F4 Thailand Deutsch Ganze Folgen

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Aug 4, 2024, 1:14:03 PM8/4/24
to tazartuna
Alleinin Indonesien starben rund 165.000 Menschen, weitere Zehntausende in Sri Lanka, Indien und Thailand. Unter den Toten waren auch etwa 2.000 auslndische Touristen, die an den betroffenen Kstenabschnitten ihren Weihnachtsurlaub verbracht hatten, die Hlfte davon aus Schweden und Deutschland. Das Ereignis wurde im Vergleich zu vorherigen Naturkatastrophen dieser Schwere auergewhnlich gut dokumentiert, da viele dieser Urlauber eine Video- oder Digitalkamera zur Hand hatten.

Vor Sumatra, den Nikobaren und den Andamanen schiebt sich die Indisch-Australische Platte, die einen groen Teil des Indischen Ozeans umfasst, in einer ca. 1.000 Kilometer langen Bruchzone im Durchschnitt mit etwa 33 mm pro Jahr in Richtung Nordosten unter die eurasische Platte.[2] Durch das Unterwandern der Plattengrenzen bauten sich in der Subduktionszone Spannungen auf, die sich schlagartig mit Erdbeben entladen haben. Wissenschaftler sind der Meinung, dass der Tsunami entstand, als ein Teil der Burma-Platte, der von der absinkenden indischen Platte nach unten gezogen wurde, nach oben zurckschnellte und so enorme Energie auf das darberliegende Wasser bertrug. Zustzlich wird vermutet, dass Unterwasser-Erdrutsche den Effekt noch verstrkten. Einige dieser Erdrutsche waren 2 Kilometer lang und 100 Meter hoch.[3]


Das Erdbeben vor Sumatra ist mit einer Strke von 9,1 (Mw)[5] und einer freigesetzten Energie von rund 475 Megatonnen TNT das drittstrkste zum damaligen Zeitpunkt aufgezeichnete Beben in der Geschichte.[6] Im Februar 2005 sprachen sich Geologen der Northwestern University nach Analyse von weltweiten Seismografen-Aufzeichnungen fr eine Korrektur der Bebenstrke von 9,0 auf 9,3 aus. Damit wre das Beben dreimal strker als bisher angenommen und das zweitstrkste seit Beginn seismischer Messungen. Jedoch sind die frheren Messungen (damals auf der Richter-Skala) mit den heutigen Verfahren der Momenten-Magnitude nur bedingt vergleichbar. Von Behrden, wie etwa der USGS, wurde die Korrektur in dieser Form nicht besttigt. Das USGS nderte die Magnitude im Juli 2006 von Mw 9,0[7] auf Mw 9,1[8].


Nachdem in vielen Gebieten zuerst ein Wellental die Kste erreicht hatte, trafen mindestens zwei, an einigen Orten bis zu sechs Flutwellen mit steigender Wellenhhe auf die Ksten und drangen unter teilweise groer Zerstrungswirkung mehrere Kilometer ins Landesinnere vor.


Zwischen den Einzelwellen flutete das Wasser zum Meer zurck und entfaltete auch dabei typische Wirkungen durch den Sog: Mitnehmen von schwimmfhigen Gegenstnden und Personen. Die meisten groben Zerstrungen an Husern wurden allerdings von den vorrckenden Wellen verursacht. Die Straen in bebauten Gebieten wurden regelrecht zu Kanlen, in denen ein Konglomerat aus Wasser, Autos und Gebudetrmmern erst landeinwrts und dann wieder Richtung Meer floss.


In den nchsten Tagen folgten tglich etwa 25 Nachbeben mit Strken um 5,5. Bei den Nikobaren ereignete sich drei Stunden nach dem Hauptbeben ein Nachbeben der Strke 7,1. Ein groes Nachbeben in der Region ereignete sich drei Monate spter am 28. Mrz 2005 mit einer Strke von 8,7 auf Sumatra (siehe Erdbeben vor Sumatra 2005), wenig spter auch auf Nias.


