18 Jahre IBM PC
Der IBM PC, Inbegriff heutiger Homecomputer - sieht man mal von den
Spielkonsolen ab -, schwebte zu der damaligen Zeit noch in anderen
Regionen. 1983 mußte man etwa 6000 DM für das gute Stück berappen. Der
Nachfolger AT, der im November 84 auf den Markt kam, hatte einen
Einstandpreis von 15 000 DM (inklusive 512 KByte Hauptspeicher und 20
MByte Festplatte). Zum Verglich, Sir Sinclair, der rührige Schöpfer
des ZX81, konnte da schon einen 32-Bitter (Sinclair QL mit 68008-
Prozessor) zum Preis von 2000 DM bieten.
IBM hatte den PC vor allem als Konkurrenz zum Apple II gedacht. Aus
gediegener IBM-Sicht sollte es eher eine Spielkonsole sein (mit
Joystick!), und sie beauftragten die Entwickler, mit wenig Aufwand
`mal eben schnell« etwas zusammenstoppeln, das Apple-like mit billigen
Steckkarten versehen war. Mitentwickler David J. Bradley berichtete in
c't [5] über die Entstehungsgeschichte dieses halbherzig
zusammengezimmerten Produktes, das nichtsdestotrotz zur wohl
bedeutendsten Entwicklung der letzten 20 Jahre heranreifte:
Provisorien halten bekanntlich am längsten.
Ein großes Konzept hatten die PC-Entwickler also nicht, sie bauten
einfach das ein, was gerade im Labor so herumlag. Viel Zeit und eine
längere Lernphase standen sowieso nicht zur Verfügung. Und so nahm man
bewährte Bausteine, weitgehend aus der 8-Bit-Welt, verzichtete aus
Spargründen auf einen 16-Bit-Bus (der 8088-Prozessor ist ein 16-Bit-
Prozessor mit einem 8-Bit-Bus) und gestaltete einen preiswerten
Steckkarten-Anschluß, der später unter dem Namen ISA-Bus (Industrie
Standard Architektur) Karriere machte. Das Bus-Layout wurde auch mehr
nach den zufälligen Gegebenheiten der vorhandenen Leiterbahnen als
nach landläufigen Bus-Kriterien konzipiert. Unglücklich gewählte
Polaritäten, etwa der Interrupt-Leitungen, unsaubere Timings,
schlechte Entkopplung und andere Unwägbarkeiten waren seine negativen
Begleiterscheinungen: eben hingestoppelt.
Wie man all das etwas anders hätte machen können, bewies zwei Jahre
später c't-Autor Kurt Werner mit einem 8086-Computer (c't86) zum
Selbstbau [6].
Die IBM-Entwickler scherten sich auch nicht um irgendwelche Vorgaben
der Prozessorhersteller - das hatte man schließlich bei IBM nicht
nötig. Um einige Bytes zu sparen, benutzte man die von Intel
reservierten Interrupts 0 bis 1Fh für eigene Zwecke. Während Microsoft
sich ordentlich daran hielt (MSDOS fing bei Interrupt 20h an), belegte
IBM munter die eigentlich für den Prozessor reservierten Interrupts
für Hardware-Unterbrechungsanforderungen (Tastatur, Timer etc.) und
BIOS-Einsprünge. Logische Folge: spätere Intel-Prozessoren
kollidierten mit dieser Belegung, und die Programmierer hatten alle
Mühe herauszufinden, ob etwa ein INT 0Dh ein Interrupt der seriellen
Schnittstelle, ein Protected-Mode-Fehler oder ein BIOS-Einsprung sein
sollte.
Der offizielle Geburtstag des IBM-PC war dann der 12. August 1981. Er
wurde ausgerechnet vom Mitbewerber Apple mit einer ganzseitigen
Begrüßungsanzeige im Wall Street Journal gefeiert: `Willkommen IBM,
ernsthaft«. Nun ja, 10 Jahre später war es dann wirklich soweit, als
IBM, Apple und Motorola den PowerPC-Bund schlossen.
Der IBM PC hatte aber auch viele positive Aspekte. So huldigte man
damals noch dem guten IBM-Brauch, alles bis ins kleinste Detail zu
dokumentieren. Im Technical Reference Manual wurden nebst Beschreibung
sämtliche Schaltpläne und das komplette BIOS veröffentlicht. Das war
die Initialzündung für eine Unzahl von Clonern, darunter Compaq, die
dank dieser Starthilfe in kürzester Zeit wie Pilze aus dem Boden
schossen.
