Der Weg

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viriy...@gmail.com

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Jan 3, 2009, 2:55:54 AM1/3/09
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

vielleicht gibt es ja doch noch Interesse die Grppe am Leben zu
erhalten also probieren wir´s noch einmal.

Ein neues Herz ist besser als ein neues Jahr,

mehr verstehen als zuvor,

tiefere Weisheit,

hilft, sich weiter von dukkha zu entfernen.



Das neue Jahr muss besser als das Alte werden,

ist´s nur neu, ohne Besserung, ist´s vertan,

nur gut auf den Lippen, aber nicht im Herzen - wozu?

damit die Geister uns verlachen - wozu?



Reiner ... Klarer ... Ruhiger,

so wird´s wirklich neu - seid nicht so tranig,

näher an Nibbana als je zuvor – unverstört,

dann haben wir ein Neujahr mit Bedeutung.

Ajahn Buddhadasa


S 55, 5:
Da begab sich der Ehrwürdige Sāriputto zum Erhabenen, begrüßte ihn
ehrerbietig und setzte sich zur Seite nieder. Zur Seite sitzend,
wandte sich der Erhabene an ihn:
"Glieder zum Stromeintritt, Glieder zum Stromeintritt, so sagt man,
Sāriputto. Was aber sind, Sāriputto, Glieder zum Stromeintritt?"
"Umgang mit rechten Menschen, Herr, ist ein Glied zum Stromeintritt.
Die rechte Lehre hören, ist ein Glied zum Stromeintritt. Gründliche
Aufmerksamkeit ist ein Glied zum Stromeintritt, Der Lehre lehrgemäß
nachfolgen, ist ein Glied zum Stromeintritt".
"Gut, Sāriputto, gut, Sāriputto, Umgang mit rechten Menschen ist ein
Glied zum Stromeintritt. Die rechte Lehre hören, ist ein Glied zum
Stromeintritt. Gründliche Aufmerksamkeit ist ein Glied zum
Stromeintritt. Der Lehre lehrgemäß nachfolgen, ist ein Glied zum
Stromeintritt.
Strom, Strom, Sāriputto, sagt man. Was ist das aber, Sāriputto: der
Strom?"
"Eben dieser edle achtfältige Pfad, Herr, ist der Strom, nämlich
rechte Ansicht, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Handeln,
rechter Lebensunterhalt, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit,
rechte Einigung".
"Gut, gut, Sāriputto, eben dieser edle achtfältige Pfad ist der Strom.
In den Strom eingetreten, in den Strom eingetreten, Sāriputto, sagt
man. Inwiefern aber ist, Sāriputto, einer in den Strom eingetreten?"
"Wer da, Herr, diesem edlen achtfältigen Pfad nachfolgt, den nennt man
in den Strom eingetreten, einen solchen Ehrwürdigen solchen Namens und
solcher Sippe".
"Gut, gut, Sāriputto, wer da diesem edlen achtfältigen Pfad nachfolgt,
den nennt man in den Strom eingetreten, einen solchen Ehrwürdigen
solchen Namens und solcher Sippe".

Vielleiht fällt Euch ja zu diesem Thema was in oder es stellen sich
Fragen dazu.

Servus
Viriya
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bre...@googlemail.com

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Jan 3, 2009, 7:17:45 AM1/3/09
to Theravada-Studiengruppe
Ein gutes neues Jahr an alle!

Aus meiner bescheidenen Weltlichen Sicht ist der "Stromeintritt" das
erste bewußte durchdachte hören der Lehre mit dem Entschluß dem
gehörten auch nachzufolgen. Grundlegend den edlen achtfachen Pfad als
seine Richtschnur zu nehmen.
(Sotaapatti von sota (Gehör) wie z.B. sota.m odahati (Gehör schenken).
Sota aber auch die "Bildliche Strömung" (allerdings erst in der
neueren Zeit so interpretiert).)

