machen wir uns nun an die Besprechung des letzten Pfadgliedes, Dazu
einige Stellen:
S 56, 1: ,,Entwickelt Sammlung, ihr Bhikkhus. Der gesammelte Bhikkhu
versteht die Dinge, wie sie wirklich sind. Und was versteht er der
Wirklichkeit entsprechend?
"Das ist das Leiden", versteht er der Wirklichkeit entsprechend. "Das
ist die Leidensentwicklung", versteht er der Wirklichkeit
entsprechend. "Das ist die Leidensauflösung", versteht er der
Wirklichkeit entsprechend. "Das ist der zur Leidensauflösung führende
Weg", versteht er der Wirklichkeit entsprechend."
Dhp 372: ,,Es gibt keine Vertiefung für einen ohne Weisheit, es gibt
keine Weisheit für einen ohne Vertiefung, aber einer mit Vertiefung
und auch Weisheit ist der Befreiung nah."
S 45, 28: ,,Edle rechte Sammlung will ich Euch zeigen, ihr Bhikkhus,
mit ihren Voraussetzungen, mit ihren Hilfen. Und was ist edle rechte
Sammlung, ihr Bhikkhus, mit ihren Stützen, mit ihren Hilfen? Rechte
Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln, rechter
Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit. Eine
einspitzige Sammlung des Herzens mit diesen sieben Gliedern als
Voraussetzungen nennt man, ihr Bhikkhus, edle rechte Sammlung mit
ihren Stützen, mit ihren Hilfen."
M 44: ,,Einspitzigkeit des Geistes ist Sammlung, die vier Bereiche der
Achtsamkeit sind ihre Themen, die vier rechten Anstrengungen sind ihre
Stützen; und jede Kultivierung, Entwicklung und Anstreben dieser
Qualitäten ist Geistesentwicklung."
A IV, 41: ,,Vier Entfaltungen der Geistessammlung gibt es, ihr
Bhikkhus. Welche vier?
Es gibt, ihr Bhikkhus, eine Entfaltung der Sammlung, die, geübt und
beharrlich gepflegt, zu gegenwärtigem Wohlsein führt (...) zur
Erlangung des Erkenntnisblickes führt (...) zur Achtsamkeit und
Wissensklarheit führt (...) zur Versiegung der Triebe führt.
Welche Entfaltung der Sammlung aber, ihr Bhikkhus, führt, geübt und
beharrlich gepflegt, zu gegenwärtigem Wohlsein?
Da gewinnt der Bhikkhu, ganz abgeschieden von den Sinnendingen,
abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, die mit Gedankenfassen
und Überlegen verbundene, in der Abgeschiedenheit geborene, von
Verzückung und Glücksgefühl erfüllte erste Vertiefung und verweilt in
ihr (...) vierte Vertiefung und weilt in ihr.
Dies gilt als jene Entfaltung der Sammlung, die, geübt und beharrlich
gepflegt, zu gegenwärtigem Wohlsein führt.
Welche Entfaltung der Sammlung aber, ihr Bhikkhus, führt, geübt und
beharrlich gepflegt, zur Erlangung des Erkenntnisblickes?
Da richtet der Bhikkhu seine Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung des
Lichtes, heftet seinen Geist auf die Wahrnehmung des Tages; wie bei
Tage, so des Nachts, und wie des Nachts, so bei Tage. So entfaltet er
mit wachem, ungetrübtem Geiste einen von Helligkeit erfüllten
Bewußtseinszustand. Dies gilt als jene Entfaltung der Sammlung, die,
geübt und beharrlich gepflegt, zur Erlangung des Erkenntnisblickes
führt.
Welche Entfaltung der Sammlung aber, ihr Bhikkhus, führt, geübt und
beharrlich gepflegt, zur Achtsamkeit und Wissensklarheit? Da steigen
dem Bhikkhus die Gefühle bewußt auf, bewußt bestehen sie und bewußt
lösen sie sich auf; bewußt steigen ihm die Wahrnehmungen auf, bewußt
bestehen sie und bewußt lösen sie sich auf; bewußt steigen ihm die
Gedanken auf, bewußt bestehen sie und bewußt lösen sie sich auf.
Dies gilt als jene Entfaltung der Sammlung, die, geübt und beharrlich
gepflegt, zu Achtsamkeit und Wissensklarheit führt.
Welche Entfaltung der Sammlung aber, ihr Bhikkhus, führt, geübt und
beharrlich gepflegt, zur Versiegung der Triebe?
Da verweilt der Bhikkhu in der Betrachtung des Entstehens und
Vergehens bei den fünf Gruppen des Anhaftens: ,,So ist die
Körperlichkeit, so die Entstehung der Körperlichkeit, so die Auflösung
der Körperlichkeit; so ist das Gefühl, so die Entstehung des Gefühls,
so die Auflösung des Gefühls; so ist die Wahrnehmung, so die
Entstehung der Wahrnehmung, so die Auflösung der Wahrnehmung; so sind
die geistigen Gestaltungen, so die Entstehung der geistigen
Gestaltungen, so die Auflösung der geistigen Gestaltungen; so ist das
Bewußtsein, so die Entstehung des Bewußtseins, so die Auflösung des
Bewußtseins." Dies gilt als jene Entfaltung der Sammlung, die, geübt
und beharrlich gepflegt, zur Versiegung der Triebe führt.
Diese vier Entfaltungen der Geistessammlung gibt es, ihr Bhikkhus."
A IX, 36: ,,Gesagt habe ich, ihr Bhikkhus, daß ich aufgrund der ersten
Vertiefung die Versiegung der Triebe lehre. Mit Rücksicht worauf aber
habe ich das gesagt?
