um sich sinnvoll mit den Sutten auseinandersetzen zu können ist ein
gewisses Grundwissen von Nöten. Dazu empfehlen wir vorab die Bücher
"Buddhismus verstehen und Leben" und "Das Buddhistische ABC" von
Buddhadasa Bhikkhu zu lesen und sich daraus ergebende Fragen auf dieser
Liste zu diskutieren.
Diese Bücher können unter www.Dhamma-Dana.de kostenfrei
heruntergeladen oder von der BGM b...@buddhismus-muenchen.de angefordert
werden.
Erst danach werden wir uns mit den in "Opanayiko - Buddhistische
Grundstudien" zu findenden Sutten auseinandersetzen.
Viriya
aufgrund einer mir privat zugegangenen mail möchte ich darauf
hinweisen, daß es sich hier nicht um eine Buddhadasa Studiengruppe
handelt sondern um eine Suttenstudiengruppe. Die beiden empfohlenen
Bücher von Buddhadasa Bhikkhu sind dehalb vorgeschlagen, weil es sich
für Neulinge um gute Einführungen in die Lehre handelt; weil
Buddhadasas Ansichten teilweise kontrovers sind und Fragen aufwerfen
könnten die wir auf der Grundlage der Sutten diskutieren könnten;
weil sie als Dhamma-Dana erhältlich sind.
Natürlich werden wir um manche kauflich erwerbbaren Bücher kaum
herumkommen aber soweit es geht möchte ich das vermeiden.
Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, daß ich so etwas wie diese
online Studiengruppe noch nie gemacht habe und insofern Fehler kaum
vermeidbar sind. Allerdings hoffe ich, daß Ihr mir mit Rat und Tat zur
Seite steht und vor allem natürlich mit Fragen und
Diskussionsvorschlägen die Seite mit Leben erfüllt.
Es wird sicher dauern bis diese Gruppe bekannt wird und viele
Mitglieder bekommt. Von einer amerikanischen Site die mehr als hundert
Mitglieder hat weiß ich, daß davon die Meisten nur still
partizipieren und immer wieder Flaute herrscht unterbrochen von
gelegentlich sehr gutem Austausch. Ich bitte Euch also auch um Geduld
und Ausdauer.
Viriya
für Einsteiger sind die beiden Bücher O.K., und für Fortgeschrittene auch.
So viele gute Bücher gibt es kaum am Markt, und deshalb war Deine Empfehlung
richtig.
Es wäre evtl. auch hilfreich, wenn Du einige kompetente Bücher zusätzlich
vorschlagen würdest.
Einmal um den Vorwurf der Buddhadasa Kopflastigkeit zu entkräften, und um zu
verhindern, daß zu viele Sekundärliteratur herangezogen wird, in der die
Konflikte bereits vorprogrammiert sind.
Wir könnten uns als weitere Buchempfehlungen durchaus die Werke von
Nyanatiloka und Nyanaponika vorstellen. Wenn Du nicht zu lange mit Oponayiko
wartest, dürfte eigentlich auch alles im grünen Bereich bleiben, was
Besseres wird man kaum finden.
Das ist etwas solides und seriöses, man wird dort alles finden was man
braucht.
Du wirst es ja aus Deinen Studiengruppen kennen, viele haben ihre
Lieblingsinterpreten und haften aus Gewohnheit daran an. Jede Umgewöhnung
läßt etwas "Nichtmögen" entstehen, das ist auch ganz klar.
Wenn man versucht, es allen Recht zu machen, entsteht ganz schnell Chaos.
Also braucht es etwas Mut, (und den Hast Du ja reichlich) um gleich an
Anfang eine klare Linie und entsprechende Konzepte zu vertreten.
In der Buddhistischen Gesellschaft Berlin, eine Gruppe in Berlin Steglitz,
die allen Richtungen offen steht, hat vor kurzem eine Einführung in den
Buddhismus (Theravada) begonnen.
Ein Freund, Albrecht Elle, leitet die Gruppe, wird aber am Anfang noch von
Martin Ochmann unterstützt.
Beide leiten auch den PD Lehrredenkreis im Dhamma Buchladen von Fritz
Steinschulte.
Die neue Gruppe arbeitet ausschließlich nach PD, und nichts weiter. Das ist
eine Überschaubare Tätigkeit, die ca. 12 Teilnehmer sind alle Sutten
Anfänger und kommn aus dem Zen, und aus anderen Richtungen.
