Kleine MOERDER oder Grosse Voelkerrechtsverbrecher unter uns ? Dieser heissr KLEIN, sein Chef heisst ANGELA MERKEL.
Beide wurden bisher nicht angeklagt wegen Voelkermordes, eben wie mit der NSU nicht die ANSTIFTER aus der CDU und Schlimmeren auf der Anklagebank sitzen. Klein wurde sogar GROSS zum General befoerdert.
http://tagesschau.de/ausland/kundus-entschaedigungsprozess100.htmlKundus-Opfer fordern Entschädigung
"Deutschland muss dafür geradestehen"
In Bonn geht der Schadensersatz-Prozess von Zivilopfern des Luftangriffs von Kundus weiter. Zwei Familien verlangen von der Bundesregierung eine höhere finanzielle Entschädigung. Sie machen Deutschland nach wie vor heftige Vorwürfe. Sandra Petersmann hat zwei Hinterbliebene getroffen.
Von Sandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Südasien
Zerstörter Tanklaster nach dem Luftangriff von Kundus (Foto: picture alliance / dpa) Großansicht des Bildes Taliban sollten getroffen werden - doch die meisten Opfer von Kundus waren Zivilisten. "Nein, keine Fotos machen - auf gar keinen Fall!" Abdul Hanan und Jamaluddin aus dem nordafghanischen Kundus wehren ab: "Das benutzen die nur wieder gegen uns", sind sich beide Männer sicher - und sprechen von deutschen Lügnern in der Bundesregierung. Im Gespräch kippt die Stimmung manchmal ins Feindselige.
Die Männer sind einfache Bauern ohne große Bildung. Man sieht ihnen die harte Landarbeit an. Der 35-jährige Abdul Hanan sagt, dass jene verhängnisvolle Bombennacht vom 3. auf den 4. September 2009 das Leben seiner Familie zerstört hat. Er ist einer der beiden Kläger in Bonn.
"Die Deutschen wissen genau, was passiert ist"
"Das war so eine schreckliche Tat. Ich habe in dieser Nacht meine beiden ältesten Söhne und einen Neffen verloren. Ich kann das einfach nicht vergessen", sagt Abdul Hanan. Er erinnere sich noch immer täglich an die Zeit, als die drei noch zur Schule gingen und spielten. "Wie oft soll ich noch von dieser Nacht erzählen?", fragt er. Die Deutschen wüssten genau, was damals passiert ist. "Sie haben uns bombardiert und unsere Kinder getötet, für ein paar Fässer Diesel. Warum haben sie das getan? Warum haben sie die Gegend nicht einfach abgeriegelt? Wo war die afghanische Regierung?"
Audio: Wie viel ist ein Menschenleben wert? Klagendes Opfer von Kundus
AudioSandra Petersmann, ARD-Hörfunkstudio Neu-Delhi 17.04.2013 08:40 | 3'06
Jamaluddin lebt im gleichen Dorf. Er ist 48 Jahre alt und sagt, dass er in der Bombennacht am Kundus-Fluss drei Brüder und einen Neffen verloren hat. Er kümmere sich seitdem um die Frauen seiner getöteten Brüder und um deren 14 Kinder - zusätzlich zu den eigenen zwölf. Eine der Witwen ist die zweite Klägerin in Bonn. Doch die Macht in der traditionellen, afghanischen Familie hat der Mann. Die klagende Frau bleibt unsichtbar.
"Die Deutschen hätten uns die Schuldigen ausliefern müssen, damit sie vor unseren Augen verbrennen", fordert Jamaluddin. Sie sollten genauso sterben wie ihre Opfer. "Aber sie sind frei, und deswegen verlangen wir eine Kompensation und eine Bestrafung nach internationalen Gesetzen."
Klein hatte Angst vor Waffen gegen seine Soldaten
Ein Blick zurück: Am 3. September entführten die radikal-islamischen Taliban in der Nähe des Unruhedistrikts Chardara zwei Tanklaster der NATO. Auf der Flucht blieben die Tanker auf einer Sandbank im Kundus-Fluss stecken. Oberst Georg Klein, damals Kommandeur in Kundus, gab nach Mitternacht den Befehl zum Luftangriff auf die Tanker. Er hatte nach eigenen Angaben Angst davor, dass die Laster als Waffen gegen seine Soldaten eingesetzt werden könnten.
