Daseinsgruppen

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viriy...@gmail.com

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Dec 20, 2007, 12:26:21 PM12/20/07
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

offensichtlich waren wir alle in letzter Zeit anderweitig zu sehr
eingespannt um zu diskutieren. Weihnachten ist zwar für viele auch
stressig aber normalerweise findet sich auch etwas Zeit. Und wie
könnten wir Zeit sinnvoller nutzen als uns mit dem Dhamma zu
beschäftigen? Deshalb nun ein nächster Schritt in der Betrachtung von
dukkha:
S 56,11: "Dies nun, ihr Bhikkhus, ist die edle Wahrheit vom Leiden:
Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist
Leiden, Kummer, Jammer, Schmerz, Betrübnis und Verzweiflung sind
Leiden; mit Ungeliebtem zusammensein, Getrenntsein von Liebem, nicht
zu bekommen, was man will, das ist Leiden; kurz gesagt: die fünf
Daseinsgruppen, die ergriffen und festgehalten werden, sind Leiden."

M 109: „Sind das nicht, Herr, die „fünf Daseinsgruppen belastet durch
Ergreifen" (pañcupadanakkhandha) , nämlich:
Rupupadanakkhandha (Daseinsgruppe der materiellen Form belastet durch
Ergreifen),
vedanupadanakkhandha (Daseinsgruppe des Gefühls belastet durch
Ergreifen),
saññupadanakkhandha (Daseinsgruppe der Wahrnehmung belastet durch
Ergreifen),
sankharupadanakkhandha (Daseinsgruppe des absichtsvollen Gestaltens
belastet durch Ergreifen),
viññanupadanakkhandha (Daseinsgruppe des Bewußtseins belastet durch
Ergreifen)"
„Das sind, Bhikkhu, die pañcupadanakkhandha."

Aufgabe: Bitte definiert die Daseinsgruppen.

Servus
Viriya


Nopa

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Dec 22, 2007, 11:08:34 AM12/22/07
to Theravada-Studiengruppe
Na denn will ich mal anfangen...

Die fünf Daseinsgruppen :

1.Form: Alles materielle und durch die Sinne außen erfahrbare (Energie/
Wärme und Schallwellen)

2. Gefühl: Von wohl über indiferent bis weh welche sich bei jedem
Sinneskontakte automatisch einstellt

3.Wahrnehmung: Das in den Geist treten der Erfahrung (Form und Gefühl)
bei Sinneskontakt wenn er Wohl verspricht bzw Wehe droht.

4. Aktivität : Reaktion auf die Wahrnehmng zum Wohl hin bzw weg vom
Wehe, alle geistigen und körperlichen Bewegtheiten auch automatisch
ablaufende Prozesse wie z.B Stoffwechsel.

5. Wohlerfahrungssuche : Automatisch ablaufendes Programm der im Geist
gespeicherten Wege zu Wohl hin und weg vom Wehe

... meine Kurzversion...

LG

Norbert

viriy...@gmail.com

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Dec 30, 2007, 5:54:17 AM12/30/07
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

1. M 28: "Die materielle Form sind die vier großen Elemente und die
Form, die von ihnen abstammt (und die Form, die durch Ergreifen
präsent ist)."
Elemente ist die gängige Übersetzung - Erlebensqualitäten - wäre viel
besser. Aus vielen "Pixeln" (hat-weich, kalt-warm, etc.) entsteht in
uns der Eindruck von Substanz/Materie "innen" wie "außen". Diese
erscheint tastbar und von relativer Dauer.
M 28 (zusammengefasst): "Nun ist sowohl die innerliche
Erlebensqualität als auch die äußerliche Erlebensqualität einfach -
Erlebensqualität."

Frage: Was bedingt rupa?

