vielleicht machen Euch die Textstellen zu rechter Rede ja ein bißchen
gesprächiger:
M 117: ,,Was ist nun, ihr Bhikkhus, falsche Rede? Lüge, böswillige
Rede, grobe Worte und Geschwätz: das ist, ihr Bhikkhus, falsche Rede.
Was ist nun, ihr Bhikkhus, rechte Rede?
Rechte Rede, sag' ich da, Bhikkhus, ist doppelter Art. (...)
Was ist das nun, ihr Bhikkhus, für eine rechte Rede, die wahnhaft und
verdienstreich ist und auf der Seite des Anhaftens zur Reifung
gelangt? Sich des Lügens, der böswilligen Rede, der groben Worte und
des Geschwätz enthalten: das ist, ihr Bhikkhus, eine rechte Rede, die
wahnhaft und verdienstreich ist und auf der Seite des Anhaftens zur
Reifung gelangt.
Was aber ist es, ihr Bhikkhus, für eine rechte Rede, die heilig,
wahnlos, überweltlich, ein Pfadfaktor ist?
Das Abstandnehmen von den vier Arten sprachlichen Fehlverhaltens, das
Entsagen, das Ablassen, die Enthaltung davon in einem, dessen Geist
edel ist, (...) So kreisen und drehen sich diese drei Dinge um die
rechte Rede, nämlich rechte Ansicht, rechte Anstrengung, rechte
Achtsamkeit."
S 56, 9-10: ,,Führt keine streitsüchtigen Reden, ihr Bhikkhus, wie:
'Nicht du kennst diese Lehre und Ordnung ich kenne diese Lehre und
Ordnung! Was wirst du wohl diese Lehre und Ordnung verstehen? Falsch
vorgegangen bist du: ich bin recht vorgegangen. Was vorher zu sagen
ist, hast du nachher gesagt: was nachher zu sagen ist, hast du vorher
gesagt. Bei mir stimmt's, bei dir nicht. Deine Praxis ist widerlegt,
dein Wort dir entwunden. Gib deine Rede verloren: Du bist widerlegt,
oder widersteh, wenn du kannst'.
Führt keine sinnlosen Gespräche, ihr Bhikkhus, wie Gespräche über
Könige und Räuber, über Fürsten und Soldaten, über Krieg und Kampf,
über Speis und Trank, Kleid und Bett, Blumen und Düfte, über Verwandte
und Wagen, Dörfer und Burgen, Stadt und Land, Frauen und Helden,
Straßen und Märkte, über Verstorbene und Veränderungen, über
Weltgeschichte und Naturgeschichte, über dies und das und dergleichen
mehr.
Und warum? Solche Gespräche sind nicht nützlich, haben nichts mit den
Grundlagen des heiligen Wandels zu tun, führen nicht zum Abscheu,
nicht zur Entreizung, nicht zum Erlöschen, nicht zum Frieden, nicht
zum direkten Wissen, nicht zur vollen Erwachung, nicht zum Nibb¤na.
Vielmehr mögt, ihr Bhikkhus, wenn ihr redet, reden über: ,,Das ist das
Leiden, das die Leidensentwicklung, das die Leidensauflösung, das ist
das zur Leidensauflösung führende Vorgehen."
Und warum? Weil solche Rede nützlich ist, (...)."
Servus
Viriya
"Was aber ist das Ergebnis der Wahrnehmungen? Aus der Wahrnehmung sage
ich, ihr Mönche, ergibt sich die Sprache. Denn je nachdem man etwas
wahrnimmt, drückt man es in Worten aus (voharati): 'Solch eine
Wahrnehmung hatte ich.' Das, ihr Mönche, nennt man das Ergebnis der
Wahrnehmungen."
Servus
Viriya
Ist Ironie denn rechte Rede? :)
> M 117: ,,Was ist nun, ihr Bhikkhus, falsche Rede? Lüge, böswillige
> Rede, grobe Worte und Geschwätz: das ist, ihr Bhikkhus, falsche Rede.
> Was ist nun, ihr Bhikkhus, rechte Rede?
> Rechte Rede, sag' ich da, Bhikkhus, ist doppelter Art. (...)
