühr für
digitalen Satellitenempfang" veröffentlicht.
Ganz so eindeutig ist die Lage jedoch nicht:
Bereits nach der Meldung über die
ProSiebenSat.1-Analystenkonferenz hatte Jacques
Abramowicz, Inhaber des Beratungsunternehmens
TMT-Consulting, gegenüber Area DVD[3] mitgeteilt,
dass de Poschs Aussagen falsch wiedergegeben
worden seien. So hätte der ProSiebenSat.1-Chef
deutlich verneint, die normalen Sender (Pro7,
Sat1, N24, Kabel1 und 9Live) verschlüsseln zu
wollen. De Posch hätte es angeblich zudem gerne
gesehen, wenn diese Sender auch über digitales
Kabel unverschlüsselt gesendet werden, worauf aber
einige Kabelbetreiber bestanden hätten. Gespräche
mit SES Astra zum Thema Grundverschlüsselung seien
aber beendet worden.
Auch gegenüber heise online teilte eine
ProSiebenSat.1-Sprecherin noch einmal mit, dass
Hauptziel bei allen Verhandlungen sei, die
technische Reichweite zu erhalten. Im Bereich
Kabel habe ProSieben einer Grundverschlüsselung
des Digital-Angebots nur zugestimmt, weil das
analoge Signal weiterhin unverschlüsselt zu
erhalten ist. Die Reichweite des
Satellitenprogramms würde im Moment der
Verschlüsselung auf ein Viertel einbrechen - das
Gros der DVB-S-Receiver kann nur Free-TV
empfangen. Auch die vzbz-Pressemitteilung ist auf
Drängen von ProSiebenSat.1 mittlerweile geändert
worden, sodass die Unterüberschrift nun lautet:
"FAZ: Monatsgebühr für Privatfernsehen?" Es bleibt
also weiter abzuwarten, ob die neue Plattform
tatsächlich genutzt wird, um eine
(Grund-)Verschlüsselung der werbefinanzierten
Sender einzuführen oder ob hier eine zweite
Plattform für kommende Pay-TV-Angebote etabliert
werden soll.
Update:
Nach der Veröffentlichung eines Mitschnitts der
Analysten-Pressekonferenz[4] und Gesprächen mit
SES Astra drängt sich mittlerweile mehr und mehr
der Verdacht auf, dass der Schwarze Peter hier
hin- und hergeschoben wird: So sprach der
ProSiebenSat.1-Chef unter Hinweis auf die von
einigen Kabelbetreibern angeblich geforderte
Grundverschlüsselung davon, dass die
Verschlüsselung eine Entscheidung des
Plattformbetreibers darstelle, während ein
Sprecher des Satellitenbetreibers wiederum
gegenüber heise online angab, dass diese
Entscheidung lediglich der Sender selbst treffen
könne.
(nij[5]/c't) (nij/c't)
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[2] http://www.vzbv.de/go/
[3] http://www.areadvd.de
[4]
http://mediasite.prag.webspace24.de/ProsiebenSat1.mp3
[5] mailto:n...@ct.heise.de
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Das Ganze ist ein Unverschämtheit!
ASTRA ging an den Markt mit "FreeTV" - alles sollte
durch Werbeeinnahmen finanziert werden. Die Sender haben dadurch
nun ein Problem - keiner mag die Werbeblöcke in den Ausstrahlungen.
Ob dadurch nun die Werbeeinnahmen sinken und ASTRA keine neuen
Transponder vermieten kann, kann ich nicht beurteilen. Aber scheinbar
brauch ASTRA Geld und verbündet sich mit den Sendern.
ABER erst mal Abwarten:
Auch Premiere wurde wiederholt geknackt!!
In diesem Sinne
TOM
> Das Ganze ist ein Unverschämtheit!
warum bitte ist das eine Unverschämtheit? SES/Astra ist ein
Dienstleister in einer freien Marktwirtschaft, und kann sich jedes
legale Finazierungsmodell selbst aussuchen.
Wenn du mit den Leistungen oder der Höhe des Entgelts nicht
einverstanden bist, zwingt dich niemand diesen Anbieter zu nutzen.
> ASTRA ging an den Markt mit "FreeTV"
?
Es war eigentlich schon immer so, daß ein Großteil der über Astra
empfangbaren Programme verschlüsselt oder zumindest nicht "frei" waren
(Hint: Die ARD-Programme sind auch nicht frei, sondern dank
GEZ-Gebühren sogar ziemlich teuer).
> - alles sollte
> durch Werbeeinnahmen finanziert werden.
Nein, SES/Astra hat sich noch nie durch Werbung finanziert, sondern
bekommt sein Geld von den Programm-Anbietern. Bitte wirf das nicht in
einen Topf.
> Die Sender haben dadurch
> nun ein Problem - keiner mag die Werbeblöcke in den Ausstrahlungen.
Eben. Die Free-Programme sind durch die dauernde Werbung praktisch
unbenutzbar geworden. Von daher wäre es in meinen Augen kein grosser
Verlust, auf einige FTA-Programme verzichten zu müssen.
> Ob dadurch nun die Werbeeinnahmen sinken und ASTRA keine neuen
> Transponder vermieten kann, kann ich nicht beurteilen. Aber scheinbar
> brauch ASTRA Geld und verbündet sich mit den Sendern.
Naja, dass ein marktwirtschaftliches Unternehmen Geld verdienen möchte,
kann man ihm ja wohl nicht zum Vorwurf machen. Die SES ist nunmal keine
Non-Profit-Organisation sonder ein kommerzieller Infrastruktur-Anbieter.
Die Aufregung kann ich jedenfalls nicht verstehen, denn ist doch
eigentlich ganz einfach: Entweder dir sind die bisherigen FTA-Programme
etwas wert, dann kannst du auch dafür zahlen. Oder sie sind dir das Geld
nicht wert, dann brauchst du auch keinen Vertrag abzuschliessen. Im
Gegensatz zur GEZ wirst du bei der SES wohl nicht durch die Vorhaltung
einer Sat-Anlage zur Zahlung verpflichtet.
--
Gruß,
Jörn
Franz Czada schrieb:
>>Der Satellitenbetreiber SES Astra will bislang
>>frei empfangbare Fernsehprogramme ab 2007
>>verschlüsselt ausstrahlen und dafür eine Gebühr
>>von den Zuschauern verlangen. Der Vorstandschef
>>von SES Astra Kayser, nannte dafür in der
>>"Frankfurter Allgemeinen Zeitung" eine
>>monatliche Gebühr von "sicherlich unter 5 Euro",
>>die 2007 eingeführt werden soll. In einer
>>Übergangszeit von 2 bis 3 Jahren soll noch ein
>>unverschlüsselter Empfang möglich sein. Zur
>>Entschlüsselung benötigen die Zuschauer zudem
>>ein Empfangsgerät (Decoder).
>
In der Süddeutschen von heute haben die ÖR erklärt, das sie da nicht
dabei sind. Prosiebensat1 hat auch sofort nachgelegt, dass bestehende
Programme nicht betroffen sind. Die sägen sich doch nicht den Ast ab,
auf dem sie sitzen. Astra wiederum hätte halt gern höhere Gebühren wegen
der Verschlüsselung und man kann ja mal sehen, wie der dumme Kunde reagiert.
--
Liebe Grüsse, Gerd - Hier steht die Satelliten FAQ, PC-Tipps, Mopped,
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