Da, ihr Bhikkhus, tritt der Bhikkhu in die erste Vertiefung ein. Was
es darin aber an Körperlichkeit gibt, an Gefühl, Wahrnehmung,
Gestaltungen und Bewußtsein, all diese Erscheinungen betrachtet er als
vergänglich und leid-haft, als ein Siechtum und ein Geschwür, einen
Stachel, ein Übel, eine Qual, als etwas Fremdes und Hinfälliges, als
leer und ichlos. Von diesen Dingen wendet er dann seinen Geist ab, und
hat er ihn abgewandt, so richtet er ihn auf das Todlose Element: »Das
ist der Friede, das ist das Erhabene, nämlich der Stillstand aller
karmischen Gestaltungen, die Loslösung von allen Daseinsgrundlagen,
die Versiegung des Begehrens, die Entsüchtung, Erlöschung, Nibbaana.
In jenem Zustand verharrend, erreicht er die Versiegung der Triebe;
wenn er sie aber nicht erreicht, so tritt er infolge des (noch
bestehenden) geistigen Begehrens und Ergötzens, nach dem Schwinden der
fünf niederen Fesseln, in einer geistigen Welt wieder in Erscheinung,
und dort erreicht er das Nibbaana, ohne von jener Welt
zurückzukehren.
Gleichwie, ihr Bhikkhus, ein Bogenschütze oder sein Schüler sich
zunächst an einer Strohpuppe oder einem Lehmhaufen übt und dann später
aus der Ferne trifft, schnell wie ein Blitz schießt und einen großen
Gegenstand zu zerschmettern vermag. Ebenso ist es mit jenem Bhikkhu.
Sagte ich also, ihr Bhikkhus, daß ich aufgrund der ersten Vertiefung
die Versiegung der Triebe lehre, so habe ich es eben mit Rücksicht
hierauf gesagt." (Desgleichen für alle anderen Vertiefungen.)
Servus
Viriya
<Zitate geschnippt>
Die Frage, *was* rechte Sammlung ist, ist mit diesen Zitaten wohl gut
behandelt. Hier meine Ausbeute:
nicht jede Einspitzigkeit des Geistes ist auch rechte Sammlung: aufs richtige
Thema kommt es an (die vier Bereiche der Achtsamkeit)
es gibt eine edle rechte Sammlung - gibt es auch eine weltliche?
es gibt vier Entfaltungen: gegenwärtiges Wohlsein, Erlangung des
Erkenntnisblickes, Achtsamkeit und Wissensklarheit, Versiegung der Triebe
Zu den Entfaltungen - sind das gewissermassen "Anwendungen" der rechten
Sammlung? Ziele, die man damit verfolgen kann? Die Triebe/Ein-/Ausflüsse
versiegen lassen? Achtsamkeit erreichen? Und was hat es dann mit dem
Erkenntnisblick auf sich? Werden die Jhanas eigentlich nur im Zusammenhang
damit erwähnt?
Zur Frage des *wie* fällt mir zuerst natürlich die Anapanasati Sutta ein, M118,
wo die vier Bereiche der Achtsamkeit mit den sechzehn Übungen der Atemmeditaion
in Beziehung gebracht werden.
http://palikanon.com/majjhima/m118n.htm
Cheers,
Florian
Vorab: Ich bin, wie ich schon sagte, z.Zt. relativ viel mit
Angelegenheiten in Verbindung mit dem Umzug beschäftigt … Das sind,
könnte man auch sagen, weltliche Angelegenheiten …“minderwertige“,
ablenkende … aber eben auch absolut normale, notwendige ( ob sie
jedoch wirklich notwendig sind, ist, vom höheren buddhistischen
Standpunkt, durchaus hinterfragbar ). Aber teilweise so ein wenig
“Spaß“ machen sie auch … wenn’s vorwärts geht …
Zwischendurch beschäftige ich mich “natürlich“ mit Buddhismus … Sei es
reflektieren was ich da so mache ( welche Wirkungen mein Verhalten auf
Andere hat ), sei es Andere und Anderes “beobachten“ … usw. … Lesen
tue ich auch … Z.Zt ist es der *Buddhist Monastic Code I* von
Thanissaro Bhikkhu … Nicht nur die einzelnen Regeln, sondern auch
Fallbeispiele dazu bzw. teilweise untereinander abweichende
kommentarielle Auslegungen …
Davor hatte ich mich ja, wie ich am 15.8 im Unwissenheits-Thread
schrieb, mit Ñánavíra beschäftigt … Eine übrigens, wie ich finde, dazu
lesenswerte Stellungnahme ist unter http://www.stephenbatchelor.org/existence1.html
zu finden.
Ich erwähne diese Dinge weil sie, sozusagen, mich beeinflussen/ prägen
( meinen “momentanen“ Geisteszustand ) … und insofern auch die
nachfolgenden Gedanken zu Viriya’s bzw. Florian’s Posts hier im Rechte-
Sammlung-Thread ( sowie so und so subjektiv sind ).
