Ich möchte mir von Euch ein paar praktische Tips bei der Verwendung von
Ammoniumnitrat einholen. Ich meine, dass sicher der eine oder andere von
euch schon damit gearbeitet hat. Ich weiss, ich könnte auch irgend ein
Chemiebuch aufschlagen, aber es geht nichts über praktische Erfahrung,
oder?!?
Was muss ich besonders beachten? Wie kann ich AN verwenden? ect.
Habt ihr vielleicht empfehlenswerte Links parat?
Ich danke euch schon mal, Daniel
Ammoniumnitrat kann man verwenden als Raketentreibstoff, zur
Herstellung von Schwarzpulverähnlichen Treibmitteln, als
Explosivstoff, zur Herstellung von Salpetersäure, Ammoniak oder
Lachgas. Außerdem um aus Laugen oder Carbonaten Nitrate herzustellen
und natürlih zur Herstellung von Ammoniumverbindungen wie
Ammouniumperchlorat aus Natriumperchlorat. Man kann auch kohlen mit
der AN Lösung tränken. Nach dem Trocknen einfach aufhäfen und
anzünden. Die Kohlen glühen schnell durch so das dem Grillfest nichts
im Wege steht :-) Mit Metallen wie Zink oder Magnesium reagiert das AN
zu Metallnitrat und Ammoniak, dabei kann die Reaktion auch Explosibel
ablaufen
Beachten sollte man, das man das AN relativ trocken hält. Essen sollte
man es auch nicht, da man sonst kotzen muss. Wenn man spröde Haut hat
oder Wunden sollte man es nicht anfassen, das Brennt sonst wie Feuer
in den Wunden. Achso Ammoniumnitrat fällt mit mehr als 0,5% Org oder
Metallischem Anteil unter das SprengG.
Ich hoffe das Hilft
mfg
Vielen Dank für deine Antwort.
Das mit der Herstellung von Salpetersäure würde mich näher interessieren. Wie geht das vor sich?
Gruss, Daniel
Zuerst braucht man natürlich Ammoniumnitrat, außerdem noch eine
Salpetersäure beständige dest. Apparatur und Schwefelsäure. Die
Schwefelsäure kann man entweder kontzentriert kaufen, oder aus
Akkusäure selber kontzentrieren. Nun man mischt eine berechnete Menge
Ammoniumnitrat mit der kontz. Schwefelsäure und füllt das Ganze in die
destilations Apparatur. Am besten mischt man es direkt in dieser.
Dieses Gemisch wird dann mittels Ölbad erhitzt. Es bildet sich
Salpetersäure, die Abdestilliert, sich im Kühler verflüssigt und in
die Vorlage läuft. Akkusäure mit etwa 40% gibts für 3,5DM/Liter also
etwa 10DM pro Liter bei 98%. Aus 100g Ammoniumnitrat bekommt man dann
etwa 50ml Säure. Da man dieses billig aus Dünger "ziehen" kann kommt
man dann auf etwa 20DM für den Liter 95%ige Salpetersäure. Die destil.
Apparatur ist schnell aus einer Glasflasche mit PE Deckel und Alurohr
aus dem Baumarkt für etwa 5Dm gebaut. Das Ölbad ist auch kein Problem,
ein Alter Topf, und Bratöl aus dem Aldi für 1DM der Liter. Man sollte
nur die Temperatur des Öls im Auge behalten, damit es nicht zu heiß
wird. Das Öl ist dafür gut das die Flasche gleichmäßig erwärmt wird
und nicht platzt. Die Temperatur sollte so 130° betragen. Der Kühler
muss natürlich kalt gehalten werden, am besten mit etwas Feuchtem
Klopapier das man drummwickelt und ab und zu mit Wasser tränkt. Oder
man baut sich einen Kühler drumm was auch einfach ist. Zum Beispiel
kann man ein größeren PVC schlauch über das Rohr legen und dieses mit
Heißkleber abdichten. Dann braucht man noch zwei Löcher für das Wasser
wie beim echtem Liebigkühler, einfach 2 Schläuche an den Enden mit
festkleben. Jetzt kann man von unten her Wasser reinleiten in den
"Außenkühler" dieses steigt nach oben und kühlt das Alurohr, oben
kommt es dann wieder beim Anderen Schlauch raus und kann sonstewo
hingeleitet werden. Man sollte im Freien Arbeiten und aufpassen das
kein Wasser ins Öl läuft. Dieses kann bequem per Herdplatte erhitzt
werden.
mfg
>
> Gruss, Daniel
Daniel
Ivo Schneider schrieb:
> Du kannst damit wunderbare Rauchbomben basteln!
