Lieber Gerd,
ich danke dir für deine mail mit deinen Anmerkungen sprich deinem Verständnis von Körper, Seele und Geist, das aber nicht mit der Lehre Jesu an Lorber übereinstimmt.
Das Wirken Satans in einer von mehreren Lorberniederschriften wird jedem Leser offenbar, wenn er den nachfolgenden Vergleich in zwei Spalten mit dem Herzen liest.
Ich möchte an dieser Stelle auf den Widerspruch bei Lorber hinweisen! Wer Licht in der Seele hat, also den Geist Gottes schon geweckt hat, der wird den Widerspruch deutlich erkennen!
Zwei Versionen in zwei Spalten gegenüber gestellt, .....in der ersten Version bei Lorber ist die Seele unfertig und erst im siebten Monat wird die Substanz in den Körper aus Fleisch gegeben!
In der zweiten Version ist die Seele komplett vorhanden bei der Einzeugung ins Fleisch! Der HERR belehrt uns dazu beispielsweise;
[GEJ 10.185.4] Und nun sieh her! Da vor der Tür steht schon eine Menschengestalt, wie die eines Kindes, und wartet, bei einer nächsten Zeugung in den Leib einer Mutter aufgenommen zu werden. Und hinter dieser
Seelenerscheinung
siehst du eine Lichtgestalt;
das ist schon dieser Seele jenseitiger Geist,
der dafür Sorge tragen wird, daß diese – gegenwärtig noch – Naturseele bei der allernächsten Gelegenheit in einem Mutterleibe versorgt wird.
[GEJ 10.185.5] Und nun hast du auch das gesehen, wie aus den letzten drei, schon vollkommenen Tierstufen – freilich mit vielen tausend Vorangängen – eine Menschenseele zum Vorschein gekommen ist.
[GEJ 10.185.6] Es wird davon ein männliches Kind zur Welt geboren werden, aus dem, so es wohl erzogen wird, ein großer Mann werden kann.
Das Gemütliche (Gemütvolle) der Gazelle wird sein Herz regieren,
das Schlaue des Schakals seine Vernunft
und
das Kräftige des Riesenaars seinen Verstand, seinen Mut und seinen Willen.
Sein Hauptcharakter wird ein kriegerischer sein, den er aber durch sein Gemüt und durch seine Klugheit mäßigen und also ein sehr brauchbarer Mensch in was immer für einem Stande werden kann. Wird er aber ein Krieger, so wird er zwar auch durch seinen Mut Glück haben, aber ebenfalls eine Beute der andern kriegerischen Waffen werden.
[GEJ 10.185.7] Damit du das Kind aber gleich von der Geburt an beobachten kannst, so wird dein irdischer Nachbar schon im nächsten Jahre als sein Vater auftreten können.
Der Widerspruch in "Die Erlösung" (Linke Spalte der Aufstellung) zu den Worten Gottes an Lorber in der rechten Spalte, ist jedermann offenbar, der ein wenig Licht im Verstand hat. Daß sich aus diesem Falschen eine falsche Lehre unter Lorber Freunden gebildet hat, das ist das Wirken Satans unter denen, die blindgläubig ohne zu prüfen alles gleich als bare Münze annehmen und beim Lesen der GEJ den Widerspruch nicht erkennen.
Hier nun ein Textvergleich, der den Widerspruch offenbar macht.
Der Gottesgeistfunke ist LICHT .... und LICHT kann nicht abfallen von Gott, denn dieser Gottesgeistfunke ist untrennbar von Gott, wie man auch Licht nicht von der Liebe trennen kann!
Es war der Wille des Urgeschöpfes, der Ebenbild Gottes, der sich von der Ewigen Liebe und dem ewigen Licht trennte, somit lichtlos und kraftlos wurde. Die einst von Gott als Ebenbild ausgestrahlte Kraft wurde licht-und leblos, kann aber sich nicht in Nichts auflösen!
Die linke Spalte ist ein Diktat Luzifers an Lorber und durch Bertha Dudde werden wir vom HERRN belehrt, warum dies dem Lorber passieren konnte.