> Was ist das nun, ihr Bhikkhus, für eine rechte Rede, die wahnhaft und
> verdienstreich ist und auf der Seite des Anhaftens zur Reifung
> gelangt? Sich des Lügens, der böswilligen Rede, der groben Worte und
> des Geschwätz enthalten: das ist, ihr Bhikkhus, eine rechte Rede, die
> wahnhaft und verdienstreich ist und auf der Seite des Anhaftens zur
> Reifung gelangt.
Entspricht das nicht genau der Übungsregel aus den fünf Silas?
> Was aber ist es, ihr Bhikkhus, für eine rechte Rede, die heilig,
> wahnlos, überweltlich, ein Pfadfaktor ist?
> Das Abstandnehmen von den vier Arten sprachlichen Fehlverhaltens, das
> Entsagen, das Ablassen, die Enthaltung davon in einem, dessen Geist
> edel ist, (...) So kreisen und drehen sich diese drei Dinge um die
> rechte Rede, nämlich rechte Ansicht, rechte Anstrengung, rechte
> Achtsamkeit."
Sich beim Reden zu beobachten, Motive (auch versteckte) dabei zu
entdecken, ist eine ziemlich schwierige Übung, finde ich.
Cheers,
Florian
Rechte Rede ist schwierig und oft ist es besser in edles Schweigen zu
verfallen aber ein bißchen was könnte man schon dazu sagen. Z.B. Warum
glaubt Ihr ist es so schwer? Wo gibt der Buddha genauere Erläuterungen
dazu? Wie geht Ihr im normalen Leben damit um? Habt Ihr Möglichkeiten
Rechte Rede zu üben? Das ist mal ein Thema bei dem man anderen mit
Anregungen und Erfahrungen wirklich helfen kann - also ....
Servus
Viriya
On 18 Apr., 12:43, "Florian M. Weps" <f...@hactrn.ch> wrote:
In der Fußnote dazu schreibt er:
"Hier wird klar erkennbar, dass der weltliche und überweltliche Aspekt
der jeweiligen Pfadfaktoren durch den Zustand des Praktizierenden
bestimmt wird. Ein Weltling hat nicht die Wahl zwischen der weltlichen
oder überweltlichen Variante, sondern er praktiziert solange auf dem
weltlichen Level, bis er mindestens Stromeintritt erlangt hat. Danach
praktiziert er automatisch den edlen Achtfachen Pfad."
Schade eigentlich.
Hier lohnt sich z.B. ein Blick in M1 (da hat sich das Studienwocheende
schon wieder gelohnt!). Dort erläutert der Buddha die unterschiedliche
Herangehensweise an "die Welt" u.a. von Weltling (puthujjana) und
sekha (Stromeingetretener bis Nichtwiederkehrer). An einer Reihe von
Beispielen zeigt der Buddha auf, dass der Weltling alles, was er
wahrnimmt "wahr"nimmt, also ihm Realität zuschreibt, sich dann
gedanklich ausbreitet (papanca) und schließlich folgert: "Da gibt es
etwas, das real ist. Ich nehme es wahr, also muss auch ich real sein."
Ein sekha erkennt die Dinge hingegen unmittelbar. Da er den Pfad
gesehen hat, erkennt er das wahre Wesen der Dinge: anicca, anatta und
dukkha. Darum wird es ihm, zumindest manchmal, gelingen, sich nicht
gedanklich darüber auszubreiten.
Ich würde dies auf zweierlei Art auf die "wahnhafte" edle Rede
übertragen. Zum einen führt gedankliche Ausbreitung ja nicht selten zu
sprachlicher Ausbreitung. Beide verstärken sich gegenseitig und können
auch andere anstecken. Selbst wenn der Weltling nicht lügt, böswillig
oder grob daherredet, oder schwätzt, bleibt sein Horizont doch der
Welt als etwas Realem und damit "wahnhaft" verhaftet. Damit wird auch
seine Rede zwangsläufig triebhaft und auf die Welt gerichtet sein. Zum
anderen nimmt der Weltling Rede als etwas Reales wahr und misst ihr
einen eigenen Wert bei. Hier kann Nicht-Lügen, Nicht-böswillig-Reden,
Nicht-grob-Reden und Nicht-Schwätzen m.E. auch leicht zu einer leeren
Regel oder einem Ritual werden. Goenka hat eine dazu passende
Geschichte erzählt (hier etwas verkürzt):
In Indien kam ein buddhistischer Mönch zu ihm und sagte "Die
Stadtverwaltung will DEIN Kloster schließen! Bitte sprich mit dem
Stadtrat und verhindere das." Da Goenka Laie ist und kein Kloster hat,
hatte er es zuerst nicht verstanden, bis ihm einfiel, dass manche
Mönche in Indien, wohl mit Blick auf die Anatta-Lehre, die Worte "ich"
und "mein" nicht aussprechen wollen und stattdessen "Du" und "Dein"
sagen.