2. Die Zählung von Vedana unterscheidet sich in den Sutten je nach
Erklärungsmodell das gerade gebraucht wird von 2 bis 108 (M 59)
Im Zusammenhang mit den Daseinsgruppen scheint mir diese besondes
interessant:
S 12,25: "Ananda, ist der Körper da, entstehen aufgrund von auf den
Körper bezogenen Willensregungen innerlich Freude und Leid; ist
Verbalisierung da, entstehen aufgrund von auf die Verbalisierung
bezogenen Willensregungen innerlich Freude und Leid; ist Geist da,
entstehen aufgrund von auf den Geist bezogenen Willensregungen
innerlich Freude und Leid."

Frage woher kommt Vedana?

3. Für-wahr-nehmen:
D 22: "Die Wahrnehmung von Gesehenem, von Geräuschen, von Gerüchen,
von Geschmäckern, von Getastetem und von Gedachtem in der Welt ist
erfreulich und angenehm und hier entsteht das Begehren und setzt sich
fest."

S 22,95: "Angenommen im letzten Monat der heißen Zeit, zu Mittag,
erschiene eine Luftspiegelung. (...) Welchen Kern könnte eine
Luftspiegelung auch haben? (...) Ebenso mit der Wahrnehmung (...)"

Frage: Ist Sanna isoliert zu betrachten?

4. Vorbereitungen (sankhara) - so wurden im alten Indien auch die
Vorbereitungen der Schauspieler hinter der Bühne genannt.

S 22,79: "Und warum spricht man von absichtsvollem Gestalten? Sie
brauen das Gestaltete zusammen. (...) Sie gestalten bedingt
entstandene Form zu (meiner) Form. (...)"

S 22,81: "Der unbelehrte Weltmensch (...) betrachtet Form, (...) als
Selbst. Dieses Dafürhalten ist absichtsvolles Gestalten. (...) wird
der unbelehrte Weltmensch von einem aus mit Nichtwissen verbundenen
Kontakt berührt, entsteht Begehren in ihm, so kommt es zu
absichtsvollem Gestalten."

S 22, 56: "Und was Bhikkhus ist absichtsvolles Gestalten (sankhara)?
Es gibt diese sechs Klassen von Willensregungen (sañcetana): Absicht
bezüglich Formen, bezüglich Tönen, bezüglich Gerüchen, bezüglich
Geschmäckern, bezüglich tastbarer Objekte, bezüglich geistiger
Phänomene."

Frage: Wodurch wird Wollen (Absicht) überwunden?

5. Wohlerfahrungssuche und/oder Bewußtsein?

M 28: "Wenn das Auge, Freunde, innerlich funktionsfähig wäre, doch
keine äußeren Formen ins Gesichtsfeld träten und es keine
entsprechende Hinwendung gäbe, dann würde es kein Erscheinen der
entsprechenden Klasse von Bewußtsein geben. Wenn aber das Auge
innerlich funktionsfähig wäre und auch äußere Formen ins Gesichtsfeld
träten, doch es keine entsprechende Hinwendung gäbe, auch dann würde
es kein Erscheinen der entsprechenden Klasse von Bewußtsein geben.
Doch wenn das Au-ge innerlich funktionsfähig ist und auch äußere
Formen ins Ge-sichtsfeld treten und es die entsprechende Hinwendung
gibt, dann gibt es ein Erscheinen der entsprechenden Klasse von
Bewußtsein. Und jede Form in einem, der in einem solchen Zustand ist,
ist in der Formengruppe des Aufgreifens eingeschlossen; jedes Gefühl
in ihm ist eingeschlossen in die Gefühlsgruppe des Aufgreifens; jede
Wahrnehmung in ihm ist eingeschlossen in die Wahrnehmungsgruppe des
Aufgreifens; jede Gestaltung in ihm ist eingeschlossen in die
Gestaltungsgruppe des Aufgreifens und jedes Bewußtsein in ihm ist
eingeschlossen in die Bewußtseinsgruppe des Aufgreifens. Und er
versteht: "So kommt das Einschließen, Zusammensammeln und Anhäufen zu
diesen fünf Gruppen des Aufgreifens zustande.""

Frage: Ist vinnana ein khandha wie alle anderen?

