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ST: PIC-Sauen und Schlachtschweinetypen

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Josef V.

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Jan 6, 2000, 3:00:00 AM1/6/00
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Hallo Treffler
 
Ich remontiere seit ca. 1o Jahren meine Sauenherde mit PIC Jungsauen.
Die Sauen werden mit einem  top Genetik Pi Eber belegt (Besamung), der u.a. eine gute  Schlachtkörperlänge aufweist.(NK-FE >98).
Bis vor einem guten Jahr war ich mit den biologischen Leistungen der Endprodukte im
Maststall sehr zufrieden. Die Mastschweine konnten - dank ihrer Rahmigkeit- sehr hoch
ausgemästet werden,ohne zu sehr zu verfetten.
Seit o.g. Zeitraum habe ich zunehmend mehr kurze und pummelige Mastschweine im
Maststall.(Modell "Quadrat-Schwein") Die Schlachtendgewichte liegen bei den Börgen
um ca. 85 kg.
Nachfragen bei der PIC, die sich meine "Modell-Schweine" vor Ort angschaut haben, und
hier meinen Eindruck nur bestätigen konnten, brachten bisher auch keine zufrieden
stellende Antwort. Nach Ihrer Aussage handelt es sich bei mir um einen Einzelfall.
 
Frage an den TREFF, habt Ihr ähnliche Erfahrungen mit Endprodukten von PIC-Sauen
gemacht?
 
Gruß
josef
 

Josef V.

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
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-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: Josef V.
Gesendet: Donnerstag, 6. Januar 2000 20:52
Betreff: ST: PIC-Sauen und Schlachtschweinetypen
Hallo
 
Ich möchte nochmals das Thema "Mastendprodukte PICxPi aufgreifen.
Vorweg möchte ich betonen, daß auf Grund der hohen biologischen
Leistungen im Ferkel- und Mastbereich die "Pummeltypen" im Maststall
keine "Edelkümmerer" sein können. Da ich die Sauengrundlage PIC
bewußt mit langen Pi Ebern angepaart habe, kann die Typenstreuung
eigentlich nur aus der Sauenlinie resultieren?
In den Antwort-Mails meiner ersten Anfrage zu diesem Thema (s.o. Mail)
wurde auch die L.23 in die Diskussion gebracht. Die PIC/NFZ erklärte mir
zur L.23, daß die Einführung dieser Linie vor ca. 2 Jahren erst begonnen
hätte, und daher bei mir nicht die Ursache für die Typenstreung im
Ferkel- und Mastbereich sein könnte!?
Es wäre wünschenswert, wenn die NFZ/PIC in diesem Forum und zu
diesem Thema Stellung nehmen würde.
Vielleich hat auch die Pig top-genetik dazu eine Meinung!
 
Gruß vom Niederhein (für Marc)
josef

Pig top-genetik

unread,
Jan 15, 2000, 3:00:00 AM1/15/00
to
Josef V. schrieb (auszugsweise):

> ... kann die Typenstreuung eigentlich nur aus der Sauenlinie resultieren?


> In den Antwort-Mails meiner ersten Anfrage zu diesem Thema (s.o. Mail)
> wurde auch die L.23 in die Diskussion gebracht. Die PIC/NFZ erklärte mir
> zur L.23, daß die Einführung dieser Linie vor ca. 2 Jahren erst begonnen
> hätte, und daher bei mir nicht die Ursache für die Typenstreung im
> Ferkel- und Mastbereich sein könnte!?
> Es wäre wünschenswert, wenn die NFZ/PIC in diesem Forum und zu
> diesem Thema Stellung nehmen würde.
> Vielleich hat auch die Pig top-genetik dazu eine Meinung!
>
> Gruß vom Niederhein (für Marc)
> josef

Hallo Josef

selbstverständlich hat die Pig top-genetik dazu eine Meinung ... und zwar sehr
dezidiert.

Wie Du weißt, ist die Pig top-genetik von ehemaligen PIC Vermehrern und
Aufzüchtern (selbständige Landwirte) gegründet worden. Sie haben die Pig
top-genetik erst gegründet, nachdem Verhandlungen mit der PIC über die weitere
Zukunft der Zucht in Deutschland und die Vermehrerkonditionen gescheitert waren.

Für uns war es sehr wichtig, weiterhin die original Zwei-Rassen-Sau zur Verfügung
zu haben. Wie in einer anderen mail schon geschrieben wurde, ist es völlig
richtig, daß sich die Mendelschen Erbgesetze nicht außer Kraft setzen lassen.
(auch nicht von einem PIC-Manager, egal wie scharf er auch rechnen muß)
Alle übrigen Zuchtverbände und Hybridzuchtunternehmen in Deutschland, Dänemark,
Holland und Frankreich setzen nach wie vor auf das Zwei-Rassenmodell (wenn die
Namen und Linien das auch nicht immer erkennen lassen). Weiterhin hatten wir
Zugang zu internen Versuchsergebnissen, die uns sehr skeptisch machten.

Wir waren und sind noch immer sehr zufrieden mit der alten Pig (Deutschland)
Genetik. Die Prüfung der Wettbewerber hat für uns keine interessanteren
Alternativen gebracht.