Ich bezweifle doch stark, dass ein solches, m.E. rein konventionelles,
Verhalten auf dem Pfad weiterhilft.
Der Ariya wird dagegen "einfach" den Pfad entfalten und seine Worte
werden automatisch (je nach Grad seiner Heiligkeit mehr oder weniger
oft) nur Rechte Rede enthalten. Falsche Rede wird für ihn einfach
keinen Sinn ergeben, weil er den Wahn durchschaut hat, der dahinter
steht.
Über die praktische Übung in Rechter Rede muss ich nochmal nachdenken.
Mir gehts da wie Dir, Florian. Es ist nicht die einfachste
Betrachtung.
Grüße
Martin
Einige Gründe, unsortiert:
Der Arbeitsalltag bietet viele Möglichkeiten, falsche Rede zu praktizieren.
Plaudern in der Kaffeepause, beschönigende Erklärungen bei Besprechungen,
Nervzehrende Kunden- und Lieferantengespräche -
Wenn man Kritik anbringen muss, ist es sehr schwierig, diese in vollkommen
angenehme Worte zu fassen. Wenns wie Lob klingt, ist es ja keine Kritik mehr
Die Fassade aus hunderten von klitzekleinen Unwahrheiten, die wir alltäglich
aufrecht erhalten, plus die ein, zwei grossen Geheimnisse, die man als
Erwachsener halt so dabei hat: alles hinderlich bei der rechten Rede.
Es ist schwierig, Gesprächspartner für die zehn würdigen Gegenstände für
Gespräche zu finden. (A.X.69)
> Wo gibt der Buddha genauere Erläuterungen dazu?
A.V.198:
Ein Wort, ihr Mönche, das fünf Eigenschaften besitzt, ist wohlgesprochen,
nicht schlecht gesprochen, untadelig, kann von Verständigen nicht getadelt
werden. Welches sind diese fünf Eigenschaften?
Wenn ein Wort zur rechten Zeit gesprochen wird, wenn es wahr, höflich,
zweckmäßig ist und aus liebevoller Gesinnung kommt.
> Wie geht Ihr im normalen Leben damit um? Habt Ihr Möglichkeiten
> Rechte Rede zu üben? Das ist mal ein Thema bei dem man anderen mit
> Anregungen und Erfahrungen wirklich helfen kann - also ....
Ein Zitat von Ajahn Fuang: "Wenn du nicht mal dein Maul im Griff hast, brauchst
du dir auch keine grossen Hoffnungen zu machen, je deinen Geist lenken zu
können."
Ich bemühe mich um Ausgleich, wohl manchmal zu penetrant, was mir schon den
Vorwurf eingebracht hat, Konfrontationen zu vermeiden.
Ich versuche, vernünftig, verständnisvoll und nicht verletzend zu sein, womit
ich allerdings Leuten auf die Nerven gehe, denen ein kurzer, heftiger Streit
mit anschliessender Aussöhnung lieber ist als lange Gespräche -
Beim rumblödeln klappt es natürlich nicht mehr mit der rechten Rede :)
Cheers,
Florian
P.S. Ich bin zur Zeit nur sporadisch am Internet - wir ziehen um - schaue aber
immer mal wieder rein.
S 12,27: Was aber, ihr Bhikkhus, sind Gestaltungen? Drei Arten
Gestaltung, ihr Bhikkhus, gibt es: die Gestaltung des körperlichen
Tuns, die Gestaltung des Redens, die Gestaltung des Denkens. Das, ihr
Bhikkhus, heißt Gestaltungen.
Gestaltungen (sankhara) auch Vorbereitungen (Nyanananda Bhikkhu)
bereiten willentliche Handlungen vor. (Nichtwissen führt zu) Denken
führt zu Reden führt zu Tun.
Je stimmiger (authentischer) also unser Verständnis und die damit
verbundene Gesinnung ist, desto stimmiger wird unser Reden und Tun.
Bin ich authentisch muß ich nichts verheimlichen muß ich nicht lügen.
