Spargel schrieb:
> Hallo,
> wer kann mir sagen, weshalb man beim Schwarzpulver zu dem C / KNO3 Gemisch
> noch Schwefel hinzufügt?
Der Schwefel setzt die Entzuendungstemperatur herab.
--
MfG
Gerd
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"Du musst vierdimensional denken !!" (Dr. E. Brown)
GUF> > Hallo,
GUF> > wer kann mir sagen, weshalb man beim Schwarzpulver zu dem C / KNO3
GUF> > Gemisch noch Schwefel hinzufügt?
GUF> Der Schwefel setzt die Entzuendungstemperatur herab.
AHA:-)
Spargel <spa...@www.funcity.de> schrieb im Beitrag <6mm3fk$7cu$1...@trader.ipf.de>...
> Hallo,
> wer kann mir sagen, weshalb man beim Schwarzpulver zu dem C / KNO3 Gemisch
> noch Schwefel hinzufügt?
Wichtig sind folgende:
K(CO3)2 + C <--- in Holzkohle
KNO3
S
Wenn man Ruß + KNO3 verbennt passiert nicht viel - es kokelt höchstens. Wenn
man dann K(CO3)2 dazu setzt entsteht ein gemisch, das beim langsammen
erwärmen warscheinlich komplizierte Nitro-Verb. und ähnliche unbekannte
Substanzen erzeugt - wenn es sich nach der Reaktion entzündet Kann es
sogar explodieren.
Wenn man S + KNO3 entzündet wird es nicht besonders an Schwarzpulver
erinnern - es brennt sehr langsam. Wenn man nun K(CO3)2 dazu setzt kann
das vorerst sogar die mischung verlangsämmen kann - aber wenn man es
schmilzt biss es braun ist ( kurz nach weiteren erwärmen Explosion! ) und
man es dann nach dem Erkalten entzündet erlebt man in der Tat ein Wunder:
Verpufft oder Explodiert mit lautem Knall ähnlich wie P + Chlorat !
Aber im gegensatz zur P-Mischung ist es noch lange nicht so Schlag-
empfindlich.
Ich habe gehört das es auch so geht: Man schmilzt das K(CO3)2 mit dem
KNO3 und vermischt es erst nach dem Erkalten mit Schwefel.
Das Problem: Bei mir ist mein "Yellow Powder" wasserlöslich! Also muß
der Schwefel auch reagiert haben. Zudem ist eine Grün-gelb-färbung nach der
Abkühlung zu beobachten.
P.S. in dem Patent vom "Golden Powder" ( VitaminC + KNO3 ) wird auch ein
eventueller zusatz von K(CO3)2 beschrieben.
Hier ein Auzug aus einem Buch zu den Scharzp.-Reaktionen:
Die Schwarzpulver-Reaktion und ihre Fragestellungen
Die optimale Zusammensetzung des Schwarzpulvers - 75 Prozent Salpeter, 15 Prozent
Holzkohle, l0 Prozent Schwefel - ist sicher zunächst auf empirischem Wege ermittelt
worden. Methodische Versuche zu seiner Optimierung hat Berthollet unternommen. Die
Zusammensetzungen von Schwarzpulvern, die im vorigen Jahrhundert von verschiedenen
deutschen Staaten verwendet worden sind, sind fast identisch.
Bemerkenswert ist, daß die 15 Prozent Holzkohle nur etwa 12 Prozent Kohlenstoff bezogen
auf das Gesamtgewicht der Pulvermischung enthalten. 75 g Salpeter, 12 g Kohlenstoff und
10 g Schwefel entsprechen 0,74 mol KNO3, 1,0 mol C und 0,31 mol S. Wenn man sich
weiterhin errechnet, daß 0,74 mol Kaliumnitrat 1,85 mol aktiven Sauerstoffs enthalten,
erfährt man, daß der im Schwarzpulver enthaltene Salpeter trotz seines hohen Anteils
keineswegs ausreicht, um Kohlenstoff und Schwefel in ihre höchsten Oxidationsstufen zu
überführen: 1 mol C und 0,31 mol S benötigen für die vollständige Oxidation 3 mol O.
Die Umsetzung ergibt nicht nur Gase, hauptsächlich Stickstoff, Kohlendioxid und
Kohlenmonoxid. Der überwiegende Anteil der Verbrennungsprodukte besteht aus Feststoffen,
die den Pulver"dampf", d. h. Rauch, bilden. Obwohl die Zusammensetzung des Schießpulvers
unabhängig vom Hersteller sehr konstant ist, sind die Stoffmengen seiner
Umsetzungsprodukte je nach den Umsetzungsbedingungen etwas unterschiedlich.
Quantitativ-analytische Untersuchungen von Abel und Noble haben ergeben, daß die
Stoffmengenverhältnisse der Gase N2, CO und CO2 recht gut, die der Feststoffe weniger gut
reproduzierbar sind. Die folgende, in Kolonnen geschriebene chemische "Global"gleichung
stellt die Auswertung eines Analysenergebnisses dar, dessen Daten signifikanten
Mittelwerten entsprechen :
35 N2 19 K2CO3
74 KNO3 (75,7 %) 56 CO2 7 K2SO4
95 C (11,7%) 14 CO 8 K2S203
31 S (9,7%) 3 CH4 2 K2S2
16 H2O (2,9%) 2 H2S 2 KSCN
4 H2 1 (NH4)2CO3
---------- --------- -----------------
~ 10 kg ~ 23 m3 6 kg
~ 6 l (25°C)
Physikalische Daten zur Explosion des Schwarzpulvers - die von Produkt zu Produkt
innerhalb nicht allzu großer Grenzen schwanken können - sind in Tabelle I
zusammengestellt. Für den Einsatz des Pulvers als Treibmittel ist bedeutungsvoll, daß die
Schallgeschwindigkeit, d. h. die Detonationsgrenze, nicht wesentlich überschritten wird.
Andernfalls würden die Gewehr- und Kanonenrohre bersten.
Im Jahre 1857 veröffentlichte Bunsen gemeinsam mit seinem Schüler L. Schischkoff, einem
russischen Offizier, eine Abhandlung "Chemische Theorie des Schießpulvers". In Liebigs
Annalen findet man in den Bänden 212 und 213 (1882) eine 110 Seiten lange Abhandlung von
Debus über dieses Thema. Es sollen ein Oxidations- und ein Reduktionsvorgang nacheinander
ablaufen:
l. Vorgang(Oxidation): 16 KNO3 + 13 C + 5 S à 3 K2CO3 + 5 K2SO4 + 9 CO2 + CO + 8 N2
2. Vorgang(Reduktion): 4 K2SO4 + 7 C à 2 K2CO3 + 2 K2S2 + 5 CO2
(Auch K. A. Hofmann war dieser Ansicht.) Abgesehen von der Unwahrscheinlichkeit eines
derartig komplizierten Verlaufes einer sehr schnellen Reaktion können die Gleichungen von
Debus aber kaum als Aufklärung des Reaktionsablaufes bezeichnet werden. Unter einer
solchen verstehen wir heute die Aufschlüsselung einer Reaktion in bimolekulare
Einzelschritte oder Stöße von Molekülen oder Molekül-Ionen mit den Oberflächen fester
Stoffe. Wenn man diesen Versuch macht, stößt man auf die Tatsache, daß zwei der an der
Pulverreaktion beteiligten Stoffe nicht aus Molekülen aufgebaut sind. Lediglich der
Schwefel bildet Moleküle. Die Holzkohle besteht aus graphitähnlichen, zweidimensional
vernetzten Makromolekülen. Das Oxidationsmittel Kaliumnitrat ist als Salz eine
koordinationspolymere Substanz. In den modernen Explosivstoffen ist der Sauerstoff, der
zur raschen Verbrennung des Kohlenstoffs benötigt wird, molekulardispers verteilt.
Unter den Feststoffen des Pulverrauches finden sich unerwarteterweise solche, die
Schwefel in negativer Oxidationsstufe enthalten: Polysulfide und Thiosulfat. (Diese
beiden Stoffe können in dem Beschlag, der sich beim Abbrennen einer kleinen Menge
Schießpulvers in einem Reagenzglas bildet, sehr leicht nachgewiesen werden.)
Eine überzeugende Theorie der Chemie des Schießpulvers muß die Tatsache verständlich
machen, daß hier offensichtlich eine "konzertierte" Reaktion vorliegt. Salpeter und
Holzkohle allein oder Salpeter und Schwefel allein ergeben kein Schießpulver. Viele
weitere Fragen stellen sich dem, der sich über diese Umsetzung Gedanken macht: Auf welche
Weise paaren sich die Stickstoffatome zum Molekül? Wie erklärt sich die Bildung von CO2
und nicht CO - im Hinblick auf die sehr hohen Reaktionstemperaturen in Gegenwart von
Kohlenstoff? Warum wirkt sich eine Erhöhung des Salpeteranteils bis zur Erreichung des
höchsten Oxidationsgrads nicht günstig aus? Wie entstehen Produkte mit Schwefel in
negativer Oxidationsstufe? Wie können so verschiedenartige Stoffe so rasch miteinander
reagieren? Welches Stoffpaar reagiert zuerst miteinander? Ist es möglich, die
Globalgleichung sinnvoll in kinetisch mögliche Einzelschritte aufzulösen oder gleich gar
durch solche quantitativ zu reproduzieren?
Das Schwarzpulver brennt so rasch ab, daß es unmöglich erscheint, Einzelheiten zu
verfolgen. Man kann lediglich versuchen, aus den Ergebnissen Rückschlüsse zu ziehen oder
Teilstücke zu reproduzieren. Auch kann man hoffen, der Lösung des Problemes der
Schwarzpulver-Reaktion dadurch näher zu kommen, daß man sich zunächst mit den Umsetzungen
der drei möglichen Stoffpaarungen beschäftigt.
Die Umsetzung von Kaliumnitrat und -nitrit mit Holzkohle
Aufgrund des Stoffmengenansatzes ist die Verbrennung des Kohlenstoffs die Hauptreaktion
bei der Pulvenersetzung. Wenn man ein Gemisch aus Salpeter und Holzkohle in einem offenen
Gefäß oder auf einer Metall oder Keramikplatte erhitzt, beobachtet man, daß es sich
ebenso wie die zusätzlich Schwefel enthaltende Mischung plötzlich entzündet. Nur liegt
die Zündtemperatur - 365 bis 385 °C - erheblich höher als die des Schwarzpulvers.
Bei langsamem Erhitzen von Mischungen aus Kaliumnitrat und Holzkohlen kann man lange vor
der Zündung den Geruch von Stickstoffdioxid wahrnehmen und nachweisen, daß Nitrit als
primäres Abbauprodukt des Nitrats entsteht. Diese Beobachtung ist sicher darauf
zurückzuführen, daß die Endgruppen der Kohlen, CH3 und OCH3, anoxidiert werten.