Es ist uns dann gelungen, einen Exklusivvertrag mit der PIC abzuschließen, der
für uns und unsere Partnerbetriebe weiterhin den Zugriff auf die reinen Rassen
und damit die Vermehrung der original Zweirassen Sau ermöglicht.

Zusammen mit unserem top-Vermehrer, unserem top-Aufzüchter, dem Gesundheits-
überwachungsprogramm und der Pig top-genetik Notierung, waren die zwei letzten
Jahre ruhige, gesunde und erfolgreiche Jahre für unsere Partnerbetriebe.
(Ferkelerzeuger UND Mäster)

Nun kann sich jeder denken, daß es der PIC und vor allem ihren
Vermarktungspartnern NFZ und Westfleisch keine Ruhe läßt, wenn es immer noch eine
Alternative zur Linie 23 gibt.
Dabei spielt es keine Rolle, daß wir nur eine sehr kleine und exclusive Gruppe
von Landwirten sind, sondern daß es bei uns gut läuft und wir unsere eigenen
Vorstellungen umsetzen.

In dem Maß, in dem die Probleme bei der Vermehrung und Vermarktung der
Camborough 23 gestiegen sind, wurden wir für PIC, NFZ und Westfleisch immer
unerträglicher.
Der einmal vom internationalen Management vorgegebene Weg zur billiger zu
produzierenden Camb.23 darf nicht gestört werden.

- So wurde uns der Vertrag von der PIC gekündigt. Wir erhalten keine Reinzucht-
tiere mehr!-

Trotzdem halten wir nach wie vor an folgendem züchterischem Konzept fest:

Eine GESUNDE, weiße, schnellwüchsige, FRUCHTBARE, gute Muttersau aus zwei Rassen
(Heterosis), besamt mit einem Endprodukteber, der variabel und schnell den
verschiedenen und wechselnden Vermarktungsbedingungen angepaßt werden kann, ist
ökonomisch erfolgreich und bringt ihrem Besitzer zusätzlich größte biologische
Freude im Stall. ( Die Sau als Standbein, der Eber als Spielbein)

Für den Ferkelerzeuger im Abferkelstall mag eine "Sammelsurium Sau" ja gerade
noch angehen.(die bunten Ferkel sehen ja auch echt niedlich aus) Aber wenn er an
die Vermarktung/Mast der Ferkel denkt,(und natürlich an sein Portemonnaie, mit
dem er seine Familie ernähren muß/ sollte) muß er auf ein möglichst homogenes
Produkt achten und kann es sich nicht leisten, "Mendel-Lotto" zu spielen.

Nachdem in Deutschland kaum noch PIC Reinzuchttiere gehalten werden und demnach
auch kaum noch gezüchtet werden, (die deutsche Zuchtabteilung ist aufgelöst
worden, es gibt jetzt PIC Europe) haben wir uns nach anderen Reinzuchtsauen
umgetan.
Wenn man sich, die seit Jahren stagnierenden Leistungen der 25% erfolgreichen
Betriebe in den Ringauswertungen ansieht, wird schnell klar, daß BHZP, Schaumann
usw. für uns keine Alternative sein konnte. Im Sommer werden wir veröffentlichen,
was wir gefunden haben.

In diesem Sinne,
Viele Grüße Ana Jünemann

Pig top-genetik
Am Berge 6
31623 Drakenburg
Tel.05024/ 88 999
Fax 05024/ 88 997


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Klaus Westerhoff

unread,
Jan 16, 2000, 3:00:00 AM1/16/00
to
Hallo Josef
Ich kann deine Aussagen nur bestätigen .Ich habe vor 2 Jahren angefangen
meinen Sauenbestand mit der Linie 23 zu remontieren.Jetzt bekomme ich
zunehmend Probleme mit meinen Mästern die sich vermehrt über kurze
typschwache Mastschweine mit großer streuung beklagen.Allmählich muß ich
mich Fragen ob es ein Fehler war mich als Sauengrundlage für die Pic 23 zu
entscheiden.Denn was nutzt einem eine Sau mit hoher biologischer Leistung
wenn das Endprodukt nicht den Anforderungen des Marktes genügt.

Gruß vom Niederrhein Klaus

> bewußt mit langen Pi Ebern angepaart habe, kann die Typenstreuung


> eigentlich nur aus der Sauenlinie resultieren?
> In den Antwort-Mails meiner ersten Anfrage zu diesem Thema (s.o. Mail)
> wurde auch die L.23 in die Diskussion gebracht. Die PIC/NFZ erklärte mir
> zur L.23, daß die Einführung dieser Linie vor ca. 2 Jahren erst begonnen
> hätte, und daher bei mir nicht die Ursache für die Typenstreung im
> Ferkel- und Mastbereich sein könnte!?
> Es wäre wünschenswert, wenn die NFZ/PIC in diesem Forum und zu
> diesem Thema Stellung nehmen würde.
> Vielleich hat auch die Pig top-genetik dazu eine Meinung!
>
> Gruß vom Niederhein (für Marc)
> josef
>

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