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Bleifulminat

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Jan Gravenhorst

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May 25, 1999, 3:00:00 AM5/25/99
to
Hallo!
Mir ist da gerade so ne (rein theoretische) Idee gekommen:
Ist es eigentlich möglich Bleifulminat herzustellen? Wenn das
mit anderen Schwermetallen, wie Silber und Quecksilber geht,
dann müßte das doch auch mit Blei gehen, oder?
Und wie sieht das denn so aus mit Bleiazetylit?

Fritz Zimmerer

unread,
May 30, 1999, 3:00:00 AM5/30/99
to

Die direkte Herstellung der Fulminate über die
Salpetersäure-Alkohol-Reaktion funktioniert nur für Knallquecksilber
und Knallsilber. Durch Substitution des Quecksilbers hat man auch ander
Fulminate herzustellen versucht (schwierig). Durch Natriummetall als
Amalgam konnte Knallnatrium erhalten werden. Durch weiter Methoden war
es möglich , Kalium-, Calzium-, Strontium-, Barium-, Mangan-, Kadmium-
und Thalliumfulmiant herzustellen. Auch Kupferfulminat ließ sich aus
Knallsilber unter Waser und Wasserstoff herstellen.
Von allen erwiesen sich nur die Fumlminate des Kupfers, Kadmiums und
Thalliums als initiierfähig.

Das Ganze ist Geschichte, daher auch nur alten Quellen entnommen.

Gold-, Platin- und Bleifulminat sind meines Wissens unbekannt, wobei ich
extrem seltene Ergebnisse ohne praktischen Nährwert nicht einzuschließen
vermag.

Fritzchen


KN03

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May 30, 1999, 3:00:00 AM5/30/99
to
F.Zim...@t-online.de (Fritz Zimmerer)

>Die direkte Herstellung der Fulminate über die
>Salpetersäure-Alkohol-Reaktion funktioniert nur für Knallquecksilber
>und Knallsilber

Die Herstellung von Knallquecksilver (Mercury Fulminate) findet man in "The
Chemistry of Powders and Explosives" von Tenny L. Davis, und auch in vielen
Internetseiten heutzutag. Jedoch habe ich niemals ein Herstellungsvorgang für
Knallsilber (Silver Fulminate) gesehen. Kennst du ein solches Vorgang?
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Fritz Zimmerer

unread,
May 30, 1999, 3:00:00 AM5/30/99
to

Hallo,

Angesichts der Jugendlichen hier ist kein Rezept zu verantworten. Nur
das Prinzip!

Jedes bessere frühere Chemiebuch wußte es. Im Prinzip genauso wie das
Knallquecksilber, nur kommen auf 5 g Silber 50 ccm Säure von 1,38 bis
1,40 und, bei allfälligem Silbernitratausfall, ein Zusatz von 10 g
Wasser mit Erwärmung und Schütteln, der das Nitrat wieder auflöst. Die
Alkoholmenge beträgt 70 ccm 95% (Ethyl). Bei nachträglichem Stoßen und
nicht mehr erwünschtem Aufschäumen des Inhaltes (Bechergröße mindestens
5 x Volumen der Stoffe) wird nicht A. nachgegeben, sondern durch
Einstellen in Wasser gekühlt. Gibt etwa 6 g.

Also nix für Anfänger.

Ein zweiter Weg geht über das Silbernitrat selbst. Da dabei aber nitrose
Gase zur Einleitung der Knallsäurebildung fehlen, muß etwas
Natriumnitrit zugegeben werden.

Das Fehlen von nitrosen Gasen ist übrigens manchmal auch Ursache für das
Mißlingen des Experiments beim Quecksilberfulminat selbst.

Das Silberfulminat ist sehr gefährlich, erinnert an Jodstickstoff, und
darf trocken nur auf weichem Papier mit Pappespateln verteilt werden. Es
explodiert beim schwächsten Stoß zwischen harten Körnern selbst unter
Wasser! Daher hier kein Kochrezept.

Verwendung: In kleinsten (!) Mengen für Knallbonbons.

Merke: Bereits Liebig verunglückte 1883, trotz langjähriger Erfahrung
mit solchen Stoffen, schwer an diesem Fulminat! Er hat seitdem viele
Nachahmer gefunden!

Noch was: Die Höchstmenge in einschlägigen (!) Laboratorien liegt aus
Sicherheitsgründen bei 20 g Silber auf einmal. Da aber zu kleine Mengen
nicht zur Reaktion kommen, kann man die Gefahr nicht einfach
ausschließen.

Gruß
FZ.


KN03

unread,
May 30, 1999, 3:00:00 AM5/30/99
to
F.Zim...@t-online.de (Fritz Zimmerer) schrieb

>Angesichts der Jugendlichen hier ist kein Rezept zu verantworten. Nur
>das Prinzip!

>...........snip

Danke für die Auskunft. Von deiner Nachrictht klingt es mir, daß Knallsilber
viel empfindlicher als Knallquecksilber ist, und deswegen keine praktische
Vervendung hat.


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