Rechte Ansicht II

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viriy...@gmail.com

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Feb 22, 2007, 4:01:58 AM2/22/07
to Theravada-Studiengruppe
M 117: ,,Was aber ist es, ihr Bhikkhus, für eine rechte Ansicht, die
heilig, wahnlos, überweltlich, ein Pfadfaktor ist?
Die Weisheit (pañña), die Fähigkeit zur Weisheit (pañña-indriya), die
Kraft der Weisheit (pañña-bala), der Erwachungsfaktor Untersuchung der
Zustände (dhamma-vicaya), der Pfadfaktor Rechte Ansicht (samma-ditthi)
in einem, dessen Geist edel ist, dessen Geist fleckenlos ist, der den
edlen Pfad besitzt und ihn entwickelt: das ist, ihr Bhikk¬hus, rechte
Ansicht, die edel, wahnlos, überweltlich, ein Pfadfaktor ist.

Man strengt sich an, falsche Ansicht zu verlieren, rechte Ansicht zu
gewinnen: das gilt einem als rechte Anstrengung. Besonnen läßt man
falsche Ansicht hinter sich, besonnen gewinnt und erreicht man rechte
Ansicht: das gilt einem als rechte Achtsamkeit.
So kreisen und drehen sich diese drei Dinge um die rechte Ansicht,
näm¬lich rechte Ansicht, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit."

M 9: ,,Wenn Freunde, ein edler Anhänger das Unheilsame und die Wurzel
des Unheilsamen, das Heilsame und die Wurzel des Heil¬samen versteht,
ist er insofern einer mit rechter Anschauung, ei¬ner, dessen Ansicht
gerade ausgerichtet ist, einer, der vollkom¬menes Vertrauen in das
Dhamma hat und der bei diesem wahren Dhamma angekommen ist."
...
,,Ja, Freunde. Wenn der heilige Jünger die Nahrung versteht und den
Ursprung der Nahrung, das Erlöschen der Nahrung und den zum Erlöschen
der Nahrung führenden Weg, ist er insofern einer mit rechter
Anschauung, einer, dessen Ansicht gerade ausge¬richtet ist, einer, der
vollkommenes Vertrauen in das Dhamma hat und der bei diesem wahren
Dhamma angekommen ist.
Was ist nun Nahrung, was ist der Ursprung der Nahrung, was ist das
Erlöschen der Nahrung, was ist der zum Erlöschen der Nahrung führende
Weg?
Es gibt vier Arten von Nahrung zur Erhaltung der Wesen, die bereits
geworden sind und als Stütze für jene, die nach erneutem Werden
suchen.

Körperbildende Nahrung (kabalink¤ra ¤h¤ra), grob oder fein,
Kontakt (phassa),
Willensentscheidung (manosañcetan¤),
Sinnesbewußtsein (viññ¤na).
...
Ja, Freunde. Wenn, ihr Freunde, der edle Schüler das Leiden versteht
und die Leidensentwicklung, die Leidensauflösung ver¬steht und den zur
Leidensauflösung führenden Pfad, ist er inso¬fern einer mit rechter
Anschauung, einer, dessen Ansicht gerade ausgerichtet ist, einer, der
vollkommenes Vertrauen in das Dhamma hat und der bei diesem wahren
Dhamma angekommen ist.
....
Paticcasamuppada: ,,Ja, Freunde. Wenn der edle Schüler Altern und Tod
versteht und den Ursprung von Altern und Tod, die Auflösung von Altern
und Tod versteht und den zur Auflösung von Altern und Tod füh¬renden
Weg, ist er insofern einer mit rechter Anschauung, einer dessen
Ansicht gerade ausgerichtet ist, einer der vollkommenes Vertrauen in
das Dhamma hat und der bei diesem wahren Dhamma angekommen ist.
.... Wenn der edle Schüler Nicht-Wissen versteht (...) Wenn der edle
Schüler die Einflüsse versteht (...)

Udo

unread,
Feb 24, 2007, 3:48:42 AM2/24/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Freunde,
wer die bedingte Enstehung versteht versteht die Lehre ,habe ich mal
gelesen.

D 15.»Tiefgründig, Ananda, ist diese Bedingte Entstehung, und auch
tiefgründig erscheint sie. Eben infolge des Nichterkennens,
Nichtdurchdringens dieses Gesetzes gleicht die Menschheit einem
verwirrten Fadenknäuel, einem Vogelneste, einem Schilf- und
Röhrichtgestrüpp, und der Mensch entrinnt nicht dem niederen Dasein,
den Leidensfährten, der verstoßenen Welt, nicht dem Kreislauf der
Wiedergeburten.«

Ich verstehe das so ,dass vordergründig und für die Praxis erst mal
relevant,mit
jedem Ich und Mein Trieb eine Geburt stattfindet.Unheilsam wenn es mit
begehren (lobha) oder nichtwollen (dosa) auftritt.Und das es selbst im
laufe des Tages zu vielen Geburten ,Altern-Werde-prozesse und Sterbe-
prozesse kommt.In der,wie du Viriya schriebst der Tod nur ein
Gedankenstrich ist (War in der Mail von Rechter Ansicht geschrieben).
Wie denkt ihr darüber?

Gruss Udo

Florian M. Weps

unread,
Feb 25, 2007, 4:45:28 PM2/25/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

On Sat, Feb 24, 2007 at 12:48:42AM -0800, Udo wrote:
>
> Hallo Freunde,
> wer die bedingte Enstehung versteht versteht die Lehre ,habe ich mal
> gelesen.

Ja, die hat so viele Glieder, und Rückkopplungsschleifen, und führt in
so viele Bereiche der Lehre, dass man notwendig die ganze Lehre
verstehen muss - darum ist der ehrwürdige Sariputto, als Lehrer der
Neulinge, wohl so darauf herumgeritten (nicht ganz ernst gemeint).

> On 22 Feb., 10:01, viriyana...@gmail.com wrote:
> > M 117: ,,Was aber ist es, ihr Bhikkhus, für eine rechte Ansicht, die
> > heilig, wahnlos, überweltlich, ein Pfadfaktor ist?
> > Die Weisheit (pañña), die Fähigkeit zur Weisheit (pañña-indriya), die
> > Kraft der Weisheit (pañña-bala), der Erwachungsfaktor Untersuchung der
> > Zustände (dhamma-vicaya), der Pfadfaktor Rechte Ansicht (samma-ditthi)
> > in einem, dessen Geist edel ist, dessen Geist fleckenlos ist, der den
> > edlen Pfad besitzt und ihn entwickelt: das ist, ihr Bhikk¬hus, rechte
> > Ansicht, die edel, wahnlos, überweltlich, ein Pfadfaktor ist.

Weisheit - ich habe da so verschwommene romantische Vorstellungen von,
hat was mit Wissen, Tiefe und Auftreten zu tun, aber definieren
könnte ich sie nicht aus dem Stehgreif, und Ihr?

> > Körperbildende Nahrung (kabalink¤ra ¤h¤ra), grob oder fein,
> > Kontakt (phassa),
> > Willensentscheidung (manosañcetan¤),
> > Sinnesbewußtsein (viññ¤na).

Die vier Nahrungen sind interessant, weil einige auch als Glieder der
bedingten Entstehung vorkommen: phassa und vinnana. Ist aber für mich
eher von intellektuellem Interesse, so richtig erfasst habe ich das
alles noch nicht.

Wie versteht Ihr die dritte Nahrung, Willensentscheidung? Wo liegt der
Unterschied zu, oder Zusammenhang mit, Kamma?

Vinnana wird auch oft bloss als "Bewusstsein" übersetzt. Wie ordnet Ihr
diesen Begriff ein?

