könnten wir bitte die "kloputzenden Nonnen" nun beiseite lassen und
uns der rechten Anstrengung (auch bei dieser Verrichtung) zuwenden.
S 49, 8; M 141: ,,Und was ist rechte Anstrengung?
Da erweckt ein Bhikkhu den Wunsch, strengt sich an, bleibt standhaft
und hält den Vorsatz aufrecht, nicht aufgestiegene üble unheilsame
Qualitäten am Aufsteigen zu hindern, (...) Aufgestiegene zum Schwinden
zu bringen, (...) nicht aufgestiegene heilsame Qualitäten aufsteigen
zu lassen, (...) Aufgestiegene zu erhalten. Das nennt man rechte
Anstrengung."
S 45, 156-157: ,,Gleichwie, ihr Bhikkhus, im Sommer im letzten Monat
Staub und Schmutz auffliegen, aber dann außerhalb der Regenzeit eine
mächtige Wolke auf der Stelle das zum Schwinden bringt und zur Ruhe
kommen läßt, so bringt ein Bhikkhu, der den edlen achtfältigen Pfad
entfaltet und ausbildet, die bösen, auch immer erscheinenden
unheilsamen Dinge auf der Stelle zum Schwinden und läßt sie zur Ruhe
kommen.
Gleichwie, ihr Bhikkhus, einer großen erschienenen Wolke durch einen
starken Wind ein Ende gemacht und sie zum Verschwinden gebracht wird,
ebenso auch macht ein Bhikkhu, der den edlen achtfältigen Pfad
entfaltet und ausbildet, den auch immer erscheinenden bösen
unheilsamen Dingen ein Ende und bringt sie zum Verschwinden."
Anstrengung (= vayama). Welche anderen Begriffe (synonyme) kennt Ihr
dafür?
Was verbindet Ihr mit diesen Gleichnissen?
Zählt vayama zu sila, samadhi oder panna?
Bitte sucht und begründet und bleibt nach Möglichkeit beim Thema :)
Servus
Viriya
;)
> S 49, 8; M 141: ,,Und was ist rechte Anstrengung?
> Da erweckt ein Bhikkhu den Wunsch, strengt sich an, bleibt standhaft
> und hält den Vorsatz aufrecht, nicht aufgestiegene üble unheilsame
> Qualitäten am Aufsteigen zu hindern, (...) Aufgestiegene zum Schwinden
> zu bringen, (...) nicht aufgestiegene heilsame Qualitäten aufsteigen
> zu lassen, (...) Aufgestiegene zu erhalten. Das nennt man rechte
> Anstrengung."
Das Muster der vier rechten Anstrengungen (padhāna).
http://www.palikanon.com/wtb/padhana.html
Dieses Muster ist mir schon einige Male aufgefallen bei der Lektüre der
Lehrreden, und jetzt zeigt sich, dass es nicht bloss um der Permutation willen
vorkommt, sondern ein ziemlich zentrales Prinzip der Lehre ist.
Die vier rechten Anstrengungen sind also gewissermassen die Definition der
rechten Anstrengung.
> S 45, 156-157: ,,Gleichwie, ihr Bhikkhus, im Sommer im letzten Monat
> Staub und Schmutz auffliegen, aber dann außerhalb der Regenzeit eine
> mächtige Wolke auf der Stelle das zum Schwinden bringt und zur Ruhe
> kommen läßt, so bringt ein Bhikkhu, der den edlen achtfältigen Pfad
> entfaltet und ausbildet, die bösen, auch immer erscheinenden
> unheilsamen Dinge auf der Stelle zum Schwinden und läßt sie zur Ruhe
> kommen.
> Gleichwie, ihr Bhikkhus, einer großen erschienenen Wolke durch einen
> starken Wind ein Ende gemacht und sie zum Verschwinden gebracht wird,
> ebenso auch macht ein Bhikkhu, der den edlen achtfältigen Pfad
> entfaltet und ausbildet, den auch immer erscheinenden bösen
> unheilsamen Dingen ein Ende und bringt sie zum Verschwinden."
> Was verbindet Ihr mit diesen Gleichnissen?
Läuterung, Reinigung, Erfrischung, Befreiung von etwas Drückendem; aber auch
freie Sicht.
> Anstrengung (= vayama). Welche anderen Begriffe (synonyme) kennt Ihr
> dafür?
Einsatz
Bemühen
Bestreben
Standhaftigkeit
Ausdauer
Beharrlichkeit
Hartnäckigkeit
Willenskraft
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen den Pali-Wörtern padhāna (wie in
der vier rechten Anstrengungen) und vayama (wie in der rechtern Anstrengung)?
Beide werden als "Anstrengung" übersetzt?
> Zählt vayama zu sila, samadhi oder panna?
Samadhi.
> Bitte sucht und begründet und bleibt nach Möglichkeit beim Thema :)
Wenn man M 177 genau liest, sieht man, dass die rechte Anstrengung zusammen mit
rechter Erkenntnis, Gesinnung, Rede, Handeln, Lebenserwerb genannt wird. Also
mit den sila- und panna-Faktoren. Man übt die rechte Anstrengung also mit all
diesen Schritten auf dem Pfad, und ohne rechte Anstrengung kann man die
Schritte nicht gehen.