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[HIM 3.400617.3] Seht, der Mensch ist zusammengesetzt aus
einem naturmäßigen Leibe, der da ist ein Gefäß,
darinnen sich
durch die verschiedenen Organe
eine lebendige Seele ausbilde;
denn im Entstehen durch die Zeugung wird nur das alleinige Wesen des Leibes konstruiert.
Und erst im
siebenten Monate,
wenn schon das leibliche Wesen organisch, wenn auch noch nicht ganz der Form, doch aber all den Teilen nach ausgebildet wird durch das vegetative Leben der Mutter, –
so erst wird in der Gegend
der Magengrube
ein für eure Augen nicht wahrnehmbares, vom Zeuger herrührendes Bläschen,
darinnen die Substanz der Seele enthalten ist,
geöffnet und teilt sich dann dem ganzen Organismus durch die Verbindung der Nerven mit,
umwandelt dann ein in allen Nerven vorfindliches magnetisches Fluidum in die seinige und dringt dann in aller elektrischen Schnelle bald auch in alle übrigen Organe, namentlich aber zuletzt erst in die Herzmuskeln, was gewöhnlich erst am siebenten Tage, bei einigen manchmal etwas später erst geschieht.
[HIM 3.400617.6] Hier merket wohl auf, – gleich ungefähr
drei Tage vor der Geburt
aber wird
aus der allerfeinsten und zugleich solidesten Substanz der Seele
in der Gegend des Herzens
ein anderes
unendlich feines Bläschen gebildet,
und in dieses Bläschen wird
ein einst böse gewordener Geist,
der da ist dem Wesen nach ein Funke der göttlichen Liebe,
hineingelegt;
gleichviel ob der Körper männlich oder weiblich ist, so ist doch der Geist ohne geschlechtlichen Unterschied und nimmt erst mit der Zeit etwas Geschlechtliches an, welches sich durch die Begierlichkeit kundgibt.
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[GEJ 3.221.8] Hat der Mensch alle die geforderten und vorgeschriebenen Lebensbedingungen erfüllt, hat er Gott über alles und seinen Nächsten – selbst dann, wenn der ihn als ein arger Feind verfolgt hatte – mehr denn sich selbst geliebt, dann hat er in sich den in seiner Seele Herz gelegten Gottesgeistfunken belebt und zum Wachsen erweckt. [GEJ 3.221.9] Von da an erst wächst der Gott im Menschen, durchdringt die Seele, macht sie sich ebenbürtig, und also ist der frühere Naturmensch aus dem tiefsten Nichtigkeitsschlamm zu einem Gotteskinde geworden, das sich in solch einem vollendeten Zustande aller jener Vollkommenheiten zu erfreuen hat, die in Gott Selbst vorhanden sind.
50. Kapitel – Geistereinflüsse bei der Zeugung des Menschen. 15. März 1847 [ER 50.1] Es ist euch zwar schon über das Wesen des Menschen, dessen Seele und Geist so viel gesagt worden, daß ihr sozusagen schon fast das meiste wisset, was das ganze Wesen des Menschen betrifft; auch die Zeugung ist euch schon auf die mannigfaltigste Weise gezeigt worden. Es bleibt demnach nur noch übrig, euch den Einfluß der Geister zu zeigen, den diese bei der Zeugung des Menschen haben. [ER 50.2] Was die materielle Zeugung betrifft, so unterscheidet sie sich von der gemein-tierischen wenig oder gar nicht; der Unterschied liegt mehr im Innern. [ER 50.3] Die Seele muß natürlicherweise schon vor der Zeugung komplett da sein, d. h. sie muß alle substanziellen Spezifika in sich vereinen, welche sonst im ganzen Universum verteilt sind und ihr von allen Seiten zugeführt werden. [ER 50.4] Ein solches vollkommenes substanzielles Spezifikalkompendium ist dann schon die Seele; nur sind die Spezifika in ihr gewisserart chaotisch also untereinandergemengt, daß man allenfalls sagen könnte: die Seele ist vor der Zeugung ein Knäuel, ein sogenannter gordischer Knoten, der erst entwirrt werden muß, um zu einer Form zu gelangen. Die Entwirrung dieses Knotens beginnt eben mit dem Akte der Zeugung;