Forscher des Jet Propulsion Laboratory der NASA vermuten, dass sich durch die Verlagerung der tektonischen Platten die Erdrotation beschleunigt haben knnte. Aufgrund der bei dem Beben bewegten Erdmasse komme man rechnerisch darauf, dass die Lnge eines Tages um 2,68 Mikrosekunden krzer geworden sei. Auerdem habe sich die Erdachse bei dem Beben durch die genderte Masseverteilung um rund zweieinhalb Zentimeter verlagert.[18] Die Vernderungen werden von den Experten aber als nicht bedeutsam eingestuft, da die Erdpole ohnehin eine variable Kreisbahn von rund zehn Metern zgen. Ferner wurde die eurasische Platte um einen Zentimeter emporgehoben und um zwei Zentimeter nach Norden verschoben, glitt aber nach wenigen Minuten wieder in ihre Ausgangslage zurck.


Eine weitere Folge der Verschiebung der tektonischen Platten ist das Versinken von 15 kleineren der 572 Inseln der Andamanen und Nikobaren unter den Meeresspiegel. Darber hinaus wurden die Nikobaren und die vor der Nordwestkste Sumatras dem Epizentrum am nchsten gelegene Simeulu-Insel etwa 15 Meter in sdwestliche Richtung verschoben.


Die genaue Zahl der Toten lsst sich nicht feststellen. Aus Furcht vor Seuchen wurden viele Opfer ohne genaue Zhlung rasch in Massengrbern beerdigt. Sowohl der direkten Einwirkung der Flutwellen als auch ihren Folgeerscheinungen fielen Menschen zum Opfer. So wurden fast alle Trinkwasserquellen der betroffenen Gebiete durch das Unglck verunreinigt.


In Bangladesch ertranken zwei Kinder, weil ein Boot in strmischer See gekentert war. Nach Berichten des Roten Halbmondes wurden nur relativ geringe Schden gemeldet, allerdings seien die Telekommunikationsverbindungen abgeschnitten worden.


Andere Quellen[21] berichteten bezglich der Ureinwohner der Nikobaren jedoch, dass viele der auf diesen Inseln beheimateten Stmme durch das Beben fast alle Alten und Kinder verloren haben, da diese sich whrend der Flutwelle in den Drfern am Strand aufhielten, whrend alle arbeitsfhigen Mnner und Frauen im hheren Inselinneren die Felder der Drfer bestellten. Dadurch soll ein Groteil ihrer Kultur verloren gegangen sein, da mit den Dorfltesten auch ihr kulturelles Wissen starb.


Allein 7.793 Tote (Stand: 4. Juni 2005) soll es im Bundesstaat Tamil Nadu gegeben haben. In Chennai (ehemals Madras) kamen 206 Menschen um. Es wurden die Htten von etwa 1.500 Fischern und deren Angehrigen zerstrt. In Cuddalore ertranken fast 600 Menschen. Am schlimmsten betroffen war jedoch der Distrikt Nagapattinam, wo die Wellen eine Hhe von etwa sechs Metern erreichten. Allein hier kamen etwa 5.500 Menschen um. Luftbilder, Bilder, Texte und Hilfsmanahmen kamen aus dem Distrikt, der mit fast 1000 Toten schwer betroffen war.


Die indische Regierung kndigte ein Hilfspaket von umgerechnet 482 Millionen Euro fr die betroffenen Ksten an.[22] Indien lehnte auslndische Hilfe ab, da es laut offizieller Stelle allein mit den Problemen fertig werde.


Indonesien ist damit das am strksten betroffene Land des Erdbebens und Tsunamis. Lange Zeit ging man von mehr als 220.000 Opfern aus, allerdings wurden die Vermisstenzahlen stark nach unten korrigiert.


In der Provinz Aceh herrschte bis 2005 Brgerkrieg, wenn auch von beiden Parteien angesichts der Katastrophe sofort ein Waffenstillstand vereinbart wurde. Die Region ist von der indonesischen Regierung vollkommen isoliert worden, was die Hilfsarbeiten enorm erschwerte. Zwar wurde die Region fr Hilfsaktionen geffnet, doch auch ein Jahr nach dem Beben waren noch ber 180.000 Menschen obdachlos.