( Sammā- ) Samādhi ist Sammlung … klare Bewusstheit bei möglichst
allem was man tut ( sieht, hört, riecht, schmeckt, spürt und denkt )
… Insofern es auch ein “nur“ anderer Ausdruck ist für z.B. ( rechte/
wahrheitsgemäße ) Erkenntnis, ( rechte ) Achtsamkeit … >>>
Einspitzigkeit ( singleness, unification ) des Geistes ( z.B.) ist
Sammlung <<<, also Konzentration …
In Viriya’s Zitat von Dhammapada No. 372 >>> Es gibt keine Vertiefung
für einen ohne Weisheit, es gibt keine Weisheit für einen ohne
Vertiefung, aber einer mit Vertiefung und auch Weisheit ist der
Befreiung nah <<< kommt im Palitext das Wort Samādhi gar nicht vor …
aber da Samādhi eben auch “Einspitzigkeit“ ( Konzentration/ Un-
Unruhe ) des Geistes ist ( und Sammlung des Geistes Merkmal aller
Vertiefung ist ), handelt Dhp 372 eben auch von Samādhi.
In meiner Schlussbemerkung im Post vom 21.8 im Rechte-Geistesgegenwart-
Thread:
>>> Sati ist ( u.a. ) ein wichtiger Faktor für die dritte
Vertiefungsstufe ( Jhāna ) … Das sind , zumindest für mich,
“Gefilde“, die ich zwar recht gut theoretisch nachvollziehen kann,
aber auf Grund mangelnder Fähigkeit des längeren “Verweilens“ bei
einer Vorstellung ( etwa, um präziser zu werden, ab 15 Sek. aufwärts )
nicht im anspruchsvollen Sinne kenne <<<
spreche ich also von Problemen auch mit Sammlung
( Konzentrationsschwierigkeiten ) … Wobei aber >>> die 4 ( rechten )
Anstrengungen ( zwecks Zügelung, Überwindung, Entfaltung und
Erhaltung ) Stützen der Sammlung sind <<<… förderlich der >>>
Geistesentwicklung <<< [ genau genommen Sammlungsentwicklung, da im
Palitext ( bei M 44 ) *samàdhi bhàvanà* steht ]. Aber vielleicht bin
ich ja auch zu ungeduldig, geht mir der Forschritt nicht schnell
genug, hätte es gerne bequemer …Und vielleicht ist ja auch Samàdhi
( im Sinne von möglichst “langer“ Einspitzigkeit ) gar nicht soo
wichtig … sondern dass man die Dinge ÜBERHAUPT ( oder wenigstens )
richtig sieht … d.h. möglichst immer ( “lange“ ) unter buddhistischen
Gesichtspunkten wahrnimmt ( “analysiert“ ).
Insofern dann eine ( permanente, also nicht nur einfach möglichst
"lange" ) >>> Entfaltung der Sammlung, beharrlich gepflegt, zu
gegenwärtigem Wohlsein führt (...) zur Erlangung des Erkenntnisblickes
führt (...) zur Achtsamkeit und Wissensklarheit führt (...) zur
Versiegung der Triebe führt <<<.
Hinsichtlich der vielleicht etwas unverständlichen ( “esoterischen“ )
Formulierung ( in A.IV.41 ) >>> Da richtet der Bhikkhu seine
Aufmerksamkeit auf die Wahrnehmung des Lichtes, heftet seinen Geist
auf die Wahrnehmung des Tages <<< steht ja bei palikanon.com der
Zusatz, dass damit ( symbolisch ) >>> die Leuchtkraft der mit dem
'himmlischen Auge' verbundenen Erkenntnis <<< gemeint ist … Bhikkhu
Bodhi in seiner Übersetzung bemerkt ( unter Bezug auf den Kommentar ),
dass damit das “innere Licht“ gemeint ist … Wohl zu verstehen ( so
meine Auslegung ) als die durch buddhistisches Wissen erlangte
( verbesserte ) Fähigkeit, die Dinge deutlicher ( wahrheitsgemäßer )
zu sehen als üblicherweise ( und sich, sozusagen, darüber zu freuen/
dafür dankbar zu sein … und demgemäß seinen Geist an dieses “Licht“ zu
“heften“ … gerne die Wahrheit zu “sehen“ ).
Der, an sich etwas “martialische“, “untypisch“ buddhistische [ Buddha
aber ja als von Geburt Angehöriger der Khattiya-Schicht .. ( Ritter- )
Adels-, “Krieger“gesellschaft ] Vergleich mit Bogenschützen in A.IX.
36 ist eben so zu verstehen, dass kraftvoller Einsatz ( und ruhige
Hand; sprich *Samādhi* ) größere Gegenstände [ Hindernisse; sprich
z.B. Triebe *Āsavas* ( AUStriebe/-flüsse .. infolge
“Einflüssen“ ) ] zu “zerschmettern“ vermag.
Nicht jede Sammlung aber, wie Florian schreibt, ist rechte Sammlung …
Wohl wahr … Auch ein Einbrecher ( wie Viriya am 21.7 im Rechte-
Geistesgegenwart-Thread schrieb ), hat “rechte“ ( seinem Zweck
dienliche ) Sammlung …Was, insofern, weltliche Sammlung ist …
“Erkenntnisblick“ ist etwas, was man “immer“ haben sollte …
permanent ( siehe oben ) … Erkenntnisblick *Ñāṇadassana* ist auch ein
Begriff, der in A.IV.41 unmittelbar bei der Stelle der oben erwähnten
“Wahrnehmung des Lichtes“ vorkommt … nicht also ( “nur“ ) in
Zusammenhang mit den Jhānas, sondern zwecks >>> eines von Helligkeit
( Ausgeglichenheit/Sicherheit/Freude/Zufriedenheit ) erfüllten
Bewusstseins- ( Geistes-/Gemüts-/Allgemein- ) zustandes <<<.
aki
aki schrieb:
> Aber vielleicht bin
> ich ja auch zu ungeduldig, geht mir der Forschritt nicht schnell
> genug, hätte es gerne bequemer …Und vielleicht ist ja auch Samàdhi
> ( im Sinne von möglichst “langer“ Einspitzigkeit ) gar nicht soo
> wichtig … sondern dass man die Dinge ÜBERHAUPT ( oder wenigstens )
> richtig sieht … d.h. möglichst immer ( “lange“ ) unter buddhistischen
> Gesichtspunkten wahrnimmt ( “analysiert“ ).
