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pyrotechnische Versuche mit alten KOSMOS Chemie-Experimentierkaesten

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S. Marcel Wagner

unread,
Oct 18, 2003, 6:18:12 AM10/18/03
to
Wie Peter Meier im Beitrag
news:<bd9ueu$qs0mp$1...@ID-149455.news.dfncis.de> im Thread "Mg und KMnO4
in Wasser?" schreibt, soll im Kosmos Allchemist-Experimentierkasten
ein Versuch enthalten sein, bei dem Schwefel mit Kaliumpermanganat in
einer Abdampfschale erhitzt wird.

Nun habe ich hier den Experimentierkasten "KOSMOS Chemie-Praktikum
AllChemist, 14. Auflage 1983", in diesem Kasten ist kein reines
Kaliumpermanganat enthalten, sondern eine Kaliumpermanganat-Mischung
(mit was ist das gemischt?). Gemaess Anleitung wird das
Kaliumpermanganat haupsaechlich für Nachweisreaktionen und zur
Herstellung von Sauerstoff verwendet; ein Versuch, in dem Schwefel und
Kaliumpermanganat zusammen in der Abdampfschale erhitzt werden, ist
nicht beschrieben. Habe ich da etwas überblaettert, oder wurden in der
Tat bei den späteren Auflagen des AllChemist "gefaehrliche" Versuche
aus der Anleitung genommen? Überhaupt kann ich in meinem
AllChemist-Buch keine pyrotechnischen Versuche finden.


Wie sieht das eigentlich mit dem hier nicht vorhandenen Chemie-Labor
C1 aus? In einer Verkaufsbeschreibung habe ich mal gelesen, dass die
Experimentieranleitung auch einen Abschnitt über pyrotechnische
Versuche enthält. Ist das in allen Versionen des C1 der Fall, oder
wurden diese Experimente in den letzten Versionen des Kastens
ebenfalls im Experimentierbuch nicht mehr beschrieben?


S. Marcel Wagner

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 18, 2003, 9:11:36 AM10/18/03
to
"S. Marcel Wagner" <smar...@gmx.net> schrieb

>soll im Kosmos Allchemist-Experimentierkasten
> ein Versuch enthalten sein, bei dem Schwefel mit Kaliumpermanganat in
> einer Abdampfschale erhitzt wird.

Soweit wie ich den "Allchemist" noch in Erinnerung habe bezweifel ich das, dafür
war sicher die avisierte Altergruppe nicht passend.

> Nun habe ich hier den Experimentierkasten "KOSMOS Chemie-Praktikum
> AllChemist, 14. Auflage 1983", in diesem Kasten ist kein reines
> Kaliumpermanganat enthalten, sondern eine Kaliumpermanganat-Mischung
> (mit was ist das gemischt?).

Keine Ahnung - vieleicht Kalk oder Steinmehl?

> Gemaess Anleitung wird das
> Kaliumpermanganat haupsaechlich für Nachweisreaktionen und zur
> Herstellung von Sauerstoff verwendet; ein Versuch, in dem Schwefel und
> Kaliumpermanganat zusammen in der Abdampfschale erhitzt werden, ist
> nicht beschrieben. Habe ich da etwas überblaettert, oder wurden in der
> Tat bei den späteren Auflagen des AllChemist "gefaehrliche" Versuche
> aus der Anleitung genommen?

Waren sie den überhaupt mal drin? Wie kommst Du darauf?

> Überhaupt kann ich in meinem
> AllChemist-Buch keine pyrotechnischen Versuche finden.

Hätte ich so erwartet.

> Wie sieht das eigentlich mit dem hier nicht vorhandenen Chemie-Labor
> C1 aus? In einer Verkaufsbeschreibung habe ich mal gelesen, dass die
> Experimentieranleitung auch einen Abschnitt über pyrotechnische
> Versuche enthält. Ist das in allen Versionen des C1 der Fall, oder
> wurden diese Experimente in den letzten Versionen des Kastens
> ebenfalls im Experimentierbuch nicht mehr beschrieben?

Ich habe hier die 12. Auflage 1980 da ist nichts drin was ich zu pyrotechnischen
Mischungen zählen würde. Insbesondere oxidative Mischungen mit KMnO4 sind
nicht erwähnt.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
--------------------------------------------
---->Bitte aus dem eMailaccount das "001" entfernen
http://www.cneweb.de/home/chemietechnik/

Steve Schreiber

unread,
Oct 18, 2003, 9:34:50 AM10/18/03
to
On Sat, 18 Oct 2003 15:11:36 +0200, "Bodo Mysliwietz"
<druide...@gmx.net> wrote:

>Soweit wie ich den "Allchemist" noch in Erinnerung habe bezweifel ich das, dafür
>war sicher die avisierte Altergruppe nicht passend.

Von 12 aufwärts, lt. Deckelbeschreibung auch für Ältere geeignet.
Tatsächlich bleiben dafür aber die Erklärungen doch zu oberflächlich
und die Sprache wirkt schon für 12jährige IMO zu sehr auf vermeintlich
kinderfreundlich getrimmt.


>Waren sie den überhaupt mal drin? Wie kommst Du darauf?

Im oben von mir zitierten Newsbeitrag schreibt Peter Meier:

"Offenbar hast Du nie einen Kosmos Allchemist-Kasten gehabt ;-) .
Darin war früher sogar ein Experiment enthalten, wo Kaliumpermanganat
mit Schwefel gemischt wurde und in einer Porzellanschale bis zur
Zündung erhitzt wurde."

Steve

Peter Meier

unread,
Oct 18, 2003, 2:32:36 PM10/18/03
to
smar...@gmx.net (S. Marcel Wagner) wrote in message news:<16ace1b9.03101...@posting.google.com>...

> Wie Peter Meier im Beitrag
> news:<bd9ueu$qs0mp$1...@ID-149455.news.dfncis.de> im Thread "Mg und KMnO4
> in Wasser?" schreibt, soll im Kosmos Allchemist-Experimentierkasten
> ein Versuch enthalten sein, bei dem Schwefel mit Kaliumpermanganat in
> einer Abdampfschale erhitzt wird.

Ja.



> Nun habe ich hier den Experimentierkasten "KOSMOS Chemie-Praktikum
> AllChemist, 14. Auflage 1983", in diesem Kasten ist kein reines
> Kaliumpermanganat enthalten, sondern eine Kaliumpermanganat-Mischung
> (mit was ist das gemischt?).

Um 1983 hat man die Experimentierkästen umgestellt, um sie dem 1976/77
stark verschärften neuen Sprengstoffgesetz mit seinem damals neuen §
27
(Erlaubnispflicht im nicht-gewerblichen Bereich) anzupassen und zu
modernisieren.
Kaliumpermanganat wurde damals gegen eine
Kaliumpermanganat-Zubereitung
(aus Kaliumpermanganat und einem inerten Salz) ausgetauscht,
die genannten Experimente gestrichen und durch Versuche mit Luminol
ersetzt und die Kästen damals als "TÜV-geprüft" beworben.

Mein jüngerer Bruder hatte damals so einen neuen Kasten.

> Gemaess Anleitung wird das
> Kaliumpermanganat haupsaechlich für Nachweisreaktionen und zur
> Herstellung von Sauerstoff verwendet; ein Versuch, in dem Schwefel und
> Kaliumpermanganat zusammen in der Abdampfschale erhitzt werden, ist
> nicht beschrieben. Habe ich da etwas überblaettert, oder wurden in der
> Tat bei den späteren Auflagen des AllChemist "gefaehrliche" Versuche
> aus der Anleitung genommen? Überhaupt kann ich in meinem
> AllChemist-Buch keine pyrotechnischen Versuche finden.

Das wurde damals entfernt, war aber bis Anfang der 80er Jahre noch
in Umlauf.



> Wie sieht das eigentlich mit dem hier nicht vorhandenen Chemie-Labor
> C1 aus? In einer Verkaufsbeschreibung habe ich mal gelesen, dass die
> Experimentieranleitung auch einen Abschnitt über pyrotechnische
> Versuche enthält. Ist das in allen Versionen des C1 der Fall, oder
> wurden diese Experimente in den letzten Versionen des Kastens
> ebenfalls im Experimentierbuch nicht mehr beschrieben?

Die C1 und C2-Kästen enthielten damals einzelne Versuche zur
Verbrennung von Magnesium in CO2 oder Erhitzen einer Mischung von
Kupferoxid und Zinkpulver (Ich habe es gerade nachgesehen
Anleitungsbuch C2 S. 56). Der C2 enthielt reines Kaliumpermanganat und
auch reines Thioacetamid,
welches heutzutage selbst für Erwachsene nach § 1 i.V. mit Abschnitt
20 ChemVerbotsV tabu ist.
Im C2-Kasten waren einige keineswegs harmlose Versuche enthalten wie
z.B. die Darstellung flüssigen Broms aus Kaliumbromid und
Kaliumpermanganat
(S. 179/180, heute als sehr giftig eingestuft) oder Versuche mit
Benzol (z.B.
im C1-Kasten, S. 198 ff. sowie zur Nitrobenzol-Herstellung S. 199 f.)
oder Dichromat (was heutzutage auf einer WWW-Seite erläutert schon
Behörden auf den Plan ruft), konz. Salpeter- und Schwefelsäure,
Herstellung von NO bzw. NO2 (C1 S. 101, 203) sowie Herstellung von
Salpetersäure (C1 S. 102 f.).