Die Abfolge der einzelnen Reaktionsstufen ergibt sich aus dem thermischen Verhalten von
Mischungen aus 75 Gewichtsteilen Kaliumnitrat oder Kaliumnitrit oder Kaliumhyponitrit mit
15 Teilen Buchen- oder Erlenholzkohle in der Waagschale einer magnetischen
Vakuumschwebewaage (vgl. Abbildung 4). Bei den reinen Kohlen kommt es bis 500 °C nur zu
einem geringen Gewichtsverlust. Das Gewicht ihrer Mischungen mit Kaliumnitrat nimmt bis
etwa 325 °C nur langsam, bei höheren Temperaturen immer rascher ab.
Schließlich kommt es zu einer Zündung mit Lichtblitz bei 330 °C. Ähnlich wie die
nitrathaltigen Gemische verhalten sich auch solche aus Kaliumnitrit und Holzkohlen.
Lediglich ist die rasche Gewichtsabnahme bereits ab 275 °C zu beobachten und der
Lichtblitz bei 325 bis 330 °C. Bei noch niedrigeren Temperaturen reagieren die Kohlen mit
Kaliumhyponitrit.
Die Zusammensetzung der beim Erhitzen und Zünden von Mischungen aus Zuckerkohle und
Kaliumnitrat oder Natriumnitrit entstehenden Gasmischungen aus Stickstoff,
Distickstoffoxid, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Stickstoffmonoxid ist von Oza und Shah
im Temperaturbereich von 315 bis 395 °C quantitativ untersucht worden. Die Umsetzungen
sind im wesentlichen durch die Gleichungen (1) und (2) für Kaliumnitrat sowie (3) und (4)
für Natriumnitrit zu beschreiben.
2 KNO3 + C à KNO2 + CO2 (1)
2 KNO2 + 1,5 C à K2CO3 + N2 + 1/2 C02 (2)
4 NaNO2 + 3 C à 2 Na2CO3 + 2 N2 + CO2 (3)
2 NaNO2 + C à Na2CO3 + N2O (4)
Die Bildung des hauptsächlich vor der Explosion entstehenden Distickstoffoxids ist auf
die Umsetzung von Kohlendioxid mit Hyponitrit zurückgeführt worden, dessen Entstehung
sich nachweisen ließ. Offensichtlich ist K2N2O2, als dessen Vorgänger KNO anzusehen ist,
die Stickstoffquelle der Umsetzung. Thermodynamische Daten ergeben, daß Kaliumhyponitrit
ein etwa ebenso starkes Oxidationsmittel ist wie Dikaliumdioxid:
K2N2O2 à K2O2 + N2 DH° = - 7,5 kJ/mol
Aufgrund dieser Befunde und Vorstellungen kann man die Reaktionen von Nitrat und Nitrit
mit Kohlen auf schrittweise Sauerstoffübertragungen zurückführen.
Offensichtlich bildet sich bei den Umsetzungen ein explosiver Feststoff. Die Beobachtung,
daß dieser beim Ersatz von Nitrat durch Nitrit und schließlich Hyponitrit mit zunehmender
Leichtigkeit entsteht, deutet darauf hin, daß er hauptsächlich durch die Umsetzung des
letzteren mit der Kohle gebildet wird. Bemerkenswerterweise entsteht er auch bei der
Einwirkung von Natriumperoxid auf Holzkohlen. Die Tatsache, daß das "Blitzen" der
Nitrit-Kohle-Mischungen reproduzierbar innerhalb eines sehr engen Temperaturbereiches im
Vakuum erfolgt, weist darauf hin, daß eine definierte Verbindung und nicht ein nicht
stöchiometrisch zusammengesetztes Makromolekül explodiert. Wenn man nach bekannten
Stoffen sucht, die es hervorrufen könnten, stößt man auf Kalium-diacetylendiolat,
KOCºCOK. Es ist denkbar, daß das aus KNO entstehende Hyponitrit zur Bildung dieser höchst
explosiven Verbindung führt, die somit der Explosivstoff der Salpeter-Kohle-Mischungen
sein könnte. (Die leicht zu reproduzierende Nitrit-Kohle Blitz-Reaktion sollte mit
modernen photochemischen Versuchstechniken untersucht werden.)
Die Anteile an Kohlenoxid und Stickoxid betragen bei den Umsetzungen von Nitrat und
Nitrit nur wenige Prozent. Hieraus ist zu schließen, daß sich im Bereich relativ
niedriger Temperaturen die Umsetzung von Nitrit mit Kohlenmonoxid nach Gleichung (5) (mit
Nitrosoformiat K[ONCO2] als Zwischenprodukt) nur in geringem Maße abspielt. Dies
bedeutet, daß der Kohlenstoff - ebenso wie bei der Oxidation mit molekularem Sauerstoff -
primär zu CO2 oxidiert wird. Es ist jedoch anzunehmen, daß bei der hohen Temperatur der
Explosion entsprechend der Lage des Boudouard-Gleichgewichts (Gleichung 6) Kohlenmonoxid
entsteht und dadurch auch die Nitrit-Kohlenoxid-Reaktion an Bedeutung gewinnt. (Darauf
deutet bereits die Erhöhung des Anteils an NO und N2O3 bei Temperaturerhöhung im
Niedrigtemperaturbereich der Umsetzung von Nitrit mit Kohlen hin.)
2 KNO2 + CO à K2CO3 + 2 NO (5)
CO2 + C à 2 CO (6)
K.A. Hofmann hat darüber berichtet , daß bei der Umsetzung von Salpeter mit Kohle auch
bis zu 10 Prozent Kaliumcyanid entstehen können.
Die Umsetzungen von Nitrat und Nitrit mit Schwefel und Schwefelwasserstoff
Die Reaktionen des Schwefels mit Nitraten einerseits und Nitriten andererseits, die in
Temperaturbereichen oberhalb 250 °C - besonders in Salzschmelzen - ausgelöst werden
können, unterscheiden sich signifikant. Die Umsetzung von Nitraten ergibt Sulfate und
Stickstoffmonoxid (Gleichung 7), die von Nitriten vorwiegend Thiosulfat und
Distickstoffoxid (Gleichune 8).
2 KNO3 + 1/8 S8 à K2SO4 + 2 NO (7)
2 KNO2 + 1/4 S8 à K2S2O3 + N2O (8)
Genaue Informationen über das Verhalten einer Mischung von Kaliumnitrat und Schwefel beim
Erhitzen ergeben differentialthermoanalytische Untersuchungen (Abbildung 5). Deutlich
erkennbar ist, daß Schwefel kurz vor dem endothermen Schmelzvorgang bei 335 °C bereits
bei 328 °C eine exotherme Reaktion mit dem Nitrat eingeht. Wahrscheinlich handelt es sich
dabei um eine Umsetzung des Schwefeldampfes mit der Oberfläche des festen Nitrats. Erst
bei 340 °C, d. h. 5 K über dem Salpeterschmelzpunkt, entzündet sich der Schwefel.
Drastisch verändert wird die Reaktionsfähigkeit der Salpeter-Schwefel-Mischung durch
Zugabe von Kaliumcarbonat. Eine Mischung aus 3 Gew.-Teilen KNO3, 1,5 Teilen S und 1 Teil
K2CO3 läßt sich gefahrlos entzünden, detoniert aber bei langsamem Erhitzen bis zum
Schmelzen mit lautem Knall. (Diesen bereits von Glauber 1661 angegebenen Versuch hat auch
Liebig in seiner Vorlesung vorgeführt.) Wenn man sich überlegt, welcher bimolekulare
Schritt die Umsetzung von Thiosulfat mit Nitrit auslösen könnte, gelangt man fast
zwingend zu der Hypothese, daß diese nur in der Übertragung eines Schwefelatoms auf
Kaliumnitrit unter Bildung von Thionitrat bestehen kann (Gleichung 9).
KNO2 + K2S2O3/KSCN à KSNO2 + K2SO3/KCN (9)
Thionitrate gehören zu einer der unbekannten Stoffklassen, deren Existenz eigentlich nach
den Regeln der elementaren Valenzlehre zu erwarten ist!
In wäßriger Lösung reagieren Nitrite - im Gegensatz zu Sulfiten - weder mit suspendiertem
Schwefel noch mit Polysulfiden. Bereits 1958 haben Schmidt und Wägerle berichtet, daß
Schwefel mit Natriumnitrit in Dimethylformamid bei 80 °C quantitativ zu Natriumthiosulfat
und Distickstoffoxid reagiert. Aufgrund des beobachteten Farbwechsels farblos - rot -
grün - blau - farblos schlossen die Autoren darauf, daß die Reaktion mit einem
nucleophilen Angriff des Nitrit-Ions auf den Schwefelring beginnt und daß zunächst
farbige Salze von "Polysulfansalpetersäuren" entstehen, die zu einem Monothionitrat
abgebaut werden, das sich in Thiosulfat und N2O zersetzt (Gleichung 10).
S8 + 8 NO2-(à S8NO2-à××× S2NO2-) à 8 SNO2- à 4 S2O32- + 2 N2O (10)
Im Fall einer wäßrigen Lösung ergibt sich für die Umsetzung DH° = -4 * 242,5 kJ/mol und
DS° - -4 * 60,5J/(K * mol). Offensichtlich ist die Reaktion gehemmt.
Die Umsetzung von Schwefel mit Natriumnitrit, die sich auch in Dimethylsulfoxid und
Hexamethylphosphorsäuretriamid ausführen läßt - und tatsächlich nicht nur die angegebenen
Produkte ergibt -, ist in den letzten Jahren im Laboratorium des Verfassers eingehend
untersucht worden. Außer den drei nichtwäßrigen Lösungsmitteln, in denen die Anionen
weitgehend desolvatisiert und somit aktiviert vorliegen, konnte auch Aceton verwendet
werden, wenn Kaliumnitrit mit Kronenethern komplexiert oder
Bis(triphenylphosphan)imonium-nitrit, [(Ph3P)2NH2]NO2, als Edukt eingesetzt wurde. Es
ergab sich, daß eine gegabelte Umsetzung vorliegt, wobei infolge irreversibler Schritte
die Produkte der einen Reaktions"linie" nicht mit denen der anderen im Gleichgewicht
stehen. Die beiden Reaktionswege A und B sind in der Abbildung 6 dargestellt.
(-) (+)
(C6H5)3P=N=P(C6H5)3 NO2
Bis(tirphenylphosphan)imonium - nitrit
Weg B ist präparativ, UV/VIS-, NMR- und ESR-spektrometrisch besonders gut untermauert
worden. Auf die nicht faßbaren Perthionitrate ergab sich ein spektralphotometrischer
Hinweis (lmax = 350 nm). Die Homolyse der N-S-Bindung des Thionitrat-Ions ist
verständlich im Hinblick auf die leichte Spaltung der N-Cl-Bindung des Nitrylchlorids.