Servus
Viriya
> > Viriya- Zitierten Text ausblenden -
>
> - Zitierten Text anzeigen -

Florian M. Weps

unread,
Jan 20, 2008, 9:46:12 AM1/20/08
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

Ein gutes Neues Jahr wünsche ich Euch allen, und dass ihr wahres Glück findet.

On Sun, Dec 30, 2007 at 02:54:17AM -0800, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Liebe Freunde,
>
> 1. M 28: "Die materielle Form sind die vier großen Elemente und die
> Form, die von ihnen abstammt (und die Form, die durch Ergreifen
> präsent ist)."
> Elemente ist die gängige Übersetzung - Erlebensqualitäten - wäre viel
> besser. Aus vielen "Pixeln" (hat-weich, kalt-warm, etc.) entsteht in
> uns der Eindruck von Substanz/Materie "innen" wie "außen". Diese
> erscheint tastbar und von relativer Dauer.
> M 28 (zusammengefasst): "Nun ist sowohl die innerliche
> Erlebensqualität als auch die äußerliche Erlebensqualität einfach -
> Erlebensqualität."
>
> Frage: Was bedingt rupa?

Vielleicht presche ich hier etwas vor, aber in der bedingten Entstehung wird
Nama-Rupa (also die Daseinsgruppen) durch das Bewusstsein (Viññana) der sechs
Sinne bedingt. Und nama-rupa wiederum bedingt Berührung (der sechs Sinne), die
"sechs Sinnesbereiche".

http://palikanon.com/samyutta/sam12_10.html#s12_2

Interessante Sandwich-Position der Khandhas zwischen dem Sinnesbewusstsein und
der Sinnesberührung.

> 2. Die Zählung von Vedana unterscheidet sich in den Sutten je nach
> Erklärungsmodell das gerade gebraucht wird von 2 bis 108 (M 59)
> Im Zusammenhang mit den Daseinsgruppen scheint mir diese besondes
> interessant:
> S 12,25: "Ananda, ist der Körper da, entstehen aufgrund von auf den
> Körper bezogenen Willensregungen innerlich Freude und Leid; ist
> Verbalisierung da, entstehen aufgrund von auf die Verbalisierung
> bezogenen Willensregungen innerlich Freude und Leid; ist Geist da,
> entstehen aufgrund von auf den Geist bezogenen Willensregungen
> innerlich Freude und Leid."
>
> Frage woher kommt Vedana?

"Was aber ist die bedingte Entstehung der Gefühle? Durch den Sinneneindruck ist
die Entstehung der Gefühle bedingt." (Sinneseindruck ~ Berührung der Sinne ~
"sechs Sinnesbereiche")

http://palikanon.com/angutt/a06_061-064.html#a_vi63

> 3. Für-wahr-nehmen:
> D 22: "Die Wahrnehmung von Gesehenem, von Geräuschen, von Gerüchen,
> von Geschmäckern, von Getastetem und von Gedachtem in der Welt ist
> erfreulich und angenehm und hier entsteht das Begehren und setzt sich
> fest."
>
> S 22,95: "Angenommen im letzten Monat der heißen Zeit, zu Mittag,
> erschiene eine Luftspiegelung. (...) Welchen Kern könnte eine
> Luftspiegelung auch haben? (...) Ebenso mit der Wahrnehmung (...)"
>
> Frage: Ist Sanna isoliert zu betrachten?

Nein - Wahrnehmung ist auch durch Berührung bedingt. (gleiche Lehrrede wie
oben, ein Abschnitt weiter unten).

Und mal ganz oberflächlich: Ich reagiere ja immer auf meine Wahrnehmung,
entweder mit Gier (will ich haben), mit Hass (will ich nicht haben), oder mit
Verblendung (ich mache mir etwas vor, was gar nicht so ist).