Heutzutage werden vermutlich die meisten dieser Versuche entfernt
worden sein.
Genau sagen kann man das aber nicht. Ein Inverkehrbringen wäre
theoretisch
durchaus noch legal.

Peter Meier

unread,
Oct 18, 2003, 2:51:25 PM10/18/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> wrote in message news:<bmre02$q2qb9$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...

> Soweit wie ich den "Allchemist" noch in Erinnerung habe bezweifel ich das,
> dafür war sicher die avisierte Altergruppe nicht passend.

Ich kann Dir versichern, dass meine Beschreibung 100% zutreffend war,
auch wenn das in Zeiten einer allgemeinen Hysterie und Paranoia in
Bezug auf
Pyrotechnik und Chemie unverständlich erscheinen mag.

Dass man das für Kinder/Jugendliche geeignet hielt, zeigt schon
das Buch von Römpp/Raaf, das sich auch nicht an Erwachsene richtete.

Wenn ich das Anleitungsbuch wiederfinden sollte, kann ich es Dir
beweisen.

Früher war es für Kinder und Jugendliche überhaupt kein Problem, z.B.
Kaliumnitrat, konz. Säuren etc. kilo/bzw. Literweise in einer Drogerie
zu kaufen und damit zu experimentieren. Es gab keine
Abgabebeschränkungen für solche
Stoffe, wie sie erst seit 1993 (und mit Abstrichen der GefStoffV von
1986) in der Chemikalien-Verbotsverordnung eingeführt wurden.

Experimente damit waren damals daher auch nicht unüblich.

Kinder durften damals sogar selbst Modellraketentreibsätze kaufen.

Es gab -soweit ich damals im Spielwarengeschäft sah- übrigens einen
Kosmos-Mineralogiekasten, der offenbar sogar Arsenverbindungen (!)
enthielt.

> Keine Ahnung - vieleicht Kalk oder Steinmehl?

Nein, ein transparentes, inertes Salz, war in dieser
Kaliumpermanganat-Zubereitung in späteren All-Chemist-Kästen
enthalten.
Der C1/C2 enthielt jedoch reines Kaliumpermanganat.



> Waren sie den überhaupt mal drin? Wie kommst Du darauf?

Ich kann Dir versichern, dass der von mir genannte Versuch, einen
schwarzpulverartigen Satz aus Kaliumpermanganat und Schwefel auf
der Porzellanschale bis zur Zündung zu Erhitzen, in der
Versuchsbeschreibung damals enthalten war.

Wieso auch nicht? Alles Material (KMnO4, Schwefel, Porzellanschale,
Spiritusbrenner) war enthalten. Rechtlich gesehen war das damals
erlaubt
und das Buch von Römpp/Raaf war voll von solchen Dingen.

> Hätte ich so erwartet.

Wieso sollte man das erwarten?
Es war damals in Übereinklang mit dem Sprengstoffgesetz von 1969 jedem
Privatmann erlaubt, solche Experimente zu machen.
Das Buch von Römpp/Raaf "Chemische Experimente, die gelingen"
enthielt
bis einschliesslich der Auflage 1976 solche Versuche.

> Ich habe hier die 12. Auflage 1980 da ist nichts drin was ich zu
> pyrotechnischen
> Mischungen zählen würde. Insbesondere oxidative Mischungen mit KMnO4 sind
> nicht erwähnt.

1980 war ja auch nach der Gesetzesänderung 1976/77. Um 1980 wurden
die Versuche durch solche mit Luminol ausgetauscht, das KMnO4 durch
obige Zubereitung und ein TÜV-Prüfsiegel vergeben, den mein Bruder
geschenkt
bekam.

Peter Meier

unread,
Oct 18, 2003, 2:56:02 PM10/18/03
to
Steve Schreiber <21...@gmx.net> wrote in message news:<18g2pvsg4g4peu9ul...@4ax.com>...

> Von 12 aufwärts, lt. Deckelbeschreibung auch für Ältere geeignet.
> Tatsächlich bleiben dafür aber die Erklärungen doch zu oberflächlich
> und die Sprache wirkt schon für 12jährige IMO zu sehr auf vermeintlich
> kinderfreundlich getrimmt.

Ich bekam meinen ersten Chemiekasten, als ich ca. 5 Jahre alt war ;-) .



> >Waren sie den überhaupt mal drin? Wie kommst Du darauf?
>
> Im oben von mir zitierten Newsbeitrag schreibt Peter Meier:
>
> "Offenbar hast Du nie einen Kosmos Allchemist-Kasten gehabt ;-) .
> Darin war früher sogar ein Experiment enthalten, wo Kaliumpermanganat
> mit Schwefel gemischt wurde und in einer Porzellanschale bis zur
> Zündung erhitzt wurde."

Auch wenn obiger Kollege es nicht glauben will, war damals dieser
Versuch sowie ein weiterer zur Wunderkerzen-Herstellung in diesem
Kasten für Kinder bis ca. 1980 enthalten.

Ich habe ihn damals selbst ausgeführt und mein Vater, der seine
Nase über die Schale hielt, bekam einen gehörigen Schreck,
als die Mischung zündete und wunderte sich noch, was für Versuche
da vorgeschlagen werden.

S.Marcel Wagner

unread,
Oct 18, 2003, 4:38:48 PM10/18/03
to
On 18 Oct 2003 11:32:36 -0700, peter...@technologist.com (Peter
Meier) wrote:

Vorweg: Sorry wg. dem falschen Namen, der Beitrag von Steve S. stammt
tatsächlich auch von mir, ist dadurch gekommen, dass ich an einem
fremden Computer gepostet habe und nicht daran gedacht habe, dass ich
ja den Namenseintrag ändern muss.


>Das wurde damals entfernt, war aber bis Anfang der 80er Jahre noch
>in Umlauf.

Interessant. Die 70er dürften ja vermutlich die Hochzeit der
Experimentierkästen gewesen sein, dann ging es bergab. Der frühere
Einstiegskasten "Chemie entdecken", der lediglich einige wenige
Farbumschlagsexperimente enthält (Phenolphtalein-Lösung, Berliner
Blau), war als "ab 8" ausgezeichnet, heute zeichnet Kosmos jeden
Minikasten ohne Feuer als "ab 10" aus. Es ist eben eine generelle
Entwicklung, dass man Kindern heute wieder weniger verantwortliches
Handeln zutraut als vor 30 Jahren bzw. nicht nur Kindern.

>Die C1 und C2-Kästen enthielten damals einzelne Versuche zur
>Verbrennung von Magnesium in CO2

Diesen Versuch gibt es auch in den späteren Auflagen des
Chemie-Praktikums.

>oder Erhitzen einer Mischung von
>Kupferoxid und Zinkpulver (Ich habe es gerade nachgesehen
>Anleitungsbuch C2 S. 56). Der C2 enthielt reines Kaliumpermanganat und
>auch reines Thioacetamid,

Enthielt Thioacetamid? War da sogar drin, musste nicht zusätzlich
beschafft werden? Was früher so alles möglich war...

>welches heutzutage selbst für Erwachsene nach § 1 i.V. mit Abschnitt
>20 ChemVerbotsV tabu ist.

Aber wer sich von §1 ChemVerbotsV umfasste Chemikalien dennoch
verschafft und lagert, z.B. durch Erwerb eines alten C2 oder wie auch
immer, begeht doch weder eine Ordnungswidrigkeit nach §7, noch eine
Straftat nach §8 oder sonstigen Vorschriften? Das sehe ich doch
richtig, oder nicht?

>Im C2-Kasten waren einige keineswegs harmlose Versuche enthalten wie
>z.B. die Darstellung flüssigen Broms aus Kaliumbromid und
>Kaliumpermanganat
>(S. 179/180, heute als sehr giftig eingestuft) oder Versuche mit
>Benzol (z.B.
>im C1-Kasten, S. 198 ff. sowie zur Nitrobenzol-Herstellung S. 199 f.)
>oder Dichromat (was heutzutage auf einer WWW-Seite erläutert schon
>Behörden auf den Plan ruft), konz. Salpeter- und Schwefelsäure,
>Herstellung von NO bzw. NO2 (C1 S. 101, 203) sowie Herstellung von
>Salpetersäure (C1 S. 102 f.).
>
>Heutzutage werden vermutlich die meisten dieser Versuche entfernt
>worden sein.

