Dhamma-Frage zum Suttastudium

6 views
Skip to first unread message

Florian M. Weps

unread,
Mar 12, 2008, 10:55:06 AM3/12/08
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

Hier ist meine Dhamma-Frage:

Welche Rolle spielt das Suttastudium im grösseren Zusammenhang des Dhamma?

(Z.B.: kann man sich auch ohne Studium dem Dhamma annähern? Oder: wie kann das
Studium dabei hinderlich sein? Wie kann es förderlich sein?)

Cheers,
Florian

Petra

unread,
Mar 14, 2008, 5:50:32 AM3/14/08
to Theravada-Studiengruppe
Lieber Florian, liebe Freunde,

vorab, danke Florian für deine Bemühungen diese Gruppe wieder
lebendiger zu machen.
Mein Problem mit dem Schreiben hier kann ich mal ganz kurz darlegen.
Es passt übrigens recht gut zu deiner Frage hier.

Ich lese zwar die Reden des Buddha, und dazu auch die Erklärungen und
Hinweise von Paul Debes... aber ich betreibe kein Suttenstudium. Ich
versuch es (auch hier) zwar immer wieder, kann aber oft nicht folgen.
Meine Annäherung an die Lehre ist wirklich mein (alltägliches) Leben,
da ziehe ich auch die Reden hinzu, die Tips und Gedanken. Die versuche
ich zu behalten und zu verstehen und umzusetzen. Dabei mache ich schon
meine -Erfahrungen, aber Texte interpretieren und Begriffe miteinander
vergleichen kann ich nicht.
Darum ist es für mich sehr schwierig hier Beiträge zu schreiben. Ich
könnte immer nur unbelegte subjektiver persönliche Erfahrungen und
Schwierigkeiten einbringen. Trotzdem lese ich immer mit und freu mich
wenn es wieder weiter geht. :-)

herzliche Grüße
Petra

Florian M. Weps

unread,
Mar 16, 2008, 3:45:44 AM3/16/08
to theravada-s...@googlegroups.com
On Fri, Mar 14, 2008 at 02:50:32AM -0700, Petra wrote:
>
> Lieber Florian, liebe Freunde,
>
> vorab, danke Florian für deine Bemühungen diese Gruppe wieder lebendiger zu
> machen. Mein Problem mit dem Schreiben hier kann ich mal ganz kurz darlegen.
> Es passt übrigens recht gut zu deiner Frage hier.
>
> Ich lese zwar die Reden des Buddha, und dazu auch die Erklärungen und
> Hinweise von Paul Debes... aber ich betreibe kein Suttenstudium. Ich versuch
> es (auch hier) zwar immer wieder, kann aber oft nicht folgen.

Fragen stellen ist meiner Ansicht nach das Herzstück einer Studiengruppe wie
dieser. Wenn wir bloss alle die Perlen unserer Erkenntnis hier hochhalten, ist
das zwar vielleicht schön anzuschauen, aber kein lebendiges Studieren. Also
frage doch einfach beim nächsten mal sofort an der Stelle, an der Du den Faden
verlierst. Vermutlich geht es nämlich anderen auch so, und den stillen
Mitlesern (falls vorhanden) sowieso.

> Meine Annäherung an die Lehre ist wirklich mein (alltägliches) Leben, da
> ziehe ich auch die Reden hinzu, die Tips und Gedanken. Die versuche ich zu
> behalten und zu verstehen und umzusetzen. Dabei mache ich schon meine
> -Erfahrungen, aber Texte interpretieren und Begriffe miteinander vergleichen
> kann ich nicht.

Ich finde, die Lehre ist nicht dazu da, um als hübsches Mobile von verketteten
Begriffen an die Decke gehängt zu werden. Was Du machst, die Lehre an Deinen
Erfahrungen zu prüfen, ist doch genau das, wovon der Buddha immer wieder
geredet hat. Wenn Du dann Deine Ergebnisse hier als Anstoss einbringst, werden
die Suttastellen bestimmt von anderen beigesteuert, und was wichtiger ist, es
gibt einen Austausch.

> Darum ist es für mich sehr schwierig hier Beiträge zu schreiben. Ich könnte
> immer nur unbelegte subjektiver persönliche Erfahrungen und Schwierigkeiten
> einbringen. Trotzdem lese ich immer mit und freu mich wenn es wieder weiter
> geht. :-)

Ich freue mich auch wenn sich hier was tut - danke für Deine Antwort.

Überlege Dir doch nochmal, ob Du nicht zu hohe Anforderungen an Dich selber
stellst. Ich finde Deine Beiträge jedenfalls immer sehr lesenswert.

