ich denke, mit dem Thema ist klar, was ich suche: Bier, das nach Rezepten
aus der Zeit 12.-14. Jahrhundert gebraut wurde, mit Grut und ohne Hopfen.
Ein Rezept alleine nützt mir nichts, weil ich keine Ahnung von der Brauer-
ei habe, aber es müßte doch irgendwo in der Bunten Republik einen Brau-
meister geben, der sich zu alten Traditionen berufen fühlt und so ein Bier
liefern kann.
Bis dann, ___
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\/\/ - _) k y . . . wsky...@sp.zrz.tu-berlin.de . \___ __/
==== \_/ ======
(Gregor) Logout fascism!
TV-Tip: Samstag, 20.3.99, 0:05, Arte: Monty Python in Aspen (1998, OmU)
Gregor Wenkelewsky wrote:
> Hallo Bierfreunde,
>
> ich denke, mit dem Thema ist klar, was ich suche: Bier, das nach Rezepten
> aus der Zeit 12.-14. Jahrhundert gebraut wurde, mit Grut und ohne Hopfen.
> Ein Rezept alleine nützt mir nichts, weil ich keine Ahnung von der Brauer-
> ei habe, aber es müßte doch irgendwo in der Bunten Republik einen Brau-
> meister geben, der sich zu alten Traditionen berufen fühlt und so ein Bier
> liefern kann.
>
Wenn das der Fall sein sollte, wäre ich auch interessiert, aber ich glaube,
das Reinheitsgebot ist für alle offiziellen Brauereien verbindlich, will
heißen,
was Du in Deinem Keller braust, ist zwar egal, aber wenn Du damit Geld
verdienen willst, musst Du Dich ans Reinheitsgebot halten. Fertig. Das ist
ja der Sinn dieses Gebotes. Aber vielleicht gibt es ja in anderen
(Nachbar-)Ländern
so etwas...
>ich denke, mit dem Thema ist klar, was ich suche: Bier, das nach Rezepten
>aus der Zeit 12.-14. Jahrhundert gebraut wurde, mit Grut und ohne Hopfen.
>
Was ist _Grut_? Irgendwelche bittere Kräuter? (Hopfenvorläufer?)
These:
Vor langer langer Zeit begann zu feucht gelagertes Getreide zu keimen. Um
dieses angekeimte Getreide (im Herbst/Winter) nicht verloren zu geben, hat
man es ausgekocht. Den süßen Saft konnte man länger aufbewahren wenn man
konservierende Kräuter mitkochte. Aufgrund der nur begrenzt möglichen
Hygiene, bzw. wegen der Unwissenheit um Mikroorganismen fanden Hefen allein
in den Sud. Das Ergebnis überzeugte und so hat man das "Rezept" verfeinert.
Prost,
Robert
--
http://www.bingo.baynet.de/~rp2153
>>ich denke, mit dem Thema ist klar, was ich suche: Bier, das nach Rezepten
>>aus der Zeit 12.-14. Jahrhundert gebraut wurde, mit Grut und ohne Hopfen.
>>
> Was ist _Grut_? Irgendwelche bittere Kräuter? (Hopfenvorläufer?)
Die Grut ist eine Kräutermischung, die in der besagten Zeit (als Mönche
in Klosterbrauereien die Brautechnik verfeinerten) anstelle von Hopfen
ins Bier gekommen ist. Sie verwendeten dazu eine Menge Psychedeli-
katessen, die den von der christlichen Kirche so verhaßten Hexen schon
seit Jahrhunderten bekannt waren - z.B. Stechapfel und Johanniskraut.
Hopfen wurde erst verwendet, als es Gesetz wurde. Das Reinheitsgebot ist
deshalb eigentlich ein Prohibitionsgesetz.
> These:
> Vor langer langer Zeit begann zu feucht gelagertes Getreide zu keimen. Um
> dieses angekeimte Getreide (im Herbst/Winter) nicht verloren zu geben, hat
Hmm, nee, nicht ganz so. Angeblich hat feucht gewordenes Brot angefangen
zu gären und jemand hat gemerkt, daß es irgendwie ganz gut schmeckt und
außerdem so heiter macht. :-)
Viele interessante Infos dazu gibt's auf www.bier.de !!
