offensichtlich würgt google unsere Diskussionen 30 Tage nach Eingang
der letzten mail einfach ab, deshalb konnte ich den folgenden Text
nicht unter Allgemeines posten sondern muß eine neue Diskussion
anfangen. Auch recht. Aber etwas an das man denken sollte wenn man ein
Thema wirlich ausdiskutieren will. Jedenfalls dachte ich, dieser
Mailwechsel zum Thema Dana regt zum weiteren Nachdenken über dieses
Thema an.
Lieber ...,
vielen Dank für Deine Spende!
Nein es gibt keine Spendenbescheinigung und ich bin schuld dran. Für
mich ist Dana nur Dana wenn ich gebe ohne etwas zurück zu erwarten.
Wir verschicken unsere Bücher nicht in der Erwartung, daß wir Spenden
bekommen sondern aus der Freude heraus gutes Dhamma umsonst verteilen
zu können. Wenn sich jemand an dem Kreislauf des freudigen Gebens
beteiligen möchte, so sind die positiven Empfindungen von
Großzügigkeit, Freude und Dankbarkeit ein unendlich wertvollerer
Verdienst als es eine Spendenquittung je sein könnte.
Bei der BGM und beim Waldklosterverein gibt es schon
Spendenquittungen, aber das hat mit dem Vereinsrecht zu tun. Das
Dhamma-Dana-Projekt als Initiative der BGM muß das nicht und kann
deshalb eine umso reinere Form des Gebens anbieten.
Lieber Viriya,
ich verstehe Deine Argumentation (zumindest zum größten Teil).
Dennoch gebe ich immer großzügiger, wenn ich weiß, dass ich eine
Steuererstattung bekomme. Letztendlich hätte mich die Spende dann
netto vielleicht 50-60 Euro gekostet. Und wahrscheinlich würde ich
beim nächsten Mal eben 50 Euro geben, weil mein Vermögen auch nicht
unbegrenzt ist.
Letztendlich schenke ich mein Geld lieber Organisationen, die ich
kenne und schätze, als das Geld allgemein dem deutschen Fiskus zu
geben, der damit viele unterschiedliche Dinge anfängt.
Nicht ganz kann ich Deine Argumentation nachvollziehen, dass ohne
Steuerquittung die positiven Empfindungen von Großzügigkeit, Freude
und Dankbarkeit größer sein sollen. Niemand spendet Geld damit er eine
Spendenquittung erhält, sondern weil er einen kleinen Beitrag zu einer
guten Sache leisten will. Indirekt wird durch die Steuerquittung ein
Teil der Spende durch die Steuern finanziert, die im Rahmen der
Einkommenssteuer in dem jeweiligen Jahr anfallen.
Natürlich ist es ein administrativer Aufwand, wenn Spendenquittungen
ausgestellt werden. Allerdings befürchte ich, dass wenn Euer
bisheriges Vorgehen beibehalten wird, das wertvolle Engagement einfach
nur weniger finanzielle Mittel erhält als Ihr mit der Ausstellung von
Steuerquittungen erhalten würdet. Und das finde ich schade. Ich bitte
Euch deshalb, für die Zukunft Euer Vorgehen in dieser Hinsicht noch
einmal zu überdenken.
Lieber ...,
das Argument mit dem Fiskus ist in der Tat gut und außer wenn es um
Dhamma geht bin ich vollkommen Deiner Meinung.
Bei "echtem Dana", jedoch sollten Erwägungen wie Letztendlich hätte
mich die Spende dann netto vielleicht 50-60 Euro gekostet. keine Rolle
spielen.
Reines geben zu üben ist schwer aber man sollte es nicht unnötig
komplizieren. Man gibt was man freudig geben kann und will für etwas
das einem Gebenswert erscheint ohne andere Aspekte miteinzubeziehen.
Es gibt zwar niemand damit er eine Spendenquittung erhält jedoch
schleicht sich wie Du selbst sagst der Gedanke daran schon ein. Das
kränkelt m.E. einen heilsamenGeisteszustand (wenn auch evtl. nur
leicht und kurz - evtl. durch Zweifel, Verirrung, Ärger, o.ä.) an und
verringert die Sammlung auf das heilsame Geschehen und schwächt so
dessen Auswirkung.
Lieber Viriya,
Du hast Recht, reines Geben ist sicherlich am besten und meist auch
persönlich am befriedigensten. Wenn ich mir vorstelle, einem
bedürftigen Menschen persönlich - ohne Vorleistung seinerseits oder
Steuerquittung - 50 Euro in die Hand zu drücken, dann ist das sicher
für ihn und mich ein schönes Erlebnis.
Servus
Viriya
Aki schrieb:
"Hinsichtlich der "Frage" bzgl. der Spendenbescheinigung fällt mir
(auch um eine von Viriya Art erbetene Meinung abzugeben) nur mehr
Allgemeines ein...Echtes Spenden ("sympathisieren") bedarf keiner
(steuerlich absetzbaren) Quittung...Da Spenden in der Regel jedoch
erbeten (oder sollte ich sagen > gerne gesehen <) sind, sollte
("muss") man das von der anderen Seite "gerne gesehene" (in Grenzen)
auch tun...Das Geld häufig dem besseren Denken im Wege steht, ist Art
bekannt."
Während das natürlich stimmt, ist es doch fraglich ob Spenden erbitten
etwas mit Dana zu tun hat. Ich denke da an so etwas wie "empfohlene
Spenden" bei bestimmten Kursen. In der BGM haben wir anfangs als wir
auf Dana umstellten gelegentlich einmal auf unseren Spendenkorb
hingewiesen jedoch ist da inzwischen nicht mehr nötig - und er füllt
sich doch.
Auch beim Dhamma-Dana Projekt weisen wir zwar in der
Projektbeschreibung darauf hin, daß die Spenden für ein Buch das
Nächste finanzieren aber die Bestellungen verschicken wir ohne
Aufforderung.
Auch das Anenja-Vihara kommt ganz bewußt ohne Spendenaufrufe klar.
Ich bin der Meinung, daß man mehr auf parami und kamma vertrauen
sollte und den Leuten die Freude freiwilliger Spenden lassen sollten.
Servus
Viriya