> D 15.»Tiefgründig, Ananda, ist diese Bedingte Entstehung, und auch
> tiefgründig erscheint sie. Eben infolge des Nichterkennens,
> Nichtdurchdringens dieses Gesetzes gleicht die Menschheit einem
> verwirrten Fadenknäuel, einem Vogelneste, einem Schilf- und
> Röhrichtgestrüpp, und der Mensch entrinnt nicht dem niederen Dasein,
> den Leidensfährten, der verstoßenen Welt, nicht dem Kreislauf der
> Wiedergeburten.«
>
> Ich verstehe das so ,dass vordergründig und für die Praxis erst mal
> relevant,mit
> jedem Ich und Mein Trieb eine Geburt stattfindet.Unheilsam wenn es mit
> begehren (lobha) oder nichtwollen (dosa) auftritt.Und das es selbst im
> laufe des Tages zu vielen Geburten ,Altern-Werde-prozesse und Sterbe-
> prozesse kommt.In der,wie du Viriya schriebst der Tod nur ein
> Gedankenstrich ist (War in der Mail von Rechter Ansicht geschrieben).
> Wie denkt ihr darüber?

Soweit ich weiss, gehen die Lehrmeinungen bei der Interpretation der
bedingten Entstehung auseinander: ich habe von einer Drei-leben-Theorie
gehört, und von der Interpretation des ehrwürdigen Nanavira, die, wenn
ich Dich recht verstehe, Deinem Modell hier entspricht. Ist für meinen
gegenwärtigen Kenntnis- und Übungsstand eh zu hoch :)

Was mir allerdings sofort einleuchtet sind die Parallelen zwischen
Idappaccayata und den vier edlen Wahrheiten:

Leid Wenn dieses ist, ist jenes;
Ursprung durch die Entstehung von diesem entsteht jenes.
Erlöschen Wenn dieses nicht ist, ist jenes nicht;
Weg durch die Aufhebung von diesem, schwindet jenes

So kann man die vier Wahrheiten in zwei Zeit-"Dimensionen" sehen: die
erste und dritte beschreiben einen momentanen Zustane, die zweite und
vierte eine zeitliche Entwicklung.

Dadurch, dass die vier edlen Wahrheiten gewissermassen eine
Differenzialgleichung der Condition Humaine darstellen, haben wir die
Möglichkeit, im gegenwärtigen Augenblick in die Entwicklung
einzugreifen: dem einzigen Punkt, an dem uns das überhaupt möglich ist,
denn die Vergangenheit ist vorbei und die Zukunft ungewiss. Soweit mein
(technisch angehauchtes) Stückchen transzendentale rechte Ansicht.

Analogien wie diese, vom ehrwürdigen Thanissaro in "The Wings of
Awakening" dargelegte, sprechen mich zugegebenermassen sehr an, aber es
sind natürlich bloss Analogien. Ihr habt bestimmt andere auf Lager?

Cheers,
Florian

Udo

unread,
Feb 27, 2007, 11:53:23 AM2/27/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Florian,

>Analogien wie diese, vom ehrwürdigen Thanissaro in "The Wings of
Awakening" dargelegte, sprechen mich zugegebenermassen sehr an, aber
es
sind natürlich bloss Analogien. Ihr habt bestimmt andere auf Lager?

Ich lese nur deutsche Texte!

>Wie versteht Ihr die dritte Nahrung, Willensentscheidung? Wo liegt der
Unterschied zu, oder Zusammenhang mit, Kamma?

A.II. 78-87 Bedingte Entstehung des Unheilsamen
Mit Ursache, ihr Mönche, entstehen die üblen, unheilsamen
Geisteszustände, nicht ohne Ursache. Nach Aufhebung eben dieser
Ursache bestehen somit jene üblen, unheilsamen Geisteszustände nicht
mehr.

Durch einen Anlaß bedingt, ihr Mönche, entstehen die üblen,
unheilsamen Geisteszustände - von einem Beweggrund abhängig - mit
einem Willensakt verbunden (*1) - von einer Bedingung abhängig
entstehen die üblen, unheilsamen Geisteszustände, nicht ohne eine
Bedingung. Nach Aufhebung eben dieser Bedingung bestehen somit jene
üblen, unheilsamen Geisteszustände nicht mehr.

Im Zusammenhang mit Körperlichkeit - im Zusammenhang mit Gefühl - mit
Wahrnehmung - mit Bewußtsein (*2) entstehen diese üblen, unheilsamen
Geisteszustände, nicht ohne Körperlichkeit, Gefühl, Wahrnehmung,
Bewußtsein. Nach Aufhebung eben hiervon bestehen somit jene üblen,
unheilsamen Geisteszustände nicht mehr.

Mit Gestaltetem (*3) als Vorstellungsobjekt entstehen diese üblen,
unheilsamen Geisteszustände, nicht ohne Gestaltetes als
Vorstellungsobjekt (*4). Nach Aufhebung eben dieses Gestalteten
bestehen somit jene üblen, unheilsamen Vorstellungen nicht mehr.


(*1) 'Willensakt' = sarikhāra; hiermit ist der (hier unheilsame)
karmische Wille gemeint, wie im 2. Glied der 'Bedingten
Entstehung' (paticca-samuppāda); oder auch sämtliche karmisch
unheilsamen, zur Geistesformationen-Gruppe (sankhāra-kkhandha)
gehörenden Geistesfaktoren.

(*2) Vorstehend sind nur vier der fünf Daseinsgruppen (khandha)
angeführt, da die Geistformtionen-Gruppe bereits vorher genannt wurde
(s. vor. Anm.).

(*3) 'Gestaltetes' (sankhata); im Sinne von bedingt entstanden,
abhängig.

(*4) no asankhatārammanā; kann, lt. K, auch wiedergegeben werden mit
»nicht das Ungestaltete (= nibbāna) als Vorstellungsobjekt habend«.


wtb "Den Willen(cetana), ihr Mönche, nenne ich die Tat (kamma, Wirken;
siehe Karma), denn ist der Wille aufgestiegen, so wirkt man die Tat,
sei's in Werken, Worten oder Gedanken"


V. Bewußtseins-Gruppe (viññāna-kkhandha)

wtb "Wie bei der Wahrnehmungsgruppe (*) wird in den Sutten das
Bewußtsein, entsprechend den Sinnen in 6 Gruppen unterteilt: Seh-,
Hör-, Riech-, Körper-, Schmeck-, und Geist-Bewußtsein.

Im Abhidhamma und den Kommentaren dagegen werden 89 Bewußtseins-
Klassen unterschieden.

Hierüber siehe Tabelle I.

(*) Ohne Wahrnehmung kann das dazugehörige Bewußtsein nicht
aufsteigen."

In Vis. XIX heisst es

Da gibt es weder Gott noch Brahma,
der dieses Daseinsrad erschuf:
Nur leere Dinge ziehn vorüber,
Durch viele Ursachen bedingt.

Gruss Udo

> Florian- Zitierten Text ausblenden -
>
> - Zitierten Text anzeigen -

Udo

unread,
Feb 28, 2007, 3:21:17 AM2/28/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Freunde,

habe die Ansicht das unsere Diskusion irgendwie stockt oder in unnütze
Spekulationen abtrifftet.

Wie seht ihr das?

Besonders seid Viriya unterwegs ist.

Der Wegweiser ist weg,jetzt müsste also der Dhamma der Wegweiser sein.

Deshalb bin ich mal zum "Opanayiko - Buddhistische
Grundstudien - M9 - Anhang I - V " zurückgekehrt.

Zwecks der gemeinsamen Diskussionsgrundlage.

Habe keine Erfahrung in Gruppenstudien.

Oder was meint Ihr wie 's weiter Heilstauglich ist?

Gruss Udo


Udo

unread,
Mar 2, 2007, 2:00:02 AM3/2/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Freunde,

weiss jemand,was für ein Bewusstsein mit "wichtigen Ausnahmen" gemeint
ist?

Opanayiko M 9 - Anhang II - 56

56 Sinnesbewußtsein deshalb, weil abgesehen von ein paar sehr
wichtigen Ausnahmen
(z.B.: D 15,21; S 4,23; D 11,85)

In der Ausgabe von www.palikanon.de S 4,23 steht da Seele ?

