Liebe Freunde,
hier noch einige Infos zu Punkt 3 (Achim). Diese Definition des
Stromeintritts finde ich am praktischsten und aufschlussreichsten.
M 95: "Wenn er ihn untersucht hat und gesehen hat, daß er von
Geisteszuständen, die auf Verblendung beruhen, geläutert ist, dann
setzt er sein Vertrauen in ihn; voll Vertrauen besucht er ihn und
erweist ihm Respekt; nachdem er ihm Respekt erwiesen hat, hört er
genau zu; wenn er genau zuhört, hört er das Dhamma;
- A.V. 202: Fünf Vorteile, ihr Mönche, gewährt das Anhören der Lehre.
Welche fünf? Nicht Gehörtes bekommt man zu hören; bereits Gehörtes
wird einem klar; der Zweifel wird zerstreut; man berichtigt sein
Verständnis der Lehre und das Herz erheitert sich."-
wenn er das Dhamma gehört hat, merkt er es sich und untersucht die
Bedeutung der Lehren, die er sich gemerkt hat; wenn er ihre Bedeutung
untersucht, erlangt er ein reflektives Annehmen dieser Lehren;
-A X, 61-62: „Und was ist die Bedingung für Unachtsamkeit und
Unbesonnenheit? „Unweises Nachdenken“, hätte man zu antworten.
Doch auch das unweise Nachdenken, sage ich, hat eine es ernährende
Bedingung, ist nicht ohne solche Bedingung. Und was ist die Bedingung
des unweisen Nachdenkens? „Vertrauenslosigkeit“, hätte man zu
antworten.“-
wenn er ein reflektives Annehmen dieser Lehren erlangt hat, tritt
Eifer hervor; wenn Eifer hervorgetreten ist, wendet er seinen Willen
an; wenn er seinen Willen angewendet hat, prüft er genau; wenn er
genau geprüft hat, bemüht er sich;
- A 7, 64: "Zweierlei Menschen gibt es: der eine besucht gern die
Edlen, der andere nicht. Wer die Edlen nicht gern besucht, ist darum
zu tadeln; wer aber die Edlen gern besucht, ist darum zu loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die die Edlen besuchen: der
eine ist begierig, die Gute Lehre zu hören, der andere nicht. Wer
nicht begierig ist, die Gute Lehre zu hören, ist darum zu tadeln; wer
aber begierig ist, die Gute Lehre zu hören, ist darum zu loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die begierig sind, die Gute
Lehre zu hören: der eine hört die Lehre mit offenen Ohren, der andere
nicht. Wer die Lehre nicht mit offenen Ohren hört, ist darum zu
tadeln; wer aber die Lehre mit offenen Ohren hört, ist darum zu
loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die mit offenen Ohren die
Lehre hören: der eine bewahrt die vernommene Lehre im Gedächtnis, der
andere nicht. Wer die vernommene Lehre nicht im Gedächtnis bewahrt,
ist darum zu tadeln; wer aber die vernommene Lehre im Gedächtnis
bewahrt, ist darum zu loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die die vernommene Lehre im
Gedächtnis bewahren: der eine erforscht den Sinn der im Gedächtnis
bewahrten Lehren, der andere nicht. Wer den Sinn der im Gedächtnis
bewahrten Lehren nicht erforscht, ist darum zu tadeln; wer aber den
Sinn der im Gedächtnis bewahrten Lehren erforscht, ist darum zu
loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die den Sinn der im Gedächtnis
bewahrten Lehren erforschen der eine kennt die Lehre und ihren Sinn
und lebt der Lehre gemäß; der andere kennt zwar die Lehre und ihren
Sinn, lebt aber nicht der Lehre gemäß. Wer, die Lehre und ihren Sinn
kennend, nicht der Lehre gemäß lebt, der ist darum zu tadeln; wer aber
die Lehre und ihren Sinn kennt und der Lehre gemäß lebt, der ist darum
zu loben.
Zweierlei Menschen gibt es unter denen, die, die Lehre und ihren Sinn
kennend, der Lehre gemäß leben: der eine wirkt zum eigenen Heile und
nicht zum Heile anderer; der andere aber wirkt sowohl zum eigenen
Heile als auch zum Heile der anderen. Wer zum eigenen Heile, aber
nicht zum Heile der anderen wirkt, der ist darum zu tadeln; wer aber
sowohl zum eigenen Heile als auch zum Heile der anderen wirkt, der ist
darum zu loben."-
wenn er sich entschlossen bemüht, verwirklicht er mit diesem Körper
die letztendliche Wahrheit und sieht sie, indem er sie mit Weisheit
durchdringt. Auf diese Weise, Bhàradvàja, gibt es ein Erwachen zur
Wahrheit; auf diese Weise erwacht man zur Wahrheit; auf diese Weise
beschreiben wir das Erwachen zur Wahrheit."