Man muss die Anstrengung schon genau abstimmen, anpassen, und dazu muss man
sich konzentrieren. Ohne übung geht es beim besten Willen nicht. Da kann man
noch so tugendhaft und weise sein, wenn man nicht genau und konzentriert
arbeitet, wird nichts draus:
»Sag', Sona, du hattest dich doch wohl früher, als du noch im Hause lebtest,
auf den Saitenklang im Lautenspiel verstanden?« -
»Ja, o Herr.« -
»Sag, Sona, wenn die Saiten deiner Laute zu straff gespannt waren, gab dann
wohl deine Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?« -
»Nein, o Herr.« -
»Wenn nun aber die Saiten deiner Laute zu schlaff gespannt waren, gab da wohl
deine Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?« -
»Nein, o Herr.« -
»Wenn nun aber, Sona, die Saiten deiner Laute weder zu straff noch zu lose
gespannt, sondern auf mittlere Tonhöhe abgestimmt waren, gab dann wohl deine
Laute einen vollen Klang und war sie zu gebrauchen?« -
»Ja, o Herr.« -
»Ebenso auch, Sona, führt allzu straffe Anspannung der Willenskraft zur
Aufregung, allzu schlaffe Anspannung aber zur Trägheit. Darum, Sona, halte
dich an ein Ebenmaß deiner Willenskraft, erwirb dir ein Ebenmaß deiner
Fähigkeiten und so strebe dann nach dem Ziel!« -
http://www.palikanon.com/angutt/a06_055-060.html#a_vi55
Cheers,
Florian
Ein nahezu 100%-iges Synonym für Vāyāma ist, wie Florian schon sagt,
Padhāna.
Sein Link zu palikanon.com spricht von Anstrengung zwecks Zügelung,
Überwindung, Entfaltung und Erhaltung.
Sich zügeln (“selbstbeobachten“) hinsichtlich (bei/in) unheilsamen
Zuständen…..Sind sie da, möglichst rasch und vernünftig überwinden….
sozusagen in gegenteilige Zustände überführen (entfalten) sowie der
Verursachung solcher “Zustände“ achtsam aus dem Wege gehen (soweit
möglich)….bzw. sind sie (positive Eigenschaften) da, versuchen sie zu
erhalten, entwickeln, wiederholen (“kultivieren“).
Ein Unterschied zwischen Vāyāma und Padhāna besteht “eigentlich“
nicht. Insofern man dieses 6. Glied des 8-Pfades auch samma- padhāna
hätte nennen können. Vāyāma ist vielleicht ein kleinwenig mehr der
Oberbegriff zu Anstrengung…und Padhāna mehr die Ausführung...
Weitere Synonyme (außer Padhāna) sind Viriya und Chanda.
Wobei Viriya Energie ist, “Vitalität“, (Willens-)Kraft. Florian nennt
auch Ausdauer, Beharrlich- und Hartnäckigkeit…Zielstrebigkeit passt
auch.
Chanda wird mit Eifer, Absicht…in Englisch auch mit desire übersetzt
(“impulse“)…Wobei kāma-chanda [sensual desire (Lust)] negativ ist;
Dhamma-chanda (“Begeisterung“ für die/Interesse an der Lehre) positiv.
Sankappa kann man auch noch aufführen, da es ebenfalls (wie Chanda)
mit Absicht (Vorsatz) übersetzt wird…aber auch mit Gedanke/Gesinnung
[siehe thread Rechte Gesinnung/sammā-sankappa (das 2. Glied)].
Assoziieren mit den Gleichnissen tue ich (ähnlich Florian), dass der
Dhamma (die Lehre) *den Schleier hebt*….erfrischt (innere Hitze
kühlt), unheilsamen Ein- (und inneren) Strömungen entgegenbläst… einem
beisteht beim nicht-erliegen den unförderlichen Zuständen…
Vom Physischen her (im Sinne von Tun) gehört Vāyāma zu Sīla [Sīla
verstanden als Charakter (bzw. dessen Verbesserung)]…Aber auch um
Sammlung und Weisheit zu erlangen benötigt man Ausdauer.
aki
Synonyme und Worte die mit diesem Pfadglied in Verbindung stehen:
Vayama – Anstrengung (Standhaftigkeit)
Padhana – Bemühen (Kampf, Streben)
„Was aber ist die Bemühung um Zügelung (samvara-padhanam)?
Hat da der Bhikkhu mit dem Auge ein Sehobjekt gesehen, so greift er
nicht nach dem Ganzen noch nach Einzelheiten, sondern strengt sich an
das zurückzuhalten was es üblen, unheilsamen Zuständen, wie Begierde
und Mißmut, ermöglichen würde auf ihn Einfluß zu nehmen. So hütet er
den Gesichtssinn und bewacht ihn. (Ebenso für Gehör, Geruchssinn,
Geschmackssinn, Tastsinn und Geist.)
Was aber ist die Bemühung um Zurückweisung (pahana-padhanam)?
Da gönnt der Bhikkhu Gedanken der Lust, des Hasses, der Grausamkeit,
keinen Raum, sondern weist ihn zurück, zerstreut ihn, vernichtet ihn,
bringt ihn zum Schwinden.
Was aber ist die Bemühung der Kultivierung (bhavana-padhanam)?
Hier entwickelt der Bhikkhu den Erwachungsfaktor der Geistesgegenwart,
(der Wahrheitserforschung, der Tatkraft, der Freude, der Entspannung,
der Sammlung, des Gleichmuts) gegründet auf Abgeschiedenheit,
Nichtanhaften und Erlöschen, die zur Reifung der Hingabe (vossagga-
parinamim) führt.
Was aber ist die Bemühung des Bewahrens (anurakkhana-padhanam)?
Hier hält ein Bhikkhu ein der Sammlung förderliches Objekt, das in ihm
aufgestiegen ist, im Geist stabil, wie ein Gerippe oder einen
blauschwarz aufgeblähten, löchrigen und von Würmern zerfressenen
Leichnam. D 33
Überwindung und Vermeidung,
die Entfaltung und Erhaltung:
diese vier gewaltigen Kämpfe
wies des Lichtes hehrer Sproß.
