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Polen Böller

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Stefan Huber

unread,
Dec 24, 2000, 4:37:56 AM12/24/00
to
An alle ÖSTERREICHER hier im der NG

Gibts bei uns hier irgendwen oder weis wer, wo man diese Dinger
bekommt???

Und noch ne Frage: Wie stabil ist ne Mischung aus KClO3/S oder
KClO3/Al? Hat da wer Erfahrungen damit? Ist sowas unter Einhaltung der
üblichen Sicherheitsvorkehrungen relativ gefahrlos mischbar, einige
Wochen haltbar und auch einigermassen Transportsicher? Ich rede so in
Mengen um die 10g.

Ein Frohes Fest der NG aus Österreich!!

I. Liebe

unread,
Dec 24, 2000, 6:17:43 AM12/24/00
to
Hallo
Stefan Huber <cba...@web.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3a45c2e7...@news.inode.at...

Du könntest Pech haben, daß Dir das Zeug schon beim Mischen
um die Ohren fliegt. Chloratmischungen sind sehr empfindlich.
Nimm Perchlorat.


--
Gruß
Ingo

Am Ende wird alles gut.
Nur nicht meine Signatur :-)

Elmar L.

unread,
Dec 24, 2000, 3:25:51 PM12/24/00
to
hallo du!

>Gibts bei uns hier irgendwen oder weis wer, wo man diese Dinger
>bekommt???

("Polen Böller") nehm ich an?
--->in polen vielleicht??? *g*

>Und noch ne Frage: Wie stabil ist ne Mischung aus KClO3/S oder
>KClO3/Al? Hat da wer Erfahrungen damit?

mit kclo4 habe ich gute erfahrungen! perchlorate sollten die chlorate womöglich
immer ersetzen!
kaliumperchlorat und alu (german black/american dark) ergibt eine solide
heftige flashmischung, die bei recht niedrigen temperaturen zündbar ist.
schwefel würde ich aus chlorat/perchlorat mischungen lieber raushalten!

Frohe Weinachten an alle!! ich hab jetzt erstmal ne 3 Tage abbrennpause und
dann gehts richtig los

gruss
Elmar

Dr.Peter Krommes

unread,
Dec 26, 2000, 11:53:37 AM12/26/00
to

Stefan Huber <cba...@web.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3a45c2e7...@news.inode.at...
Lieber Stefan,
Kaliumchlorat und Schwefel ist ausgesprochen reib- und schlagempfindlich!!!
Also vorsicht mit dem Zeug, Chlorat und Aluminium meines Erachtens auch,aber
nicht ganz so empfindlich.
Beste Grüße
Dr.Alchimist


peter_...@my-deja.com

unread,
Dec 26, 2000, 2:03:58 PM12/26/00
to
In article <3a45c2e7...@news.inode.at>,
cba...@web.de wrote:

> Und noch ne Frage: Wie stabil ist ne Mischung aus KClO3/S oder
> KClO3/Al? Hat da wer Erfahrungen damit? Ist sowas unter Einhaltung der
> üblichen Sicherheitsvorkehrungen relativ gefahrlos mischbar, einige
> Wochen haltbar und auch einigermassen Transportsicher? Ich rede so in
> Mengen um die 10g.

Das sind ausgesprochen gefährliche Mischungen. Schwefel kann Säurespuren
enthalten und daher mit Chlorat ClO2 bilden, was eine chem. Zündung
des Satzes schon bei der Lagerung hervorrufen kann.
Selbst mit säurefreiem Schwefel und bromatfreiem Chlorat sind Mischungen
aus KClO3 und Schwefel oder Aluminium sehr empfindlich gegen Schlag
und Reibung.

KClO3 und Schwefel besitzt praktisch die höchste Schlagempfindlichkeit
aller pyrotechnischer Sätze direkt nach KClO3/As2S3 (red explosive).
Im Fallhammerversuch hat Shimizu über ein weites Gebiet von
Mischungsverhältnissen Explosionshöhen von nur 14-15 cm mit einem 2 kg
Fallhammer gemessen. Das entspricht fast der Empfindlichkeit von
Nitroglycerin.