Vor fast genau 15 Jahren versuchte sich IBM auch mit einem
preiswerten, abgespeckten Junior-PC (669 Dollar), der erste PC, über
den c't ausführlicher berichtete [7]. Bestückt mit externem Trafo,
Kassetten-Recorder und, man höre und staune, drahtloser Infrarot-
Tastatur (das gab«s also auch schon lange). Damals kommentierte
Kollege Grell: `Der Junior ist (noch) nicht CP/M-fähig (Anm: gemeint
war CP/M-86) und vor allem - er ist noch nicht da.« Er wurde auch nie
CP/M-fähig und kam auch nie, jedenfalls nicht nach Europa!
14 Jahre IBM PC/AT
Der PC-Nachfolger IBM AT räumte keinesfalls mit den vielfältigen PC-
Absurditäten auf, etwa mit dem unglückseligen DMA-Controller, der nur
über 64 KByte laufen konnte und zusätzlich sogenannte DMA-Pages
benötigte, oder mit dem arg rudimentären 16bittigen Timer.
Nein, die Kompatibilität war inzwischen heilig, obwohl man das - wie
später die PS/2-Systeme zeigten - auch anders hätte lösen können. So
verdoppelte man nur die Zahl der Interrupt- und DMA-Kanäle,
vergrößerte den ISA-Bus auf 16 Bit und spendierte dem System einen
Tastatur-Controller. Im Herzen des AT wirbelte nun ein echter 16-Bit-
Prozessor mit 6 oder 8 MHz, sogar mit getrennten Adreß- und
Datenpfaden und einem Adreßbereich von 16 MByte. Doch hier
überstrapazierten die AT-Entwickler gar die heilige Kuh der
Kompatibilität und bauten das berüchtigte A20-Gate ein, die aus meiner
Sicht skurrilste Fehlentscheidung der vergangenen 15 Jahre. Auf
vielfachen Leserwunsch habe ich dem von mir so heftig bekämpften A20-
Gate einen eigenen Kasten gewidmet.
Auch mit dem erweiterten 16-Bit-Bus hatte IBM kein glückliches
Händchen. Um etwa den Mischbetrieb von 8- und 16-Bit-Steckkarten
konfliktfrei hinzubekommen, hätte ein Signal gar negative Laufzeiten
erreichen müssen ([8]). Okay, IBM ist Spitze in der
Grundlagenforschung - Nobelpreise für das Rastertunnelmikroskop oder
die keramische Supraleitung bei höherer Temperatur beweisen es. Aber
die Tachionen-Leitung (überlichtschnelle Teilchen, die negativ in der
Zeit laufen) ist selbst ihnen noch nicht gelungen.
Die späteren PCs, sei es mit 386-, 486-, Pentium-, oder Pentium-II-
Prozessor, haben an dem Grundkonzept des AT-03 kaum noch was geändert.
Sie bekamen ein neues Bussystem hinzu (EISA, VESA-Local Bus,
Microchannel, PCI und neuerdings AGP) und breitere Adreß-/ Datenpfade,
und zumeist noch einen Cache.
11 Jahre PS/2
IBMs gleichzeitig mit OS/2 vorgestellte PS/2-Rechner sind anders als
die Software wieder gänzlich in der Versenkung verschwunden. Dabei
sollte PS/2 doch IBMs großer Wurf werden. Das, was Intel heute
vehement fordert, nämlich endlich Abschied von ISA zu nehmen, hatte
IBM schon 1987 vollzogen. Zum ersten Mal trat IBM ernsthaft an den PC
heran, spendierte ihm einen richtigen, ordentlich designten Bus,
moderne DMA- und Interrupt-Controller, Watchdog-Timer und, und, und
... nur die Brücken zum Bestehenden hat man vergessen. `Wer Kanäle
baut, sollte auch an Brücken denken« - so lautete der Kernsatz meines
schönen Editorials [9] im November 1988. Zu jener Zeit scharte sich
nämlich der Rest der PC-Welt um Compaq, um einen Konkurrenzbus namens
EISA ins Leben zu rufen. Und so verlor IBM schnell an Akzeptanz, an
Marktanteilen und an Einfluß auf das PC-Geschehen.