Und wer darin voller Eifer,
mag des Leids Versiegung finden.“ A VI, 14
Viriya-iddhipada - Machtfährte Energie (Willenskraft)
„Auf den Willen gestützt, ihr Bhikkhus, erlangt der Bhikkhu Einigung,
erlangt er Einheit des Herzens: das nennt man Einigung des Willens
(alt.: Sammlung gestützt auf Wollen). Er weckt den Willen, daß nicht
aufgestiegene böse, unheilsame Dinge nicht aufsteigen, er bemüht sich
darum, bringt Energie auf, richtet seinen Geist darauf aus, und strebt
es an. Er weckt den Willen, aufgestiegene böse, unheilsame Dinge zu
überwinden, er bemüht sich darum, bringt Energie auf, richtet seinen
Geist darauf aus, und strebt es an. Er weckt den Willen, nicht
aufgestiegene heilsame Dinge aufsteigen zu lassen, er bemüht sich
darum, bringt Energie auf, richtet seinen Geist darauf aus, und strebt
es an. Er weckt den Willen, aufgestiegene heilsame Dinge zu festigen,
nicht zu verfälschen, sich weiterentwickeln, erfüllen, entfalten,
reifen zu lassen, er bemüht sich darum, bringt Energie auf, richtet
seinen Geist darauf aus, und strebt es an. Das nennt man
Willensregungen des Strebens (padhanasankara)
Dieser Willen, diese Sammlung gestützt auf Wollen und diese
Willensregungen des Strebens, sind die Grundlage für die mit Sammlung
gestützt auf Wollen und Willensregungen des Strebens einhergehenden
Machtfährte.
Auf die Tatkraft (viriya), das Geist-Herz (citta), das Prüfen
(vimamsa) gestützt, ihr Bhikkhus, erlangt der Bhikkhu Einigung,
erlangt er Einheit des Herzens. ... Dieses Prüfen, diese Sammlung
gestützt auf Prüfen und diese Willensregungen des Strebens sind die
Grundlage für die mit Sammlung gestützt auf Prüfen und Willensregungen
des Strebens einhergehenden Machtfährte.“ S 51, 13
Viriya-indriya - Heilsfähigkeit Energie (Aufraffen)
„Und was ist, ihr Bhikkhus die Fähigkeit der Energie? Da rafft sich
der edle Schüler auf (alt.: setzt seine Tatkraft ein), um unheilsame
Dinge zu überwinden und heilsame Dinge zu erringen; er ist stark und
ausdauernd in der Anstrengung, scheut die Verantwortung für die
Kultivierung heilsamer Zustände nicht. Er erzeugt den Wunsch, nicht
aufgestiegene, üble, unheilsame Zustände nicht aufsteigen zu lassen,
er bemüht sich, erzeugt Energie, richtet seinen Geist darauf und
strebt es an. ... aufgestiegene, üble, unheilsame Zustände zu
überwinden, ... nicht aufgestiegene heilsame Zustände aufsteigen zu
lassen ... Er erzeugt den Wunsch, aufgestiegene heilsame Zustände zu
erhalten, daß sie sich festigen, weiterentwickeln, erschließen,
entfalten und sich durch Entwicklung erfüllen mögen, er bemüht sich,
erzeugt Energie, richtet seinen Geist darauf und strebt es an. Das,
ihr Bhikkhus, nennt man, die Fähigkeit der Energie.“
S 48,10
Viriya-bala – Heilskraft Energie (Tatkraft)
„Was aber ist die Heilskraft Energie? Da setzt der edle Schüler seinen
Willen daran, die unheilsamen Dinge zu überwinden, die heilsamen Dinge
aber zu gewinnen; er ist standhaft, von gestählter Kraft, nicht
pflichtvergessen bei den heilsamen Dingen. Das, ihr Bhikkhus, nennt
man die Heilskraft Energie.“ A V, 14
Viriya-sambojjhanga- Erwachensfaktor Energie (Einsatzfreudigkeit)
„Auf Tugend gestützt, mit der Tugend als Grundlage, entfaltet der
Bhikkhu die sieben Erwachungsglieder, bildet sie aus und gelangt so zu
Wachstum, Gedeihen und Reife in den Eigenschaften. Und wie? Da, ihr
Bhikkhus, entfaltet der Bhikkhu das Erwachungsglied der Achtsamkeit,
gestützt auf Einsamkeit, gestützt auf Entreizung, gestützt auf
Auflösung, die in Loslassen übergeht.
Er entfaltet das Erwachungsglied der Lehrergründung, gestützt auf
Einsamkeit, gestützt auf Entreizung, gestützt auf Auflösung, die in
Loslassen übergeht. Er entfaltet das Erwachungsglied der Tatkraft,
gestützt auf Einsamkeit, gestützt auf Entreizung, gestützt auf
Auflösung, die in Loslassen übergeht.
Er entfaltet das Erwachungsglied des Zufriedenheit/Freude, gestützt
auf Einsamkeit, gestützt auf Entreizung, gestützt auf Auflösung, die
in Loslassen übergeht.
Er entfaltet das Erwachungsglied der Gestilltheit, gestützt auf
Einsamkeit, gestützt auf Entreizung, gestützt auf Auflösung, die in
Loslassen übergeht.
Er entfaltet das Erwachungsglied der Einigung, gestützt auf
Einsamkeit, gestützt auf Entreizung, gestützt auf Auflösung, die in
Loslassen übergeht.
