Minimalistisches Webdesign und user-orientiertes Design

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Stefan Münz

unread,
Mar 5, 2007, 5:29:17 PM3/5/07
to Webkompetenz-Forum
Hallo,

immer mehr Webagenturen werben mittlerweile auf ihren eigenen Seiten
damit, wie genau sie es mit den W3C-Standards nehmen, mit der BITV,
und die Kernaussage lautet "weniger ist mehr".

Klar, man hat sich satt gesehen an den fetten, überladenen Seiten, da
hilft auch kein schneller DSL-Zugang mehr. Man will sich auf Inhalte
konzentrieren, und die Optik sollte ansprechend, dezent und funktional
sein. Man will auch kein Gezappel und Gewackel, keine nervenden
Popups, keine nichtssagenden Flash-Intros, und keine Manipulation des
Browserfensters mehr.

Um ehrlich zu sein, haben mich jedoch die meisten der ganz bewusst
minimalistischen Seiten, die ich bislang gesehen habe, nicht so
richtig überzeugt. Nicht, dass ich die fetten, überladenen Seiten
lieber mag, sicher nicht. Doch was mag ich eigentlich? Eigentlich
finde ich es nicht schlecht, wenn sich gewisse Rahmenvorgaben
durchsetzen, die man weder grandios noch eklig findet, an die man sich
schnell gewöhnt, und mit denen man leben kann. Total langweilig also,
aber im Web will ich ja schließlich lesen und schreiben und mir keine
Gemälde ansehen.

Das Monobook-Layout von Wikipedia ist so ein Beispiel. Wikipedia kennt
jeder, doch die wenigsten User wissen, dass die zugrunde liegende Wiki-
Software durchaus auch andere Templates bereitstellt und auch das
Entwickeln völlig eigener Templates erlaubt. Doch wer will das schon?
Nicht jeder wird das Layout von Wikipedia wirklich genial finden, doch
eigentlich ist man froh, wenn man es beim Besuch eines ganz anderen
Wikis wiederfindet. Man kennt sich bereits aus und fühlt sich fast ein
wenig heimisch - was kann einem Anbieter eigentlich Besseres
passieren?

Konsequent weitergedacht führt das eigentlich in die Richtung der
Newsfeeds. Da bekomme ich nur noch die nackten Daten und kann selber
entscheiden, ob ich mir das im Browser in Form von dynamischen
Bookmarks, in einer Browser-Sidebar als Extension, in einem separaten
Luxus-Client oder in einer web-basierten Feedreader-Anwendung
innerhalb des Browserfensters reinziehe. Was ich an den Feeds schätze,
ist, dass sich mir die Inhalte in einer gewohnten, einheitlichen Form
präsentieren.

Und wie man das auf alle Webseiten erweitern könnte? Nun, Webseiten
könnten beispielsweise nur noch in nacktem HTML/XHTML erstellt werden
(kein eigenes CSS). Da lernen die Webautoren dann auch endlich mal,
sich auf die Semantik von HTML zu konzentrieren. Browser bringen dafür
ein Set aus User-Stylesheets mit, von denen man sich eines auswählen
kann, als persönlicher Skin gewissermaßen für alle Webseiten.
Webdesigner aller Länder basteln zusätzlich kreative User-Stylesheets,
die man sich downloaden kann. Kommerziell könnten Designer auch User-
Stylesheets basteln, die für Firmen ein Corporate Design darstellen.

Das wäre dann also der Weg vom selbstdarstellerischen, fetten Protz-
Design über ein user-freundliches, dezentes und sich zurücknehmendes
Minimalismus-Design mit dem Endziel: Vorrang user-spezifischer
Stylesheets, die für eine persönliche optische Vereinheitlichung von
Webseiten sorgen.