> 4. Vorbereitungen (sankhara) - so wurden im alten Indien auch die
> Vorbereitungen der Schauspieler hinter der Bühne genannt.
>
> S 22,79: "Und warum spricht man von absichtsvollem Gestalten? Sie
> brauen das Gestaltete zusammen. (...) Sie gestalten bedingt
> entstandene Form zu (meiner) Form. (...)"
>
> S 22,81: "Der unbelehrte Weltmensch (...) betrachtet Form, (...) als
> Selbst. Dieses Dafürhalten ist absichtsvolles Gestalten. (...) wird
> der unbelehrte Weltmensch von einem aus mit Nichtwissen verbundenen
> Kontakt berührt, entsteht Begehren in ihm, so kommt es zu
> absichtsvollem Gestalten."
>
> S 22, 56: "Und was Bhikkhus ist absichtsvolles Gestalten (sankhara)?
> Es gibt diese sechs Klassen von Willensregungen (sañcetana): Absicht
> bezüglich Formen, bezüglich Tönen, bezüglich Gerüchen, bezüglich
> Geschmäckern, bezüglich tastbarer Objekte, bezüglich geistiger
> Phänomene."
>
> Frage: Wodurch wird Wollen (Absicht) überwunden?

http://palikanon.com/samyutta/sam12_40.html#s12_38

"Wenn einer aber nicht denkt, ihr Bhikkhus, und nichts beabsichtigt und auch
nicht (bei den Dingen) verharrt, - so entsteht damit keine Grundlage für den
Bestand des Bewußtseins"

So nach dem Motto, "mach dir nichts draus"? - keine Ahnung, wie man das
bewerkstelligen soll. Beim Meditieren mag das ja manchmal hinkommen.



> 5. Wohlerfahrungssuche und/oder Bewußtsein?
>
> M 28: "Wenn das Auge, Freunde, innerlich funktionsfähig wäre, doch
> keine äußeren Formen ins Gesichtsfeld träten und es keine
> entsprechende Hinwendung gäbe, dann würde es kein Erscheinen der
> entsprechenden Klasse von Bewußtsein geben. Wenn aber das Auge
> innerlich funktionsfähig wäre und auch äußere Formen ins Gesichtsfeld
> träten, doch es keine entsprechende Hinwendung gäbe, auch dann würde
> es kein Erscheinen der entsprechenden Klasse von Bewußtsein geben.
> Doch wenn das Au-ge innerlich funktionsfähig ist und auch äußere
> Formen ins Ge-sichtsfeld treten und es die entsprechende Hinwendung
> gibt, dann gibt es ein Erscheinen der entsprechenden Klasse von
> Bewußtsein. Und jede Form in einem, der in einem solchen Zustand ist,
> ist in der Formengruppe des Aufgreifens eingeschlossen; jedes Gefühl
> in ihm ist eingeschlossen in die Gefühlsgruppe des Aufgreifens; jede
> Wahrnehmung in ihm ist eingeschlossen in die Wahrnehmungsgruppe des
> Aufgreifens; jede Gestaltung in ihm ist eingeschlossen in die
> Gestaltungsgruppe des Aufgreifens und jedes Bewußtsein in ihm ist
> eingeschlossen in die Bewußtseinsgruppe des Aufgreifens. Und er
> versteht: "So kommt das Einschließen, Zusammensammeln und Anhäufen zu
> diesen fünf Gruppen des Aufgreifens zustande.""
>
> Frage: Ist vinnana ein khandha wie alle anderen?

Es hat einen eigenen Platz in der Bedingten Entstehung, und taucht dann nochmal
unter "nama rupa" auf - so eine art Rückkopplung? Ein Verstärker?

Cheers,
Florian

Florian M. Weps

unread,
Feb 4, 2008, 4:37:00 PM2/4/08
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

On Thu, Dec 20, 2007 at 09:26:21AM -0800, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Liebe Freunde,
>

> sankharupadanakkhandha (Daseinsgruppe des absichtsvollen Gestaltens
> belastet durch Ergreifen),

Sankhara - Gestaltungen - sind für mich so ein sehr schwammiger Begriff,
und in Dhamma-Diskussionen werden sie auf alle möglichen Weisen definiert.