> Ammoniumnitrat bis zur Sättigung in Wasser lösen. Dann ein (oder mehr)
> Zeitungblatt damit befeuchten und in der Sonne trocknen lassen. Wenn es
> getrocknet ist, so dicht wie möglich zusammenrollen und eventuell mit
einem
> Gummiband ect zusammenbinden damit sich das Blatt nicht wieder von alleine
> aufrollt.
Wird aber verdammt schnell naß!
>An einem Ende anzünden. Ist zwar recht unproffessionell, aber
> einfacher und sicherer als KNO3-Zucker.
Könnte man statt KNO3 nicht einfach auch NH4NO3-Zucker oder KMnO4-Zucker
verwenden?
gruß
Matthias
>
>
> Könnte man statt KNO3 nicht einfach auch NH4NO3-Zucker oder KMnO4-Zucker
> verwenden?
Nein. KMnO4-Zucker entzündet sich bereits durch die Reibung beim Mischen.
Der Nachteil von Ammoniumnitrat ist, daß es sehr hygroskopisch ist, und außerdem
teurer als Salpeter. Ansonsten ist es aber geeignet.
Gruß,
Tom
--
Atheism is a non-prophet organization.
Da erinnerst du dich falsch, es war wasserfreies Glycerin!
Ammoniumnitrat ist doch sau billig, weils das als Dünger etwas
verschmutzt für 60pf pro Kilo gibt, das reinigen ist zwar etwas
Arbeit, aber die Lösung herstellen ist einfach: Man kauft sich
Kalkammonsalpeter und gibt 1Kg davon in 1Liter heißes Wasser. Lässt
man es 2 Tage stehen setzt sich der Kalk unten ab und eine klare
Sauber Ammoniumnitrat lösung bleibt oben, die kann man abschöpfen und
zu Zeitungspapier rauchbomben weiterverarbeiten. Wenn man es eindampft
zu Pulver kann man es 1:1 mit Mehl mischen, das gibt auch ordentlich
Rauch!
viel Spaß
No, mit dem Spaß kann es bei der Beschreibung hapern!
Ich habe schon vor längerer Zeit gepostet, daß man keinesfalls
eindampfen soll.
Der Übergang von der Flüssigkeit mit bereits auskristallisiertem AN zur
Schmelze ist fließend. Das heißt , man glaubt, noch Flüssigkeit mit
Kristallbrei zu haben, stattdessen ist es bereits geschmolzenes AN,
welches sich ab rund 160 Grad, bei Verunreinigungen schon früher
zersetzt.
Das Endprodukt ist dann leicht zu sauer!
Es bleibt nur die Möglichkeit, von der Flüssigkeit von Zeit zu Zeit den
Kristallüberschuß abzuziehen, indem man sie zwischendurch erkalten läßt
und dekantiert. Danm erst wieder neu eindampfen, mit dem Thermometer
kontrollieren und neu abziehen. Den letzten Rest solte amn seinen Blumen
gönnen.
Auch das "2 Tage stehen" lassen ist praxisfremd, weil man damit nämlich
viel zu viel Wasser braucht, um das gesamte AN zu lösen. AN wird in
heißem Wasser unwahrscheinlich leichter gelöst als in kaltem. Ganz grob
kann man sagen, daß 1 l heißes Wasser an die 9 kg AN löst; den genauen
Wert müßte ich nachsehen.
Also: Etwa 2 l heißes Wasser auf 10 kg AN, warm halten, und nach kurzer
Zeit dekantieren.
Neu erwärmen und durch ein Filter, am besten warm, laufen lassen.
Rest verwerfen, am besten im Blumenbeet eingraben, düngt immer noch!
Wasser abkühlen lassen, die vielen entstehenden AN-Kristalle zur
Reinigung aufheben. Dann erst die restliche Lösung durch Sieden
eineengen.
Reinigen am sichersten durch heißen Methylalkohol - Vorsicht, Dämpfe von
Methylalkohol sind bekanntlich nicht gerade gesundheitsfördernd.
!! Spezialisten befragen! :(( !!
Aber wenn man die Allohol-AN Flüssigkeit erkalten läßt, am besten im
Eisfach, bleibt der ganze Rest im Alkohol und das Nitrat ist ziemlich
rein.
