Seit April muss sich ein 41-jähriger Gelegenheitsarbeiter aus
Wuppertal vor dem Schwurgericht verantworten. Er soll die Schülerin
mit Chloroform betäubt und getötet haben. Das Motiv für den
mutmaßlichen Mord ist unklar. Die Staatsanwaltschaft will sexuelle
Motive nicht ausschließen. Der Angeklagte hat sich bislang im Prozess
zu den Vorwürfen nicht geäußert.
«Die beiden Zeugen, die aus Altersgründen nicht nach Wuppertal reisen
wollen, könnten für das Verfahren sehr wichtig sein», sagt Arno
Meuser, der als Rechtsbeistand die Mutter des getöteten Mädchens
vertritt, «deshalb wird ihre Vernehmung per Videokonferenz nach
Wuppertal übertragen.»
Nach Angaben des Rechtsanwaltes handelt es sich bei den Zeugen zumeinen
um einen Apotheker, der dem Angeklagten das bei der Tat benutzte
Chloroform verkauft haben soll. Der andere Zeuge soll die Leiche der
Schülerin auf Mallorca in einem Gebüsch gefunden haben. Nach Angaben
von Meuser soll die Videokonferenz am 21.Juli durchgeführt werden.
Eine derartige Konferenz ist in deutschen Gerichtssälen äußerst
selten, auf Mallorca ist es eine Premiere.
Ein Ende des Verfahrens in Wuppertal ist derweil nicht absehbar. Noch
etwa 40 Zeugen sollen vernommen werden, mit einem Urteil rechnen
Experten möglicherweise erst im Herbst. Die getötete Schülerin war
im Ferientrubel im Sommer 2002 auf der Insel verschwunden, ihre Leiche
war erst Wochen später entdeckt worden. Der jetzt angeklagte Mann
hatte sich verdächtig gemacht, weil er kurz nach dem Auffinden der
Leiche die Insel verlassen hatte. Er hatte als Untermieter bei der
Mutter des Opfers gewohnt und auf der Party-Meile der «Playa de
Palma» als Würstchenverkäufer gearbeitet.
Quelle:http://www.w24-365.de/modules/news/article.php?storyid=5428