So still hier drinnen? Kommen wir alle vor lauter guten Vorsätzen nicht mehr
zum Online-Suttastudium? ;)
Um die Liste ein wenig zu beleben, schlage ich einen kleinen Austausch vor: was
haben wir denn so über den Dhamma in Erfahrung gebracht in den letzten Wochen.
Und fange gleich mal an:
Ich habe über Aberglauben nachgedacht - silabatta paramasa (bei den Fesseln),
Anhängen an Sitten und Gebräuchen. Ein ganz wichtiges Element im Aberglauben
ist, dass man notwendige Bedingungen mit hinreichenden verwechselt. Dem
Aberglauben liegt also ein Unverständnis zugrunde.
Bei den Hemmungen gibt es zu diesem Thema den Begriff vicikiccha - skeptischer
Zweifel, Zweifelsucht - ein Nichtverstehenwollen.
Und in diesem Zusammenhang verstehe ich auch, warum die Entwicklung der
Satipatthana, der Grundlagen der Achtsamkeit, so gut geeignet ist, die
Hemmungen zu überwinden. (in D.22, oder auch in A.IX.64).
Die Übersetzung "Grundlagen der Achtsamkeit" mal aus einem anderen Blickwinkel:
Thanissaro Bhikkhu nennt sie "frame of reference", also "Bezugsrahmen" oder
"Bezugssystem". Ich finde diese Übersetzung nützlich, weil praxisorientiert:
ich betrachte den Körper nicht in Bezug auf meine Haltung und Vorurteile zum
Körper, sondern im Bezug auf sich selbst. Ebenso die Gefühle, den Geist, und
die Geistobjekte. So ist Einsicht zu gewinnen, z.B. dass gewisse Bedingungen
notwendig oder hinreichend sind, und damit kann der Zweifelsucht und
schliesslich dem Aberglaube einhalt geboten werden.
Das passt alles so schön zusammen, da muss doch irgendwo ein Haken sein... :)
So - und Ihr? Worüber habt Ihr denn so gegrübelt über die Feiertage?
Cheers,
Florian