Gruss Udo

aki

unread,
Mar 2, 2007, 11:41:21 AM3/2/07
to Theravada-Studiengruppe

On 2 Mrz., 08:00, "Udo" <uzaj...@web.de> wrote:
> Hallo Freunde,
>
> weiss jemand,was für ein Bewusstsein mit "wichtigen Ausnahmen" gemeint
> ist?
>
> Opanayiko M 9 - Anhang II - 56
>
> 56 Sinnesbewußtsein deshalb, weil abgesehen von ein paar sehr
> wichtigen Ausnahmen
> (z.B.: D 15,21; S 4,23; D 11,85)
>

> In der Ausgabe vonwww.palikanon.de S 4,23 steht da Seele ?
>
> Gruss Udo


Werter Udo.

Mit Sinnesbewusstsein ist in Opanayiko, Anhang II (zu M 9) >>>
http://dhamma-dana.de/buecher/theravada/bgm-studiengruppe-opanayiko.pdf
<<<( Originalseite 101 des Buches bzw. Anmerkung 56 zu M 38) das
(spezielle) Bewusstsein der 5 bzw. 6 Sinne gemeint [Seh-, Hör-,
Riech-, Schmeck- und Tastbewusstsein sowie Geist- (oder Denk-)
bewusstsein].

Die Bewusstseinsinhalte dieser Bewusstseine sind "Nahrung" für den
Menschen [grad so wie körperbildende Nahrung (Kartoffeln z.B.)].

Kontakt ist Nahrung, weil der Mensch Berührung mit der Welt braucht
(Sinnes"reize", die seine Vitalität bestätigen/ernähren).

Wille ist wichtig (e Nahrung), um überlebenswichtige Entscheidungen
treffen zu können.

Sinnesbewusstsein ist Nahrung, weil der Mensch (ähnlich wie Kontakt)
sozusagen "gierig" ist nach Reizen (geistiger Nahrung, d.h. den
entsprechenden Bewusstseinsinhalten, d.h. Seh-, Hör-, Riech-,
Schmeck-, Tast- und Denkbewusstsein).

An allen in Opanayiko, Anhang II, M 38 (bzw. den in Anm. 56) genannten
Stellen steht aber immer (nur) *vinnana* (Bewusstsein).

In S 4,23 (Godhika) >>> http://palikanon.com/samyutta/sam04_25.html
<<< [wo statt Bewusstsein Seele steht (siehe auch die dazugehörige
Anm. *f448)] ist damit aber (die "paar sehr wichtigen" Ausnahmen) das
"Todesbewusstsein" (also nicht Sinnesbew.) des Bhikkhus Godhika
gemeint...."Mara" hätte gerne seine Seele, da Godhika aber ins Nibbana
"eingegangen" ist, ist sein Bew. erloschen (nicht zu fassen,
sozusagen).

Auch in D 11,85 [mit 85 sind die Abschnitte gemeint in die jede Digha-
Rede eingeteilt ist; Palikanon.com hat das aber nicht; (85 ist das
Ende der Rede, insb. der Vers)] >>> http://palikanon.com/digha/d11.htm
<<< steht *vinnana*, womit hier aber der allgemeine
"Geisteszustand" (das Gesamtbewusstsein; auf Pali etwa *manayatana*)
gemeint ist....Wenn das Bew. entschwunden (an nichts mehr haftend/
"erloschen") ist, da haben auch Erde, Wasser, Feuer, Luft (usw.) keine
(Gegen)-grundlage mehr.

In D 15,21 (etwa der Mitte der Rede):
>>> 'Durch Bewusstsein bedingt ist Geistigkeit und Körperlichkeit',
das ist da wohl gesagt worden; das muss nun, Anando, in folgender
Weise auch verstanden, wie durch Bewusstsein bedingt Geistigkeit und
Körperlichkeit ist. Wenn sich da etwa, Anando, kein Bewusstsein in den
Mutterleib herabsenkte, würde dann wohl Geistigkeit und Körperlichkeit
im Mutterleibe gegenständlich werden können?" <<< >>>
http://palikanon.com/digha/d15.htm <<<
ist mit *vinnana* das Bewusstsein im Sinne des 3. Gliedes des
*paticcasamuppada* (Bedingte Entstehung) gemeint ...das Verbindungsglied
zwischen 2 Existenzen [Art die Essenz des Gesamtbewusstseins, die
Neigung (Tendenz) des Gemütes, die die entsprechende "Wiedergeburt"
erwirkt (oder keine)]...

aki

Florian M. Weps

unread,
Mar 3, 2007, 2:48:13 PM3/3/07
to theravada-s...@googlegroups.com
On Tue, Feb 27, 2007 at 08:53:23AM -0800, Udo wrote:
>
> Hallo Florian,
>
> > Analogien wie diese, vom ehrwürdigen Thanissaro in "The Wings of
> > Awakening" dargelegte, sprechen mich zugegebenermassen sehr an, aber
> > es sind natürlich bloss Analogien. Ihr habt bestimmt andere auf
> > Lager?
>
> Ich lese nur deutsche Texte!

Mir ist keine deutsche Übersetzung bekannt. Es handelt sich um eine
ziemlich umfangreiche Anthologie von Texten zu der Zusammenfassung der
Lehre in 37 Pukten, wie sie z.B. in M103 Aufgeführt sind:

* die vier Grundlagen der Achtsamkeit (satipatthana),
* die vier gewaltigen Kämpfe, (samma-ppadhāna)
* die vier Machtgebiete, (iddhi-pada)
* die fünf Fähigkeiten, (indriya)
* die fünf Vermögen, (bala)
* die sieben Erweckungen, (bojjhanga)
* den heiligen achtfältigen Weg (atthangika-magga)

> > Wie versteht Ihr die dritte Nahrung, Willensentscheidung? Wo liegt
> > der Unterschied zu, oder Zusammenhang mit, Kamma?
>

> wtb "Den Willen(cetana), ihr Mönche, nenne ich die Tat (kamma, Wirken;
> siehe Karma), denn ist der Wille aufgestiegen, so wirkt man die Tat,
> sei's in Werken, Worten oder Gedanken"

Jetzt ist's mir besser verständlich, vielen Dank.

Cheers,
Florian

Florian M. Weps

unread,
Mar 3, 2007, 3:14:08 PM3/3/07
to theravada-s...@googlegroups.com
On Wed, Feb 28, 2007 at 12:21:17AM -0800, Udo wrote:
>
> Hallo Freunde,
>
> habe die Ansicht das unsere Diskusion irgendwie stockt oder in unnütze
> Spekulationen abtrifftet.
>
> Wie seht ihr das?

Ich war einige Tage weg, vielleicht ist die Diskussion dadurch etwas ins
Stocken geraten, aber ich habe wenigstens keine unnützen Spekulationen
gepostet :)

> Besonders seid Viriya unterwegs ist.

Wie hat er es formuliert? Jeder weiss etwas, und zusammen wissen wir
viel.



> Der Wegweiser ist weg,jetzt müsste also der Dhamma der Wegweiser sein.
>
> Deshalb bin ich mal zum "Opanayiko - Buddhistische
> Grundstudien - M9 - Anhang I - V " zurückgekehrt.
>
> Zwecks der gemeinsamen Diskussionsgrundlage.

Ich kann Deiner Referenz nicht ganz folgen: meinst Du den fünften
Abschnitt über die Neigung des Geistes?

> Habe keine Erfahrung in Gruppenstudien.

Auf Mailinglisten und im Usenet jedenfalls ist es ein auf und ab.

> Oder was meint Ihr wie 's weiter Heilstauglich ist?

Nun, ich habe bis jetzt ziemlich viele Fragen beantwortet bekommen, oder
neu und anders gestellt, sodass ich wieder weiter daran arbeiten kann.

Wenn Dir selber das blosse Beantworten nicht so viel bringt, dann stell
doch mal einige Fragen in die Runde. Du kannst jederzeit bremsen, wenn
Dir unsere Antworten zu spekulativ ausfallen.

Cheers,
Florian

Udo

unread,
Mar 4, 2007, 1:10:39 AM3/4/07
to Theravada-Studiengruppe

Hallo Florian,

Du schreibst:


> Ich kann Deiner Referenz nicht ganz folgen: meinst Du den fünften
> Abschnitt über die Neigung des Geistes?