Was das Dichromat angeht, so ist Grund für das Umdenken hier aber die
Krebsverdächtigkeit von Chrom(VI)-Verbindungen.

Zu den Kästen: Die beiden Chemie-Labore gibt es ja schon seit Anfang
der 90er-Jahre nicht mehr. Sie wie die darunter stehenden Kästen
Chemie Junior und das Chemie-Praktikum wurden durch die Kastenreihe
C1000-C4000 ersetzt. Der C4000 dürfte dabei von der Ausstattung her
etwa auf einer Stufe mit dem C1 gestanden habe, die im Kasten
enthaltene Karte zur Bestellung von Zusatzchemikalien bei Fa. Köhler
nennt das zu beschaffende Chemikaliensortiment auch weiterhin
"Chemikalienset C1". AFAIK enthielt das Experimentierbuch des C4000
aber keine pyrotechnischen Experimente mehr, AFAIK war aber weiterhin
ein Versuch zur Darstellung von Brom enthalten, ebenso ein Versuch zur
Darstellung von Benzol. - Mit der Umstellung auf die C1000-C4000-Serie
wurde aber der C2 praktisch ersatzlos eingestellt, denn ein so
umfangreiches Laborgeräteset war im C4000 nicht mehr enthalten.
Ende der 90er-Jahre wurde dann aber auch der C4000 ersatzlos
eingestellt, der C3000 ist neuer Spitzenkasten, dieser liegt vom
Umfang her vielleicht zwischen dem alten Chemie-Praktikum und dem C1.
Anspruchsvolle Chemie-Experimentierkästen gibt es somit heute nicht
mehr.

Haben sich eigentlich auch die Chemie-Labore C1 und C2 im Laufe der
Zeit in der Beschreibung geändert, oder enthalten hier sämtliche
Auflagen den gleichen Umfang an Versuchen?


S. Marcel

Peter Meier

unread,
Oct 18, 2003, 9:13:32 PM10/18/03
to
S.Marcel Wagner <smar...@gmx.net> wrote in message news:<9693pv0r0h0lfruct...@4ax.com>...

> Interessant. Die 70er dürften ja vermutlich die Hochzeit der
> Experimentierkästen gewesen sein, dann ging es bergab. Der frühere
> Einstiegskasten "Chemie entdecken", der lediglich einige wenige
> Farbumschlagsexperimente enthält (Phenolphtalein-Lösung, Berliner
> Blau), war als "ab 8" ausgezeichnet, heute zeichnet Kosmos jeden
> Minikasten ohne Feuer als "ab 10" aus. Es ist eben eine generelle
> Entwicklung, dass man Kindern heute wieder weniger verantwortliches
> Handeln zutraut als vor 30 Jahren bzw. nicht nur Kindern.

Und heute dürfen sie nur noch Erwachsene kaufen... Noch so ein Unsinn,
der 1993/98 eingeführt wurde und auf Dauer negative Auswirkungen
haben dürfte.



> Diesen Versuch gibt es auch in den späteren Auflagen des
> Chemie-Praktikums.

Aha.



> Enthielt Thioacetamid? War da sogar drin, musste nicht zusätzlich
> beschafft werden? Was früher so alles möglich war...

Natürlich, in einem kleinen Döschen. Das ist ja auch nicht so
gefährlich, wie unser schlauer Gesetzgeber es hinstellt. Damals
reichte ein hinweis,
dass es nicht ungefährlich sei.



> Aber wer sich von §1 ChemVerbotsV umfasste Chemikalien dennoch
> verschafft und lagert, z.B. durch Erwerb eines alten C2 oder wie auch
> immer, begeht doch weder eine Ordnungswidrigkeit nach §7, noch eine
> Straftat nach §8 oder sonstigen Vorschriften? Das sehe ich doch
> richtig, oder nicht?

Nein, Ärger könnte höchstens der Verkäufer beim Verkauf bekommen.
Andererseits gilt auch hier die Freiheit von Forschung und Lehre nach
Art. 5 Abs. 3 GG, weshalb in § 1 eine Ausnahmebestimmung für Zwecke
von Forschung und Lehre enthalten ist, die keineswegs nur für
Universitäten
und Industrie gilt.
In dem Moment, wo Du ein Gewerbe anmeldest, dürftest Du sie als
berufsmässiger
Verwender sowieso jederzeit erwerben.

> Was das Dichromat angeht, so ist Grund für das Umdenken hier aber die
> Krebsverdächtigkeit von Chrom(VI)-Verbindungen.

Was man in der Chemie schon seit ca. 1930 Jahren weiss, trotzdem nicht
so in Panik verfiel, wie der Gesetzgeber, der diese Gefahr erst 1994
erkannte und eine Einstufung als "sehr giftig" (vorher nur "reizend"
!)
verfügte.



> Zu den Kästen: Die beiden Chemie-Labore gibt es ja schon seit Anfang
> der 90er-Jahre nicht mehr. Sie wie die darunter stehenden Kästen
> Chemie Junior und das Chemie-Praktikum wurden durch die Kastenreihe
> C1000-C4000 ersetzt. Der C4000 dürfte dabei von der Ausstattung her
> etwa auf einer Stufe mit dem C1 gestanden habe, die im Kasten
> enthaltene Karte zur Bestellung von Zusatzchemikalien bei Fa. Köhler
> nennt das zu beschaffende Chemikaliensortiment auch weiterhin
> "Chemikalienset C1".

Aha, das habe ich mal gelesen.

> AFAIK enthielt das Experimentierbuch des C4000
> aber keine pyrotechnischen Experimente mehr,

Das mag sein, wenngleich so eine Reaktion zwischen Zink und Kupferoxid
eigentlich erlaubt bleibt.

> AFAIK war aber weiterhin
> ein Versuch zur Darstellung von Brom enthalten,

Das hatte ich schon angenommen.

> ebenso ein Versuch zur
> Darstellung von Benzol.

Zur Nitrierung von Benzol?
Das wundert mich eigentlich angesichts der Phobie, die manche Leute
bei Benzol als Laborchemikalie entwickeln. Nur in Benzin, Dichtmassen,
Klebern etc. ist es nach Meinung der EU unbedenklich, sonst hochgradig
gefährlich...

>- Mit der Umstellung auf die C1000-C4000-Serie
> wurde aber der C2 praktisch ersatzlos eingestellt, denn ein so
> umfangreiches Laborgeräteset war im C4000 nicht mehr enthalten.
> Ende der 90er-Jahre wurde dann aber auch der C4000 ersatzlos
> eingestellt, der C3000 ist neuer Spitzenkasten, dieser liegt vom
> Umfang her vielleicht zwischen dem alten Chemie-Praktikum und dem C1.
> Anspruchsvolle Chemie-Experimentierkästen gibt es somit heute nicht
> mehr.

Ich habe schon gesehen, dass Kosmos zugunsten von Öko-Kästen das
Sortiment verringert hat. Eigentlich ist das eher betrüblich.
Verwunderlich ist es andererseits nicht, wenn man sich ansieht,
dass zwischen 1993 und 1998 Chemiekästen voll allen Bestimmungen
des § 3 ChemVerbotsV unterlagen, was viele Probleme bereitete.



> Haben sich eigentlich auch die Chemie-Labore C1 und C2 im Laufe der
> Zeit in der Beschreibung geändert, oder enthalten hier sämtliche
> Auflagen den gleichen Umfang an Versuchen?

Ich habe gerade mal nachgesehen: Das eine Heft stammte aus einer
Auflage aus dem Jahr 1974, das andere (wenn ich mich nicht
täusche) aus dem Jahr 1977. Beide wurden noch um ca. 1980 verkauft.
Das C1 richtete sich damals lt. Vorwort an Jugendliche ab 14 Jahren.

Ingo Liebe

unread,
Oct 19, 2003, 3:43:37 AM10/19/03
to
Hallo

"Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb im Newsbeitrag
news:35ee99c5.03101...@posting.google.com...


> "Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> wrote in message
news:<bmre02$q2qb9$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...
>
> > Soweit wie ich den "Allchemist" noch in Erinnerung habe bezweifel ich das,
> > dafür war sicher die avisierte Altergruppe nicht passend.
>
> Ich kann Dir versichern, dass meine Beschreibung 100% zutreffend war,
> auch wenn das in Zeiten einer allgemeinen Hysterie und Paranoia in
> Bezug auf
> Pyrotechnik und Chemie unverständlich erscheinen mag.
>
> Dass man das für Kinder/Jugendliche geeignet hielt, zeigt schon
> das Buch von Römpp/Raaf, das sich auch nicht an Erwachsene richtete.
>
> Wenn ich das Anleitungsbuch wiederfinden sollte, kann ich es Dir
> beweisen.