Ich bleibe dabei: hätte IBM den PS/2-Modellen noch zwei AT-Slots
spendiert und wäre mit der Lizenzierung etwas großzügiger gewesen -
die PC-Geschichte wäre anders verlaufen und Big Blue nie in die große
Krise der 90er Jahre hineingestrudelt. Aber auf mich hört ja keiner
... (as)
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A20-Skurrilität
Nein, nicht die A20 von Lübeck nach Rostock ist gemeint (wiewohl die
auch auf viel Widerstand stößt), sondern mein Lieblingsgegner im PC:
das A20-Gate. Kaum zu glauben, auch AMD-K7 und Merced werden es noch
haben. Seit beinah nun 15 Jahren strampele ich mich gegen diese
Ausgeburt ab - ohne Erfolg. Was ist das nun, dieses komische Gebilde?
Der IBM-PC hatte nur einen Adreßraum von 1 MByte (Adreßbits A0...A19).
Wegen seiner Segmentierung konnte man logisch jedoch 64 KByte mehr
adressieren, genauer gesagt bis zu FFFFh:FFFFh= 10FFFFh. Statt bei
solchen Adressen ordentlich mit einem Fehler (Adreßüberlauf)
abzubrechen, fing der Prozessor einfach wieder klaglos bei 0 an (ein
sogenannter Umlauf oder Wrap around). Das wäre nicht weiter schlimm
gewesen, hätten nicht `pfiffige« Microsoft-Programmierer dieses
Feature in einer so gut wie nie gebrauchten DOS-Funktion (INT 30h)
mißbraucht.
Als dann die IBM-Entwickler den IBM-AT schufen, meinten sie, auf den
Microsoft-Irrweg Rücksicht nehmen zu müssen. Der 286-Prozessor des AT
verwaltete nunmehr 16 MByte, ein Umlauf an der 1-MByte-Grenze fand
demnach nicht statt. Um ihn nachträglich zu simulieren, bauten die
IBM-Entwickler eine Schaltung ein, die die A20-Leitung fest auf Null
fixieren konnte - das A20-Gate war geboren. Zur Umschaltung des Gates
benutzten sie einen sehr umständlichen und langsamen Weg über den
Tastatur-Controller - und das Dümmste: sie versäumten es, den
aktuellen Stand des Gates auslesbar zu machen oder zumindest irgendwo
abzuspeichern.
Performance-Bremse
Viele Jahre später kam Microsoft mit MSDOS 4 auf die Idee, den knappen
DOS-Raum durch eine HMA (Higher Memory Area) zu erweitern, eben durch
jenes 64-KByte-Segment, das man noch in der 8088-Betriebsart (Real
Mode) zusätzlich erreichen konnte. Nur mußte DOS jetzt bei jedem
Aufruf erst einmal den Stand des A20-Gates ergründen. Dazu verglich es
die ersten acht Bytes an den Adressen 0 und 1M, die bei blockiertem
A20 identisch sein sollten - toll, und die Performance freute sich.
Wenn man ältere c't-Software (frühere ctcm- oder ctmem-Versionen)
benutzt und dann Windows 95b hochfahren will, bleibt der Rechner
stehen; Grund: die c't-Software schaltet das Gate rücksichtslos frei -
was Windows bis zu 95a akzepiert, 95b jedoch nicht.
Schlimm erwischte es auch die Prozessor-Designer. Zum einen kostete
das blöde Gate wertvolle Nanosekunden, die insgesamt das Design
verlangsamten. Als dann die Prozessoren mit integrierten Caches und
spekulativen Möglichkeiten ausgestattet wurden, mußte der Prozessor
unbedingt auswerten, wie das A20-Gate aktuell steht, um nicht mit den
Adressen durcheinanderzukommen. Upgrade-Prozessoren mit Cache, wie
etwa die von Cyrix, hatten ihre liebe Not damit, denn ohne ein A20-
Mask-Signal mußten sie Teile des Caches abschalten.
Diverse Bugs in den Prozessoren rund um das A20-Gate (siehe Intels
Specification Upgrades) zeugen davon, daß das A20-Handling nicht eben
einfach ist. Auch die modernen Pentium- und Pentium-II-Prozessoren
haben ihre Probleme mit dem A20-Steinzeitrelikt, zum Beispiel beim
SMM. Wenn der Prozessor in den Suspend-Modus geht, während der
Tastatur-Controller gerade das dumme Gate umschaltet - dann war«s das.