Das geht mir ganz genau so. Und meine Fragen dazu wären:
Ist es wichtig so schnell wie möglich die Vertiefungen mit allen
Mitteln anzustreben, Samadhi zu entwickeln?
Kann man das überhaupt forcieren?
Oder ist das eine Frucht die von selber reifen muss und es "genügt",
wenn man auch im Alltag nach den Silas lebt, sich immer wieder die
Lehre vergegenwärtigt und seine Sichtweise schult?
liebe Grüße
Petra
On 31 Aug., 21:36, aki <vater_a...@gmx.de> wrote:
> Werte Freunde.
>
> Vorab: Ich bin, wie ich schon sagte, z.Zt. relativ viel mit
> Angelegenheiten in Verbindung mit dem Umzug beschäftigt … Das sind,
> könnte man auch sagen, weltliche Angelegenheiten …“minderwertige“,
> ablenkende … aber eben auch absolut normale, notwendige ( ob sie
> jedoch wirklich notwendig sind, ist, vom höheren buddhistischen
> Standpunkt, durchaus hinterfragbar ). Aber teilweise so ein wenig
> “Spaß“ machen sie auch … wenn’s vorwärts geht …
>
> Zwischendurch beschäftige ich mich “natürlich“ mit Buddhismus … Sei es
> reflektieren was ich da so mache ( welche Wirkungen mein Verhalten auf
> Andere hat ), sei es Andere und Anderes “beobachten“ … usw. … Lesen
> tue ich auch … Z.Zt ist es der *Buddhist Monastic Code I* von
> Thanissaro Bhikkhu … Nicht nur die einzelnen Regeln, sondern auch
> Fallbeispiele dazu bzw. teilweise untereinander abweichende
> kommentarielle Auslegungen …
>
> Davor hatte ich mich ja, wie ich am 15.8 im Unwissenheits-Thread
> schrieb, mit Ñánavíra beschäftigt … Eine übrigens, wie ich finde, dazu
> lesenswerte Stellungnahme ist unterhttp://www.stephenbatchelor.org/existence1.html
weltliche Sammlung gibt es nicht - d.h. es kommt auf die Definition
an aber das Sammlung über die Sinnenwelt hinausgeht ist sie insofern
nicht weltlich. Miccha - samadhi, also falsche sammlung gibt es
hingegen schon und zwar bis hin zur 8. Vertiefung, welche die Lehrer
des Sidattha Gotama ja beherrschten. Deshalb ist samma-samadhi auch
von den anderen Pfadgliedern gestützt.
Erkenntnisblick ist schlecht übersetzt, weil es dabei vorrangig um
Fähigkeiten wie das himmlische Auge, das himmlische Ohr etc. also um
"magische Fähigkeiten" geht. "Recht" heißt auch recht gerichtet - also
auf die Triebversiegung.
Sammlung gibt es in verschiedenen Variationen u.a. als jhanas.
Entscheidend ist die Kraft der Sammlung, die zum Stromeintritt, der
des ersten jhanas entsprechen muß und zur arahat-schaft der des
vierten. Und auch die Techniken um Sammlung zu erreichen können sehr
unterschiedlich sein.
Servus
Viriya
On 28 Aug., 22:25, "Florian M. Weps" <f...@hactrn.ch> wrote:
Richtig im Dhp 372 wird von jhana gesprochen, eine Vers der den
"Vipassana-Leuten" gar nicht gefällt".
Wie schon in der mail an Florian angesprochen ist es die Kraft der
Sammlung die enscheidend ist. Ajahn Buddhadasa sagte immer, ein gute
Messer benötigt Schärfe aber auch Gewicht, eines von beiden reicht
nicht. Ddeshalb findet man in den Sutten an den meisten Stellen die
Kombination samatha-vipassana, die auch als Synonym für den 8-Pfad
gilt.
Tiefe Sammlung läßt sich im Laienleben kaum verwirklichen und bleibt
mehr oder weniger den Ordinierten vorbehalten und sogar diese sollen
mit gefalteten Händen einem der das erreicht die Ehre erweisen:
A IX, 33: Wo die sinnlichen Dinge zur Erlöschung gelangen und wo jene
weilen, die die sinnlichen Dinge wiederholt zur Erlöschung bringen, in
diesem Zustand wahrlich sind jene Ehrwürdigen insoweit gestillt,
entwähnt, entronnen, zum Anderen Ufer gelangt, so sage ich. Wo aber
gelangen die sinnlichen Dinge zur Erlöschung, und wo verweilen jene,
die die sinnlichen Dinge wiederholt zur Erlöschung bringen? Wer da
sagt, daß er es nicht weiß und nicht kennt, dem hat man also zu
erklären:
'Da, o Bruder, gewinnt ein Mönch, ganz abgeschieden von den
Sinnendingen, abgeschieden von unheilsamen Geisteszuständen, die mit
Gedankenfassen und Überlegen verbundene, in der Abgeschiedenheit
erzeugte, von Verzückung und Glücksgefühl erfüllte erste Vertiefung
und weilt in ihr. Hier gelangen die sinnlichen Dinge zur Erlöschung,
und hier weilen jene, die die sinnlichen Dinge wiederholt zur
Erlöschung bringen.'