Genauso die Herstellung von Mischungen verbrennbarer Substanzen
mit kaliumchlorat, wie sie im buch von Hermann Römpp beschrieben werden.
Man traute es den Kindern und Jugendlichen einfach zu. Die Beschreibung
wies auf die Gefahren hin, man mischte mit einer Gänsefeder kleinste Mengen
und gut. Selbst die Herstellung eines Kampfstoffes (Bromaceton) schien kein
Sonderliches Problem darzustellen. Ich selber bin ja ein Ossi. Daher kann ich
damals nur nach anderen Experimentierbüchern verfahren sein. Aber wenn ich
mir mein altes "Chemie selbst erlebt" ansehe, wurde auch da schon Zellstoff
zum Di und Trinitrat verarbeitet. Ja, ich habe damals Watte genommen ;-)

Gruß Ingo


Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 19, 2003, 12:03:42 PM10/19/03
to
"Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb

> > Soweit wie ich den "Allchemist" noch in Erinnerung habe bezweifel ich das,
> > dafür war sicher die avisierte Altergruppe nicht passend.
>
> Ich kann Dir versichern, dass meine Beschreibung 100% zutreffend war,

Welche Beschreibung? Ich hatte zeitlich zuerst auf das Posting des OP
geantwortet. Oder fehlt da was auf meinem Newsserver?

> auch wenn das in Zeiten einer allgemeinen Hysterie und Paranoia in
> Bezug auf
> Pyrotechnik und Chemie unverständlich erscheinen mag.

Mir ist schon klar das wir über Zeiträume von anno tobak reden.

> Dass man das für Kinder/Jugendliche geeignet hielt, zeigt schon
> das Buch von Römpp/Raaf, das sich auch nicht an Erwachsene richtete.

Öhm, wir sind gerade bei Kosmos-Experimentierkästen, das hat zunächst nichts
mit dem Buch zu tun. Es sei den Kosmos wäre Sponsor oder Verleger von
Römpp-Raaf.
Ich hatte natürlich auch das buch in den Fingern :-))

> Wenn ich das Anleitungsbuch wiederfinden sollte, kann ich es Dir
> beweisen.

Das des Allchemisten?!
Beweisen hört sich so agressiv an. Eigentlich hatte ich was von Erinnerung
geschrieben. Der Allchemist war doch irgendwie mit einfachen gefahrlosen
Experimenten die gelingen, so Altersgruppe 10-12, versehen?!

> Früher war es für Kinder und Jugendliche überhaupt kein Problem, z.B.
> Kaliumnitrat, konz. Säuren etc. kilo/bzw. Literweise in einer Drogerie
> zu kaufen und damit zu experimentieren. Es gab keine
> Abgabebeschränkungen für solche
> Stoffe, wie sie erst seit 1993 (und mit Abstrichen der GefStoffV von
> 1986) in der Chemikalien-Verbotsverordnung eingeführt wurden.

Da spreche ich auch gar nicht gegen, obwohl es auch Anfang bis Mitte der
80er schon genügend Apotheker gab die nichts rausrückten.

> Experimente damit waren damals daher auch nicht unüblich.

Ich weiß - aus eigener Erfahrung.

> Der C1/C2 enthielt jedoch reines Kaliumpermanganat.

Ja, damit kam nur nicht weit über die Experimentierbuchversuche hinaus ;-)

> > Waren sie den überhaupt mal drin? Wie kommst Du darauf?
>
> Ich kann Dir versichern, dass der von mir genannte Versuch, einen
> schwarzpulverartigen Satz aus Kaliumpermanganat und Schwefel auf
> der Porzellanschale bis zur Zündung zu Erhitzen, in der
> Versuchsbeschreibung damals enthalten war.

Da habe ich ja auch nicht widersprochen, ich frage doch nur den OP wie er denn
darauf kommt wenn er es ja selbst nicht findet.

> Wieso auch nicht? Alles Material (KMnO4, Schwefel, Porzellanschale,
> Spiritusbrenner) war enthalten. Rechtlich gesehen war das damals
> erlaubt

Deswegen muß ja trotzdem nicht so ein Versuch enthalten gewesen sein.

> und das Buch von Römpp/Raaf war voll von solchen Dingen.

Klar aber das Buch hat doch zunächst nichts mit dem Experimentierkasten zu
tun.

> > Hätte ich so erwartet.
>
> Wieso sollte man das erwarten?

Weil es ja zunächst nur einer der Schnupperkästen (nach dem Junior) war.

> Es war damals in Übereinklang mit dem Sprengstoffgesetz von 1969 jedem
> Privatmann erlaubt, solche Experimente zu machen.

Hätte aber eher im C1/C2 damit gerechnet - der Vernunft halber.

> Das Buch von Römpp/Raaf "Chemische Experimente, die gelingen"
> enthielt
> bis einschliesslich der Auflage 1976 solche Versuche.

War ein gutes Buch. Gibt es eigentlich vergleichbares mit aktuellem
Auflagedatum?

> > Ich habe hier die 12. Auflage 1980 da ist nichts drin was ich zu
> > pyrotechnischen
> > Mischungen zählen würde. Insbesondere oxidative Mischungen mit KMnO4 sind
> > nicht erwähnt.
>
> 1980 war ja auch nach der Gesetzesänderung 1976/77.

lol -scnr

>Um 1980 wurden
> die Versuche durch solche mit Luminol ausgetauscht, das KMnO4 durch
> obige Zubereitung

ich habe bei meinem C1 noch reines KMnO4 in Erinnerung und finde auch heute
keinen Hinweis auf eine gedämpfte Mischung, auch Luminolversuche sind in
meinem C1-Buch nicht enthalten; oder meinst Du jetzt wieder den Allchemist?

> und ein TÜV-Prüfsiegel vergeben, den mein Bruder geschenkt bekam.

Vielleicht hatte ich Anfang der 80er noch ein altes Stück erhalten - TÜV-Siegel
war sicher nicht drauf.

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 19, 2003, 12:38:24 PM10/19/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> schrieb

> > Ich kann Dir versichern, dass meine Beschreibung 100% zutreffend war,
>
> Welche Beschreibung? Ich hatte zeitlich zuerst auf das Posting des OP
> geantwortet. Oder fehlt da was auf meinem Newsserver?

Jetzt bekomme ich 1&1 zusammen. War unaufmerksam und stelle fest das
hier gerade ein Thread nach über 3-Monaten aufgewärmt wird.

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 19, 2003, 12:46:39 PM10/19/03
to
"S.Marcel Wagner" <smar...@gmx.net> schrieb

>
> Enthielt Thioacetamid? War da sogar drin, musste nicht zusätzlich
> beschafft werden? Was früher so alles möglich war...

Na aber so Stoffe wie Bleiacetat und Kaliumdichromat durften auch 1980 nicht
beigegeben werden.

Peter Prucker

unread,
Oct 19, 2003, 2:06:18 PM10/19/03
to
Peter Meier wrote:

> Das Buch von Römpp/Raaf "Chemische Experimente, die gelingen"
> enthielt
> bis einschliesslich der Auflage 1976 solche Versuche.
>
> > Ich habe hier die 12. Auflage 1980 da ist nichts drin was ich zu
> > pyrotechnischen
> > Mischungen zählen würde. Insbesondere oxidative Mischungen mit KMnO4 sind
> > nicht erwähnt.

Ich habe z.B. den Römpp von 1947, noch unter amerikanischer Genehmigung
- kleinen Auflage angegeben, jedoch "verbessert". Da war schon einiges
drin. Später wurde es noch mehr, da habe ich mir die Kopien besorgt,
weil ich diese Auflage nicht mehr hatte. In meiner 21. ist es wieder
sehr gebremst.

Als etwas gefährlich erschien mir

a) der Versuche mit dem Raketenauto, bei der eine große Patronenhüsse
mit Kaliumchlorat-Zuckergemisch gefüllt und auf ein leichtes
Spielzeugauto aufgesetzt wure,

b) der Knallerbsenversuch, der aus rotem Phospor mit Kaliumchlorat
bestand und feucht mit Gummi arabikum gemischt wurde. Meines Wissens
haben einige Kids trotz entsprechzendem Hinweis ganze
Streichholzschachteln so gefertigter Kügelchen in der Hosentasche
getragen.

MfG
P.Pr.

S. Marcel Wagner

unread,
Oct 19, 2003, 3:50:15 PM10/19/03
to
peter...@technologist.com (Peter Meier) wrote in message news:<35ee99c5.03101...@posting.google.com>...

> S.Marcel Wagner <smar...@gmx.net> wrote in message news:<9693pv0r0h0lfruct...@4ax.com>...