Was meinen Sie, welches Gefühl mich wohl beschleicht, wenn ich am
Frankfurter Flughafen beim Gate A20 einchecken soll ...
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Carsten Meyer
Mein erster und mein letzter Apple
Braunschweig, Holwedestraße, anno 1983: Auf einem verstaubten
Dachboden, genauer gesagt dem Nebenraum ihrer Eineinhalbzimmer-
Mansarde, lagern die Studenten Carsten Frank und Uwe Walter einige
selbstimportierte Monochrom-Monitore, Platinen, Netzteile und
Computergehäuse. Ihre Kleinanzeige im Lokalblatt hat mich neugierig
gemacht: `Kompatible« Rechner soll man dort, wenn man einige
Restarbeiten selbst erledigt, für weniger als 1000 DM erhalten. Unter
einem `Kompatiblen« versteht man selbstverständlich einen Rechner, der
zum 1977 erschienenen Apple II kompatibel ist; an einen PC oder gar
einen Macintosh ist noch nicht im entferntesten zu denken. Um dem
jungen Unternehmen einen ordentlichen Anschub zu geben, kaufe ich ein
6502-Motherboard, wie üblich ohne AppleSoft-BASIC-ROMs, und ein
Diskettenlaufwerk. Ob ich nicht Lust hätte, nach den Vorlesungen auch
ein paar Mark dazuzuverdienen? Ich lehne dankend ab - die
Geschäftsidee überzeugt mich nicht so recht.
Kneipe, Keller, Kompatible
Erste Zweifel ob der ausgeschlagenen Karriere beschlichen mich schon
ein Jahr später, als die junge Zweimann-Firma mit dem Drachenkopf-Logo
drei beheizte Kellerräume bezog, keine zwanzig Meter von der beliebten
Studi-Kneipe `Bullerbü« entfernt. Egal - ich hatte Größeres vor. Für
mein Projekt, den richtungsweisenden `Klangcomputer« [1], war mir ein
echter Apple II zu schade; das kostbare Original in der Fachhochschule
mit 64 KByte RAM, Integer-BASIC auf der 16-KByte-`Language-Card«, Z80-
Karte für CP/M-Betrieb und zwei Erphi-720K-Laufwerken, die allein
schon über 2000 DM kosteten, durfte man nur nach Voranmeldung
benutzen. So wurde der Apple-II-`Kompatible« mein ständiges
Arbeitsgerät.
Gefördert vom wirtschaftlichen Mißerfolg meiner dBase-Fakturierung
`Human Organized ReSale Tool« (HORST) für PCs, blieb es bis 1988 auch
dabei. Erst in jenem denkwürdigen Jahr kam ein Mac SE auf meinen Tisch
- als ich bei c't einstieg und man mir den aufrechten Schuhkarton zum
Preis von zwanzig Paaren Budapester Handarbeit (7000 DM) präsentierte:
`Hier, mach mal was damit.« Eine Suche nach `Macintosh« in unserem
Gesamt-Inhaltsverzeichnis listet inzwischen gut 400 Artikel auf.
Offenbar zu wenig, denn selbst enge Freunde kaufen sich allen guten
Ratschlägen und Vergleichstests zum Trotz immer noch PCs.
Was hatte man nicht alles an Wunderdingen von diesem Rechner gehört,
von dem erste Prototypen bereits mit dem Erscheinen der ersten c't vom
Band liefen. Der legendäre `1984«-Werbespot, produziert von Ridley
Scott. 32-Bit-CPU, 8 MHz, 128 KByte RAM und hochauflösende (512 x 384)
Grafik. Textverarbeitung und Malprogramm im Lieferumfang, zu bedienen
mit einem exotischen Eingabegerät namens `Maus« ... Trotz Weitsicht
seines Visionärs (O-Ton Steve Jobs: `Mehr braucht kein Mensch, und
Aufschrauben kommt nicht in Frage!«) mußte man ihn sehr schnell auf
512 KByte erweitern, wenn man mehr als drei Seiten Text verfassen
wollte. Immerhin war das Gerät der c't-Redaktion eine aktuell-Meldung
wert, und sogar das erste integrierte Mac-Software-Paket Lotus Jazz
wurde bereits 1985 `kurz vorgestellt« (heute kennt man nur noch die
deutsche Antwort darauf: Ragtime). Zwei Jahre später kam der Mac II
und mit ihm das Buzzword DTP auf einen c't-Titel. Davon träumte ich
als Redakteur allerdings noch: Der SE mit seinem 9-Zoll-Schirm mußte
zur Texterfassung reichen - was nicht ganz einfach war, denn die
Setzerei verlangte WordStar-Dateien auf PC- oder CP/M-Disketten.