Ein Vertreter der Perthionitrite, das tief rote
Bis(triphenylphosphan)imonium-perthionitrit, ließ sich präparativ isolieren und in das
Monothionitrit umwandeln. Auch die orangeroten Perthionitrite
(lmax = 447 nm, d(15N) = 334 ppm, bez. auf K15NO3) zersetzen sich leicht in Stickoxid und
Schwefel-Radikal-lonen, die sich in Gestalt des tief blauen S3--Ions (lmax = 620 nm, g =
2,039) manifestieren, das der Farbträger des Ultramarinblaus ist.
Bei der Bildung des Thiosulfats sind wohl ebenso wie bei der Disproportionierung des
Schwefels in wäßrigen Lösungen Polysulfandiolate und Thiosulfite Zwischenprodukte. Auf
die Entstehung des Distickstoffmonoxids deutet die Umsetzung von Stickoxid als Dimeres
mit sekundären Stickstoffbasen und vor allem Sulfit, Monosulfid und Thiosulfat zu
N-Nitrosohydroxylaminsulfonaten, die leicht unter Bildung von Sulfat N2O abspalten. Eine
entsprechende Umsetzung mit Thiosulfit ergibt Thiosulfat. (Durch Umsetzung von Schwefel
mit Thiosulfat werden auch Polythionate gebildet.)
Im Hinblick darauf, daß Schwefelwasserstoff eines der gasförmigen Produkte der
Schwarzpulverexplosion ist, und vor allem darauf, daß er als Primärprodukt schon vor
dieser entsteht, interessieren auch dessen Umsetzungen mit Nitraten und Nitriten. Diese
ergeben in geschlossenen Glasampullen die Gase Distickstoffoxid und Ammoniak (die sich
IR-spektrometrisch nachweisen lassen) und als feste Produkte sublimierendes
Ammoniumhydrogensulfid, Kaliumpolysulfid, Thiosulfat und Sulfat.
Wenn man von unten nach oben mit Stickstoff verdünnten Schwefelwasserstoff durch eine
Schicht erhitzten (mit Sand verdünnten) Kaliumnitrats leitet, kann man schon vor dem
Schmelzen des Salzes die Bildung von kondensierendem Wasser und das Absublimieren von
Schwefel beobachten.
Die Reaktion mit Nitrit unterscheidet sich wiederum sehr von der des Nitrats. In der
gleichen Versuchsanordnung kann man bei etwa 180 °C das Abziehen eines intensiv gelben
Gases (Disulfan) beobachten, und schließlich entstehen auch höhere ölige Polysulfane. Die
Umsetzung kann durch eine äußerst heftige Detonation beendet werden.
Die Umsetzung von Schwefel mit Kohlen
Das Verhalten des Schwefels gegenüber Kohlen, die zur Herstellung von Schwarzpulver
verwendet werden, zeigt, daß diese nicht als Kohlenstoff angesehen werden dürfen. Mit
Graphit reagiert Schwefel erst oberhalb 600 °C zu Schwefelkohlenstoff. Beim Erhitzen von
Buchen- und Erlenholzkohle entsteht bereits bei 250 °C Schwefelwasserstoff. Ebenso
entwickelt sich dieser beim Erhitzen des trockenen Rückstandes der Extraktion des
Salpeters aus Schwarzpulver mit Wasser. Offensichtlich entsteht H2S durch den Angriff von
biradikalischem Schwefel auf aliphatisch, vielleicht auch aromatisch gebundenen
Wasserstoff.
Reaktionen der Kohle mit Wasser
Die Bedeutung des von der Kohle absorbierten Wassers ist häufig übersehen worden. Das
Vorkommen von Wasserstoff und Methan in der Pulvergasmischung zeigt, daß die
Wassergasreaktion abläuft (Gleichung 11), an die sich die Methan-Synthese anschließen
kann (Gleichung 12).
C + H2O à Co + H2 (11)
CO + 3 H2 à CH4 + H2O (12)
Die konzertierte Reaktion
Die Annahme erscheint berechtigt, daß beim raschen Abbrennen des Schwarzpulvers die
Reaktionen in derselben Reihenfolge ablaufen, wie sie durch Temperaturerhöhung ausgelöst
werden. Das bedeutet, daß die Pulverreaktion thermisch durch die Entzündung des
Schwefelwasserstoffs an heißem Salpeter eingeleitet wird, wobei H2S als
Dehydrierungsprodukt der Kohle nach Aufspaltung des Schwefels in biradikalische Ketten
entsteht. Es ist möglich, daß die Zündung des Pulvers durch Stoß und Schlag ebenfalls
durch die Spaltung der Schwefelringe ausgelöst wird: (Nach K. A. Hofmann erfolgt die
Zündung durch elektrische Funken, die durch Reibung von Schwefelsplittern an den
Salpeterkriställchen entstehen.)
Die Tatsache, daß bei der Pulverreaktion nicht diejenigen Produkte entstehen, die zu
erwarten sind, wenn die Umsetzungen von Salpeter mit Kohle und Salpeter mit Schwefel ohne
sich gegenseitig zu beeinflussen ablaufen würden, ist ein Beweis dafür, daß eine
"konzertierte" Reaktion vorliegt. Das Auftreten von Thiosulfat, das bei der Umsetzung von
Schwefel mit Nitrat nicht, wohl aber bei der mit Nitrit entsteht, deutet darauf hin, daß
die Nitrat-Kohle-Reaktion zuerst abläuft und danach - rascher als die weitere Abtrennung
von Sauerstoff vom Nitrit-Ion - dessen nucleophile Addition an Schwefel.
Das Resultat der Schwarzpulver-Reaktion ist dem Ergebnis der Umsetzung von Nitrit mit
Schwefel in nichtwäßrigen Lösungen so ähnlich, daß man geneigt sein wird, das erste
Stadium der Pulverreaktion als eine Umsetzung in einer Salzschmelze anzusehen. Deren
Besonderheit besteht allerdings darin, daß die Schmelze von Kohle "aufgesogen" worden
ist. (Ein altes französisches Sprichwort lautet: le charbon fait la poudre.)
Sicher ist Cyanid die Vorstufe des im Pulverrauch gefundenen Kaliumthiocyanats. Dessen
Hochtemperaturhydrolyse erklärt die Bildung von Ammoniumcarbonat und Schwefelwasserstoff.
Hofmann meint, daß durch den Schwefelgehalt des Pulvers, der Cyanid bindet, ein
mittelalterlicher Giftgaskrieg verhindert worden ist! Cyanid wird ja durch Wasser zu
Cyanwasserstoff hydrolysiert, von dem bereits 150 mg tödlich wirken.
Obwohl sie sehr hohe Energiebeträge liefern, besitzen weder die Kohlenstoff-Nitrat
Reaktion noch die Kohlenstoff-Nitrit-Reaktion - beide kann man mit etwas Vorsicht ohne
Explosion ablaufen lassen - noch die Schwefel-Nitrit-Reaktion, die in nichtwäßrigen
Lösungsmitteln bereits bei Normaltemperatur abläuft, das typische Merkmal einer
explosionsartigen Umsetzung, den Radikalkettenmechanismus. Den Schlüssel für das volle
Verständnis der Schwarzpulver-Reaktion liefert das Verhalten von Gasmischungen aus
Distickstoffoxid, Stickoxid und Kohlenoxid. Diese sind innerhalb eines weiten Bereiches
ihrer Mischungsverhältnisse hochexplosiv (Abbildung 7).
Mit den Annahmen, daß Kohlendioxid infolge der hohen Reaktionstemperaturen nicht im
Kontakt mit Kohle - und somit allein in der Gasphase - entstehen kann und daß die primär
entstandenen N2O- und NO-Stoffmengen äquivalent der gebildeten Stickstoffmenge sind,
ergibt sich unter Berücksichtigung des verbliebenen Kohlenoxid-Restes, daß die angegebene
Globalgleichung eine Pulverreaktion beschreibt, bei der eine Mischung aus N2O, NO und CO
im Stoffmengenverhältnis 7:21:31 explodiert ist. Der entsprechende Punkt und eine kurze
Gerade, auf der Punkte liegen, die sich aus acht Versuchsergebnissen von Noble und Abel
ermitteln lassen, sind in das Dreiecksdiagramm der Abbildung 7 eingezeichnet. Die
Markierungen liegen zwar etwas außerhalb der durch Funkenzündung bestimmten
Explosionsgrenze bei Raumtemperatur, jedoch sehr nahe an dieser. (Van der Wal bemerkt in
seiner Publikation, daß sich diese bei höheren Temperaturen wohl erweitern würde.)
Wenn man annimmt, daß N2O allein als Folgeprodukt der Zersetzung des Thionitrats gebildet
wird - das auch durch Umsetzung von Thiosulfat mit Nitrit entstehen kann
("Glauber-Reaktion")-, läßt sich die angegebene repräsentative Globalgleichung der
Pulverreaktion in die in Tabelle 2 aufgeführten Teilgleichungen auflösen. Abgesehen von
der Wassergasreaktion beginnen sämtliche Umsetzungen mit der Reduktion des Nitrats zu
Nitrit und zwar durch Kohle, nicht durch Schwefel.
Der aus den Gleichungen der Tabelle 2 errechnete Enthalpiewert für die Umsetzung von
etwa 10 kg Schwarzpulver stimmt mit dem experimentell gefundenen sehr gut überein
(Tabelle 1). Zwei Drittel der PulverEnergie werden von den Gasreaktionen geliefert, bei
denen die Umsetzung von Stickstoffmonoxid mit Kohlenmonoxid den Hauptanteil bildet. Die
vollständige Reduktion der beiden Stickstoffoxide zu Stickstoff wird durch den Überschuß
an Kohlenmonoxid erreicht und dadurch der Energieinhalt der endothermen Stickstoffoxide
optimal verwertet. Verständlicherweise sind die Umsetzungen der beiden endothermen
N-Oxide mit Kohlenmonoxid stark exotherm.
Distickstoffoxid kann als das "Ozon" der Stickstoffchemie betrachtet werden:
O3 à O2 + O DH0 = 109,5 kJ/mol
N2O à N2 + O DH0 = 166,1 kJ/mol
Interessant ist auch ein thermochemischer Vergleich der N2O/CO-Reaktion mit der
Knallgasreaktion:
2 H2 + O2 à H20 DHO = -484 kJ/mol
Es läßt sich nun auch begründen, warum eine weitere Erhöhung des Salpetergehalts des
Schießpulvers zur Oxidation der Schwefelverbindungen mit S in niedriger Oxidationsstufe
keine Verbesserung des Produkts ergibt: Auf diese Weise würde mehr Stickoxid entwickelt
werden und das System NO-N2O-CO außerhalb seiner Explosionsgrenzen geraten. Es liegt auf
der Hand, daß lokale "Nester" von Nitrat vermieden werden müssen; d. h. die Qualität des
Pulvers hängt in hohem Maße von der intensiven Mischung der Komponenten ab und damit auch
von der Porosität der Kohle. Das Thiosulfat darf als Mitlieferant von N2O durch die
Glauber-Reaktion nicht durch Nitrat unter Bildung von NO oxidiert werden.