Das waren einige spontane Gedanken, von denen ich hoffe, daß Sie Dich
interessieren könnten.
Liebe Grüße aus Berlin
Arwed
natürlich gäbe es einige Bücher, gerade aus dem Debeskreis die man
empfehlen könnte (Meisterung der Existenz, Der Buddha sprach nicht nur
für Mönche und Nonnen) und die vielen Bücher von Hecker (zumindest
eines davon werde ich auch vorschlagen aber später als Begleitung zu
Opanayiko II). Aber erstens will ich möglichst bald direkt zu den
Sutten zweitens haben wie Du sagst die Leute verschiedene
Lieblingsinterpreten, drittens sollte man auch nicht mit Material
überhäuft werden und wie gesagt sollte das Material auch möglichst
umsonst erhältlich sein.
Ein Buch möchte ich jedoch allen Diskutanten gerade im Zusammenhang
mit Opanayiko ans Herz legen: "Das Nichtselbst" von Theodor Scheel bei
Beyerlein & Steinschulte. Das ist die ideale Ergänzung zu Opanayiko.
Später würde ich gerne auch noch Buddhadasas Sunnata Buch und das
hoffentlich bis dahin fertige Paticca-Samuppada Buch von P.A.Payutto
(dem derzeit hervorragendsten "Gelehrtenmönch" Thailands) hinzunehmen.
Aber eines nach dem anderen, erstmal freue ich mich auf Fragen, bzw.
Diskussionsbeiträge zu den zwei "Einführungsbüchern". Mit ihnen kann
man auch als "Fortgeschrittener" noch eben mal schnell die
buddhistischen Grundthemen wiederholen bevor wir uns ans Eingemachte
machen.
Servus
Viriya
die sagst, die Freunde sollen nicht mit Literatur überschüttet werden, und
das ist ganz genau richtig.
Wenn eine gewisse Kenntnis des Dhamma vorhanden ist, kann man gut arbeiten
und voranschreiten. Dazu braucht es nicht Dutzende von Büchern, die oft nur
Verwirrung stiften. Schnell verliert man sich oft in Unklarheiten, und viele
Freunde haben auch noch nach Jahren "ihre" eigenen
Vorstellungen vom Dhamma.
Du weißt ja, wenn man zu viel von der guten Medizien nimmt, kann sie auch
unbekömmlich sein. Es ist eben für die meiseten Westler ein langer Weg, der
viel Khanti erfordert.
Es ist wirklich so, weniger ist mehr, und das Glück liegt nicht auf der
anderen Seite des Ufers, sondern genau hier, wo wir sind.
Die Anerkennung des Kamma Gesetzes z.B., und die Versuche es in den Alltag
zu übertragen bringt ungeheure Veränderungen der Handlungen und
Veränderungen zum Guten.
Da gibt es viel zu lernen und zu üben, ein richtiges Abenteuer.
Natürlich kann und soll man den Freunden nicht übel nehmen, wenn sie mal
nach links oder rechts schauen, aber sie sollten dann möglichst schnell
wieder den Punkt der Mitte finden, die echten Sutten.
Da hast Du sicher die Freunde noch öfter zu Disziplinieren, denn heute, bei
der Überschwemmung mit allerlei Sekundärliteratur, gibt es viel zu
begradigen.
Der Erwachte sagt, alle Religionen sind vernünftig, wenn in ihnen der
"Achtpfad" gelehrt wird. Und wo gibt es daß?
Naja, ich mache jetzt lieber erst mal Schluß, es gäbe sicher noch viel zu
sagen....
Dir, lieber Viriya eine schöne Woche und viel Erfolge bei Deinen Projekten!
Arwed
der ehrw. Analayo schrieb mir Folgendes zur allgemeinen Beachtung:
"Die Angaben aus der Deutschen AN Übersetzung sind leider nicht so zu
verwenden, bzw. zu verstehen (ausser Du gibst explizit an dass Du Dich
auf diese Übersetzung beziehst, möglichst auch mit Seitenangabe), mir
ist nicht ganz klar was für ein Zahlensystem erhw. Nyanatiloka benutzt
hat aber es ist nicht das gebräuchliche und hat schon zu einiger
Verwirrung geführt :-).