denn da wird dieser gordische Seelenknoten in den Mutterleib getrieben und umhülst. [ER 50.5] Innerhalb dieser Umhülsung fangen dann die korrespondierenden Intelligenzen an sich zu erkennen, sich einander zu nähern und einander zu ergreifen. Damit sie aber das können, verschaffen ihnen die Geister in ihre Umhülsung Licht, in welchem Lichte sich diese substanziellen Spezifikalintelligenzen erkennen, aussondern, sich dann einander annähern, ergreifen und verbinden, und das alles durch die Nötigung aus dem Willen jener Geister, denen dieses Geschäft anvertraut ist. Diese Geister aber sind das, was ihr „Schutzgeister“ nennt, und es sind Engel und große Engel, die alle da Einfluß nehmen: und da gibt es keinen Menschen, der nicht wenigstens drei Schutzgeister, zwei Engel und einen großen Engel hätte, über die noch ein Siebenter wacht, Den ihr schon wohl kennet! [ER 50.6] Diese Schutzgeister und Engel sind vom Augenblicke der Zeugung fortan um die neugezeugte Seele und sorgen unablässig für die ordnungsmäßige Ausbildung derselben. [ER 50.7] Hat die Seele einmal in ihrer Umhülsung die menschliche Form wieder bekommen, so werden ihr dann aus dem Mutterleibe entsprechende Spezifika zugeführt. Diese Spezifika verwendet endlich die Seele zu ihrer eigenen festeren Aneinanderbindung ihrer Intelligenzen. [ER 50.8] Ist das geschehen, so strömen aus dem Mutterleibe schon wieder andere und neue Spezifika in den Ort der neuen Menschwerdung im Mutterleibe; diese werden schon zur Bildung der Nerven verwendet. Die Nerven sind gewisserart Stricke und Schnüre, die von der Seele überall ergriffen und angezogen werden können, um dadurch dem nachfolgenden Leibe eben durch diese Schnüre und Stricke jede mögliche Bewegung geben zu können. [ER 50.9] Sind die Nerven in ihren Grundlagen und Verbindungen fertig, dann strömen schon wieder neue Spezifika nach. Diese werden zur Bildung der Eingeweide angeordnet; und sind die Haupteingeweide in den ersten organischen Grundlagen dargestellt, so werden sie dann sogleich mit den Hauptnerven verbunden. [ER 50.10] Nach dieser Arbeit geht es dann mit schon wieder etwas anderen Spezifiken an die völlige Ausbildung der Eingeweide. Da aber natürlich in dem Kopfe die meisten Nerven zusammenlaufen, und zwar hauptsächlich im Hinterhaupte, in dem auch die Seele ihren Kopf hat, so beginnt zugleich mit der Bildung der Eingeweide auch die Bildung des Kopfes, welcher das entsprechendste Bild der Seele ist, weil alle Intelligenz der Seele sich durch gewisse Hauptausstrahlungen im Kopfe konzentriert. Und weil die Augen das allervollkommenste Symbol der Intelligenz sind, so wird auch der Kopf und besonders die Augen am ersten ersichtlich sein; denn in den Augen strömen alle Ausstrahlungen der einzelnen Intelligenzen der Seele durcheinander und bilden durch eben dieses Durcheinanderströmen die naturmäßige Sehkraft der Seele, mittelst welcher sie die Außenwelt in sich selbst hineinschauen kann. [ER 50.11] Ist die Seele mit dieser Arbeit durch die Willenshilfe der Geister fertig, so werden ihr wieder neue Spezifika zugeführt; aus denen werden dann schon allerlei Dinge des menschlichen Leibes geordnet. Es braucht hier nicht des Machens oder Schaffens; die Sache macht sich von selbst, wenn ihr nur der Weg in die Ordnung angezeigt ist. Und so wird hier Fleisch, Knorpel, Muskeln, Sehnadern und Knochen gestaltet, und es ergreift sich von selbst, was zu einem und demselben gehört; nur würde die Richtung