Jebanje Zene I Konja Video Zapis-adds 1

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Julieann Rohde

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Jun 26, 2024, 6:23:24 AM6/26/24
to tictotsgutpe

Prof. Dr. Thomas Aoheli*, Gymnasialdirektor in Bremen, Dr.Iwan Bk>ohy Arzt fr
Haut- und Sexualleiden in Berlin, Prof. Dr. Franz Boas, an der Columbia-Universitt
in New-York Y. S. N., Dr. med. und phil. Georg Busohan, Herausgeber des Zentral-
blattes fr Anthropologie in Stettin, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Albert Eulenburg
in Berlin, Prof. Dr. Anton Herrmann, Herauegeber der Ethnologiechen Mitteilungen
aus Ungarn, in Budapest, Prof. Dr. Juljan Jaworekij in Kiew, Dr. Alfred Kind in
Berlin, Dr. Alexander Mitrovi, Rechtsanwalt in Enin, Medizinalrat Dr. Paul Nioke
auf der Hubertusburg, Dr. Quiteppe Pitre, Herausgeber des Archivio per lo studio
delle tradizloni popolari in Palermo, Dr. med. leak Robinaohn in Wien, Prof Dr.

Seit den Kulturanfngen hat es Menschen in reicher Zahl gegeben,
die mit der Verschacherung weiblicher Beize Handel trieben und sich be-
reicherten. Bisher ist die Geschichte der Kuppelei noch nicht geschrieben,
sie wre der Darstellung wert. Die aufflligste Spezies der Kuppelnden ist
zweifellos der Zuhlter, der sich unter Bauern wie Aristokraten vorfindet;

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er ist international wie das liebe Sonnenlicht. Trotz dieser Internationali-
tt it eine Beziehung bemerkenswert, die die allgemeine Gattung Zuhlteru
zu einem besonderen Kreise, einer spezifischen Art Menschenkinder
unterhlt, und віє ist es, auf die ich die Leser der Anthropophyteia44 vor
allem hinweisen mchte, da sich diese Jahrbcher ja vornehmlich mit buer-
lichen berlieferungen beschftigen: die sowohl seelischen wie auch lokalen
Beziehungen der Zuhlter- zur Kunden-Welt

Du bist mir ein schner Kunde", rufen wir im Scherz dem Freunde
zu meist ohne zu ahnen, welch schmeichelhafte Bezeichnung wir dem
also Titulierten zulegen. Kunden sind die Landstreicher, die Vagabonden,
die Herren und Helden der Landstrae, deren Bett das Feld und deren
Dach der Himmel ist. Zerrissen und zerlumpt, fechten" sie sich durch
Gottes freie Welt und es geht ihnen alleweil fidel. Sie sind ein integrie-
render Bestandteil des buerlichen Lebens und spielen in der Stadt ihre
Hauptrolle meist nur noch in den Herbergen zur Heimat.41

Den Zuhlter ist man dagegen gewohnt als eine traurige Erscheinung
des grostdtischen Lebens aufzufassen. Man schwrmt und lamentiert dann
von den sozialen Nten44 und bringt den Luden44 ausschlielich mit den
Gaunern par excellence und Hochstaplern groen Stils zusammen. In der
Tat, wer nur die geschniegelten und gebgelten Herrchen im Auge hat und
hatte, die mit dem Zylinder auf dem streng gezogenen Scheitel die Friedrich-
strae zu Berlin entlang ihren Dirnen nachstreichen, der kann zu solcher
Annahme kommen. Da sie aber durchaus einseitig ist, soll die folgende
Studie in aller Krze dar tun.