Die durch die Wassergas- und Methan-Reaktion gelieferten Gase nehmen etwa 15 Prozent der
gesamten Pulvergasmenge ein. Der unbeabsichtigte Wassergehalt des Pulvers erhöht also
dessen Treibkraft nicht unbeträchtlich. Der Gedanke ist faszinierend, daß bei jedem
Gewehr- und Kanonenschuß bereits im Mittelalter Reaktionen ausgelöst wurden, die in der
Neuzeit zu wichtigen technischen Synthesen wurden.
Schwarzpulver war in der neueren Geschichte der Menschheit jahrhundertelang der alleinige
Schieß- und Sprengstoff - ein Super-Konzentrat chemischer Energie, die durch eine
singuläre, im natürlichen Geschehen nicht mögliche, von Menschenhand ausgelöste
Reaktionsfolge in Freiheit gesetzt wird. Wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn es diese
nicht gegeben hätte? Die "richtige" Lage eines Punkts in einem Dreieck bestimmte den
Verlauf der Geschichte eines halben Jahrtausends!
Ich hoffe die Frage beantwortet zu haben *g*...
--
<--- X-Ray
ihr redet hier ueber schwarzpulver... ich habe gehoert das es ne ausbreitung
von ca.500m/s hat doch mein gemisch fackelt sehr langsam vor sich hin...
wie ist den das beste mischungsverhaeltniss ??? also ich kenne
salp. 75% Poeckelsalz
kohle 15% grillkohle
schwefel 15% gelb aus drogerie..
...doch das pulver ist nicht schwarz sondern eher grau
beziehen sich die % auf das gewicht ???
habe ich falsche materialien ??
muss man was beim mischen beachten...
okay ich bedanke mich fuer antwort.... jiM!
meines wissens von 300 - 500
> wie ist den das beste mischungsverhaeltniss ??? also ich kenne
> salp. 75% Poeckelsalz
es kann sein, daß du etwas KCl dadrin hast.
> kohle 15% grillkohle
> schwefel 15% gelb aus drogerie..
das kommt ganz auf den verwendungszweck an. sprengpulver hat eine andere
zusammensetzung als schießpulver...
> ...doch das pulver ist nicht schwarz sondern eher grau
hast du es mit wasser vermischt, und gut gemischt? ist die kohle fein
genug?
By(e) Timm!
Grillkohle?
Das Zeug ist nicht das beste. Erstens ist meist viel unverbranntes
oder schlicht Dreck drin und zweitens ist Grillkohle nicht sehr
grobporig und weich. Mein Geheimtip (kein Geheimnis, wenn man
rec.pyrotechnics ab und zu liest): Weidenholzkohle. Ich habe hier
einen ganzen Eimer stehen (selbstgemacht) und das Zeug ist wirklich
sehr grobporig und vorallem sehr weich. Ich schätze mal, das wenn man
1 liter Weidenholzkohle und 1 liter Grillkohle vergleicht, die
Grillkohle doppelt soviel wiegt => relativ schwer und kompaktes
Grillkohlematerial.
Sehr wichtig ist auch das SEHR feine Mahlen der Komponenten. Mörser
ist fast schon zu grobkörnig.
> schwefel 15% gelb aus drogerie..
> ...doch das pulver ist nicht schwarz sondern eher grau
> beziehen sich die % auf das gewicht ???
grau ist genau richtig
> habe ich falsche materialien ??
siehe oben
> > ihr redet hier ueber schwarzpulver... ich habe gehoert das es ne ausbreit
> > von ca.500m/s hat doch mein gemisch fackelt sehr langsam vor sich hin...
>
> meines wissens von 300 - 500
>
> > wie ist den das beste mischungsverhaeltniss ??? also ich kenne
> > salp. 75% Poeckelsalz
> es kann sein, daß du etwas KCl dadrin hast.
>
> > kohle 15% grillkohle
> > schwefel 15% gelb aus drogerie..
> das kommt ganz auf den verwendungszweck an. sprengpulver hat eine andere
> zusammensetzung als schießpulver...
>
> > ...doch das pulver ist nicht schwarz sondern eher grau
> hast du es mit wasser vermischt, und gut gemischt? ist die kohle fein
> genug?
>
> By(e) Timm!
>
>
du sagst das sprengpulver und schie_pulver eine andere zusammensetzung hat
aber doch der gleiche inhalt oder..??? hmmm leider kenne ich mich mit der
chemie nicht so gut aus .... deshalb was meinst du damit das in meinem
poeckelsalz KCl drin sei...??
hmmm.. und yum dritten nee mit wasser vermischt nicht, gut gemischt denke
schon fein genug auch .... aber mit wasser ?????? mhhh... wuste ich nicht..
aber schreibe mir bitte zurueck ist interessant..... thx.... jiM!
> J...@nostrum9.prometheus.de wrote:
> >
> > Reply auf flas...@tmb.in-berlin.de vom 27.06.1998
> >
> > > gerd-uwe...@stud.uni-rostock.de wrote:
> > >
> > > GUF> > Hallo,
> > > GUF> > wer kann mir sagen, weshalb man beim Schwarzpulver zu dem C / KNO
> > > GUF> > Gemisch noch Schwefel hinzufügt?
> > >
> > > GUF> Der Schwefel setzt die Entzuendungstemperatur herab.
> > >
> > > AHA:-)
> > >
> > >
> > ihr redet hier ueber schwarzpulver... ich habe gehoert das es ne ausbreit
> > von ca.500m/s hat doch mein gemisch fackelt sehr langsam vor sich hin...
> > wie ist den das beste mischungsverhaeltniss ??? also ich kenne
> > salp. 75% Poeckelsalz
> > kohle 15% grillkohle
>
> Grillkohle?
> Das Zeug ist nicht das beste. Erstens ist meist viel unverbranntes
> oder schlicht Dreck drin und zweitens ist Grillkohle nicht sehr
> grobporig und weich. Mein Geheimtip (kein Geheimnis, wenn man
> rec.pyrotechnics ab und zu liest): Weidenholzkohle. Ich habe hier
> einen ganzen Eimer stehen (selbstgemacht) und das Zeug ist wirklich
> sehr grobporig und vorallem sehr weich. Ich schätze mal, das wenn man
> 1 liter Weidenholzkohle und 1 liter Grillkohle vergleicht, die
> Grillkohle doppelt soviel wiegt => relativ schwer und kompaktes
> Grillkohlematerial.
> Sehr wichtig ist auch das SEHR feine Mahlen der Komponenten. Mörser
> ist fast schon zu grobkörnig.
WEIDENHOLZKOHLE ???? meinste du saegst dir beim bauern die pfaehle ab
und machst daraus kohle ??? Weidenholzkohle sagt mir nix...
wie meinste denn das..??
okay thx for reply jiM!
J> WEIDENHOLZKOHLE ???? meinste du saegst dir beim bauern die pfaehle ab
J> und machst daraus kohle ??? Weidenholzkohle sagt mir nix...
J> wie meinste denn das..??
Kurze Korrektur von meiner Seite:
Die besten Ergebnisse, und ich stütze mich auf Fachliteratur, erhält man
mit der Holzkohle vom Faulbaum!
Wie ichs schreib. Nimm Weidenholz und mach ein Lagerfeuer. Dann, wenn
alles schön durchgeglüht ist, Wasser drüber und die Kohle einsammeln.
Ich hab hier halt den Vorteil eines PRivatgrundstücks auf dem Weiden
in Hülle und Fülle wachsen, und wo ich auch Platz für ein Lagerfeuer
habe.
500m/s ist das Maximum! Schwarzp. im Stahlrohr m. 5cm durchm. und Sprengkapsel
mit Obtimaler Körnung und und und.... ( vom Stahlrohr rahte ich aber ab! )
Eine Mischung aus
71.79% KNO3
13.45% Schwefel
13.81 Holzkohle (normale Kohle mit ca. 2% K2(CO3)2 verfeinern - aber dann auch gut
Trocknen! )
Das K2(CO3)2 ist etwas Hydroskopisch - deshalb sollte man die Sache auf der Heizung oder
bei 60°C im Elektroofen trocknen und luftdicht aufbewahren. ( gasofen ist nicht
empfehlenswehrt! )
> wie ist den das beste mischungsverhaeltniss ??? also ich kenne
> > salp. 75% Poeckelsalz
> es kann sein, daß du etwas KCl dadrin hast.
> > kohle 15% grillkohle
Da kann der Fehler liegen: Gute, spezielle Kohle die man f. Schwarzp. verwendet
hat einen sehr geringen Anteil an Wasser und mehr K2(CO3)2. Was aber wohl
kaum bei Grillkohle zutrifft. Weidenkohle oder so was geht auch - da ist oft
die Rede rüber bei rec.pyrotechnics
P.S. ist oft ein Anfängerfehler: Die Prozente beziehen sich auf das Gewicht und
nich auf das Volumen! ;-)
--
<--- X-Ray
> du sagst das sprengpulver und schie_pulver eine andere zusammensetzung hat
> aber doch der gleiche inhalt oder..??? hmmm leider kenne ich mich mit der
Also kommt ganz auf die Mischung an - Timm meinte das Pulver dass man zum
Sprengen von Gesteinen beuzt die nur in Bocken gebraucht werden und nicht
als Schotter ;-)
Sprengpulver besteht so aus ca. 65% Salpeter - die anderen Zutaten variieren
je nach Art; z.B. ( KNO3, S, Holzkohle)
deutsches 66 12,5 21,5
französisches 65 20 15
russisches 66,8 16,6 16,6
> chemie nicht so gut aus .... deshalb was meinst du damit das in meinem
> poeckelsalz KCl drin sei...??
Meistens enthält Pökelsalz nur kleine Mengen von KNO3 - ich glaube es
sollten sich ca. 30g / 100ml Wasser @ 100°C lösen?
> hmmm.. und yum dritten nee mit wasser vermischt nicht, gut gemischt denke
> schon fein genug auch .... aber mit wasser ?????? mhhh... wuste ich nicht..
Damit das Salpeter sich löst und dann in die Poren der Holzkohle eindringt.
Natürlich sollte man es danach auch Trocknen. ;-)
--
<--- X-Ray
>
> > hmmm.. und yum dritten nee mit wasser vermischt nicht, gut gemischt denke
> > schon fein genug auch .... aber mit wasser ?????? mhhh... wuste ich nicht..
>
> Damit das Salpeter sich löst und dann in die Poren der Holzkohle eindringt.
> Natürlich sollte man es danach auch Trocknen. ;-)
>
Hallo, X-Ray!
Bitte mach nicht die Not der armen Freizeitagenten zur Tugend. Das von
Dir geschilderte Verfahren sollte nur unter extremen Umständen das bei
Zeitproblemen fehlende Feinmahlen erleichtern.