Das alles ist übrigens nichts Neues. Gibts alles längst schon und ist
in allen neueren Browsern schon eingebaut (die User-Stylesheets) -
müsste einfach nur mal in den Vordergrund des Bewusstseins gerückt und
forciert werden - z.B. mehrere attraktive User-Stylesheets mit
ausliefern und eines davon alle anbieterseitigen Styles überschreiben
lassen - oder vielleicht doch nicht?

viele Grüße
Stefan Münz

Niels Braczek

unread,
Mar 5, 2007, 6:15:04 PM3/5/07
to webkom...@googlegroups.com
Stefan Münz schrieb:

> immer mehr Webagenturen werben mittlerweile auf ihren eigenen Seiten
> damit, wie genau sie es mit den W3C-Standards nehmen, mit der BITV,
> und die Kernaussage lautet "weniger ist mehr".

Und wir könnten dieses Versprechen sogar halten, wenn nicht einer der
Browser-Hersteller immer so gewaltig Mist bauen würde...

> Konsequent weitergedacht führt das eigentlich in die Richtung der
> Newsfeeds. Da bekomme ich nur noch die nackten Daten und kann selber
> entscheiden, ob ich mir das im Browser in Form von dynamischen
> Bookmarks, in einer Browser-Sidebar als Extension, in einem separaten
> Luxus-Client oder in einer web-basierten Feedreader-Anwendung
> innerhalb des Browserfensters reinziehe. Was ich an den Feeds schätze,
> ist, dass sich mir die Inhalte in einer gewohnten, einheitlichen Form
> präsentieren.

Ja, aber es kommt nur ein Teil der Botschaft an. Es sind leider nicht
viele, aber manche setzen Farben bewusst ein, um Stimmungen und Aussagen
zu unterstreichen. Das ist natürlich irgendwo manipulativ, aber nicht
mehr, als bei gesprochener Sprache die Stimme. Man hört vielleicht Elmar
Gunsch lieber zu als Daniel Kübelböck.

> Und wie man das auf alle Webseiten erweitern könnte? Nun, Webseiten
> könnten beispielsweise nur noch in nacktem HTML/XHTML erstellt werden
> (kein eigenes CSS). Da lernen die Webautoren dann auch endlich mal,
> sich auf die Semantik von HTML zu konzentrieren.

Das wollen wir gar nicht. Kein Mensch bezahlt 200 Euro für ein Parfüm in
einer PET-Flasche. Die Verpackung ist schon von entscheidender Bedeutung.

> Das wäre dann also der Weg vom selbstdarstellerischen, fetten Protz-
> Design über ein user-freundliches, dezentes und sich zurücknehmendes
> Minimalismus-Design mit dem Endziel: Vorrang user-spezifischer
> Stylesheets, die für eine persönliche optische Vereinheitlichung von
> Webseiten sorgen.

Ist das nicht das Konzept des Sozialismus, das seine Nicht-Tragfähigkeit
hinreichend bewiesen hat? Man muss die Möglichkeit haben, aus dem Rahmen
zu fallen - vorne wie hinten. Nur dadurch erhalten wir uns Spiel- und
Freiraum.

> Das alles ist übrigens nichts Neues. Gibts alles längst schon und ist
> in allen neueren Browsern schon eingebaut (die User-Stylesheets) -
> müsste einfach nur mal in den Vordergrund des Bewusstseins gerückt und
> forciert werden - z.B. mehrere attraktive User-Stylesheets mit
> ausliefern und eines davon alle anbieterseitigen Styles überschreiben
> lassen - oder vielleicht doch nicht?

Wenn der Nutzer das möchte, steht es ihm frei, das zu tun. Er verzichtet
damit auf u.U. wesentliche Teile der Botschaft.

MfG
Niels


Stefan Münz

unread,
Mar 8, 2007, 5:57:24 PM3/8/07
to Webkompetenz-Forum
Hallo Niels,

> Ja, aber es kommt nur ein Teil der Botschaft an. Es sind leider nicht
> viele, aber manche setzen Farben bewusst ein, um Stimmungen und Aussagen
> zu unterstreichen. Das ist natürlich irgendwo manipulativ, aber nicht
> mehr, als bei gesprochener Sprache die Stimme. Man hört vielleicht Elmar
> Gunsch lieber zu als Daniel Kübelböck.

