Anruf des Namens Jesu ....
(zum "Das Wort"
Heft Ende 1949, Lorber Verlag - Für den Inhalt verantwortlich: Dr.
Josef Mahlberg)
Das Geheimnis göttlicher Offenbarungen ist nur so lange ein Geheimnis, wie
sich die Menschen noch nicht klar sind über die Ausgießung des Geistes. Und so
lange werden sie auch zweifeln, verwerfen, Echtes für falsch ansehen und auch
wieder falschen Propheten Gehör schenken, weil mehr die Sucht, etwas
Ungewöhnliches, ihnen Verborgengehaltenes zu erfahren, bei den Menschen
vorspricht, als das tiefe Wahrheitsverlangen und die Liebe zu Gott als Urquell
der Wahrheit.
Göttliche Offenbarungen entstammen diesem Urquell, weil Sich die ewige
Gottheit äußert den Menschen gegenüber, auf das diese Sie erkennen lernen und
Sie lieben können.
Also kann erstmalig nicht abgeleugnet werden, daß Gott Sich offenbart.
Wer nun Ihn hören will, der muß Ihm nahekommen, ansonsten Gott Sich ihm
nicht offenbaren wird.
Und so ist die erste Bedingung ein starker Glaube, daß Gott dem Menschen
gegenwärtig ist .... Die Gegenwart Gottes kann aber nur dann angenommen werden,
wenn der Mensch durch die Liebe Gott sich nähert, also wenn er Gott, als die
ewige Liebe, anzieht durch sein Angleichen an Ihn.
Und so muß ein Lebenswandel in Liebe offensichtlich zu erkennen sein, wo
göttliche Offenbarungen vernommen worden sein wollen. Glaube und Liebe sind also
vorerst nötig, und aus ihnen geht hervor die Demut .... eine tiefe Demut Gott
gegenüber, Der als vollkommenstes Wesen erkannt wird und die Unvollkommenheit
des Geschöpfes, resp. den weiten Abstand von Ihm bewußt werden läßt.
Dem Demütigen gibt Gott Seine Gnade .... Darum wird ein Mensch, der
göttlicher Offenbarungen gewürdigt wird, niemals sich selbst in den Vordergrund
stellen, er wird niemals seine eigene Person herausstellen, sondern immer nur
für Gott eintreten den Mitmenschen gegenüber. Und ein solch demütiger, in der
Liebe und im Glauben stehender Mensch kann niemals ein falscher Prophet sein, er
wird als Werkzeug Gottes benützt und Empfänger göttlicher Offenbarungen sein,
die als von Ihm Selbst gesprochen bewertet werden müssen und nur reinste
Wahrheit enthalten.
Es gibt keine halben Wahrheiten, es gibt, kein Teilwissen, so Gott Selbst
Sich einem Menschen kundgibt so Er Seinen Geist über einen Menschen ausgießt,
der sich dessen würdig macht.
Immer und ewig wird Gott Sein Wort den Menschen auf Erden vermitteln, und
immer und ewig wird sich dieses Sein Wort gleichbleiben ....
(17.12.1949) So Gott aber zu den Menschen spricht durch
eines dienstwilligen Menschen Herz und Mund, wo Er also durch diesen allen
Menschen Sein Wort gibt, muß stets damit gerechnet werden, daß sich der Satan
mit allem Eifer einsetzet, um das göttliche Wirken zu unterbinden, und da er
sich nicht gegen Gott Selbst wenden kann, er sich dessen Werkzeug gefügig zu
machen sucht.
Also wird sein Bestreben sein, den Menschen an der Entgegennahme des
göttlichen Wortes zu hindern, sooft dies möglich ist. Er scheut auch vor keinem
Mittel zurück, nur wird er immer einen starken Gegner haben in Jesus Christus,
dem Sohn Gottes und Erlöser der Welt. Denn Dieser war gewissermaßen von Beginn
Seiner Sendung an des Satans größter Feind, weil Er ihn überwältigte und durch
Seinen Sieg unzählige Seelen dem Satan abgerungen hatte.
Diese Feindschaft zwischen dem höchsten Lichtgeist und dem Fürsten der
Finsternis wird ein ständiges Gegenwirken des letzteren dem Zuführen der reinen
Wahrheit nach sich ziehen. Doch der Mensch als solcher hat einen sicheren Schutz
gegen alle derartigen Einflüsse und gottfeindlichen Bemühungen in dem göttlichen
Erlöser Jesus Christus Selbst, Der durch bloßen Anruf, durch Aussprechen Seines
geheiligten Namens, dem Menschen die Kraft gibt, sich des lästigen Feindes zu
erwehren.