verfehlt sein, und dadurch auch die Form, wenn die Geister den Intelligenzspezifiken durch ihre weise Willenskraft nicht den rechten Weg vorzeichneten, was sogar manchmal geschehen kann, wenn sich die Mutter, die so ein Kind in sich trägt, manchmal in ihrem Gemüte in die Hölle begibt, wo dann freilich Meine guten Geister und Engel nicht volle werktätige Gesellschaft leisten können. Die Folge solchen Übels ist gewöhnlich eine Mißgeburt oder manchmal gar ein Einschiebling aus der Hölle, welchen das sogenannte gemeine Volk einen „Wechselbalg“ nennt, – daher es jeder Mutter zu empfehlen wäre, sich während der Schwangerschaft so christlich tugendhaft als möglich zu betragen. 51. Kapitel – Die Entwicklung der menschlichen Leibesfrucht. 18. März 1847 [ER 51.1] Wenn die Seele obbeschriebene Knorpeln, Muskeln, Knochen und Sehnadern ausgebildet hat, so wird von ihr weitere Sorge dahin getragen, die äußersten Extremitäten durch richtige und ordnungsmäßige Verwendung der dazu gehörigen Spezifika zur völligen Vollendung zu bringen. [ER 51.2] Wenn auch das getan ist, dann zieht sich die Seele in die Eingeweide zurück und beginnt die Muskeln des Herzens in Bewegung zu setzen, durch welche Bewegung zuerst durch eigene, wasserklare Säfte die Organe geöffnet und gewisserart durchstoßen werden. [ER 51.3] Ist dieser Durchstoß geschehen, dann setzt die Seele alsbald die Milz in Tätigkeit; dadurch wird sogleich das Blut erzeugt und in die Herzkammern geführt, von denen aus es dann auch alsbald in die durchstoßenen Organe getrieben wird. [ER 51.4] Hat das Blut einmal den ersten Kreislauf gemacht, so wird der Magen in Tätigkeit gesetzt und beginnt sogleich die in ihm liegenden Nährsäfte in eine größere Gärung zu bringen, wodurch dann schon die edleren, mehr substanziellen Spezifika ausgesondert, die gröberen, unverdaulichen, schleimigeren Flüssigkeiten aber hinausgestoßen werden durch den natürlichen Entleerungskanal, wodurch dann auch die Flüssigkeit in der Mutterblase herkommt, welche gewisserart nichts anderes ist als der Unrat des nun schon im Mutterleibe leiblich lebenden Kindes. [ER 51.5] Wenn diese Frucht im Mutterleibe dem Leibe nach lebend bei drei Monate zugebracht hat, so wird der ruhig gewordenen Seele, deren seelisches Herz eine gewisse Solidität erreicht hat, durch einen Engelsgeist ein ewiger Geist in eben das Herz der Seele unter siebenfacher Umhülsung eingelegt; natürlich muß sich hier niemand eine materielle Umhülsung denken, sondern eine geistige, welche viel kräftiger und haltbarer ist als eine materielle, – was sich auch schon aus vielen Dingen auf der Welt ersehen läßt, wo es ein leichteres ist, einen materiellen Kerker zu durchbrechen, als einen geistigen. [ER 51.6] Nehmet nur einmal einen dürftigen und dann einen überaus reichen Menschen! Stellt den dürftigen Menschen zu einer dicken Mauer hin und sagt ihm, daß er diese Mauer durchbreche, – und er wird ein Brecheisen und einen starken Hammer nehmen und wird damit Meister der starken Mauer. Wenn er aber zu dem reichen, hartherzigen Menschen kommt, da wird er weder mit Brecheisen noch mit dem Hammer und noch weniger durch Bitten das Herz des Reichen bemeistern; denn dieses ist mit geistigen Banden umschlossen, die keine irdische Macht zu durchbrechen vermag. Das vermag allein nur der Geist aller Geister! [ER 51.7] Nach der Einlegung des Geistes in das Herz der Seele, welche Handlung bei einigen Kindern früher, bei anderen später geschieht, bei vielen drei Tage vor der Geburt, wird der Leib schneller ausgereift, und die Geburt wird vor sich gehen.
