Wollt ihr mal wissen was DATENSCHMUTZ ist?

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Stefan Münz

unread,
Mar 31, 2009, 5:50:00 PM3/31/09
to Webkompetenz-Forum
Hallo,

worum es geht steht hier:

http://tinyurl.com/dgl7do
(wieder mal tiny, weil die URLs sonst zu lang sind für die
Webdarstellung von Google Groups)

Das Datenschmutz-Blog wird verkauft. Über viele Monate zierte sein
Feed meinen Reader, und es gab dort immer wieder gute Beiträge un
Anregungen. Ritchie Pettauer, der Betreiber des Datenschmutz-Blogs,
gehört zu den aktivsten Bloggern Österreichs und wird im gesamten
deutschen Sprachraum wahrgenommen. Nun kann ich jeden verstehen, der,
nachdem er so was jahrelang durchgezogen hat, irgendwann nicht mehr
mag, aus welchen Gründen auch immer. Aber diese Aussage hat mich doch
ziemlich verstimmt:

"Außerdem gab es auch nur einen einzigen Interessenten, und der ist
exakt in jenen zwei Geschäftsfeldern angesiedelt, die SEOs
grundsätzlich nicht sooo gern auf ihren Seiten sehen. Der neue
Besitzer dürfte auch weniger am Bloggen an sich als vielmehr am
Domaintrust und der Backlink-Stärke der diversen Beiträge und an
unique Content interessiert sein - fairerweise muss ich allerdings
dazu anmerken, dass es mir gefälligst egal zu sein hat, was mein
Geschäftspartner mit datenschmutz anstellt."

Also man tippt sich doch nicht jahrelang die letzte Taste aus der
Tastatur, um am Ende alles für einen vermuten wir mal einigermaßen
5stelligen Betrag an einen "Kunden" zu verkaufen, über den man nichts
weiter als solche Worte findet. Also Ritchie: den Urlaub gönn ich dir
natürlich, und mögest du viele, viele Follower in Twitter haben und
ehrlichtreu.org zur Heimstatt des verletzten Geschlechts machen. Aber
deine Geschäfte sollten besser ins Konzept passen. Sonst glaubt dir
irgendwann niemand mehr, was immer du schreibst.

viele Grüße
Stefan Münz

Sky Dumont

unread,
Mar 31, 2009, 11:51:46 PM3/31/09
to webkom...@googlegroups.com
Scheint mir ganz gut zu sein, dass der nicht mehr bloggt.
Wenn ich von "Domaintrust", "Backlink-Stärke" und "unique content"
lese, dann auf seinem Blog noch Sachen wie "Ich denke nicht, dass
Bloggen als Format tot ist.", dann weiss ich: Das ist eher etwas für
die anderen.

Überhaupt haben "diese" Blogger, wozu ich jetzt einmal beispielshaft
den netten Robert Basic, Don Alph und Niggemeier zähle, intellektuell
eher wenig drauf. Die verkaufen dann auch irgendwann konsequenterweise
oder kommen bei einem Ex-Printverlag unter.
Ich will den beispielhaft genannten Bloggern nicht das Attribut
"lesenswert" verweigern, selbstverständlich finden viele ("die
anderen") Beiträge dieser Kollegen lesenswert - weil eben auch mit
einem gewissen musikalischen Talent verfasst.

Nun scheinen aber die Abnehmer, die auf leichtere Kost stehen, langsam
abhanden zu kommen, der Blog-Boom ist vorbei, die Zugriffszahlen
rückläufig, das Konsumentenvolk findet woanders die gesuchte leichte
Kost, bspw. bei Twitter. Da ist diese noch leichter, vgl. auch:
http://www.robertbasic.de/2009/03/bloglinks-abnehmend-linkkrise/
Den SPIEGELFECHTER, der hier irgendwo einmal positiv erwähnt worden
ist, mit seinem Antiamerikanismus, seinem Antizionismus, seiner
Iransympathie (um nur einige Auffälligkeiten zu nennen) und seiner
luschigen Abnehmerschaft (vgl. Kommentarbereich - es ist immer eine
gute Idee zur Niveaubestimmung der Abnehmerschaft einen kurzen Blick
in den genannten Bereich zu werfen), sollte m.E. auch verkaufen. Oder
aufhören, LOL.

