Goethe Faust Pdf Deutsch

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Ariel Wascom

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Aug 3, 2024, 5:37:29 PM8/3/24
to tuufsitunlser

Der promovierte Gelehrte Heinrich Faust zweifelt am Erkenntniswert der Wissenschaft, die weit davon entfernt sei, zu erklren, was die Welt im Innersten zusammenhlt (V. 383). Er zieht die Summe seiner langjhrigen Studien und sieht, dass wir nichts wissen knnen! (V. 364). Um der realwissenschaftlichen Sackgasse zu entkommen, greift er zur Magie und beschwrt den Erdgeist, die wirkende Kraft der Natur.

Aus Verzweiflung und einem letzten Bedrfnis nach Grenzberschreitung beschliet Faust, sich durch Gift das Leben zu nehmen, wird jedoch durch das Glockengelut zum Ostersonntag, das ihn weniger an die christliche Botschaft als an glckliche Kindertage erinnert, davon abgehalten, das Gift auszutrinken.

Am nchsten Tag, dem Ostersonntag, unternimmt Faust mit Wagner einen festtglichen Frhlingsspaziergang und mischt sich unter das promenierende Volk. Bei dieser Gelegenheit zeigt sich, welch hohe Achtung Faust seiner medizinischen Verdienste wegen bei der Landbevlkerung geniet. Die Szene zeigt einen Querschnitt der Gesellschaft: Es treten Brger und Bauern auf, Studenten, Handwerksburschen und Soldaten, Brgertchter und Mgde. In ihren Gesprchen werden unterschiedliche Anschauungen der verschiedenen Stnde und Generationen deutlich.

In Fausts Professorentalar gekleidet, hlt Mephisto einen soeben neu angekommenen Studenten mit einer zynischen Studienberatung zum Narren und holt aus zu einem satirischen Rundumschlag gegen die Universittsgelehrsamkeit im Allgemeinen und die Engstirnigkeit einzelner Fakultten im Besonderen.

Die Begegnung mit dem Schler endet mit dem Eintrag in dessen Stammbuch: Eritis sicut Deus scientes bonum et malum (Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und bse ist (V. 2047)). Damit zitiert Mephisto die Worte, die die Schlange der Bibel zufolge an Adam und Eva richtete, um sie zur Snde zu verfhren.[2] Indem Mephisto in seinem anschlieenden Kurzmonolog die Szene mit den Worten Dir wird gewiss einmal bei deiner Gotthnlichkeit bange! (V. 2049) verspottet, bewertet er zugleich indirekt Fausts Streben nach Gottesebenbildlichkeit (V. 614) als Wiederholung des Sndenfalls.

Faust bietet dem von der Beichte kommenden Gretchen seine Begleitung an. Das aus einfachen Verhltnissen stammende Mdchen weist ihn jedoch zurck. Faust ist von Gretchen eingenommen: So etwas hab ich nie gesehn (V. 2610).

Mit der Drohung, andernfalls den Pakt zu brechen, fordert Faust von Mephisto, Gretchen noch am gleichen Tag zu seiner Geliebten zu machen. Mephisto, der sie bei der Beichte belauscht hat, wendet ein, er habe keine Gewalt ber das unschuldige Mdchen. Faust entgegnet: Ist ber vierzehn Jahr doch alt (V. 2627). Mephisto, Fausts Lsternheit verspottend (Ihr sprecht schon fast wie ein Franzos! (V. 2645)), mahnt zu mehr Geduld und List. Vorerst soll Faust sich damit begngen, in Gretchens Zimmer ein Geschenk fr sie zu hinterlegen.

Zu Hause angekommen fragt sich Gretchen, wer wohl der Herr gewesen sei, der sie auf der Strae angesprochen hat. Aufgrund seiner stattlichen Erscheinung und seines kecken Auftretens hlt sie Faust fr einen Edelmann.

In Gretchens Abwesenheit fhrt Mephisto Faust in deren Zimmer und lsst ihn allein. An diesem Ort sprt Faust se Liebespein (V. 2689). Er malt sich Gretchens bisheriges Leben aus und erfreut sich an der Vorstellung eines reinen, in seiner rmlichen, aber ordentlichen Umwelt verwurzelten Mdchens. Hier mcht ich volle Stunden sumen (V. 2710), erklrt er beim Betrachten ihres Bettes.