Allerdings ist der Stromeintritt doch sehr Unterschiedlich dargelegt:

1.Ein sotāpanna - Stromeingetretener: hat die ersten drei samyojana -
Fesseln überwunden...
-Falscher Glaube an ein Ich
-Zweifel bezüglich Buddha, Dhamma, Sangha
-Hängen an Sittlichkeit und religiösen Gelübden

2.Besitzt, ihr Mönche, der edle Jünger vier Eigenschaften, ......
-unerschütterliches Vertrauen zum Erleuchteten,
-unerschütterliches Vertrauen zur Lehre,
-unerschütterliches Vertrauen zur Jüngerschaft der Edlen,
-vollkommene Sittlichkeit

3.Vier Eigenschaften, ihr Mönche, entfaltet und ausgebildet, führen
zur Verwirklichung der Frucht ....
-Umgang mit rechten Menschen,
-die rechte Lehre hören,
-gründliche Aufmerksamkeit und
-der Lehre lehrgemäß nachfolgen.

und noch einige mehr.

Nun was ist der Stromeintritt?

Viele Grüsse,
Achim
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viriy...@gmail.com

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Jan 4, 2009, 3:40:23 AM1/4/09
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

hier noch einige Infos zu Punkt 3 (Achim). Diese Definition des
Stromeintritts finde ich am praktischsten und aufschlussreichsten.
M 95: "Wenn er ihn untersucht hat und gesehen hat, daß er von
Geisteszuständen, die auf Verblendung beruhen, geläutert ist, dann
setzt er sein Vertrauen in ihn; voll Vertrauen besucht er ihn und
erweist ihm Respekt; nachdem er ihm Respekt erwiesen hat, hört er
genau zu; wenn er genau zuhört, hört er das Dhamma;
- A.V. 202: Fünf Vorteile, ihr Mönche, gewährt das Anhören der Lehre.
Welche fünf? Nicht Gehörtes bekommt man zu hören; bereits Gehörtes
wird einem klar; der Zweifel wird zerstreut; man berichtigt sein
Verständnis der Lehre und das Herz erheitert sich."-
wenn er das Dhamma gehört hat, merkt er es sich und untersucht die
Bedeutung der Lehren, die er sich gemerkt hat; wenn er ihre Bedeutung
untersucht, erlangt er ein reflektives Annehmen dieser Lehren;
-A X, 61-62: „Und was ist die Bedingung für Unachtsamkeit und
Unbesonnenheit? „Unweises Nachdenken“, hätte man zu antworten.
Doch auch das unweise Nachdenken, sage ich, hat eine es ernährende
Bedingung, ist nicht ohne solche Bedingung. Und was ist die Bedingung
des unweisen Nachdenkens? „Vertrauenslosigkeit“, hätte man zu
antworten.“-
wenn er ein reflektives Annehmen dieser Lehren erlangt hat, tritt
Eifer hervor; wenn Eifer hervorgetreten ist, wendet er seinen Willen
an; wenn er seinen Willen angewendet hat, prüft er genau; wenn er
genau geprüft hat, bemüht er sich;
- A 7, 64: "Zweierlei Menschen gibt es: der eine besucht gern die
Edlen, der andere nicht. Wer die Edlen nicht gern besucht, ist darum
zu tadeln; wer aber die Edlen gern besucht, ist darum zu loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die die Edlen besuchen: der
eine ist begierig, die Gute Lehre zu hören, der andere nicht. Wer
nicht begierig ist, die Gute Lehre zu hören, ist darum zu tadeln; wer
aber begierig ist, die Gute Lehre zu hören, ist darum zu loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die begierig sind, die Gute
Lehre zu hören: der eine hört die Lehre mit offenen Ohren, der andere
nicht. Wer die Lehre nicht mit offenen Ohren hört, ist darum zu
tadeln; wer aber die Lehre mit offenen Ohren hört, ist darum zu
loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die mit offenen Ohren die
Lehre hören: der eine bewahrt die vernommene Lehre im Gedächtnis, der
andere nicht. Wer die vernommene Lehre nicht im Gedächtnis bewahrt,
ist darum zu tadeln; wer aber die vernommene Lehre im Gedächtnis
bewahrt, ist darum zu loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die die vernommene Lehre im
Gedächtnis bewahren: der eine erforscht den Sinn der im Gedächtnis
bewahrten Lehren, der andere nicht. Wer den Sinn der im Gedächtnis
bewahrten Lehren nicht erforscht, ist darum zu tadeln; wer aber den
Sinn der im Gedächtnis bewahrten Lehren erforscht, ist darum zu
loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die den Sinn der im Gedächtnis
bewahrten Lehren erforschen der eine kennt die Lehre und ihren Sinn
und lebt der Lehre gemäß; der andere kennt zwar die Lehre und ihren
Sinn, lebt aber nicht der Lehre gemäß. Wer, die Lehre und ihren Sinn
kennend, nicht der Lehre gemäß lebt, der ist darum zu tadeln; wer aber
die Lehre und ihren Sinn kennt und der Lehre gemäß lebt, der ist darum
zu loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die, die Lehre und ihren Sinn
kennend, der Lehre gemäß leben: der eine wirkt zum eigenen Heile und
nicht zum Heile anderer; der andere aber wirkt sowohl zum eigenen
Heile als auch zum Heile der anderen. Wer zum eigenen Heile, aber
nicht zum Heile der anderen wirkt, der ist darum zu tadeln; wer aber
sowohl zum eigenen Heile als auch zum Heile der anderen wirkt, der ist
darum zu loben."-