Du kannst etwas Wasser zusetzen zum Kneten des Stoffes. Meist macht man
das erst nach dem innigen Vormischen. Aber auf keinen Fall soviel, daß
Du anschließend "Einkochen" mußt. Wenn ich sowas mal amtlichen Stellen
vormachen würde, wäre ich sofort alle Lizenzen los und würde stattdessen
ins Heim für durchgedrehte Genies eingeliefert.
Grüß Dich, und strahl mal schön X!
Fritzchen
Wirtschaftlicher: Besorg Dir einen schönen alten gußeisernen Kochtopf
mit Deckel (und Loch drin!), gib das Zeug rein und heize das in einem
Schmiedefeuer gut an (oder in einem anderen Feuer).
Loch zumachen, abkühlen lassen!
Fast kein Aschenverlust.
Geht übrigens auch mit anderen Materialien, nur feuerfest müssen sie
sein und Sauerstoff abhalten. Das Loch ist gegen Platzen!
Fritzchen
Falsch!
Die nun allerallerbesten Ergebnisse gibt's bei der Verwendung von Flechten
und Moosen, geerntet auf Island von 15.3 bis 31.6 jeden Jahres
:)))
und ich stütze mich dabei auf mich (ächz)
So, Kinder, dann spielt man schön,
ich bin die nächsten 14 Tage im Schwarzwald, Dynamitfischen im
Schluchsee....
X- Ray, kann's loslegen.
Tschau
Marcus
>
>
> J...@nostrum9.prometheus.de wrote:
>
> J> WEIDENHOLZKOHLE ???? meinste du saegst dir beim bauern die pfaehle ab
> J> und machst daraus kohle ??? Weidenholzkohle sagt mir nix...
> J> wie meinste denn das..??
>
> Kurze Korrektur von meiner Seite:
>
> Die besten Ergebnisse, und ich stütze mich auf Fachliteratur, erhält man
> mit der Holzkohle vom Faulbaum!
>
>
>
Okay und du gibst mir eine neue frage auf.... FAULBAUM sag wie komme ich an
diesen faulbaum bzw. an die Kohle ??
wie siehts denn mit Steinkohle aus die finde ich am Rhein on mass...
okay thx for reply..... jiM!
Ne - bloß nicht! Das Zeug enthalt fast nur CxHx usw...
Worauf es ankommt ist der ( moglichst niedrige ) Wassergehalt, der K2(CO3)2 -gehalt
und der Gehalt von C - der glaub ich bei Holzkohle molekular anders angeordnet
ist als bei Graphit oder Ruß. Wenn man das Zeug noch in einer KNO3-Lösung behandeln
will ( am besten kochen ) sollte das Holz auch große Poren haben. Am besten
man mörst die Zutaten noch miteinander, weil dass KNO3 dann in den Schwefel
gedrückt wird - wenn das dir zu gefährlich ist, kannstes vorm Mörsen mit
nen paar Tropfen Wasser anfeuchten.
--
<--- X-Ray
>Bitte mach nicht die Not der armen Freizeitagenten zur Tugend. Das von
>Dir geschilderte Verfahren sollte nur unter extremen Umständen das bei
>Zeitproblemen fehlende Feinmahlen erleichtern.
Na gut - solange man sich beim Verfahren nicht in unnötige gefahr begiebt.
Aber ich glaube du stimmst mir zu, wenn ich behaupte, dass es besser sei
obwohl dessen, dass man alles zusammen mörst oder in die Kugelmühle steckt,
dann zusätzlich die Holzkohle mit einer KNO3-Lösung zu behandeln - oder? :-)
--
<--- X-Ray
> >Bitte mach nicht die Not der armen Freizeitagenten zur Tugend. Das von
> >Dir geschilderte Verfahren sollte nur unter extremen Umständen das bei
> >Zeitproblemen fehlende Feinmahlen erleichtern.
>
> Na gut - solange man sich beim Verfahren nicht in unnötige gefahr begiebt.
> Aber ich glaube du stimmst mir zu, wenn ich behaupte, dass es besser sei
> obwohl dessen, dass man alles zusammen mörst oder in die Kugelmühle steckt,
> dann zusätzlich die Holzkohle mit einer KNO3-Lösung zu behandeln - oder? :-)
Tut mir leid, aber diesen Satz habe ich nicht ganz verstanden.
Den immer noch besten Vorgang habe ich vor einigen Monaten mal gepostet.
War viel Arbeit. Die Teile werden einzeln gemahlen, auf jeden Fall der
Salpeter separat, und dann erst gemischt. Jetzt darf natürlich keine
Kugelmühle mehr ran. Die Mischtrommel ist mit Leder augekleidet
(vielleicht heute künstliches Material) und man arbeitete mit Holzkugeln
zum Mischen.
Dann erst wurde angefeuchtet (5 %) und noch mal in Kollergängen
vermengt. Das sind riesige Stahlwalzen, die paarweise um eine Achse
kreisen. Auf Grund ihrer Breite wird das Material nicht nur gepreßt,
sondern durch die an sich unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten
zwischen Walze und Grundplatte kommt es zu einem innigsten Zerreiben und
Vermengen.
Die dabei immer trockener werdende Masse wird dann nur noch zu Kuchen
gepreßt und mit Holzschlegeln zerdeppert, gesiebt und nachgetrocknet.
Manchmal mit Graphit poliert.
Bei der CIA-Methode wird das harte Salz aufgelöst, weil man die Probleme
des Mahlens für den kleinen Hobbychemiker fürchtete. Wenn man sich in
Grenzen hält, so daß man nicht "Einkochen" muß, ist das durchaus
möglich. Da die Methode 327 x abgewschrieben wurde, haben sich hier die
Grenzen weit verschoben. Und der, der zum ersten mal die Flüssigkeit in
großer Menge ins Spiel gebracht hat, liest ein noch späteres Elaborat
und sieht sich damit bestätigt!
Ich würde zum Trocknen des Papps einen Exsikkator unter Vakuum
verwenden. Sowas gehört zur haushaltsüblichen Kücheneinrichtung! Seit
meine Frau damit die tollsten Trockenpräparate herstellen kann, glaubt
sie es auch. Das gleiche gilt für Destillationsanlagen u.s.w.
Beim Mischen eines zu weichen Breies kann es gelegentlich zum Entmischen
kommen, was bei der Kollergangmethode nicht passiert.
Vor dem Einkochen würde es mir grausen! Andererseits - natürliche
Auslese ist auch gut!
Ganz im Ernst: Wann macht´s ihr Burschen endlich mal Euren
Schwarzpulverschein? Oder seid Ihr noch zu jung?
Fritzchen
PS: Jetzt schalte ich mal um auf "8-bit zulassen". Mal schaun, ob´s
meinen Umlauten nützt!
Jetzt geht es viel besser. Nun sind alle Buchstaben
richtig uebersetzt.
Ich werde spaeter ueber ihren Schwarzpulvermethoden
kommentieren. Es scheint wie Sie guten Erfolg gehabt
haben.
-----------------------------------------------------
Andersrum, Weidenholzkohle enthält viel Kohlenwasserstoffe, und das
ist auch erwünscht, denn es setzt die Zündtemperatur herab. Außerdem
ist Weidenholzkohle sehr weich und porig.
Steinkohle dagegen enthält wenige Kohlenwasserstöffchen und dafür mehr
C. Deshalb nimmt man Holzkohle.
BTW: Es stimmt, besser iss die Holzkohle vom Faulbaum, aber wo wächst
der schon hier in Germany. Weiden dagegen findet man an fast jedem
Bachlauf. Wenn ihr nicht wisst, wie sie aussehen, nehmt ein
Bestimmungsbuch mit oder fragt den Bio-Lehrer (gibt dann gleich ne
bessere mündliche Note wegen schleimen).
B> >Die besten Ergebnisse, und ich stütze mich auf Fachliteratur, erhält man
B> >mit der Holzkohle vom Faulbaum!
B> Falsch!
Achso?
B> Die nun allerallerbesten Ergebnisse gibt's bei der Verwendung von Flechten
B> und Moosen, geerntet auf Island von 15.3 bis 31.6 jeden Jahres
B> :)))
Hmm, mit dieser wohl mehr unqualifizierten Bemerkung kann man recht wenig
zu einer fachlichen Disskusion beitragen!
B> So, Kinder, dann spielt man schön,
B> ich bin die nächsten 14 Tage im Schwarzwald, Dynamitfischen im
B> Schluchsee....
Na dann viel Spass!
J> Okay und du gibst mir eine neue frage auf.... FAULBAUM sag wie komme ich
J> an diesen faulbaum bzw. an die Kohle ??
Diese spezielle Arte von Holzkohle scheint gerade in good olg Germany
schwer erhältlich zu sein.
Ich weiß zugegebenermaßen jetzt nicht, wo sie erhältlich ist:-))
Ich wollte bloß darauf hinweisen, daß man die schon seit Jahrhunderten
(smile) verwendet, jednefalls stehts so in dem Ur-Rezept für Schwarz-
pulver....
J> wie siehts denn mit Steinkohle aus die finde ich am Rhein on mass...
Steinkohle....hmmm...wohl ehr weniger:-) Der Unterschied zwischen
frischer weicher Holzkohle, und steinharter, Millionen-Jahre alter
Steinkohle dürfte doch frappierend sein:-))
Semper fidelis!
--
Disclaimer: Der Umgang mit Explosivkörpern der Stufen T2, T3 und T4
ist natürlich nur Inhabern von Befähigungsscheinen nach
20 Sprengstoffgesetz erlaubt. Das Bauen eigener pyro-
technischer Sätze ist strikt verboten! Alles gesagte ist
rein theoretisch und in jedem besseren Chemie- und Physik-
buch, bzw. dem Internet, frei nachzulesen (gem. Artikel 5
1-3 Grundgesetz). Ich bin nicht haftbar für Schäden, die
andere Personen durch unsachgemäßen und unerlaubten Gebrauch
verursachen!
Heißt es nicht auch dass Grasskohle gut für Schwarzp. ist?
--
<--- X-Ray
temmt des öfteren vor - selbst mein Mathelehrer hatte bei der 6ten oder 7ten
Wurzel aufgegeben, da ich die Gesamte aufgabenstellung in einem Schritt
aufgeschrieben hatte :-))
Also - dann kurz und bündig:
Holzkohle in KNO3-Lösung behandeln - KNO3 und S feucht mörsen ---> Alle Zutaten
anschließend zusammen vermängen.
> Den immer noch besten Vorgang habe ich vor einigen Monaten mal gepostet.
> War viel Arbeit. Die Teile werden einzeln gemahlen, auf jeden Fall der
> Salpeter separat, und dann erst gemischt. Jetzt darf natürlich keine
(............)
> meine Frau damit die tollsten Trockenpräparate herstellen kann, glaubt
> sie es auch. Das gleiche gilt für Destillationsanlagen u.s.w.