Skalpell und Kleister
Bis 1989 wurden c't-Artikel übrigens traditionell mit Satzfahnen auf
Wachspapier zusammengeklebt, die dann mit einer Repro-Kamera verfilmt
wurden. Man lieferte den rohen Text auf Diskette an die außerhäusige
Setzerei und erhielt Tage später (!) belichtete Satzfahnen, also
einzelne Textspalten auf Fotopapier, zurück. Die zerschnipselte unsere
Grafik-Abteilung dann so lange, bis der Platz zwischen den Bildern
angemessen ausgefüllt war. Selbst Rechtschreibfehler und falsch
gesetzte Kommas mußten per Skalpell korrigiert werden, und wehe, einer
der mühsam nachträglich eingeklebten Buchstaben fiel auf dem Weg zur
Kamera um ...
1989 bekam unsere Grafik ihre ersten Macs - zwei oder drei SEs mit
zusätzlichem Portrait-Monitor, einen IIsi, Quark XPress 2.11 und als
Schluß- und Proof-rechner einen Mac II (19 000 DM) mit unvorstellbaren
16 MByte RAM (4800 DM) und 80-MByte-Festplatte (2700 DM) zusätzlich.
Vorsichtshalber wurde erst einmal nur die Hälfte der c't-Bögen per DTP
gesetzt, was der Fachmann heute noch am leicht unterschiedlichen
Satzspiegel erkennt: die Satzfahnen-Times ist etwas fetter. Nach sechs
Wochen war auch der letzte Schneid-Klebe-Grafiker vom Mac-DTP
überzeugt.
Altes Eisen
Den alten IIsi aus der Grafik-Abteilung habe ich vor zwei Jahren nach
einem kapitalen Netzteilschaden günstig erwerben können. Seitdem dient
er als Gleisbildstellwerk und zur Blockstellensteuerung meiner
Modellbahn (siehe www.heise.de/ct/Redaktion/cm/). Ihm unterliegen 78
Weichen, 24 Licht- und 17 Flügelsignale, 32 Lokomotiven und
Triebfahrzeuge; er sorgt sich nebenbei um die Beleuchtung einer
Kleinstadt, überwacht acht Blockabschnitte und 56 weitere Stromkreise.
Die 40-MByte-Platte, einst von Quark XPress und MS Word okkupiert, ist
zu großen Teilen verwaist, und mit 5 MByte RAM ist er schon sehr
großzügig ausgestattet. Müßig zu erwähnen, daß er bei seiner
verantwortungsvollen Tätigkeit noch nie abgestürzt ist und sein System
6.07 gerade mal 12 Sekunden zum Booten benötigt. Das Ding hat halt
doch eine Seele, und die neue Aufgabe scheint ihm zu liegen. Wie
schrieb ich doch dereinst [2]: `Seinen Mac kann man ewig hassen oder
lieben, ein No-name-PC wird einem immer gleichgültig sein.« (cm)
*****
Nun ja, es ist für alle Mitleser hier wohl offensichtlich, daß es
sich beim Artikel vom Andreas Stiller um eine Glosse handelt. Vor
allem sollte man in dieser Hinsicht (Glosse) mal dem ersten Absatz
dieses Artikels Beachtung schenken. Nur der *HERR FEGERT* möchte das
mit der Glosse mal wieder nicht wahrhaben, da in diesem Artikel ja von
einer "Spende" von MS an Apple die Rede ist. >;->
Zur allgemeinen Information:
Microsoft hat 1997 für 150 Mio. USD nichtstimmberechtigte Apple-Aktien
gekauft. Diese Aktien müssen von MS mindestens 5 Jahre gehalten
werden, dürfen innerhalb dieser Zeit also nicht verkauft werden
(Spekulationsvermeidung). Der *HERRN FEGERT* weiß augenscheinlich auch
nicht, wie hoch der Börsenwert, das flüssige Barkapital (das in den
90ern nie unter 1,5 *Mrd.* USD lag), der Umsatz und der Gewinn von
Apple ist. Da erscheinen 150 Mio. USD geradezu als "Peanuts"...