Ein Begriff von Sankhara, der mir das Verständnis etwas erschlossen hat, ist
"Verhaltensmuster".

Es gibt ja gemäss M.9 drei Ausprägungen davon - körperliche Gestaltungen,
sprachliche und geistige.

Bei den geistigen und verbalen Sankharas kann ich nachvollziehen, wie ich mir
eine Gedankenwelt aufbaue, sie *ergreife*, und dann *werde* ich dahinein
*geboren*: in einer Situation, in die ich mich hineinmanövriert habe. Aber bei
den Körperlichen sehen ich diesen Ablauf nicht so ganz, ausser im Sinne der
körperlichen Geburt.

Was meint Ihr dazu?

Cheers,
Florian

viriy...@gmail.com

unread,
Feb 5, 2008, 5:32:41 AM2/5/08
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Florian,

sankhara ist unuebersetzbar, es ist ein viel zu vielschichtiges Wort
und aendert seine Bedeutung je nach Zusammenhang.
Verhaltensmuster ist eine Schattierung, ebenso wie Vorbereitungen oder
Gestaltungen (Conditioner).
Der Koerpergestalter (Atem - als Beispiel) gestaltet den Koerper bei
jedem Atemzug um. Bei fortgeschrittener Anapanasatiuebung wird das
sehr deutlich, deshalb wird er als sankhara hier genannt und weil er
als Vermittler zwischen Geist und Koerper fungiert.

Bezogen auf die Daseinsgruppen wuerde ich sankhara hauptsaechlich als
"emotives Wollen" betrachten, da das hier eine Mischung aus
Gedankenformationen und unbewussten Einfluessen die sich als Emotionen
aeussern ist.
Vedana ist viel einfacher als eine Emotion.

Servus
Viriya

On 5 Feb., 04:37, "Florian M. Weps" <f...@hactrn.ch> wrote:
> Freunde,
>

viriy...@gmail.com

unread,
Feb 28, 2008, 12:51:10 PM2/28/08
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

erst jetzt nach meiner Rückkehr finde ich die Zeit mich zu diesen
Definitionen von Florian zu äußern, sorry für die Verzögerung.
Meinem Verständnis nach handelt es sich bei den Daseinsgruppen und der
Bedingten Zusammenentstehung um zwei verschiedene Erklärungsmodelle,
die man nur bedingt korrelieren kann.

Beispiel: M 109:"Bhikkhu, diese pañcupadanakkhandha, wurzeln im
triebhaften Wollen."
&
M 109: "Bhikkhu, die vier großen Elemente sind die Ursache und
Bedingung dafür, daß rupakkhandha in Erscheinung tritt.
Kontakt ist die Ursache und Bedingung dafür, daß vedanakkhandha in
Erscheinung tritt,
Kontakt ist die Ursache und Bedingung dafür, daß saññakkhandha in
Erscheinung tritt,
Kontakt ist die Ursache und Bedingung dafür, daß sankharakkhandha in
Erscheinung tritt,
Nama-rupa (Name-Form) ist die Ursache und Bedingung dafür, daß
viññanakkhandha in Erscheinung tritt."

Die khandhas sind unser gesamtes Erleben und paticca-samuppada
erklärt wie darin dukkha entsteht.

Vermischt man beide Modelle kommt man auf Ideen wie die mit der
Sandwichposition.

Natürlich ist Kontakt (phassa) die Bedingung für bewußtes vedana-
Erleben (in Erscheinung treten) aber man kann eben auch sagen, daß
vedana, wie allen anderen Erlebensformen triebhaftes Wollen also
(asava und anusaya) zugrundeliegt und vedana die erlebte Resonanz
dieses triebhaften Wollens auf einen Kontakt ist. Dieses Verständnis
ist von entschidener Bedeutung, denn dadurch wird es uns möglich
vedana zu verändern während wir sonst auf ewig Kontaktsklaven"
blieben.