wenn er sich entschlossen bemüht, verwirklicht er mit diesem Körper
die letztendliche Wahrheit und sieht sie, indem er sie mit Weisheit
durchdringt. Auf diese Weise, Bhàradvàja, gibt es ein Erwachen zur
Wahrheit; auf diese Weise erwacht man zur Wahrheit; auf diese Weise
beschreiben wir das Erwachen zur Wahrheit."

A VI, 86-87: "Wer mit sechs Dingen behaftet ist, ihr Mönche, der ist,
selbst wenn er die Gute Lehre zu hören bekommt, außerstande, den Pfad
der Gewißheit zu gewinnen, die Vollkommenheit im Guten. Welches sind
diese sechs?
Er ist durch seine Taten behindert, (seine Mutter hat er des Lebens
beraubt, seinen Vater hat er des Lebens beraubt, einen Heiligen hat er
des Lebens beraubt, boshaften Herzens hat er das Blut des Vollendeten
vergossen, Spaltung hat er verursacht in der Mönchsgemeinde)
durch seine Leidenschaften behindert, durch das Ergebnis seiner Taten
behindert (angeborene geistigen oder körperlichen Defekte); er ist
ohne Vertrauen, ohne Willenskraft und unweise, dumm und
stumpfsinnig."

S 4, 158: „Ist ein Bhikkhu fortgeschritten darin, mit gründlicher
Aufmerksamkeit wirklichkeitsgemäß zu betrachten am Auge, am Ohr, an
der Nase, an der Zunge, am Körper, am Geist mit gründlicher
Aufmerksamkeit wirklichkeitsgemäß zu betrachten, dann geziemt es sich,
ihn einen Bhikkhu zu nennen, der der Lehre lehrgemäß vorgegangen ist.

S 22, 39: "Für einen der Lehre getreu lebenden Mönch, ihr Mönche, ist
dies der Lehre gemäß, daß er häufig die Abwendung vollzieht von der
Körperlichkeit, dem Gefühl, der Wahrnehmung, den Gestaltungen und vom
Bewußtsein; daß er bei der Körperlichkeit, beim Gefühl, der
Wahrnehmung, bei den Gestaltungen und beim Bewußtsein die
Vergänglichkeit betrachtet - das Leiden betrachtet - die Ichlosigkeit
betrachtet."

Auch wenn M natürlich recht hat, daß viele allein beim Hören der Lehre
den Stromeintritt schafften - in Satsang Kreisen versuchen sie das
heute noch ohne viel Erfolg (außer finanziellem für die Gurus) soweit
ich das beurteilen kann - muß man doch sehen, daß allein das kamma
einem Buddha zu begegnen die Person schon zu etwas Besonderem macht.
M.E. müssen die Glieder des 8-Pfades doch schon sehr ausgeprägt sein
(z.B. die Fähigkeit der Vertiefung) - vielleicht in einem früheren
Leben erarbeitet, verschüttet und durch die Worte des Erhabenen wieder
aktiviert - damit der Stromeintritt gelingen kann.