Reden ist zum großen Teil "Beziehungspflege", das bemerke ich gerade
im Umgang mit Dementen. Völlig gleich wie unsinnig das Gespräch,
wichtig dabei ist vor allem die dahinterstehende Motivation
(Gesinnung), die von den Dementen gespürt wird.
Auch mit Partnern, Freunden und Kollegen ist es häufig nicht anders.
Sie wollen gehört, wahrgenommen werden und erfüllen sich ihr Bedürfnis
über eigentlich unnötige Gespräche. Es reicht aus nur hier und da
etwas nachzuhaken und sie bestreiten das Gespräch eigentlich alleine.
So kann man sich der unrechten Rede weitgehend enthalten ohne, daß man
asozial wirkt.
Sachbezogene Gespräche werden am Besten unbeteiligt und strukturiert
geführt und fallen dann auch unter rechte Rede.
Gespräche mit Konfliktpotential führt man am besten nach den Regeln
der "Gewaltfreien Kommunikation" wozu es Bücher bzw. DVD´s zu kaufen
gibt.
Bei Ordinierten liegen die Dinge anders und dazu findet man in D 9
ausführliche Anweisungen wie Ihr Euch erinnern werdet.
Servus
Viriya
On 29 Apr., 17:03, Tikoloshe <tikolo...@gmail.com> wrote:
>>> (Nichtwissen führt zu) Denken führt zu Reden führt zu Tun <<<
Nun, Nichtwissen führt zu falschem denken (oder, noch spitzfindiger:
Nichtwissen führt dazu, dass man darauf was zu denken angebracht wäre
einfach nicht kommt). Was aber nur "vorübergehend" vorkommt, da kein
Mensch nur Nichtwissen hat bzw. alles weiß.
Jedenfalls steht Denken am Anfang.
In der Formulierung >>> Gestaltungen bereiten willentliche
Handlungen vor <<< steht gestalten, so formuliert, vor denken. Aber
eigentlich sind gestalten und denken dasselbe.
Bzw. es gibt 3 Arten von Gestaltungen: Gedanken, Worte, Handlungen
(ich ziehe diese Reihenfolge vor). Zwar ist im Kanon oft die
umgekehrte Reihenfolge genannt: Werke, Worte, Gedanken... was "auch OK"
ist, da Taten in der Wirkung auf Andere stärker sind als Gedanken
(mehr weh oder gut tun als Gedachtes). Nur für einen selber sind
Gedanken der Anfang von allem (positivem oder negativem). Insofern der
Hebel dort anzusetzen ist. Wozu folgende Aussage recht gut passt:
*** Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal. ***
Viriya: >>> Je stimmiger (authentischer) also unser Verständnis und
die damit
verbundene Gesinnung ist, desto stimmiger wird unser Reden und Tun.
Bin ich authentisch, muss ich nichts verheimlichen, muss ich nicht
lügen .<<<
D.h. (so von mir assoziiert): Je wahrer (zutreffender) unser denken
(geistiges gestalten) ist, desto stimmiger (richtiger/der Wahrheit
entsprechend) werden ("automatisch") unsere Taten/Gestaltungen in
Worten und Handlungen (oder umgekehrt).
Gutes Gleichnis für die bestimmende Kraft guten [gut gemeinten (nicht
aber unbedingt stets angepassten)] Denkens ist Viriya's Beispiel der
Gespräche mit Dementen...Das Gute (Heilsame *kusala*) kommt an, trotz
"nichtssagender" Worte....(Heilsames treffend formulieren ist natürlich
auch gut).
Nun kann man zwar sagen dass die Gedanken frei sind (man hat auch
einen Freiraum zum denken), aber andererseits wiederum sind unsere
Gedanken fremdbestimmt, d.h.
infolge äußerer Einwirkungen beeinflusst ("gestaltet")...Richtiges (den
Tatsachen entsprechendes/authentisches) Denken (Wahrnehmen) lernt man
im Buddhismus...woraus dann langsam ("gut Ding braucht Weil'") rechtes
Reden und anständiges Handeln wird (was ja, sozusagen,
Naturgesetzlichkeit/Karmagesetz ist (Richtiges zieht Richtiges nach
sich)].
