Rechter Lebenserwerb

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viriy...@gmail.com

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May 28, 2007, 4:55:54 AM5/28/07
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

anscheinend handelt Ihr alle richtig, bzw. habt nichts weiter dazu zu
sagen, darum kommen wir jetzt also zum rechten Lebenserwerb.

M 117: ,,Was ist nun, ihr Bhikkhus, falscher Lebenserwerb?
Ränke schmieden, Intrigieren, Anspielungen machen, Vorteil um Vorteil
erwuchern: das ist, ihr Bhikkhus, falscher Lebenserwerb.
Was ist nun, ihr Bhikkhus, rechter Lebenserwerb?
Rechter Lebenserwerb, sag' ich da, Bhikkhus, ist doppelter Art. (...)
Was ist das nun, ihr Bhikkhus, für ein rechter Lebenserwerb, der
wahnhaft und verdienstreich ist und auf der Seite des Anhaftens zur
Reifung gelangt?
Da hat, ihr Bhikkhus, der edle Schüler falschen Lebenserwerb hinter
sich gelassen und fristet sein Leben auf rechte Weise: das ist, ihr
Bhikkhus, ein rechter Lebenserwerb, der wahnhaft und verdienstreich
ist und auf der Seite des Anhaftens zur Reifung gelangt.
Was aber ist es, ihr Bhikkhus, für ein rechter Lebenserwerb, der
heilig, wahnlos, überweltlich, ein Pfadfaktor ist? Das Abstandnehmen
von falschem Lebenserwerb, das Entsagen, das Ablassen, die Enthaltung
davon in einem, dessen Geist edel ist, (...) So kreisen und drehen
sich diese drei Dinge um den rechten Lebenserwerb, nämlich rechte
Ansicht, rechtes Anstrengung, rechte Achtsamkeit."
A V, 177: ,,Fünf Arten des Handels, sollte der Laienjünger nicht
ausüben. Welche fünf?
Handel mit Waffen, Handel mit Lebewesen, Handel mit Fleisch, Handel
mit Rauschmitteln und Handel mit Giften."
A X, 91: ,,Da sucht ein weltlich Genießender auf ungesetzliche und
gewaltsame Weise nach Vermögen (...) aus diesem Grund ist er zu
tadeln."

Hier werden natürlich nur Beispiele gegeben (Anwälte, Waffenhändler,
Straßenräuber) aber es gibt natürlich genügend andere Arten des
Lebenserwerbs die auch in diese Kategorie fallen.
Servus
Viriya

Florian M. Weps

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May 29, 2007, 8:14:07 AM5/29/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

On Mon, May 28, 2007 at 01:55:54AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:

<Rechter Lebenserwerb>

> Hier werden natürlich nur Beispiele gegeben (Anwälte, Waffenhändler,
> Straßenräuber) aber es gibt natürlich genügend andere Arten des
> Lebenserwerbs die auch in diese Kategorie fallen.

Kann man das auch umdrehen?

Statt bloss den falschen Lebenserwerb zu vermeiden, oder bestenfalls für das
Überleben zu arbeiten, kann dem ganzen ja auch etwas konstruktives abgewonnen
werden. Immerhin ist der Rechte Lebenserwerb ja ein Pfadfaktor, also ein
Achtel der Übung. Die Lehre des Buddha beschränkt sich nicht auf die Freizeit.
Im Gegenteil: bei der Arbeit lässt sich Rechte Rede und Rechtes Handeln Üben -

Cheers,
Florian

viriy...@gmail.com

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May 29, 2007, 11:12:25 AM5/29/07
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Florian,

ganz recht. Dazu auch ein kleiner Text von Ajahn Buddhadasa bei den
Dateien: "Dhamma ist Pflicht"

Servus
Viriya

On 29 Mai, 14:14, "Florian M. Weps" <f...@hactrn.ch> wrote:
> Freunde,
>

Lars Siebold

unread,
Jun 3, 2007, 8:28:03 AM6/3/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Hallo Viriya,

viriy...@gmail.com schrieb am 28.05.2007 10:55:
> Hier werden natürlich nur Beispiele gegeben (Anwälte,

Wieso listest du die Anwälte hier denn auf? Sollte das eher schrezhaft
gemeint sein, oder nicht? Oder weil sie Straftäter verteidigen oder
verfolgen?

Gruß
Lars

viriy...@gmail.com

unread,
Jun 5, 2007, 12:20:25 AM6/5/07
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Lars,

gehört Ränke schmieden nicht in den Bereich der Anwälte und
Versicherungsvertreter, das Kleingedruckte usw., natürlich gehört es
anscheinend auch in die Vorstandsetagen und natürlich sind nicht alle
so, obwohl ich zunehmend den Eindruck gewinne die Religion Mammons
setzt sich in jedem Bereich über alle gesellschaftlichen und humanen
Konventionen immer leichter hinweg.

Interessant finde ich: "fristet sein Leben auf rechte Weise"

Zufriedenheit, überhaupt aber auch insbesondere mit dem was man hat
bzw. sich ohne zu viel Mühe erwirtschaften kann, ist eine wichtige
Qualität auf dem Weg. Und das nicht nur aus buddhistischer Sicht.
Gestern sprach ich mit einem Freund, der eine Prioritätenliste in
seinem Leben erstellt hatte (im Rahmen eines Unternehmerseminars),
ganz oben stand "beruflicher Erfolg". Seit seinem Herzinfarkt letztes
Jahr sieht er das anders und meditiert jetzt jeden morgen :)

Servus
Viriya
On 3 Jun., 14:28, Lars Siebold <khand...@gmx.net> wrote:
> Hallo Viriya,

aki

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Jun 5, 2007, 7:45:59 AM6/5/07
to Theravada-Studiengruppe

Werter Lars.