Die normale Zitierweise ist nach der PTS edition, und zwar entweder
a) Nummer der Lehrrede
oder
b) Volumen und Seitenangabe der PTS edition
a) wäre in diesem Fall Dreier Buch 61. Lehrrede (oft geschrieben als
AN 3.61 oder AN 3:61)
b) wäre in diesem Fall Volumen I Seite 173 (also AN III 173)
um von der deutschen Übersetzung auf die allgemein gebräuchliche
umzuschalten ist es am einfachsten wenn man sich an den am Rande
angegebenen Seitenzahlen orientiert. In diesem Fall findet sich am
rechten Rand in der Mitte der ersten Seite die Angabe "174", d.h. hier
beginnt die 174. Seite der PTS edition. Daraus kann man dann schliessen
dass die Lehrrede auf der Seite 173 beginnt, und da es sich um die
Dreier handelt muss es im Volumen I zu finden sein."
Wenn wir alle nur mit der deutschen Übersetzung arbeiten besteht
dieses Problem nicht. Vergleicht man jedoch mit englischen Texten,
sucht man oft lange.
Servus
Viriya
Arwed Feist schrieb:
erst direkt an Aki: weil es sich hier um ein grundsätzliches
Studienproblem handelt habe ich Dein mail dem Studienthread zugeordned,
ich hoffe, Du bist nicht böse deswegen.
Für alle: Erstens, vielen Dank für die Rückmeldung. Es ist gut zu
wissen, daß überhaupt jemand mitliest :) Wenn sich keiner rührt
denke ich, nun schlafen sie ein, da muß mal wieder etwas information
nachgelegt werden. Kurz ohne Rückmeldung ist es für mich schwierig
das Tempo zu bestimmen. ABER:
Zweitens, und das ist wahrscheinlich schwierig zu vermitteln, müssen
die Diskussionen zu den einzelnen Threads notgedrungen simultan
ablaufen. Erstens kommen neue Mitglieder dazu die neue Fragen haben und
sich beteiligen wollen und sollen und zweitens ist mir bis jetzt noch
kein Dhamma-Thema untergekommen, das man erschöpfend behandeln
könnte. Es kommt immer wieder was Neues hinzu.
(Auch bei unseren Studienwochenenden, blättern wir immer mal wieder im
Text zurück, weil sich ein neuer Aspekt ergeben hat.)
Das mag sich nach "Durcheinander" anhören und so erscheinen, aber ich
kann versichern, daß der Lernerfolg und die Verankerung im Gedächtnis
bedeutend größer ist als bei einer rein linearen Vorgehensweise.
ALSO BITTE: EGAL WANN WEM WAS ZU WELCHEM THEMA AUCH IMMER JEMAND ETWAS
EINFÄLLT - FRAGE ODER ANMERKUNG ODER SUTTENSTELLE - BITTE MAILEN!!!
Nochmal für Aki: Dementsprechend ist auch der Religionsthread noch
immer offen und die Diskussion geht immer noch weiter.
Und ich würde mir wünschen, daß Du das Lautengleichnis mailst mit
einer Begründung wieso es zum Thema Sinneszügelung gehört.
Servus
Viriya
Noch eine gute Neujahrsnachricht zum Schluß: Gestern wurde im
Anenja-Vihara (Nonnen-Kloster im Allgäu) die Ingrid zur Samaneri
Sunnya geweiht. Sadhu, Sadhu, Sadhu!
Nun, es ist ja ein Teil des (relativ kurzen) SN-Sutta (No. 35/205 bei
palikanon.com). Insofern ein Zusammenhang bestehen "muss" (allerdings,
zugegebenermaßen, etwas schwierig zu definieren/konstruieren)...Schon
der Anfang des Lautenabschnittes deutet darauf hin (*ebenso*....)