Hinsichtlich der "Frage" bzgl. der Spendenbescheinigung fällt mir
(auch um eine von Viriya Art erbetene Meinung abzugeben) nur mehr
Allgemeines ein...Echtes Spenden ("sympathisieren") bedarf keiner
(steuerlich absetzbaren) Quittung...Da Spenden in der Regel jedoch
erbeten (oder sollte ich sagen > gerne gesehen <) sind, sollte
("muss") man das von der anderen Seite "gerne gesehene" (in Grenzen)
auch tun...Das Geld häufig dem besseren Denken im Wege steht, ist Art
bekannt.
aki
Du schreibst: "Nun, Nichtwissen führt zu falschem denken (oder, noch
spitzfindiger:
Nichtwissen führt dazu, dass man darauf was zu denken angebracht wäre
einfach nicht kommt). Was aber nur "vorübergehend" vorkommt, da kein
Mensch nur Nichtwissen hat bzw. alles weiß."
Nichtwissen bezieht sich auf falsches Wissen um die
Daseinszusammenhänge und ist nicht vorrübergehend sondern durchgängig
vorhanden, weil, dem "Ich-Gefühl" zugrunde liegend. Deshalb nimmt ,,ein
nicht unterrichteter Weltling, der die Edlen nicht beachtet und in
ihrem Dhamma nicht bewandert und geschult ist, der keinen Blick hat
für die rechten Menschen und in ihrem Dhamma nicht bewandert und
geschult ist, nimmt da Erde (oder jede andere mögliche Wahrnehmung)
als Erde wahr (=pervertierte Wahrnehmung). Nachdem er Erde als Erde
wahrgenommen hat, stellt er sich Erde vor (ein verwickeltes,
verdrehtes Denken unter dem Einfluß von Befleckungen immer unheilsam
und egozentrisch (subjektiv)), er macht sich Vorstellungen über Erde,
er macht sich Vorstellungen von Erde ausgehend, er stellt sich vor
,,Erde ist mein" , er erfreut sich an Erde . Warum ist das so? Weil er
es nicht vollständig durchschaut hat, sage ich." M1
Servus
Viriya
Deine Antwort gehört schon zur Diskussion:
"Werter Viriya.
Mit "vorübergehendem Nichtwissen" wollte ich ausdrücken, dass die
Beurteilung von Menschen als Nichtwissenden etwas arrogantes/
überhebliches haben kann (vorallendingen seitens der so bezeichneten
empfunden) bzw. dass man im Laufe des Lebens ja dazulernen tut (was ja
auch für gestandene Buddhisten gilt). Noch anders formuliert wollte
ich auch nur ausdrücken, dass niemand 100%-ig nichtwissend bzw.
allwissend ist. Nichtwissen ist insofern nicht "durchgängig", weil der
Übergang von Nichtwissen zu Wissen (Verstehen) ein (insbesondere dank
Buddhismus) Prozess ist (von "Erleuchtung" abgesehen, die aber auch
Auswirkung eines Prozesses ist).
Ich nehme an das Du mit Nichtwissen aber (oder natürlich) nicht
ungebildet-sein meinst. Man kann durchaus (und auch sehr) gebildet
(wissend) sein und die Daseinszusammenhänge trotzdem nicht verstehen.
Was allerdings, sagte man dies z.B. dem Pabst, bei diesem Befremden
hervorrufen möchte.
Andererseits bin ich durchaus sehr von der Zutrefflichkeit der budd.
Ansicht der Daseinszusammenhänge überzeugt. Bei, soweit möglich [d.h.
z.B. meine wechselnden "Gemütszustände" ...oder auch z.B. erworbene
Anschauungen (wozu, sehr kritisch gesehen, auch Buddhismus gehört)
außer Acht lassend] objektiver Wahrnehmung dessen was da so mehr od.
weniger tagtäglich weltweit seit Jahrtausenden abläuft bleibt mir
quasi gar keine andere ["logische" (Maßstab ist aber nur mein
menschlicher Verstand)] Alternative.
aki"
Das tückische beim Nichtwissen ist, daß es unauffindbar ist. Es ist so
als würde man mit einer Lampe auf dem Kopf versuchen die Dunkelheit zu
finden. Der Geist weiß immer, nur eben falsch, was sich am Leiden
zeigt. Je heller die Lampe brennt, desto weiter weicht die Dunkelheit
zurück und desto weniger leidet man. Völlige Helligkeit gibt es aber
nur bei vollkommener Erleuchtung. (In diesem Zusammenhang ist das Wort
angemessen, sonst ist "Erwachen" besser.) Natürlich hat avijja weder
etwas mit Bildung (von Herzensbildung einmal abgesehen)
Allgemeinwissen oder Intelligenz zu tun.