Viriya

On 3 Jan., 15:35, MN <mn8...@ymail.com> wrote:
> Der Stromeintritt wird in den Suttas oft auch mit folgenden Worten
> beschrieben:
>
> "Gleichwie etwa ein reines Kleid, von Flecken gesäubert, vollkommen
> die Färbung annehmen mag, ebenso auch ging da XYZ, während er noch da
> saß, das abgeklärte, abgespülte Auge der Wahrheit auf:
>
> 'Was irgend auch entstanden ist, muss alles wieder untergehen.'"
>
> Das scheint mir mehr zu sein als "nur"
>
> > das erste bewußte durchdachte hören der Lehre mit dem Entschluß dem
> > gehörten auch nachzufolgen. Grundlegend den edlen achtfachen Pfad als
> > seine Richtschnur zu nehmen.
>
> Aber vielleicht irre ich mich. Es heißt zumindest vom
> Stromeingetretenen auch noch, er sei "in sich selber gewiß, auf keinen
> anderen gestützt im Orden des Meisters". Diese Unabhängigkeit ist
> offenbar ein wesentlicher Aspekt. Der Stromeingetretene hat ja die
> Garantie, nach höchstens sieben Leben die Erlösung verwirklicht zu
> haben, also muss es sich auch um eine Art von innerer Gewissheit
> handeln, die nicht durch eine Neugeburt und das evtl. damit verbundene
> Vergessen des Vorlebens zunichte gemacht werden kann.
>
> Es gibt in der Tat verschiedene Interpretationen des Stromeintritts.
> Von "leicht erreichbar" bis "unerreichbar fern" ist alles dabei. Es
> scheint sich jedenfalls um ein Ereignis zu handeln, das nicht an
> Meditationspraxis gebunden ist. Die Betreffenden lauschten oft einfach
> dem Buddha und waren am Ende der Belehrung Stromeingetretene. Da es
> sich keineswegs nur um Mönche, sondern um viele Hausleute, teilweise
> sogar um Kriminelle gehandelt hat, kann man wohl kaum davon ausgehen,
> dass sie meditierten. Bei einigen (die sogar noch Heilige wurden) sind
> sogar die Vorleben (Suppabuddho, Ud 5, 3 oder Isidasi, Thig 400)
> beschrieben, die teilweise in der Hölle und im Tierreich verbracht
> wurden, also auch keine Orte, an denen irgendeine Art von "meditativer
> Vorbereitung" getroffen werden konnte.
>
> Viele Grüße!
>
> M.

bre...@googlemail.com

unread,
Jan 4, 2009, 10:20:17 AM1/4/09
to Theravada-Studiengruppe
Hallo,

"NUR" wenige werden diese Lehre verstehen...
Was kann es besseres geben als mit
Vertrauen
Willenskraft
Achtsamkeit
Sammlung
und Einsicht.
Den edlen achtfachen Pfad zu gehen?
Den: DN 33.2
Vier charakteristischen Eigenschaften eines Stromeingetretenen:
1. da ist, ihr Brüder, ein heiliger Jünger beim Erwachten mit
begründeter Zuversicht ausgerüstet, so zwar: <Das ist der Erhabene,
Heilige, vollkommen Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte, der
Willkommene, der Welt Kenner, der unvergleichliche Leiter der
Männerherde, der Meister der Götter und Menschen, der Erwachte, der
Erhabene>;
2. ist bei der Lehre mit begründeter Zuversicht ausgerüstet: <Wohl
kundgetan ist vom Erhabenen die Satzung, die ersichtliche, zeitlose,
anregende, einladende, den Verständigen von selbst verständlich>;
3. ist bei der Jüngerschaft mit begründeter Zuversicht ausgerüstet:
<Wohl vertraut ist beim Erhabenen die Jüngerschar, ehrlich vertraut
ist beim Erhabenen die Jüngerschar, recht vertraut ist beim Erhabenen
die Jüngerschar, geziemend vertraut ist beim Erhabenen die
Jüngerschar, und zwar vier Paare der Menschen, nach acht Arten von
Menschen: das ist des Erhabenen Jüngerschar, die Opfer und Spende,
Gabe und Gruß verdient, heiligste Stätte der Welt ist>;
4. er hat Eigenschaften erworben, wie sie Heiligen lieb sind,
ungebrochen, unverletzt, ungemustert, ungesprenkelt, aus freiem
Entschlusse, als von Verständigen gepriesen, nicht angetastet, zur
Vertiefung tauglich.

Ich denke man muß unterscheiden zwischen den Lehraussagen des Sutta
Pitaka und
(jetzt bin ich mal Ketzerisch) des Nachkanonischen Abhidhamma Pitaka.