Wahrlich, ihr Mönche, ein Mönch, der frei ist von Heuchelei und
Verstellung, sollte diesen Worten Beifall schenken und sie billigen.
Und hat er ihnen Beifall geschenkt und sie gebilligt, so sollte er mit
ehrfurchtsvoll gefalteten Händen dastehen.
Servus
Viriya
mit dem Umzug beschäftigt … Das sind,
> könnte man auch sagen, weltliche Angelegenheiten …“minderwertige“,
> ablenkende … aber eben auch absolut normale, notwendige ( ob sie
> jedoch wirklich notwendig sind, ist, vom höheren buddhistischen
> Standpunkt, durchaus hinterfragbar ). Aber teilweise so ein wenig
> “Spaß“ machen sie auch … wenn’s vorwärts geht …
>
> Zwischendurch beschäftige ich mich “natürlich“ mit Buddhismus … Sei es
> reflektieren was ich da so mache ( welche Wirkungen mein Verhalten auf
> Andere hat ), sei es Andere und Anderes “beobachten“ … usw. … Lesen
> tue ich auch … Z.Zt ist es der *Buddhist Monastic Code I* von
> Thanissaro Bhikkhu … Nicht nur die einzelnen Regeln, sondern auch
> Fallbeispiele dazu bzw. teilweise untereinander abweichende
> kommentarielle Auslegungen …
>
> Davor hatte ich mich ja, wie ich am 15.8 im Unwissenheits-Thread
> schrieb, mit Ñánavíra beschäftigt … Eine übrigens, wie ich finde, dazu
> lesenswerte Stellungnahme ist unterhttp://www.stephenbatchelor.org/existence1.html
erzwungene Sammlung würde auf falscher Anschauung (Ich sammle mich)
basieren und wäre insofern sinnlos.
A.X.2 Gesetzmäßigkeit der geistigen Entwicklung
Nicht braucht, ihr Mönche, der Sittenreine, der Sittlichkeit
Besitzende eine Willensanstrengung zu machen, damit ihm Reuelosigkeit
aufsteigt; ein Gesetz ist es, daß dem Sittenreinen, dem Sittlichkeit
Besitzenden Reuelosigkeit aufsteigt.
Nicht braucht, ihr Mönche,
der Reuelose eine Willensanstrengung zu machen, damit ihm Freude
aufsteige; ein Gesetz ist es,
daß dem Reuelosen Freude aufsteigt...
daß dem Freudigen Verzückung aufsteigt...
daß dem im Geiste Verzückten sein Inneres gestillt wird...
daß der innerlich Gestillte Glück empfindet...
daß des Glücklichen Geist sich sammelt...
daß der geistig Gesammelte der Wirklichkeit gemäß erkennt und
versteht...
daß der wirklichkeitsgemäß Erkennende und Verstehende sich abwendet
und entsüchtet wird...
daß der Abgewandte und Entsüchtete den Erkenntnisblick der Erlösung
verwirklicht.
Somit haben Abwendung und Entsüchtung den Erkenntnisblick der Erlösung
zu Segen und Lohn... haben die heilsamen Sitten die Reuelosigkeit zum
Segen und Lohn.
So also, ihr Mönche, lassen die einen Erscheinungen die anderen
Erscheinungen entstehen, bringen die einen Erscheinungen die anderen
Erscheinungen zur Vollendung, so daß eben die diesseitigen
Erscheinungen zum jenseitigen Ziele hingeleiten.
Servus
Viriya
> > aki- Zitierten Text ausblenden -
>
> - Zitierten Text anzeigen -
Zwar lese ich z.Zt, wie ich am 31.8 schrieb, in Thanissaro Bhikkhu’s
*Buddhist Monastic Code I*, gleichzeitig aber [ bzw. abwechselnd ( was
auf Kosten des einen bzw. anderen gehen mag )] auch noch im ( wie ich
am 18.6. im Rechte-Anstrengung-Thread erwähnte) Visuddhimagga, wobei
ich da gerade das
( Schluss-) Kapitel über die Sammlung ( Nr. XI ) gelesen habe
( Sammlung an sich geht von Kap. III – XII ).
Sicherlich kann man ( wie wohl auch Viriya es in seinem Post vom 19.6.
im Rechte-Anstrengung-Thread andeuten wollte >>> … Wohingegen man
m.E. auf das Visuddhi Magga gut verzichten kann <<< ) am VM diverses
Schwerfälliges, zu gedanklich Konstruiertes kritisieren [ das Wort
*abhi* in Abhidhamma ( im Sinne von *hoch/über * verstanden ) als
“überflüssig“ ( exzessiv ) interpretieren ] … Bei mir erinnert es
mich an meine oft ( Konzentrations- ) Schwierigkeiten/ -Unwilligkeiten
bei speziell naturwissenschaftlichen Fächern früher in der Schule
( was sich dann auch in entsprechend schlechten Noten niederschlug ).
Tiefe Sammlung lässt sich, wie Viriya ( am 1.9 an mich ) schreibt, im
Laienleben kaum verwirklichen … und möglicherweise schaffen es selbst
als Bhikkhus nicht so Viele …
Der VM ( III ) beantwortet die Frage *Was ist Sammlung?* mit >>>
Sammlung ist vielartig und mannigfaltig. Eine Antwort zu versuchen, um
dies alles darzustellen, möchte nicht den beabsichtigten Sinn
klarmachen und überdies zu Verwirrung führen. Daher erklären wir bloß
mit Rücksicht auf die hier gemeinte Sammlung: Sammlung ist die
'Einspitzigkeit' (ekaggatā, d.h. Einobjektigkeit oder Gerichtetsein
auf ein einziges Objekt) des heilsamen Bewusstseins <<<
( Ñanamoli hat *profitable unification of mind* ).