Es findet sich der Fall eines Bhikkhus der sich nicht einmal einen
einzigen Vers merken konnte und trotzdem (mit Buddhas Hilfe) zum
Erwachen gelangte.
Servus
Viriya
> > aki- Zitierten Text ausblenden -
>
> - Zitierten Text anzeigen -
Wie meinst Du das, dass die Antwort schon zur Diskussion gehört? Ist
das Ganze nicht eine Art Diskussion?
>>> Das tückische beim Nichtwissen ist, dass es unauffindbar ist <<<.
Ich suche ja nicht das Nichtwissen, sondern umgekehrt...Besser
verstehe
ich, dass infolge des Lichtes (des Wissens) die Dunkelheit (des
Nichtwissens) immer mehr zurückweicht
>>> Der Geist weiß immer, nur eben falsch, was sich am Leiden zeigt <<<
Soll das heißen, dass man Leiden eher (leichter) wahrnimmt?
aki"
Lieber Aki,
ich meine Du solltest Deine Antworten auf der homepage posten statt
mir privat zu schreiben, schließlich sollen alle davon profitieren und
sich beteiligen können. Und es ist auch umständlicher für mich.
Würde der Geist nicht falsch wissen würde er kein Leid erfahren.
Natürlich wird Freud und Leid, weil veränderlich, leichter
wahrgenommen als Nibbana.
Servus,
Viriya
> > - Zitierten Text anzeigen -- Zitierten Text ausblenden -
Oh, da habe ich wohl die ganze Zeit (schon seit Nov. letzten Jahres)
etwas (technisches) falsch verstanden...Ich dachte, dass ich eine
Mitteilung besser als >Antwort an den Autor< abschicke, wenn ich auf
eine Aussage direkt von Ihm Bezug nehmen möchte oder ihn
"persönlicher" ansprechen will. Dass das auf seiner privaten E-mail
landet, war mir nicht bewusst. ...Ich bitte um Entschuldigung.
>Homepage< (= Studiengruppe "direkt") ist also die Taste >Antworten<...Ist mir ja richtig peinlich, so internetmäßig unbedarft zu sein...Noch mal sorry.
Ich bitte aber "trotzdem" noch mal um nähere Erläuterung wie >>> das
tückische beim Nichtwissen ist, dass es unauffindbar ist <<< zu
verstehen ist.
>>> Würde der Geist nicht falsch wissen, würde er kein Leid erfahren. <<< verstehe ich "OK", denke ich, als etwa: Infolge Nichtwissen macht man Fehler, denen zufolge man Leid erfährt...
Das Freude und Leid "natürlich" (weil vordergründiger...unmittelbarer)
wahrgenommen werden als Nibbana ist klar. Stellt man sich aber Nibbana
als die Abwesenheit von Leid und (sicherheitshalber auch) Freude vor
(abgesehen davon, dass die Vorstellung es ggfls. zu "realisieren"
wiederum Freude hervorruft), ist es relativ leicht "wahrnehmbar" [man
weiß ja schließlich (oder wenigstens) was Leid ist].
Bei >>> Der Geist weiß immer, nur eben falsch, was sich am Leiden
zeigt <<< verstehe ich das "was" und "am" nicht so recht...Wenn da
stände: >>>..., dass sich Leiden zeigt<<< dächte ich, dass der Geist
natürlich zwar das Leiden spürt, aber eben nicht wirklich weiß wie ihm
zu begegnen ist...
aki
der Teufel steckt im Detail :) Ich dachte erst, daß ich irgenwas
Falsches gedrückt habe. Kein Problem.
Ok, ich versuche mich klarer auszudrücken: Infolge von Nichtwissen
nimmt man das was erfahren wird persönlich und so leidet man eben.
Nibbana verändert sich nicht, wird also ebenso schlecht wahrgenommen
wie die weisse Leinwand bei laufendem Film.
Der Geist weiß immer, nur eben falsch und das zeigt sich daran, daß er
Leid erfährt. Das wiederum heißt, daß Durst, Anhaften und Werdenwollen
in ihm vorhanden sind. Das wiederum heißt, daß er das Erfahrene
persönlich nimmt, weil er Nibbana nicht wahrnehmen kann und insofern
keine Alternative besitzt als sich dem Erfahrenen zuzuwenden.
Servus
Viriya