Unversehens erkennt Faust sein Eindringen als Frevel und ist von seinem eigenen Vorgehen befremdet: Armselger Faust, ich kenne dich nicht mehr! (V. 2720). Mephisto drngt wegen Gretchens baldiger Rckkehr zur Eile. Er versteckt ein Schmuckkstchen, das von ihm vermutlich gestohlen wurde, im Schrank und nimmt Fausts Bedenken nicht ernst.

Gretchen kommt zurck, entkleidet sich und singt dabei das Lied vom Knig in Thule. Sie findet das Kstchen und rtselt ber dessen Herkunft. Probeweise legt sie sich den wertvollen Schmuck um und posiert damit vor dem Spiegel.

Nachbarin Marthe Schwerdtlein denkt an ihren verschollenen Mann, der sie auf dem Stroh allein (V. 2868) zurckgelassen habe. Sie will ihn in seiner Abwesenheit nicht betrgen, htte nur gern, falls er tot sei, eine amtliche Besttigung dafr.

Beim verabredeten Treffen spazieren Faust mit Gretchen und Mephisto mit Marthe auf getrennten Wegen in Marthes Garten auf und ab. Mephisto hat dabei alle Mhe, die unverhllten Eheantrge der Hausherrin abzuwehren.

Gretchen schildert Faust ihren arbeitsreichen Alltag. Dennoch sei sie zufrieden. Einen tiefen Eindruck habe die Liebe und der frhe Tod ihres kleinen Schwesterchens, das Gretchen anstelle der kranken Mutter selbst aufgezogen hatte, bei ihr hinterlassen.

Faust und Gretchen kommen einander nher. Sie gesteht, dass sie schon bei ihrer ersten gemeinsamen Begegnung Zuneigung fr ihn empfunden habe. Er spricht von der Mglichkeit, Sich hinzugeben ganz und eine Wonne / Zu fhlen, die ewig sein mu (V. 3191 f).

In dem Gartenhuschen kssen sich Faust und Gretchen. Mephisto drngt Faust zum Aufbruch. Das zurckbleibende Gretchen fragt sich beschmt, was ein so gebildeter Mann wie Faust an ihr wohl reizvoll finden knne: Bin doch ein arm unwissend Kind (V. 3215).

Faust hat sich in die Einsamkeit einer Waldhhle zurckgezogen und dankt dem Erdgeist dafr, ihm alle seine Wnsche an ihn erfllt zu haben. Statt die Natur wie frher nur mit der khlen Distanz des Wissenschaftlers zu betrachten, knne er sie nun direkt erfassen und in ihre tiefe Brust schauen. Doch Faust beklagt auch seine wachsende Abhngigkeit von Mephisto und dessen Verlockungen. Prompt tritt dieser auf den Plan und beginnt ber Fausts Begeisterung an der den Natur zu spotten (Dir steckt der Doktor noch im Leib!) und dessen Seligkeit mit bloer Selbstbefriedigung zu vergleichen. Derweil, so Mephisto, warte Gretchen sehnschtig auf den Geliebten.

Am Spinnrad sitzend, sinniert Gretchen ber den Verlust ihres seelischen Gleichgewichts: Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer, ich finde sie nimmer und nimmermehr. All ihre Gedanken werden von Faust bestimmt, den sie umarmen und kssen mchte, bis sie an seinen Kssen vergehen sollt.

Beim Wasserholen trifft Gretchen auf Lieschen. Diese erzhlt, eine gemeinsame Bekannte, Brbelchen, sei von ihrem Liebhaber geschwngert und dann verlassen worden. Lieschen fordert Gretchen dazu auf, kein Mitleid zu empfinden, da Brbelchen sich ihr Geschick aufgrund von Eitelkeit und Koketterie selbst zuzuschreiben habe: War doch so ehrlos, sich nicht zu schmen, Geschenke von ihm anzunehmen.