Im Hinblick auf Reibung liegt die Mischung von KClO3 und S auch nur
wenig hinter dem empfindlichsten Satz von KClO3 und As2S3.
Es ist ähnlich gegen Reibung empfindlich wie Mischungen aus KClO3 und
Sb2S3.

Aufgrund der grossen Zahl von Unfällen hat man in England Sätze,
die KClO3 und Schwefel enthalten, bereits 1875 (vgl. Lancaster
2. Auflage, S. 14) verboten.

Sätze aus KClO3 und Al und anderen Metallen sind ebenfalls sehr
gefährlich (vgl. Shidlovskii S. 92) und daher in vielen Ländern
verboten. Zumal sie bei normaler Zündung lt. Shimizu (Fireworks,
the Art, Science and Technique) bereits detonieren sollen.

Ich kann nur dringen dazu raten, die Finger davon zu lassen.

Man verwendet üblicherweise für Blitzknallsätze heutzutage Sätze aus
Bariumnitrat und dunklem Aluminiumpulber oder Kaliumperchlorat und
dunklem Aluminiumpulver, die weniger empfindlich sind.


Sent via Deja.com
http://www.deja.com/

Stefan Huber

unread,
Dec 27, 2000, 4:09:06 AM12/27/00
to
Am Tue, 26 Dec 2000 19:03:58 GMT, peter_...@my-deja.com schrieb:

>In article <3a45c2e7...@news.inode.at>,
> cba...@web.de wrote:
>
>> Und noch ne Frage: Wie stabil ist ne Mischung aus KClO3/S oder
>> KClO3/Al? Hat da wer Erfahrungen damit? Ist sowas unter Einhaltung der
>> üblichen Sicherheitsvorkehrungen relativ gefahrlos mischbar, einige
>> Wochen haltbar und auch einigermassen Transportsicher? Ich rede so in
>> Mengen um die 10g.

>KClO3 und Schwefel besitzt praktisch die höchste Schlagempfindlichkeit


>aller pyrotechnischer Sätze direkt nach KClO3/As2S3 (red explosive).
>Im Fallhammerversuch hat Shimizu über ein weites Gebiet von
>Mischungsverhältnissen Explosionshöhen von nur 14-15 cm mit einem 2 kg
>Fallhammer gemessen. Das entspricht fast der Empfindlichkeit von
>Nitroglycerin.

>Sätze aus KClO3 und Al und anderen Metallen sind ebenfalls sehr
>gefährlich (vgl. Shidlovskii S. 92) und daher in vielen Ländern
>verboten. Zumal sie bei normaler Zündung lt. Shimizu (Fireworks,
>the Art, Science and Technique) bereits detonieren sollen.
>
>Ich kann nur dringen dazu raten, die Finger davon zu lassen.

Erstmal danke für eure Auskünfte.
Kann man generell sagen, das Mischungen mir anorganischen Substanzen
empfindlicher sind als z.B. mit Öl oder Mehl/Zucker?

Michael Käppler

unread,
Dec 27, 2000, 5:32:03 AM12/27/00
to

Stefan Huber schrieb:

> Erstmal danke für eure Auskünfte.
> Kann man generell sagen, das Mischungen mir anorganischen Substanzen
> empfindlicher sind als z.B. mit Öl oder Mehl/Zucker?

Es geht bei dieser ganzen Sache nicht um den Brennstoff, wie z.B. Schwefel
oder (bei Rauchmischungen oder Raketen) Milchzucker, Glucose oder Saccharose,
sondern um den Oxidator. Und da ist Kaliumchlorat(nicht -perchlorat !!!) das
Schlimmste was man sich antuen kann.

mfg
Micha


--
---- Ich liebe die Liebe, die Liebe liebt mich,
doch der den ich liebe, der liebt mich nicht. ----


peter_...@my-deja.com

unread,
Dec 27, 2000, 9:10:29 AM12/27/00
to
In article <3a49b195...@news.inode.at>,
cba...@web.de wrote:

> Erstmal danke für eure Auskünfte.
> Kann man generell sagen, das Mischungen mir anorganischen Substanzen
> empfindlicher sind als z.B. mit Öl oder Mehl/Zucker?