http://palikanon.com/samyutta/sam35_207.html#s35_205
Ebenso nun auch, ihr Mönche, wenn das Herz des Mönches bei den 6
Berührungsgebieten gerade geworden ist, vollkommen gerade, dann steht
es bei sich fest, setzt sich, wird einheitlich und einig. Gleichwie,
ihr Mönche, wenn da ein König oder ein königlicher Minister den
Klang einer Laute noch nie zuvor gehört hätte. Jetzt aber hörte er
den Klang der Laute, und er würde sagen: 'Lieber Mann, was ist das
für ein Klang' so entzückend, so lieblich, so berauschend, so
hinreißend, so fesselnd?' Darauf würde ihm gesagt: Das ist, o Herr,
eine Laute, wie man sagt: die hat diesen Klang, der so entzückend ist,
so lieblich, so berauschend, so hinreißend, so fesselnd'. Er aber
spräche: Geht, ihr Lieben, und bringt mir jene Laute herbei'. Die
würde ihm gebracht, und man sagte zu ihm: 'Da ist sie, o Herr, die
Laute, die jenen entzückenden Klang hat, jenen lieblichen,
berauschenden, hinreißenden, fesselnden'. Darauf sagte der König:
'Was soll ich, ihr Lieben, mit der Laute? Ihr sollt mir doch jenen
Klang herbeischaffen! Da würde ihm gesagt: 'Das ist, o Herr, eine
Laute, wie man sagt; die ist aus gar vielen Teilen zusammengebaut
worden, aus einer großen Zahl von Teilen. Sie klingt, weil die
verschiedenen Teile zusammenwirken. Sie klingt, bedingt durch einen
gewölbten Kasten, eine Zarge, einen Steg, einen Hals, die Saiten, den
Bogen und die entsprechende Mühe des Spielers. Dann kann die Laute,
wie man sagt, die aus vielen Teilen zusammengebaut wurde, aus einer
großen Zahl von Teilen, erklingen'.
Jener König aber würde die Laute in 10 oder 100 Stücke schlagen.
Nachdem er sie in 10 oder 100 Stücke zerschlagen hätte, wurde er die
Teile zersplittern und zersplittern. Nachdem er die Teile zersplittert
und zersplittert hätte, würde er sie ins Feuer werfen. Nachdem er sie
ins Feuer geworfen, würde er einen Haufen Asche machen. Nachdem er
einen Haufen Asche gemacht hätte, wurde er ihn in den Sturm streuen
oder durch einen reißenden Strom davonspülen lassen. Und dann würde
er sagen: 'Ein ohnmächtiges Ding, wahrlich, ist das, was man da Laute
nennt. Was ist denn da irgend an dem gewesen, was man Laute nennt? Da
werden nur viele Leute übermäßig berauscht und verführt'.
Ganz ebenso nun auch, ihr Mönche, erforscht ein Mönch die Form,
soweit sie reicht, erforscht das Gefühl, soweit es reicht, erforscht
die Wahrnehmung, soweit sie reicht, erforscht die Gestaltungen, soweit
sie reichen, erforscht das Bewußtsein, soweit es reicht. Und wenn er
so untersucht, und es kommt ihm ein 'Ich' oder 'Mein' oder Ich bin'
auf, dann kommt es nicht ihm zu".
Der Ausdruck *in Stücke schlagen* ist etwas fehleitend. Er ist auch
als *auseinandernehmen/untersuchen" anwendbar (siehe auch letzter
Absatz). Es handelt es sich hier zwar um den Zustand n a c h der
Zügelung [insofern Du Recht hast dass es mit Zügelung nichts (mehr)
zu tun hat]. Aber selbst dieser positive Zustand (erreichter Zweck der
Zügelung) ist (ebenfalls weiterhin) "zu zügeln"...Nicht zu denken,
sozusagen: "Ich" habe es erreicht/"Ich" bin gezügelt.
Etwa im Sinne von
http://www.accesstoinsight.org/tipitaka/sn/index.html#salayatana SN
35.205: Vina Sutta - The Lute {S iv 195; CDB ii 1253; this sutta
corresponds to CDB 35.246} [Thanissaro]. The heart of insight
(vipassana): When you take apart a lute in search of its music, what do
you find? When you take apart the five aggregates in search of "self,"
what do you find?
Eine weitere Parallele (zu dem von Dir in der Samvaro-Datei zitierten
Auszug aus der Lauten-Sutte) ist wohl auch, dass bei den ins
Bewusstsein tretenden ("berauschenden") Dingen ein (zwar) angenehmer
Klang (Zustand) entsteht, der aber Zurückhaltung
(Sinneszügelung/Achtsamkeit) geraten sein lässt.
Es ist eben auch dieser so unruhige Geist (symbolisch die zu
disziplinierende Kuh...oft auch als "monkey-mind" bezeichnet).
aki