Nix mehr gegen Kübelböck - ich war völlig verblüfft über dessen
Auftritt neulich bei Stefan Raab - keine Allüren mehr, und stattdessen
singt er jetzt soliden Swing-Jazz mit durchaus angenehmer, weicher
(nicht weichspülender) Stimme. Und er wirkt geläutert. Kann natürlich
auch alles wieder nur ein Werbe-Gag sein, aber wenn, dann zieht er
zumindest _das_ wirklich gut durch ;-)

Zum eigentlichen Thema: zweifellos will eine Site, ein Projekt eine
gewisses Corporate Design. Die Frage ist nur, wieviel dazu wirklich
nötig ist. Mit dem Webkompetenz-Projekt versuche ich unter anderem,
genau das herauszufinden. Was man hier sieht, während man es liest,
kann alles mögliche sein: bei den einen ist es die Original-Webseite
innerhalb der Google-Groups. Nicht wenige Mitglieder hier haben ihre
Einstellungen aber auich so gewählt, dass sie die Postings als Mail
erhalten. Sie nehmen diese Group also ohne das Babyblau, ohne das
Webkompetenz-Logo und ohne die Überschrift "Webkompetenz-Forum" wahr,
sondern in Form ganz normaler Mails. Wieder andere haben vielleicht
von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich die neuen Postings dieser
Group als Feed zu abonnieren, den sie dann im Google Feed Reader, in
einem speziellen Feedreader-Client oder mit einem Brower-Plugin wie
Sage in der Sidebar ihres Browsers konsumieren. Gleiches mit dem
zugehörigen Webkompetenz-Blog. Ich habe versucht, Forum und Blog so
einigermaßen design-mäßig aufeinander abzustimmen, was nicht einfach
ist, weil es sich um völlig unterschiedliche Plattformen handelt,
deren Layouts zwar beide beeinflussbar sind, aber in beiden Fällen auf
sehr unterschiedliche Weise und nicht unbedingt so, dass eine 1:1-
Übereinstimmung möglich ist. Die ganze Abstimmung bekommt aber nur
mit, wer überhaupt die Webseiten benutzt. Denn auch das Blog ist wie
bei Blogs üblich als Feed abonnierbar. Viele Leute bekommen also gar
nichts mit vom eigentlichen Design, und schon gar nichts von den
Bemühungen, das Forum hier und das Blog einigermaßen aufeinander
abzustimmen. Was ich sagen will ist: wenn man auf diesem Level
publiziert, wird Webdesign irgendwie nebensächlich. Man benötigt es
lediglich noch, um _eine_ von mehreren Formen, die Inhalte zu
konsumieren, zu bedienen.

> Das wollen wir gar nicht. Kein Mensch bezahlt 200 Euro für ein Parfüm in
> einer PET-Flasche. Die Verpackung ist schon von entscheidender Bedeutung.

Es zahlt aber auch keiner 200 Euro für eine schicke Edelglas-
Verpackung. Bezahlt wird einzig und allein für Markennamen. Und so was
gibts im Web zwar auch, aber es stellt sich die Frage, wie stark die
Marken im Web mit einem bestimmten Design verknüpft sind. OK, wenn
Google jetzt plötzlich mit roter Hintergrundfarbe, gelber
Vordergrundfarbe und einem Logoschriftzug in Digital-Font daherkäme,
hätte ich einige Zweifel an der Echtheit. Andererseits haben viele
Webanbieter bei Relaunches nicht nur ihr Seiten-Layout, sondern gleich
ihr ganzes Corporate Design im Web geändert. Von Firmen wie Siemens
weiß ich, dass es dort hin und wieder wechselnde
"Kommunikationsfarben" gibt. Je nachdem, welche Farbtöne gerade
angesagt sind, ändern sich auch die Webseiten. Da im Prinzip die ganze
Farbpalette drin ist, bleibt über die Zeit gesehen vom sogenannten
Corporate Design bei solchen Angeboten eigentlich nicht mehr viel mehr
übrig als das Firmenlogo.