Zunächst einmal sind Mischungen mit Chloraten besonders gefährlich.
Übertroffen werden sie evtl. nur noch von Bromaten, welche noch viel
reaktiver sind. Für Kaliumchlorat gibt es daher in der 1. Verordnung
zum Sprengstoffgesetz und Normen wie MIL-P-150 D eine Obergrenze für den
Bromatgehalt.

Generell haben dabei Bariumchlorat und Natriumchlorat eine höhere
Zersetzungsenthalpie als Kaliumchlorat, sind also instabiler.

Ganz besonders empfindlich und riskant sind Mischungen von Kaliumchlorat
mit Phosphor, Arsensulfid, Antimonsulfid, Thiocyanaten und
Hexacyanoferrat (II/III), Schwefel, daneben die mit Metallen wie
Aluminium. Ferner sehr gefährlich sind Mischungen aus KClO3 und manchen
Ammoniumsalzen wie z.B. Ammoniumperchlorat, da sich in Gegenwart von
Wasser schwerlösliches KClO4 und hochexplosives Ammoniumchlorat bilden
kann. Mit Ammoniumchlorid hingegen kann das nicht passieren.

Derartige Mischungen sind daher z.T. in Deutschland in Feuerwerkskörpern
generell verboten.

Mischungen mit Schellack, Milchzucker, Red Gum wie sie für Leuchtsätze
und Rauchmischungen benutzt werden sind weniger empfindlich, können aber
unter bestimmten Bedingungen detonieren.

Mit NaClO3/KClO3 und Zucker, Phosphor oder Aluminiumpulver sind etliche
schwere Unfälle passiert, wobei die Betroffenen schwer verletzt wurden.
2 solche Fälle kenne ich persönlich. In einem Fall hat das Opfer
einen Arm verloren.

Stefan Huber

unread,
Dec 27, 2000, 11:38:47 AM12/27/00
to
Am Wed, 27 Dec 2000 14:10:29 GMT, peter_...@my-deja.com schrieb:

>In article <3a49b195...@news.inode.at>,
> cba...@web.de wrote:
>
>> Erstmal danke für eure Auskünfte.
>> Kann man generell sagen, das Mischungen mir anorganischen Substanzen
>> empfindlicher sind als z.B. mit Öl oder Mehl/Zucker?

>Generell haben dabei Bariumchlorat und Natriumchlorat eine höhere


>Zersetzungsenthalpie als Kaliumchlorat, sind also instabiler.
>
>Ganz besonders empfindlich und riskant sind Mischungen von Kaliumchlorat
>mit Phosphor, Arsensulfid, Antimonsulfid, Thiocyanaten und
>Hexacyanoferrat (II/III), Schwefel, daneben die mit Metallen wie
>Aluminium. Ferner sehr gefährlich sind Mischungen aus KClO3 und manchen
>Ammoniumsalzen wie z.B. Ammoniumperchlorat, da sich in Gegenwart von
>Wasser schwerlösliches KClO4 und hochexplosives Ammoniumchlorat bilden
>kann. Mit Ammoniumchlorid hingegen kann das nicht passieren.
>
>Derartige Mischungen sind daher z.T. in Deutschland in Feuerwerkskörpern
>generell verboten.
>
>Mischungen mit Schellack, Milchzucker, Red Gum wie sie für Leuchtsätze
>und Rauchmischungen benutzt werden sind weniger empfindlich, können aber
>unter bestimmten Bedingungen detonieren.
>
>Mit NaClO3/KClO3 und Zucker, Phosphor oder Aluminiumpulver sind etliche
>schwere Unfälle passiert, wobei die Betroffenen schwer verletzt wurden.
>2 solche Fälle kenne ich persönlich. In einem Fall hat das Opfer
>einen Arm verloren.

Aber isses oder war es nit so, das früher oder auch heute noch (ausser
in D) Chloratmischungen in Feuerwerk enthalten sind?
Was haben die genommen, das es halbwegs stabil war (ist), das es einem
nicht gleich schon beim Transportieren um die Ohren fliegt?
Früher hat man ja auch Chloratsprengstoffe gemacht, oder nicht?

Norman Reppingen

unread,
Dec 27, 2000, 2:55:55 PM12/27/00
to
Hi !

peter_...@my-deja.com wrote:
> Ganz besonders empfindlich und riskant sind Mischungen von Kaliumchlorat
> mit Phosphor, Arsensulfid, Antimonsulfid, Thiocyanaten und
> Hexacyanoferrat (II/III), Schwefel, daneben die mit Metallen wie
> Aluminium.

