Hier ist meine Dhamma-Frage:
Welche Rolle spielt das Suttastudium im grösseren Zusammenhang des Dhamma?
(Z.B.: kann man sich auch ohne Studium dem Dhamma annähern? Oder: wie kann das
Studium dabei hinderlich sein? Wie kann es förderlich sein?)
Cheers,
Florian
Fragen stellen ist meiner Ansicht nach das Herzstück einer Studiengruppe wie
dieser. Wenn wir bloss alle die Perlen unserer Erkenntnis hier hochhalten, ist
das zwar vielleicht schön anzuschauen, aber kein lebendiges Studieren. Also
frage doch einfach beim nächsten mal sofort an der Stelle, an der Du den Faden
verlierst. Vermutlich geht es nämlich anderen auch so, und den stillen
Mitlesern (falls vorhanden) sowieso.
> Meine Annäherung an die Lehre ist wirklich mein (alltägliches) Leben, da
> ziehe ich auch die Reden hinzu, die Tips und Gedanken. Die versuche ich zu
> behalten und zu verstehen und umzusetzen. Dabei mache ich schon meine
> -Erfahrungen, aber Texte interpretieren und Begriffe miteinander vergleichen
> kann ich nicht.
Ich finde, die Lehre ist nicht dazu da, um als hübsches Mobile von verketteten
Begriffen an die Decke gehängt zu werden. Was Du machst, die Lehre an Deinen
Erfahrungen zu prüfen, ist doch genau das, wovon der Buddha immer wieder
geredet hat. Wenn Du dann Deine Ergebnisse hier als Anstoss einbringst, werden
die Suttastellen bestimmt von anderen beigesteuert, und was wichtiger ist, es
gibt einen Austausch.
> Darum ist es für mich sehr schwierig hier Beiträge zu schreiben. Ich könnte
> immer nur unbelegte subjektiver persönliche Erfahrungen und Schwierigkeiten
> einbringen. Trotzdem lese ich immer mit und freu mich wenn es wieder weiter
> geht. :-)
Ich freue mich auch wenn sich hier was tut - danke für Deine Antwort.
Überlege Dir doch nochmal, ob Du nicht zu hohe Anforderungen an Dich selber
stellst. Ich finde Deine Beiträge jedenfalls immer sehr lesenswert.
Cheers,
Florian
On Sun, Mar 16, 2008 at 03:42:43AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Liebe Freunde,
>
> es ist für mich immer wieder interessant wie sich Aufspaltungen in
> Studien- und Meditationsgruppen ergeben.
> M.E. liegt das vor allem an zwei Gründen: 1. Studium wird
> mißverstanden. 2. Meditation wird mißverstanden.
>
> Studium ist nicht: lesen, abhaken, vergessen. Es geht hier nicht um
> Wissensanhäufung oder trockene Informationssammlung. Vorrangig ist die
> Beschäftigung mit der Lehre. Studium heißt, sich die Lehre immer weder
> vor Augen zu führen.
> Im einfachsten Fall in dem man einen Vers auswendig lernt und ihn
> immer wieder aufsagt.
> Das hat sogar der Buddha mit der Paticcasamuppada Formel gemacht.
> Sowohl das Hören wie das sich Beschäftigen mit der Lehre kann den
> Sutten zufolge zum Erwachen führen. Es hat auch Auswirkungen auf den
> körperlichen Gesundheitszustand und wird und wurde bei Kranken (sogar
> beim Buddha selbst) angewandt. Vor allem aber ist der Geist in dem
> Moment in dem er sich auf die Lehre einläßt frei von den Hindernissen.
>
> Gerade der letzte Aspekt zeigt, dass das Studium, also das sich
> Vertiefen in die Lehre durch Hören, Lesen, Diskutieren, Rezitation und
> Reflektion, ein Teil von Bhavana also der Geisteskultivierung ist,
> ebenso wie das was gängigerweise als "Meditation" bezeichnet wird.
Ich finde, dieser Text, etwas gerafft, würde sich gut auf der Einstiegsseite
http://groups.google.com/group/theravada-studiengruppe
machen.
Was haltet Ihr davon?
Cheers,
Florian