Theoretisch geht es auch mit Wasser, aber es dauert länger, es sei den
man verfügt über die Möglichkeit, überschüssiges Wasser mit Vakuum
einzuengen.
Gruß
P.Prucker
P. Prucker <P.Pr...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3B650A...@t-online.de...
>
> Ich habe schon vor längerer Zeit gepostet, daß man keinesfalls
> eindampfen soll.
Genau, Einengen ist hier das Stichwort.
Ich mache das auch so. Erst mal aufschlämmen, den
ganzen Kram, absetzen lassen und dann die fast klare
Lösung filtern. Wenn man es in Ruhe stehen lässt, bilden
sich schöne lange Kristalle. Ich habe in einem Farbeimer schon
über 25cm lange Kristalle gehabt.
Den Überschuß an Flüssigkeit wieder erwärmen, bis sich die
Lösung leicht eintrübt und dann wieder stehen lassen.
Die Kristalle in einem gesonderten Gefäß aufbewaren und mit
der restlichen Flüssigkeit solange so verfahren, bis nur noch ein
geringer Rest übrig ist. Den kann man dann getrost dem Gießwasser
zusetzen.
Gruß Ingo
--
Ich tue das,
weil ich ein absolut reines Gewissen habe...
http://ingoliebe.tripod.com/
> Genau, Einengen ist hier das Stichwort.
> Ich mache das auch so. Erst mal aufschlämmen, den
> ganzen Kram, absetzen lassen und dann die fast klare
> Lösung filtern. Wenn man es in Ruhe stehen lässt, bilden
> sich schöne lange Kristalle. Ich habe in einem Farbeimer schon
> über 25cm lange Kristalle gehabt.
> Den Überschuß an Flüssigkeit wieder erwärmen, bis sich die
> Lösung leicht eintrübt und dann wieder stehen lassen.
> Die Kristalle in einem gesonderten Gefäß aufbewaren und mit
> der restlichen Flüssigkeit solange so verfahren, bis nur noch ein
> geringer Rest übrig ist. Den kann man dann getrost dem Gießwasser
> zusetzen.
Hm, und wie bekommst du das ganze Kistallwasser raus? Auch wenn Du
schöne Kristalle hast, so ist doch ein ganz beträchtlicher Anteil Wasser
darin enthalten...
Bruno
Bruno Berger <bruno....@spl.ch> schrieb in im Newsbeitrag:
3B651846...@spl.ch...
>Hm, und wie bekommst du das ganze Kistallwasser raus? Auch wenn Du
>schöne Kristalle hast, so ist doch ein ganz beträchtlicher Anteil Wasser
>darin enthalten...
Das kann man dann bei Bedarf im Trockenschrank bei
niedrigen Temperaturen "rausschwitzen".
Muß man bei Composite sowieso vorher machen.
Aber da nimmt man ja nicht alles, was man hat, sondern
nur die Menge, die man gerade benötigt. Da kann der Rest
ruhig feucht bleiben. Das ist bei AN nun mal so.
Nö, eben nicht... der Siedepunkt von 80% AN Lösung liegt bei ca. 125 °C.
D.h. das Thermometer geht brav bis zu 125° obwohl es noch 20% Wasser
drin hat
Bruno
> >
> > Der Übergang von der Flüssigkeit mit bereits auskristallisiertem AN zur
> > Schmelze ist fließend. Das heißt , man glaubt, noch Flüssigkeit mit
> > Kristallbrei zu haben, stattdessen ist es bereits geschmolzenes AN,
> > welches sich ab rund 160 Grad, bei Verunreinigungen schon früher
> > zersetzt.
> >
> Ich würde halt ein Thermometer reinhalten- geht das über 100 Grad hoch, ist
> das Wasser ja wohl weg.
"Kaum", sagte der Ochs, als er gemolken werden sollte.
Du kannst es natürlich machen, wie Du willst. Ich habe meine Empfehlung
gegeben, Du gibst die Deine (sozusagen frei nach Schiller, Don Carlos).