Wenn das nun also keine Glosse soll soll, um welche Textart handelt es
sich denn dann, *HERR FEGERT*? Ich bin ja mal auf Deine These samt
Begründung gespannt...
--
Gruß aus Aschaffenburg
Michael Noe
- MacZPoint 1.96 -
In article <HD9N...@p-some.andro.dame.de>,
Micha...@primanet.de wrote:
> - Teil 2 -
< schnipp >
> Wenn das nun also keine Glosse soll soll, um welche Textart handelt es
^^^^
Das soll natürlich "sein" heißen. ;-)
> sich denn dann, *HERR FEGERT*? Ich bin ja mal auf Deine These samt
> Begründung gespannt...
--
Gruß aus Aschaffenburg
Michael Noe
-----------== Posted via Deja News, The Discussion Network ==----------
http://www.dejanews.com/ Search, Read, Discuss, or Start Your Own
>A20-Skurrilität
Kann mir als Nichtprofi mal jemand sagen, ob diese A20-Gate diese
Relikt von konventionellem Speicher und dem Speicherbereich <1MB
begruendet? Ich rege mich naemlich staendig auf, wenn mal wieder ein
Programm massig konventionellen Speicher braucht, und der verbleibende
nicht ausreicht, obwohl der Speicher insgesammt doch alle Male
ausreicht.
Gruesse,
David
--
|\|\ David Dahlberg
| | | E-Mail: D-M...@gmx.net
| | | ICQ#:24770651
|/|/ PGP-ID: 0x173E5BBC
> >A20-Skurrilität
>
> Kann mir als Nichtprofi mal jemand sagen, ob diese A20-Gate diese
> Relikt von konventionellem Speicher und dem Speicherbereich <1MB
> begruendet? Ich rege mich naemlich staendig auf, wenn mal wieder ein
> Programm massig konventionellen Speicher braucht, und der
> verbleibende nicht ausreicht, obwohl der Speicher insgesammt doch
> alle Male ausreicht.
Das Problem liegt einzig und alleine bei Microsoft und nicht beim A20-
Gate. Herr Gates hatte Anfang der 80er ja mal folgendes verlauten
lassen: "640 KB ought to be enough for anybody."
8 + 3 Zeichen waren damals wohl auch genug für Hern Gates und die
Entwickler seiner Company. Da waren ja sogar die ersten Floppy-
Filesysteme der Apple II aus den 70ern moderner.
5 Jahre später hatten sogar Heimcomputer wie der Atari 1040 ST bereits
1 MB RAM. Natürlich konnte der Speicher auch linear adressiert werden
und man konnte auch 4 oder 8 MB große Programme bei genügend RAM in
den Speicher packen. Bei DOS konnte ein ausführbares Programm max.
640 K groß sein (aber auch nur theoretisch). Den Rest konnte man zum
Treiber hochladen, als RAM-Disk oder für sonstigen Kram nutzen. Vor
allem unter Win3.1 war dann die Programmierung durch diesen extremen
Speichermanagementpfusch recht schwierig.
Einzig und alleine DOS hatte ein extrem verpfuschtes Speicher-
management, mit dem auch heute noch Win9x teilweise zu kämpfen hat,
was vor allem an der Instabilität im Vergleich zu NT oder anderen
Betriebssystemen zu merken ist.
Der Intel 8086/8088 war zwar auch 1981 schon ein ziemlich beschränkter
und rückständiger Prozessor (etwa im Vergleich zum 32-Bitter Motorola
MC68000) und der IBM-PC war das auch, aber MS hatte das Ganze halt
sogar noch etwas mehr beschränkt...
Bei DOS und 16-Bit-Programmen wirst Du also mit solchen Problemen wohl
oder übel auch weiterhin leben müssen.
> Gruesse,
> David
--
Gruß aus Aschaffenburg
Michael Noe
- MacZPoint 1.96 -
Nanu? lesen kannst Du also doch nicht?
MN>>Das Problem liegt einzig und alleine bei Microsoft und nicht beim A20-
MN>>Gate. Herr Gates hatte Anfang der 80er ja mal folgendes verlauten
MN>>lassen: "640 KB ought to be enough for anybody."
[...]