Gregor Wenkelewsky wrote:
>
>
> > These:
> > Vor langer langer Zeit begann zu feucht gelagertes Getreide zu keimen. Um
> > dieses angekeimte Getreide (im Herbst/Winter) nicht verloren zu geben, hat
>
> Hmm, nee, nicht ganz so. Angeblich hat feucht gewordenes Brot angefangen
> zu gären und jemand hat gemerkt, daß es irgendwie ganz gut schmeckt und
> außerdem so heiter macht. :-)
>
Wer mehr zur Entdeckung und Nutzbarmachung der alkoholischen Gärung
wissen möchte, dem empfehle ich "Rausch und Realität". Erschienen im Cornelsen
Verlag.
(Teil 1 ist hauptsächlich über Alkohol und Nikotin)
>> Hmm, nee, nicht ganz so. Angeblich hat feucht gewordenes Brot angefangen
>> zu gären und jemand hat gemerkt, daß es irgendwie ganz gut schmeckt und
>> außerdem so heiter macht. :-)
>>
>
>Wer mehr zur Entdeckung und Nutzbarmachung der alkoholischen Gärung
>wissen möchte, dem empfehle ich "Rausch und Realität". Erschienen im
Cornelsen
>Verlag.
>(Teil 1 ist hauptsächlich über Alkohol und Nikotin)
>
Hallo Yog-Sothoth,
mach's nicht so spannend, wie ist Bier entstanden? Was sagt Dein schlaues
Buch?
Dem Gregor seine Geschichte mit dem Brot glaub ich nämlich nicht so ganz.
(denn vergären kann wohl nur Zucker, und ob im Brot genügend drin ist ? Und
meine alten Brote werden entweder schimmlig oder steinhart.)
Prost!
Robert
>ja der Sinn dieses Gebotes. Aber vielleicht gibt es ja in anderen
>(Nachbar-)Ländern
>so etwas...
Das könnte schon gehen. Wollte immer mal igendeinen kleinen Brauer finden
und ihn überzeugen.
Schließlich wäre dann nach EU-Gesetzgebung der Import nach Deutschland
legal.
Hehe. Dann wäre die EU mal zu was gut...
Suchender Dinge,
David
>>Gregor Wenkelewsky wrote:
>>
>>> Hmm, nee, nicht ganz so. Angeblich hat feucht gewordenes Brot
angefangen
>>> zu gären und jemand hat gemerkt, daß es irgendwie ganz gut
schmeckt und
>>> außerdem so heiter macht. :-)
>>>
>Dem Gregor seine Geschichte mit dem Brot glaub ich nämlich nicht so
ganz.
>(denn vergären kann wohl nur Zucker, und ob im Brot genügend drin ist
? Und
>meine alten Brote werden entweder schimmlig oder steinhart.)
>
Das kann schon stimmen! In Russland wird immernoch Brotbier gebraut.
Es nennt sich "Kwas" und soll sogar recht lecker schmecken
(saeuerlich) und auch ziemlich abdichten;-). Ob das eine
urspruengliche Bierbraumethode ist, oder ob es sich durch die
langjaehrigen Brotsubventionen etabliert hat weiss ich nicht.
Ausserdem stellt sich mir die Frage, wie die Amylase in das Gebraeu
kommen soll. Ich werde mal einen mir bekannten Kwas-brauer fragen.
Wie man "reines" Bier braut kann man uebrigens hier erfahren:
http://www.schwabmuenchen.de/~lwgymsmue/aktiv/brauen.htm
In punkto psychedelic-beer faellt mir vorallem eine kleine Brauerrei
in Ober(?)Franken ein. Das Ampferbacher Max-braeu! Es kursieren
(natuerlich voellig aus der Luft gegriffene) Geruechte, Maxens
Geheimrezept wuerde noch so einige spezielle Kraeuterchen enthalten.
Um das rauszufinden probiert man es am besten selbst aus!