Als die Bomben fielen, waren neben Taliban auch viele Zivilisten auf der Sandbank, um Diesel abzuzapfen. Wie viele genau, ist unklar. Afghanische Menschenrechtler gehen von 91 getöteten und elf verletzten zivilen Opfern aus.
"Warum lassen sie Klein laufen?"
Oberst Georg Klein (Foto: AP) Großansicht des Bildes Oberst Georg Klein - inzwischen General - hatte den Angriff befehligt. Für Abdul Hanan ist die Rechtslage eindeutig: Deutschland ist schuldig. Er erklärt, dass er regelmäßig mit seinem Anwalt Karim Popal telefoniert. Offenbar weiß er, dass das Ermittlungsverfahren gegen den verantwortlichen Kommandeur Klein eingestellt wurde. Dieser ist inzwischen zum General befördert worden.
"Die deutsche Regierung muss für ihre Tat geradestehen. Sie muss uns den Kommandeur aushändigen. Und wenn sie das nicht will, dann muss sie eine Kompensation zahlen, die unser Leben auf Dauer absichert", fordert Abdul Hanan. Er weiß aber auch, dass die Deutschen ihnen den Kommandeur natürlich niemals übergeben werden. "Aber warum lassen sie ihn laufen?", fragt er. "Warum hat er befohlen, Bomben auf uns zu werfen? Warum muss er sich dafür nicht verantworten?"
Die beiden afghanischen Männer verweisen auf den Islam und auf ihre Tradition. Demnach wird ein Mord durch Blutrache gesühnt. Oder, indem die Opferfamilie von der Täterfamilie eine Frau oder Vieh bekommt. Oder indem Geld fließt.
Sie würden Deutschland erst vergeben, wenn die Regierung sie ausreichend kompensiere, erklärt Abdul Hanan. Es sei ihr Recht, das zu verlangen. "Afghanen vergeben denen, die sie entschädigen. So sei es üblich."
Bisherige Entschädigung reiche nicht aus
Die Bundesregierung hat im Sommer 2010 Geld an rund 90 Opferfamilien gezahlt. Als freiwillige Hilfsleistung, alles andere hätte als juristisches Schuldeingeständnis gewertet werden können. Abdul Hanan hat nach eigenen Angaben 5000 US-Dollar bekommen. Jamaluddin erklärt, dass er als männliches Oberhaupt für die Familien seiner drei getöteten Brüder insgesamt 15.000 Dollar bekommen hat. Was davon an die betroffenen Frauen gegangen ist, bleibt unklar. Doch nach Angaben ihres Bremer Anwalts Karim Popal hat die jetzt klagende Witwe zwischenzeitlich mehrere Kinder in ein Heim gegeben.
Jamaluddin und Abdul Hanan sind der Meinung, dass die gezahlte Summe ihren Verlust nicht aufwiegt. Es ist schwierig, Detailfragen mit ihnen zu klären. Abdul Hanan sinkt immer wieder in sich zusammen und ist den Tränen nahe. Jamaluddin zeigt äußerlich keine Gefühle. Seine Haltung ist stocksteif, er ist eher wortkarg - und froh, dass die Deutschen bis zum Ende des Jahres aus Kundus abziehen.
Chronologie
Ausgebrannter Tanklaster nahe Kundus (Foto: dpa)
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"Das macht uns glücklich", sagt Jamaluddin. "Gott ist groß, er wird uns beschützen." Sie brauchten die Deutschen nicht. Sie hätten eine eigene Regierung und eine eigene Polizei. Und wenn diese Regierung ihre Sicherheit nicht garantieren könne, werde es die nächste tun. "Haben uns die Deutschen in den vergangenen zehn Jahren etwa beschützt?", fragt Jamaluddin. "Nein, das hat Gott gemacht und das wird er auch in Zukunft tun."
Die Deutschen hätten nach der Bombennacht in Kundus versucht, die Spuren zu verwischen, klagt Abdul Hanan. Der Verteidigungsminister gehöre vor Gericht.
Über die Taliban fällt hingegen kein böses Wort. Sie hätten nur versucht, die Tanker in ein Dorf zu bringen, weit weg von der Hauptstraße. Die Feinde der beiden Bauern aus Kundus sind die Fremden.
Dieser Beitrag lief am 17. April 2013 um 07:45 Uhr im Deutschlandradio Kultur.
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