Haften am Durst. Haften an den Ausflüssen. Haften an den Befleckungen. Die Runde der Geburten. Die Sankharas. Das Leid.
> Warum erlischt es?
Weil die Bedingungen nicht mehr vorhanden sind.
> Bedeutungsähnliche Palibegriffe.
nibbida - Ernüchterung
viraga - Leidenschaftslosigkeit
nibbana - Erlöschen, Befreiung, Loslösung
Cheers,
Florian
On Mon, Jul 14, 2008 at 01:53:12AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Lieber Florian,
>
> ich bin sicher, daß Du das Richtige meinst aber wenn nur das Haften erlöschen
> soll, klingt das so als ob tanha etc. ganz ok wäre solange man nicht daran
> haftet.
>
> M9: " Und was, bhikkhus, ist die Edle Wahrheit vom Erlöschen des Leidens? Es
> ist das rückstandslose Verblassen und Erlöschen, das Aufgeben, Verzichten,
> Loslassen und Zurückweisen genau dieses Durstes."
Dieser Satz hat zwei Teile:
Rückstandsloses Verblassen und Erlöschen
Aufgeben, Verzichten, Loslassen und Zurückweisen
So eine Dynamik passiv/aktiv?
Ich habe, wie Du bemerkt hast, den zweiten Teil (vor allem das "Loslassen")
hervorgehoben.
> Tanha erlischt, wenn die Bedingungen nicht mehr vorhanden sind,
> zufällig jeden Tag, wenn der Wunsch nach etwas nachläßt oder aufhört
> oder gezielt bei der Geistekultivierung sobald die Hindernisse
> überwunden sind.
>
> Tanha erlischt aber auch durch Verständnis, sobald man die Absurdität
> oder Leidhaftigkeit eines Wunsches erkannt hat oder im besten Falle,
> bei klarem Erkenntnisblick ganz.
Was verstehst Du dabei unter "Verständnis"?
Ich sehe bei manchen Wünschen, die ich habe, das Absurde und Leidige, aber der
Wunsch verlöscht doch nicht. :)
[...]
> Auch bei den bedeutungsähnlichen Palibegriffen, gilt das gleiche Prinzip wie
> bei nirodha: Erlöschen findet "ohne Zwang" (wrtl. Bedeutung von nirodha)
> statt, es kann zufällig, bewußt, allmählich oder plötzlich, zeitweise oder
> permanent eintreten.
Zeitweises Auftreten von Nirodha?
> Und, wir bemerken es meist nicht, weil unser Hauptaugenmerk auf das Entstehen
> gerichtet ist.
Das ist gut ausgedrückt! Das kenne ich.
Cheers,
Florian
Anatta ...
> M 37: Da hat ein Bhikkhu vernommen, daß alle Dinge (Besitz, Status,
> Selbstvorstellungen, Wahrnehmungen, etc.) nicht des Anklammerns wert
> sind. Wenn ein Bhikkhu vernommen hat, daß alle Dinge nicht des
> Anklammerns wert sind, erkennt er alle Dinge unmittelbar (ohne die
> Perversionen der Wahrnehmung); indem er alle Dinge unmittelbar
> erkennt, durchschaut er alle Dinge vollständig; indem er alle Dinge
> vollständig durchschaut, verweilt er in der Betrachtung der
> Vergänglichkeit von Gefühl; was für ein Gefühl er auch immer empfinden
> mag, ob angenehm oder schmerzhaft oder weder schmerzhaft noch
> angenehm; er betrachtet die Lossagung, betrachtet das Aufhören,
> betrachtet das Loslassen. Indem er so betrachtet, haftet er an nichts
> in der Welt an. Wenn er nicht anhaftet, ist er nicht aufgeregt. Wenn
> er nicht aufgeregt ist, erlangt er persönlich Nibbàna.
... Anicca.
Die "drei Merkmale" werden unterschiedlich dargestellt - Dukkha wird in den
vier edlen Wahrheiten formuliert, Anatta oft mit "das ist nicht mein, das bin
nicht ich, das ist nicht mein Selbst" - hat Anicca auch so eine "griffige"
Formulierung?
Manchmal scheinen sie in gewisser Weise als gleich bedeutsam dargelegt zu
werden, in Lehrreden, die die drei in Beziehung setzen. Kannst Du uns zur
Beziehung der Drei etwas erzählen?
> S 35,105: "So sehend, ihr Mönche, findet der erfahrene edle Jünger
> nichts an Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper, Geist. Nichts daran findend,
> wird er entreizt. Entreizt wird er erlöst. 'Im Erlösten ist die
> Erlösung' versteht er da: 'Versiegt ist die Geburt, vollendet der
> Brahma-Wandel, gewirkt das Werk, nichts Höheres gibt es über dieses
> hier', erkennt er" .
"Im Erlösten ist die Erlösung" - schwieriger Satz. Wie ist er zu verstehen?
Cheers,
Florian
On Sat, Jul 05, 2008 at 12:09:28AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Liebe Freunde,
>
> vielleicht probieren wir´s mal wieder. Diemal mit der dritten edlen
> Wahrheit nirodha: Erlöschen.
Welche Verbindung, wenn überhaupt, besteht zwischen dem Erlöschen und den
Stufen des Erwachens (Stromeintritt, ..., Arahant) - ist das Erlöschen, das ein
Stomeingetretener erfährt, andersartig als das Erlöschen beim Arahant? Oder
sind das wieder unterschiedliche Modelle, die sich nicht mischen?
Und wie passt das "erlöschen der höheren Wahrnehmung" (aus unserer D9 -
Diskussion vor eineinhalb Jahren) dazu?
Cheers,
Florian