Es ist eigentlich schade, dass sich die Bloggerszene ein wenig
aufzulösen scheint, grundsätzlich ziehe ich Blogs den Standardmedien
vor. U.a. weil man dort oft besser informiert ist (ich meine jetzt
nicht die beispielhaft genannten Blogs) und - auch wichtig - weil man
die Blogger recht schnell kennen lernt und weiss was man bekommt. Also
aus welcher Ecke es kommt und auf welchem Niveau. Die Standardmedien
berichten ebenfalls tendentiell, aber sind bspw. "nur" durch bestimmte
Faktengwichtung tendenziell; zumindest sind sie sind oft schwerer zu
durchschauen in ihren politischen Ambitionen. Unabhängige
Berichterstattung scheint es nicht zu geben, verkauft sich wohl nicht
gut.

Was mir immer schon auffiel ist, dass anspruchsvolle Inhaltsanbieter
(in diesem Fall Blogger) wenig Abnehmer haben und hatten.

Ein letztes Sätzchen noch zu Ritchie: Yup, sieht nicht gut aus, so
kann man sich nicht ausklinken, Eigentor.

Claudia Klinger

unread,
Apr 1, 2009, 5:33:20 AM4/1/09
to Webkompetenz-Forum
Für mein Gartenblog (http://www.das-wilde-gartenblog.de) hat mir
letzte Woche jemand aus London 3200,- geboten, der "verschiedenste
europäische Projekte" kauft. Über den Preis könne man auch noch
verhandeln und die 10 letzten Artikel würden reichen. Den Rest könne
ich raus nehmen und damit woanders weiter bloggen..

Hab ich nicht gemacht - irgendwie unvorstellbar, so rein recht
persönliches Blog einem bloßen SEO weiter zu reichen, der nicht mal
deutlich sagt, was er damit machen will. Gewiss gings auch nur um
Trust, Verlinkung, PR...

Das hat Robert Basic ganz gut hinbekommen: einen Nachfolger gefunden,
der ungefähr "in seinem Sinne" weiterbloggen lässt. So ist so ein
Verkauf deutlich besser verkraftbar. Man ist ja doch mit Herzblut und
auch Namen dran gebunden.

Die Weitergabe von Datenschmutz läuft ganz gegenteilige ab: die Kohle
stimmt, was dann passiert ist egal.

Nicht mein Ding...

LG
Claudia

ritchie

unread,
Apr 5, 2009, 2:44:11 PM4/5/09
to Webkompetenz-Forum
Hehe... hab die Diskussion hier erst jetzt gefunden! Nur der
Vollständigkeit halber, falls ihr's übersehen haben solltet: es war
natürlich ein Aprilscherz.

***Ich habe datenschmutz NICHT verkauft***

Natürlich würd ich nie ausschließen, mein Blog jemals zu verkaufen,
aber ich würd dafür einen so absurd hohen Betrag haben wollen, dass
den garantiert keiner bezahlt :-)

@Stefan: vielen Dank für das Lob! Ich werd mich natürlich bemühen,
datenschmutz weiterhin interessant zu halten. Dass du mich damals
verlinkt hat, hat mich als langjähriger Fan deiner Projekte und
langjährigen Nutzer von SelfHTML sehr gefreut.
datenschmutz an jemanden aus der Glückspiel/Erotikbranche zu
verkaufen, fände ich auch sehr arg - deswegen hab ich das mit
reingeommen!

@Sky Dumont: "Ich denke nicht, dass Bloggen als Format tot ist." war
als Insiderscherz gedacht, weil mich diese Diskussion schon länger
amüsiert hat.

@Claudia: ja, wär eh übel. Bin ja direkt beruhigt, dass ihr das auch
so seht :-)

Ein für mich recht aufschlussreiches Learning aus diesem Aprilscherz
war übrigens (abgesehen vom massiven Traffic am 1. und 2. April), dass
mir so gut wie niemand, der mich persönlich kennt, die Sache
abgenommen hat, obwohl ich ganz hardcore-mäßig am 1. nicht mal auf
Skype- oder Twitter-Messages geantwortet hab!