Er entfaltet das Erwachungsglied des Gleichmuts, gestützt auf
Einsamkeit, gestützt auf Entreizung, gestützt auf Auflösung, die in
Loslassen übergeht.“ S 46,1
Man sieht recht deutlich, daß dieses Pfadglied den Übergang von sila
zu samadhi darstellt oder anders ausgedrückt, daß die Pfadglieder so
eng miteinander interagieren, daß sie nur theoretisch zu trennen sind.
„In die Hauslosigkeit gezogen verweilt er gezügelt durch die
Ordenszucht, lauter im Handel und Wandel. Vor geringstem Fehlverhalten
auf der Hut kämpft er beharrlich weiter, sich an die Verpflichtungen
haltend die er hinsichtlich Körper, Tat und Wort auf sich genommen
hat; dem geschickten und reinen Leben hingegeben. Vervollkommnet in
der Sittlichkeit, mit bewachten Sinnestoren, geschickt in klarbewußter
Achtsamkeit, zufrieden. ...
Dann findet er, ausgestattet mit dieser edlen Tugend, mit dieser edlen
Sinnenzügelung, mit dieser edlen klarbewußten Achtsamkeit, mit dieser
edlen Zufriedenheit einen abgelegenen Verweilort: einen Hain, den Fuß
eines Baumes, eine Felsengrotte, eine Bergesgruft, einen Friedhof, die
Waldesmitte, ein Streulager in der offenen Ebene. Dann, wenn er nach
dem Almosengang gegessen hat, setzt er sich mit verschränkten Beinen
und aufgerichtetem Oberkörper nieder sammelt sich und baut Achtsamkeit
vor sich auf. Weltliche Begierde überwindend verweilt er begierdelosen
Gemütes, von Begierde läutert er sein Herz. Übelwollen überwindend,
verweilt er haßlosen Gemütes, voll Liebe und Mitleid zu allen lebenden
Wesen läutert er sein Herz von Übelwollen. Matte Müde überwindend, von
matter Müde frei verweilt er; das Licht liebend, einsichtig, klar
bewußt, läutert er sein Herz von matter Müde. Aufgeregtheit
überwindend verweilt er frei von Aufgeregtheit mit innwendig
beruhigtem Geist läutert er sein Herz von Aufgeregtheit. Zweifel
überwindend verweilt er zweifelsfrei, ohne Unsicherheit bezüglich des
Heilsamen läutert er sein Herz vom Zweifel. –
Das ist nun, der Teil der heiligen Tugend, den Er, der Erhabene
gepriesen hat, und darin hat er die Leute da unterwiesen, eingeführt
und bekräftigt. Aber es bleibt da noch mehr zu tun übrig.“ D 10,
ähnlich D 2
Mich erinnern die Bilder die der Buddha in diesem Zusammenhang gebraut
mit den Bildern, die er für die Hindernisse benutzt. Schmutziges,
aufgewühltes, veralgtes Wasser etc.
Servus
Viriya
Werte Freunde.
Beim lesen die Tage (im Visuddhi-Magga) bin ich durch eine
“Querverbindung“ zum Anguttara-Nikāya geraten und las dann dort ein
paar Texte, die m.E. auch recht gut zum aktuellen Thema (Rechte
Anstrengung) passen.
Der erste Satz von A.X.51 >>> Wenn da, ihr Mönche, ein Mönch mit der
Geistesbeschaffenheit anderer nicht vertraut ist, so hat er danach zu
streben, mit der Beschaffenheit seines eigenen Geistes vertraut zu
werden <<<< hat nun zwar nicht direkt mit rechter Anstrengung zu
tun, ist aber “auch nicht schlecht“.
Bitte ’mal ganz lesen; ist nicht lang http://palikanon.com/angutt/a10_051_060.html#a_x51
>>> Willensentschluss, Tatkraft, Streben, Ausdauer,
Standhaftigkeit, Achtsamkeit und Besonnenheit <<< ist das was
“passt“…Florian in seinem Post vom 11.6 hat das an sich schon
ausgesprochen >>> Einsatz, Bemühen, Bestreben, Standhaftigkeit,
Ausdauer, Beharrlichkeit, Hartnäckigkeit, Willenskraft <<<.
Die Frage >>> Ist wohl mein Körper (und Geist) häufig in
beklommener Spannung , oder ist er häufig davon frei? <<< ist eine,
die ich aus meiner Selbsterfahrung nur bestätigen kann….hinsichtlich
etwa Unsicherheiten, Fragen, “Zweifel“ (über die “Relativität“ von
“Dingen“…*it depends*, wie Viriya am 19.1 bei Potthapada 4 schrieb)…
Der erste Satz von A.X.53 http://palikanon.com/angutt/a10_051_060.html#a_x53
>>> Nicht einmal den Stillstand in den heilsamen Dingen lobe ich, ihr Mönche, geschweige denn den Rückschritt <<< geht eher in die Richtung von dem was Viriya am 22.5. in seinem Post bei Rechtes Handeln schrieb >>> Nur sich des Schlechten enthalten ist nicht genug <<< …widerlegt also eher meine Erwiderung darauf vom 21.5. bei Rechtes Handeln >>> dass ich damit nicht so ganz einverstanden bin…Sich wenigstens des Schlechten enthalten sei doch für den Anfang durchaus OK <<<…Zwar ist Enthaltung nicht direkt Stillstand, aber (“schweißtreibende“) Anstrengung ist (verlangt) mehr…Siehe A.X.54 >>> Gleichwie einer, dessen Kleider oder Haare in Flammen stehen, um diese zu löschen, äußersten Willensentschluss, Tatkraft, Streben, Ausdauer, Standhaftigkeit, Achtsamkeit und Geistesklarheit zu betätigen hat << http://palikanon.com/angutt/a10_051_060.html#a_x54
Dies Alles sind nun, zusammenfassend genommen (insbesondere auch die
von Viriya in seinem Post vom 15.6. zitierten “Vorschriften“),
sicherlich keine leichten Aufgaben … auch mag die verwendete Sprache
antiquiert (archaisch) erscheinen = wohl eher doch so für Mönche und
Nonnen [das Buch von Fritz Schäfer *Der Buddha sprach nicht nur für
Mönche und Nonnen* habe ich (noch) nicht gelesen]…Gerade auch die
Belegstelle in Viraya’s Post >>> Vor geringstem Fehlverhalten auf
der Hut kämpft er beharrlich weiter… <<< kann zu einer Art
Entfremdung führen (was aber ja, gewissermaßen, Ziel des Buddhismus
ist) ..sowie “weltlicherseits“ zur Charakterisierung als z.B. zu
unnatürlich perfektionistisch ...Andererseits zeigt genauestes
Betrachten [auch Selbstbetrachtung (siehe oben: “mit dem eigenen Geist
vertraut werden“)] den wahren Sachverhalt der Dinge.