Ist aus der Mail von Aki "Opanayiko, Anhang II (zu M 9) >>>


http://dhamma-dana.de/buecher/theravada/bgm-studiengruppe-opanayiko.pdf
<<<( Originalseite 101 des Buches bzw. Anmerkung 56 zu M 38)"

Hatte Anhang II bis V gemeint.

> Nun, ich habe bis jetzt ziemlich viele Fragen beantwortet bekommen, oder
> neu und anders gestellt, sodass ich wieder weiter daran arbeiten kann.

Das freut mich sehr!

> Wenn Dir selber das blosse Beantworten nicht so viel bringt, dann stell
> doch mal einige Fragen in die Runde. Du kannst jederzeit bremsen, wenn
> Dir unsere Antworten zu spekulativ ausfallen.

Ich bin da mit viel Vertrauen, zum Herr Gotama ,rangegangen.Deshalb
empfinde ich das wahrscheinlich so.

Leitfaden war mir da die Sutte: M. 6. Wunsch um Wünsche - Ākankheyya
Sutta (von K.E.N.)

Aber habe mittlerweile verstanden das jeder seinen eigenen Zugang
finden muss,damit Veränderung der Ansichten stattfinden kann.

Ist schon alles OK so! :-)

Gruss Udo


Udo

unread,
Mar 6, 2007, 3:10:43 AM3/6/07
to Theravada-Studiengruppe

Hallo Freunde,

>"Paticcasamuppada: ,,Ja, Freunde. Wenn der edle Schüler Altern und Tod
>versteht und den Ursprung von Altern und Tod, die Auflösung von Altern
>und Tod versteht und den zur Auflösung von Altern und Tod füh¬renden
>Weg, ist er insofern einer mit rechter Anschauung, einer dessen
>Ansicht gerade ausgerichtet ist, einer der vollkommenes Vertrauen in
>das Dhamma hat und der bei diesem wahren Dhamma angekommen ist.
>.... Wenn der edle Schüler Nicht-Wissen versteht (...) Wenn der edle
>Schüler die Einflüsse versteht (...) "


Was denkt ihr so darüber?

Welche Zweifel steigen so bei euch auf?

Welche Möglichkeiten zur Lösung bieten sich?

Gruss Udo

Lars Siebold

unread,
Mar 6, 2007, 6:23:48 PM3/6/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Hallo Udo,


Die rechte Anschauung scheint also darin zu bestehen, zu wissen, wie die
Dinge entstehen und wie sie vergehen. Das halte ich für recht
einleuchtend. Welche Zweifel entstehen dir denn dabei?
Was meinst du mit Möglichkeiten zur Lösung? Zur Lösung der falschen
Anschauung? Oder zur Lösung des Paticcasamuppada?

Gruß
Lars

Udo

unread,
Mar 7, 2007, 7:42:57 AM3/7/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Lars,

also ich kenne da jede Menge Zweifel.

Ist das vermeintlich Erkannte auch in extremen Situationen (Verlust
von geliebten Wesen,bei Krankheit,etc.) tragfähig?

Oder harmloser:Bei Angst und Sorge,über was auch immer tragfähig?

Ist das was du für einleuschtend (wie auch ich)hälst,vielleicht nur
ein ich Dünkel?

Schmeichelt sich das Ego damit nur selbst?

Ich meinte Möglichkeiten um denn überweltlichen Pfad zu erreichen.

Wie zum Beispiel: Durch Sutten Studium,Entfaltung der
Tugend,Entfaltung des Geistes,Rat von Wegweiser
(Kalayanamitta)suchen,Dhammatalk,oder einfach nichts machen,etc.

Gruss Udo


On 7 Mrz., 00:23, Lars Siebold <khand...@gmx.net> wrote:
> Die rechte Anschauung scheint also darin zu bestehen, zu wissen, wie die
> Dinge entstehen und wie sie vergehen. Das halte ich für recht
> einleuchtend. Welche Zweifel entstehen dir denn dabei?
> Was meinst du mit Möglichkeiten zur Lösung? Zur Lösung der falschen
> Anschauung? Oder zur Lösung des Paticcasamuppada?
>
> Gruß

> Lars- Zitierten Text ausblenden -

Lars Siebold

unread,
Mar 7, 2007, 9:51:33 AM3/7/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Hallo Udo,

ich habe in dem Sinne nicht allzu viele Zweifel, weil ich mir bewusst
bin, dass das "Erkannte" momentan nur ein intellektuelles Wissen ist,
nur angehörte bzw. angelesene Weisheit im Gegensatz zum Erfahrungswissen
der überweltlichen rechten Anschauung.
Insofern kann es auch noch nicht tragfähig sein (was sich ja immer
wieder zeigt), da eben die Erkenntnis noch nicht bis zum Grund
vorgedrungen ist, sogar noch recht oberflächlich ist und nicht allzu
viel von den tieferen Zusammenhängen wirklich verstanden hat.
Es gibt immer wieder "Einsichten", aber das sind eben nur Bruchstücke
die schnell wieder im täglichen Geschehen untergehen, wenn man nicht
fähig ist sie zu wiederholen.
Der Fortschritt ist langsam, aber man kann sich Schritt für Schritt
vorarbeiten und die eigenen Ansichten geradebiegen (ditt-uju-kamma) bis
in einem geeigneten Moment die vier Wahrheiten ungehindert "einschlagen"
können (wie Hellmuth Hecker das ausdrückt).

In M43 werden zwei Bedingungen für das entstehen der rechten Anschauung
genannt: Die Stimme eines Anderen und yoniso manasikara.
Die Stimme eines Anderen kann durch die Sutten zu uns kommen oder vom
"Wegweiser" wie du schreibst oder beim Dhammatalk.
Dann muss man eben diese Aussagen überprüfen, bis man sie wirklich
verstanden hat, bis man zum Grund, zum Ursprung (yoni) gelangt ist.

In D33 werden vier Bedingungen zum Stromeintritt genannt:

- Umgang mit edlen Menschen,
- Hören der edlen Lehre,
- Gründliche Erwägung (yoniso manasikara),
- Den Dhamma in Übereinstimmung mit dem Dhamma praktizieren
(dhamm-anu-dhamma-patipada).

Oder wie das der Herr Hecker ausdrückt:

"Erstens: Als karmische Ernte außen, begegnet mir die Stimme eines
anderen, eines Erwachten, sei es mündlich oder schriftlich.

"Zweitens: Als karmische Ernte innen muss ich ein Wahrheitssucher sein
und daher bereit, aufmerksam zuzuhören, um die Wahrheit zu erfahren.

"Drittens: Danach muss ich mich mit gründlicher Aufmerksamkeit mit der
Lehre auseinander setzen und sie prüfen, bis sie mir klar im Geist
einleuchtet.

"Viertens: Wenn ich sie so verbindlich nehme, dann muss ich ihr
lehrgemäß nachfolgen, bis das Gemüt mitzieht."


Liebe Grüße
Lars

Udo

unread,
Mar 9, 2007, 12:56:24 AM3/9/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Freunde,
habe eine interressante Stelle zur "Nahrung" gefunden.
S.46.51.Nahrung

"(...) Die Nahrung und den Nahrungsentzug(...)will ich euch
zeigen(...)
Gruss Udo

Manfred Wiesberger

unread,
Mar 20, 2007, 10:57:28 PM3/20/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Liebe Freunde,
 
wie es aussieht, kommt Ihr ganz gut ohne mich zurecht. Eine recht angeregte und wie ich finde ziemlich gute Diskussion, auf einiges werden wir spaeter sowieso noch im Detail zurueckkommen.
Was mir jetzt so spontan dazu einfaellt um es kurz zusammenzufassen
Die weltliche rechte Anschauung liefert uns Eckpunkte um unser Denken so umzugestalten, dass der Geist an Klarheit und Ruhe zunimmt und wir uns der ueberweltlichen rechten Ansicht annaehern koennen. Wilkliches Sehen findet erst mit dem Stromeintritt statt, dann erst kann man selbstaendig erkennen was Pfad und was Nicht-Pfad, bzw. was heilsam und was unheilsam ist und welche Menge an Stimulus - ahara - fuer unsere unterschiedlichen Daseinsdimensionen ausreichend bzw. notwendig ist. Dadurch gelingt es den Geist weiter zu klaeren und zu stillen um schliesslich zu den vier edlen Wahrheiten und letztendlich zum klaren Erkennen des Paticcasamuppada durchzudringen.
 