Hmmm...

innerhalb dieser Gruppe gibts aber noch krasse Abstufungen.
Ich würde ein Gemisch aus KClO3/S nicht mit einem Gemisch
aus KClO3/P auf eine Stufe stellen, da letzteres im Falle eines
zu niedrigen pH-Wertes auch selbsttätig explodieren kann.
Die Reibe-und Schlagempfindlichkeit ist auch weit geringer als KClO3/S.

Wer aber unbedingt einen Blitzknallsatz braucht
(oder meint, ihn zu brauchen... ;- )) , und kein KClO4 hat,
dem kann ich wirklich die Mischung aus Weingart empfehlen,
die Du (Peter Meier) mir auch mal als Alternative vorgestellt hast.

Angegeben sind die Gewichtsverhältnisse:

Bariumnitrat : 4
Pyro-Aluminium: 2
Schwefel : 1

Ich hab das Gemisch (natürlich in rechtsverjährtem Zeitraum
und aus grosser Entfernung, sowie alles in allem in äusserst
rechtsgefälliger Weise) live erlebt, 5 g in mit Heisskleber
verdämmter Papphülse. Das Ergebnis war ähnlich lautstark
wie eine KClO3-Al-S - Mischung, die nicht zu empfehlen ist.
Eine akkurate Beschreibung der Knallqualität... schwierig.

Zunächst einmal war der Knall des Chloratsatzes sehr scharf,
und ging einher mit der fast vollständigen Pulverisierung der Papphülse.
Testort war ein Freies Feld am Rand einer Ortschaft.
Das Echo zeichnete das Umfeld recht deutlich ab,
einzelne Echos waren deutlich abgegrenzt wahrnehmbar.

Der Effekt kam mir beim Satz auf Bariumnitratbasis
nicht so stark ausgeprägt vor, der Knall war auch nicht
so scharf, klang dafür aber igendwie "tiefer", "voluminöser".
Die Zerstörung der Hülse war nicht so extrem wie im
Falle des Chloratsatzes, aber auch Zeugnis starker Gewalteinwirkung.
(Risse der länge nach, starke Abdrücke das Asphaltes...)
Die Lautstärke war durchaus (subjektiv) vergleichbar.

Demgegenüber zog eine Füllung aus Schweizer Schwarzpulver
mit gleicher "Verdämmungskonfiguration" an der Hülse im
Prinzip spurlos vorüber (leichte Schwadenspuren).

Mein Fazit ist: Chloratsatz vergessen.
Gut möglich, dass in "Starenschrecks" ein Knallsatz auf
Bariumnitratbasis
verwendet wird, die Lautstärke der Bariumnitrat-Al-S-Mischung kam für
mich
jedenfalls doch etwas überraschend.
Meine Wahl würde (in unerwarteter Ermangelung von KClO4) in jedem Fall
auf dieses Gemisch fallen. Alleine der Sicherheit wegen.


Best wishes, Norman

Stefan Huber

unread,
Dec 27, 2000, 4:27:05 PM12/27/00
to
Am Wed, 27 Dec 2000 20:55:55 +0100, Norman Reppingen
<eppi...@rumms.uni-mannheim.de> schrieb:

>Hi !
>
>peter_...@my-deja.com wrote:
>> Ganz besonders empfindlich und riskant sind Mischungen von Kaliumchlorat
>> mit Phosphor, Arsensulfid, Antimonsulfid, Thiocyanaten und
>> Hexacyanoferrat (II/III), Schwefel, daneben die mit Metallen wie
>> Aluminium.
>
>Hmmm...

>Angegeben sind die Gewichtsverhältnisse:


>
>Bariumnitrat : 4
>Pyro-Aluminium: 2
>Schwefel : 1
>
>Ich hab das Gemisch (natürlich in rechtsverjährtem Zeitraum
>und aus grosser Entfernung, sowie alles in allem in äusserst
>rechtsgefälliger Weise) live erlebt, 5 g in mit Heisskleber
>verdämmter Papphülse. Das Ergebnis war ähnlich lautstark
>wie eine KClO3-Al-S - Mischung, die nicht zu empfehlen ist.
>Eine akkurate Beschreibung der Knallqualität... schwierig.