Liebe Grüsse,
achim


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bre...@googlemail.com

unread,
Jan 4, 2009, 11:19:44 AM1/4/09
to Theravada-Studiengruppe
Hallo Viriya,

hier noch in einer sehr ausfühlichen Darlegung:
(A.V. 179)
»Derjenige unter den weißgekleideten Hausleuten, Sāriputta, von dem
ihr wißt, daß er sich in seinen Handlungen den fünf Sittenregeln gemäß
beherrscht und daß er der vier erhaben-geistigen, gegenwärtig
beglückenden Zustande nach Wunsch, ohne Mühe und Anstrengung
teilhaftig wird, ein solcher kann, wenn er will, von sich erklären:
'Entronnen bin ich der Hölle, entronnen dem Tierreich, entronnen dem
Gespensterreich, entronnen den niederen Welten, der Leidensfährte, den
Daseinsabgründen. Eingetreten bin ich in den Strom (sotāpanna) nicht
mehr ausgesetzt den Daseinsabgründen, gesichert bin ich, der vollen
Erleuchtung gewiß.'

Hinsichtlich welcher Sittenregeln aber beherrscht er sich in seinen
Handlungen? Da meidet, o Sāriputta, der edle Jünger das Töten, meidet
das Nehmen von Nichtgegebenem, meidet geschlechtliche Ausschreitung,
meidet die Lüge, meidet den Genuß von Rauschmitteln. Hinsichtlich
dieser fünf Sittenregeln beherrscht er sich in seinen Handlungen.

Welcher vier erhaben-geistigen, gegenwärtig beglückenden Zustände wird
er nach Wunsch teilhaftig, ohne Mühe und Schwierigkeit? Da ist der
edle Jünger erfüllt von unerschütterlichem Vertrauen zum Vollendeten,
so nämlich: 'Dies, wahrlich, ist der Erhabene: er ist der Heilige,
vollkommen Erleuchtete, der im Wissen und Wandel Bewährte, der
Gesegnete, der Kenner der Welt, der unvergleichliche Lenker
führungsbedürftiger Menschen, der Meister der Götter und Menschen, der
Erleuchtete, der Erhabene.' Diesen ersten erhaben-geistigen,
gegenwärtig beglückenden Zustand hat er erreicht, der da führt zur
Läuterung des noch ungeläuterten Geistes, zur Klärung des noch
ungeklärten Geistes.

Ferner, Sāriputta, ist der edle Jünger erfüllt von unerschütterlichem
Vertrauen in die Lehre, so nämlich: 'Wohl verkündet ist vom Erhabenen
die Lehre, sie ist klar sichtbar, unmittelbar wirksam, einladend:
»Komm und sieh!«, zum Ziele führend, den Verständigen, jedem für sich,
verständlich.' Diesen zweiten erhaben-geistigen, gegenwärtig
beglückenden Zustand hat er erreicht, der da führt zur Läuterung des
noch ungeläuterten Geistes, zur Klärung des noch ungeklärten Geistes.

Ferner, Sāriputta, ist der edle Jünger erfüllt von unerschütterlichem
Vertrauen in die Mönchsgemeinde, so nämlich: 'Gut wandelt die
Jüngergemeinde des Erhabenen, gerade wandelt die Jüngergemeinde des
Erhabenen, auf dem rechten Pfade wandelt die Jüngergemeinde des
Erhabenen, geziemend wandelt die Jüngergemeinde des Erhabenen, als da
sind: die vier Paare der Heiligen, die acht Arten der Heiligen. Dies
ist die Jüngergemeinde des Erhabenen. Würdig ist sie des Opfers,
würdig der Gastspende, würdig der Gaben, würdig des ehrfurchtsvollen
Grußes, der beste Boden in der Welt für gute Werke.' Diesen dritten
erhaben-geistigen, gegenwärtig beglückenden Zustand hat er erreicht,
der da führt zur Läuterung des noch ungeläuterten Geistes, zur Klärung
des noch ungeklärten Geistes.

Ferner, Sāriputta, ist der edle Jünger ausgestattet mit den Sitten,
wie sie den Edlen lieb sind, den ungebrochenen, unverletzten,
unbefleckten, unverdorbenen, befreienden, von Verständigen
gepriesenen, die unbeeinflußbar sind und die geistige Sammlung
fördern. Diesen vierten erhaben-geistigen, gegenwärtig beglückenden
Zustand hat er erreicht, der da führt zur Läuterung des noch
ungeläuterten Geistes, zur Klärung des noch ungeklärten Geistes.

Dieser vier erhaben-geistigen, gegenwärtig beglückenden Zustände wird
er nach Wunsch teilhaftig, ohne Mühe und Anstrengung.