Also genau das, womit “wir“ ( als länger anhaltendes konzentrieren )
Schwierigkeiten haben; den Jhānas [ wobei die Aufsplittung in 4 bzw. 5
Jhānas ( in der, ich sag’ ’mal “unteren“ Gruppe ) für insbs. Anfänger
wirklich irritierend ist ] … Der VM analysiert dann die vielfältigen
Arten ( mentalen Zustände ) von Samādhi bzw. die Hilfsmittel zur ihrer
Erlangung, was eben ( verständlicherweise ) als exzessiv empfunden
werden kann … bzw. teilweise genau dazu führen mag, was der VM
scheinbar vermeiden will: Verwirrung [ so wie mich in der Schule
mathematische Zahlengebilde “verwirrt“ bzw. “überfordert“ haben bzw.
Abneigung, “Hass“, Verärgerung, Frust ( *Dosa* ! ) auslösten ].
Als Objekte der Einspitzigkeit empfiehlt der VM “unerfreuliche“ Dinge
als auch Begriffe der budd. Lehre sowie ( die bekannte ) Konzentration
( Spüren/Erspüren ) der Atmung ( die aber wirklich ein RELATIV leicht
zu praktizierendes Mittel ist ). Das ( von mir, wie gesagt, gerade
beendete ) “Schlusskapitel über die Sammlung“ nennt noch die Nahrung
( “die Energie der Vitalität“ ) bzw. die an sich Widerlichkeit
( Unedelhaftigkeit ) ihrer Verarbeitung und Absonderung sowie die
“Maßgeblichkeit“ der Grundnaturelemente bzw. ihr ( trotz
Maßgeblichkeit ) Charakter von *anicca* bzw. “Veränderungen
unterliegend“ und insofern Unzuverlässig- bzw.
Unpersönlichkeit ( *anattā* ).
Auch hier wieder stellt der VM ( bzw. Buddhaghosa ) “manchmal öfters“
strapaziöse ( nicht anhaftenswerte, sozusagen .. z.B. zwecks
"Kopfschmerzvermeidung“ ) Anforderungen an den Geist … Summa summarum
“muss“ man aber [ evtl. ( je nach Karma, sozusagen ) ] “da durch“ …
bzw., meine bisherige Erfahrung, es gibt auch Vieles das mich
angeregt, mir neue Einblicke eröffnet hat … mich auf gute Ideen
( Assoziationen ) brachte und dann andere Zusammenhänge ( Aussagen )
besser/leichter verstehen/durchschauen ließ …
Es ist mit der ( tiefen/vollen) Samādhi ja auch nicht soo eilig …
schließlich haben wir “notfalls“ dafür ja noch einige Existenzen zur
Verfügung ( obwohl es richtig UND schnell machen nun ja kein Nachteil
ist ) …Lässigkeit ( Gleichmut in negativer Form ) darf aber auch
nicht dazu verleiten “ Fünfe allzu sehr gerade sein zu lassen “ …
Wozu auch wieder der *Buddhist Monastic Code* passt, der peinlich
genau bemüht ist Verhaltensregeln ( Hilfestellungen ) zu geben
( Menschen und offenbar auch Mönche benötigen anscheinend
Reglementierungen / Vor“bilder“ ).
Es ist aber auch meine Meinung, dass auf Kleinigkeiten achten durchaus
nicht “kleinlich“ ist … Man muss/soll ja nicht permanent mit dem
erhobenen Zeigefinger durch die Welt laufen … aber zu “sehen“ wie
sich, eben auch in sog. Banalitäten ( Gedankenlosigkeiten ) spätere
ernste Übel ( Leiden ) abzeichnen, macht Achtsamkeit ( Sati ) auch bei
bereits Kleinigkeiten so angebracht … Es schult/schärft im besten
buddhistischen Sinne … Und: Ein guter Buddhist, auch wenn auch noch
so viel Übel “da Draußen“ sieht, wird immer auch kritisch mit sich
selbst sein bzw. sich bemühen Verständnis für die “ lieben
Andersfährtigen“ zu haben.
Viriya’s Zitierung ( in der Antwort an Petra von vorgestern ) von
AN.X.2
( Gesetzmäßigkeit der geistigen Entwicklung ) zeigt, wie “aus sich
selbst heraus“ es gewissermaßen geht ( nicht aber ohne Mühe ) … Schon
das ( wenigstens ) ehrliche ( nicht immer aber widerstandsfreie )
Mühen um ( z.B. ) “Sittlichkeit“ erzeugt “Reuelosigkeit“ [ gutes
( Ge- ) wissen ( auf einem anständigen/zuverlässigen Weg zu sein ) ] …
Und ( nach dem Ursache-Wirkung Prinzip ) auch Sammlung, die der
Wirklichkeit gemäßes Erkennen und
( besseres ) Verstehen erzeugt … Beginnend schon, “offen sichtlich“,
eben auch bei “Kleinigkeiten“ … Kleinigkeiten auch im ( schönen/
einfachen ) Sinne von dass man gar nicht stets so hoch philosophieren
( “abhidhammisieren“ ) muss …
Insofern, Petra, ist es nicht so wichtig >>> so schnell wie möglich
die Vertiefungen mit allen Mitteln anzustreben <<< … >>> “Forcieren“
<<< kann man es nicht … bzw. sollte man nicht ( siehe das
Lautengleichnis in A.VI.55 ). Wohl aber kann man es steuern,
beeinflussen, gestalten ( Saṅkhāra … saṅkharoti ).