Hier tut eh jeder, was er will. Und das ist auch gut so, nur so entsteht
Neues. ;-))
Irgendwie und sowieso immer. :-)))))))
P.Prucker
Das ist völliger Quatsch :) Beim erhitzen geht die Temperatur hoch bis
170° bis dann kein Wasser mehr drinne ist und nurnoch flüssiges AN da
ist, bei diesen Temperaturen ist es nicht verwunderlich wenn sich
dabei etwas AN zersetzt
> D.h. das Thermometer geht brav bis zu 125° obwohl es noch 20% Wasser
> drin hat
>
Das stimmt allerdings, das AN ist erst als trocken zu bezeichnen wenn
die Schmelze 170° hat
Markus
Njet, solange eben noch Wasser drin ist siedet es vorher schon ... mach mal
ne Grenzwertbetrachtung, bei 0.00001 prozentiger Lösung hast Du ja noch
praktisch reines Wasser: ergo 100°C, nun steigerst Du die Konzentration bis
100 % und landest dann irgendwo bei 170 ° wo es sich zersetzt. Alles andere
liegt irgendo dazwischen...
ich muss glaub mal das Siedediagramm von AN-Wasser posten :-)
Bruno
Ich hab das bis jetzt immer aus Ammoniumnitratlösung hergestellt, auf
den Herd und gib ihm, villeicht hab ichs auch falsch verstanden, ich
denke du meinst das das Wasser erst bei 120° rausgeht oder halt
raussiedet das stimmt allerdings, aber das Ammoniumnitrat lässt diese
Temp. kalt, das fängt erst an gemüdlich zu werden über 160°
Eine Nitrochemiefirma hat mir mal vorsätzlich so hergestelltes AN
analysiert. Bestimmung weiß ich nicht mehr genau, aber der pH-Wert lag
um einen ganzen Punkt zu niedrig. Sie hätten den Stoff nicht verwertet.
Nach Stettbacher kommt es bereits ab 90 Grad zu Gewichtsverlust.
Wenn an scharf trocknet, geht man über den dritten Umwanlungspunkt von
84 Grad, bleibt aber unter dem 4. von 125 Grad.
In Sprengstoffirmen wurde früher stets bei 50 - 70 Grad gut 24 Stunden
getrockent. Das war kein feines Pulver, sondern zerstampftes AN, da
anschlöießend sofort weiterverarbeitet wurde.
MfG
P.Prucker
P. Prucker <P.Pr...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3B68F9...@t-online.de...
> In Sprengstoffirmen wurde früher stets bei 50 - 70 Grad gut 24 Stunden
> getrockent. Das war kein feines Pulver, sondern zerstampftes AN, da
> anschlöießend sofort weiterverarbeitet wurde.
Hier mal meine Methode.
Kalkammonsalpeter in Wasser aufschlämmen und mehrfach
filtern. Ich filtere durch Faltenfilter für Industriekaffeemaschinen.
Die sind billiger. Allerdings muß man mindestens 3-4 Stück
gleichzeitig nehmen.
Dann erwärem ich die Lösung bis es moderat vor sich hin
köchelt. Wenn eine Trübung zu sehen ist, dann runter vom
Feuer und in ein Gefäß kippen, zum Abkühlen. (langsam)
Das Gefäß bleibt dann Tagelang stehen, bis sich schöne Kristalle
gebildet haben. Die übrige Flüssigkeit wird für die nächste Ladung
vorbereitet. Die Kristalle können so feucht ruhig in einem
geschlossenen Gefäß stehen. Ich nehme einen sauberen Farbeimer
mit Deckel, da die Mengen oft über 10 Kilo sind. (Große Düngersäcke :-)
Wenn man etwas braucht, nimmt man es heraus und trocknet es
bei moderaten Temperaturen. Das kann Stunden dauern.
Die Flüssigkeit ist dann sicher noch nicht ganz raus.
Aber im erträglichen Maß. Selbst wenn man AN in einem
Gefäß mit Schraubverschluß und Gummidichtung aufbewart,
wird es wieder feucht. Am Besten ist es, wenn man einen Trockenschrank
hat.
>
> Hier mal meine Methode.
>
> Kalkammonsalpeter in Wasser aufschlämmen und mehrfach
> filtern.
Arbeite mit heißem Wasser, halte es heiß, dann kommst Du bereits mit
einem Bruchteil davon aus!
Filter möglichst warmhalten. Gibt mehrere Tricks für!
> Ich filtere durch Faltenfilter für Industriekaffeemaschinen.
> Die sind billiger. Allerdings muß man mindestens 3-4 Stück
> gleichzeitig nehmen.
In der Not frißt der Teufel Fliegenersatzsurrogat! Den Haupteil des
weißlichen Stoffes solltest Du zuerst durch Dekantieren trennen. Was
übrig bleibt, kriegt der Gemüsegarten. Sei man nich so pingelich!