Stimmt Ihr dem soweit zu?
 
Servus
Viriya

 

Florian M. Weps

unread,
Mar 21, 2007, 6:48:11 AM3/21/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

On Wed, Mar 21, 2007 at 09:57:28AM +0700, Manfred Wiesberger wrote:
> Was mir jetzt so spontan dazu einfaellt um es kurz zusammenzufassen
> Die weltliche rechte Anschauung liefert uns Eckpunkte um unser Denken so
> umzugestalten, dass der Geist an Klarheit und Ruhe zunimmt und wir uns der
> ueberweltlichen rechten Ansicht annaehern koennen. Wilkliches Sehen findet
> erst mit dem Stromeintritt statt, dann erst kann man selbstaendig erkennen
> was Pfad und was Nicht-Pfad, bzw. was heilsam und was unheilsam ist und
> welche Menge an Stimulus - ahara - fuer unsere unterschiedlichen
> Daseinsdimensionen ausreichend bzw. notwendig ist.

Stromeintritt -

SN 55.5 scheint eine vielzitierte Lehrrede zum Thema zu sein:

In Sāvatthi.

Da begab sich der Ehrwürdige Sāriputto zum Erhabenen, begrüßte ihn
ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend,
wandte sich der Erhabene an ihn:

"Glieder zum Stromeintritt, Glieder zum Stromeintritt, so sagt man,
Sāriputta. Was aber sind, o Sāriputto, Glieder zum Stromeintritt?"

"Umgang mit rechten Menschen, o Herr, ist ein Glied zum Stromeintritt.
Die rechte Lehre hören, ist ein Glied zum Stromeintritt. Gründliche
Aufmerksamkeit ist ein Glied zum Stromeintritt, Der Lehre lehrgemäß
nachfolgen, ist ein Glied zum Stromeintritt".

"Gut, Sāriputto, gut, Sāriputto, Umgang mit rechten Menschen ist ein
Glied zum Stromeintritt. Die rechte Lehre hören, ist ein Glied zum
Stromeintritt. Gründliche Aufmerksamkeit ist ein Glied zum
Stromeintritt. Der Lehre lehrgemäß nachfolgen, ist ein Glied zum
Stromeintritt.

Strom, Strom, Sāriputto, sagt man. Was ist das aber, Sāriputto: der
Strom?"

"Eben dieser edle achtfältige Pfad, o Herr, ist der Strom, nämlich
rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln,
rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit,
rechte Einigung".

"Gut, gut, Sāriputto, eben dieser edle achtfältige Pfad ist der Strom.
In den Strom eingetreten, in den Strom eingetreten, Sāriputto, sagt
man. Inwiefern aber ist, Sāriputto, einer in den Strom eingetreten?"

"Wer da, o Herr, diesem edlen achtfältigen Pfad nachfolgt, den nennt
man in den Strom eingetreten, einen solchen Ehrwürdigen solchen Namens
und solcher Sippe".

"Gut, gut, Sāriputto, wer da diesem edlen achtfältigen Pfad nachfolgt,
den nennt man in den Strom eingetreten, einen solchen Ehrwürdigen
solchen Namens und solcher Sippe".

Bei den vier Gliedern zum Stromeintritt fällt mir eines besonders auf:
was versteht ihr unter gründlicher/angemessener Aufmerksamkeit? Worauf
soll man seine Aufmerksamkeit lenken?



> Dadurch gelingt es den Geist weiter zu klaeren und zu stillen um
> schliesslich zu den vier edlen Wahrheiten und letztendlich zum klaren
> Erkennen des Paticcasamuppada durchzudringen.

Diese Darstellung des Übungsweges habe ich schon mehrfach gesehen, sie
scheint mir vernünftig zu sein. Ich kann aber nicht alles aus erster
Hand bestätigen :)

Meine theoretische und wahrscheinlich etwas oberflächliche Beobachtung
ist, dass die vier edlen Wahrheiten der Struktur von idappacayyata
entsprechen, und dass daraus ein direkter Zusammenhang zwischen ihnen
und der bedingten Entstehung konsequenterweise bestehen muss. Wie der
aber beschaffen sein könnte, darüber bin ich mir zugegebenermassen nicht
im Klaren.

Cheers,
Florian

Manfred Wiesberger

unread,
Mar 21, 2007, 11:19:07 PM3/21/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Lieber Florian,
 
danke fuer den Text!
die gruendliche Aufmerksamkeit (yoniso manasikara) ist nicht das gleiche wie Achtsamkeit (sati), es handelt sich vielmehr um ein geistiges (manas) Bemuehen einer Sache auf den Grund zu gehen, ihre Wurzel, ihren Ursprung (yoni) zu erkennen. In etwa deckt sich das mit meiner Definition des heilsamen Zweifels im anderen thread. Vorrangig ist es eine richtige Art des Reflektierens ohne die buddhistische Praxis (bhavana) sinnlos ist. Diese Gruppe ist eine Uebung darin.
 
Die vier edlen Wahrheiten sind nichts anderes als der paticcasamuppada. Wir kommen darauf zurueck. Ich weiss ich schreib das oft aber Verstaendnis waechst langsam ueber Jahrzehnte im Wechsel zwischen Reflektion und Kontemplation.
 
Servus
Viriya

 

Udo

unread,
Mar 22, 2007, 3:09:42 AM3/22/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Viriya,
schön,dass du wieder da bist!
Du schreibst:

> Ich weiss ich schreib das oft aber Verstaendnis
> waechst langsam ueber Jahrzehnte im Wechsel zwischen Reflektion und
> Kontemplation.
Ich find das sich das sehr langwierig und "fast unmöglich,da in
absehbarer Zeit etwas zu erreichen"anhört.Da empfinde ich die Worte
Buddhas so wie in den Lehrreden überliefert,optimistischer!
Leider habe ich jetzt keine passende Stelle im Palikanon gefunden.
Ich probiere es mal in eigenen Worten:
Ich erinnere mich an Aussagen über "den direkten Weg" ,oder wie etwa
morgens eingeführt in die Lehre und Abends am Ziel.
Klar hängt das mit jedem seinen eigenen mitgebrachten Bedingungen ab.
Ausserdem gibt es eine Aussage die lautet in etwa "Die Lehre ist am
Anfang begütert (ist vielleicht etwas falsch ausgedrückt) in der Mitte
und am Ende.
Jedenfalls empfinde ich es so das wenn man anfängt ernsthaft zu
praktizieren wie in M6,M10,M118 usw.beschrieben,dass man Ergebniss
wie:"Stabilität,Gemütsruhe und Zuversicht" erhält.
Mit fortschreitenter Praxis auch die
Fähigkeiten:Vertrauen,Tatkraft,Achtsamkeit,Sammlung,Wissen.
Die dann weiteren Fortschritt bewirken.

Gruss Udo

Florian M. Weps

unread,
Mar 22, 2007, 12:54:37 PM3/22/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Hallo Udo,

On Thu, Mar 22, 2007 at 12:09:42AM -0700, Udo wrote:
> Ich find das sich das sehr langwierig und "fast unmöglich,da in
> absehbarer Zeit etwas zu erreichen"anhört.Da empfinde ich die Worte
> Buddhas so wie in den Lehrreden überliefert,optimistischer!
> Leider habe ich jetzt keine passende Stelle im Palikanon gefunden.
> Ich probiere es mal in eigenen Worten:
> Ich erinnere mich an Aussagen über "den direkten Weg" ,oder wie etwa
> morgens eingeführt in die Lehre und Abends am Ziel.

Meinst Du M 85 ?