Der Folklorist nmlich, dem diese Kreise vertraut wurden, bemerkt
gar bald, da zunchst fr ihn auffallenderweise Zuhlter und Kunden
eine gemeinsame Sprache besitzen. Der zerlumpte Vagabond der Land-
strasse gebraucht die gleichen erotischen Ausdrcke wie der Patentfatzke44
der lderlichen Grostadt Und schlielich: Was Wunder viel! Die Not des
Lebens, dessen Regelung und gesetzmige Ordnung ihnen verhat, ist beiden
gemeinsam. Die gleichen Lokale, in denen man Verbrechen ausheckt, fhren
sie zusammen. Der Kunde verschachert seine Tippelschickse" genau so
wie der Schnallentreiber44 seine feine Saibelkuh", und der Kunde wandelt
sich, sowie er die ntigen eleganten weiblichen Reize ergattert, zum gro-
stdtischen Elegan tum. Mit Vorliebe wirft sich die in Seide und Spitzen
knisternde Schneppe44 dem Vagabond, der mit ihr die Furcht vor den
polizeilichen Organen teilt, in die Arme, ein gewisses mtterliches Empfinden
treibt sie dazu, diesen Armseligen vornehm kleiden zu knnen und so ver-
binden sich Landstrae und Trottoir, das Bauernvolk und die Welt der
Nachtcafes, Land und Stadt.

mittelgroen Stdte, wie ich sie beispielweise hier in Zwickau prchtig be-
obachten konnte. Von der Grostadt, in diesem Falle Leipzig, kommen zu
so einem Schfitzenfestrummel dann ganze Scharen von Grostadtdirnen her-
ber, mit ihnen die Luden." Desgleichen strmen die Kunden herbei, die
Schaubudenmenschen", Fakire", niedere Artisten u. 8. w. Und bei dieser
Gelegenheit vollzieht sich stets eine Menge oben geschilderter Verwand-
lungen", kommen berhaupt Austausch der Meinungen und Ausdrcke und
sonstige Berhrungen beider Kreise zustande. Sie sind nicht zu trennen.

Ihr Idiotikon beweist es deutlich. Das vorliegende, hauptschlich
im Herbst 1906 erhoben, behandelt das mitteldeutsche Gebiet. Nicht
das wenigste verdanke ich dem Kunstttowierer" Hugo Sch., den die Leser
bereite aus Anthropophyteia" IV (Erotische Ttowierungen") kennen. In der
Grostadt und auf der Landstrae fanden sich die gleichen Ausdrcke fr
ein Geschlechtleben, dem naturgem jede Zartheit kultuvierten Empfindens
fremd sein mu. Hier wie dort wird der Menschenschacher und Weiber-
leiberhandel als etwas hchst Natrliches empfunden, und mit vollem Recht
machen nun endlich auch moderne Dichter, beispielweise Sigmar Schnitze
(Im Reiche der Phaken") und Wedekind, gegen die moderne berver-
herrlichung des Weibes Front. Letzterer hat das Problem des Mdchen-
hndlers in einem besonderen Stck (Totentanz"), hnlich Shaw in Frau
Warrens Gewerbe" behandelt. Die Mehrzahl der gesunden Weiber fhlt
sich brigens in der Rolle der Madonne durchaus nicht wohl, sie empfindet
eine Verhandlung an einen potenten Burschen nicht eben grausam, wie ja
der prickelnde Reiz, den die Frauen des rmischen Kaiserreiches beim An-
blick der zur Vergewaltigung anstrmenden germanischen Barbaren" em-
pfanden, hinlnglich bekannt ist.

^Monographieen zur deutschen Kulturgeschichte" Bd. 10 (Leipzig 1902),
IL Hart ig ^Berliner Volks- und Straendialekte (Leipzig), M. Hf 1er
r Deutsches Krankheit en amenbuch ц (Mnchen 1899\CKahle Die fahrenden
beute (Gera 1899), F. Kluge (Rotwelsch" etc. Straburg 1901), H
Meyer Der richtige Berliner" etc. (Berlin 1904), Rabben nGauner-
sprache" (Hamm 1906), F. Soehms Die Parias unserer Spracheu (Heil-
bronn 1888). Das Berliner Idiotikon von Reiekel ist den Lesern aus der*
Anthropopbyteia" hinlnglich bekannt. Durch Verzicht auf den Vergleich
und den Ausbau hoffe ich, ein getreues Abbild des gegenwrtigen Standes
der mitteldeutschen Kunden- und Zuhltersprache zu geben, wie es sich mir
darstellte.