Doch es darf dieser Anruf nicht nur ein Lippengebet, ein gedankenloses
Aussprechen mit dem Munde sein, wie alles, was die von Gott verheißene Wirkung
haben soll, ein Gebet im Geist und in der Wahrheit voraussetzt.
Jesus Christus ist noch immer der Schirmherr eines tiefen Glaubens, Er ist
noch immer der Macht des Gegners gewachsen und vermag nur allein durch Seinen
Willen Seinen Gegner unschädlich zu machen.
Doch ob die Menschen Seinen Schutz in Anspruch nehmen wollen, liegt ihnen
selbst ob.
Der Unglaube an die Kraft Seines Namens gibt dem Satan das Übergewicht,
doch dann haben es sich die Menschen selbst zuzuschreiben, wenn sie in seine
Gewalt geraten, was Gott zwar stets zu verhindern suchen, jedoch niemals
zwangsmäßig auf den Willen des Menschen einwirken wird. Der Glaube allein ist
die unversiegbare Kraft, die ein Mensch dem Widersacher entgegensetzen kann, und
er wird sicher weichen, doch der Glaube ist freie Willenssache eines Menschen,
er kann alles erreichen, wird aber niemals von Gott gezwungen, weshalb der
Mensch, der nicht tief glaubt, die Macht Seines Gegners zu spüren bekommt, der
ihn zum Abfall von Gott zu bringen sucht ....
(19.12.1949) Der Anruf des Namens Jesu also ist und bleibt sicherster
Schutz, denn Ihm muß der Satan weichen, ansonsten die Gottheit Jesu angezweifelt
werden müßte oder die Macht des Satans Gott Selbst übertreffen würde.
Es ist falsch, anzunehmen, daß einmal gegebene Verheißungen
Kraft und Wirkung verlieren könnten;
es ist ferner falsch, Äußerungen unreifer Seelen aus dem
geistigen Reich für göttliche Offenbarungen zu halten, denn es muß ein
Unterschied gemacht werden von Übertragungen aus dem geistigen Reich auf das
körperliche Ohr des Menschen und solchen, die als Geistwirken das geistige Ohr
berühren.
Es muß also unterschieden werden:
Ausgießung des Geistes im wachen Zustand
von
Mitteilungen aus dem geistigen Reich im unbewußten Zustand, wo
gewissermaßen alle Geister Zugang haben und der menschliche Wille die Geistwesen
zu Gehör kommen läßt, denen er sich ausliefert.
Dann ist der förmliche Ausspruch des Namens Jesu nicht genügend, jene
Geister zu verdrängen.
So jedoch Jesus Christus im Geist und in der Wahrheit angerufen wird,
werden auch jene Geister gebannt.
Darum ist es auch nicht ratsam, einen Verkehr mit der geistigen Welt
herzustellen, so die Ergebnisse in unbewußtem Zustand gewonnen werden, die auch
niemals als göttliche Offenbarungen hingestellt werden dürfen, weil zu solchen
das Wirken des Geistes im Menschen erforderlich ist, so daß die Äußerungen
Gottes als innere Stimme vernommen wird.
Es kann wohl ein Verkehr mit der geistigen Welt angebahnt werden durch
eifrige geistige Gedankentätigkeit, weil dann die Geistwesen gedanklich auf den
Menschen einwirken, doch dann ist immer noch der Wille des Menschen, sein
Lebenswandel und sein Reifegrad ausschlaggebend, welche Wesen sich ihm nahen und
ihn gedanklich belehren.
Doch der Anruf Jesu Christi im Geist und in der Wahrheit wird mit
Sicherheit den Menschen schützen vor geistiger Gefahr, wie es auch nicht anders
denkbar ist, wenn eine göttliche Macht voller Weisheit und Liebe anerkannt
werden soll, Die auch über den Satan Gewalt hat und Ihre Geschöpfe wahrlich
schützen wird vor dessen Einfluß, wenn die Geschöpfe selbst dies ernstlich
wollen, wenn sie also Gott zustreben und dem Satan entfliehen wollen.
Suchet den Fehler oder den Grund stets bei euch selbst, wenn die
Erfahrungen nicht den Verheißungen Christi entsprechen. Sein Wort ist
unantastbar, es ist unveränderlich und reinste Wahrheit, also wird es auch
bestehen bleiben und niemals an Wirkung verlieren.
Und immer werden sich die Menschen Sein Wort zur Richtschnur ihres
Lebenswandels nehmen können, und die Erfüllung Seiner Verheißungen wird ihnen
gewiß sein .... Amen
BD 4799