> Dann erwärem ich die Lösung bis es moderat vor sich hin
> köchelt.
Besser, Du rechnest Dir die Menge aus, auf die Du gefahrlos verdichten
kannst. Spart Zeit, Geld, Nerven, Filter, Energie, Hausfrieden!
> Wenn eine Trübung zu sehen ist, dann runter vom
> Feuer und in ein Gefäß kippen, zum Abkühlen. (langsam)
Abkühlen, dekantieren, die Kristalle absaugen; den Rest der jetzt kalt
gesättigten Lösung kannst Du wieder berechnen und bis zur berechneten
Menge eindampfen.
Reinigen, wie gesagt, mit Allohol.
Zunächst aber solltest Du Dir eine Lösungstabelle für AN besorgen (und
glauben, was da drauf steht!!).
P.Pr.
P. Prucker <P.Pr...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3B6966...@t-online.de...
> Arbeite mit heißem Wasser, halte es heiß, dann kommst Du bereits mit
> einem Bruchteil davon aus!
Ich habe zum jahresanfang mal eine Charge im Keller
mit kaltem Wasser gemacht. Ergebnis, der Eimer war mit
Eis überzogen. Coole Sache, im wahrsten Sinne des Wortes.
> Filter möglichst warmhalten. Gibt mehrere Tricks für!
Ja, es filtert sich schlecht, wenn cm lange Kristalle im
Filter prangen :-)
> In der Not frißt der Teufel Fliegenersatzsurrogat! Den Haupteil des
> weißlichen Stoffes solltest Du zuerst durch Dekantieren trennen. Was
> übrig bleibt, kriegt der Gemüsegarten. Sei man nich so pingelich!
Och, pingelich bin ich da nicht. Meine Freundin freut sich
immer über billigen Dünger.
>
> > Dann erwärem ich die Lösung bis es moderat vor sich hin
> > köchelt.
>
> Besser, Du rechnest Dir die Menge aus, auf die Du gefahrlos verdichten
> kannst. Spart Zeit, Geld, Nerven, Filter, Energie, Hausfrieden!
Naja, am Hausfrieden ändert das nichts, da ich solche Aktionen
generell nur in der Spätschichtwoche meiner Freundin plane.
Hinterher alle Spuren verwischen und es sieht aus, als sei nichts gewesen.
Man sollte sich aber rechtzeitig einen großen alten Topf sichern, der nur dafür
genommen wird. Wie mögen wohl kartoffeln schmecken, die mit AN gewürzt sind?
>
> > Wenn eine Trübung zu sehen ist, dann runter vom
> > Feuer und in ein Gefäß kippen, zum Abkühlen. (langsam)
>
> Abkühlen, dekantieren, die Kristalle absaugen; den Rest der jetzt kalt
> gesättigten Lösung kannst Du wieder berechnen und bis zur berechneten
> Menge eindampfen.
Ich schütte die übrige Menge Flüssigkeit immer von den Kristallen ab.
Die wird dann wieder eingeengt. Das geht solange, bis die Restmenge
so gering ist, daß man die getrost als Hydrodünger nehmen kann.
>
> Reinigen, wie gesagt, mit Allohol.
Geht da auch Methanol? Römpp sagt, AN ist darin etwas besser
löslich als in Ethanol. Nur, mir ist Ethanol zu teuer, um damit AN zu
waschen. Methanol ist zwar giftig, aber man muß seien Rüssel ja nicht
da rein hängen. Und Handschuhe sind eh Pflicht.
>
> Zunächst aber solltest Du Dir eine Lösungstabelle für AN besorgen (und
> glauben, was da drauf steht!!).
Die Merck CD bietet recht gute Anhaltspunkte. Auch im Römpp Lexikon
steht dazu etwas.
Gruß Ingo
PS: Wie kriegt man AN nun wirklich richtig trocken?
Gefriertrocknen? Wie funktioniert das überhaupt?
Das Wasser geht ja durch Schockgefrieren nicht weg.
Solange es nur paar Grammreste sind merkt man das erst hinterher: Man muss
immerzu den Kopf über das Klo halten.
>
> PS: Wie kriegt man AN nun wirklich richtig trocken?
> Gefriertrocknen? Wie funktioniert das überhaupt?
> Das Wasser geht ja durch Schockgefrieren nicht weg.
Wenn du schon Kochtöpfe konfiszierst, wie wäre es, wenn du mal den Backofen
mietest?