aki
das ganze 6. Kapitel: sacitta-vagga auf das uns aki aufmerksam gemacht
hat erläutert und konkretisiert sehr schön wobei es bei der rechten
Anstrengung geht. Für den Laien vorrangig um Selbstprüfung und den
korrektiven Einsatz segensreicher (heilsamer) Vorstellungen und
Betrachtungen. So wird der Boden für Achtsamkeit vorbereitet. Der
Aspekt der Sinneszügelung wird im Ordensleben stärker betont, da hier
aufgrund der "verschärfteren sila" die Wahrscheinlichkeit samadhi zu
erreichen höher liegt und natürlich durch die Zügelung (samvara) die
Übertretung der Regeln minimiert werden kann.
Fritz Schäfers Buch: "Der Buddha sprach nicht nur für Mönche und
Nonnen" ist zwar mühsam zu lesen aber eigentlich für jeden
Laienpraktizierenden ein Muß. (Wohingegen man m.E. auf das Visuddhi
Magga gut verzichten kann :) )
Servus
Viriya
Eine ziemliche Knacknuss (für mich):
»Inwiefern nun, ihr Brüder, hat der Erhabene einen Menschen als dem
Rückschritt verfallen bezeichnet? Da, ihr Brüder, bekommt der Mönch eine noch
nicht vernommene Lehre nicht zu hören; die bereits vernommenen Lehren
entfallen ihm; die früher im Geiste erwogenen Lehren sind ihm nicht mehr
gegenwärtig; und das Unverstandene lernt er nicht verstehen. Insofern, ihr
Brüder, hat der Erhabene einen Menschen als dem Rückschritt verfallen
bezeichnet.
Inwiefern aber, ihr Brüder, hat der Erhabene einen Menschen als nicht dem
Rückschritt verfallen bezeichnet? Da, ihr Brüder, bekommt der Mönch eine
bisher nicht vernommene Lehre zu hören; die vernommenen Lehren entfallen ihm
nicht; die früher im Geiste erwogenen Lehren bleiben ihm gegenwärtig; das
bisher Unverstandene lernt er verstehen. Insofern, ihr Brüder, hat der
Erhabene einen Menschen als nicht dem Rückschritt verfallen bezeichnet.«
http://www.palikanon.com/angutt/a10_051_060.html#a_x55
Wenn ich so das Archiv dieser Gruppe durchblättere, fällt mir auf, wieviel ich
schon wieder vergessen habe von unseren Diskussionen.
Cheers,
Florian
On Fri, Jun 15, 2007 at 02:30:33AM -0700, viriy...@gmail.com wrote:
>
> Liebe Freunde,
>
> Synonyme und Worte die mit diesem Pfadglied in Verbindung stehen:
> Vayama - Anstrengung (Standhaftigkeit)
>
> Padhana - Bemühen (Kampf, Streben)
> „Was aber ist die Bemühung um Zügelung (samvara-padhanam)?
> Hat da der Bhikkhu mit dem Auge ein Sehobjekt gesehen, so greift er
> nicht nach dem Ganzen noch nach Einzelheiten, sondern strengt sich an
> das zurückzuhalten was es üblen, unheilsamen Zuständen, wie Begierde
> und Mißmut, ermöglichen würde auf ihn Einfluß zu nehmen. So hütet er
> den Gesichtssinn und bewacht ihn. (Ebenso für Gehör, Geruchssinn,
> Geschmackssinn, Tastsinn und Geist.)
> Was aber ist die Bemühung um Zurückweisung (pahana-padhanam)?
> Da gönnt der Bhikkhu Gedanken der Lust, des Hasses, der Grausamkeit,
> keinen Raum, sondern weist ihn zurück, zerstreut ihn, vernichtet ihn,
> bringt ihn zum Schwinden.
Da habe ich jetzt zugegebenermassen ein heilloses Durcheinander. Meinen Hass
vernichten? Läuft das nicht ganz automatisch auf Selbstvernichtungsbegehren
(vibhava tanha) heraus - etwas von mir soll verschwinden (S 56.11)? Und auf
Selbstansichten (sakkaya ditthi) - Ich will nicht hassen, sondern einer
Idealvorstellung von mir entsprechen (M 109)?
Cheers,
Florian
eine gute Frage von Florian die sich zu diskutieren wirklich lohnt.
Hier erstmal die Definition von Tanha:
Tanha: Begehren, blindes Wollen, törichtes Wünschen: Die Ursache von
dukkha (zweite ariya-sacca), nicht zu verwechseln mit weisem Wollen
(samma-sankappa, richtige Zielsetzung). Tanha ist bedingt durch dummes
(= nicht von pañña begleitetes) vedana und braut wiederum upadana
zusammen. Es gibt drei Hauptgruppen, die am häufigsten genannt werden:
Kamatanha (Sinnlichwahrnehmenwollen), bhavatanha (Ichwerdenwollen) und
vibhavatanha (Nichtwerdenwollen).