Irgendjemand hat doch behauptet, dass es nachweislich am besten sei wenn man
Salpeter und Schwefel zusammen malen würde - denn wie angeblich Microskop-
aufnahmen zeigen drücken sich die Harten KNO3-Kristalle in die weichen Schwefel-
kristalle was eine bessere Performance erzeugt... Wenn man dann dazu noch die
Holzkohle mit K2(CO)2 und KNO3-Lösung behandelt dürfte das eine enorme performance-
steigerung bringen ( denke ich jedenfalls ).
> Vor dem Einkochen würde es mir grausen! Andererseits - natürliche
> Auslese ist auch gut!
Wieso? Schwarzpulver entzündet sich nur total trocken - also wenn es ein
bisschen anbrennt ist da immernoch jede Menge Feuchtigkeit - und wenn
es anbrennt klebts wie Betong auf der Pfanne! Wer brav umrührt merkt das
natürlich - es wird eine merkwürdig plastische Masse die beim Umrühren
sofort an stellen wo das Wasser verdunstet dann sich grau färbt ( durch den
KNO3 der sich absetzt )
Man sollte halt, wenn es so ein zäh plastischer Brei ist, ihn auf die Heizung
legen aber auf keinem Fall länger auf dem Herd lassen.
Was ich aber anfangs meinte ist, dass man anfangs in einer 25% KNO3-Lösung
das Holzkohlepulver ca 10min gut durch kocht und dann das Abgesetzte Pulver
feucht mit dem KNO3/Schwefelgemisch sehr gut und innig vermischt. Somit
besteht keine gefahr - vorausgesetzt man befeuchtet das KNO3/S vorm Mörsen
leicht
Mit soviel fleiß und liebe kann aber keine massenproducktion das herstellen.
Soviel zur edlen Küche der Pyrotechnik. ;-))
> Ganz im Ernst: Wann macht´s ihr Burschen endlich mal Euren
> Schwarzpulverschein?
Da würd ich doch glatt durchfallen - wegen unsachlicher Handhabung ;-)
> Oder seid Ihr noch zu jung?
Das auch - ich bin leider @2§%&=" nur 15 Jahre alt. :-( Aber nach dem
Sommerferien bin ich wenigstens ein Jahr näher an den 18 :-)
( wer das wohl kapiert hat ?-) )
--
<--- X-Ray
> chemie nicht so gut aus .... deshalb was meinst du damit das in meinem
> poeckelsalz KCl drin sei...??
es kann sein, daß die hersteller zu dem eigentlichen kno3 etwas kcl
zugemischt haben. kcl eignet sich nähmlich genausogut zum pökeln, wie
kno3. allerdings scheint es billiger zu sein. so machen die hinter dem
rücken noch mahr gewinn.
> hmmm.. und yum dritten nee mit wasser vermischt nicht, gut gemischt denke
> schon fein genug auch .... aber mit wasser ?????? mhhh... wuste ich nicht..
beim trocknen kristallisiert das kno3 in der holzkohle aus, und so wir
es noch besser vermischt. bringt meines wissens ca5% in der leistung.
> aber schreibe mir bitte zurueck ist interessant..... thx.... jiM!
schon passiert.
By(e) Timm!
> X-Ray wrote:
> >
> > > wie siehts denn mit Steinkohle aus die finde ich am Rhein on mass...
> > > okay thx for reply..... jiM!
> >
> > Ne - bloß nicht! Das Zeug enthalt fast nur CxHx usw...
>
> Andersrum, Weidenholzkohle enthält viel Kohlenwasserstoffe, und das
> ist auch erwünscht, denn es setzt die Zündtemperatur herab. Außerdem
> ist Weidenholzkohle sehr weich und porig.
> Steinkohle dagegen enthält wenige Kohlenwasserstöffchen und dafür mehr
> C. Deshalb nimmt man Holzkohle.
> BTW: Es stimmt, besser iss die Holzkohle vom Faulbaum, aber wo wächst
> der schon hier in Germany. Weiden dagegen findet man an fast jedem
> Bachlauf. Wenn ihr nicht wisst, wie sie aussehen, nehmt ein
> Bestimmungsbuch mit oder fragt den Bio-Lehrer (gibt dann gleich ne
> bessere mündliche Note wegen schleimen).
>
> > Worauf es ankommt ist der ( moglichst niedrige ) Wassergehalt, der K2(CO3)
> > und der Gehalt von C - der glaub ich bei Holzkohle molekular anders angeor
> > ist als bei Graphit oder Ruß. Wenn man das Zeug noch in einer KNO3-Lösung
> > will ( am besten kochen ) sollte das Holz auch große Poren haben. Am beste
> > man mörst die Zutaten noch miteinander, weil dass KNO3 dann in den Schwefe
> > gedrückt wird - wenn das dir zu gefährlich ist, kannstes vorm Mörsen mit
> > nen paar Tropfen Wasser anfeuchten.
> >
> > --
> > <--- X-Ray
>
>
also da ich am Rhein wohne bin ich auch oefter unten am wasser und dort
findet man in massen Steinkohle ( ich denke das die vom schiff gefallen ist )
naja was ist denn mit dieser kohle ist die verwendbarer...???
also ich gehe davon aus das Grillkohle oder Briketts oder auch andere kohle
die im handel angedreht wird dafuer nutzlos ist !!
hmmm wie siehts das denn mit kiefern aus ?? davon stehen hier einige rum .
hehe....fuer wie lange nur !! hehehe.....
f> > Diese spezielle Arte von Holzkohle scheint gerade in good olg Germany
f> > schwer erhältlich zu sein.
f> > Ich weiß zugegebenermaßen jetzt nicht, wo sie erhältlich ist:-))
f> Heißt es nicht auch dass Grasskohle gut für Schwarzp. ist?
Keine Ahnung, da ich nichteinmal weiß, was Grasskohle ist:-))
>
> Also - dann kurz und bündig:
> Holzkohle in KNO3-Lösung behandeln
Vergiß das, bringt nix!
>
> Irgendjemand hat doch behauptet, dass es nachweislich am besten sei wenn man
> Salpeter und Schwefel zusammen malen würde - denn wie angeblich Microskop-
> aufnahmen zeigen drücken sich die Harten KNO3-Kristalle in die weichen Schwefel-
> kristalle was eine bessere Performance erzeugt...
Könnte noch von mir stammen; muß aber nicht sein. Wahrheiten sind
allgemein bekannt.
> Wenn man dann dazu noch die Holzkohle mit K2(CO)2 und KNO3-Lösung behandelt dürfte das > eine enorme performancesteigerung bringen ( denke ich jedenfalls ).
Nöö! siehe später!
> > Vor dem Einkochen würde es mir grausen! Andererseits - natürliche
> > Auslese ist auch gut!
>
> Wieso? Schwarzpulver entzündet sich nur total trocken - also wenn es ein
> bisschen anbrennt ist da immernoch jede Menge Feuchtigkeit - und wenn
> es anbrennt klebts wie Betong auf der Pfanne!
Dort wo es anbrennt, reicht es bei genügendet Temperatur zum Zünden.
Wenn Du die Temperatur nicht wegbringst, z.B. durch ausreichend Rühren,
kannst Du auch mal Pech haben.
Natürlich: Die, die Pech hatten, erzählen oft nichts mehr darüber. Es
ist wie im Krieg: Man lernt immer nur die Überlebenden kennen.
> Wer brav umrührt merkt das natürlich - es wird eine merkwürdig plastische Masse die > beim Umrühren sofort an Stellen, wo das Wasser verdunstet, dann sich grau färbt ( > > > durch den KNO3 der sich absetzt )
> Man sollte halt, wenn es so ein zäh plastischer Brei ist, ihn auf die Heizung
> legen aber auf keinem Fall länger auf dem Herd lassen.
Na ja, hier wirst Du schon ein bißchen nachdenklich. Immerhin!
> Was ich aber anfangs meinte ist, dass man anfangs in einer 25% KNO3-Lösung
> das Holzkohlepulver ca 10min gut durch kocht und dann das Abgesetzte Pulver
> feucht mit dem KNO3/Schwefelgemisch sehr gut und innig vermischt. Somit
> besteht keine gefahr - vorausgesetzt man befeuchtet das KNO3/S vorm Mörsen
> leicht
Verbessere mich, wenn ich mich jetzt irre:
Du glaubst also, daß das Holzkohlenpulver sozusagen das Nitrat aus
Deiner Lösung herausholt, und das, was Du dekantierst und verwirfst, ist
nur eine nitratarme Lösung?
Die Nitrathaltigkeit Deiner Lösung wird immer noch sehr hoch sein. Du
schüttest also Salpeterwasser weg!
> Mit soviel fleiß und liebe kann aber keine massenproducktion das herstellen.
Bist Du schon mal mit der Massenherstellung in Berührung gekommen? Ich
sehr oft; das gehört zu meiner Forschungstätigkeit! Vergiß Deinen
letzten Satz ganz, ganz schnell! Über Fleiß und Liebe hingegen will ich
Dir nicht dreinreden. Das glaube ich Dir. Ich glaube nur, daß dem
aufwendigen Versuch das Spitzenergebnis versagt bleiben wird.
Keine Wasserproduktion kommt an das echte Schwarzpulver heran.
Vorschlag: Geh doch mal zu einem Schwarzpulverschützen (mögliche
Kontakte über de.alt.technik.waffen) und bitte ihn, Dein Pulver mit
seinem gekauften Pulver zu vergleichen, nach Möglichkeit noch mit dem
Schweizer Pulver. Er kann Deines unbedenklich in seine wertvolle Knarre
laden, gebe ich ihm mein Wort drauf. Wenn er über keinen
Geschwindigkeitsmesser verfügt, kann er auch die Eindringtiefe in
weiches Holz messen. Du wirst Dein blaues Wunder erleben! Dann weißt Du
erst, was Schwarzpulver ist!
Ich bin halt nun mal gute 40 Jahre älter als Du (ist kein Verdienst, ich
weiß), und die Probleme und Überlegungen, die Du hast, habe ich in
ähnlicher Form hinter mir. Ich hatte einige Male Glück, sonst könnte ich
nicht mehr davon reden. Bekannte von mir hatten weniger Glück, darunter
auch ausgebildete Fachleute. Muß denn jeder den gleichen Scheiß immer
wieder machen?
Ich habe auch schon x-mal über die Notwendigkeit einer guten Mühle
geschrieben. Es ist doch wirklich kein Problem, eine Kugelmühle zu
bauen. Jeder Besitzer eines Märklin Metallbaukastens könnte das sogar
ohne weiteren Zusatz. Die kann dann mit einem Akku oder Batterie
stundenlang vor sich hinbrummeln. Und weit und breit muß kein Mensch
stehen, der vielleicht gefährdet werden könnte.