Müsste doch eine genaue Temperaturscalierung dran sein. Einfach die
Temperatur einstellen, und paar Stunden trocknen lassen. Probieren kann
man's ja mal.
Trocken lagern - als Pulver müsste das doch in luftdichten Gefäßen klappen,
dass es verklummt ist soviel ich weiß normal. Dagegen hilft regelmäßiges
Schütteln.
Gruß
Matthias
Ich denke gute Reinheiten könnte man durch 2-3-faches
umkristallisieren und trocknen im Vakuumrotationsverdampfer
erzielen. Aber wer hat den schon :-p
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
------------------------------------------------
http://www.cneweb.de/home/chemietechnik
Matthias Hipp <Matthi...@T-Online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
9kbqj5$7np$05$1...@news.t-online.com...
>> Wie mögen wohl kartoffeln schmecken, die mit AN gewürzt sind?
>
> Solange es nur paar Grammreste sind merkt man das erst hinterher: Man muss
> immerzu den Kopf über das Klo halten.
Echt? Ich kenne den Effekt sonst nur von Kupfer(II)sulfat.
>
> >
> > PS: Wie kriegt man AN nun wirklich richtig trocken?
> > Gefriertrocknen? Wie funktioniert das überhaupt?
> > Das Wasser geht ja durch Schockgefrieren nicht weg.
>
> Wenn du schon Kochtöpfe konfiszierst, wie wäre es, wenn du mal den Backofen
> mietest?
Habe ich bisher immer gemacht. Allerdings ist diese Methode nicht so
sonderlich effektiv. Wir haben Gas. Da ist das mit der Temperierung
eher ein Glücksspiel. Ich glaube nicht an die 160 Grad auf Stufe 1.
> Trocken lagern - als Pulver müsste das doch in luftdichten Gefäßen klappen,
> dass es verklummt ist soviel ich weiß normal. Dagegen hilft regelmäßiges
> Schütteln.
Kannst Du vergessen. Ich habe mal ein Kilo ziemlich trocken in eine
PE Flasche mit Schraubverschluß getan. Im Schraubverschluß ist eine
Gummidichtung. Selbst da war das Zeug nach ein paar Monaten
feucht. Mann konnte nach dem Umschütteln die Wassertöpfchen
am Glas sehen, wo die Kristalle geklebt haben.
Was helfen könnte, wäre direkt nach dem Trocknen noch warm
in Folie einzuschweißen. Am Besten in handlichen Portionen.
Deshalb würde mich die Methode des gefriertrocknens aber trotzdem
mal interessieren. Wie soll das Wasser verschwinden, wenn es nur
tiefgefroren wird?
Gruß Ingo
Jo, dass ist nicht so doll.
> > Trocken lagern - als Pulver müsste das doch in luftdichten Gefäßen
klappen,
> > dass es verklummt ist soviel ich weiß normal. Dagegen hilft regelmäßiges
> > Schütteln.
>
> Kannst Du vergessen. Ich habe mal ein Kilo ziemlich trocken in eine
> PE Flasche mit Schraubverschluß getan. Im Schraubverschluß ist eine
> Gummidichtung. Selbst da war das Zeug nach ein paar Monaten
> feucht. Mann konnte nach dem Umschütteln die Wassertöpfchen
> am Glas sehen, wo die Kristalle geklebt haben.
>
Hm, lagern im luftdichten Gefäß in der Gefriertruhe, wäre dass nicht
möglich?
Da müsste der Wasserdampfgehalt ja gegen null gehen.
Gruß
Matthias
Matthias Hipp <Matthi...@T-Online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
9kbtbj$56o$07$1...@news.t-online.com...
> Hm, lagern im luftdichten Gefäß in der Gefriertruhe, wäre dass nicht
> möglich?
> Da müsste der Wasserdampfgehalt ja gegen null gehen.
Das ist ein riesen Aufwand, wenn man mal ein paar Gramm
für etwas Treibstoff braucht. Bis das zeug dann auf Zimmertemperatur ist,
hat es schon 2-3 mal seine Struktur gewechselt. Und man muß warten,
bis die Temperatur angeglichen ist, weil es sonst Theater im Treibstoffblock
gibt. Tja, alles nicht so einfach.
Ich denke, wenn meine Mühle fertig ist, kommt ein Wärmeschrank an die Reihe.
Sollte nicht so schwer sein, ein paar Schamottsteine, Heizung und Regelung
zum Ganzen zusammenzufügen. Dann kann der Salpeter von mir aus tagelang
da drinnen ausdünsten.