Und ich versuche “im Moment“ eben, da ich mit meinen Meditations-
( Kontemplations-) Versuchen/Übungen nicht so zufrieden bin, dies in
Form einer entspannteren ( adäquateren ) Denkweise zu erreichen, d.h.
die Jhānas nicht soo wichtig zu nehmen ( weiter kurz “meditieren“
jeden Morgen werde ich aber ) … Sondern meine Fortschritte ganz
allgemein zu sehen … was, knapp formuliert, eine einfach deutlichere
Sicht der Welt ist so wie sie offensichtlich wirklich ist
( mich nicht ausgenommen ).
aki
1 Woche ist seit meinem letzen Post vergangen … “ Zeit für ein Update
“; oder ? ( mit Sammlung hat es aber zu tun; insofern es doch
hoffentlich nicht zu sehr “off-topic“ wird ) …
Der Umzug fordert seine Zuwendung, d.h. Planung, Machen …
( Haushälterlogistik ) … “ Konzentration / Sammlung “ …
Zum lesen bin ich die letzte Woche weniger gekommen … Visuddhimagga
überhaupt nicht, d.h., wie im Post vom 3. Sep. gesagt, bis zum *
Schlusskapitel der Sammlung* … Den Buddhist Monastic Code I ( die
Mönchsregeln / *Vinaya* ) von Thanissaro Bhikkhu habe ich aber
weiter gelesen … Darin wird an einer Stelle auf A.V.80 hingewiesen,
was ich dann auch verfolgt habe … bzw. mich dann entschlossen, das
ganze achte Kapitel des 5-er Buches zu lesen.
In A.V.79 ist von Sittlichkeit, Geistigkeit und Weisheit die Rede …
den gewissermaßen 3 Hauptabteilungen des Visuddhimagga * Sīla,
Samādhi, Paññā *
[ Nyanatiloka hat Samādhi mit Sammlung ( unser Thread ), Ñanamoli mit
Concentration ].
Im Palitext von A.V.79 steht für Geistigkeit aber * Citta * ( nicht
Samādhi ) … Ich erwähne das nur um auszudrücken, wie fließend ( und
insofern auch oft verwirrend ) die Begriffe für geistige Zustände /
Erreichungen ( “Vertiefungen“ ) sind … A.V.73 schließt mit den Worten
>>> Hier sind Plätze unter den Bäumen, hier sind leere Behausungen!
Übe Vertiefung, o Mönch ( Nonne ), und sei nicht lässig, auf dass du
nicht später Reue empfindest! Das ist meine Weisung für euch <<< …
Aber es ist eben auch nicht so “streng“ ( verspannt ) zu nehmen …
Obwohl es sehr gut ( hilfreich ) ist ( Zweifel löst ), so genau wie
möglich zu wissen was “Sache
( Dhamma ) ist“ … Die letzten 4 Sutten ( Nr. 77-80 ) des 8. Kap. von
A.V weisen auf die ( sozusagen ganz natürlichen ) Gefahren des
Nachlassens hin [ “ganz natürlich“ im Sinne von dass sich im Laufe der
Zeit ( über Jahrtausende oder innerhalb eines Menschenlebens ) Um- und
Zustände ja ändern ( *anicca* ) … zum pos. od. neg. bzw. im ewigen
“Auf&Ab“ ( * saṃsāra* )] .
Das Ebenmaß aber zu halten ( und auch noch möglichst andauernd )
zwischen den “Schwankungen der Psyche“ ( unter dem Ansturm der Ein-
sowie dem Druck der Ausflüsse ) ist nicht einfach … Sei es, z.B.,
dass wenn ( A.V.79 ):
>>> da jene vom Vollendeten verkündeten Lehrtexte vorgetragen werden, jene tiefen, tiefsinnigen, überweltlichen, die von der Leerheit handeln, so werden jene Mönche nicht den Wunsch haben, sie zu hören, werden ihnen kein Gehör schenken, sich nicht ihrem Verständnis öffnen und es nicht für nötig halten, jene Lehren zu lernen und sich anzueignen. Werden jedoch jene von Dichtern verfassten Texte vorgetragen, poetische Werke mit schönen Worten, schönen Phrasen, die [der Lehre] fremd sind, verbreitet von den Anhängern [jener Außenseiter], so werden jene Mönche gern zuhören, werden Gehör schenken, ihren Geist dem Verständnis öffnen und es wohl für nötig halten, sie zu lernen und sich anzueignen <<<.
A.V.75 und 76 nun sind sicherlich nicht gerade Leittexte für
engagierte Vertreter eines ( und genug historische Veranlassung dazu
gebenden ) Strebens nach Respekt und Würde gegenüber Frauen …
Sexualität und Erotik aber sind machtvolle “Naturkräfte“ ( sowohl in
Frauen und Männern … sich gegenseitig bedingend, sozusagen ) … Ihnen
nicht zu erliegen ( wenn man will ) erfordert einen starken Krieger
( Soldat im pos. Sinn ) … Die Gefechtsvergleichnisse in den beiden
Sutten verdeutlichen “schön“ die gestellten Anforderungen … Das
( auch ) im Buddhismus ( wie in anderen Religionen ) Sexualität neg.
gesehen wird [ bzw. als: ( Auch ) das bin ich nicht, das gehört mir
nicht, das ist nicht mein Selbst ], ist Tatsache … Wie eben auch
Tatsache ist, dass sie ( neben anderen Dingen ) in der Geschichte der
Menschheit ( leider ) Ursache ( Trieb–Kraft im Hintergrund ) war für
eine Menge unschöner Folgeerscheinungen … Welche Probleme sie
anscheinend auch im budd. Mönchsleben verursacht hat, kann man im
Vinaya nachlesen …
Aber auch das ( von mir hier Geschriebene) ist wohlmöglich bloß
Nachsinnen über die Lehre … oder wie es in A.V.73 steht: >>> Da
denkt und sinnt ein Mönch über die Lehre, so wie er sie gehört und
gelernt hat, und er erwägt sie im Geiste; und mit dem Nachdenken über
die Lehre verbringt er den ganzen Tag. Er meidet die Einsamkeit und
widmet sich nicht der inneren Geistesruhe ( ajjhattaṃ cetosamathaṃ ).