Das sind, Königsohn, die fünf Kampfeseigenschaften. Mit diesen fünf
Kampfeseigenschaften begabt, Königsohn, mag ein Mönch, der den
Vollendeten zum Lenker hat, um jenes Ziel, warum edle Söhne gänzlich
vom Hause fort in die Hauslosigkeit ziehn, die höchste Vollendung der
Heiligkeit noch bei Lebzeiten sich offenbar zu machen, zu
verwirklichen und zu erringen, sieben Jahre brauchen.

... sechs Jahre, fünf Jahre, vier Jahre, drei Jahre, zwei Jahre, ein
Jahr brauchen.

... sieben Monate, sechs Monate, fünf Monate, vier Monate, drei
Monate, zwei Monate, einen Monat brauchen.

... einen Tag brauchen.

... am Abend eingeführt am Morgen den Ausgang finden, am Morgen
eingeführt am Abend den Ausgang finden."

Diese Lehrrede hat bei mir auch einen Eindruck hinterlassen.

Cheers,
Florian

Udo

unread,
Mar 23, 2007, 1:20:04 AM3/23/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Florian,
ja diese Aussage meinte ich.
In D22 steht sie unmittelbar in Zusammenhang mit der Satipatthana
Trainingsanleitung.
Gruss Udo

Manfred Wiesberger

unread,
Mar 24, 2007, 12:46:59 AM3/24/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Liebe Freunde,
 
noch was zu Nahrung. Ein paar drastische Gleichnisse:
 

S.12.63. Fleisch vom Sohn

 

Die Gleichnisse in diesem Sutta sind nicht so deutlich, wie das sonst in der Regel der Fall ist. Mit Zuhilfenahme des Kommentars sind sie etwa in folgender Weise zu deuten. Den Nahrungsstoff "eßbare Speise" (kabalimkāra) nimmt der "fromme Jünger" nur so hin, wie die beiden Eheleute das Fleisch ihres Sohnes essen. Er dient ihm nicht zu Freude und Genuß, sondern nur eben zur Erhaltung des augenblicklichen Daseins. In den drei anderen Gleichnissen sind phassa "Berührung", manosamcetanā "Denktätigkeit des Geistes" und viññāna "Bewußtsein" das, was uns in den samsāra, dem Kreislauf der Wiedergeburten verstrickt und ihn bedingt. Das an den Samsāra gekettete Wesen stellen die Kuh mit der wunden Haut, der sein Leben liebende Mann und der Missetäter vor. Der Samsāra wird als etwas Leidvolles gedacht, einmal unter dem Bilde der Lebewesen, welche die kranke Kuh quälen, dann unter dem der Grube mit den glühenden Kohlen, und im letzten Gleichnis unter dem der über den Missetäter verhängten Strafen. In den zwei letzten Gleichnissen sollen die beiden Männer die den dritten in die Glut werfen, und der König, der die grausame Strafe verhängt, das die Wiedergeburt bedingende Kamma bedeuten. Hat man nun das Wesen von phassa, manosamcetanā und viññāna richtig erfaßt d. h. weiß man, daß das Dasein, zu dem sie führen, nichts ist als Leiden, so hat man das Ziel der Erlösung erreicht.

 

1. Ort der Begebenheit: Sāvatthī.

 

2. "Diese vier Nahrungsstoffe, ihr Bhikkhus, dienen den Wesen, die (schon) geboren sind, zur Erhaltung, oder den Wesen, die nach Wiedergeburt suchen, zur Förderung.

 

3. Welche vier?

  • Die eßbare Speise, grobe oder feine;
  • die Berührung ist der zweite;
  • die Denktätigkeit des Geistes ist der dritte;
  • das Bewußtsein ist der vierte.

Das also sind, ihr Bhikkhus, die vier Nahrungsstoffe für die Wesen, die (schon) geboren sind, zur Erhaltung, und für die Wesen, die nach Wiedergeburt suchen, zur Förderung.

 

4. Und wie ist, ihr Bhikkhus, der Nahrungsstoff eßbare Speise zu verstehen?

 

5. Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn zwei Eheleute mit spärlicher Reisezehrung den Weg durch eine Wildnis (*f178) anträten, und sie hätten einen einzigen Sohn, der ihnen lieb und wert wäre.

 

6. Nun aber würde, ihr Bhikkhus, von den beiden Eheleuten, während sie in der Wildnis sich befänden, die spärlich bemessene Reisezehrung aufgebraucht, ginge zu Ende; sie wären aber aus dem übrigen Teil der Wildnis noch nicht heraus gekommen.

 

7. Nun aber käme, ihr Bhikkhus, den beiden Eheleuten der Gedanke: unsere spärlich bemessene Reisezehrung ist aufgebraucht, ist zu Ende gegangen, und wir sind aus dem übrigen Teil der Wildnis noch nicht heraus gekommen. Wie wäre es jetzt, wenn wir unseren einzigen Sohn, der uns lieb und wert ist, töteten, Dürrfleisch und eingepfeffertes Fleisch (*f179) herstellten und, indem wir des Sohnes Fleisch äßen, aus dem übrigen Teil der Wildnis heraus kämen, damit wir nicht alle drei umkommen müssen?

 

8. Und nun töteten, ihr Bhikkhus, die beiden Eheleute ihren einzigen Sohn, der ihnen lieb und wert war, stellten Dürrfleisch und eingepfeffertes Fleisch her und kämen, indem sie des Sohnes Fleisch äßen, aus dem übrigen Teil der Wildnis heraus, und sie äßen des Sohnes Fleisch und pressten es an die Brust, (klagend): wo bist du, einziger Sohn, wo bist du, einziger Sohn?

 

9. Was haltet ihr davon, ihr Bhikkhus? Würden diese Leute zu ihrer Freude den Nahrungsstoff zu sich nehmen, würden sie zu ihrer Lust den Nahrungsstoff zu sich nehmen, würden sie zu ihrem Genuß den Nahrungsstoff zu sich nehmen, würden sie zu ihrem Vergnügen den Nahrungsstoff zu sich nehmen?" - "Nein, Herr, das ist nicht der Fall."

 

10. "Würden nicht diese Leute, ihr Bhikkhus, nur eben, bis sie aus der Wildnis herausgekommen, diesen Nahrungsstoff zu sich nehmen?" - "Jawohl, Herr."

 

11. "Ganz ebenso, behaupte ich, ihr Bhikkhus, ist der Nahrungsstoff eßbare Speise zu verstehen. Wenn der Nahrungsstoff eßbare Speise, ihr Bhikkhus, richtig erkannt ist, ist auch die Begierde nach den fünffachen sinnlichen Genüssen (*f180) richtig erkannt. Wenn die Begierde nach den fünffachen sinnlichen Genüssen richtig erkannt ist, dann gibt es auch die Fessel nicht, durch die gefesselt ein frommer Jünger wieder in diese Welt zurückkehren würde.

 

12. Und wie ist, ihr Bhikkhus, der Nahrungsstoff Berührung zu verstehen?

 

13. Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn da eine Kuh mit aufgerissener Haut (*f181) bei einer Mauer stünde, so würden die in der Mauer hausenden Lebewesen von ihr zehren; wenn sie bei einem Baum stünde, so würden die im Baum hausenden Lebewesen von ihr zehren; wenn sie im Wasser stünde, so würden die im Wasser hausenden Lebewesen von ihr zehren; wenn sie in der freien Luft stünde, so würden die in der freien Luft hausenden Lebewesen von ihr zehren. Wo immer ja, ihr Bhikkhus, die Kuh mit aufgerissener Haut stünde, da würden immer die an der jeweiligen Stelle hausenden Lebewesen von ihr zehren: Ganz ebenso, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist der Nahrungsstoff Berührung zu verstehen.

 

14. Wenn der Nahrungsstoff Berührung richtig erkannt ist, ihr Bhikkhus, sind auch die drei Formen der Empfindung (*f182) richtig erkannt. Wenn die drei Formen der Empfindung richtig erkannt sind, dann, behaupte ich, gibt es für den frommen Jünger fürderhin nichts mehr zu tun.