Derjenige unter den weißgekleideten Hausleuten, Sāriputta, von dem ihr
wißt, daß er sich gemäß den fünf Sittenregeln in seinen Handlungen
beherrscht und daß er der vier erhaben-geistigen, gegenwärtig
beglückenden Zustände nach Wunsch, ohne Mühe und Schwierigkeit
teilhaftig wird, ein solcher kann, wenn er will, von sich erklären:
'Entronnen bin ich der Hölle, entronnen dem Tierreich, entronnen dem
Gespensterreich, entronnen den niederen Welten, der Leidensfährte, den
Daseinsabgründen. Eingetreten bin ich in den Strom, nicht mehr
ausgesetzt den Daseinsabgründen, gesichert bin ich, der vollen
Erleuchtung gewiß.'«

Hierzu noch in dem Attasalini (357):
Einsicht bedeutet den Pfad des Stromentritts; durch ihn sind diese
Dinge aufzugeben.......
Warum hat aber Pfad des Stromeintritts den Namen Einsicht (dasana -
wtl. das sehen)?
Weil man auf ihn zum ersten Mal Nibbana sieht.

Nach Abhidhammattha Sangjaha:
Müssen die die ersten drei samyojana - Fesseln überwunden werden:

sakkāya-ditthi - Falscher Glaube an ein Ich
vicikicchā - Zweifel bezüglich Buddha, Dhamma, Sangha
sīla-bbata-parāmasa - Hängen an Regeln und Ritten.

Viele Grüße,
achim

viriy...@gmail.com

unread,
Jan 7, 2009, 3:25:15 AM1/7/09
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

das Interessante bei diesem Text ist natürlich, daß er praktisch in
jedem Abschnitt auf die Fähigkeit zur ersten Vertiefung hindeutet, wie
es viele ernst zu nehmende Lehrer, als Bedingung für den
Stromeintritt, behaupten. Die Vipassana Gemeinschaft leugnet das
natürlich. Neulich habe ich auch gehört, daß man durch den
Stromeintritt die Fähigkeit zur Vertiefung erhält, das halte ich
allerdings für fragwürdig.
Aber bevor wir uns auf eine Diskussion über Jhana und die
verschiedensten Deutungen dazu einlassen, sollten wir lieber über die
7 "Jhana-Faktoren" sprechen die samma-samadhi ausmachen, denn
eigentlich heißt dieser thread nicht ohne Grund "Der Weg".
Servus
Viriya

On 4 Jan., 17:19, "brez...@googlemail.com" <brez...@googlemail.com>
wrote:

bre...@googlemail.com

unread,
Jan 8, 2009, 10:40:59 AM1/8/09
to Theravada-Studiengruppe
Hallo ihr alle,
mit den 7 Jhana-Faktoren, denke ich ist folgendes gemeint, oder ?

*************************************************************************
A.VII. 42 Das Rüstzeug der Sammlung

Sieben Rüstzeuge der Sammlung gibt es, ihr Mönche. Welche sieben?

Rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Tun, rechter
Lebensunterhalt, rechte Anstrengung und rechte Achtsamkeit.

Die mit diesen sieben Gliedern ausgerüstete Einheit des Geistes aber,
ihr Mönche, bezeichnet man als die Edle rechte Sammlung, samt ihrer
Grundlage, samt ihrem Rüstzeug.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
A.VII. 3 Sieben Kräfte I

Sieben Kräfte gibt es, ihr Mönche. Welche sieben? Die Kraft des
Vertrauens, des Willens, des Schamgefühls, der sittlichen Scheu, der
Achtsamkeit, der Sammlung und der Weisheit.

Auf Willenskraft und auf Vertrauen,
auf Scham und auch Gewissensscheu,
auf Sammlungskraft und Achtsamkeit
und Weisheit als die siebte Kraft-
auf diese Kräfte recht gestützt
lebt glücklich der verständ'ge Mann.

Die Lehre tief ergründet er,
und weise schaut er ihren Sinn;
und wie der Lampe Licht erlischt,
tritt seines Geists Befreiung ein.
******************************************************************************************
Die grundlegenden Vorbedingungen für eine erfolgreiche Sammlung:
Nachdem das Vertrauen zur Gewissheit geworden ist, ist die Tatkraft
gewachsen.
Die Sittlichkeit gründet den Grund zur Aufmerksamkeit um mit der
vollständigen
Sammlung das Wissen zu erfahren. (Mal grob in eigene Worte gefasst).