viele Grüße
Stefan Münz

Kirsten Evers

unread,
Mar 8, 2007, 6:46:38 PM3/8/07
to Webkompetenz-Forum
Hallo Stefan,

> Da im Prinzip die ganze
> Farbpalette drin ist, bleibt über die Zeit gesehen vom sogenannten
> Corporate Design bei solchen Angeboten eigentlich nicht mehr viel mehr
> übrig als das Firmenlogo.

ernüchternd. Das kann es nicht sein. Tausende von Webdesignern
verdienen ihr Brot damit, Webseiten optisch ansprechend und manchmal
sogar mit künstlerischen Qualitäten zu gestalten. Und langweilig. Wenn
es im Web gar nichts mehr zu gucken, sondern nur noch zu lesen gäbe,
wäre es nichtmal halb so populär wie es ist. Es hätte seinen eigenen
Boom gar nicht erlebt. Dann wären die Links heute noch blau und
unterstrichen, besuchte lila, Schriftart wäre Times und gut is. Die
User mit ihren eigenen CSS könnten ein bißchen Farbe beisteuern, aber
man kauft ja auch keine Zeitschrift im Malblockdesign, um danach die
Seiten selber nach Gutdünken bunt anzumalen.

Ich finde das Design hier nicht unbedingt ansprechend. Es erfüllt
seinen Zweck, mehr nicht. Aber hier lese und schreibe ich ja nur.
Manchmal will ich auch mal gucken. Und da möchte ich doch auch mal was
für's Auge haben. Und da bin ich dann reiner Konsument. Vielleicht
will ich aber auch selber mal ein schickes Design basteln und
umsetzen, weil es einfach Spaß macht und die Leute möglicherweise
erfreut.

Und: Es kommt sehr wohl vor, dass ich mir im Web auch mal Gemälde
ansehen möchte. Oder schlicht und einfach Fotos, weil sie gut sind,
sogar künstlerisch. Verpackt in ein passendes ansprechendes Design ist
die Wirkung sogar noch viel größer.

Viele Grüße,

Kirsten

Niels Braczek

unread,
Mar 8, 2007, 7:10:11 PM3/8/07
to webkom...@googlegroups.com
Moin Stefan,

> Was ich sagen will ist: wenn man auf diesem Level
> publiziert, wird Webdesign irgendwie nebensächlich. Man benötigt es
> lediglich noch, um _eine_ von mehreren Formen, die Inhalte zu
> konsumieren, zu bedienen.

Da geht es auch um die Information an sich. Da gelten ganz andere
Qualitätsmerkmale. Bei meiner Tageszeitung will ich auch keinen
Schnickschnack, sondern Fakten und ggf. Meinungen. Da zählt nur der
Komfort bei der Lesbarkeit.

>> Das wollen wir gar nicht. Kein Mensch bezahlt 200 Euro für ein Parfüm in
>> einer PET-Flasche. Die Verpackung ist schon von entscheidender Bedeutung.
>
> Es zahlt aber auch keiner 200 Euro für eine schicke Edelglas-
> Verpackung. Bezahlt wird einzig und allein für Markennamen. Und so was
> gibts im Web zwar auch, aber es stellt sich die Frage, wie stark die
> Marken im Web mit einem bestimmten Design verknüpft sind.

Naja, Pirelli macht seinen Kalender sicher nicht, um hübsche Fotos unter
die Leute zu bringen, sondern um die Menschen auf Pirelli aufmerksam zu
machen. Die Parfum-Flasche war sicher nicht das beste Beispiel.

Es geht gar nicht so sehr um ein *spezielles* Design wie um ein
wirkungsvolles. Mein Firmenlogo ist zB. rot - heute würde ich Blau
wählen, weil es mehr für 'Vertrauen' steht als Rot, das eher
'Leidenschaft' darstellt. Farben haben eine eigene Aussagekraft (wenn
auch abhängig vom Kulturkreis).