Bei vibhavatanha steht vi dem bhava voran. Dadurch wird die Umkehr des
folgenden Verbs, also bhava verlangt. Ist bhavatanha also das
Verlangen nach Ich-Werdung, nach dem Wachsen und Auf- und Ausbauen
einer bestimmten "Ich" - "Mein"-Vorstellung, muß die Umkehrung davon
das Verlangen nach Nicht-Veränderung eines bestimmten "Ichs", bzw. die
Nicht-Entwicklung einer anderen Selbstvorstellung sein. Anders
ausgedrückt, ist bhavatanha ein "So-werden-wollen" muß vibhavatanha
ein "So-bleiben-wollen", ein "Nicht-anders-werden-wollen" sein.
Das widerspricht der allgemeinen und althergebrachten Erklärung von
vibhavatanha: Verlangen nach Nicht-Existenz oder der Wunsch nach
völliger Vernichtung nach dem Tod!
Das jedoch wäre eine Verneinung und keine Umkehr von bhava. Zudem, und
das ist viel wichtiger, tritt dieser Wunsch nur in suizidgefährdeten
Menschen oder unkorrekt denkenden Philosophen auf und auch das nur
gelegentlich. Somit würde das Leid durch zwei ständig auftretende
Arten des Durstes und einer nur sehr selten auftretenden Art bedingt.
Das erscheint uns unwahrscheinlich! Wahrscheinlicher ist es doch, daß
auch vibhavatanha einer der uns ständig ins Leiden treibenden Faktoren
ist. Vergleichen wir dazu auch D 33, wo sich noch zwei andere
Dreiergruppen des Durstes finden: Verlangen nach Sinnlichkeit,
Verlangen nach Form, Verlangen nach Formlosigkeit. (Vergleiche D 9:
"Ich aber lehre das Dhamma, um das Entstehen der grobstofflichen, der
geistgeschaffenen und der nicht-körperlichen Ich-Identifikation zu
verhindern.") Auch hier handelt es sich um ständig auftretende Formen
des Verlangens.
Und auch die dritte Gruppe - Verlangen nach Form (rupatanha),
Verlangen nach Formlosen (arupatanha), Verlangen nach Erlöschen
(nirodhatanha) - ist ständig auftretend, denn das Verlangen nach
bestimmten materiellen und/oder geistigen Aspekten, die wir als "Ich"
oder "Mein" ergreifen und festhalten können, begegnet uns nicht nur
sporadisch. Und natürlich tritt auch das Verlangen nach dem Erlöschen
bestimmter materieller und/oder geistige Aspekte ständig in unserem
Erleben auf.
Vibhavatanha wäre in der traditionellen Erklärung also ein Außenseiter
unter den tanha! (Besonders in der elitärsten Interpretation:
Kamatanha als das Verlangen jener, die auf der Sinnlichkeitsebene
festsitzen; bhavatanha für diejenigen, die jhana-Zustände erreicht
haben und dort feststecken; vibhavatanha, schließlich für jene ganz
wenigen, die in den arupavacarabhumis (formlose Bereiche) hängen
bleiben.)
Definieren wir vibhavatanha jedoch als den Wunsch, sich nicht zu
verändern, den Wunsch, daß dieses momentane "Ich" oder "Mein" so
bleiben möge, wie es jetzt gerade ist, dann können wir dieses
Verlangen sehr, sehr häufig in unserem Erleben entdecken.
Wir beharren nicht darauf, daß dies die einzig richtige Definition von
vibhavatanha ist, aber wir empfinden sie als pragmatischer und
nachvollziehbarer als die klassische und erhoffen uns eine lebhafte
Diskussion zu diesem wichtigen Begriff.
Eine weitere sehr praktische Erklärung von vibhavatanha, die der eben
genannten allerdings widerspricht, ist die von Ajahn Buddhadasa, der
diese Art tanha als ,,Nicht-so-sein-wollen" und ,,Nicht-haben-wollen"
beschrieb.
In einem Lehrbuch der Mahamakut Universität ist eine Erklärung zu
finden, die in gewisser Weise den Aspekt Reichtum bzw. Macht (siehe.
PED) miteinbezieht. Danach ist bhavatanha der Wille zur Macht, zu
haben und zu sein (berühmt, hervorragend, (...)). Vibhavatanha wird
als das Verlangen, nicht in einer bestimmten Weise zu sein, etwas
nicht zu haben, definiert. Hier ist der Wille zur Macht zwar da, aber
nicht zielgerichtet: ,,Ich weiß, was ich nicht will, aber (noch) nicht,
was ich will".
Wie dem auch sei, in der ersten Lehrrede des Buddha legt er tanha drei
Qualifikationen bei, die bei jeder Definition berücksichtigt werden
müssen: punnabhavika (zu erneutem Werden führend), nandiragahasahagata
(mit Lust und Ergötzen an sinnlichen Freuden behaftet) und tatra
tatrabhinandini (das rauschhafte Genießen dieser Freuden fördernd).
Die Selbstansicht ist sowieso da, solange der Pfad nicht erreicht
wurde.
Servus
Viriya
On 28 Jun., 22:40, "Florian M. Weps" <f...@hactrn.ch> wrote:
> Freunde,
>
>
>
>
>
> On Fri, Jun 15, 2007 at 02:30:33AM -0700, viriyana...@gmail.com wrote:
>
> > Liebe Freunde,
>
> > Synonyme und Worte die mit diesem Pfadglied in Verbindung stehen:
> > Vayama - Anstrengung (Standhaftigkeit)
>
> > Padhana - Bemühen (Kampf, Streben)
> > ,,Was aber ist die Bemühung um Zügelung (samvara-padhanam)?