Sanna ist untrennbar mit phassa und vedana verbunden und insofern
bedeutet die Umschichtung unserer Tendenzen auch eine
Wahrnehmungsänderung. Der Trick der Läuterung oder dem Reinen ist
alles rein den Schweinen alles schwein.


S 51,15 -diese Stelle habe ich nach langer Suche nun endlich gefunden
- erklärt wie der Willen, das Wollen (Chanda = Impuls, Intention,
Begehren, Wunsch, Willen, Vorsatz, sich daran erfreuen (kama-chanda;
chanda-raga - dhamma-chanda) Umsetzung des Willens -> Cetana = Wille,
Absicht, Entscheidung, Veranlassungswille, etwas soll bewegt werden.
Hecker: "cetana macht chanda und cetana macht citta."
A X, 58: >>Im Willen (chanda), ihr Brüder, wurzeln alle Dinge. (Alle
cetana sind sankhara aber nicht alle sankhara sind cetana. Sankhara
ist immer etwas von dem etwas anderes abhängt) überwunden wird:
"Es gibt wohl, Brahmane, einen Pfad, es gibt ein Vorgehen, um diesen
Willen zu überwinden".

"Was ist das aber, Herr Anando, für ein Pfad, was ist das für ein
Vorgehen, um diesen Willen überwinden zu können?"

"Da entfaltet der Mönch, Brahmane, die mit den Kampfesgestaltungen der
Einigung des Willens, der Tatkraft, des Herzens, des Prüfens erworbene
Machtfährte. Das eben ist, Brahmane, der Pfad, das ist das Vorgehen,
um diesen Willen überwinden zu können"

"Ist es also, Herr Anando, dann haben wir eine unendliche Linle und
kommen zu keinem Abschluß: denn daß da einer durch den Willen den
Willen überwinden könnte, das gibt es nicht".

"Da darf ich wohl, Bramahne, eben hierüber eine Frage an dich richten,
wie es dir gutdünkt, magst du sie beantworten. Was meinst du wohl,
Brahmane, hattest du vorher den Willen, nach dem Garten zu gehen, und
ist, nachdem du hergekommen, der Wille danach beschwichtigt?"

"Gewiß, Herr".

"Hattest du vorher die Tatkraft, nach dem Garten zu gehen und ist,
nachdem du hergekommen, die Tatkraft dazu beschwichtigt?"

"Gewiß, Herr".

"Lag es dir am Herzen, in den Garten zu gehen und ist, nachdem du
hergekommen, das Herz insofern beschwichtigt?"

"Gewiß, Herr".

"Hattest du vorher das Prüfen auf den Gang zum Garten gerichtet und
ist, nachdem du hergekommen, dies Prüfen erledigt?"

"Gewiß, Herr".

"Ganz ebenso ist es, Brahmane, wenn ein Mönch heilig geworden ist, ein
Triebversiegter, ein Vollendeter, der das Werk gewirkt, die Last
abgelegt, das Heil sich errungen, die Daseinsfesseln vernichtet, sich
durch vollkommene Erkenntnis erlöst hat: Dann ist ihm, was vorher
Wille war, heilig zu werden, nach Erreichung der Heiligkeit als Wille
danach beschwichtigt; was vorher Tatkraft war, heilig zu werden, nach
Erreichung der Heiligkeit als Tatkraft dazu beschwichtigt; was vorher
ihm am Herzen lag, heilig zu werden, nach Erreichung der Heiligkeit
als Herzensanliegen danach beschwichtigt; was vorher als Prüfen auf
die Heiligkeit gerichtet war, nach Erreichung der Heiligkeit als
Prüfen erledigt.