Cheers,
Florian

viriy...@gmail.com

unread,
Mar 16, 2008, 6:42:43 AM3/16/08
to Theravada-Studiengruppe
Liebe Freunde,

es ist für mich immer wieder interessant wie sich Aufspaltungen in
Studien- und Meditationsgruppen ergeben.
M.E. liegt das vor allem an zwei Gründen: 1. Studium wird
mißverstanden. 2. Meditation wird mißverstanden.

Studium ist nicht: lesen, abhaken, vergessen. Es geht hier nicht um
Wissensanhäufung oder trockene Informationssammlung. Vorrangig ist die
Beschäftigung mit der Lehre. Studium heißt, sich die Lehre immer weder
vor Augen zu führen.
Im einfachsten Fall in dem man einen Vers auswendig lernt und ihn
immer wieder aufsagt.
Das hat sogar der Buddha mit der Paticcasamuppada Formel gemacht.
Sowohl das Hören wie das sich Beschäftigen mit der Lehre kann den
Sutten zufolge zum Erwachen führen. Es hat auch Auswirkungen auf den
körperlichen Gesundheitszustand und wird und wurde bei Kranken (sogar
beim Buddha selbst) angewandt. Vor allem aber ist der Geist in dem
Moment in dem er sich auf die Lehre einläßt frei von den Hindernissen.

Gerade der letzte Aspekt zeigt, dass das Studium, also das sich
Vertiefen in die Lehre durch Hören, Lesen, Diskutieren, Rezitation und
Reflektion, ein Teil von Bhavana also der Geisteskultivierung ist,
ebenso wie das was gängigerweise als "Meditation" bezeichnet wird.

Es ist die Sache jedes Einzelnen zu erkennen wie ihm die Beschäftigung
mit der Lehre am meisten Freude macht und die Hindernisse an Besten in
Schach hält.
Bei mir ist es eben das Hinterfagen und Erforschen der Feinheiten, die
mich mit Ehrfurcht, Hingabe und Bewunderung Buddha-Dhamma-Sangha
gegenüber erfüllen und glücklich und dankbar machen auf diese Lehre
gestoßen zu sein. Wenn davon andere profitieren schön, wenn nicht ...

Noch zwei wesentliche Aspekte blieben zu erwähnen.
Erstens, je besser ich mich in der Lehre auskenne, desto klarer weiß
ich was in einer bleibigen Situation zu tun und zu lassen ist.
Zweitens, vielleicht ist Euch schon aufgefallen was alles unter dem
Namen Buddhismus läuft und wieviele Scharlatane sich als Lehrer
ausgeben und damit Geld verdienen - wer die Lehre kennt ist davor
gefeit (und spendet das gesparte Geld liber dem Frankenwaldkloster :)
-nur Spaß)

Servus
Viriya

Florian M. Weps

unread,
Apr 29, 2008, 12:10:41 PM4/29/08
to theravada-s...@googlegroups.com
Freunde,

On Sun, Mar 16, 2008 at 03:42:43AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Liebe Freunde,
>
> es ist für mich immer wieder interessant wie sich Aufspaltungen in
> Studien- und Meditationsgruppen ergeben.
> M.E. liegt das vor allem an zwei Gründen: 1. Studium wird
> mißverstanden. 2. Meditation wird mißverstanden.
>
> Studium ist nicht: lesen, abhaken, vergessen. Es geht hier nicht um
> Wissensanhäufung oder trockene Informationssammlung. Vorrangig ist die
> Beschäftigung mit der Lehre. Studium heißt, sich die Lehre immer weder
> vor Augen zu führen.
> Im einfachsten Fall in dem man einen Vers auswendig lernt und ihn
> immer wieder aufsagt.
> Das hat sogar der Buddha mit der Paticcasamuppada Formel gemacht.
> Sowohl das Hören wie das sich Beschäftigen mit der Lehre kann den
> Sutten zufolge zum Erwachen führen. Es hat auch Auswirkungen auf den
> körperlichen Gesundheitszustand und wird und wurde bei Kranken (sogar
> beim Buddha selbst) angewandt. Vor allem aber ist der Geist in dem
> Moment in dem er sich auf die Lehre einläßt frei von den Hindernissen.
>
> Gerade der letzte Aspekt zeigt, dass das Studium, also das sich
> Vertiefen in die Lehre durch Hören, Lesen, Diskutieren, Rezitation und
> Reflektion, ein Teil von Bhavana also der Geisteskultivierung ist,
> ebenso wie das was gängigerweise als "Meditation" bezeichnet wird.

Ich finde, dieser Text, etwas gerafft, würde sich gut auf der Einstiegsseite
http://groups.google.com/group/theravada-studiengruppe
machen.

Was haltet Ihr davon?

Cheers,
Florian

Reply all
Reply to author
Forward
0 new messages