> Je nachdem, welche Farbtöne gerade
> angesagt sind, ändern sich auch die Webseiten. Da im Prinzip die ganze
> Farbpalette drin ist, bleibt über die Zeit gesehen vom sogenannten
> Corporate Design bei solchen Angeboten eigentlich nicht mehr viel mehr
> übrig als das Firmenlogo.

Damit kommuniziert die Firma andererseits aber ihre Bereitschaft, den
Entwicklungen zu folgen. Auch das ist geeignet, das Image (positiv) zu
beeinflussen.

Man wird also immer unterscheiden müssen: Dient das Webprojekt der
Informationsverbreitung, dann ist eine einheitliche Gestaltung (im Stile
von zB. MediaWiki) aller Anbieter von Vorteil. Es schafft ein Gefühl von
Neutralität und Glaubwürdigkeit. Außerdem findet sich ein Nutzer auf
Anhieb zurecht. Dient es der Vermarktung anderer Produkte und
Dienstleistungen, ist die Abgrenzung zu anderen Anbietern wichtig. Dabei
spielt das Design mitunter die entscheidende Rolle, weil in der Sache
oftmals keine wesentlichen Unterschiede feststellbar sind.

MfG
Niels

Wilhelm Turtschan

unread,
Mar 16, 2007, 11:35:04 PM3/16/07
to Webkompetenz-Forum
Hallo Stefan,

> Konsequent weitergedacht führt das eigentlich in die Richtung der
> Newsfeeds. Da bekomme ich nur noch die nackten Daten und kann selber
> entscheiden, ob ich mir das im Browser in Form von dynamischen
> Bookmarks, in einer Browser-Sidebar als Extension, in einem separaten
> Luxus-Client oder in einer web-basierten Feedreader-Anwendung
> innerhalb des Browserfensters reinziehe. Was ich an den Feeds schätze,
> ist, dass sich mir die Inhalte in einer gewohnten, einheitlichen Form
> präsentieren.

Tja, so unterschiedlich können Meinungen sein. Ich mag die Newsfeeds
überhaupt nicht, liegt vielleicht daran, dass ich mich mit der
dahinterstehenden Technik nicht zurecht finde. Meine persönlichen
Favoriten im Netz kann man sowieso an zwei Händen ablesen, da macht es
mir mehr Spaß die Inhalte zu erkunden und dazu gehört für mich die
visuelle Aufbereitung des Angebotes.

> Und wie man das auf alle Webseiten erweitern könnte? Nun, Webseiten
> könnten beispielsweise nur noch in nacktem HTML/XHTML erstellt werden
> (kein eigenes CSS).

Und dann haben wir einen wunderbaren Einheitsbrei. Toll! ;-)

> Da lernen die Webautoren dann auch endlich mal,
> sich auf die Semantik von HTML zu konzentrieren.

Semantik hat für mich mittlerweile auch schon den Ruch von Buzzword.

> Browser bringen dafür
> ein Set aus User-Stylesheets mit, von denen man sich eines auswählen
> kann, als persönlicher Skin gewissermaßen für alle Webseiten.

Wenn ich alles unformatiert hingeknallt bekomme leseich lieber wieder
vermehrt Bücher. (Klar, sollte man sowieso tun)

> Das wäre dann also der Weg vom selbstdarstellerischen, fetten Protz-
> Design über ein user-freundliches, dezentes und sich zurücknehmendes
> Minimalismus-Design mit dem Endziel:

Langweilig. ich möchte mir auch mal Seiten wie http://www.gucci.com
ansehen, alleine um zu sehen was machbar ist. (Ok, der neue Einfall
mit der Fenstervegrößerung ist Müll)

> Stylesheets, die für eine persönliche optische Vereinheitlichung von
> Webseiten sorgen.