Da kann man mal wieder sehen wie einem vieles gar nicht auffällt...wenn
man nicht darauf aufmerksam gemacht wird...wobei man das aber auch so
sehen kann, dass man auf einmal Probleme hat wo vorher gar keine
waren...

Ich meine Deine Frage vom 3.Juni >>> Wieso listest du die Anwälte
hier denn auf? Sollte das eher scherzhaft gemeint sein, oder nicht?


Oder weil sie Straftäter verteidigen oder verfolgen? <<<

Mir ist das beim lesen von Viriya's Mitteilung vom 28.Mai "so" gar
nicht in den Kopf
gekommen...was bedeutet, dass Anwalt sozusagen für mich
"selbstverständlich" ein schlechter (zu lassender/verzichtbarer ?)
Beruf ist...

Ist in Deiner Familie vielleicht jemand Anwalt ?

Worauf ich hinaus will ist, dass im Grunde (oder streng genommen)
ALLES weltliche "negativ" ist (buddhistisch gesehen natürlich)...Zwar
hat das menschliche Leben (oder die Welt überhaupt) auch schöne Seiten
(Phasen), aber genau betrachtet ("letztendlich") doch nicht...Alles, im
Grunde genommen, ist zu lassen...Selbst denken letztendlich von
allerbesten (der Wahrheit entsprechenden) Gedanken....

Wiederum ist das natürlich "entspannt" zu sehen...Es besteht kein Grund
zur Unruhe...Eben gerade dadurch, dass man es (das "Prinzip"; das
Weltgesetz, sozusagen) versteht (bescheidener: Sich dem Verständnis
annähert), besteht kein Anlass die Dinge so traurig (leidhaft) zu
sehen wie sie (aber) sind...

Mehr schreib' ich nicht dazu...obwohl das "evtl." (auch) ein wichtiger
Punkt ist (von so vielen, sozusagen)...

aki

Lars Siebold

unread,
Jun 5, 2007, 12:58:17 PM6/5/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Lieber Aki, lieber Viriya,

nein, in meiner Familie gibt es keine Anwälte. Ich fand diesen Beruf nur
nicht so pauschal verurteilenswert wie die anderen genanten wie Metzger
oder Waffenhändler, etc. Dort ist mir das Verwerfliche offensichtlich.
Beim Anwalt finde ich das nicht wirklich implizit in der Berufsaufgabe
gegeben. Aber ich weiß auch nicht wie das tägliche Geschäft eines
Anwalts aussieht und kann mich daher nicht wirklich da rein denken.

Worauf du mit dem zweiten Teil deiner Nachricht hinaus willst, ist mir
nicht ganz klar Aki. War das jetzt im Kontext des Rechten Lebenserwerbs
gemeint?

Das mit der Zufriedenheit ist nicht vielen Leuten zu vermitteln. Da wird
man komisch angeschaut, wenn man nicht bei jeder wie auch immer
gearteten Gelegenheit "mit beiden Händen" zugreift. Wie man sich nur
solch eine Gelegenheit entgehen lassen kann?
Einen inneren Gewinn oder Verlust scheinen diese Leute nicht zu
bemerken. Ich finde hier das von Paul Debes gerne zitierte Bibelwort
ganz passend: "Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne
und nähme doch Schaden an seiner Seele?"

Gruß
Lars

aki

unread,
Jun 7, 2007, 4:51:45 AM6/7/07
to Theravada-Studiengruppe

Werter Lars.

Der zweite Teil meiner Nachricht vom 5.6 (ab: >>> Worauf ich hinaus
will......<<<.) ist schon im Kontext mit *rechter Lebenserwerb* (und
eigentlich auch mit *recht. Handeln*) zu sehen...

Ich gebe aber zu das mein Stil etwas "unpräzise" ist...Es ist eine
Schwäche von mir, von einem (hier z.B. von Viriya) vorgegebenem Gebiet
abzuschweifen (Gedanken umherflattern zu lassen)...Andererseits ist das
Leben aber kein in seinen Komponenten für sich allein ablaufender
Prozess, sondern "kompliziert" (ineinander übergehend/sich gegenseitig
bedingend/aufeinander folgend)...

Rechter Lebenserwerb ist auch rechtes Handeln [bzw. umgekehrt (Pflicht/
Arbeit ist Dhamma bzw. Dhamma ist Arbeit/Handeln)]...

Nicht jeder Anwalt ist ein "Ränkeschmieder"...Es ist aber (oder eben)
vorrangige Aufgabe von Anwälten, die Interessen ihrer "Klientel" zu
vertreten... Das würde auch ich erwarten, wenn ich zu einem Anwalt ginge
(darüber hinaus glaube ich schon, dass viele diese Berufsrichtung
ergriffen haben um Menschen zu helfen...sie zu verteidigen/schützen)...
Viele tun es dann aber später doch überwiegend aus finanziellen
Gründen (bzw. Ruhm)...Je besser sie sind, desto bekannter werden sie
bzw. verdienen besserer [was man natürlich auch als verdienten Lohn
ihres Einsatzes bezeichnen kann (oder auch Karma-Frucht)].

"Handel mit Fleisch"...Wahrlich werden die "Metzger" sich damit
verteidigen, dass sie nur tun was ihre "Klientel" verlangt...Und das man
doch 'mal sehen sollte was passiert wenn es kein Fleisch mehr zu
kaufen gäbe.......Wenn Müllmänner streiken...Lösung wäre eigentlich nur,
weniger (kaum) Müll zu produzieren...Machbar?...""Alles" ist machbar
wenn man will..."Kastenmäßig" ist die Müllarbeit ja nicht besonders
angesehen...bzw. vernünftige Menschen sehen die Notwendigkeit durchaus
ein...mögen es aber selber nicht tun...

aki

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