A VI, 86-87: "Wer mit sechs Dingen behaftet ist, ihr Mönche, der ist,
selbst wenn er die Gute Lehre zu hören bekommt, außerstande, den Pfad
der Gewißheit zu gewinnen, die Vollkommenheit im Guten. Welches sind
diese sechs?
Er ist durch seine Taten behindert, (seine Mutter hat er des Lebens
beraubt, seinen Vater hat er des Lebens beraubt, einen Heiligen hat er
des Lebens beraubt, boshaften Herzens hat er das Blut des Vollendeten
vergossen, Spaltung hat er verursacht in der Mönchsgemeinde)
durch seine Leidenschaften behindert, durch das Ergebnis seiner Taten
behindert (angeborene geistigen oder körperlichen Defekte); er ist
ohne Vertrauen, ohne Willenskraft und unweise, dumm und
stumpfsinnig."
S 4, 158: „Ist ein Bhikkhu fortgeschritten darin, mit gründlicher
Aufmerksamkeit wirklichkeitsgemäß zu betrachten am Auge, am Ohr, an
der Nase, an der Zunge, am Körper, am Geist mit gründlicher
Aufmerksamkeit wirklichkeitsgemäß zu betrachten, dann geziemt es sich,
ihn einen Bhikkhu zu nennen, der der Lehre lehrgemäß vorgegangen ist.
S 22, 39: "Für einen der Lehre getreu lebenden Mönch, ihr Mönche, ist
dies der Lehre gemäß, daß er häufig die Abwendung vollzieht von der
Körperlichkeit, dem Gefühl, der Wahrnehmung, den Gestaltungen und vom
Bewußtsein; daß er bei der Körperlichkeit, beim Gefühl, der
Wahrnehmung, bei den Gestaltungen und beim Bewußtsein die
Vergänglichkeit betrachtet - das Leiden betrachtet - die Ichlosigkeit
betrachtet."
Auch wenn M natürlich recht hat, daß viele allein beim Hören der Lehre
den Stromeintritt schafften - in Satsang Kreisen versuchen sie das
heute noch ohne viel Erfolg (außer finanziellem für die Gurus) soweit
ich das beurteilen kann - muß man doch sehen, daß allein das kamma
einem Buddha zu begegnen die Person schon zu etwas Besonderem macht.
M.E. müssen die Glieder des 8-Pfades doch schon sehr ausgeprägt sein
(z.B. die Fähigkeit der Vertiefung) - vielleicht in einem früheren
Leben erarbeitet, verschüttet und durch die Worte des Erhabenen wieder
aktiviert - damit der Stromeintritt gelingen kann.
Viriya
On 3 Jan., 15:35, MN <
mn8...@ymail.com> wrote:
> Der Stromeintritt wird in den Suttas oft auch mit folgenden Worten
> beschrieben:
>
> "Gleichwie etwa ein reines Kleid, von Flecken gesäubert, vollkommen
> die Färbung annehmen mag, ebenso auch ging da XYZ, während er noch da
> saß, das abgeklärte, abgespülte Auge der Wahrheit auf:
>
> 'Was irgend auch entstanden ist, muss alles wieder untergehen.'"
>
> Das scheint mir mehr zu sein als "nur"
>
> > das erste bewußte durchdachte hören der Lehre mit dem Entschluß dem
> > gehörten auch nachzufolgen. Grundlegend den edlen achtfachen Pfad als
> > seine Richtschnur zu nehmen.
>
> Aber vielleicht irre ich mich. Es heißt zumindest vom
> Stromeingetretenen auch noch, er sei "in sich selber gewiß, auf keinen
> anderen gestützt im Orden des Meisters". Diese Unabhängigkeit ist
> offenbar ein wesentlicher Aspekt. Der Stromeingetretene hat ja die
> Garantie, nach höchstens sieben Leben die Erlösung verwirklicht zu
> haben, also muss es sich auch um eine Art von innerer Gewissheit
> handeln, die nicht durch eine Neugeburt und das evtl. damit verbundene
> Vergessen des Vorlebens zunichte gemacht werden kann.
>
> Es gibt in der Tat verschiedene Interpretationen des Stromeintritts.
> Von "leicht erreichbar" bis "unerreichbar fern" ist alles dabei. Es
> scheint sich jedenfalls um ein Ereignis zu handeln, das nicht an
> Meditationspraxis gebunden ist. Die Betreffenden lauschten oft einfach
> dem Buddha und waren am Ende der Belehrung Stromeingetretene. Da es
> sich keineswegs nur um Mönche, sondern um viele Hausleute, teilweise
> sogar um Kriminelle gehandelt hat, kann man wohl kaum davon ausgehen,
> dass sie meditierten. Bei einigen (die sogar noch Heilige wurden) sind
> sogar die Vorleben (Suppabuddho, Ud 5, 3 oder Isidasi, Thig 400)
> beschrieben, die teilweise in der Hölle und im Tierreich verbracht
> wurden, also auch keine Orte, an denen irgendeine Art von "meditativer
> Vorbereitung" getroffen werden konnte.
>
> Viele Grüße!
>
> M.