wenn Ende April, Anfang Mai die ortstreuen etwa 800 Mehlschwalben nach einem etwa 7.000 km langen Flug südlich der Sahara nach Biblis zurückkehren, werden sie - wenn wir es nicht gemeinsam mit Ihnen schaffen ihre Brutnester zu retten - voraussichtlich unverrichteter Dinge irgendwann den langen Rückweg antreten.
Denn der Energiekonzern RWE will noch in diesem Monat den letzten verbliebenen Kühlturm am AKW Biblis zerstören und abräumen und damit die ca. 400 Brutnester. Vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen in Form von kleinen Schwalbentürmen werden seit drei Sommern nicht von den Schwalben angenommen und sind somit unwirksam.
Noch sehen wir Chancen, den Abbruch des Kühlturms zu verschieben und die Schwalbenkolonie in Biblis zu erhalten. Das Vorspiel dazu ist unser offener Brief an den zuständigen Geschäftsführer der RWE Nuclear. Über eine Resonanz oder weitere Schritte berichten wir Ihnen voraussichtlich in der kommenden Woche.
Sollte es uns nicht gelingen, werden die meisten dieser Schwalben den nächsten Sommer nicht mehr erleben. Ihre Lebenszeit beträgt im Durchschnitt etwa zwei Jahre, viele sterben auf dem langen Flug von oder nach Afrika. Jungtiere für den Arterhalt einer der bedeutendsten Mehlschwalbenkolonien in Deutschland wird es dann nicht geben.