52. Kapitel – Seele und Geist im Menschen. 20. März 1847 [ER 52.1] Was die natürliche Erde betrifft, das haben wir in dem natürlichen Teile dieser Mitteilung so genau als möglich abgehandelt; daß aber diese scheinbar natürliche Erde nichts weniger als natürlich, d. h. materiell ist, werden wir eben durch die gegenwärtige weitere Enthüllung noch genauer erkennen, als wir es bisher erkannt haben. [ER 52.2] Um aber in dieser Sache zu einer gründlichen Kenntnis zu gelangen, müssen wir das wohl recht fundamentalisch verstehen, was so ganz eigentlich Seele und Geist ist. [ER 52.3] Es ist zwar dieser Unterschied schon gezeigt worden, und für sehr lichte Gemüter wäre das bereits Gesagte hinlänglich, um das Wesen des Geistes und der Seele voneinander gehörig zu sondern; aber für euch, die ihr in dem Fache des inneren Lebens noch nicht die richtige Beschaulichkeit habt, muß die Sache schon noch etwas klarer abgefaßt werden, damit ihr dadurch zu einer richtigen Beschaulichkeit gelangen könnet. [ER 52.4] Die Seele ist das Aufnahmeorgan für alle endlos vielen Ideen des Urgrundes, aus dem sie wie ein Hauch hervorgegangen ist. Sie ist der Träger der Formen, der Verhältnisse und der Handlungsweisen. Alle diese Ideen, Formen, Verhältnisse und Handlungsweisen sind in ihr in kleinsten Umhüllungen niedergelegt. [ER 52.5] Ein gerechtes Maß von allem dem in ein Wesen zusammengefaßt bildet eine vollkommene Menschenseele. Weil die Seele aber eben ein Kompendium von einer zahllosen Menge verschiedenartiger substanzieller Intelligenzpartikeln ist, so kann sie als ein Zusammengesetztes auch wieder getrennt werden in ihren Teilen, gleichsam wie die Luft, die zwar auch ein Kontinuum bildet und darstellt, aber dennoch einer unendlichen Trennung fähig ist. [ER 52.6] Daß die Luft in größeren, kleineren und kleinsten Partien voneinander abgesondert werden kann, das beweist euch der nächste beste Schaum, der aus nichts als aus lauter Luftbläschen besteht, die durch die Bewegung einer etwas zähen Flüssigkeit entstanden sind. Wenn die Bläschen vergehen, so ist die darin verschlossene Luft gleich wieder eins mit der ganzen Masse; solange aber die Bläschen bleiben, schließen sie einen Teil Luft in sich und sondern diese durch die durchsichtige Wand von der äußeren Luft – wie ihr zu sagen pflegt – hermetisch geschlossen ab. [ER 52.7] So ist auch das ganze Universum, ja die ganze Unendlichkeit erfüllt mit den Ideen der Gottheit, und dieselben, die die ganze Unendlichkeit ausfüllen, sind auch in einer Monade alle anzutreffen, aber natürlich in dem möglichst verjüngtesten Maßstabe, gleichwie die Luft im kleinsten Seifenbläschen alle dieselben Teile in sich faßt, welche in der allgemeinen Luft anzutreffen sind. – Das wäre sonach die Seele. [ER 52.8] „Ja, was ist denn hernach der Geist?“ wird mancher Psychologe fragen. – [ER 52.9] Der Geist ist in sich zwar keine Form, aber er ist eben dasjenige Wesen, das die Formen schafft; und erst, wenn die Formen geschaffen sind, kann er in eben diesen geschaffenen Formen selbst als Form wirkend auftreten, – was ebensoviel sagen will als: [ER 52.10] Jede Kraft, wenn sie sich als solche beurkunden soll, muß sich eine Gegenkraft stellen; erst zufolge dieses geschaffenen Stützpunktes kann die Kraft ihre Wirkungen äußern und zur Erscheinlichkeit bringen. [ER 52.11] Der Geist ist demnach gleich dem Lichte, welches in sich selbst zwar ewig Licht bleibt, aber als Licht so lange nicht bemerkbar auftreten kann, solange es keine Gegenstände gibt, die es erleuchtete. [ER 52.12] Das Licht geht, wie ihr z.B. auch schon bei der Sonne seht, fortwährend gleichmäßig von ihr aus; aber ohne Gegenstand kann kein Auge sein Dasein merken. Eine mondlose Nacht hat ebensoviel von der Sonne ausgehendes Licht als eine mondhelle; aber im ersten Falle hat das Licht keinen Gegenstand droben im hohen