> Das auch - ich bin leider @2§%&=" nur 15 Jahre alt. :-( Aber nach dem
> Sommerferien bin ich wenigstens ein Jahr näher an den 18 :-)
> ( wer das wohl kapiert hat ?-) )
Aber in einen Verein kannst Du gehen, wo man Schwarzpulver schießt. Die
andern laden für Dich einen Puffer! Eine Luntenflinte oder ein
Steinschloßpistole solltest Du Dir auch unter 18 leisten können, welche
von den meisten waffenrechtlichen Bestimmungen freigestellt sind. Dann
kommst Du in Berührung mit echtem Schwarzpulver und wirst anders darüber
denken.
Grüß Dich, und laß schön strahlen!
Fritzchen
Da sich viele wichtig machen, wird auch das gesagt. Andere verwenden
Baumwollekohle, Retortenkohle, sogar Ruß ist angesagt.
Graskohle entsteht, wenn Du Heu in einen Eisentopf gibst, Deckel mit
Loch drauf, möglichst mit CO2 durchpusten (damit nichts brennt) und das
Zeug auf Deinen Grill stellst. Dann verkohlt es und Du hast "Heukohle"
(schon wieder ´ne Erfindung).
Obwohl es billiger wäre, macht es die Industrie nicht. Wird schon seinen
Grund haben! Wenn man mit diesen Leuten vorsichtig darüber spricht,
verziehen die angewidert das Gesicht.
Gruß
Fritzchen
> >
> > > Worauf es ankommt ist der ( moglichst niedrige ) Wassergehalt, der K2(CO3)
> > > und der Gehalt von C - der glaub ich bei Holzkohle molekular anders angeor
> > > ist als bei Graphit oder Ruß. Wenn man das Zeug noch in einer KNO3-Lösung
> > > will ( am besten kochen ) sollte das Holz auch große Poren haben. Am beste
> > > man mörst die Zutaten noch miteinander, weil dass KNO3 dann in den Schwefe
> > > gedrückt wird - wenn das dir zu gefährlich ist, kannstes vorm Mörsen mit
> > > nen paar Tropfen Wasser anfeuchten.
Sind noch´n paar andere Faktoren wichtig, ist aber keine
Geheimwissenschaft. Werde vielleich bald meine Fingertastatur anwerfen
und mühsam eintippen.
> >
>
> also da ich am Rhein wohne bin ich auch oefter unten am wasser und dort
> findet man in massen Steinkohle ( ich denke das die vom schiff gefallen ist )
> naja was ist denn mit dieser kohle ist die verwendbarer...???
Nöööö!
> also ich gehe davon aus das Grillkohle oder Briketts oder auch andere kohle
> die im handel angedreht wird dafuer nutzlos ist !!
Evtl. noch die Grillholzkohle, Für unsere Spezialisten reicht das dicke!
> hmmm wie siehts das denn mit kiefern aus ?? davon stehen hier einige rum .
> hehe....fuer wie lange nur !! hehehe.....
Faulbaum kommt auch in Deutschland vor, nur kennt ihn keiner. Unterholz
in Laubwäldern, für den Waldbauern nutzlos.
Nimm Erlenholz; das kennst´te!
Fritzchen
Eine der wichtigsten Faktoren für ein gutes Schwarzpulver ist die
Holzkohle. Viele Geheimnisse wurden darum gemacht; auch heute noch
schweigt die Industrie über ihre letzten Feinheiten wie ein Grab. Da wir
aber die modernen Methoden sowieso nicht nachmachen können, genügt uns
das Wissen der 30er bis 40er Jahre.
Grundregel 1: Es muß Holzkohle sein.
Grundregel 2: Je weniger wertvoll das Holz als Brenn- oder Baustoff,
desto besser.
(Diese letzte Regel ist eine "ungefähr"-Regel)
Grundregel 3: Möglichst harzarm.
Leider ist Holzkohle nicht gleich Holzkohle. Wir brauchen eine
aschenarme, leicht mahlbare Holzkohle mit niedriger
Entzündungstemperatur. Je röter die Kohle, desto besser. Schwarzkohle
braucht eine zu hohe Temperatur zum Zünden. Je höher die beim Verkohlen
verwendete Temperatur war, umso höher ist der Schwarzkohleanteil. Wir
merken schon: Jetzt wirds spannend und ohne Thermometer geht sich fei
gar nix!
Als erstes braucht man natürlich das Holz. Waldläufer und Pfadfinder
finden auch den Faulbaum. Der Förster hat nix dagegen, wenn er geklaut
wird. Die andern, die mit der Träne im Knopfloch, nehmen Erle. Ist fast
genauso gut - und bei Eurer Mischmethode ....
Dass Holz wird geschält. Sauber! Dicke Äste sind weniger geeignet.
Mittlere Zweige, so 2 bis 4 cm Durchmesser, sind richtig, dickere sollte
man spalten. Allerdings: In der Not frißt der Teufel auch Fliegenersatz!
Aber bitte - schälen (nicht die Fliegen)!
Jetzt kommt die Kur für die Ungeduldigen. Im Freien aufschichten, so daß
Wasser, Sonne, Wind und Kälte rankommen. Das Holz soll tüchtig
verwittern, damit die Nichtzellulose zerstört wird. Das ist wichtig.
Solcherarts erhaltene Kohle wird auch weniger Feuchtigkeit aufnehmen und
ist leichter entzündlich.
Nach dieser langen Zeit (unser Vorfahren warteten notfalls Jahre!) ist
das Holz vom wirtschaftlichen Standpunkt absolut wertlos. Für uns jedoch
ist es ein Wertstoff!
Wir brauchen einen geschlossenen Behälter, intelligenterweise aus Stahl
mit Deckel und Loch drin. Ein Verschluß, ggf. aus darübergebundenem
Draht, ist empfehlenswert. Dahinein geben wir unser Altholz. Am Boden
sollte ein Rost sein, durch den ungewollte Produkte wie z.B. Teer unten
abfließen und nichts verunreinigen können. Durch das Loch blasen wir
etwas Stickstoff oder CO2 (Schutzgasschweißgerät!). Ohne geht es auch,
enthält halt später etwas Asche, die man vor dem Mahlen wegpusten muß.
Dann wird der Behälter erhitzt, z.B. auf einem Grill oder einer
Gasflamme. Erst stinkt es, dann raucht es, ab 250 Grad beginnt die
Verkohlung (speziell beim Faulbaum, bei anderem Weichholz ist es aber
ähnlich, Hartholz wie Buche ist hier ungeeignet und wird nur für
Sprengpulver verwendet).
Ab jetzt sollte man durch das Loch die Temperatur messen. Die beste
Verkohlungstemperatur liegt bei 260 - 270 Grad. Über 350 Grad beginnt
die erhöhte Bildung von Schwarzkohle mit zu hohen Zündtemperaturen (bis
über 800 Grad - grauenhaft!). Wie lange man glüht, hängt von den
verschiedensten Bedingungen ab, auch von der Menge natürlich, und ist
auf jeden Fall ausschließlich Erfahrungssache. Lieber zu lange, aber
niemals zu hoch! Gehen wir mal von mehreren Stunden bei niedriger
Temperatur aus. Hohe Temperaturen sind viel schneller, aber siehe die
Tabelle darunter! Zwischenzeitlich wird immer die Temperatur im
Holzzentrum gemessen. Durch den Rost kommt das Holz nicht unmittelbar
mit der Heizquelle in näheren Kontakt. Industriell legte man das Holz in
Drahtkörben in die Graugußretorte, so daß es auch die äußere Wandung
nicht berührte. Später verwendete man auch Heißdampf, direkt auf das
Holz (Geht schneller, schädliche Produkte wurden mit weggepustet,
Temperatur leicht kontrollierbar). Wer hat das schon in der Küche!
Kurztabelle:
Kohlungstemperatur Entzündungstemperatur in Grad
250-260 370
350 400
440 600
1000 800 (Tabelle nach Stettbacher)
Nach dem Glühen machen wir den Deckel noch nicht auf, sondern lassen
unbedingt auf Raumtemperatur abkühlen, bevor wir nachsehen. Durch das
Glühen haben wir nämlich eine sehr aktive Kohle erhalten, die sich an
der Oberfläche auch im leidlich heißen Zustand unter weiterer
Temperaturerhöhung von allein mit Sauerstoff verbinden würde (siehe
Aktivkohleprinzip) und so weiter ...
Wir überprüfen unser Ergebnis auf Schwarz und Rot, damit es beim
nächsten Mal besser wird (ich rede jetzt nicht von der Politik!) und
beginnen damit, den Stoff zu zermahlen. In der Industrie lagert man
allerdings etwa 2 - 3 Wochen zwischen. Wird schon einen Grund haben,
denn Lagern kostet ja Geld! Wer eine Kugelmühle zum Feinmahlen
verwendet, sollte die groben Brocken zunächst durch eine Kaffeemühle
schicken. Spart später in der Kugelmühle massig Zeit, und die Kugeln
können kleiner sein.
Hilfe zur Erkennung: Gute Rotkohle löst sich völlig in Kalilauge und
brennt mit blauer, kaum gelblicher Flamme. Bruch ohne Splitterung,
stumpfe Ecken, viele Quer-, aber keine Längsrisse.
Tscha´, det war nu alles!
PS: Nur Schwefel und Kohle können zusammen gemahlen werden, niemals
Salpeter. Übrigens gab es auch Sprengpulver ohne Schwefel.
Grüße
Fritzchen
500m/s bei richtiger Körnung, richtiger Verdämmung und Initialzündung. Ansonsten
kommts garantiert nicht hin!
> wie ist den das beste mischungsverhaeltniss ??? also ich kenne
> salp. 75% Poeckelsalz
Pökelsalz ist nicht immer ideal - in der Drogerie haben sie eigentlich immer Salpeter
(Kalium-
nitrat) zum anrühren von Farbe.
> kohle 15% grillkohle
Über die Kohle haben wir ja alles gesagt.
> schwefel 15% gelb aus drogerie..
Bessere Mischung:
71.79% Kaliumnitrat
13.45% Schwefel
13.81% Charcoal
0.95% Dextrin ( Bindemittel - wird eigentlich nicht benötigt! )
> ...doch das pulver ist nicht schwarz sondern eher grau
> beziehen sich die % auf das gewicht ???
Die % beziehen sich bei der Chemie (fast) immer auf das Gewicht - so auch beim
Schwarzpulver.
> habe ich falsche materialien ??
Naja - es müßte schon für ein brauchbares Pulver reichen.
> muss man was beim mischen beachten...
Vorallem die Holzkohle und das KNO3 müssen auf "Make-Up" feinheit gemalen sein! Man kann
das durch reiben zwischen den Fingern überprüfen - es dürfen keinerlei Krümel zu spüren
sein.
--
<--- X-Ray
Hat da nicht jemand gerade behauptet dass diese Behandlung 5% performance
bringt!?
> > Wenn man dann dazu noch die Holzkohle mit K2(CO)2 und KNO3-Lösung behandelt dürfte
das > eine enorme performancesteigerung bringen ( denke ich jedenfalls ).
>
> Nöö! siehe später!
Ich hab nichts gesehen! Hab ich was übersehen?