Vor einem Andachtsbild ruft Gretchen die Mater Dolorosa an, ihr in ihrer Not beizustehen und sie vor Schmach und Tod zu bewahren, denn nur sie, die um ihren gekreuzigten Sohn trauernde Maria, knne Gretchens Leid nachvollziehen.

Gretchens Bruder Valentin, Soldat und einst stolz auf die Tugend seiner Schwester, hat von deren Fehltritt erfahren. Er frchtet die Schande, die ber seine Familie kommen werde. Vor dem elterlichen Hause wartet er auf den nahenden Verfhrer. Dieser solle ihm nicht mit dem Leben davonkommen.

Faust und Mephisto schmieden Plne, den Kirchenschatz zu stehlen. Faust hofft, ein Halsband als Geschenk fr Gretchen zu finden. Mephisto bietet an, Gretchen einstweilen durch ein Lied auf eine weitere Nacht mit Faust einzustimmen.

Gretchen wird vom sterbenden Valentin vor herbeigeeilten Brgern der Zuchtlosigkeit beschuldigt. Er prophezeit seiner Schwester ein Ende als gewhnliche Hure. Marthes Ermahnung, sich nicht im Tode noch zu versndigen, kontert er mit bitteren Vorwrfen an das schndlich kupplerische Weib. Er sterbe durch Gretchens Schuld, aber als Soldat und brav.

Gretchen nimmt an einem Gottesdienst teil. Ein bser Geist erinnert sie angesichts jener Schuld, die sie nun am Tod von Mutter und Bruder trgt, an die verlorenen Tage ihrer kindlichen Unschuld und besttigt Gretchens Ahnung, schwanger zu sein.

Faust wird von Mephisto zum Hexentanz der Walpurgisnacht auf den Blocksberg gelockt. Sie geraten in eine Windsbraut, ein Gewimmel von Hexen, die zur Bergspitze hinauf reiten, wo der Teufel Hof hlt. Faust wnscht sich, bis zum Gipfel vorzudringen: Dort strmt die Menge zu dem Bsen; Da muss sich manches Rtsel lsen. Mephisto aber berredet Faust, stattdessen an einer Hexenfeier teilzunehmen. Er bietet ihm an, dort als Fausts Kuppler zu fungieren. Bald ergehen sich beide im Tanz und anzglichem Wechselgesang mit zwei lsternen Hexen.

Faust bricht den Tanz ab, als seiner Partnerin ein rotes Muschen aus dem Mund springt und ihm ein blasses, schnes Kind erscheint, das ihn an Gretchen erinnert und ein rotes Schnrchen um den Hals trgt (eine Vorausdeutung auf Gretchens Hinrichtung). Um Faust von diesem Zauberbild abzulenken, fhrt Mephisto ihn auf einen Hgel, wo ein Theaterstck aufgefhrt werden soll.

Einige Monate spter hat Gretchen (wie der Zuschauer spter erfhrt) in ihrer Verzweiflung ihr neugeborenes Kind ertrnkt, ist dafr zum Tode verurteilt worden und erwartet nun ihre Hinrichtung. Faust macht Mephisto Vorhaltungen, ihm die Entwicklung der Dinge verheimlicht und ihn mit den Ausschweifungen der Walpurgisnacht abgelenkt zu haben. Mephisto verhhnt Fausts Reaktion als typisch fr einen Menschen, der sich zwar mit teuflischen Mchten einlasse, aber die Konsequenzen nicht tragen knne: Willst fliegen und bist vorm Schwindel nicht sicher? Drangen wir uns dir auf, oder du dich uns?

Trotz der schweren Strafe, die ihn wegen Valentins Tod in der Stadt erwartet, will Faust zu Gretchen in den Kerker gebracht werden. Mephisto erklrt, er knne zwar den Wchter einschlfern und Zauberpferde fr die Flucht stellen, befreien msse Faust Gretchen aber selbst.

Faust und Mephisto sind auf schwarzen Pferden unterwegs, um Gretchen zu befreien. Sie passieren den Rabenstein, also den Hinrichtungsplatz. Faust beobachtet schwebende Wesen, die streuen und weihen. Mephisto nennt sie eine Hexenzunft.

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