Äther, und darum merkt es niemand, daß es vorhanden ist. Steht aber der Mond als ein tüchtiger Körper zur Nachtzeit im hohen Äther, da wird das ausgehende Sonnenlicht gleich sehr gewaltig wahrgenommen, und jedermann, der nur einigermaßen mit der Sternkunde vertraut ist, wird es leicht merken, wie und woher der Mond von der Sonne beschienen wird. [ER 52.13] Die geistige Wirkung des Lichtes möget ihr sehr leicht in der Natur schon merken. Es liegt zwar in der Erde und in der Luft alles vorhanden, alle Formen des Seins und Werdens liegen in der scheinbaren Materie bewegungs- und regungslos beisammen, und es rührt sich nichts in ihnen; aber wenn das Licht kommt, da bekommen die wie tot beisammenliegenden Formen Leben, ergreifen sich und werden zu neuen Formen. Vergleicht nur den Winter und den Sommer miteinander, und des Lichts geistiges Wirken kann euch nicht entgehen! [ER 52.14] Nun wisset ihr auch, was so ganz eigentlich der Geist ist: er ist das Licht, welches aus seiner eigenen Wärme sich von Ewigkeiten zu Ewigkeiten erzeugt, und ist gleich der Wärme die Liebe und gleich dem Lichte die Weisheit. [ER 52.15] So ein Mensch auch eine noch so vollkommene Seele hat, hat aber wenig oder gar kein Licht,
so wird er in seiner Seele und auch in seinem Leibe wenig oder gar keine Tätigkeit besitzen. Kommt aber in diese Seele Licht, so wird sie tätig nach dem Maße des Lichts in ihr. [ER 52.16] Die Seele z.B. eines Kretins ist in sich ebenso vollkommen als die eines Doktors der Philosophie; aber der Leib dieser Seele ist zu plump und schwer und läßt nur äußerst wenig oder gar kein Licht in die Seele, – oder der Lichtfunke, der in die Seele gelegt ist, kann nicht auflodern, weil er zu sehr gedrückt wird von der plumpen Fleischmasse. Die Seele eines Philosophen aber läßt viel Licht durch; die Fleischmasse ist durch das viele Lernen lockerer geworden und drückt nicht so sehr die geistige Flamme auf einen Punkt zusammen. [ER 52.17] Aus diesem Grunde wird man im ersten Falle entweder gar keine oder nur sehr wenig Tätigkeit finden; im zweiten Falle aber wird das erleuchtete Individuum vor lauter Tätigkeit fast keine Rast und Ruhe haben. [ER 52.18] Es ist hier freilich noch nicht von der Weisheit die Rede, wo in der Seele alles licht wird, sondern es ist hier nur die Rede von wenig oder gar keinem Lichte und von mehr und viel Licht, daraus sich auch schon ganz klar ersehen läßt, daß ohne Geist oder Licht alles tot und keiner weiteren Entwicklung und Vervollkommnung fähig ist, während im Lichte alles lebendig tätig sich ausbildend und vervollkommnend wird. [ER 52.19] Licht hat für sich sicher ebenfalls keine Form; aber es schafft die Formen und wirkt dann selbst als Form in den Formen. Die Formen können getrennt oder zusammengebunden und neue Formen zahllosartig gestaltet werden; das Licht aber kann nicht getrennt werden, sondern es durchdringt alles ohne Unterbrechung, was fürs Licht aufnahmefähig ist; was aber fürs Licht nicht aufnahmefähig ist, das bleibt in sich finster und tot, – denn ein lichtloser Zustand der Seele ist ihr Tod. [ER 52.20] Es versteht sich nämlich von selbst, daß hier von dem ewigen, gleichen Lichte die Rede ist, welches allein das Leben bedingt, und nicht von einem Schuß-, Blitz-, also Zornlichte, welches nur auf Augenblicke eine zweifelhafte Erleuchtung gibt; wann es aber aufhört, dann wird es zehnfach finsterer denn vorher. Ein solches Licht ist gleich dem höllischen Lichte. Da gibt es auch solche Aufloderungen; aber nach jeder gibt es allezeit eine zehnfach größere Finsternis. [ER 52.21] Da wir nun den Unterschied zwischen Seele und Geist hoffentlich klar genug gesehen haben werden, so können wir dann auch leicht fassen, daß die Erde in ihrer Feste nichts als die gefangene Seele Satans ist, während dessen Geist in neue, undurchdringliche Bande gefesselt in ihr haftet. |