Einen eifrigen Denker nennt man diesen Mönch, nicht aber einen
Befolger der Lehre <<<.
aki
aki schrieb:
> Aber auch das ( von mir hier Geschriebene) ist wohlmöglich bloß
> Nachsinnen über die Lehre … oder wie es in A.V.73 steht: >>> Da
> denkt und sinnt ein Mönch über die Lehre, so wie er sie gehört und
> gelernt hat, und er erwägt sie im Geiste; und mit dem Nachdenken über
> die Lehre verbringt er den ganzen Tag. Er meidet die Einsamkeit und
> widmet sich nicht der inneren Geistesruhe ( ajjhattaṃ cetosamathaṃ ).
> Einen eifrigen Denker nennt man diesen Mönch, nicht aber einen
> Befolger der Lehre <<<.
Hier sind die Mönche angesprochen.
Wir, als sogenannte "Haushälter", Laien, haben meines Erachtens noch
nicht den inneren Frieden, die Beruhigung des Geistes durch die
Gewissensreinheit. Erst bei Einhaltung der Tugenden, immer tiefer und
selbstverständlicher, gelingt uns dann dies.
Und, so habe ich das bisher verstanden, dann ist die Zeit gekommen
sich in die Einsamkeit zurüchzuziehen.
Vorher wären wir wohl gar nicht in der Lage diese Art der Praxis
auszuüben.
So denke ich, ein Befolger der Lehre ist auch, wer sich im täglichen
Leben ständig bemüht die Silas einzuhalten, wer weder verletzen noch
schädigen mag.
Wer dazu noch die Belehrungen kennt und im Geist behalten kann.
Dazu gehört dann auch das Bedenken der Lehre.
Und wer dabei nicht stehen bleibt, und das Ziel , Nibbana, im Auge
behält.
Ist das nicht auch "rechte Sammlung", im Sinne der Lehre?
Da kann es doch sein, dass es verschiedene Abstufungen der rechten
Sammlung gibt, für Mönche und für Laien kann doch nicht dasselbe
gelten. Oder?
herzliche Grüße
Petra
es kommt immer auf den Zweck des Denkens an.
Soll das Denken mit Hilfe des Denkens gestillt werden oder denke ich
nur zu meiner Unterhaltung bzw. um mich dann mit dem Gedachten
produzieren zu können.
Technisch gesehen kommt man um das Nachdenken, Reflektieren nicht
herum. Siehe beispielsweise die empfohlenen täglichen Betrachtungen
und die anusati. Was man oft bedenkt, dahin neigt sich das Herz, heißt
es und diese Gesetzmäßigkeit macht man sich in der Praxis zu Nutze.
Das Denken wird durch weises Betrachten, richtige Reflektion zunehmend
verfeinert und kommt so langsam zur Ruhe. Im ersten jhana etwa haben
wir noch die Faktoren vitakka und vicara die eindeutig mit Denken zu
tun haben aber natürlich viel feiner sind als das Denken, das unter
dem Einfluß der Hindernisse stattfindet.
Überhaupt sollte man bedenken, daß in der indischen Gedankenwelt
"Denken" ein sehr weitgefaßter Bgriff ist und häufig jede Bewegtheit
des Geistes bezeichnet. So ist beispielsweise der feinste und
ursprünglichste Gedanke die "Ich-bin-Empfindung".
Die meditative Übung verläuft immer von Reflektion (denken) zu
Kontemplation (schauen) zu direktem Wissen und Sehen. Und sie beginnt
immer erst in dem Moment in dem die Hindernisse den Geist nicht
trüben, das ist für Ordinierte und Nicht-Ordinierte gleich.
Servus
Viriya
ich danke dir für deine Antwort.
Klar und verständlich ausgedrückt,
ist sie sehr hilfreich für mich.
Ich schwanke immer zwischen dem Bedenken und dem Versuch, meine vielen
Gedanken zu "stoppen" oder eher beiseite zu legen, um nicht das Denken
(den Denktrieb) zu sehr zu "nähren".
herzliche Grüße
Petra
> > - Zitierten Text anzeigen -- Zitierten Text ausblenden -
On Sat, Sep 01, 2007 at 03:09:34AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Sammlung gibt es in verschiedenen Variationen u.a. als jhanas.
> Entscheidend ist die Kraft der Sammlung, die zum Stromeintritt, der
> des ersten jhanas entsprechen muß und zur arahat-schaft der des
> vierten. Und auch die Techniken um Sammlung zu erreichen können sehr
> unterschiedlich sein.
Du hattest mal angedeutet, dass wir den Stromeintritt hier mal behandeln
könnten.
Wäre jetzt, nach dieser kleinen Pause, ein geeigneter Zeitpunkt?
Ich will Dir natürlich nicht durchs Konzept fahren.
Cheers,
Florian