> > Hat da der Bhikkhu mit dem Auge ein Sehobjekt gesehen, so greift er
> > nicht nach dem Ganzen noch nach Einzelheiten, sondern strengt sich an
> > das zurückzuhalten was es üblen, unheilsamen Zuständen, wie Begierde
> > und Mißmut, ermöglichen würde auf ihn Einfluß zu nehmen. So hütet er
> > den Gesichtssinn und bewacht ihn. (Ebenso für Gehör, Geruchssinn,
> > Geschmackssinn, Tastsinn und Geist.)
> > Was aber ist die Bemühung um Zurückweisung (pahana-padhanam)?
> > Da gönnt der Bhikkhu Gedanken der Lust, des Hasses, der Grausamkeit,
> > keinen Raum, sondern weist ihn zurück, zerstreut ihn, vernichtet ihn,
> > bringt ihn zum Schwinden.
>
> Da habe ich jetzt zugegebenermassen ein heilloses Durcheinander. Meinen Hass
> vernichten? Läuft das nicht ganz automatisch auf Selbstvernichtungsbegehren
> (vibhava tanha) heraus - etwas von mir soll verschwinden (S 56.11)? Und auf
> Selbstansichten (sakkaya ditthi) - Ich will nicht hassen, sondern einer
> Idealvorstellung von mir entsprechen (M 109)?
>
> Cheers,
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Hass vernichten (auflösen) ist doch OK…Man vernichtet damit doch nicht
sich selbst TOTAL …nur ETWAS von Dir soll verschwinden…ein negativer
TEIL.
Sollte man (allerdings), sozusagen, ganzheitlich (total) aus negativen
Eigenschaften bestehen (doch wer ist das schon…noch dazu immer?),
könnte es zu *vibhava-taṇhā* kommen …Solche Selbsteinschätzung
(Gefühl) jedoch ist (auch nur) ein vorübergehender (Gemüts-) Zustand….
Deinen Verweis auf S.56.11 verstehe ich nicht ganz
http://palikanon.com/samyutta/sam56.html#s56_11 Meinst Du, dass man
sich >>> dem
Extrem der Selbstqual, der schmerzlichen, unedlen, heillosen <<<
nicht hingeben soll ?.
Auch bei Deinem Bezug auf M.109 http://palikanon.com/majjhima/m109n.htm
sehe ich nicht so ganz genau was Du da assoziierst.…Meinst Du in etwa,
dass es, da es ja im Grunde kein Selbst gibt, es auch dann da, genau
genommen, auch nichts zu “machen“ (eliminieren, auflösen, ändern,
verbessern) gäbe?....Oder dass das sich beschäftigen mit seinen
eigenen Eigenschaften sozusagen stillschweigend einen *sakkāya-
diṭṭhi* schafft (voraussetzt)?. Das >>> ohne Selbst getane Taten
(und Folgen=Eigenschaften) nicht zur Täterschaft (bzw. Vernichtung
ihrer Auswirkungen) gereichen können <<< ?.
Die “Knacknuss“ aus Deinem Post vom 25.6:….Wenn man etwas Gutes hört
[sieht, riecht, schmeckt, (körperlich) spürt, denkt] und es nicht
vergisst; die einem dabei “gekommenen“ Erkenntnisse (Einsichten) “im
Kopf behält“; sein Wissen (Verständnis) also (hoffentlich) mehrt, so
ist das ein Forschritt [ immer vorausgesetzt man ist sich (ebenfalls
immer) sicher, was das Richtige ist und vermag es (auch möglichst
jederzeit) mental und praktisch umzusetzen (was eine Menge mit
Selbstbeherrschung/Disziplin zu tun hat)…Ich habe da übrigens “noch so
meine Schwierigkeiten“]…Rückschritt ist eben das Gegenteil von Alldem
bzw., kann man vielleicht auch sagen, Stagnation (verbleiben im *
saṃsāra*).
Du >>> willst nicht hassen, sondern einer Idealvorstellung von Dir
entsprechen <<< . Möglicherweise muss man sich manchmal nicht mögen
um die Ursachen dafür (deutlich) zu erkennen und abzubauen (was im
Prinzip auch hinsichtlich “Nicht-Mögen“ von Eigenschaften/
Verhaltensweisen an Anderen gilt)…Insofern “Hass“ (besser: Missfallen)
durchaus Heilsames erwirken kann…
Sich bemühen um einen Idealzustand (sich ihm annähern…ihn “wollen“)
ist doch OK…Aber, wie ich am 23.6. unter *Allgemeines* schrieb, ist da
häufig eine “Diskrepanz“ zwischen Theorie und Praxis…
aki
> Da habe ich jetzt zugegebenermassen ein heilloses Durcheinander. Meinen Hass
> vernichten? Läuft das nicht ganz automatisch auf Selbstvernichtungsbegehren
> (vibhava tanha) heraus - etwas von mir soll verschwinden (S 56.11)? Und auf
> Selbstansichten (sakkaya ditthi) - Ich will nicht hassen, sondern einer
> Idealvorstellung von mir entsprechen (M 109)?
Wenn das ganze nicht aus edler rechter Anschauung entspringt wird es
zweifelsfrei noch einen Makel haben. Aber der edle Bhikkhu (und an den
denke ich ist diese Belehrung gerichtet) denkt ja nicht mehr "Das bin
ich", sondern er denkt "Nicht das bin ich", und identifiziert sich so
nicht mehr mit den Dingen, auch nicht mit seinem Hass. Und den Hass
vernichtet er auch nicht aus bloßem Begehren heraus, sondern aus dem
Wissen dass der Hass eine der Ursachen des Leidens ist, da er ja die
zweite edle Wahrheit verstanden hat und auch die vierte, wie nämlich das
Herz von diesen Ursachen zu befreien ist.