Sozialismus :-)

> Das alles ist übrigens nichts Neues. Gibts alles längst schon und ist
> in allen neueren Browsern schon eingebaut (die User-Stylesheets) -
> müsste einfach nur mal in den Vordergrund des Bewusstseins gerückt und
> forciert werden - z.B. mehrere attraktive User-Stylesheets mit
> ausliefern und eines davon alle anbieterseitigen Styles überschreiben
> lassen - oder vielleicht doch nicht?

Wer es will, mein Ding wäre es nicht.

Mit Deiner Minimalismusvorstellung sollte ich eigentlich eine andere
Beschäftigung suchen, da es dann keine Jobs mehr für mich geben würde.
Ok, WYSIWYG-Editoren würden dann auch verschwinden, dafür kämen
perfekte Softwarelösungen für perfekte XML-Generierung. Der User wird
systematisch geführt und gibt nur noch seine Überschriften, Bilder und
Texte ein, um Formatierung und Positionierung muss sich das Programm
ja nicht mehr kümmern.

Grüße aus Obergiesing und man liest sich
Wilhelm

Stefan Münz

unread,
Mar 17, 2007, 9:39:27 AM3/17/07
to Webkompetenz-Forum
Hallo Wilhelm,

> Tja, so unterschiedlich können Meinungen sein. Ich mag die Newsfeeds
> überhaupt nicht, liegt vielleicht daran, dass ich mich mit der
> dahinterstehenden Technik nicht zurecht finde. Meine persönlichen
> Favoriten im Netz kann man sowieso an zwei Händen ablesen, da macht es
> mir mehr Spaß die Inhalte zu erkunden und dazu gehört für mich die
> visuelle Aufbereitung des Angebotes.

Du verstehst aber hoffentlich, dass ich, um in so einem Thread eine
Diskussion zustande zu bringen, auch mal eine etwas extremere Position
einnehmen muss. In diesem Fall bestand sie darin, die
Abschwörungslehre einfach mal weiterzudenken und frech zu fragen, ob
es nicht gleich besser wäre, auf Layouts zu verzichten, bzw. dem User
das Layout zu überlassen. Zumindest bei Newsfeeds ist genau das der
Fall, und die Dinger erfreuen sich gerade deshalb solcher Beliebtheit,
weil gerade Viel-Konsumierer sich dabei besser auf die Inhalte
konzentrieren können, als wenn sie Dutzende von Sites mit völlig
unterschiedlichen Layouts und Navigationen aufrufen müssen. Muss ja
nicht gleich bedeuten, dass ich das für alle Websites gut fände.

> Semantik hat für mich mittlerweile auch schon den Ruch von Buzzword.

Oh weh, wenn das mein Professor gehört hätte, bei dem ich einst
Sprachwissenschaft studiert habe! ;-)
Klar, zu jener Zeit war "Semantik" wirklich nur ein Begriff, der unter
Sprachwissenschaftlern bekannt war. Heute wirft jeder damit um sich,
der meint, wenn er <strong> statt <b> benutzt, sei er irgendwie
wahnsinnig semantisch. Aber gerade die Mikroformate zeigen finde ich,
wie mehr Semantik sinnvoll und ohne großen Overhead realisierbar ist.

> Langweilig. ich möchte mir auch mal Seiten wiehttp://www.gucci.com


> ansehen, alleine um zu sehen was machbar ist. (Ok, der neue Einfall
> mit der Fenstervegrößerung ist Müll)

Sicherlich, ein Showcase ist was anderes als ein Helpdesk, und jede
Form von Publikation hat ihre Berechtigung. Bei www.wow-europe.com
wäre es sicher auch nicht so prickelnd, wenn die Site im Layout von
"Barrierefrei-für-alle" daher käme. Ich sehe allerdings auch oft
krampfhaft gewollte Kreativität - beispielsweise bei Blogs. Da passen
dann oft Inhalt und Form nicht wirklich zueinander. Und in solchen
Fällen halte ich Formen, die wie selbstverständlich hinter den Inhalt
zurücktreten und keine eigene Aufmerksamkeit wollen, für wesentlich
angemessener.

viele Grüße
Stefan Münz

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