Noch ein ernst gemeinter Beitrag zur Diskussion: "Backlinkrückgänge"
und dergleichen interessieren mich genausowenig wie "Krisen der
deutschen Blogosphäre". Ich hab vor datenschmutz viel und gern
publiziert, allerdings damals ausschließlich in Printmedien (also eher
umgekehrt). Ursprünglich wollte ich ja bloß eine Art "Online-
Pressespiegel" für meine eigenen Text haben, und da erschien mir ein
Blog als CMS sehr geeignet. Das hat sich dann ein bisschen
verselbständigt - in den Printbereich "zurückzukehren" wäre für mich
ziemlich undenkbar. An den intellektuellen Qualitäten der Kollegen
zweifle ich keineswegs; das schöne bei einem Blog ist ja, dass man
sich nicht nur Inhalte und Stil, sondern auch die "Erfolgsparameter"
völlig frei selber aussucht.

Sky

unread,
Apr 6, 2009, 8:05:47 AM4/6/09
to Webkompetenz-Forum
On 5 Apr., 20:44, ritchie <datenschm...@gmail.com> wrote:
> Hehe... hab die Diskussion hier erst jetzt gefunden! Nur der
> Vollständigkeit halber, falls ihr's übersehen haben solltet: es war
> natürlich ein Aprilscherz.

LOL, Stefans Fehler!

> Noch ein ernst gemeinter Beitrag zur Diskussion: "Backlinkrückgänge"
> und dergleichen interessieren mich genausowenig wie "Krisen der
> deutschen Blogosphäre". Ich hab vor datenschmutz viel und gern
> publiziert, allerdings damals ausschließlich in Printmedien (also eher
> umgekehrt). Ursprünglich wollte ich ja bloß eine Art "Online-
> Pressespiegel" für meine eigenen Text haben, und da erschien mir ein
> Blog als CMS sehr geeignet. Das hat sich dann ein bisschen
> verselbständigt - in den Printbereich "zurückzukehren" wäre für mich
> ziemlich undenkbar. An den intellektuellen Qualitäten der Kollegen
> zweifle ich keineswegs; das schöne bei einem Blog ist ja, dass man
> sich nicht nur Inhalte und Stil, sondern auch die "Erfolgsparameter"
> völlig frei selber aussucht.

Es gibt da eine auffällige Gesetzmässigkeit, die in etwa wie folgt
festzustellen ist:
"Blog gut, wenige Besucher, Blog nicht gut, viele Besucher möglich."
Die "freie Wahl der Erfolgsparameter" ist ganz vermutlich durch die
Abnehmerschaft bestimmt.

Beste Grüße!
Sky

ritchie

unread,
Apr 7, 2009, 3:09:58 AM4/7/09
to Webkompetenz-Forum
Das ist wohl PerezHilton oder wie das Ding heißt das beste Beispiel
dafür... obwohl - wenn man das ganze monetarisierungsseitig betrachten
will - Nischenseiten durchaus lukrativer sein können als Mainstream-
Angebote. Nur Traffic auf ein Blog zu bringen ist ziemlich einfach,
aber interessant wird's ja frühestens, wenn sich die Leser auch aktiv
beteiligen.

Ich hab mich doch drüber gewundert, dass die Kommentarzahlen auf
basicthinking verhältnismäßig stark zurückgegangen sind; obwohl ich
finde, dass die neuen Besitzer redaktionell einen sehr okayen Job
machen.

Stefan Münz

unread,
Apr 12, 2009, 5:25:32 AM4/12/09
to Webkompetenz-Forum
Hallo Ritchie,

naja, da bin ich ja wohl auf einen Aprilscherz reingefallen, der nur
leider vom 31. März datierte, und den ich, weil ich _wegen_ dem 1.
Arpril extra aufs Datum geachtet habe, nicht für einen solchen
gehalten habe. Den größten Streich hat in diesem Fall wohl die
Systemzeit des Servers gespielt ;-)

Auf jeden Fall bin ich aber froh, dass uns dein Blog erhalten bleibt,
und dass ich den jetzt sogar mit der 3D-Version von Google Chrome
aufrufen kann ;-)

viele Grüße
Stefan Münz
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