Allgemeines

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aki

unread,
Jun 23, 2007, 11:11:35 AM6/23/07
to Theravada-Studiengruppe
Werte Freunde.

Ich ordne diese Mitteilung dem “Allgemeinen“ zu, eben da sie
allgemeiner ist bzw. nicht so “hautnah“ am aktuellen Thread…Außerdem
sind in den letzten Tagen anscheinend keine Posts “eingetroffen“, so
dass die Kommunikation dadurch evtl. belebt wird…Sollte Viriya sie für
zu studiengruppenfremd halten, kann er sie ja durchaus
unveröffentlicht belassen.

Also; was gibt’s?....Ich habe die letzten 4 Tage (wieder) gearbeitet…
An sich nichts besonderes …Bei mir insofern doch, als dass ich seit 9
Monaten nicht mehr “lohnarbeitsmäßig“ tätig bin (davor habe ich 7
Jahre als Paketzusteller bei der Post gearbeitet)…..Die Arbeit der
vergangenen Tage war auf einer Baustelle…

Da es sich da um eine überwiegend körperliche Tätigkeit handelte, habe
ich mich (u.a.) gefragt wie es wohl bei meinen Kollegen angekommen
wäre, wenn ich “Aspekte“ wie (z.B. aus A.X.54) >>> „Besitze ich
wohl die innere Geistesruhe oder besitze ich sie nicht? Besitze ich
wohl den 'Hohen Wissenshellblick bei den Daseinserscheinungen, oder
besitze ich ihn nicht?“ <<< aufgeworfen hätte…

Schließlich soll man ja bei allen Tätigkeiten/Arbeiten
(“Daseinserscheinungen“) “vollbewußt“/achtsam sein…Was ich ausdrücken
möchte ist, dass eine gewisse “Diskrepanz“ besteht zwischen
Alltagsrealität [wobei ich ’mal nicht an “Extreme“ wie z.B. Krieg,
Unfälle, Krankheiten (“Schicksalsschläge“) denke] und “Idealen“…

Es gibt, sozusagen, eine Realität (oder Sicht der Realität) für
Nichtbuddhisten, eine für buddhistische Laien (siehe auch Vriya’s Post
vom 19.6 bei *Rechte Anstrengung*) sowie eine für Mönche und Nonnen
(“Ordinierte“).

Auf gar keinen Fall möchte ich (“natürlich“) die in den Prinzipien
nicht bestreitbare Wahrheit buddhistischer An-sicht(en) in Frage
stellen (Wie könnte ich….z.B schon um der unbestreitbaren Tatsache
willen, dass die “Welt“ eine Bessere wäre wenn die Menschen sich mehr
danach orientieren würden)…

Darüber hinaus handelt es hier um eine “Momentaufnahme aus meinem
Leben“ [Darstellung eines subjektiven Denk-/Gemütszustandes…der auch
wieder vorübergeht/sich ändert…Oder kann mir jemand etwas nennen das
nicht *anicca* ist ?...Außer Nibbāna (Raum und Zeit sind “bloß“
anfangs- und endlos)].

aki

Lars Siebold

unread,
Jun 24, 2007, 11:01:27 AM6/24/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Hallo Aki,

ich würde sagen, dass die Diskrepanz zwischen "Realität" und "Idealen"
den Grad des eigenen Fortschritts bestimmt. Könnten wir die ganzen
"Forderungen" des Pfads schon erfüllen hätten wir ja die Arbeit schon
beendet. Insofern kannst du auch nicht von dir verlangen, bei allen
Tätigkeiten und immer vollbewußt zu sein. Das tut auch der Buddha mWn
vom Laien nicht. (Er fordert die Satipatthana-Übung von ihm überhaupt
nicht als Dauerübung, soweit ich weiß.) Und auch die Prüfungen in A.X.54
sind an Möchne gerichtet. Wie oft besitzt ein Laie die innere
Geistesruhe oder den 'hohen Wissenshellblick'? Noch dazu einer, der kein
Edler ist? Der Laie muss sich zunächst mit den anfänglichen Stufen der
einzelnen Pfadglieder zufriedengeben und sie nach und nach vollständig
entwickeln (und sicherlich auch ein Großteil der Mönche heutzutage, die
wenigsten werden heute schon auf das Ende des Pfades zugehen - insofern
muss die Unterscheidung wohl mehr zwischen den einzelnen
Heiligkeitsstufen getroffen werden und nicht so sehr zwischen Laie und
Mönch). Insofern würde ich auch nicht von verschiedenen Realitäten
sprechen für Nichtbuddhist, Laie und Mönch, sondern von verschiednen
Notwendigkeiten die sich aber eben jeweils aus dem inneren Status des
jeweiligen ergeben.


Liebe Grüße
Lars


aki schrieb am 23.06.2007 17:11:
> Werte Freunde.
>
> Ich ordne diese Mitteilung dem "Allgemeinen" zu, eben da sie

> allgemeiner ist bzw. nicht so "hautnah" am aktuellen Thread...Außerdem


> sind in den letzten Tagen anscheinend keine Posts "eingetroffen", so

> dass die Kommunikation dadurch evtl. belebt wird...Sollte Viriya sie für


> zu studiengruppenfremd halten, kann er sie ja durchaus
> unveröffentlicht belassen.
>

> Also; was gibt's?....Ich habe die letzten 4 Tage (wieder) gearbeitet...
> An sich nichts besonderes ...Bei mir insofern doch, als dass ich seit 9


> Monaten nicht mehr "lohnarbeitsmäßig" tätig bin (davor habe ich 7

> Jahre als Paketzusteller bei der Post gearbeitet).....Die Arbeit der
> vergangenen Tage war auf einer Baustelle...