Vinnana ist durch Gier an die anderen 4 khandhas gebunden und hat
insofern eine Sonderposition:
S 22,3: "Das Formelement, Hausvater, ist das Haus des Bewußtseins. das
durch Gier an das Formelement gebundene Bewußtsein aber wird "sich im
Hause ergehend" genannt. Das Gefühlselement (...) Das
Wahrnehmungselement (...) Das Element des absichtsvollen Gestaltens
ist das Haus des Bewußtseins. Das durch Gier an das Element des
absichtsvollen Gestaltens gebundene Bewußtsein aber wird "sich im
Hause ergehend" (okasara) genannt." Eine andere mögliche Übersetzung
wäre: oka = fig. Raum für etwas, Möglichkeit; sara = bewegen =>
"Bewußtsein aber wird "Raum für Bewegung gebend" genannt." Vergl. im
Gegensatz dazu den stillen Geist des Erwachten, dessen Bewußtsein
nicht länger durch Gier an die anderen vier khandha gebunden ist, sich
nicht mehr auf sie stützt.

Auch wenn sich momentan nur Florian an unserer Diskussion beteligen zu
scheint hoffe ich doch, daß das eben geschriebene zu einer klareren
Sichtweise der khandhas bei allen Lesern beiträgt.

Servus
Viriya
> Florian- Zitierten Text ausblenden -
>
> - Zitierten Text anzeigen -- Zitierten Text ausblenden -
>
> - Zitierten Text anzeigen -- Zitierten Text ausblenden -

Florian M. Weps

unread,
Mar 9, 2008, 1:01:23 PM3/9/08
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

On Thu, Feb 28, 2008 at 09:51:10AM -0800, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Vermischt man beide Modelle kommt man auf Ideen wie die mit der
> Sandwichposition.

Danke, viel klarer jetzt.



> Sanna ist untrennbar mit phassa und vedana verbunden und insofern
> bedeutet die Umschichtung unserer Tendenzen auch eine
> Wahrnehmungsänderung. Der Trick der Läuterung oder dem Reinen ist
> alles rein den Schweinen alles schwein.

Hat Sanna auch etwas mit Erinnerungen und Erfahrungen und Konditionierung zu
tun?

> Vinnana ist durch Gier an die anderen 4 khandhas gebunden und hat
> insofern eine Sonderposition:
> S 22,3: "Das Formelement, Hausvater, ist das Haus des Bewußtseins. das
> durch Gier an das Formelement gebundene Bewußtsein aber wird "sich im
> Hause ergehend" genannt. Das Gefühlselement (...) Das
> Wahrnehmungselement (...) Das Element des absichtsvollen Gestaltens
> ist das Haus des Bewußtseins. Das durch Gier an das Element des
> absichtsvollen Gestaltens gebundene Bewußtsein aber wird "sich im
> Hause ergehend" (okasara) genannt." Eine andere mögliche Übersetzung
> wäre: oka = fig. Raum für etwas, Möglichkeit; sara = bewegen =>
> "Bewußtsein aber wird "Raum für Bewegung gebend" genannt." Vergl. im
> Gegensatz dazu den stillen Geist des Erwachten, dessen Bewußtsein
> nicht länger durch Gier an die anderen vier khandha gebunden ist, sich
> nicht mehr auf sie stützt.
>
> Auch wenn sich momentan nur Florian an unserer Diskussion beteligen zu
> scheint hoffe ich doch, daß das eben geschriebene zu einer klareren
> Sichtweise der khandhas bei allen Lesern beiträgt.

Tja -

Wie wäre es mit Vorschlägen zum weiteren Vorgehen? Soll Viriya uns weiterhin
mit unermüdlicher Energie füttern? Er macht das sehr gut, und dadurch scheinen
wir ein wenig träge, matt und müde geworden zu sein, wenn er mal wenig Zeit für
uns hat.

Wollen wir mal jeder die *eine* Frage zum Dhamma stellen, die sie oder ihn am
meisten beschäftigt? Muss ja nicht in direktem Zusammenhang zu den bisherigen
Diskussionen stehen. Solange es um die Lehre des Buddha geht, ist es hier
angebracht, denke ich.

Nehmen wir und doch jeder einige Tage Zeit, sich eine Dhamma-Frage zu
formulieren, bis Mittwoch vielleicht.

Das belebt diese Liste bestimmt.