 

15. Und wie ist, ihr Bhikkhus, der Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes zu verstehen?

 

16. Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn da eine über Mannesgröße tiefe Kohlengrube angefüllt wäre mit glühenden, nicht mehr rauchenden Kohlen (*f183); und es käme da ein Mann daher, der gerne leben möchte, der kein Verlangen hätte zu sterben, der an Lustvollem Genuß hätte und Leidvollem widerstrebte; den nun packten zwei kräftige Männer bei beiden Armen und schleppten ihn zu der Kohlengrube: da wäre wohl, ihr Bhikkhus, weitab jenes Mannes Denken, weitab sein Wunsch, weitab sein Verlangen.

 

17. Warum das? Es wäre ja, ihr Bhikkhus, dem Mann wohl bewußt (*f184): wenn ich in die Kohlengrube stürzen werde, erleide ich infolge davon den Tod oder Schmerz, der zum Tode führt. Ganz ebenso, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist der Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes zu verstehen.

 

18. Wenn der Nahrungsstoff Denktätigkeit des Geistes, ihr Bhikkhus, richtig erkannt ist, sind auch die drei Formen des Durstes (*f185) richtig erkannt. Wenn die drei Formen des Durstes richtig erkannt sind, dann, behaupte ich, gibt es für den frommen Jünger künftighin nichts mehr zu tun.

 

19. Und wie ist, ihr Bhikkhus, der Nahrungsstoff Bewußtsein zu verstehen?

 

20. Gerade so, ihr Bhikkhus, wie wenn da die Leute einen verbrecherischen Räuber eingefangen hätten und ihn dem König vorführten: ,Hier, Majestät, ist der verbrecherische Räuber; verhänge über ihn die Strafe, die dir beliebt.' Darauf hin spräche der König: ,Geht, ihr Leute, und trefft den Mann um die Morgenzeit mit hundert Spießen' (*f186), und sie träfen ihn um die Morgenzeit mit hundert Spießen.

 

21. Und um die Mittagszeit spräche der König also: ,Ihr Leute, wie ist es mit dem Mann?' - ,Noch ist er am Leben, Majestät.' - Daraufhin spräche der König: ,Geht, ihr Leute, und trefft den Mann um die Mittagszeit mit hundert Spießen', und sie träfen ihn um die Mittagszeit mit hundert Spießen.

 

22. Und um die Abendzeit spräche der König also: ,Ihr Leute, wie ist es mit dem Mann?' - ,Noch ist er am Leben Majestät.' - Daraufhin spräche der König also: ,Geht, ihr Leute und trefft den Mann um die Abendzeit mit hundert Spießen', und sie träfen ihn um die Abendzeit mit hundert Spießen.

 

23. Was haltet ihr davon, ihr Bhikkhus? Würde wohl der Mann, von dreihundert Spießen getroffen, dadurch Schmerz und Qual empfinden?" - "Schon von einem einzigen Spieß getroffen, Herr, würde er dadurch Schmerz und Qual empfinden, geschweige denn, von dreihundert Spießen getroffen."

 

24. "Ganz ebenso, ihr Bhikkhus, behaupte ich, ist der Nahrungsstoff Bewußtsein zu verstehen.

 

25. Wenn der Nahrungsstoff Bewußtsein, ihr Bhikkhus, richtig erkannt ist, ist auch Name und Form (nama und rupa) richtig erkannt. Wenn Name und Form richtig erkannt ist, dann, behaupte ich, gibt es für den frommen Jünger künftighin nichts mehr zu tun."


(*f178) Im Komm. (II. 132.6) werden fünf Arten "Wildnis" (kantāra) unterschieden: solche, die durch Räuber, solche, die durch wilde Tiere, solche, die durch böse Geister (amanussa) gefährlich ist, solche, wo Wassermangel herrscht, und solche, wo man keine Nahrung findet.

(*f179) P. vallūrañ ca sondikañ ca. Letzteres Wort bringt Sten Konow (Journ. Pāli Text Soc. 1909, S. 227) mit skr. saundī "Langer Pfeffer" in Zusammenhang.

(*f180) P. pañcakāmaguniko rāgo: Fünffach mit Bezug auf die fünf Sinne Gesicht, Gehör, Geschmack, Geruch und Gefühl.

(*f181) P. niccamma, wtl. "hautlos". Der Komm. (II. 142.9) sagt: "wo die Haut von den Hufen an bis zu den Wurzeln der Hörner aufgerissen (uddālita) ist."

(*f182) P. tisso vedanā. Die drei Formen der vedanā sind oben Sutta 62. 9-11 genannt.

(*f183) P. angārānām vītaccikānam vītadhūmanam. Gemeint sind Kohlen ohne offene Flamme, in vollster Glut sich befindend. Der Komm. (II. 144.6) fügt hinzu eten' assa mahāparilāham dasseti.

(*f184) Ich lese viditam hi tassa purisassa hoti. Nach der Lesung der Ausgabe wäre zu übersetzen "denn also kommt dem Mann der Gedanke".

(*f185) Es sind hier wohl kāmatanhā "Durst nach sinnlichem Genuß", bhavatanhā "Durst nach Werden" und vibhavatanhā "Durst nach Aufhebung der Existenz" gemeint.

(*f186) P. imam purisam sattisatena hanatha, offenbar eine besonders grausame Form der Hinrichtung, ein allmähliches Töten.


 
On 3/9/07, Udo <uza...@web.de> wrote:

Manfred Wiesberger

unread,
Mar 24, 2007, 12:53:34 AM3/24/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Lieber Udo,
 
natürlich ist die Lehre von Anfang an zur Leidensverminderung tauglich, wer würde das bestreiten. Jedoch der Spruch, daß man innerhalb kürzester Zeit von den asava befreit werden könnte trifft nun wirklich nur auf ganz besondere Individuen zu. Da ich mich von dieser typisch westlichen Überhebung schon nach ein paar Jahren der Übung frei machen konnte, halte ich in meinem Fall jedenfalls eher diesen Text für zutreffend.
 

S.22.101. Der Beilgriff

(Nr. 5-21 auch in A VII 67; zu Nr 7ff: M 16 u. 53; Nr. 20/21: Gleichnis in S 45 158.)

 

1. So habe ich gehört. Einst weilte der Erhabene zu Sāvatthī, im Jeta-Hain, im Kloster des Anāthapindika.

 

2. Dort wandte sich der Erhabene an die Mönche: "Ihr Mönche!" - "Ja, o Herr", antworteten jene Mönche dem Erhabenen. Der Erhabene nun sprach also:

 

3. "Dem Verstehenden, ihr Mönche, dem Erkennenden, spreche ich die Versiegung der Triebe zu, nicht dem Verständnislosen, Erkenntnislosen.

 

4. Was nun verstehend, ihr Mönche, was erkennend, kommt es zur Versiegung der Triebe? 'So ist die Körperlichkeit, so ist das Entstehen der Körperlichkeit, so ist das Vergehen der Körperlichkeit. So ist das Gefühl, so ist das Entstehen des Gefühls, so ist das Vergehen des Gefühls. So ist die Wahrnehmung, so ist das Entstehen der Wahrnehmung, so ist das Vergehen der Wahrnehmung. So sind die Gestaltungen, so ist das Entstehen der Gestaltungen, so ist das Vergehen der Gestaltungen. So ist das Bewußtsein, so ist das Entstehen des Bewußtseins, so ist das Vergehen des Bewußtseins.' So verstehend, ihr Mönche, so erkennend, kommt es zur Versiegung der Triebe.

 

5. Einem Mönch, der sich nicht hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet, mag da vielleicht, ihr Mönche, solcher Wunsch aufsteigen: 'O daß doch mein Geist ohne Haften befreit würde von den Trieben!' Doch nicht wird sein Geist ohne Haften befreit von den Trieben.

 

6. Und warum nicht? 'Weil er seinen Geist nicht entfaltet hat', wäre da zu antworten. Und worin hat er ihn nicht entfaltet? Er hat ihn nicht entfaltet in den vier Grundlagen der Achtsamkeit, in den vier Rechten Kämpfen, in den vier Macht-Fährten, in den fünf Fähigkeiten, in den fünf Kräften, in den sieben Gliedern der Erleuchtung, im Edlen Achtfachen Pfad.