Aber Vorsicht! ;-)
Constantin
aka Tantin
--
ICQ#: 16291875
>Wenn das der Fall sein sollte, wäre ich auch interessiert, aber ich glaube,
>das Reinheitsgebot ist für alle offiziellen Brauereien verbindlich, will
>heißen,
>was Du in Deinem Keller braust, ist zwar egal, aber wenn Du damit Geld
>verdienen willst, musst Du Dich ans Reinheitsgebot halten. Fertig. Das ist
>ja der Sinn dieses Gebotes. Aber vielleicht gibt es ja in anderen
>(Nachbar-)Ländern so etwas...
Jein. Das Reinheitsgebot gilt nur für Betriebe, die Bier herstellen.
Eigentlich darf jede Brauerei auch eigene Rezepte verwirklichen,
darf das Produkt dann nur nicht unter der Verkehrsbezeichnung
"Bier" in den Verkehr bringen. Soll heissen: wenn eine Brauerei
z.B. Hanfblüten zum Hopfen mit dazugibt, darf sie kein Hanfbier
verkaufen, wohl aber einen Hanftrunk. So geschehen in Berlin.
Oder eine andere Brauerei (in den neuen Bundesländern, soweit
ich weiss) hat für ihr "Schwarzbier" statt dunklem Malz o.ä.
Zuckerkuleur (in verschiedensten Lebensmitteln drin, u.a. auch
in auffällig dunklem Brot) verwendet, weil es eben dort schon
vor der Wende auch so Brauch war (das Reinheitsgebot galt
in der ehemaligen DDR ja nicht). Die dürfen das machen, nur eben
nicht als Bier verkaufen.
Es gibt eine harte Fraktion der Reinheitsgebotbefürworter, die so
argumentiert: durch das Reinheitsgebot werden nicht nur die
Zutaten, sondern auch die Technologie geschützt. Wenn es nach
denen gehen würde, dann wären obige Getränke überhaupt nicht
erlaubt. Es gibt/gab wohl auch einen Prozess gegen den Berliner
Hanftrunk, weiss jemand hier näheres zum Ausgang ?
Grüße, tilman
* Dr. Tilman Schmachtel * t...@hochdorfer.de * http://hochdorfer.de/ *
* Rottweiler Str. 18 * D-72202 Nagold-Hochdorf * Tel: 07459-929232 *
Kräutermischung, die jedoch von Brauer und Gegend abhing. Also
nichts so genau definiertes.
>in Klosterbrauereien die Brautechnik verfeinerten) anstelle von Hopfen
>ins Bier gekommen ist. Sie verwendeten dazu eine Menge Psychedeli-
>katessen, die den von der christlichen Kirche so verhaßten Hexen schon
>seit Jahrhunderten bekannt waren - z.B. Stechapfel und Johanniskraut.
>Hopfen wurde erst verwendet, als es Gesetz wurde. Das Reinheitsgebot ist
>deshalb eigentlich ein Prohibitionsgesetz.
Hopfen wurde auch verwendet, war jedoch auch nicht immer und
überall für jeden erschwinglich. Es wurden auch andere Zutaten
zugegeben, z.B. Ochsengalle oder Bittersalze, was ab und an auch
mal zu einer Vergiftung mit weniger glücklichem Ausgang führte.
1516 erließ dann der bekannte Bayernherzog für seinen Herrschafts-
bereich ein "Reinheitsgebot", wie es vorher auch schon zuweilen für
Städte oder andere Herrschaften erlassen wurde. Dieses "Gesetz"
regelt übrigens auch die Abgabepreise des Bieres und erst im letzten
Drittel die für Bier "zugelassenen" Zutaten.
Über Sinn und Zweck lässt sich streiten: zum einen ging die Zahl der
bierbedingten Todesfälle zurück und zum anderen sicherte der
Bayernherzog sich so ein gutes Einkommen, weil er in dieser Zeit das
Hopfenmonopol besass.... :-)
Grüße, t.s.
P.S.: Diese und die letzte email geben meine PERSÖNLICHE Meinung
wieder und geben nicht die Meinung meines Arbeitgebers wieder.
Aber mit Bilsenkraut und all den anderen harten Sachen, die die da
hineingetan haben? Das war teilweise wirklich heftiges Zeug... da konnte
man auf 'nen heftigen Trip kommen, aber auch boese abstuerzen.
--
Lord BlackLight
http://members.xoom.com/schwarzlicht/
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