Grüsse an alle...
Achim




viriy...@gmail.com

unread,
Jan 9, 2009, 11:13:06 AM1/9/09
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Achim,

ganz recht, die anderen Pfadglieder, beginnend mit rechter Ansicht,
münden in der Sammlung, nur dann handelt es sich um samma-samadhi.

Allerdings wird oft übersehen, daß rechte Ansicht nicht so einfach
rlangt wird, sondern, daß sie erarbeitet werden muß.

M 117:Man strengt sich an, falsche Ansicht zu verlieren, rechte
Ansicht zu gewinnen: das gilt einem als rechte Anstrengung. Besonnen
läßt man falsche Ansicht hinter sich, besonnen gewinnt und erreicht
man rechte Ansicht: das gilt einem als rechte Achtsamkeit.
So kreisen und drehen sich diese drei Dinge um die rechte Ansicht,
nämlich rechte Ansicht, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit.“

S 45, 1: „Echtes Wissen (Wissen von der Selbstverantwortlichkeit für
das eigene Handeln) , ihr Mönche, geht dem Auftreten heilsamer Dinge
voran, gefolgt von Schamempfinden und der Scheu falsch zu handeln
(hiri und ottappa). Dem Weisen, der zu echtem Wissen gelangt ist,
entsteht rechte Ansicht.

Servus
Viriya

On 8 Jan., 16:40, "brez...@googlemail.com" <brez...@googlemail.com>
wrote:
> Hallo ihr alle,
> mit den 7 Jhana-Faktoren, denke ich ist folgendes gemeint, oder ?
>
> *************************************************************************
> A.VII. 42 Das Rüstzeug der Sammlung
>
> Sieben Rüstzeuge der Sammlung gibt es, ihr Mönche. Welche sieben?
>
> Rechte Erkenntnis, rechte Gesinnung, rechte Rede, rechtes Tun, rechter
> Lebensunterhalt, rechte Anstrengung und rechte Achtsamkeit.
>
> Die mit diesen sieben Gliedern ausgerüstete Einheit des Geistes aber,
> ihr Mönche, bezeichnet man als die Edle rechte Sammlung, samt ihrer
> Grundlage, samt ihrem Rüstzeug.
> ---------------------------------------------------------------------------­---------------------------------------
> A.VII. 3 Sieben Kräfte I
>
> Sieben Kräfte gibt es, ihr Mönche. Welche sieben? Die Kraft des
> Vertrauens, des Willens, des Schamgefühls, der sittlichen Scheu, der
> Achtsamkeit, der Sammlung und der Weisheit.
>
>     Auf Willenskraft und auf Vertrauen,
>     auf Scham und auch Gewissensscheu,
>     auf Sammlungskraft und Achtsamkeit
>     und Weisheit als die siebte Kraft-
>     auf diese Kräfte recht gestützt
>     lebt glücklich der verständ'ge Mann.
>
>     Die Lehre tief ergründet er,
>     und weise schaut er ihren Sinn;
>     und wie der Lampe Licht erlischt,
>     tritt seines Geists Befreiung ein.
> ***************************************************************************­***************

bre...@googlemail.com

unread,
Jan 11, 2009, 6:38:23 AM1/11/09
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Viriyana,
Rechte Ansicht, oft gelesen und doch etwas zu wenig beleuchtet.


A.IV. 49 Die vier Verkehrtheiten

Vier Verkehrtheiten gibt es, ihr Mönche, in der Wahrnehmung, den
Gedanken und den Ansichten (*1). Welche vier?

* Vergängliches für unvergänglich halten: das, ihr Mönche, ist
eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
* Leiden für Glück halten: das, ihr Mönche, ist eine Verkehrtheit
in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
* Was ichlos ist, für ein Ich halten: das, ihr Mönche, ist eine
Verkehrtheit in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
* Was widerlich ist, für lieblich halten: das, ihr Mönche, ist
eine Verkehrtheit in der Wahrnehmung, in Gedanken und in Ansichten.

Vier richtige Betrachtungsweisen (na-vipallāsā, wtl: Nicht-
Verkehrtheiten) gibt es, ihr Mönche, in der Wahrnehmung, in Gedanken
und in Ansichten. Welche vier?