Vorausgesetzt, Viriya ist einverstanden.

Cheers,
Florian

viriy...@gmail.com

unread,
Mar 14, 2008, 5:22:30 AM3/14/08
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Florian,

den Bereich sanna faßt man wohl am Besten mit "Wiedererkennen"
zusammen insofern natürlich Erinnerungen, Erfahrungen.
Konditionierungen ja, insofern man konditioniert wird einen Stift als
Stift zu erkennen. Bei manchen Hinschädigungen wird der Stift (z.B.)
nur als Stift wiedererkannt wenn er senkrecht gehalten wird, nicht
aber in einer anderen Position.
Konditionierungen nein, wenn Du damit asava und anusaya meinst die
nichts anderes als die Gier sind die das Bewußtsein an nama-rupa
bindet.

Ich finde Deine Idee mit der Fragenrubrik sehr gut, allerdings glaube
ich nicht, daß das unsere komatösen Freunde aufwecken wird. :)
Wie dem auch sei ich spiele auch gern mit Dir alleine weiter.

Servus
Viriya

On 9 Mrz., 18:01, "Florian M. Weps" <f...@hactrn.ch> wrote:
> Freunde,
>

Florian M. Weps

unread,
Mar 16, 2008, 3:50:48 AM3/16/08
to theravada-s...@googlegroups.com
Lieber Viriya,

On Fri, Mar 14, 2008 at 02:22:30AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:
>
> den Bereich sanna faßt man wohl am Besten mit "Wiedererkennen"
> zusammen insofern natürlich Erinnerungen, Erfahrungen.
> Konditionierungen ja, insofern man konditioniert wird einen Stift als
> Stift zu erkennen. Bei manchen Hinschädigungen wird der Stift (z.B.)
> nur als Stift wiedererkannt wenn er senkrecht gehalten wird, nicht
> aber in einer anderen Position.
> Konditionierungen nein, wenn Du damit asava und anusaya meinst die
> nichts anderes als die Gier sind die das Bewußtsein an nama-rupa
> bindet.

Okay.

Bewusstsein, das an nama-rupa gebunden ist - damit meinst Du nicht Viññana als
eines der Khandhas oder doch?

> Ich finde Deine Idee mit der Fragenrubrik sehr gut, allerdings glaube
> ich nicht, daß das unsere komatösen Freunde aufwecken wird. :)
> Wie dem auch sei ich spiele auch gern mit Dir alleine weiter.

Wird schon wieder.

Wie läufts im Waldkloster? Ich lese Euren Newsletter, daraus schliesse ich,
dass Du sehr beschäftigt sein musst.

Cheers,
Florian

viriy...@gmail.com

unread,
Mar 16, 2008, 6:15:16 AM3/16/08
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Florian,

die Sutten sprechen meist von nama-rupa und vinnana.
Vinnana hat eine Sonderstellung- Genaueres siehe Nyanananda der Zauber
des Geistes.

Die Hauptabeit beim Waldkloster liegt bei der Gruppe vor Ort und die
machen ihre Sache ausgezeichnet. Ich bin hauptsächlich mit mailen und
telefonieren involviert dafür halten mich Arbeit und Betriebsrat
ziemlich in Beschlag.

Servus
Viriya

On 16 Mrz., 08:50, "Florian M. Weps" <f...@hactrn.ch> wrote:
> Lieber Viriya,
>

Florian M. Weps

unread,
Mar 16, 2008, 3:26:54 PM3/16/08
to theravada-s...@googlegroups.com
On Sun, Mar 16, 2008 at 03:15:16AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Lieber Florian,
>
> die Sutten sprechen meist von nama-rupa und vinnana.
> Vinnana hat eine Sonderstellung- Genaueres siehe Nyanananda der Zauber
> des Geistes.

Danke - ich habe es auf der dhamma-dana.de Seite gefunden. Falls es noch
jemand gesucht hat:

http://www.dhamma-dana.de/buecher.htm#nanananda

Cheers,
Florian

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