> Natürlich, in einem kleinen Döschen. Das ist ja auch nicht so


> gefährlich, wie unser schlauer Gesetzgeber es hinstellt. Damals
> reichte ein hinweis,
> dass es nicht ungefährlich sei.
>
> > Aber wer sich von §1 ChemVerbotsV umfasste Chemikalien dennoch
> > verschafft und lagert, z.B. durch Erwerb eines alten C2 oder wie auch
> > immer, begeht doch weder eine Ordnungswidrigkeit nach §7, noch eine
> > Straftat nach §8 oder sonstigen Vorschriften? Das sehe ich doch
> > richtig, oder nicht?
>
> Nein, Ärger könnte höchstens der Verkäufer beim Verkauf bekommen.

Was meinst du mit "nein"? Wenn der Kaeufer / Verwender keinen Aerger
bekommen kann, dann sehe ich es ja genau richtig.

> Das mag sein, wenngleich so eine Reaktion zwischen Zink und Kupferoxid
> eigentlich erlaubt bleibt.

Stellt eigentlich das Herstellen von Schwarzpulver und nachfolgendes
Abdampfen in einer Abdampfschale eigentlich schon eine Straftat nach
§40 Abs. 1 Nr. 4 SprengstoffG dar? Schon das blosse Mischen der
Chemikalien und das nachfolgende Abdampfen stellt doch vermutlich ein
Umgehen mit dem explosionsgefaehrlichen Stoff dar, und nach §1 Abs. 1
SprengstoffG gilt die Beschraenkung auf bestimmte Verwendungen nicht
im Rahmen des Abschnittes V, unter den auch §27 Abs. 1 Nr. 2
SprengstoffG fällt.

> Zur Nitrierung von Benzol?

Nein, zur Darstellung von Benzol aus, ich glaube, Benzoesäure. Benzol
selbst lag dem Kasten nicht bei. Lag denn dem C2 sogar Benzol in
flüssiger Form bei?

> Ich habe schon gesehen, dass Kosmos zugunsten von Öko-Kästen das
> Sortiment verringert hat. Eigentlich ist das eher betrüblich.
> Verwunderlich ist es andererseits nicht, wenn man sich ansieht,
> dass zwischen 1993 und 1998 Chemiekästen voll allen Bestimmungen
> des § 3 ChemVerbotsV unterlagen, was viele Probleme bereitete.

Daran duerfte es liegen, und moeglicherweise an einem zunehmenden
Desinteresse von Jugendlichen, weil heute der Computer einen
wichtigeren Stellenwert hat als Experimentierkaesten, aber das ist nur
meine private Vermutung.
Aber es gab übrigens auch mal Oekokästen, die wieder abgeschafft
wurden, Anfang der 90er wurde der Test2000 Oekologie eingefurhrt, der
zahlreiche Chemikalien enthielt (weiss leider nicht welche) und mit
dem verschiedene Schadstofftests durchgefuehrt werden konnten.
Inzwischen wurde auch dies wieder ersatzlos eingestellt.

> Ich habe gerade mal nachgesehen: Das eine Heft stammte aus einer
> Auflage aus dem Jahr 1974, das andere (wenn ich mich nicht
> täusche) aus dem Jahr 1977. Beide wurden noch um ca. 1980 verkauft.
> Das C1 richtete sich damals lt. Vorwort an Jugendliche ab 14 Jahren.

Ist das noch der alte Kasten mit dem dunkelhaarigen brillenlosen
Jungen auf der Verpackung? 14 Jahre war beim C1 immer, 16 Jahre beim
C2 als Empfehlung.

S. Marcel Wagner

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 19, 2003, 4:12:37 PM10/19/03
to
"S. Marcel Wagner" <smar...@gmx.net> schrieb
>
> Ist das noch der alte Kasten mit dem dunkelhaarigen brillenlosen
> Jungen auf der Verpackung?

...und grünem Hemd. Hat es aber afaik auf mehreren Ausgaben gegeben. Nur
den hintergrund etwas variiert.

Peter Meier

unread,
Oct 19, 2003, 8:09:57 PM10/19/03
to
Peter Prucker <PPru...@t-online.de> wrote in message news:<3F92D2...@t-online.de>...

> Als etwas gefährlich erschien mir
>
> a) der Versuche mit dem Raketenauto, bei der eine große Patronenhüsse
> mit Kaliumchlorat-Zuckergemisch gefüllt und auf ein leichtes
> Spielzeugauto aufgesetzt wure,

Das halte ich auch für nicht ganz ungefährlich.



> b) der Knallerbsenversuch, der aus rotem Phospor mit Kaliumchlorat
> bestand und feucht mit Gummi arabikum gemischt wurde. Meines Wissens
> haben einige Kids trotz entsprechzendem Hinweis ganze
> Streichholzschachteln so gefertigter Kügelchen in der Hosentasche
> getragen.

Das ist natürlich ganz besonders riskant und dabei gibt es auch einiges
zu beachten...

Peter Meier

unread,
Oct 19, 2003, 8:13:01 PM10/19/03
to
"Ingo Liebe" <Ingo-L(remove)@gmx.de> wrote in message news:<bmtfbb$prcmt$1...@ID-112690.news.uni-berlin.de>...

> Genauso die Herstellung von Mischungen verbrennbarer Substanzen
> mit kaliumchlorat, wie sie im buch von Hermann Römpp beschrieben werden.

Hallo! Eben.

> Man traute es den Kindern und Jugendlichen einfach zu. Die Beschreibung
> wies auf die Gefahren hin, man mischte mit einer Gänsefeder kleinste Mengen
> und gut. Selbst die Herstellung eines Kampfstoffes (Bromaceton) schien kein
> Sonderliches Problem darzustellen.

Eben, das war im zweiten Buch Organ. Chemie im Probierglas beschrieben.
Wir haben das mal im Chemieunterricht an der Schule als Schülerversuch
gemacht...

> Ich selber bin ja ein Ossi. Daher kann ich
> damals nur nach anderen Experimentierbüchern verfahren sein. Aber wenn ich
> mir mein altes "Chemie selbst erlebt" ansehe, wurde auch da schon Zellstoff
> zum Di und Trinitrat verarbeitet. Ja, ich habe damals Watte genommen ;-)

Das war im Westen auch nicht anders. Erst seit dem Amtsantritt unseres
derzeitigen Bundesinnenministers macht man aus solchen Dingen
Schwerverbrechen.

Peter Meier

unread,
Oct 19, 2003, 8:16:11 PM10/19/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> wrote in message news:<bmuf03$qm4m4$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...

> Na aber so Stoffe wie Bleiacetat und Kaliumdichromat durften auch 1980 nicht
> beigegeben werden.

Aber wie das Vorwort sagt (im Falle des Dichromat) nur aufgrund
der Postvorschriften. Ich habe damals als Jugendlicher Kalium- und
Ammoniumdichromat problemlos in der Apotheke bekommen.

Das ist auch nicht verwunderlich, da es bis 1994 innerhalb der EU
nur als reizend eingestuft wurde.

Peter Meier

unread,
Oct 19, 2003, 8:18:09 PM10/19/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> wrote in message news:<bmueg5$qv0bu$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...

> "Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> schrieb
> > > Ich kann Dir versichern, dass meine Beschreibung 100% zutreffend war,
> >
> > Welche Beschreibung? Ich hatte zeitlich zuerst auf das Posting des OP
> > geantwortet. Oder fehlt da was auf meinem Newsserver?
>
> Jetzt bekomme ich 1&1 zusammen. War unaufmerksam und stelle fest das
> hier gerade ein Thread nach über 3-Monaten aufgewärmt wird.

Nö, Dein Artikel stammte wie die Frage vom 18.10. 2003. Nur meine
Bemerkung ist einige Monate alt.

Peter Meier

unread,
Oct 19, 2003, 8:41:07 PM10/19/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> wrote in message news:<bmucfb$qh0nn$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...

> Welche Beschreibung? Ich hatte zeitlich zuerst auf das Posting des OP
> geantwortet. Oder fehlt da was auf meinem Newsserver?

Die, die ich vor 3-4 Monaten gepostet hatte.



> Mir ist schon klar das wir über Zeiträume von anno tobak reden.

Für mich sind das keine Zeiträume von anno tobak, wenn etwas 15 oder
gut 20 Jahre zurückliegt.
Vergleich das mal mit der Dauer der gesamten Schulzeit eines
Abiturienten,
mit der Dauer eines Studiums inkl. Doktorarbeit...



> Öhm, wir sind gerade bei Kosmos-Experimentierkästen, das hat zunächst nichts
> mit dem Buch zu tun. Es sei den Kosmos wäre Sponsor oder Verleger von
> Römpp-Raaf.

Die Bücher von Römpp/Raaf sind auch im Kosmos-Verlag/Franckh'sche
Verlagshandlung erschienen.

> Das des Allchemisten?!

Exakt das.

> Beweisen hört sich so agressiv an. Eigentlich hatte ich was von Erinnerung
> geschrieben. Der Allchemist war doch irgendwie mit einfachen gefahrlosen
> Experimenten die gelingen, so Altersgruppe 10-12, versehen?!