>Mein Fazit ist: Chloratsatz vergessen.
>Gut möglich, dass in "Starenschrecks" ein Knallsatz auf
>Bariumnitratbasis
>verwendet wird, die Lautstärke der Bariumnitrat-Al-S-Mischung kam für
>mich
>jedenfalls doch etwas überraschend.
>Meine Wahl würde (in unerwarteter Ermangelung von KClO4) in jedem Fall
>auf dieses Gemisch fallen. Alleine der Sicherheit wegen.

Und was tut man, wenn kein Bariumnitrat erhältlich ist??
Bariumsalze sind giftig und bei uns leider nicht frei erhältlich,
KClO3 bekomm ich aber komischerweise...

Norman Reppingen

unread,
Dec 27, 2000, 5:05:02 PM12/27/00
to
Hi !


Stefan Huber wrote:
> Und was tut man, wenn kein Bariumnitrat erhältlich ist??
> Bariumsalze sind giftig und bei uns leider nicht frei erhältlich,

Huch ?
Wo wohnst Du denn ?
Bariumnitrat ist in D eigentlich nur als "Gesundheitsschädlich"
eingestuft.
Is doch sogar in den Wunderkerzen drin,
die nahezu buchstäblich an jedes Kleinkind verkauft werden.

> KClO3 bekomm ich aber komischerweise...

Das ist schon eigenartig, zumal KClO3 ebenfalls als
"Gesundheitsschädlich" eingestuft ist.
Ich wollte beides nicht frühstücken, aber "giftig" ist doch
IMHO weder das Eine noch das Andere.
Ich hab letztlich mal welches bei Ebay verkauft,
aber angeblich sind die bei Chemikalien so furchtbar pingelig geworden.
Geh einfach mal in ne andere Apotheke oder so.
Oder besser noch ne gute Drogerie.


Cheers, Norman

Norman Reppingen

unread,
Dec 28, 2000, 6:36:53 AM12/28/00
to
Hi !

Kurt Krampmeier wrote:
> wie siehts aus, kann das Bariumnitrat auch durch Kaliumnitrat ersetzt
> werden,
> oder birgt das ein Sicherheitsrisiko?
> Wie sieht die Performance einer Mischung mit Kaliumnitrat aus, ergibt das
> noch einen Blitzknallsatz, oder verpufft das ganze einfach nur?

Also unverdämmt verpufft der Bariumnitratsatz auch (recht heftig).
Zumindest in moderater Menge _unter_ einem g.

Achtung:
Es wird zuweilen davor gewarnt, Kaliumnitrat und Al zu mischen.
Es hiess, das Al könne das KNO3 reduzieren, die Mischung könne
sich allmählich erwärmen, und die Sache von alleine hochgehen.
Ich kann dieses Risiko nicht beurteilen.
Ich kenne auch die Empfindlichkeit von Al/KNO3 nicht.
Das heisst für mich: Finger weg, bevor die Hand fehlt...
Bevor du das Zeug zusmmenrührst, wart erst mal bis sich z.B.
Peter Meier oder Pyrotex dazu geäussert haben.

Wenn das genauso gut ginge, hätte ich auch KNO3 genommen,
nach den ganzen Unkenrufen hab ich aber auf Sicherheit gesetzt.
Nichts anderes würde ich Dir empfehlen.

In der allergrössten Not kann man Ba(NO3)2 aus Wunderkerzen extrahieren,
in denen es als Oxidationsmittel dient.
Wenn kein dunkles Al in der Nähe ist,
kann man sich die Mühe aber sowiso sparen.

Viel Glück, und bleib gesund,

cheers,

Norman

peter_...@my-deja.com

unread,
Dec 28, 2000, 9:32:29 AM12/28/00
to
In article <3a4a1af2...@news.inode.at>,
cba...@web.de wrote:

> Aber isses oder war es nit so, das früher oder auch heute noch (ausser
> in D) Chloratmischungen in Feuerwerk enthalten sind?
> Was haben die genommen, das es halbwegs stabil war (ist), das es einem
> nicht gleich schon beim Transportieren um die Ohren fliegt?

