Hallo Herr Bierens,
ich denke man muß dieses Theme Investitionen immer im
Gesamtzusammenhang sehen.
Die Bewertung des bestehende Investvolumen ist in meinen Augen gar
nicht notwendig um T;I;OE als Entscheidungskennzahlen einzusetzten.
Wesentlich ist die Bewertung von Neuteilen oder Projekten mit allen
drei Kennzahlen.
Die Zielsetzung ist es, den Durchsatz zu steigern ohne eine
Veränderung von I und OE zu induzieren. Ist dieses nicht möglich
stellt sich die Frage, welche Amortisationsdauer ist in der TOC-Welt
zielführend. In der gesamtheitlichen Betrachtung müssen sich die
Verhätlnis T/I und T/OE positiv entwickeln.
Ich für meinen Teil folge dem Grundsatz, dass sich Investitionen aus
KvP-Projekten deutlich unter 6Monaten rechnen müsse. [dI/dOE< 0,6]
Bei Neuprojekten sehe ich einen Amortisationszeitraum von 1-1,5Jahren
für realistisch. Wenn die Investition über Leasing abgebildet werden,
kann ich natürlich die Leasingrate ale Änderung der OE ansetzten und
habe somit eine zeitlich definitiv abgrenzung die ich gegenüber der
Durchsatzsteigerung bewerten kann.
Wenn ich dieses Bewertung auf Projektebene konsequent durchführe und
die Amortisationszeit über T eingehalten wird, belastet mich in der
Folge die getätigte Investition nicht mehr und wird in der Zukunft
auch nicht mehr betrachtet.
Somit kann in Zukunft eine Projektbewertung auf dieser Investition nur
über den Duchsatz und OE erfolgen. Dieses ist natürlich nahe an eine
"Grenzkostenbetrachtung" und macht nur Sinn, wenn die Kapazität
anderweitig nicht besser verkauft werden kann. Um dieses zu vermeiden
kann man Untermehemsspezifisch für entsprechende Kapazitätseinheiten
einen zu erzielenden Mindestensdurchsatz definieren.
Der Paradigmenwechsel wird meines Erachtens unterschätzt. Es besteht
die Gefahr, daß im Unternehmen das Wort Umsatz durch Durchsatz ersetzt
wird und nur noch T als Zielgröße betrachtet wird. Es ist aber
wichtig, dass immer alle drei Kennzahlen T,I,OE und deren Veränderung
betrachtet und bewertet werden. Kritisch wird das Thema auch dann,
wenn die Entscheidungsgrundlage nicht eindeutig ist. Mal leben wir in
der Kostenwelt und mal in der Durchsatzwelt.
Gruß
Ralf Wallau