>Das diese Aussage nicht stimmt, beweisst der folgende Artikel aus CT 24.
>98. Evtl. sollte Herr Noe es unterlassen Unwarheiten ueber MS zu
>verbeiten. Tatsaechlich stand in dem Magazin...
Hmmm....
>[........]
>A20-Skurrilitaet
>Wrap around). Das waere nicht weiter schlimm gewesen, haetten nicht
>`pfiffige Microsoft-Programmierer dieses Feature in einer so gut wie nie
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
>gebrauchten DOS-Funktion (INT 30h) missbraucht.
>Als dann die IBM-Entwickler den IBM-AT schufen, meinten sie, auf den
>Microsoft- Irrweg Ruecksicht nehmen zu muessen. Der 286-Prozessor des AT
^^^^^^^^^^^^^^^^^
[...]
>Performance-Bremse
>Viele Jahre spaeter kam Microsoft mit MSDOS 4 auf die Idee, den knappen DOS-
^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^
[...]
>[..........]
>So steht es in diese Artikel. Nichts anderes. Verbockt hat den Scheiss
>nicht Ms und erst recht hat es ueberhaubt nichts mit den 640 KB unterem
>Speicher zu tun, sondern wie jeder lesen kann IBM!
Stimmt. IBM ist Schuld. Sie hätten eben beim 8088 gleich 4GB Adressraum
einplanen sollen. Dumm nur, daß damals schon 512kB fast unbezahlbar waren.
>Nun Herr Noe, CT Leser mit Quellen sind hier klar im Vorteil...wie
>immer:-(
>PS: Warum schreibst Du eigentlich immer solchen Mist ueber MS? In diesem
>Fall hatte es doch nichts mit den 640 KB Ram zu tun. Bist Du evtl.
[...]
Ahnung hast Du also auch nicht...
Schönen Tag noch.
Gruß aus Berlin... Michael
--
Amiga-Schnäppchen: http://www.amiga-shop.arco.de/
> So steht es in diese Artikel. Nichts anderes. Verbockt hat den
> Scheiss nicht Ms und erst recht hat es ueberhaubt nichts mit den 640
> KB unterem Speicher zu tun, sondern wie jeder lesen kann IBM!
Dann hast Du wohl diesen kleinen Absatz hier übersehen:
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Der IBM-PC hatte nur einen Adressraum von 1 MByte (Adressbits
A0...A19). Wegen seiner Segmentierung konnte man logisch jedoch 64
KByte mehr adressieren, genauer gesagt bis zu FFFFh:FFFFh= 10FFFFh.
Statt bei solchen Adressen ordentlich mit einem Fehler
(Adressueberlauf) abzubrechen, fing der Prozessor einfach wieder
klaglos bei 0 an (ein sogenannter Umlauf oder Wrap around). Das waere
nicht weiter schlimm gewesen, haetten nicht `pfiffige Microsoft-
Programmierer dieses Feature in einer so gut wie nie gebrauchten DOS-
Funktion (INT 30h) missbraucht.
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Hätte Microsoft nicht geschlampt und dieses "Feature" (Achtung Ironie
;-)) des Prozessors ausgenutzt um *offizielle Betriebsystemfunktionen*
davon abhängig zu machen, wäre kein A20-Gate notwendig gewesen und das
ist die Schuld von Microsoft. Natürlich wäre es wohl besser gewesen,
Microsoft das Betriebsystem an den Kopf zu schmeißen und zu sagen, daß
sie das gefälligst ordentlich machen sollen, anstatt dieses Gate
einzubauen.
> Nun Herr Noe, CT Leser mit Quellen sind hier klar im Vorteil...wie
> immer:-(
Aber auch nur wenn er versteht, was er ließt.
> PS: Warum schreibst Du eigentlich immer solchen Mist ueber MS? In
> diesem Fall hatte es doch nichts mit den 640 KB Ram zu tun.
Irrtum, durch den Umlauf des Prozessors, den Microsoft "geschickt" mit
ins Betriebsystem verflochten hat, war aus Kompatiblitätsgründen das
A20-Gate notwendig, womit der Speicher über 1MB nicht mehr direkt
zugänglich ist. Das müsste Dir doch klar sein, wo Du doch soviel
"Plan" hast. ;-)
> *Gruss Olli*
--
Gruß,
Andreas
Heylander, es kann nur eines geben...
- MacZPoint 1.96 -