Ja, sie sind sie heute auch noch in Deutschland enthalten. Nur sind das
Leuchtsätze, die Schellack oder Red Gum enthalten, Rauchmischungen aus
KClO3 und Milchzucker usw. . Die sind nicht so gefährlich. Trotzdem gibt
es dafür weitere Vorschriften (§ 20 und Anlage 1 der 1. Verordnung zum
Sprengstoffgesetz), welche die höchste zulässige Menge an Chlorat in
diesen Sätzen auf 70% Chlorat bzw. 80% (für Bariumchlorat in
Grünfeuersätzen bzw. für Pfeifsätze) begrenzen.

Man muss in Deutschland unterscheiden zwischen Knallsätzen in Kl. II (je
6 g (bisher 10 g) Schwarzpulver), Klasse T1 (bis 10 g Schwarzpulver, 0.8
g Kaliumperchlorat/Aluminium-Blitzknallsatz) bzw. Mischungen von KClO3
und Metallen, Antimonsulfid etc. z.B. in Knallsätzen (generell verboten,
vgl. § 20, Anlage 1) und Chlorat in Leuchtsätzen/Rauchmischungen oder
z.B. als H3-Zerlegeladung für kleinere Großfeuerwerksbomben in der
Großfeuerwerkerei.

> Früher hat man ja auch Chloratsprengstoffe gemacht, oder nicht?

Ja, doch sind diese Sprengel-Sprengstoffe in der Regel Mischungen mit
vergleichsweise inerten organischen Substanzen, so dass sie keine
so extreme Empfindlichkeit haben.

peter_...@my-deja.com

unread,
Dec 28, 2000, 9:51:40 AM12/28/00
to
In article <3A4A494A...@rumms.uni-mannheim.de>,
Norman Reppingen <eppi...@rumms.uni-mannheim.de> wrote:

> innerhalb dieser Gruppe gibts aber noch krasse Abstufungen.
> Ich würde ein Gemisch aus KClO3/S nicht mit einem Gemisch
> aus KClO3/P auf eine Stufe stellen, da letzteres im Falle eines
> zu niedrigen pH-Wertes auch selbsttätig explodieren kann.
> Die Reibe-und Schlagempfindlichkeit ist auch weit geringer als
> KClO3/S.

Ich wollte sie auch nicht auf eine Stufe stellen. Ich habe nur davor
gewarnt, dass sie sehr gefährlich sind und deshalb z.T. bereits 1875
in vielen Ländern verboten wurden. Bereits Kentish warnte 1899 vor
Sätzen aus KClO3 und Schwefel.
Die Werte für KClO3 und Realgar (As4S4) liegen je nach Zusammensetzung
zwischen 6 und 13 cm, schließen sich also unmittelbar an die für KClO3
und Schwefel an. Im Hinblick auf Reibungs- und Schlagempfindlichkeit
werden sie z.T. noch von Sätzen mit Thiocyanat und Hexacyanoferrat(II)
übertroffen.

> Angegeben sind die Gewichtsverhältnisse:
>
> Bariumnitrat : 4
> Pyro-Aluminium: 2
> Schwefel : 1

Lancaster beschreibt z.B. ein Gemisch von 68:23:9.

> Gut möglich, dass in "Starenschrecks" ein Knallsatz auf
> Bariumnitratbasis verwendet wird,

Lt. Anhang 1 1. SprengV muß es sich um Kaliumperchlorat/Aluminium
handeln.

peter_...@my-deja.com

unread,
Dec 28, 2000, 9:57:43 AM12/28/00
to
In article <3a4a5e8...@news.inode.at>,
cba...@web.de wrote:

> Und was tut man, wenn kein Bariumnitrat erhältlich ist??
> Bariumsalze sind giftig und bei uns leider nicht frei erhältlich,
> KClO3 bekomm ich aber komischerweise...

Eigentlich gilt es nach EU-Kennzeichnung nur als gesundheitsschädlich.
Übermäßig giftig ist es nicht.
Demnächst sollten eigentlich die besonderen österreichischen und
schwedischen Kennzeichnungsvorschriften auslaufen.