* Vergängliches für vergänglich halten: das, ihr Mönche, ist eine
richtige Betrachtungsweise in der Wahrnehmung, den Gedanken und den
Ansichten.
* Leiden für Leiden halten: das, ihr Mönche, ist eine richtige
Betrachtungsweise in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
* Ichloses für ichlos halten: das, ihr Mönche, ist eine richtige
Betrachtungsweise in der Wahrnehmung, den Gedanken und den Ansichten.
* Widerliches für widerlich halten: das, ihr Mönche, ist eine
richtige Betrachtungsweise in der Wahrnehmung, den Gedanken und den
Ansichten.

»Flüchtiges für dauernd halten,
für ein Glück, was leidvoll ist;
Ichloses als Ich vermeinend
und was widerlich als schön. -

In die Bande falscher Ansicht
sind die Wesen so geschlagen;
Sinnentäuschung auch befängt sie,
und verworren ist ihr Denken.

Māras Fesselwerk umfängt sie,
fern sind sie der Fessellösung;
und so wandern diese Wesen
in der Daseinsrunde Kreislauf
ständig durch Geburt und Sterben.

Doch wenn in der Welt erscheinen
Buddhas, die das Licht uns bringen,
dann verkünden sie die Lehre,
die zur Leidensstillung führt.

Und die Weisen, sie vernehmend,
werden nachdenklichen Herzens:
Flüchtiges sehen sie als flüchtig,
Leidiges als leidvoll an;
sehen als Nicht-Ich, was kein Ich birgt,
und was widerlich als solches.
Derart rechte Ansicht hegend,
werden sie dem Leid entgehen.«

viriy...@gmail.com

unread,
Jan 13, 2009, 10:30:10 AM1/13/09
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

noch ein wichtiger Aspekt aus M 60:

"Da es tatsächlich Taten gibt, hat derjenige richtige Ansicht, der die
Ansicht hegt ,es gibt Taten'. Da es tatsächlich Taten gibt, hat
derjenige richtige
Absicht, dessen Absicht auf ,es gibt Taten' beruht. Da es tatsächlich
Taten gibt,
hat derjenige richtige Rede, der die Behauptung aufstellt ,es gibt
Taten'. Da es
tatsächlich Taten gibt, widerspricht derjenige, der sagt ,es gibt
Taten', den Arahants
nicht, die die Lehre vertreten, daß es Taten gibt. Da es tatsächlich
Taten gibt,
überzeugt derjenige einen anderen von einem wahren Dhamma, der einen
anderen
von der Aussage ,es gibt Taten' überzeugt; und weil er einen anderen
von
einem wahren Dhamma überzeugt, lobt er sich selbst nicht und setzt
andere nicht
herab. Somit ist jegliches verdorbene Verhalten, das er früher hatte,
aufgegeben
und durch geläuterte Sittlichkeit ersetzt. Und diese richtige Ansicht,
richtige
Absicht, richtige Rede, Nicht-Widerspruch gegenüber den Edlen, das
Bestreben,
andere von einem wahren Dhamma zu überzeugen, und das Vermeiden von
Selbstlob
und Herabsetzung anderer - diese verschiedenen heilsamen Zustände
kommen
somit mit richtiger Ansicht als Bedingung zustande."

Daraus ergibt sich dann auch ganz natürich der Wunsch sich rechte
Gesinnung (Absicht) zu erarbeiten.
M 117: "Entsagenwollen, Nichtübelwollen, Nichtgrausamseinwollen: das
ist, ihr Bhikkhus, eine rechte Gesinnung, die wahnhaft, verdienstreich
ist und auf der Seite des Anhaftens zur Reifung gelangt.
Man strengt sich an, falsche Gesinnung zu überwinden, rechte Gesinnung
zu erlangen: das gilt einem als rechte Anstrengung. Besonnen läßt man
falsche Gesinnung hinter sich, besonnen gewinnt und erreicht man
rechte Gesinnung: das gilt einem als rechte Achtsamkeit. So kreisen
und drehen sich diese drei Dinge um die rechte Gesinnung, nämlich
rechte Ansicht, rechte Anstrengung, rechte Achtsamkeit."

Und für die nächsten drei Glieder gilt Gleiches: "So kreisen und
drehen sich diese drei Dinge um ..., nämlich rechte Ansicht, rechte
Anstrengung, rechte Achtsamkeit."

Viriya

On 11 Jan., 12:38, "brez...@googlemail.com" <brez...@googlemail.com>
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