Inzwischen wurde vor der indonesischen Kste ein deutsches Frhwarnsystem installiert. Dieses System liefert Daten in Echtzeit und sichert deswegen schnellstmgliche Vorwarnzeiten. Das System wurde in der Region des Sundabogens installiert, der geologisch sensibelsten Region, in der auch das Erdbeben von Weihnachten 2004 seinen Ursprung hatte.


Zwei Drittel der Malediven-Hauptinsel Mal wurden berflutet und der internationale Flughafen der Malediven vorbergehend geschlossen. Einige Atolle wurden vollstndig berflutet, Gebude ins Meer gesplt und der Notstand ausgerufen. Auf den Malediven gab es nach Behrdenangaben mindestens 80 Todesopfer.[23] Nach Informationen vom 30. Dezember 2004 wurde die gesamte Infrastruktur auf 13 der 202 von Einheimischen bewohnten Inseln zerstrt.[24] Insgesamt 29 von 87 Resortinseln trugen Schden davon, 23 waren vorbergehend geschlossen, von denen sechs erhebliche Zerstrungen erlitten.[25] Nach Informationen vom 10. Januar 2005 waren neun Inseln der Malediven nicht mehr bewohnbar.[26]


In Myanmar, ehemals Birma, sind einem UN-Bericht zufolge 61 Menschen ums Leben gekommen. Betroffen ist die sdstliche Kste des Landes, am strksten betroffen waren die Tanintharyi-Division sowie das Irrawaddy-Delta. Es gibt jedoch nur wenige Nachrichten aus Myanmar, da das herrschende Militrregime alle Nachrichtenstrme zensiert. Das Welternhrungsprogramm der Vereinten Nationen befrchtete, dass viel mehr Todesopfer zu beklagen waren als offiziell zugegeben. Hunderte Fischer sollen umgekommen sein.


Ein besonderes Problem ergab sich aus den 2.000.000 Antipersonenminen, die im Brgerkrieg zwischen der Regierung und der nach Autonomie strebenden Tamilen-Bewegung am Strand vergraben und nun aus dem Boden herausgesplt wurden. Bereits als minenfrei markierte Gebiete stellten nun potenziell wieder eine Gefahr dar.


In Thailand war insbesondere die touristisch erschlossene Kste an der Andamanensee von den Flutwellen betroffen, insbesondere die Urlauberzentren Khao Lak und Ko Phuket sowie die Insel Ko Phi Phi. 407 Drfer wurden berflutet, von denen 47 vllig zerstrt wurden. Die Zahl der Todesopfer wird auf ber 8.000 geschtzt, darunter etwa ein Drittel auslndische Touristen.[27] Die regierungsamtliche Schtzung liegt bei 5.395 Toten und 2.932 Vermissten.[28] Der wirtschaftliche Gesamtschaden wird von der Weltbank auf zwei Milliarden Dollar taxiert. Anders als die meisten brigen betroffenen Lnder bat die thailndische Regierung nach dem Tsunami nicht offiziell um internationale Untersttzung, die von der Regierung geleiteten Hilfsmanahmen wurden jedoch insgesamt als effektiv bewertet.


Nach Aussagen von Augenzeugen soll der Meeresspiegel pltzlich um mindestens zwei Meter angestiegen sein, die Welle berschwemmte die Strnde. Zum Glck fr die vielen Strandurlauber aus den kenianischen Stdten konnten die Sicherheitskrfte noch rechtzeitig fr die Evakuierung der meisten Strnde sorgen.


Der Sprecher des Prsidenten besttigte die Bergung von ber 200 Leichen; mindestens 150 Menschen wurden vermisst. Die Kstenstadt Hafun wurde vollstndig zerstrt. Nach Angaben des UN World Food Programme (WFP) unter Berufung auf somalische Regierungsstellen bentigten 30.000 bis 50.000 Somalis in den kstennahen Stdten der Region Puntland Hilfe.


Auf dem Chagos-Archipel (sdlich der Malediven), einem Britischen Territorium im Indischen Ozean, auf dessen grter Insel Diego Garcia eine Militrbasis der USA und Grobritanniens liegt, kam es laut Aussagen von Sprechern des Militrs zu keinerlei relevanten Schden.[29]

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