Gibt es in Österreich z.B. Vogelschreckraketen zu kaufen ?
Damit kannst Du im Frühjahr herumknallen, um die Vögel etwas zu
scheuchen ;-) .

peter_...@my-deja.com

unread,
Dec 28, 2000, 10:06:47 AM12/28/00
to
In article <3A4A678E...@rumms.uni-mannheim.de>,
Norman Reppingen <eppi...@rumms.uni-mannheim.de> wrote:

> Wo wohnst Du denn ?
> Bariumnitrat ist in D eigentlich nur als "Gesundheitsschädlich"
> eingestuft.

Ich habe mal nachgesehen. Es sollte auch in Österreich als
gesundheitsschädlich eingestuft sein.

Es gibt in Österreich und Schweden Sonderregelungen, die
bis 2001/2002 auslaufen. In Schweden galt es bislang als giftig.
Dort brauchte man eine Genehmigung der örtlichen Polizei, um
es zu kaufen.

peter_...@my-deja.com

unread,
Dec 28, 2000, 10:24:13 AM12/28/00
to
In article <3A4B25D5...@rumms.uni-mannheim.de>,
Norman Reppingen <eppi...@rumms.uni-mannheim.de> wrote:

> Es wird zuweilen davor gewarnt, Kaliumnitrat und Al zu mischen.
> Es hiess, das Al könne das KNO3 reduzieren, die Mischung könne
> sich allmählich erwärmen, und die Sache von alleine hochgehen.
> Ich kann dieses Risiko nicht beurteilen.

Ja, das ist ein Risiko bei Nitratsätzen, die Aluminium (oder Zink)
enthalten.
Speziell bei Zutritt von Feuchtigkeit.
Dazu gibt es den bekannten Versuch mit z.B. KNO3, Ammoniumchlorid und
Zinkstaub, welches mit einem Tropfen Wasser zündet.
Im Extremfall kann das schon beim Mischen zünden.

Normalerweise stabilisiert man Aluminiumhaltige Nitratsätze daher oft
mit Borsäure. Im Falle dieser Knallsätze war das nicht angegeben.

Im Grunde ist das ein Vorteil der Perchlorat/Al-Knallsätze.
Da kann das nicht passieren.

KN03

unread,
Dec 30, 2000, 12:56:45 AM12/30/00
to
>Dazu gibt es den bekannten Versuch mit z.B. KNO3, Ammoniumchlorid und
>Zinkstaub, welches mit einem Tropfen Wasser zündet.

Hmm - Noch eine Idee für ein interesantes Experiment. Ich habe das mit NH4NO3,
NH4Cl und Zn versucht, und es entzündete sich langsam (30 sec. bis 1 Minute),
habe es aber nicht mit KNO3 versucht.
-----

Bigboppa

unread,
Dec 30, 2000, 5:08:27 AM12/30/00
to

"KN03" <kn...@aol.comnospam> schrieb im Newsbeitrag
news:20001230005645...@ng-fh1.aol.com...

Ein Bekannter in Holland mischte vor 2 Tagen Kupferchlorid als Farbgeber mit
unter die Fontänenmischung (SP mit niedrigem Nitratanteil), verdichtete in
einer Papprolle und stellte das Ganze zur Seite. Nach 4-5 Minuten hörte er
leise etwas zischeln und roch Schwefel- die Rolle war heiss geworden!!
Er konnte gerade noch eine Selbstentzündung verhindern, indem er die
weichgewordene Rolle in einem bereitstehenden Wassereimer zerdrückte.

Wie konnte das passieren? Was 'macht' das CuCl mit dem SP???

Danke-

Tschau

Marcus

> -----
>


Bodo Mysliwietz

unread,
Dec 30, 2000, 3:57:41 PM12/30/00
to

<peter_...@my-deja.com> schrieb im Newsbeitrag
news:92flul$d6i$1...@nnrp1.deja.com...

> Dazu gibt es den bekannten Versuch mit z.B. KNO3, Ammoniumchlorid und
> Zinkstaub, welches mit einem Tropfen Wasser zündet.
> Im Extremfall kann das schon beim Mischen zünden.

oder Zinkstaub und Iod. Zündet fast augenblicklich mit einem tropfen Wasser.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz

www.cneweb.de/home/chemietechnik

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