>
> Ich schütte die übrige Menge Flüssigkeit immer von den Kristallen ab.
> Die wird dann wieder eingeengt. Das geht solange, bis die Restmenge
> so gering ist, daß man die getrost als Hydrodünger nehmen kann.
Bloß: Mit Berchnung über die Restmenge Lösung und den Restgehalt kannst
Du sicherer einengen!
> Geht da auch Methanol? Römpp sagt, AN ist darin etwas besser
> löslich als in Ethanol. Nur, mir ist Ethanol zu teuer, um damit AN zu
> waschen. Methanol ist zwar giftig, aber man muß seien Rüssel ja nicht
> da rein hängen. Und Handschuhe sind eh Pflicht.
Methanol ist besser, aber nicht jeder hat es.Im übrugen geht wa auch mit
denaturiertem Alkohol.
Methanol ist aber trotzdem besser.
Es wird auch zum Trocknen von Klimaanlagen verwendet, also müßte es auch
das AN trocknen, wenn Du nicht in den Ofen willst.
Ich habe z.B. früher Filme immer mit Alkohol schnellgetrocknet.
> PS: Wie kriegt man AN nun wirklich richtig trocken?
> Gefriertrocknen? Wie funktioniert das überhaupt?
> Das Wasser geht ja durch Schockgefrieren nicht weg.
Unter Vakuum!
MfG
P.Prucker
P. Prucker <P.Pr...@t-online.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3B6983...@t-online.de...
> Methanol ist aber trotzdem besser.
>
> Es wird auch zum Trocknen von Klimaanlagen verwendet, also müßte es auch
> das AN trocknen, wenn Du nicht in den Ofen willst.
> Ich habe z.B. früher Filme immer mit Alkohol schnellgetrocknet.
Das wollte ich eigendlich hören :-)
bei meiner nächsten order wird ein 5 Liter Kanister
Methanol dabei sein. Ich probiere das mal aus
und berichte davon.
gruß Ingo
> MfG
> P.Prucker
Markus Langner <bomber...@firemail.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3b7c57aa.01080...@posting.google.com...
> Ja das selbstgemachte auf über 150° getrocknete AN ist sehr sauer
> durch Salpetersäure, das hab ich schon gemerkt am geruch
Wo soll denn da Salpetersäure herkommen?
Du hast den Ammonsalpeter nicht durch Neutralisation
von Ammoniak mit HNO3 gewonnen oder?
Gruß Ingo
Ich lass einfach die Aufschlämmung 2 Tage stehen, dann setzt sich
aller Dreck unten ab, die Lösung ist dann wasserklar und kann
abgesaugt oder abgeschöpft werden.
> Dann erwärem ich die Lösung bis es moderat vor sich hin
> köchelt. Wenn eine Trübung zu sehen ist, dann runter vom
> Feuer und in ein Gefäß kippen, zum Abkühlen. (langsam)
> Das Gefäß bleibt dann Tagelang stehen, bis sich schöne Kristalle
> gebildet haben. Die übrige Flüssigkeit wird für die nächste Ladung
> vorbereitet. Die Kristalle können so feucht ruhig in einem
> geschlossenen Gefäß stehen.
Ich gehe beim Eindampfen so vor, das ich das ganze so lange erhitze
bis das AN anfängt zu rauchen, es sich also schon heftig zersetzt,
dann beim abkühlen ordentlich umrühren, erst gibts brei, der dann vom
Rühren zerbröselt, dann sieben fertig, dass gute dabei ist, das es
schon trocken ist, das schlechte es enthält halt säure, aber wozu
gibts Ammoniumcarbonat
Ich nehme einen sauberen Farbeimer
> mit Deckel, da die Mengen oft über 10 Kilo sind. (Große Düngersäcke :-)
> Wenn man etwas braucht, nimmt man es heraus und trocknet es
> bei moderaten Temperaturen. Das kann Stunden dauern.
aber bei diesem Wassergehalt zerläuft doch alles oder?
> Die Flüssigkeit ist dann sicher noch nicht ganz raus.
Die griegt man nie ganz raus
gruß Markus
> Reinigen, wie gesagt, mit Allohol.