 

7. Wie wenn da, ihr Mönche, acht oder zehn oder zwölf Hühnereier sind. Die wären von der Henne nicht gut bebrütet, nicht völlig ausgebrütet, nicht völlig zur Entwicklung gebracht.

 

8. Es würde da nun jener Henne solcher Wunsch aufsteigen: 'O daß doch meine Küchlein mit den Krallen oder dem Schnabel die Eischale durchstoßen und heil durchbrechen würden!' Doch jene Küchlein sind eben unfähig, mit Krallen und Schnabel die Eischale zu durchstoßen und heil durchzubrechen.

 

9. Und warum? Jene acht oder zehn oder zwölf Eier waren von der Henne nicht gut bebrütet, nicht völlig ausgebrütet, nicht völlig zur Entwicklung gebracht worden.

 

10. Ebenso auch, ihr Mönche, mag da vielleicht einem Mönch, der sich nicht hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet, der Wunsch aufsteigen: 'O daß doch mein Geist ohne Haften befreit würde von den Trieben!' Doch nicht wird sein Geist ohne Haften befreit von den Trieben.

 

11. Und warum nicht? 'Weil er seinen Geist nicht entfaltet hat', wäre zu antworten. Und worin hat er ihn nicht entfaltet? Er hat ihn nicht entfaltet in den vier Grundlagen der Achtsamkeit...

 

12. Einem Mönch aber, der sich hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet - auch wenn ihm nicht solcher Wunsch aufsteigt: 'O daß doch mein Geist ohne Haften befreit würde von den Trieben!', so wird eben doch sein Geist ohne Haften befreit von den Trieben.

 

13. Und warum? 'Weil er seinen Geist entfaltet hat', wäre zu antworten. Und worin hat er ihn entfaltet? Er hat ihn entfaltet in den vier Grundlagen der Achtsamkeit, den vier Rechten Kämpfen, den vier Macht-Fährten, den fünf Fähigkeiten, den fünf Kräften, den sieben Gliedern der Erleuchtung und im Edlen Achtfachen Pfad.

 

14. Wie wenn da, ihr Mönche, acht oder zehn oder zwölf Hühnereier wären. Die wären von der Henne gut bebrütet, völlig ausgebrütet, völlig zur Entwicklung gebracht worden. Auch wenn jener Henne nicht solcher Wunsch aufsteigt: 'O daß doch meine Küchlein mit den Krallen oder dem Schnabel die Eischale durchstoßen und heil durchbrechen würden', fähig wären eben jene Küchlein, mit den Krallen oder dem Schnabel die Eischale zu durchstoßen und heil durchzubrechen.

 

15. Und warum? Jene acht oder zehn oder zwölf Eier waren von der Henne eben gut bebrütet, völlig ausgebrütet, völlig zur Entwicklung gebracht worden.

 

16. Ebenso auch, ihr Mönche: Selbst wenn einem Mönch, der sich hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet, nicht solcher Wunsch aufsteigt: 'O daß doch mein Geist ohne Haften befreit würde von den Trieben', so wird eben doch sein Geist ohne Haften befreit von den Trieben.

 

17. Und warum? 'Weil er seinen Geist entfaltet hat', wäre zu antworten. Und worin hat er ihn entfaltet? Er hat ihn entfaltet in den vier Grundlagen der Achtsamkeit...

 

18. Wie wenn da, ihr Mönche, beim Beilgriff eines Zimmermanns oder Zimmermannsgesellen (durch Abnutzung) sich Fingerabdrücke, Daumenabdrücke zeigen; nicht weiß jener: 'Soviel wurde heute abgenutzt, soviel gestern, soviel vorgestern.' Er weiß eben nur Abgenutztes als abgenutzt.

 

19. Ebenso auch, ihr Mönche, weiß nicht etwa ein Mönch, der sich hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet: 'Soviel ist heute von den Trieben geschwunden, soviel gestern, soviel vorgestern.' Er weiß eben nur Geschwundenes als geschwunden.

 

20. Es ist, ihr Mönche, wie mit einem durch Stricke zusammengehaltenen Ozean-Boot (*f203), das man, nachdem es sechs Monate auf dem Wasser umhergeschlagen wurde, aufs Land gezogen hat. Da würden die dem Wind und der Sonnenglut ausgesetzten, von Regengüssen durchnäßten Stricke ganz leicht sich lösen und abfaulen.

 

21. Ebenso auch, ihr Mönche, ist es mit einem Mönch, der sich hingebungsvoll der Geistesentfaltung widmet: ganz leicht lösen sich die Fesseln und faulen ab."

 


(*f203) Vielleicht ist dabei an die Auslegerboote zu denken, wie sie noch heute z.B. auf Ceylon üblich sind. Bei diesen befindet sich auf dem aus einem ausgehöhlten Baumstamm bestehenden Bootsrumpf eine Brüstung, die mit dem Rumpf durch Stricke verbunden ist.

Servus
Viriya

 

Florian M. Weps

unread,
Mar 24, 2007, 4:43:50 PM3/24/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

On Sat, Mar 24, 2007 at 05:46:59AM +0100, Manfred Wiesberger wrote:
> Liebe Freunde,
>
> noch was zu Nahrung. Ein paar drastische Gleichnisse:
>

> 8. Und nun töteten, ihr Bhikkhus, die beiden Eheleute ihren einzigen Sohn,
> der ihnen lieb und wert war, stellten Dürrfleisch und eingepfeffertes
> Fleisch her und kämen, indem sie des Sohnes Fleisch äßen, aus dem übrigen
> Teil der Wildnis heraus, und sie äßen des Sohnes Fleisch und pressten es an
> die Brust, (klagend): wo bist du, einziger Sohn, wo bist du, einziger Sohn?

Ich finde die klagende Frage bedeutsam im Zusammenhang mit anatta -
schliesslich haben sie ihn gegessen, und sollten wissen, wo er ist -
also bestehen ihre Körper jetzt teilweise aus früheren Bestandteilen von
ihm. Was also sind sie selber?

Es gibt von Ajaan Lee eine ähnliche Aussage, er beschreibt all die Tiere
und Pflanzen, aus deren Überresten wir unsere Körper zusammengesetzt
haben, und wie uns unsere Körper ausserdem täglich Stück für Stück
verlassen.

http://home.arcor.de/einsicht/koerperschulden.html

Nicht, dass ich die physische Nahrung jetzt schon so richtig tief in
ihren Zusammenhängen kapiert hätte. Und über die anderen drei will ich
auch noch nachdenken.

Cheers
Florian

Udo

unread,
Mar 25, 2007, 1:56:15 AM3/25/07
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Viriya,
ich hatte das nicht vermeinent gemeint.
Es steht halt so im Kanon.

>typisch westlichen Überhebung

"Es gibt fast nichts auf der Welt, was einen Menschen so sehr zu
beruhigen
imstande ist wie eine möglichst eindringliche Bestätigung seiner
Vorurteile."
Hoimar von Ditfurth
(Innenansichten eines Artgenossen, 1989, S. 56)

"Der Realist ist insofern naiv, als er nicht zur Kenntnis nimmt, daß
wir alle nicht in der Welt leben, sondern nur in dem Bild, das wir uns
von der Welt machen."
Hoimar von Ditfurth
(Innenansichten eines Artgenossen, 1989, S. 383)

Das ist zwar ,von mir nicht so reagiert wie es der Buddha lehrte,aber
das zeigt mir wo noch weitere rechte Anstrengung erforderlich ist.

Ich wünsche allen leidenden Wesen ,möglichst schnelles vorankommen in
der Leidenserlöschung!

Gruss Udo

>  ------------------------------


>
> (*f203) Vielleicht ist dabei an die Auslegerboote zu denken, wie sie noch
> heute z.B. auf Ceylon üblich sind. Bei diesen befindet sich auf dem aus
> einem ausgehöhlten Baumstamm bestehenden Bootsrumpf eine Brüstung, die mit
> dem Rumpf durch Stricke verbunden ist.
> Servus
> Viriya
>

> --
> Servus
> Viriya- Zitierten Text ausblenden -

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