Ich will nur belegen, dass meine Schilderung zutreffend war.
Ich habe ein ganz ausgezeichnetes Erinnerungsvermögen auch an weit
zurückliegende Dinge und ich bin mir 300% sicher, dass ich mich nicht
täusche.

Was man früher unter gefahrlos verstand, war eben etwas anderes als
die
heutige übertriebene Furcht, es könne sich jemand an einem
pyrotechnischen
Satz die Finger verbrennen, die z.B. im Bundesratsinnenausschuss
1998 geäußert wurde.



> Da spreche ich auch gar nicht gegen, obwohl es auch Anfang bis Mitte der
> 80er schon genügend Apotheker gab die nichts rausrückten.

Das mag schon sein, aber es gab auch viele andere Apotheker.



> > Der C1/C2 enthielt jedoch reines Kaliumpermanganat.
>
> Ja, damit kam nur nicht weit über die Experimentierbuchversuche hinaus ;-)

Trotzdem: Er richtete sich offiziell an Jugendliche ab 14 Jahren, der
All-Chemist sogar an Kinder. Beide enthielten früher reines
Kaliumpermanganat, was der Bundesratsinnenausschuss 1998 für
sehr brisant und selbst für Erwachsene ohne Überwachung zu gefährlich
hielt.



> Da habe ich ja auch nicht widersprochen, ich frage doch nur den OP wie er
> denn darauf kommt wenn er es ja selbst nicht findet.

Früher war dieser Versuch wie auch einer zur Wunderkerzenherstellung
aus KMnO4 und Eisenfeilspänen enthalten.



> Deswegen muß ja trotzdem nicht so ein Versuch enthalten gewesen sein.

Das muss zwar nicht so sein, war es aber.



> Klar aber das Buch hat doch zunächst nichts mit dem Experimentierkasten zu
> tun.

Beides wurde von der gleichen Firma herausgegeben.



> Weil es ja zunächst nur einer der Schnupperkästen (nach dem Junior) war.

Ohne interessante Experimente, kommt doch kein Interesse an
weiteren Versuchsdurchführungen. Das dürfte der Grund gewesen sein,
wieso man
diese Versuche brachte und anschliessend Experimente mit Luminol
beifügte.



> Hätte aber eher im C1/C2 damit gerechnet - der Vernunft halber.

Der obige Versuch war in der Tat nicht ganz ungefährlich (besonders
womöglich noch in einem Wohnzimmer voller brennbarer Dinge
ausgeführt).

Wunderkerzen in obiger Art und Weise herzustellen halte ich hingegen
für
keineswegs zu gefährlich.



> War ein gutes Buch. Gibt es eigentlich vergleichbares mit aktuellem
> Auflagedatum?

In den 80er Jahren wurde es noch verkauft, dann aber der Vertrieb
eingestellt.



> > 1980 war ja auch nach der Gesetzesänderung 1976/77.
>
> lol -scnr

Die damalige Verschärfung haben wir der RAF zu verdanken, nicht
irgendwelchen
Chemiekästen.



> ich habe bei meinem C1 noch reines KMnO4 in Erinnerung und finde auch heute
> keinen Hinweis auf eine gedämpfte Mischung,

Das war auch nicht im C1 sondern im neuen All-Chemist als
"Kaliumpermanganat-
Zubereitung" neben der "Luminol-Zubereitung" enthalten, während der
alte Kasten früher reines KMnO4 und die genannten Versuche enthielt.

> auch Luminolversuche sind in
> meinem C1-Buch nicht enthalten; oder meinst Du jetzt wieder den Allchemist?

Klar, das war im neuen All-Chemist. Das stand schon auf dem Deckel
(Versuche mit Luminol) neben dem runden Aufkleber als "TÜV-Siegel",
was für
gefahrlose Versuche warb.



> Vielleicht hatte ich Anfang der 80er noch ein altes Stück erhalten -
> TÜV-Siegel war sicher nicht drauf.

Vielleicht gab es eine Übergangsversion ohne Luminol und ohne die
obigen Versuche. Dann hast Du die schönen Experimente verpasst ;-) .

Ingo Liebe

unread,
Oct 20, 2003, 3:06:18 AM10/20/03
to
Hallo,

"Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb im Newsbeitrag
news:35ee99c5.03101...@posting.google.com...


>(Bromaceton)


> Eben, das war im zweiten Buch Organ. Chemie im Probierglas beschrieben.
> Wir haben das mal im Chemieunterricht an der Schule als Schülerversuch
> gemacht...

Nunja, ich hätte erst mal kein brennendes Interesse, das Zeug nachzubasteln.
Sicher sind in den Büchern keine ungefährlichen Versuche beschrieben.
Chlor oder Bromherstellung im kinderzimmer würde mir als Vater sicher
die Falten auf die Stirne treiben. Aber kontrollierte Versuche dieser Art
(evtl. chemisch gebildetes Elternteil oder Lehrer) halte ich für sehr sinnvoll.


>
> > Ich selber bin ja ein Ossi. Daher kann ich
> > damals nur nach anderen Experimentierbüchern verfahren sein. Aber wenn ich
> > mir mein altes "Chemie selbst erlebt" ansehe, wurde auch da schon Zellstoff
> > zum Di und Trinitrat verarbeitet. Ja, ich habe damals Watte genommen ;-)
>
> Das war im Westen auch nicht anders. Erst seit dem Amtsantritt unseres
> derzeitigen Bundesinnenministers macht man aus solchen Dingen
> Schwerverbrechen.

Verstehe ich garnicht. Im Versuch ging es ja noch weiter.
So wurde das nitrat mit Ether / Ethanol gelatiniert und mit Kampher
zu Zellhorn verarbeitet. Scher spielt dieser Kunststoff kaum noch eine
Rolle, aber interesant ist es dennoch, wie man aus Watte Plastik macht.

Gruß Ingo


Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 20, 2003, 10:17:46 AM10/20/03
to
"Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb

>
> Vielleicht gab es eine Übergangsversion ohne Luminol und ohne die
> obigen Versuche. Dann hast Du die schönen Experimente verpasst ;-) .

Nö, die waren in anderen Büchern zu finden oder wurden selbst *erfunden*.

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 20, 2003, 10:20:22 AM10/20/03
to
"Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb

> Aber wie das Vorwort sagt (im Falle des Dichromat) nur aufgrund
> der Postvorschriften. Ich habe damals als Jugendlicher Kalium- und
> Ammoniumdichromat problemlos in der Apotheke bekommen.

Ich auch, bei einsichtigen Apos.

Peter Meier

unread,
Oct 20, 2003, 7:07:51 PM10/20/03
to
"Ingo Liebe" <Ingo-L(remove)@gmx.de> wrote in message news:<bn01ha$r3f7q$1...@ID-112690.news.uni-berlin.de>...

> Nunja, ich hätte erst mal kein brennendes Interesse, das Zeug nachzubasteln.

Auf eine Verpestung mit Bromaceton kann ich auch dankend verzichten,
wenngleich das eher lästig als gefährlich ist.

> Sicher sind in den Büchern keine ungefährlichen Versuche beschrieben.
> Chlor oder Bromherstellung im kinderzimmer würde mir als Vater sicher
> die Falten auf die Stirne treiben. Aber kontrollierte Versuche dieser Art
> (evtl. chemisch gebildetes Elternteil oder Lehrer) halte ich für sehr
> sinnvoll.

Bei Chlor hätte ich keine Bedenken, bei Bromwasser auch nicht.
Nur mit flüssigem Brom, wie es in grossen Tropfen im C1/2 entsteht,
sollte vorsichtig umgegangen werden (speziell nichts auf die Haut
gelangen).

> Verstehe ich garnicht. Im Versuch ging es ja noch weiter.
> So wurde das nitrat mit Ether / Ethanol gelatiniert und mit Kampher
> zu Zellhorn verarbeitet. Scher spielt dieser Kunststoff kaum noch eine
> Rolle, aber interesant ist es dennoch, wie man aus Watte Plastik macht.

Natürlich, nur passt so ein harmloser Versuch unserem derzeitigen
Bundesinnenminister aus ideologischen Gründen scheinbar genausowenig wie
harmlose Spielzeugpistolen.

Es sieht so aus, als würde er für die Anti-RAF-Gesetze von 1972/76,
die wegen seiner ehemaligen Mandanten, für die er sich damals sehr "einsetzte"
(siehe den Fall des "Ensslin-Kassibers"
http://www.jura.uni-bonn.de/institute/strafr/toepel/StPO%2014.pdf
), damals erlassen wurden, neue Anwendungsgebiete suchen und eine
Kriminalisierung normaler Bürger vorantreiben wollen.

Peter Meier

unread,
Oct 20, 2003, 7:12:50 PM10/20/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> wrote in message news:<bn0qms$rv6eg$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...