Wieso mit Alkohol? Da löst sich das AN doch auch zum teil drinne, ich
denke das ist so auskristallisiert sauber genug
bye
> Kannst Du vergessen. Ich habe mal ein Kilo ziemlich trocken in eine
> PE Flasche mit Schraubverschluß getan. Im Schraubverschluß ist eine
> Gummidichtung. Selbst da war das Zeug nach ein paar Monaten
> feucht. Mann konnte nach dem Umschütteln die Wassertöpfchen
> am Glas sehen, wo die Kristalle geklebt haben.
Wenn du das AN in größeren Stücken reingetan hast wo es noch warm war,
dann kamm die Feuchtigkeit aus dem AN selber, sie ist durch die Wärme
rausgedunstet und hat sich dann niedergeschlagen auf der Innenwand. Am
bestenen ist, wenn man das An vorm Backofentrocknen auf 1-2mm
zerkleinert, denn wenn man klumpen von nur 5mm hat kann man noch so
lange trocknen, diese bleiben feucht. Das feine Pulver war bei mir im
Backofen bei schätzungsweise 120-140° nach 30 Minuten staubtrocken,
also rat nix mehr gebappt und hat sich auch trocken angefühlt. Es war
allerdings auch vorm Trocknen schon fast trocken aber noch nicht
richtig
bye
bye
Markus Langner <bomber...@firemail.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3b7c57aa.0108...@posting.google.com...
>
> aber bei diesem Wassergehalt zerläuft doch alles oder?
Nö, da zerläuft nichts. Das gibt herrlich körnige Kristalle.
Die muß man dann bei Bedarf nochmal im Ofen oder mit Methanol trocknen.
Das mit dem Methanol probiere ich bald mal aus.
Wenn sich da etwas drin löst, ist es auch nicht schlimm.
Ich habe mittlerweile einige Kilo von dem Zeug im Eimer.
Da kommts auf die paar Gramm nicht an.
Man kann das Waschzeug ja ab und an destillieren.
(im Wasserbad)
Woher weist Du das es sauer ist ?
Markus Langner <bomber...@firemail.de> schrieb in im Newsbeitrag:
3b7c57aa.0108...@posting.google.com...
> den Trockenschrank und zum Regeln einen Dimmer dazwischen.
Mit einem Dimmer regelt man nichts, man steuert.
Und das ist der Unterschied. Beim Steuern stellt man ein
und hofft, daß der Wert auch wirklich so ist, wie er soll.
Beim Regeln aber stellt man ein und kann sich darauf
verlassen, weil die Regelung Ist und Soll ständig vergleicht
und gegebenenfalls in die Sache eingreift.
Hua, etwas OT, aber immer wieder schön die
Steuer und Regeltechnik.
Den Regler kann ich mir in ein paar Minuten selber bauen.
Das ist kein Problem. Aber aus Holz würde ich das
Gehäuse trotzdem nicht machen. Ich will ja nicht immer
danebenstehen müssen.
>
> > Reinigen, wie gesagt, mit Allohol.
>
> Wieso mit Alkohol? Da löst sich das AN doch auch zum teil drinne, ich
> denke das ist so auskristallisiert sauber genug
Wozu auch!
Arbeite ruhig weiter mir deinem geschmolzenem, bereits anfangs
zersetztem AN. Laß es beim Auflösen auch ruhig 2 Tage kalt stehen. Das
Vielfache an Wasserverbrauch spielt ja keine Rolle, Du mußt es ja nur
wieder eindampfen.
Ich habe Dir gesagt, was zu sagen war. Der Rest ist Deine Sache!
Amen!
Viel Spass beim basteln
laser
"I. Liebe" <Ing...@gmx.de> wrote in message
news:9kgnb4$q5p$06$1...@news.t-online.com...
Ich hab das AN in ein Luftdichtes Glas gegeben, nach kurzer Zeit habe
ich es geöffnet und mal drann gerochen, das Waren voll die
Salpetersäuredämpfe
> > Woher weist Du das es sauer ist ?
>
> Ich hab das AN in ein Luftdichtes Glas gegeben, nach kurzer Zeit habe
> ich es geöffnet und mal drann gerochen, das Waren voll die
> Salpetersäuredämpfe
Im Gegensatz zu den idealisierten Reaktionen entstehen bei der
Zersetzung von AN, vor allem oberhalb 240 Grad, neben den Hauptanteilen
N2O und H2O auch NH3 und HNO3 im Rückstand.
Frag mich nicht, warum! Ich kann es nicht sagen. Das sind einfach
empirische Werte.
HNO3 kann natürlich mit den Kohlenstoffträgern in Reaktion treten. Darum
die notwendige Reinheit!
P.Pr.