> > Was ich aber anfangs meinte ist, dass man anfangs in einer 25% KNO3-Lösung
> > das Holzkohlepulver ca 10min gut durch kocht und dann das Abgesetzte Pulver
> > feucht mit dem KNO3/Schwefelgemisch sehr gut und innig vermischt. Somit
> > besteht keine gefahr - vorausgesetzt man befeuchtet das KNO3/S vorm Mörsen
> > leicht
>
> Verbessere mich, wenn ich mich jetzt irre:
> Du glaubst also, daß das Holzkohlenpulver sozusagen das Nitrat aus
> Deiner Lösung herausholt, und das, was Du dekantierst und verwirfst, ist
> nur eine nitratarme Lösung?
Quark! Wer hat das behauptet? Lediglich ein kleiner Anteil von KNO3 dürfte in
die Poren des Holzes gezogen sein.
> Die Nitrathaltigkeit Deiner Lösung wird immer noch sehr hoch sein. Du
> schüttest also Salpeterwasser weg!
Wer hat was von wegschütten gesagt?
> Keine Wasserproduktion kommt an das echte Schwarzpulver heran.
> Vorschlag: Geh doch mal zu einem Schwarzpulverschützen (mögliche
> Kontakte über de.alt.technik.waffen) und bitte ihn, Dein Pulver mit
> seinem gekauften Pulver zu vergleichen, nach Möglichkeit noch mit dem
> Schweizer Pulver. Er kann Deines unbedenklich in seine wertvolle Knarre
> laden, gebe ich ihm mein Wort drauf. Wenn er über keinen
> Geschwindigkeitsmesser verfügt, kann er auch die Eindringtiefe in
> weiches Holz messen. Du wirst Dein blaues Wunder erleben! Dann weißt Du
> erst, was Schwarzpulver ist!
Hab mal nen Kern aus nem C-Treibsats gezündet - ja ich gebe zu dass kein
hausgemachtes, weder noch das aus Böller, solche abbrenngeschwindigkeit
hatte.
> Ich habe auch schon x-mal über die Notwendigkeit einer guten Mühle
> geschrieben. Es ist doch wirklich kein Problem, eine Kugelmühle zu
> bauen. Jeder Besitzer eines Märklin Metallbaukastens könnte das sogar
> ohne weiteren Zusatz. Die kann dann mit einem Akku oder Batterie
> stundenlang vor sich hinbrummeln. Und weit und breit muß kein Mensch
> stehen, der vielleicht gefährdet werden könnte.
Nunja - ne Kugelmühle ist mir zu umständlich, da ich sowieso meistens
nur 30-50g Schwarzpulver herstelle - und dass leider nur alle 1-3 Monate.
Ich komm halt so schwer an den Salpeter und die anderen Sachen.
> > Das auch - ich bin leider @2§%&=" nur 15 Jahre alt. :-( Aber nach dem
> > Sommerferien bin ich wenigstens ein Jahr näher an den 18 :-)
> > ( wer das wohl kapiert hat ?-) )
>
> Aber in einen Verein kannst Du gehen, wo man Schwarzpulver schießt. Die
> andern laden für Dich einen Puffer! Eine Luntenflinte oder ein
> Steinschloßpistole solltest Du Dir auch unter 18 leisten können, welche
> von den meisten waffenrechtlichen Bestimmungen freigestellt sind. Dann
> kommst Du in Berührung mit echtem Schwarzpulver und wirst anders darüber
> denken.
So'n Verein hats hier leider nicht in der Nähe.
Aber doch wohl nicht von der rein chemischen Seite-
C bleibt C
Marcus
B> >Steinkohle....hmmm...wohl ehr weniger:-) Der Unterschied zwischen
B> >frischer weicher Holzkohle, und steinharter, Millionen-Jahre alter
B> >Steinkohle dürfte doch frappierend sein:-))...
B> Aber doch wohl nicht von der rein chemischen Seite-
B> C bleibt C
Wenn so einfach wäre, könnte man sich auch einfach Graphit oder normalen
Kohlenstoff besorgen!
Es geht um zwei wichtigere Faktoren:
-Oberfläche der Kohle
-Entzündungstemperatur (mit Oberfläche, etc, verbunden)
Grüße, Andy
Schwarzpulver, das unbekannte Wesen.
Ich gewinne Schwarzpulver aus B罵lern, die trocken gelagert sind. Dabei
scheint es erhebliche Qualitaetsunterschiede zu geben, die wohl
fertigungsbedingt sind.
Mir war daran gelegen, Scwarzpulver als Ausgangsstoff f〉 eine recht hohe
Wвmeabgabe zu verarbeiten. dazu habe ich das Schwarzpulver durch ein Sieb
gesch》telt und anschlie疇nd in Strohhalme gef〕lt ( die breiten, wie sie
fuer Milchshakes Anwendung finden. Am Ende ein 3V Volt Gl”birnchen, 9 Volt
Blockbatterie oberes Ende mit Knete verschlossen und los..
Je nach Festigkeit des Stopfens neigt das Zeug zum sehr raschen Entzuenden,
man muss es fast explodieren nennen, oder zum zuegigen Abbrennen mit hei疇r
Flamme aber teilweise auch zum Fehlen einer Entzuendung oder sogar nur zum
teilweise abbrennen.
Die wo es gar nicht los ging koennen auch daran gelegen haben, dass der
Gluehfaden beim Einf〕len kaputt gegangen ist. Bei den anderen bin ich ratlos.
Meine Frage:
zerfaellt Schwarzpulver mit der Zeit ? Feuchtigkeit ausgeschlossen?
BURNING CHROME
>
> Meine Frage:
> zerfaellt Schwarzpulver mit der Zeit ? Feuchtigkeit ausgeschlossen?
>
Im Gegensatz zu rauchlosen Pulvern bei sorgfältiger Handhabung (trocken)
nicht. Ich habe schon mit über 300 Jahre altem Pulver geschossen.
F.Z.
Mit Charcoal ist nätürlich Holzkohle gemeint - habs ausversehen nicht übersetzt.
--
<--- X-Ray
>Ich habe schon mit über 300 Jahre altem Pulver geschossen.
Wo bekommt man 300 Jahre alt Schwarzpulver?
Ich kann nicht einmal 100 Jahre alt Wein bekommen.
-----------------------------------------------------
Den würde ich allerdings auch nicht trinken! :-)) (now actic acid)
Vor einigen Jahrzehnten starteten die ersten kleinen Nachkriegsmuseen
und die Burgbesitzer gruben wieder ihre versteckten Schätze hervor, die
sie wegen der Diebstahlsgefahr nach 1945 verräumt hatten. Diese Leute
hatten kein fachkundiges Personal und waren froh über jeden
Spezialisten, der Ihnen bei der Erfassung, Pflege und Restauration half.
Ich gehörte damals auch dazu.
Schwarzpulver aus alter Zeit fand sich in Pulverhörnern, die
Jahrhunderte niemand mehr angerührt hatte, aber auch in alten voll
geladenen (!) Kanonen und sogar in Handfeuerwaffen. Die wurden einfach
vergessen!
Ich erinnere mich, daß ich als 7-jähriger lange mit einer alten
doppelläufigen Perkussionsflinte spielte. Ich legte Amorces
(Zündplättchen) auf die schon verhauten Pistons und ließ es knallen. Mit
etwa 15 stellte ich dann fest, daß beide Läufe voll geladen waren. Wären
die Pistons nicht schon vom ständigen Spielen vorher dicht geschlagen
gewesen, hätte es mit Sicherheit gerummst.
Die Altersfeststellung geschah
a) durch Auswerten von geschichtlichen Berichten und
b) in einem Fall durch Untersuchung im Labors einer bekannten deutschen
Sprengstoffirma.
Man kann das Alter mit bezahlbaren Mitteln nicht direkt feststellen (und
bei meiner Tätigkeit war ich immer auf freiwillige Hilfe von Firmen
angewiesen). Wenn aber Berichte über die Zusammensetzung und
Verarbeitung von Pulvern aus verschiedenen Zeiträumen und Gegenden
vorliegen, läßt es sich in etwa bestimmen.
Heute sind solche Funde selten geworden, da die Besitzer nichts mehr dem
Zufall überlassen. Ich untersuche aber jeden Puffer, den ich mir kaufe
oder der mir zur Untersuchung o.ä. überlassen wird, als erstes auf
Unterschiede zwischen äußerer und innerer Lauflänge.
Im übrigen dürfte es außerhalb des Mitteleuropäischen Raumes,
insbesondere Deutschlands, schwierig sein, so etwas zu finden. Unsere
Geschichte ist eben extrem abwechslungsreich, von massenhaft Kriegen
gezeichnet und durch die damalige Vielstaaterei auch von Technik und
Kultur her äußerst vielfältig.
Gruß
Fritzchen
>Im übrigen dürfte es außerhalb des Mitteleuropäischen Raumes,
>insbesondere Deutschlands, schwierig sein, so etwas zu finden. Unsere
>Geschichte ist eben extrem abwechslungsreich, von massenhaft Kriegen
>gezeichnet und durch die damalige Vielstaaterei auch von Technik und
>Kultur her äußerst vielfältig.
>
>Gruß
>Fritzchen
>
Hallo, Fritzchen,
ich bin zwar gegen Lobhudelei, aber- Deine Aussagen hier haben immer ein
besonderes Gewicht und man lernt echt noch was dazu. Danke
Marcus
> und die Burgbesitzer gruben wieder ihre versteckten Schätze hervor, die
> sie wegen der Diebstahlsgefahr nach 1945 verräumt hatten. Diese Leute
Die hatten das VOR 45 versteckt? Also waren da sicher auch Fahnen und
andere Kreuze dabei. Oder was meinst du mit Schätzen?
By(e) Timm!
Noo, zu alter schwerer Wein neigt zunm Bitterwerden, zu trockener
schlägt auch in der Flasche gern in Säure um.
>
> > und die Burgbesitzer gruben wieder ihre versteckten Schätze hervor, die
> > sie wegen der Diebstahlsgefahr nach 1945 verräumt hatten. Diese Leute
> Die hatten das VOR 45 versteckt? Also waren da sicher auch Fahnen und
> andere Kreuze dabei. Oder was meinst du mit Schätzen?
Alles wurde versteckt, was mitnehmbar erschien, Gemälde, Waffen, alter
wertvolle Technik ... Aber es hat nicht immer genutzt. Ein Bekannter
hatte seine Waffensammlung an der Wand hängen, mit handgeschmiedeten
Nägeln. Sie nahmen sogar die Nägel mit! Ein anderer Bekannter aus dem
Waldviertel/Östereich hatte eine wertvolle Bibliothek im Schloß.
Die wurde von den Soldaten teilweise zum Feueranmachen verwendet,
teilweise einfach hinausgeworfen und verkam im Regen. Einige wenige
Bände bekam ich später (mit Wasserschäden) geschenkt.
Fritzchen
>
> By(e) Timm!