Gruß
Lars
natürlich haben wir hier (bei der rechten Anstrengung) einen Kampf
gegen uns selbst, wir schwimmen gegen den Strom unserer weltlichen
Gewohnheiten.
Dhp 103-105: ,,Nicht wer in Kampf und Schlacht besiegt tausend mal
tausend Krieger, Nur wer sein Selbst besiegt, der ist der höchste
Sieger.
Besser ist sich selbst besiegen, als alle Anderen,
Dem Mann der wandelt selbstbeherrscht, dem kann kein Gott der Welt,
kein Himmelsgeist und auch kein Mara, selbst Brahma nicht, zunichte
machen seinen Sieg."
Das ist schwer aber notwendig.
S 12, 22: ,,Der Dhamma, ihr Bhikkhus, ist von mir wohl verkündet,
dargelegt, erschlossen, geoffenbart und entschleiert worden. Nachdem
aber der Dhamma so von mir wohl verkündet, dargelegt, erschlossen,
geoffenbart und entschleiert wurde, da ist es angemessen, wenn ein
Sohn aus gutem Hause, der sich aus Vertrauen von der Welt abgewandt
hat, entsprechend Energie aufbringt: ,,Mag auch nur Haut und Sehnen und
Knochen übrig bleiben und im Körper Fleisch und Blut mir vertrocknen:
bis ich das, was durch eines Mannes Mut, eines Mannes Energie, eines
Mannes Entschlossenheit erreichbar ist, erreicht habe, wird meine
Energie Bestand haben."
Bhikkhus, der Faule verweilt im Leiden, befleckt von üblen,
unheilsamen Zuständen und groß ist das persönliche Wohl das er
vernachlässigt. Der Energische aber, ihr Bhikkhus, lebt glücklich,
frei von üblen, unheilsamen Zuständen und groß ist das persönliche
Wohl das er erlangt.
Nicht ist, einem Niedrigen die Erreichung des Höchsten möglich, aber
einem Hohen ist die Erreichung des Höchsten möglich. Dem besten der
Milch, der Sahne gleich ist dieser heilige Wandel solange der Meister
leibhaftig vor Augen steht. Darum, ihr Bhikkhus, wendet Energie auf
zur Erreichung des Nichterreichten, zur Verwirklichung des
Nichtverwirklichten (mit dem Gedanken): ,, Auf diese Weise wird unser
Fortgang (in den Orden) nicht unfruchtbar sein, sondern Frucht und
Ergebnis bringen, und wenn wir Kleidung, Nahrung, Wohnung und Arznei
verwenden (welche uns gespendet wurden), werden diese Wohltaten (auch
für die Spender) reiche Frucht und reichen Segen tragen.
Ihr Bhikkhus, hat man das eigene Wohl im Auge, so ist es ausreichend,
unermüdlich dem Ziel zu zu streben. Hat man, das Wohl der anderen im
Auge, so ist es ausreichend, unermüdlich dem Ziel zu zu streben. Hat
man, das Wohl beider im Auge, so ist es ausreichend, unermüdlich dem
Ziel zu zu streben."
Im Vertrauen auf den Erhabenen oder auf die Qualität des Erwachens in
uns nehmen wir diesen Kampf auf um unseren Geist in einen Zustand
zurückzuführen, der seiner Natur eigentümlich ist.
A I,11:,,Lauter (pabhassara = leuchtend, hell, rein), ihr Mönche, ist
dieser Geist (citta); doch wird er (zuweilen) verunreinigt von
hinzukommenden Befleckungen (upakkilesehi). Doch der unkundige
Weltling versteht dies nicht der Wirklichkeit gemäß. Darum, sage ich,
gibt es für den unkundigen Weltling keine Entfaltung des Geistes
(citta-bhavana)."
Nur von diesem "lauteren Geist" aus ist es möglich den Schritt über
die Welt/den Geist hinaus zu tun.
M 140: ,,Dann bleibt nur noch Gleichmut übrig, geläutert und strahlend,
geschmeidig, schmiedbar und leuchtend. Angenommen, Bhikkhu, ein
geschickter Goldschmied oder sein Gehilfe würden einen Schmelzofen
vorbereiten, den Schmelztiegel aufheizen, etwas Gold mit Zangen
nehmen, und es in den Schmelztiegel stecken. Von Zeit zu Zeit würde er
daraufblasen, von Zeit zu Zeit würde er Wasser darübersprenkeln, und
von Zeit zu Zeit würde er einfach nur zuschauen. Jenes Gold würde fein
werden, gut verfeinert, völlig verfeinert, fehlerlos, frei von
Schlacke, geschmeidig, schmiedbar und leuchtend. Was für eine Art von
Schmuck er auch immer daraus anfertigen wollte, entweder eine goldene
Kette oder Ohrringe oder eine Halskette oder eine goldene Girlande, es
würde seinen Zweck erfüllen. Genauso, Bhikkhu, bleibt dann nur noch
Gleichmut übrig, geläutert und strahlend, geschmeidig, schmiedbar und
leuchtend."
Um aber nicht in Verwirrung zu geraten mit vibhavatanha und
sakkayaditthi o.ä. ist eben die rechte Anschauung so wichtig, wie Lars
ganz richtig meint.
Servus
Viriya
(Ich bin ein paar Tage weg und habe die Diskussion wieder
freigeschaltet.)