> > Vielleicht gab es eine Übergangsversion ohne Luminol und ohne die
> > obigen Versuche. Dann hast Du die schönen Experimente verpasst ;-) .
>
> Nö, die waren in anderen Büchern zu finden oder wurden selbst *erfunden*.

Das war auch nur ein Scherz.

Ich habe mal nachgesehen: Der damals neue Alchemist mit Luminol und
TÜV-Hessen Prüfzeichen auf dem Deckel stammt lt. Anleitungsbuch aus dem
Jahr 1982 (12. Auflage). Das Buch der alten Version habe ich leider noch
nicht gefunden.

Peter Meier

unread,
Oct 20, 2003, 7:37:50 PM10/20/03
to
smar...@gmx.net (S. Marcel Wagner) wrote in message news:<16ace1b9.03101...@posting.google.com>...

> > Nein, Ärger könnte höchstens der Verkäufer beim Verkauf bekommen.

>
> Was meinst du mit "nein"? Wenn der Kaeufer / Verwender keinen Aerger
> bekommen kann, dann sehe ich es ja genau richtig.

Eben, Normadressat der ChemVerbotsV ist der Verkäufer. Den Käufer
berührt das nicht.



> Stellt eigentlich das Herstellen von Schwarzpulver und nachfolgendes
> Abdampfen in einer Abdampfschale eigentlich schon eine Straftat nach
> §40 Abs. 1 Nr. 4 SprengstoffG dar? Schon das blosse Mischen der
> Chemikalien und das nachfolgende Abdampfen stellt doch vermutlich ein
> Umgehen mit dem explosionsgefaehrlichen Stoff dar,

Eine solche Mischung von KNO3, Holzkohle und Schwefel dieser
Zusammensetzung dürfte (soweit ich die Listen kenne)
in jedem Fall zur Kategorie A gehören.

> und nach §1 Abs. 1
> SprengstoffG gilt die Beschraenkung auf bestimmte Verwendungen nicht
> im Rahmen des Abschnittes V, unter den auch §27 Abs. 1 Nr. 2
> SprengstoffG fällt.

Ja und Nein. Obige Mischung würde zur Kat. A gehören und wäre daher
theoretisch nach § 27 erlaubnispflichtig. Wenn allerdings die
Zusammensetzung harmloser wäre, würde sie nur zu Kat. B/C gehören
und wäre dann für nicht-pyrotechnische Zwecke erlaubnisfrei.

Für pyrotechnische Zwecke wäre sie trotzdem erlaubnispflichtig,
sofern sie überhaupt "explosionsgefährlich" im Sinne des Gesetzes ist.

Jetzt gibt es allerdings noch Ausnahmen zu § 27 in §§ 2 und 5
der 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz. Z.B. darf ein Apotheker,
Arzt, Tierarzt, Dentist oder Wissenschaftler (Inhaber von
Laboratorien), Universitäten sowie Gewerbebetriebe auch mit bis zu je
100 g von Stoffen der Kat. A, pyrotechnischen Sätzen oder
Explosivstoffen umgehen.

Dazu ist jedoch "Fachkunde für die betreffende Tätigkeit"
erforderlich.
Macht jemand dies ohne die erforderliche Fachkunde, stellt dies eine
Ordnungswidrigkeit dar.

Bis Sept. 2002 war unerlaubter Umgang mit pyrotechnischen Gegenständen
ohne Gefährdung Dritter im privaten Bereich ebenfalls eine
Ordnungswidrigkeit.
Nach der Änderung des § 40 SprengG ist jedoch davon auszugehen, dass
Staatsanwälte sowas generell als Straftat verfolgen werden.

Jedoch steht dem eigentlich, soweit es um Zwecke von Forschung und
Lehre
geht, Art. 5 Abs. 3 GG nach der Rechtsprechung des
Bundesverfassungsgerichts
entgegen. Danach ist ein Verstoss gegen ein Gesetz (und seien es
Straftaten
nach dem StGB) in solchen Fällen nicht automatisch zu bestrafen,
sondern das Gericht muss zwischen dem Grundrecht der
Forschungsfreiheit einerseits und dem durch das Gesetz zu schützende
Rechtsgut abwägen.

Insgesamt ist dies eine sehr unbefriedigende Lage, zumal jeder
ausländische
Jagdgast und Böllerschütze oder Modellbauer ohne irgendwelche
Fachkunde mit
einer Einladung eines x-beliebigen Vereins jeweils ganze 0.5 kg
Schwarzpulver,
NC-Pulver bzw. Modellraketentreibsätze ohne Zulassung mitbringen und
verwenden
darf, was kein Grundrecht darstellt.



> Nein, zur Darstellung von Benzol aus, ich glaube, Benzoesäure. Benzol
> selbst lag dem Kasten nicht bei. Lag denn dem C2 sogar Benzol in
> flüssiger Form bei?

Nein, aber es wurden darin Versuche mit Benzol beschrieben. Das Benzol
sollte man aus postalischen Gründen im örtlichen Handel kaufen.
Ich empfand das immer als Nachteil der Kosmos-Kästen.



> Daran duerfte es liegen, und moeglicherweise an einem zunehmenden
> Desinteresse von Jugendlichen, weil heute der Computer einen
> wichtigeren Stellenwert hat als Experimentierkaesten, aber das ist nur
> meine private Vermutung.

Das nehme ich auch an. Die Studentenzahlen in Chemie nahmen
zwischenzeitlich
schon beängstigend niedrige Werte an.

> Aber es gab übrigens auch mal Oekokästen, die wieder abgeschafft
> wurden, Anfang der 90er wurde der Test2000 Oekologie eingefurhrt, der
> zahlreiche Chemikalien enthielt (weiss leider nicht welche) und mit
> dem verschiedene Schadstofftests durchgefuehrt werden konnten.
> Inzwischen wurde auch dies wieder ersatzlos eingestellt.

Aha, jetzt setzt man offenbar auf Brennstoffzellen usw. .



> Ist das noch der alte Kasten mit dem dunkelhaarigen brillenlosen
> Jungen auf der Verpackung? 14 Jahre war beim C1 immer, 16 Jahre beim
> C2 als Empfehlung.

Ich glaube, so ein Bild war auf dem Handbuch zu sehen.

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 21, 2003, 3:54:53 AM10/21/03
to
"Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb

>Anleitungsbuch aus dem
> Jahr 1982 (12. Auflage). Das Buch der alten Version habe ich leider noch
> nicht gefunden.

Wie gesagt die 12. Auflage von _1980_ habe ich hier mit satten
Gebrauchspuren liegen :-)

Peter Meier

unread,
Oct 21, 2003, 8:17:47 PM10/21/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> wrote in message news:<bn2ojt$sh4sa$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...

> Wie gesagt die 12. Auflage von _1980_ habe ich hier mit satten
> Gebrauchspuren liegen :-)

Ich habe nochmal extra nachgesehen: Der neuere Kasten mit Luminol hatte
die 12. Auflage des Anleitungsbuches (verfasst von einem Kurt Waselowsky
oder so ähnlich) beiliegen und stammte von 1982. Mich wundert daher, dass
Deine Auflage von 1980 nicht die 11. Auflage ist. Demnach hätte man die
12. Auflage zwischenzeitlich geändert.

Bist Du denn sicher, dass "Luminol-Zubereitung" (etwa in der Beschreibung des
Inhalts) bei Dir nicht genannt ist?

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 22, 2003, 4:49:34 AM10/22/03
to
"Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb

> > Wie gesagt die 12. Auflage von _1980_ habe ich hier mit satten
> > Gebrauchspuren liegen :-)
>
> Ich habe nochmal extra nachgesehen: Der neuere Kasten mit Luminol hatte
> die 12. Auflage des Anleitungsbuches (verfasst von einem Kurt Waselowsky
> oder so ähnlich) beiliegen und stammte von 1982. Mich wundert daher, dass
> Deine Auflage von 1980 nicht die 11. Auflage ist. Demnach hätte man die
> 12. Auflage zwischenzeitlich geändert.

<Zitat-einband>
Kosmos
Chemie-Labor C1
Eine Einführung in die Chemie auf moderne Grundlagen
von Kurt Matthaei und Wolfgang Behrsing
Die franz.......
12. Auflage
Kosmos
Frankh'sche Verlagshandlung Stuttgart
<\Zitat-einband>

Upsala das Vorwort: "Vorwort zur siebten Auflage" - also welche Auflage habe
ich den jetzt ~:-]

> Bist Du denn sicher, dass "Luminol-Zubereitung" (etwa in der Beschreibung des
> Inhalts) bei Dir nicht genannt ist?

Eigentlich ja.

Peter Meier

unread,
Oct 22, 2003, 4:25:40 PM10/22/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druidef...@gmx.de> wrote in message news:<bn5g4n$tan3q$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...