>
> Da es sich da um eine überwiegend körperliche Tätigkeit handelte, habe
> ich mich (u.a.) gefragt wie es wohl bei meinen Kollegen angekommen
> wäre, wenn ich "Aspekte" wie (z.B. aus A.X.54) >>> „Besitze ich
> wohl die innere Geistesruhe oder besitze ich sie nicht? Besitze ich
> wohl den 'Hohen Wissenshellblick bei den Daseinserscheinungen, oder

> besitze ich ihn nicht?" <<< aufgeworfen hätte...


>
> Schließlich soll man ja bei allen Tätigkeiten/Arbeiten

> ("Daseinserscheinungen") "vollbewußt"/achtsam sein...Was ich ausdrücken


> möchte ist, dass eine gewisse "Diskrepanz" besteht zwischen
> Alltagsrealität [wobei ich 'mal nicht an "Extreme" wie z.B. Krieg,

> Unfälle, Krankheiten ("Schicksalsschläge") denke] und "Idealen"...


>
> Es gibt, sozusagen, eine Realität (oder Sicht der Realität) für
> Nichtbuddhisten, eine für buddhistische Laien (siehe auch Vriya's Post
> vom 19.6 bei *Rechte Anstrengung*) sowie eine für Mönche und Nonnen
> ("Ordinierte").
>
> Auf gar keinen Fall möchte ich ("natürlich") die in den Prinzipien
> nicht bestreitbare Wahrheit buddhistischer An-sicht(en) in Frage

> stellen (Wie könnte ich....z.B schon um der unbestreitbaren Tatsache


> willen, dass die "Welt" eine Bessere wäre wenn die Menschen sich mehr

> danach orientieren würden)...


>
> Darüber hinaus handelt es hier um eine "Momentaufnahme aus meinem

> Leben" [Darstellung eines subjektiven Denk-/Gemütszustandes...der auch
> wieder vorübergeht/sich ändert...Oder kann mir jemand etwas nennen das

aki

unread,
Jun 25, 2007, 9:23:57 AM6/25/07
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Lars.

Danke für Deine Erwiderung.

Am "besten gefallen" hat mir der Satz: >>> Insofern würde ich auch


nicht von verschiedenen Realitäten sprechen für Nichtbuddhist, Laie

und Mönch, sondern von verschiedenen Notwendigkeiten, die sich aber
eben jeweils aus dem inneren Status des Jeweiligen ergeben. <<< ...
bzw. >>> das die Diskrepanz zwischen Realität und Ideal bestimmt
wird durch den Grad des eigenen Fortschritts <<< . Allerdings hatte
ich von auch unterschiedlicher *Sicht* der Realität geschrieben;
insofern ebenfalls verschiedenen inneren Status...

Hinsichtlich des >>> sich-zufrieden-gebens mit den anfänglichen
Stufen >>> ...bzw. >>> nicht-von-sich-verlangens immer vollbewusst
zu sein bzw. die innere Geistesruhe und/oder den hohen
Wissenshellblick zu haben <<< ist es (für mich) nicht immer einfach
hier die Grenze zu ziehen ("abzuschalten")...Jedes "fünfe gerade sein
lassen" ist Art Stagnation (zu schweigen von Rückschritt)...oder
zumindest die Gefahr davon... "wehret den Anfängen"...

Es liegt mir aber fern moralisierend (erhobener
Zeigefinger...Prinzipienreiter) durch die Gegend zu laufen (z.B. weil
ich weiß wie ich früher so gedacht und gehandelt habe)...Vom "Stand" her
bin ich eh Laie (hoffentlich nicht zu "unedel")...

Darüber hinaus war es, wie geschrieben, eine "Momentaufnahme"...Im
"Augenblick" fühle ich mich wohler in meiner Haut...Was ja nur das
Gesetzt der Veränderung, Unbeständigkeit (der "Unzuverlässigkeit"),
des "Nicht-Ich" bestätigt...Die sich wiederholende Erkenntnis dieser
Tatsache (das *anicca* mehr, mehr und noch mehr umfasst als man
dachte) ist ja ein Fortschritt.

P.S. Möglicherweise ist durch meine Post vom 23.6. der Eindruck
entstanden ich sei arbeitslos...Ich bin in einem Vor-Rentenzustand
(Altersteilzeit)...Die Arbeit auf der Baustelle war mehr "mal zur
Abwechslung kurz etwas anderes machen" und ist bereits wieder vorbei.

aki

Lars Siebold

unread,
Jun 29, 2007, 2:00:37 PM6/29/07
to theravada-s...@googlegroups.com
Hallo aki,

es ist in der Tat schwierig das richtige Tempo zu finden für das
Voranschreiten, vor allem wenn man nicht unter der Anleitung eines
Lehrers steht, der das beurteilen kann. Ich wollte dich jetzt auch auf
keinen Fall zur "Laschheit" anhalten und dir eventuell zu etwas Falschem
raten. Das ist auch einer der Gründe, wieso ich hier so selten etwas
schreibe, solange man eben noch nicht begriffen hat, ist alles mehr oder
weniger ein herumstochern im Dunkeln. Wir können vielleicht einiges
schon richtig sehen, aber dann ist eben immer noch irgendwo der Fehler drin.


Liebe Grüße,
Lars


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