Die Poesie dieser Kreise ist su ver-
schiedenartig, um im Rahmen dieser
Studie grndlich errtert su werden.
s sei mir nur vergnnt, darauf hin-
weisen su drfen, da ich in der folgen*
den 8erie der Quellenschriften su den
AnthropophyteiaMeineihrerSpexialitten
В оrdell-Folklore von bisher
nicht gebotenem Umfaug und von hch-
stem Interesse fr die Psychologie des
Sexuallebens ausfhrlich dartun su
knnen hoffe. Bs wird eine Erg&nsung
des vorliegenden Idiotikons sein, auf
-die hinzuweisen bereits hier notwendig
ist. Und nach diesem nun das

Ssschen . . . Unter Ssschen" ver-
steht der Ausgekochte1* diejenigen!
Bcher, die man broschiert fast in
jeder Buchhandlung ausliegen sieht
mit Titeln etwa wie Mdchenspiegel" v
Ratgeber fr junge Eheleute" u. s. w.
Der Inhalt behandelt das Geschlecht-
leben breitspurig und oberflchlich und
ist mit sehr schlechten Holzschnitten
illustriert. Der Kadette", der sich
auf diese Speziaiartikel" legt, bezieht
solche Bcher zu Spottpreisen (19 bis*
24 Pf.) Da jedoch auf dem Titelblatt
fett gedruckt 8 resp. 5 Mk. steht, ist
es ihm leicht, die Broschieren an
Grne" zu hohen Preisen loszu-
schlagen. Am meisten profitiert er,,
wennn er sie als verboten" bezeichnet.
Der Auedruck hierfr heit:

Zum Schlu weise ich noch ganz besonders auf das Hallesche Dirnen-
lied" (Gestern abend in dem 8tuim)u hin, das in meinem Aufsatz ber .Bordell-
Folklore" erscheinen wird und fr obiges Idiotikon eine ergnzende sehr reiche
linguistische Fundgrube ist.

ans sexueller Gier so sagt man: trese se ko pes na kuzli"
= er bebt wie der Hnnd auf der Hndin.
*. Einem enragierten Schrzenjger gelten die Worte: Visi na babi kot
eveti Jurij na konju" = er haftet am Weibe wie St. Georg am
Pferde.

ad 1. Auch ein Fisch wird fica genannt; es ist der nmliche, der
: sonst peece ignudo (d. i. nackter Fisch) heit. Fica heit auch die Geste,
die darin besteht, da man den Daumen zwischen Zeige* und Mittelfinger
steckt, was lebhaft an einen in die vulva eingefhrten penis erinnert. Diese
-Geste ist im Sden alltglich.

ad 3. potta dient auch als Interjektion des Unwillens,
ad 4. Zu conno gibt es ein niedliches Diminutiv: connellino. Von
-conno ist der Pflanzenname connina abgeleitet; auch in anderen Sprachen
hat diese Pflanze grtenteils Namen aus der sexuellen Begriffssphre (latein.
^rul varia von vulva, deutsch Buhlkraut usw.)
') Ein sehr beliebtes Volkslied lautet:

ad 1. Cazzo ist auch Schimpfwort fr einen Trottel" oder Dummkopf
und ein beliebtes Ehspfindungswort. etwa dem wienerischen Schmorn" ent-
sprechend. In Istrien hrt man die Redensart: facile di battere sui spini
col cazzo degli altri, wrtlich: leicht ist es, mit dem penis anderer Leute
auf die Dornen zu klopfen oder zu schlagen,

Ein verbreitetes Sprichwort lautet: Cazzo in culo non fa fanciullor
Cazzo in mona fa bell a donna, d. h.: penis in den Hinteren macht kein
Kind, doch in die vulva macht ein Weib schn."

7fc3f7cf58
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