> <Zitat-einband>
> Kosmos
> Chemie-Labor C1
> Eine Einführung in die Chemie auf moderne Grundlagen
> von Kurt Matthaei und Wolfgang Behrsing
> Die franz.......
> 12. Auflage
> Kosmos
> Frankh'sche Verlagshandlung Stuttgart
> <\Zitat-einband>
>
> Upsala das Vorwort: "Vorwort zur siebten Auflage" - also welche Auflage habe
> ich den jetzt ~:-]

Ich meinte allerdings nicht den C1 (da ist mein Anleitungsbuch
offenbar auf 1974 datiert) sondern den All-Chemist.
Darin war der Versuch mit KMnO4 und Schwefel enthalten.

> Eigentlich ja.

Aha, vielleicht hatte man den später eingeführt, weil die
Verkaufszahlen wegen der fehlenden Versuche geringer wurden.

War denn der Wunderkerzen-Versuch in Deiner
All-Chemist-Versuchsbeschreibung noch enthalten?
In der Auflage von 1982 ist z.B. immerhin noch die Staubexplosion enthalten.

S. Marcel Wagner

unread,
Oct 22, 2003, 4:33:22 PM10/22/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druidef...@gmx.de> wrote in message news:<bn5g4n$tan3q$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...
> "Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb
> > > Wie gesagt die 12. Auflage von _1980_ habe ich hier mit satten
> > > Gebrauchspuren liegen :-)
> >
> > Ich habe nochmal extra nachgesehen: Der neuere Kasten mit Luminol hatte
> > die 12. Auflage des Anleitungsbuches (verfasst von einem Kurt Waselowsky
> > oder so ähnlich) beiliegen und stammte von 1982. Mich wundert daher, dass
> > Deine Auflage von 1980 nicht die 11. Auflage ist. Demnach hätte man die
> > 12. Auflage zwischenzeitlich geändert.
>
> <Zitat-einband>
> Kosmos
> Chemie-Labor C1
> Eine Einführung in die Chemie auf moderne Grundlagen
> von Kurt Matthaei und Wolfgang Behrsing
> Die franz.......
> 12. Auflage
> Kosmos
> Frankh'sche Verlagshandlung Stuttgart
> <\Zitat-einband>

Es geht hier um den AllChemist, nicht um den C1!

BTW, da wir gerade über alte Kästen sprechen: Wie lange halten sich
eigentlich die üblicherweise in diesen Kästen enthaltenen Chemikalien?
Beim hier vorhandenen 20 jahre alten AllChemist sind die Chemikalien
mit Ausnahme der Perhydrit-Tabletten, die sich aufgelöst haben, noch
in gut brauchbarem Zustand, das Magnesiumband ist allerdings leicht
oxidiert, aber auch noch brauchbar.


S. Marcel Wagner

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 23, 2003, 10:47:35 AM10/23/03
to
"Peter Meier" <peter...@technologist.com> schrieb

> War denn der Wunderkerzen-Versuch in Deiner
> All-Chemist-Versuchsbeschreibung noch enthalten?

Weiß ich nicht mehr. Ich habe nur noch das C1-Buch vorliegen. Das ich
Wunderkerzenversuche gemacht habe ist allerdings auch keine Frage - nur
aus welchem Buch? I don't know.

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 23, 2003, 10:48:59 AM10/23/03
to
"S. Marcel Wagner" <smar...@gmx.net> schrieb
>
> Es geht hier um den AllChemist, nicht um den C1!

Na das ist mir mittlerweile auch klar ;-)

> BTW, da wir gerade über alte Kästen sprechen: Wie lange halten sich
> eigentlich die üblicherweise in diesen Kästen enthaltenen Chemikalien?
> Beim hier vorhandenen 20 jahre alten AllChemist sind die Chemikalien
> mit Ausnahme der Perhydrit-Tabletten, die sich aufgelöst haben, noch
> in gut brauchbarem Zustand, das Magnesiumband ist allerdings leicht
> oxidiert, aber auch noch brauchbar.

Welche Chems. sind den noch *enthalten*?

S. Marcel Wagner

unread,
Oct 23, 2003, 10:54:44 AM10/23/03
to
"Bodo Mysliwietz" <druide...@gmx.net> wrote in message news:<bmur1g$qfdbo$1...@ID-149455.news.uni-berlin.de>...

> "S. Marcel Wagner" <smar...@gmx.net> schrieb
> >
> > Ist das noch der alte Kasten mit dem dunkelhaarigen brillenlosen
> > Jungen auf der Verpackung?
>
> ...und grünem Hemd. Hat es aber afaik auf mehreren Ausgaben gegeben. Nur
> den hintergrund etwas variiert.

Bist du dir sicher mit dem gruenen Hemd? Dann muss es sogar noch eine
weitere Verpackungsart geben, die mir nicht gelaeufig ist. Ich kenne
nur die beiden Varianten schwarzer Kasten, weisse Schrift und
dunkelhaariger Junge mit orangenem Hemd, siehe etwa
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=3149939440&category=23672#ebayphotohosting
und die modernere Verpackung mit schwarzer Schrift auf gelbem Grund
links, daran anschliessend zwei Pfeile und rechts dann ein wesentlich
unschoenerer Junge als auf der alten Verpackung mit großer Brille und
natuerlich die Laborgeraete.


S. Marcel Wagner

Bodo Mysliwietz

unread,
Oct 23, 2003, 11:17:54 AM10/23/03
to
"S. Marcel Wagner" <smar...@gmx.net> schrieb
> > ...und grünem Hemd. Hat es aber afaik auf mehreren Ausgaben gegeben. Nur
> > den hintergrund etwas variiert.
>
> Bist du dir sicher mit dem gruenen Hemd? Dann muss es sogar noch eine
> weitere Verpackungsart geben, die mir nicht gelaeufig ist.

Die Angabe bezog sich jetzt vorallem auf das mir vorliegende C1-Buch. Der C1-
Kasten war aber damals auch in schwarz(grau)-gelb. Die Abbildung für den C2
in meinem Buch stellt sich in gelb-grau dar und ohne Jugendforscher.

Mensch tauschen wir uns hier über Dinge aus. Die Kids liegen bestimmt alle in
der Ecke und lachen ab ;-) - Chemiekästen von vor 20-30Jahren lol

Bodo Mysliwietz

unread,
Nov 2, 2003, 12:45:11 PM11/2/03
to
"S. Marcel Wagner" <smar...@gmx.net> schrieb
> > > Ist das noch der alte Kasten mit dem dunkelhaarigen brillenlosen
> > > Jungen auf der Verpackung?
> >
> > ...und grünem Hemd. Hat es aber afaik auf mehreren Ausgaben gegeben. Nur
> > den hintergrund etwas variiert.
>
> Bist du dir sicher mit dem gruenen Hemd? Dann muss es sogar noch eine
> weitere Verpackungsart geben, die mir nicht gelaeufig ist. Ich kenne
> nur die beiden Varianten schwarzer Kasten, weisse Schrift und
> dunkelhaariger Junge mit orangenem Hemd, siehe etwa

was halte ich heute auf dem Trödelmarkt in meinen Fingern?:

"Anleitung zum Gebrauch des
Kosmos-Baukasten Chemie
D.R.P.a
600 Versuche aus der gesamten Chemie
von
Reallehrer Wilhelm Fröhlich"

Jahr: 1926/1927

Der Abbildung nach zu urteilen war die Bezeichnung _Baukasten_ noch treffend.
Smarte Burschen mit farbigen Hemden waren zu dem Zeitpunkt aber noch nicht
aktuell.


--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
--------------------------------------------

http://www.cneweb.de/home/chemietechnik/

S. Marcel Wagner

unread,
Nov 3, 2003, 5:52:15 PM11/3/03
to
> Der Abbildung nach zu urteilen war die Bezeichnung _Baukasten_ noch treffend.
> Smarte Burschen mit farbigen Hemden waren zu dem Zeitpunkt aber noch nicht
> aktuell.

;-) Aktuell sind die auf den C1/2-Bildern heute auch nicht mehr, zumal
die IMO von Version zu Version immer hässlicher geworden sind. Es gibt
übrigens in der Tat noch eine weitere Version des Kastens mit einem
grünem Hemd, diese Version (nur Handbuch) gibt's derzeit unter
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=3563486039&category=1124&rd=1
bei EBay anzuschauen.


S. Marcel

Bodo Mysliwietz

unread,
Nov 4, 2003, 11:10:12 AM11/4/03
to
"S. Marcel Wagner" <smar...@gmx.net> schrieb
> ;-) Aktuell sind die auf den C1/2-Bildern heute auch nicht mehr, zumal
> die IMO von Version zu Version immer hässlicher geworden sind. Es gibt
> übrigens in der Tat noch eine weitere Version des Kastens mit einem
> grünem Hemd, diese Version (nur Handbuch) gibt's derzeit unter
> http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?ViewItem&item=3563486039&category=1124&rd=1

Jo so sieht/sah meines aus, hat doch deutliche Gebrauchsspuren :-)

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